, Deutscher Neich.
Ter r,R«chsanz " veröffentlicht eine Bekanmmachung de- Reich-- kanzlers, wonach wegen de- Ausbruchs der Peü in Lissabon sie aus dem Hasen von Lissabon nach deutschen Häfen kommenden Schisse und .1 nsassen bis aus weitere- vor der Zulassung tunt freien Verkehr ärztlich zu untersuchen sind — Zn einer anderen Bekanntmachung des Reichskanzlers wird die Anordnung, daß Schisse und Schiffspassagiere aus Neapel und den Provinzen Barl und Foggia vor der Zulassung zum freien Verkehr ärztlich zu untersuchen sind, ausgehoben, da nach amtlichen Berichten die .Cholera an den genannten Orten erloschen ist.
2luslaitö.
Au- Prag wird berichtet: Die Beratungen des Ausgleichs- vusschusseS haben am Montag sowohl im deutschen als auch tschechischen Lager die Erkermtnis gezeitigt, daß eine Ausgleichs- aktion vorläufig als ergebnislos zu betrachten ist. Man will anm versuchen, das bisher gewonnene Ergebnis durch Schaffung eines Pl-rmanenzauSfchusses zu retten, dem die Ausgleiäwvorlagen vorzulegen sind. Die Tschechen verlangen ledoch vorherige Erledigung der Steuervorlagen, wozu bei bat Dorischen keine Nciaung vorhanden ist, weil dadurch die Obstruktwns Waffen aus der Hand ‘gegeben würden, lieber diesen Punkt wird nunmehr verbandelt. Der Prager Stadt rat nahm einstimmig gegen den deutschen Sprachenvorschlag betreffenb zweisprachige Amtierung in Prag Stellung.
lieber die vom Marineausschuß der f r a n ö s i s ch e n Kammer beschlossenen Forderung, daß der Bau zweier weiterer Panzerschiffe in Angriff genommen werden möge, wird gemeldet, daß die Regierung beabsichtige, ebenso wie im lausenden Fahre auch im Jahre 1911 die Kiellegung zweier Dreadnought- zu beginnen und zu diesem Zwecke, fall- da- Marineprogramm nicht rechtzeitig erledigt werden sollte, zu einer diesbezüglickm Bestimmung de- Finanzgesetze- ihre Zuflucht zn nehmen. Man glaubt, daß die zuständigen Marinebehürden, die demnächst diese Frage zu prüfen haben loerbcn, sich für den 23 000 Tonnen-Tvv mit zehn 34 Zentimeter-Geschützen in fünf Panzertürmen in der Längsachse au-sprechen dürften.
Aus dem Katholikentag in Lyon hielt der Erzbischof Coadjuter von Cambry de la Maire eine überaus heftige Rede gegen den Minister der Arbeiten und der öffentlichen Fürsorge Laferre, „das Oberhaupt des infamen Freimaurer- eegimcS, das jetzt in dem ehemaligen erzbischöflichen Palast residiere". Die Versammlung nahm diese Angriffe mit stürmischem Beifall auf und stieß den Rus auS: Nieder mit Laferre!
Wie die Londoner Blätter melden, schreibt die britische Admiralität den Bau eine- neuen Kriegsschiffes au-, das größer, schneller und mächtiger sein soll als irgend ein bereits bestehendes, oder im Bau befindliches Schiff der englischen Flotte. Es soll den Panzer-Kreuzer „Lion" noch über- treifen, eine Wasserverdrängung von 28 000 Tonnen, eine Länge von 720 Fuß und eine Geschwindigkeit von 30 Seemeilen haben gegen 26 500 Tonnen, 600 Fuß und 28 Seemeilen „Lion".
Der russische Minister des Innern Stolypin hat in einem Schreiben an den Präsidenten der Duma darauf aufmerksam gemacht, daß der kaukasische Abgeordnete Tscheidse, ein einflußreicher Führer der Sozialdemokratie, auf Grund falscher Dokumente in die Duma gewählt worden sei.
Eine dreißig Mann starke Bande, deren Mitglieder meist *bie Uniform türkischer Soldaten trugen, überfiel, wie aus Saloniki gemeldet wird, das Haus des Ortsvorstehers von Pantphar unb ermordete dessc n Tochter. Die Behörden erklären, daß dis b u l g a r i s ch e B a n d e, welche sich der Militär- uniform bediene, um die Bevölkerung irre zu führen und gegen die Türken aufzuwiegeln. die Tat verübte. Starke Militärabteilungen sind zur Verfolgung ter Bande abgegangen.
Aus Cardiff wird berichtet: In einer am Montag abgehaltenen Versammlung der Bergwerksbesitzer von S ü d w a l e s wurde beschlossen, die Forderung der Arbeiter, betr, die allgemeine .Erhöhung der Löhne zu bewilligen.
Au» Stadt und Land.
Gießen, 15. November 1910.
" TageSkalender für Dienstag, 15. Nov. Stadt- theater: ,T a t f u n\ Anfang 8 Uhr.
Ä
* Landesuniversität. Otto Kuffler, Assistenzarzt au der Univ.-Augenklinik, der sich für das Fach der Augenheilkunde an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält am Dienstag, 15. November, 6'/, Uhr nachm., in der kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: .Serodiagnostik und Servtherapie in der ?lugenheilkunde.
" Ordensangelegenheit. Der Groß Herzog hat dem Kommerzienrat Clemens Reitmayer zu Brüssel das Ritterkreuz 1. Klasse beß Verdienstordens Philipps des Groß- mutigen zum 14. November verliehen.
•• Erledigte Lehrerstelle: Eine evang. Schulstelle zu Kel sterbach, mit der die Halste des Organistendienstes verbunden ist.
** Säuglingsfürsorge. Die Kaiserin vonNuß- land hat dem Patronat der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen 5000 Mark überwiesen.
im Scharmardinskyksoster lebenden Scknvester ist Tolstoi gestern nach Koselsk abaereist, von wo er sich nach Moskau begibt.
Tula, 14. Novbr. Tolstoi stieg, da er unterwegs erkrankt, mit seinem Arzt und seiner Tochter Alexandra in Asta - powa, im Gouvernement Rjaesan aus und liegt zurzeit im Stationsgebäude, Temperatur 40 Grad,
DiebrcrrnendcGasaucllebctNeuengamme AuS Hamburg wird gcmclbct: Tie nut unverminderter Heftig 'kit brennende Gasauelle N.'i!enfl"Mi"e » ir uii Sonnt i' d |3UI vieler Tausende. Mehr als 50 Sonderzüge waren kaum unitanbc, den -oericpr zu veiumtijen. ütiuueton i..
Nr, 266.)
— Maeterlinck im $ ilbe feinet Frau. Georgette Leblanc-Maeterlinck gibt in der „Contemporary Review" tut Porträt von ihrem Qlattai, in dem sic Leden und Schaffen des Dichters fein analysiert. „Wenn ich Ihnen erzähle," schreibt sie, „daß er, den Sommer in der Hchrmandie veroringt und beu Winter im Süden, daß er früh ausstcht, seine Blumen und Früctüc, seine Bienen, feinen Fluß und feine Bäume besucht, sich dann an seine Arbeit setzt und danach wieder in seinen Garten zurucl- kehrt: daß er nach dem Mittagessen sich seinem geliebten Sport ergibt, Rudern, Automobil- und Radfahren, großen Spaziergängen, und daß er früh zu Bett geht — so wissen Sie damit noct) nicht viel, denn diese kleinen Gewohnheiten des Tages jilid ia nur das Gefäß, das den Inhalt seines Lebens um>chließt " Bon seiner Lügend erzählt sic, daß er nährend her Schulzeit viel auszustehen gehabt habe. „Er wird den Iesuitenpaicrit der <5djulc vpn St. Barbara, wo er aufgezogen wurde, iyre Tyrannei nietnals vergessen. Ich l-abe ihn ost sagen hören, er möchte sein Leben nicht noch einmal beginnen um den Preis dieser sieben Schuljahre. Nach seiner Meinung gibt es nur ein Berbreäien, welches niemals verziehen werden kann; es ist das, das die Freuden der -linder vergiftet nnd ihr junges Lächeln zerstört." Nachdem er bic Schule verlassen hatte, sollte er die Rechte studieren. Er ging nach Paris: aber was ihm hier vor allem zum Weiterleben not tat, n>ur überhaupt erst Mut und Entschlußfähigkeit für die Aufgaben des Daseins zu gewinnen. Er kräftigte seinen Willen: seine Träume wurden klarer und Heller. Er las viel, besuchte die Museen, und so entstand all- mählich in ihm Has Bewußtsein seines Tlchterberuss. Sem
** ReichStagSfandidatur. Auf unsere Anfeäge teilt uns Herr Professor GisevruS folgendes mit:
Die Angaben, die ich in Grünberg über die mir Mitte Juli in LangSdorr gemachte Eröffnung bei Herrn KSb- ler mitteilte, halte ich vollinhaltlich aufrecht.
•• Die Stadt verordneten wählen finden am 2 2. November, also heute in 8 Tagen, statt, nachdem der eine Einspruch wegen Nichtaufnahme in die Wählerliste, der erhoben worden war, wieder zurückgezogen worben ist. — Gestern abend nahm der Verein der fortschrittlichen Volkspartei in einer gut besuchten Hauptversammlung Stellung gii der Stadtverordnetenwahl. Nach längerer Besprechung billigte die Versammlung gegen 6 Stimmen und bei einer Stimmenthaltung das vom Vorstand mit der sozialdemokratischen Partei getroffene Abkommen unb die vom Vorstand bei den Wahlvorbereitungen eingenommene Haltung, grundsätzlich feine politische Richtung, feinen Stand unb keine Stadtgegend auSzuschließen. Ter fortschrittliche und der sozialdemokratische Waalzettel werden die Namen der vier auSscheldenden fortschrittlichen Stadtverordneten (Fabrikant Herrn. Eichenauer, Spenglermeister K. A. Jaber, Justizrat Wilh. Grünewald und Architekt Ludw. Huhn), vier sozialdemokratische Kandidaten (den seith. Stadtverordneten Lagerbaltec Karl Crbig, den Kontrolleur bei der Ortskrankenkasse Gg. Beckmann, Privatbeamten Franz Schnell und Redakteur Friede. VetterS), zwei weitere fortschrittliche Kandidaten (Rentner Mar Friedberger und Prof. Otto Urstadt) und zwei weitere Kandidaten enthalten, deren Parteistellung nicht bekannt ist (Landgerichtsrat Eduard Holzapfel unb Professor Dr. Robert Sommer). Der fortschrittliche Zettel enthält außerdem den Namen dcS ausscheidenden national- liberalen Stadtverordneten Kommerzienrat Ludiv. Em meliuS. während der sozialdeiuokratische Zettel nur die anderen zwölf Namen enthält.
** Vom 18. Armeekorps. Zahlmeister Menger wurde der 2. Ableitung deS 2. hessischen Feldartillerie- Regiments Nr. 6J, zugeteilt.
** Der Männer-Turnverein veranstaltete am Sonntag einen Ausflug nach dem Philosophenwald, der außerordentlich gut besucht war. Aaum vermochte der große Saal die Teilnehmer alle zu fassen. Die .Stimmung war vorzüglich unb eS wurde auch recyt unterhaltendes geboten. Der zweite Sprecher Schwarz hielt cm die Anwesenden eine kernige Ansprache. Gesang und Musilvorträge wechselten mit Couplets ab. Mit ersterem erfreuten die Turner Nennstiel und Weis, während die Turner Heß, Dechert und Langer mit gelungenen Couplets Lachsalven errangen. Herr Ionas spielte die Fantasie über ,/D schöne Zeit" von Pvppe, für Fiöte^Solo und Herr Kissel eine Romanze von Swcndsen, für Violin-Solo, beide Herren ernteten stürmischen Dank. Die Musik unter des Klavierlehrers Gutjahr Leitung ist besonders lobend zu erwähnen, sie war vorzüglich und unermüdlich. Munter tanzte daraus die Jugend, und Mitternacht war vorüber, als die Letzten den heimatlichen Penaten zusteuerten.
** Die Gießener sreiw. Feuerwehr feierte am Samstag in der Turnhalle ihr 55jähriges Stiftungsfest, das sehr gut besucht und dessen Programm sehr unterhaltend war. Brandmeister Dickorä und Obmann Neuling, die schon über 30 Jahre der Wehr angehören und heute noch im Tienste sind, wurden zu Ehrenmitglieder ernannt. Die Kameraden H. Gleißener und K. Neuling II. erhielten von der Stadt das Diplom für 15jährige Dienstzeit. Tie Auszeichnung für 10- und 20- jäyrige Dienstzeit erhielten H. 5lad), C. Guntrum, W. Mohr, W. Noll II., W. Riest, L. Stiehl, A. Bourgeois, I. Dickorö, F. Bud)berger, G. Kraus und N. Rödiger.
**Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Holzhausen, Jürstentum Lippe.
Landkreis Gießen.
= Rödgen, 14. Nov. heute trug man den nach langem schweren Leiden verstorbenen Gemcindeemnchmer Christian Keßler zu Grabe. Tie große Ad)tung und Be- liebtyeit kam in der großen Beteiligung an der Beerdigung aus allen Kreisen der Bevölkerung deutlich zum Ausdruck. Pfarrer Groth würdigte in seiner Trauerrede die gewissenhafte und hingebcnde Amtsführung Keßlers, der ein Vierteljahrhundert hindurch das Amt dcS Genieinderechners und die Stelle des staatlichen Untererhebers seit Einführung dieses Amtes versah. Bürgermeister Stein ehrte des Entschlafeneii Lcrdisnste um unsere Gemeinde durch Niedcrlegung eines Kranzes.
Übrige- Leben ist die Geschichte seiner Werke. „Was ist bie innerste Natur von Maeterlincks Wesenheit", fragt Mme. Georgette, und sie antwortet: „Es ist Nadrdcuken über sich selbst^ Er arbeitet wenig, wenn wir unter Arbeit nur die des Schaffeiis verstehen, denn er würbe es für kurdisch hallen, zu lange über feimw Aufgabe zu zaudern. Wenn man jähig ist, dem Wesen Maeterlincks Scliritt für 'ödjritt zu folgen, so erhält man eine Enthüllung über bie außerordentliche Rolle, bic das Unbewußte in unserem Geiste spielt. Sein Werk ist nicht nur daS Resultat einer intellektuellen Absicht: es wird ausgestrahlt von einer Macht, bic in einer beständigen Bewegung ist, immer wachsam, bic^ ihm uubekannl, außer iljm wirkt unb ihm mit msnschlicher stimme die tiefsinnigsten Betrachtungen zu diktieren febeint, die er über den Anteil geschrieben hat^dcn da- Unbewußte an unseren O)cban(en bat." lieber bie philosophische Entwicklung, bie sich in Maeterlincks Werken suchet, sagt feine Gattin: „Wenn wir in feinen frühesten Dramen feine Helden mitterdslos blinden Gewalten unterworfen fehcn, unheilbar zermalmt unter der Last ihrer Leideii, wenn das Uiiuefaiuue bie Form pes Todes annimmt, wenn wir in den Tiefen dieser Düsternis tue Idee des chrifüicl>en Gottes vermischt mit dem SchicksalSgedaiiken der Alien crtcnnai, so hat in der späteren Periode seines Schafßms der Tiä)ter die peiuvolle Ungewißheit nicht durch trügerische Gewißheiten ersetzt. Er bat erkannt, wie er uns ohne Falschheit aus den Pfad der Heiterkeit fuhren kann, uns Hosßrung geben ohne leere Versprechungen Er hat erkannt, wie er durch das einfache Schauen des LebcnS, Wie es ist, uns Zuversicht darin einflößt, Schonyciten suchet nn Niedrigsten, Freuden unier den (jkiuciiCn, Adel unter den Millelinatzigsten. Auf luftiger Höhe hat er einen Tempel der Sächnheil, der Liebe und Wahrheu gebaut. Shine Pforte verbietet den Eintritt, feine Gottheit des Tages Hal yier ihren Wohnsitz."
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissen schäft. Aus Darmstadt bcriduci man uns: Der Herzog von Sachsen- Kobnrg^olha verlieh dem bekannten G e i g e r o i r t u o s e n P r o- f e f f o r Willy B u r in c ft c r den Titel Geheimer Hofrat. — Tie schwedische Akademie hat den Nobelpreis für Literatur Paul Hey je zuerkamtt. — Wie aus Landau ^Iwr- gemeldet wird, ut das schloß ÜSildthuvm noch aus der Romerzeü skammeich, mit sämtlichen Lekonomicgebäuden nieder- gebrannt. Sa lon Wilbiynim war Eigentum der AUicngcfeilichasl Hille u. Dietrich in .Schoenlinde bei Tresden,
** KrriS Büdingen.
8 Büdi«gem, 14. Rov Auf vielseitige Anregung bin soll hier rote in anderen Landstädten nn freiWilliaer. । kostenloser Samariterkursus für Tarnen durch den | praktischen Arzt Tr Brettel obgehalten werden. In idm ( erhalten die Teilnehmerinnen Anleirung in der Krankenpflege, in der Anlegung von Verbänden und ersten Hilfe- > leiftung bei Unglückssailen.
x Bindsachsen, 14 Nov. Hier Wurde der seitherige Bürgermeister Cschenbrenner einstimmig ; wiedergewählt.
Kreis Lauterbach.
n. Schlip, 14. Nov. Am 23. d. M. am Borabend j der Hochzeit der Gräfin Anna zu Schlitz f ndet auf Schloß Hallenburg hier eine Soiröe statt, zu der zahl- | reiche Einladungen an die Beamten- und ftergerfcbafl er- j gehen werden.
f. H e r bstei n, 14. Nov. Bei dem vor drei Jahren biet - wütenden großen Brande wurde auch unser altes ehrwür-- » digeS Rat-undStadtwirt-hau-! im< I
men An dessen Stelle ist nun wieder ein neue-, dem alten ■ Zweck entsprechende- Gebäude errichtet worben, daS in den ; nächsten Tagen vollendet wird und seinen Bestimmungen i übergeben werden soll. Der Bau wurde unter der Ober- s leitung deS Großh. Ministeriums nad) den Plänen de- Regierungsbaumeister- Zang au5 Darmstadt, dem auch die i Bauleitung übertragen war, angeführt Im unteren : Stock ist die eine Hälfte für die Bürgermeisterei bestimmt, währetid in der anderen die Lokale de- Stadtwirtshauses \ und ein Laden für Meygereibetrieb vorgesehen sind. Tie | Bürgermeisterei umfaßt außer dem Zimmer des Bürger- ; meister- eine Schreibstube, Sitzungssaal, Trau- und Barte- ] znnmer. Im oberen Stock sind auf der einen Seite xrod ! Dehnungen für verheiratete Lehrer, auf der anderen Seite die des Wirte-. 2ll- Nebengebäude wurden noch ein Schlachthaus und Stallgebäude errichtet. Tas StadtwiNs« Haus mit Metzaereieinrichtung soll am 22. d MtS. öfientlidj verpachtet werden.
Kreis Schotten.
O Laubach, 14. Nov Gestern abend hielt vor einet sehr gut besuchten Versammlung deS Evang. Bundes Pfarrer D e i t b r e ch t aus Wimpfen im Saale des „Solm- ser Hof" einen Vortrag über „Luther in seiner Familie^. ES schlossen sich daran mehrere Gesänge deS Kirdiengefang- vereins und Deklamationen von Schulkindern der ooeren Klassen der Volksschule. Pfarrer Dolp, der die Versammlung leitete, sprach dem Redner den Tank der «n« wesenden aus.
Kreis Friedberg.
— Bad-Nauheim, 14. Nov. Tem Lehrer August Wagner in Dad-Nauheim wurde von dem Kaiser von Rußland die Große silberne Medaille für Eifer am Bande deS Wladimirorden- verliehen.
-nd. Torheim, 13. 9iov. Bon dem Verein ehemaliger Angehöriger de- Infanterie-Regiment- Kaiser Wilhelm hatten sich heute nachmittag hier zur Hauptversammlung so viele Kameraden eingefun^ den, daß der geräumige, schön geschmückte Saalbau voll besetzt war. AuS etwa 45 Orten zu beiden Seiten der Wetterauer Eisenbahnen waren die Mitglieder gruppenweise erschienen und Einzelne hatten sich auch aus ferner gelegenen Gemeinden eingestellt. Der Verein zahlt jetzt etwa 900 Mitglieder. Die Torheimer Ortsgruppe und der , Präsident Apotheker Hempel führten die Eintresfendew von der Bahnstation zum Versammlungslokal. Daselbst herrschte bald eine ausgezeichnete Stimmung. Tie Bühne war von Mitgliedern der Haperte des Gießener Regimentbesetzt, die lebyasten Beifall fand. Kamerad Faber-Tor- heim begrüßte die Versammlung und brad)te ein dreifache- Hurra auf den Ches des Regiment-, Kaiser Wilhelm rt., aus. Der Präsident, Herr Hempel, begrüßte bic drei da- Fest besuchenden aktiven Offiziere deS Regiments im Namen aller Kameraden, worauf Major HooS der Derfamm- lung den Gruß des Regiments und besonder- den bei Obersten v. Müller übermittelte. Danach hielt Herr Hempel eine längere Ansprache, die er mit einem Hoch auf : ben Landesherrn einleitete.
Starkenburg unb Rheinhessen.
R. B. Darmstadt, 14. Nov. Der Abschied bet russischen Kaiserfamilie auS Hessen erfolgte heu« nachmittag 3 Uhr 55 Min. Schon lange vor der Abfahrtszeit wurden hunderte von Gepäckstücken aller Art auf dem i Bahnsteig niedergelegt, und -ahlreidie frcmNänbifdye Oe- statten fanden sich ein. Um »,4 Uhr traf der rufjifche Hof- ] -ug aus Darmstadt auf Station Egelsbach ein, m dem j alSbald das gesamte rufsifche Hofpersonal Platz nahm. Tann kamen um ^4 Uhr zuerst bie vier Großfürstinnen nur dem Thronfolger und den beiden hesfischen Prinzen, und darnach die Zarin mit der Großherzogin und PrinzefsiiH Heinrick), der Zar, der Großhcrzog und Prinz Heinrick' in Automobiler! aus WolsSgartcn an. Zum Empfang hatten i fid) u a. der russische Gesandte, Baron von Hitorrmg^ Hosmarjchall Freiherr v. Ungern-Sternderg, Generaladju, i tant General Hahn, Flügeladjmant Frhr. v. Mafsenbach. i Geh Habinettsrat Röml-etd, Krecsrat Plochmann u. a. ein- gefunden. Tre Berabjchiedung erfolgte im Fürstenzimmer, - wo sich die Zarin nach inniger Umarmung und Hü(|en vom Großherzog, der Großherzogin und Prinzesfin Heinrich i trennte. Ais die Zarin auf dem Bahnsteig erfchien, überreichte ihr der Nea -Kommandeur des Leu)g.-Trag.-RegtS. ? Nr. 24, Oberst v. Jlfemann, einen großeri Strauß frischet Maiblumen, woraus die Kaiserin af.cn Naherstehenden bi< Hand zum Abschied reichte. Tann bestieg zuerst sie ben Salonwagen, und als dabei das Publicum lebhafte Hachrujs - auSbrachtc, bantte sie durch Äopincigen. Ihr folgte rasch : der Zar, der noch einmal den Grogyerzog umarmte, der kleine Thronfolger und die vier GroiZsurftinnen. Als sich gleich darnach der von zwei Lokomotiven geführte Hofzug in Bewegung setzte und die letzten Abschiedsgruße zugewintt wurden, ertuniCTtjDon neuem Hochrufe der Vorstehenden, wie l des weit in der Straße versammelten Pub.itums. 'Jiaäjben? ! der Zug in der Ferne nicht mehr sichtbar war, begaben «ich -bic sürstlichen Herrschaften nach Wolssgarteu zurück.
w. Darmstadt, 14. Nov. Der Kaiser von Rußland verlieh dem Siaatsminister Tr. Ewald den Weiten Adlerordcn, dem Finanzminister Dr. Braun und dem Minister deS Innern v. H o m b e r g I zu Bach den Sk. Annen- orden. Auch der Vorstand und zai-lreiche Beamte der PO- ttzei erhielten OrdenSauSzeichnunaen.
Darmstadt, 14. Nov. Ter Zar, der Großherzog von He,,cn und Prinz Heinrich von Preußen ließen sich gestern im^H o f t h c a te r künstlerische Szenen vorführen, die naa) der „Franks. Ztg." von „lebenden" Alabaster-Figuren aut eine: von dem Berliner Optiker Mcßtcr tonfmener Mlmatur-Bühne dargestellt würben.
ch Bingen, 14, 9iov. Der Stadtverordnete Karl Ludw. Bretz, der seit langen Jahren der Stadtverordnetenversammlung angehörte und. erst bei bei Neuwahl am 10. November wieder-


