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ihnen angezogen unb gezwungen, um die Sonne herumzulaufen. Ist ferne Bewegung so kräftig, daß er sich dem anziehenden Einfluß der Lonne wieder entziehen kann, dann läuft er, nachdem er die Lonne umkreist hat, auf der anderen Seite in einer parabolischen ober hyperbolischen Bahn weiter und wieder in den unendlichen Weltenraum zurück. Ist die anziehende Wirkung der Sonne auf ihn sehr stark, so wird er von ihr eingefangen und gezwungen, in einer geschlossenen elliptischen Bahn um sie herum-
Rcchtsanwalts Scriba in Bad-Nauheim eine Versammlung der vereinigten Liberalen statt, wo der gemeinsame Kandidat Prof, van (Salier sprach. Er führte
Wie das „Wkrinzer Journal" mitteilt, wird zwecks Stellungnahme zur Kandidatenfrage im Wahlkreise Friedberg-Büdingen das Bezirks lomitee der Z en tr um s - lartei, verstärkt durch den Landesausschuß, am kommen- >en Donnerstag in Friedberg zusammcntreten._________
Die Kometen und ihre Erforschung.
Von F. Markert, IL
Sehr wichtig ist die Messting der Entfernung der Kometen. Vielfach wird angenommen, die von den Astronomen angegebenen Entfernungen des Moinetcn von der Sonne und von der Erde oder die Angaben der Schweiflängen in Millioiren Kilometer könnten dock) wohl nur am Schätzungen beruhen, denen irgend welche (Genauigkeit und Zuverlässigkeit nicht beizumessen scr. Demgegenüber muß betoni werden, daß sich die Lntfernuugs- angaben auf Messungen gründen. Sie werden nach einem Grundsatz durchgeführt, der auch auf der Erde von Geometern und Landmessern angewandt wird, wenn es sich um die Entfer- ilung-messungen in einem unzugänglichen Gelände handelt. Darauf und aus andere Möglichkeiten der Entfernungsbestimmung will ich nicht weiter eingehen. Tie Lauptsache ist, daß die Astronomen solche Messungen ausführen können und daß daher ihre Enl- feriinngeaugaben einiges Vertrauen verdienen.
Von der gröfiten Bedeutung für die Erforschung der Himmels- lörpcr und ganz besonders der Kometen ist die Spektralanalyse. Sie gestattet uns auch etwas näheres über ihre chemische Beschossen heil zu erfahren, d. h. über die Stoffe, die die Himmelskörper zusammensetzen. t _ ...
Es ist wohl allgemein bekannt, datz Sonnenlicht, das in einem schmalen Streifen auf ein dreiseitiges Glas Prisma fällt, in feine .Bestandteile, b. h. in die sieben Farben des Regenbogens, zettegt wird. Das entstehende Farbenband nennt man Spektrum. Tas gleiche geschieht mit dem Licht aller glühenden festen und flüssigen Mörpcr. Ganz anders verhält sich das Licht, das von glühenden Gasen ober Dämpfen ausgeht. Wird es durch ein Glasprisma zerlegt, so ficht man kein geschloffenes Farbenband, sondern nur einzelne scharf begrenzte farbige Linien, die genau an der Stelle liegen, wo sie im Sonnenlichtspektrum ihrer Farbe nach hin gehören würden.
Ihre Lage im Verhältnis zum SonnQtspektrum ist so scharf und genau bestimmt, daß man sie auf Bruchteile r»n Mm. genau messen kann. Man ist daher imstande, an der Art und Lage dieser Linien zu erkennen, welche Stoffe in der untersuchten Lichtquelle, sog. Spek 1 ralauolnse, z. B. einem Kometen, sich im glühenden Gaszustand befinden.
'Daraus tonnen wir auch weitere Schlüsse ziehen auf den Wärmozustand, in dem sich der betr. Himmelskörper befinden !muß.
Die Messungen sind auch hier dadurch sehr verfeinert worden, baß man das Spektrum photographiert.
Aus Grund der so gewonnenen Beobachtungen und Messungen macht man sich von den an nieten z. Z. folgende Vorstellungen:
Die Kometen sind Anhäufungen von kleinen festen Körpern, ;[og. Meteoriten, die sich in großer Menge im Weltenraum vor- sfiiden. .Kommt ein solcher Meteoritenhaufen auf feiner Bahn
iGanz besondere Schwierigkeiten macht die Erklärung der Entstehung des Kometenschweifs und vor allem die merkwürdige Tatsache, daß er stets von der Sonne abgewandt ist.
Man hat darüber mehrere verschiedene Theorien aufgestellt, von denen ich hier nur Die drei wichtigsten kurz erwähnen will.
Die älteste dieser Drei Theorien könnte man die der elektri - chen Abstoßung nennen. Sie nimmt an, daß der Kometen- chweif dadurch entsteht, daß die durch die starke Erhitzung und Vcr- lamysung eines Teils der Meteoriten im Kometen entstchenden Dämpfe und Gase durch eine von Der Sonne ausgeübte ''Hb' stoßungskrafi. nach der ihr entgegengesetzten Richtung wegge- tricben werden und dabei leuchten.
Seitdem man weiß, daß die Sonne eine mächtige Elektrizitätsquelle ist und oft sehr starke elektrische Wirkungen auf die Erde auszuüben vermag, nimmt man an, daß es sich um elektrische Abstoßung gleidmanüg elektrisch geladener Teilchen handelt. Auch das Leuchten erklärt man aus elektrischen Entladungserscheinungen.
Dadurch, daß Der russische Astronom Bredichin diese Theorie mit gutem Erfolg zur Erklärung der verschiedenen Formen der Kometenschweife benutzen konnte, fand sie bis vor kurzem allgemein Anklang.
Eine zweite Theorie ist die des Strahlungsdrucks. Sie stammt von dem berühmten schwedischen Naturforscher Sv ante Arrhenms.
Daß Wärmestrahlen einen Druck auszuüben vermögen, war zuerst von Maxwell, Dem berühmten Begründer der elektrischen Lichttheorie, gezeigt worden und wurde spater auch für alle anderen Arten von Strahlen (Lichtstrahlen, clektr. Strahlen) bestätigt. Zunächst war dieser Druck nur theoretisch gefolgert worden. Nach der Einführung verbesserter und außerordentlich verfeinerter Methoden konnte er später auch gemessen werden.
Ärrhenius wandte diesen Ltrahlungsdruck auf die Himmelskörper an und versuchte insbesondere auch die Entstellung des Kometenschweifes zu erklären. Er wies nach, daß Der1 von der Sonne ausgeübte Strahlungsdruck bei einer bestimmten Größe der durch .stondensation aus den Dämpfen des Kometenkerns entstandenen Gaströpfchen größer sein muß als die von Der Sonne auf biefe Teilchen ausgeübte Anziehung. Die Tröpfchen müssen dann in einer von der Sonne ausgehenden Richtung abgestoßeu werten.
Für die Erklärung .des AeuMens tzes Schweres behvH Sfcjsa.
zulaufen. „ t
Er wird sich dann in regelmäßigen von der Lange lemcr Bahn und seiner Geschwindigkeit abhängenden Zwischenräumen in Sonnennähe befinden. ,
In Der riesigen Kälte des Weltenraums von — 273° C. ist der Meteoritenhause zu einem kleinen Klumpen fest zusammen- gefroren und nicht leuchtend. Kommt er in die Nähe der Sonne, so findet zunächst eine Auflockerung des Meteoritenhaufens statt und bann wird er leuchtend dadurch, daß er das auf ihn fallende Sonnenlicht zurückwirft. Er erscheint bann als nicht scharf begrenzte Ncbelmasse. Biele solcher Meteoritenhausen zeigen sich nur in dieser Form im Fernrohr und verschwinden dann wieder; cs sind das Die sog. teleskopischen Kometen, die der Sonne nicht genügenb nahe kommen, um die folgenden Erscheinungen zu zeigen.
Findet eine stärkere Annäherung an die Sonne statt, so dehnt sich der Meteoritenhausen durch die Sonuenwarme und dadurch, daß infolge ihrer Einwirkung die einzelnen Meteoriten darin glühend werden und endlich verdampfen, zu gewaltiger große aus, Die Die Größe der Erde oft weit ülvfrifft. Seine Dichte wird, Da Die kleine Masse auf einen so ung euer großen Raum verteilt wirD, außerordentlich gering und beträgt oft nur Vioooo der Erddichte. t m ,
Im Zusammenhang mit der Verdampfung der Meteorite bilden sich ein oder mehrere Schweife, die durch noch nicht genügend bekannte Wirkungen Der Sonne nach Der ihr entgegengesetzten Seite gerichtet sind. Die Spektralanalyse läßt letzt erkennen, daß der Kern aus denselben Stoffen zusammengesetzt ist wie die Erde. Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenwasserstoffe, später Natrium und endlich Eisen lassen sich in ihm erkennen.
So entsteht aus dem Meteoritenhausen die Form des cngent- lichen Kometen, in Dem die nicht verdampfte Meteoritenmasse den Kern, Die ausströmenden Dampfe und Gase die Hülle bilden, die in einen mehr ober weniger Hellen und langen Schweif ausläuft.
Hat Der Komet seine Sonnennähe, sein Perihel, durchlaufen, so steigern sich infolge der Nachwirkung diese Erscheinungen noch kurze Zeit, bann aber, mit zunehmender Entfernung von der Sonne, nehmen sie wieder ab. Die eben erwähnten Veränderungen bei der Annäherung treten jetzt in umgekehrter Reihenfolge ein. Tie Wärmewirkungen der Sonne werden mit zunehmender Entfernung geringer, Die Verdampfung der Meteoriten wird immer schwächer und hört zuletzt ganz auf. Der Schweif wird kürzer und verschwindet allmählich. Dann hört auch das
welche der Kandidat in liberalem Sinne beantwortete. Justtzrat Windecker-Friedberg gedachte der Angriffe, welche er persönlich sowie durch die agrarische Presse er- dulden mußte. Generalsekretär Brett Haupt gedachte des verstorbenen Grasen Oriola, wenn er mich geirrt habe, so müsse man doch seiner gedenken. Hierauf sch kotz der Dorschendc mit einem Hoch aus den Kaiser und Großherzog die Versammlung.
etwa folgendes aus:
Als der Vorstand des Wahlkreises Frtedberg-Budingen mir die Wahl angctragen hatte, da war ich im Zweifel, ob ich den Antrag annehmen sollte, denn es fällt schwer, frühereFreunde,wennsieauchheuteGegner sind, Ku bekämpfen. Es wird behauptet, ich stehe weit links, aber das ist nebensächlich, ich schaue nicht links, ich schaue nicht rechts, ich vertrete meine Partei, und damit, soweit es in meinen Kräften steht, alle Stände. Ick trete nicht neu ins politische Leben hinein, denn ich stehe in meiner Heimat schon lange Jahre im politischen Leben drin. Ich bin Gelehrter, und zwar Strasrechtslehrer, und wenn es in der Rechtspflege Gegensätze gibt, so gibt es Unzufriedene, und diese Unzufriedenen leiten ihre unzufriedenen Gewässer auf Mühlen, welche das Staatswohl statt fördern, untergraben. Deshalb ist es Pflicht eines jeden Deutschen, welcher es nut einem Vaterlande gut meint, dahin zu wirken, das; eine gesunde Strafrechtsreform ins Leben gerufen wird. Auch bin ich ein großer Freund des Laienrichtertums, jedoch müßten diese Laien aus dem ganzen Volk, das heißt aus allen Ständen, entnommen werden. Ich hatte eines Tages einen Mann als La-en- ridjter am Schöffengericht vorgeschlagen, und Da erwiderte mir ein Herr Kollege mit allen Zeichen des Entsetzens, aber das ist ja ein Sozialdemokrat. Ich erwiderte: das schadet ja gar nichts, denn ich kenne den Mann persönlich, ich habe die feste Ueberzeugung, daß er ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl besitzt und daß er seine Schuldigkeit tun wird, und das ist für mich die Hauptsache. Wir sind dem Ausland gegenüber Konkurrenten geworden, und Konkurrenz schuft leine Freunde, sondern Feinde. Unsere Stellung zwingt uns, ft art nach außen zu sein, das heißt em starkes Heer zu erhalten, um immer gerüstet zu fein, denn wenn du den Frieden willst, so rüste für den Krieg! Die Erhaltung unserer Kolonien zwingt uns zur Erhaltung einer starken Marine. Den Fortschritt der Kolonien verdauten wir dem hochverdienten Staatssekretär Dem- bürg. Ich bin nicht mit allem einverstanden, was dieser Mann getan hat, aber, der Wahrheit die Ehre, seine Kolonialpoliiik steht einzig da. Wäre die Erbf chasts- steuer für das Reich angenommen worden, so wäre die politische Zerrissenheit unseres Vaterlandes unmöglich geworden. Wenn wir heute gegen den B. d. L. an kämpf en, so bedeutet das feinen Kamps gegen die Landwirtschaft. Wir müssen eintreten sür das Wohl und die Interessen der Landwirtschaft, soweit es nur irgend möglich ist, und wieweil ist es möglich? —, soweit, als die Interessen anderer Stände nicht gefährdet werden. Ick stehe im polnischen Gegensatz zur Sozialdemotratie, jedoch werde ich Forderungen von dieser Seite, welche ich für gerecht halte, vertreten. Die Kirche soll sich nicht in Angelegenheiten des Staates mischen und umgekehrt.
Großer Beifall wurde dem Redner zuteil. In der Aussprache sprach Dr. Brücher- Bad-Nauheim von der fort- schrittl. Volkspartei und gab seiner Freude Ausdruck über die liberale Einigung. Handelskammer-Syndikus und Notar Stahl-Bad-Nauheim ^stellte mehrere Fragen Hande l s P o li tis ch er Art, sowie über das Kartetlwesen,
velagerungrManü in Argentinien.
Buenos Aires, 15. Mai. Da die Anarchisten beschlossen haben, bei Gelegenheit der Hunder t j ahr- ei er einen revolutionären allgemeinen Ausland in Szene zu setzen, hat die Regierung unter Zu- timmung von Kammer und Senat unverzüglich über die ganze Republik den Belagerungszustand aus unbestimmte Dauer verhängt.
Eine Anzahl Studenten drang tn tue Geschäftsräume eines hiesigen anarchistischen und ctncd ebenfalls tycter- cheinenden sozialdemokratischen Blattes, zerstörte die Via- chinen und richtete auch sonstige Beschädigungen am Nach ihrem Zersiörungswerk setzten die Studenten ihre Kundgebungen fort. Bor dem Hause der sozialistischen Syndikate und an anderen Punkten der Stadt kam es zu Krawallen, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Die Studenten durchziehen die Straßen unter Absingen der argentinischen Hymne._____
Gewitter und Ueberschwemmungcn in Berlin.
Berlin, 16. Mai. Heute abend gingen in den westlichen Vororten starke, mit wölken bruchartigem Regen verbundene Gewitter nieder. Vielfach waren die Straßen längere Zeit überschwemmt, so daß der Verkehr unterbrochen wurde.
Durch den Regen wurde abends der Bahndamm bei der Station Eich kamp-.Grünewald unterwaschen, so daß größere Verkehrsstörungen eintraten. Auf der Station Grünewald selbst spielten sich aufregende Szenenab, da die Bahnhofsräume die nach vielen Tausenden zählenden, Schutz vor dem Regen suchenden Ausflügler nicht aufzunehmen vermochten. Vielfach sielen Frauen in Ohnmacht und Kramp fe. Kinder wurden von den Eltern getrennt.
Auch aus v erschieden en Teilen des Reiches werden schwere, durch Gewitter in den Pftngstteier tagen verursachte Schäden gemeldet, so speziell aus vielen Teilen Mittel-und Näederschlefiens, ferner aus Kassel und dem Fuldatale. Auf dem Wege von Wilhelmshühe nach Kassel wurden zwei Personen vom Blitze getroffen und lebensgefährlich verletzt. Auch in Cuxhaven wütete das Unwetter. Ein Hamburger Vergnügungsdampser ftran- dete bei dem Wetter zwischen Hamburg und Cuxhaven. Die Passagiere konnten von einem anderen Dampfer ausgenommen werden. __________________
’ Denises Reich.
Aus Trier wird gemeldet: Eine spätere Meldung berichtigt die Nachricht von der Wiederherstellung des Frie
der Sonne ober einem ber großen Planeten nahe, so wirb er von I Glühen ber Meteoriten auf; bcr Metcoritenhaufe zieht sich ins^ge U " a -■ ~ ...... Ker Abkühlung toieber zusammen, um enblich als kleines Me-
| teorilenklümpchen seinen Laus burch ben kalten Weltenraum fort- iujeßen.
Man hat bis jetzt etwa 500 größere Kometen beobachtet. Jährlich werben Durchschnittlich 5—8 neue, meist allerdings tele- stopische, durch Die Photographie ausgesunDen. Berücksichtigt man, baß wir nur bie Kometen sehen rönnen, bic zusällig unserer Sonne nahe kommen, so wirb man bie Zahl bcr in unserem Sonnensystem herumirrenben Kometen auf viele Taufende, wohl 6—8000, schätzen bürten.
Nr. 112 Erstes Blatt 160. Jahrgang , Dienstag 17.Mai1«10
*** ' BezngSpreiS:
Ter Siebener Anzeiger «mm monatlich7bPiviertel-
crscheint täglich, außer W ■ . Y ▲ jährlich Mk. 2.20; Durch
äääVJlVnvIlVl 4lll)Viyvl ..enuvrech.AnschknSe. politischen Teil: August
Sä General-Anzeiger für Gberhessen MM tiir bie TagcLnummer ^ofzttonrdnlck und Verlag der Vrühl'schen Univ. Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Vruckerei: Zchulstraße 7. Anzeigenteil: H. Beck. biS vormittags 9 Uhr. _____________——
Die Totenfeier in London.
Nachdem die deutschen Zeitungen so atlacmein dem , verstorbenen König Eduard nach leinen Verdiensten um , das britische Reictf gerecht geworden sind, bemühen sich auch Die eng fischen Blätter, Deutschland gegenüber freundschaftliche Töne anzuschlagen.
Tie Jimcs" schreiben: Von allen fremden Leidtragenden, die dem Leichenbegängnis des verstorbenen Königs beiwohnen, gebührt Kaiser Wilhe lm bcr erste Platz, ber auch in Zeiten, in depen die Be- ziclmngcn Mschcn Großbritannien und Deutschland am gespanntesten waren, niemals seine Popularität bei uns tcilorcn hat. Er gleicht darin unserem letzten König, daß er stets die Interessen seines Landes und seine Pflichten gegenüber dem Volte allen persönlichen Rücksichten voran- icßte. Die Achtung und Bewunderung, welche die Deut- jd'c11 neidlos dem Onkel zollten, werden in gleicher Weise i)cm Neffen Durd) die Engländer bewiesen. Den Kaiser begleitet sein Bruder Prinz Heinrich, der Seemann, besten Liebe zu dem Beruf, der in den Herzen der Engländer einen so hervorragenden Platz entnimmt, den unser eigener König Hai, allein schon ihm große Hochachtung in England sichern würde. , ,
London, 16. Mai. Der König und die Königin, sowie die Königin-Witwe, die Mitglieder des königlichen Hauses, die Kaiserin-Mutter von Rußland, der König und bic Königin von Dänemark und die anderen anwesenden ^ür ft lieh teilen wohnten gestern einem T r aue r g o tt e s- dienst im Thronjaalc des Buckinghampalast bei.
Wie amtlich verlautet, wird die Marine in hervorragender Weife bei der Beerdigung des Königs beteiligt fein. Tnrausfichtlick werden 100U Mann von den einzelnen Häfen an bcr Leichenfeier in London teilnehmcn, während jtd) cm großes ^tontmgent von der Marincartillerieschule nut nenn höheren Offizieren nach Windsor begibt. Hun- ri Natrosen bilden die Nianncehrenwache und nehmen ben 2arg bei seiner Ankunft in Windsor in Empfang, andere wundert fahren den Sarg auf einer Marinelafette nach der St. Georgskapelle.
Der unvermeidliche Roosevelt ist — ob als Vertreter des Präsidenten Taft? — auf seiner Rundreise nun auch m London aiigclaugl: .
London, 16. Mai Roosevelt nut Familie und Lord Tunbouolb, der im Auftrage des Königs dem früheren Präsidenten nach Oucenborough entgegengefahren ist, sind i;ier" eingetroffen. Zur Begrüßung auf devi Bahnhof hatten jtd) euigefunben: bcr amcr,ranifche BotschafterMtt ben Mitgliedern bcr Botschaft, bcr ameritanische O)eneralkonsul und zahlreiche Mitglieber bcr amerikanischen Kolonie.
Roosevelt würbe heute vormittag vom König empfangen. Er verblieb fast eine Stunde im Marlbouroughaus, besichtigte den Buckingham-Plast nut dem Botschafter Whitciaw Reib und ging durch das Zimmer, in welchem bcr Sarg mit der Leiche bes Königs ausgestellt war. Etwa 3)0 Mitglieder der englischen prutzlichcn Hauser uud des diplomatischen Korps waren der Einladung zur Be- stchtigung des Sarges gefolgt.
Die Agitation im Wahlkreis Friedberg—Büdingen.
. Bad-Nauheim, 14. Mai. Heute fand bei volb besetztem Saal im Thalyschcnhof unter dem Vorsitz des


