Ausgabe 
18.8.1910 Erstes Blatt
 
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Ausland.

5um Besuche Zallieres in -er Schweiz.

M die Franzosen nach dem Verspiele ihrer Nachbarn befrei en, ist als Alle vorg s en daß cm aus dem Volksiml en bearündetes nur hnrA ht 1 * ^uee vorgefeyen.

daß ein aus dem Volkswillen begründetes Regime nur durch die Kraft der individuellen Willen einen Wert hat und daß eine angenommene Republik nicht ein Kampfplatz sein kann "

vigungs-Formel gefunden worden und dieser erste Erfolg zieht andere imch sich. Wir wünschen, daß die heutigen Feste die rnora- liichen Verbindungen zwischen deu beiden Landern entwickeln.

,. ' Kriegerta g der Hassia findet am Sonntag

hier statt; 38 Vereine nehnren teil.

2lus Stadt und Land.

Gießen, 18. August 1910.

wandem und Reisen.

** S)er öranffurter V.H.-C. unternimmt E-onn-f tag, 21. Ang., seine 9. Vereinswanderung, die die zweite

, Vier neue Straßenanlagen, bezw. die Pläne dazu, liegen auf dem städtischen Tiefbauamt zu jedermanns Einsicht offen. ?ri r' * ~ ~

ber Mitrailleusen den bekannten dumpfen Knall der Zündnadel- geivehre, dann das laute Hurra, die Regimenter gingen vor Wie Spatzen aus einem Kornfeld, so hob sich aus allen Gräben und Furchen vor uns ein Schwarm von Franzosen, sie eilten, den Höhenrücken St. Privat-Arnanvillers zu gewinnen. Bei Er­scheinen dieses dichten Fluges Nothosen konnte man manch ver­wundertes Gesicht sehen und Rufe des Erstaunens hören, denn

vorzüglich gedeckt hatte der Feind mitten in einem Schützengraben versteckt gelegen.Ei das sei ja e ganz Mass', Herr ökorporal", meinte lehr verwundert em blraver Oberhesse.Drauf, wo es

ruSffM. Jr?;r me^?c uni) hinter der ausreißenden

Gesellschaft pfiffen unsere Abschiedsgrüße her.

s toarer1]- die französischen Schützen hinter dem Kamm der Anhohe verschwunden, so fuhr bei uns Garde-Artillerie auf um die oben liegenden Dörfer zu beschießen. Ein Batteriechef gab

uns den guten Rat, uns^zu verziehen, dem wir auch folgten, uw uns nach rechts, nach Amanvillers zu, zu sammeln; dort traf ich mit meinen Musketieren und Leutnant Kullmann und Walter' welche aus dem, was vorn 2. Regiment sich vorfand, einen Trupp von 144 Mann ausgestellt hatten, der alsSoutieu" einer Schützen­kette von 23 Jagern diente. Unterdessen war unter uns im Grunde eme Kolonne aus Mannschaften des 2. und 1 Regiments gebildet worden. Oberst v. Wittich stellte sich an die Spitze und führte sie persönlich vor bis an den Damm der Bahn. Als die Sturmkolonne hinter dem Bahndamm Halt inachte, wurde ir ?on Leutnant Walter der Auftrag erteilt, dem Oberst Kraus, welcher sich ebenfalls am Bahndamm befand, zu melden^ daß hier oben 144 Mann vom 2. Regiment gesammelt wordew lZen und als Soutreu der Jäger Verwendung gefunden hätten. Mit mmr Patrouille von 3 Mann, darunter unser tapferer Ge­freiter Becker, auf den ich mich verlassen konnte, machte ich mich aus den Weg; das zu durchschreitende flache, kahle Feld lag

lii' ödtufebeteid) und um und über uns pfiffen reichlich die Chassepot- und Mitrailleuse-Kugeln, jeder Schritt konnte unser letzter sein; daß wär vier ohne einen Schuß an­langten, ist nur heute noch ein Wunder. Ich machte meine Mel­dung, und gehorsam der militärischen Vorschrift, legte ich den angenehmen Weg wieder zurück, um die Ausführung des Auf- trags zu melden. Ich war nun aber rechtschaffen müde geworden und suchte nach einem etwas geschützien Ruheplätzchen, dabei stieß ich aus einen armen Teufel, der, durch beide Beine geschossen^ ruhig auf feinem Mantel lag. Wie freute er sich, als ich ihm ein n^nig Wasfer mit Rotwein aus mlciner Feldflasche geben konnte und ihm dabei tröstend versicherte, fein Schuß sei nicht schlimm, hoffentlich habe ich ihm die Wahrheit gesagt; dann kroch ich hinter einen Gefallenen als Deckung und schlief ganz gut, soweit es die noch immer währende Schlacht zuließ. Endlich ließ daA Feuern nach, hier und da .knatterte es noch einmal heftig, all­mählich wurde es still und dunckel, die Nacht brach herein.

Unser Trupp wurde zum Regiment geführt, welches dann am Damm hinauf etwa in unsere »alte Stellung bei Beginn der Schlacht am Bois de la Cusse gezogen wurde. Das 4. Regiment ruckte an uns vorbei auf Vorposten für die Nacht. Es sollte nrÄ Wasser geholt werden, allein ich roartete dies nicht mehr ab hieb nur ein paar Zweige im Gebüsch abl als Matratze, deckte meinen Mantel darüber und lag bald in einem Schlaf, so tief und gut wie im schönsten Bett.

Heber dem Schlachtfeld schwebte der Pulverdampf und der Rauch brennender Dörfer.

wichtig, in unserer linken Flanke schauen am Horizont über dem ^ar^C Eriche, ob Menschen, Steine oder sonst was ' ilch.nicht unterscheiden. Also einfaches Mittel zur Erforschung man schießt üuraust krabbelts, so siuds Franzosen. blriBtä nX Entfernung jedoch war zu gros;, manchmal schien es, als ob sich dort was bewege und dann wieder, als sei uur Täuschung; mit einmal kam Gott weiß woher, bas Gerücht, es ist die Garde und die Sachsen. Also sparen wir lieber unser Langblei für unsere alten vis-ä-vis als Austausch 2SL bl^S,e?OtU9rin\bie iun§ noch freigebig zusandten. DirSteine links wurden Nicht mehr beachtet, bis sie plötzlich sich zu bewegen unb zu wachsen; sie kamen über die «?obe. Ta war mehr aus den schwarzen Dingern geworden, als man vermuten konnte; Bataillone mit fliegenden Fahnen, voraus, davor ausgeschwärmte Schützen; rechts und links Kompagmekolonnen, die ebenfalls ihre Schützen- limen vor sich hatten, kurz, der rechte Flügel der

w 81I£ Sturm auf St. Privat, deutlich klang die Musik der Regimentskapellcn herüber, Tambour und Porten sich, die Schützen begannen zu feuern und vor- martö ruckte das Ganze ruhig und in Ordnung wie auf deni iLxerzierplatz.

!?luch Unter unseren Männern regte sich wieder die Lust zum Vorgehen; wir durften nicht, denn unsere dünne, durch Verttrste fchon sehr zusammengeschmolzene Schützenlinie hätte einem energi- fchen Vorstoß des Feindes unmöglich standhalten können. Warf man uns über den Haufen, dann war die linke Flanke der Garde frei bo schoßen wir denn von unserer Positton aus weiter und beob­achteten nut Spannung, was bei der Garde vorging. Je weiter

tapfere Truppe auf dem flachen Felde gegen das befestigte

Jsriöat öorriirfte, umfo unheimlicher mehrten sich die schwarzen Gestalten, die sie auf ihrem Weg zurückließ. Viele, zu viele lagen im Feld zerstreut ruhig da, das Pfeifen der Kugel, die Herz oder Hirn zerriß, haben sie nicht mehr gehört, andere wälzten sich in Ichwerem Todeskampf; zu drei, zwei oder allein suchten wieder andere sich aus dem Feuerbereich wegzuschaffen. Es waren Verwundete, bereit Zahl sich in erschreckender Weise mehrte. Wohl stürmte die Garde mit großer Tapferkeit vorwärts, wir feuerten mit erneutem Eifer auf die französische Position umsonst; die Kugeln fielen wie Erbsen aus einem Sack geschüttet in die Reihen der Soldaten. Die Schützen begannen zu wanken, sie zogen sich auf mc©outicu'/ zurück; Granaten rissen die geschlosse-

d a t a i l l o n e und Kompagnien auseinander, die Mitrailleusen orgelten und rasselten wie wahnsinnig, und da, .^a zeigten sich Gestalten, die sich aus den noch geschlossenen Massen loslösten; einzelne, dann immer mehr suchen laufend aus der Feuerlinie zu kommen. Alles stockt, wankt, die Garbe geht zurück!

war ein schlimmer Augenblick. Eine fliehende Truppe wirkt ansteckend; einzelne, nur sehr ein- ^lne von unseren Leuten begannen sich aufzurichten und machten Miene, sich zu drücken. Schlimm kam mir die Sache vor, allein, fetzt war es erst recht Pflicht, zu bleiben. Also wieder einmal drohe ich mit angeschlagenem Gewehr, jeden, der fortläuft, noch eine .Kugel mit auf den Weg zu geben.

, , Garde jedoch war indessen nicht weit zurückgegangen, man sah deutlich, rote bereits durch Offiziere überall gesammelt wurde. Bald waren wieder Bataillone und Kompagnien formiert, Schützen Wi-Dannten Dor, aus der Schützenlinie flog weißer Rauch auf und bald horten wir von links her durch all bas Höllengerafsel

Wiese, dort drängte sich alles in einem kleinen, mit hoher dichter Jpecfe umschlossenen Raum zusammen, es war unser erster Halt seit dem Uebcrgang über die Bahn. Fluchend und schimpfend stand und lag alles hinter der Hecke, vom 1. und 2. Regiment waren die Soldaten durcheinander gemischt, auch etliche Jäger darunter Mit dem Faschinenmesscr versuchte ich ein Loch in den über manns^ hohen Weißdorn zu hauen, denn schießen wollte ich nun endlich auch einmal auf die Franzosen. Wenn man die Kerle nur ein­mal zu Gesicht bekommen könnte. Bereits lagen Verwundete auf dem Gras, als ein Offizier in den Raum hereinstürmte.Heraus," rief er,wenn die Franzosen nicht durchkommen sollen!" Tie Gewehre flogen wieder auf die Schultern und unterHurrch ging es zu ber Hecke hinaus, den vor uns liegenden flachen Hügel­rücken hinan. Ein Stück weit liefen wir noch, dann ließ sich alles meder, teils in einer Furche, teils an einem Feldweg, wo eine notdürftige Deckung sich bot. Jetzt tonnte man das vor­liegende Gelände übersehen; ich war ziemlich an den äußersten Huken Flügel geraten, rechts dehnte sich eine lange, dünne Schützen- Imie bon Musketieren des 1. und 2. Regiments und Jägern bunt bu5JCo,nanbcr 111 ber Richtung nach dem Uebcrgang der Straße nach Arnanwciler über die Bahn, wo ein kleines, im Bau be­griffenes Wärterhaus stand.

Auf der Höhe am Bois de la Cusse feuerte unsere Artillerie Hnks lagen nur noch wenig Mannschaften und die weitere Aus­sicht fchlost mit dem Rand des Höhenrückens ab. Aber vor uns oder eigentlich über uns, da waren sie, die wir gesucht, die Herren Rothosen. Auf dem Kamm ber Höhe sah man den Turm von St. Privat, auf dem Höhenrücken stand französische Artillerie und unter dieser am Hang, vorzüglich eingedeckt in Schützen­graben, manchmal in 45 Etagen übereinander, lagen die feind­lichen Schützeii,, von denen höchstens der Kops sichtbar war. Aus die große Entfernung von mindestens 800 Schritte war dies Zielobjett, denn unsere Schießübungen hatten sich über 400 Schritte nie erstreckt. Hinter mir kniete ein Hauptmann vom 1. Regt, unb ein junger Vizefeldwebel.

Das Schießen war immer greulicher geworden; droben rasselte und orgelte eine Anzahl Mitrailleusen in dem ihnen eigenen un- Adlichen Ton; dazwischen brummten die Kanonen und knatterten Chassepot und Zündnadel, mit wunderbarer Geschwindigkeit über uns weg flogen Bomben, deutsche und französische Granaten.

Leuten wurde das Stilliegen langweilig und plötzlich lief die Losung der Linie entlang.-Wir gehen vor, wer geht mit? Einige verwegene Gesellen machten sich schon auf k Feldwebel Dörr von ber 5. Kompagnie erschien

unbcrn^ -V es falle alles liegen bleiben, es sei Befehl von Oberst v. Wittich. Da: rechts von uns auf der Höhe erschien ein franzöfisches Regiment in Linie.Jetzt gilts", hörte man < uttb £ort m unserer Reihe: kräftig wurde noch­mal in die Kammer gespuckt und die Patrone wurde energischer ^u..den geschwärzten Lauf gestoßen; wir erwarteten den An­griff. Aber da krachte es bei unserer Artillerie, es stöhnte unb gurgelte über uns in der Luft, mitten in dem französischen, .Regiment mhr eine Feuersäule in die Höhe, in der Steine und ^prengitücke herumwirbelten: eine zweite, dritte nnd mehr Granaten folgten. Rasch an den Kopf unserer Musketiere flog ihr Gewehr, sie wollten hinter den Kanonieren nicht zurückbleiben und btc ganze Linie entlang knatterte es munter. Nack) einigen Jnnuten roar das Regiment verschwunden, einen Angriff hat es nicht mehr gemachtHerr Korporal." fragte ein Mann,was das öa iroroe links? Der Peter sägt, es roern Franzose, ich mein, es fein >rtein, es bewegt sich gor net."

Ifch l., 17. Aug. Sämtliche Mitglieder des Kaiser­hauses sind Kur Feier des Geburtstages des Kaisers ein-, lllu getroffen. In der Villa des Kaisers fand eine Ausführung bei des von der Erzherzogin Maria Valerie verfaßten Fest-' " spie les, betitelt ,-.Huldigung der Alpenblumen", unter Mitwirkung der Kinder der Erzherzogin statt. Im Kur­th e ater wurde eine Festvorstellung veraustaltet. Tie fest­lich geschmückte Stadt war abends glänzend beleuchtet. Auf den die Stadt umgebenden Bergeshöhen loderten Freu­denfeuer auf. Ein wirkungsvolles Feuerwerk wurde abgebrannt. Eine unabsehbare Menschenmenge wogte durch die Straßen und bereitete den die Beleuchtung besichtigenden Mitgliedern des Kaiserhauses lebhafte Huldigungen.

Karlsbad, 17. Aug. Im reichgeschmückten Saale des Karlsbader Kurhauses fand heute vormittag die feier-! liche Ueberreichuug der Widmungsurkunde der Stadt-! gemeinde von Karlsbad für den im Bethovenparke gelegenen Platze des Fr a nz-Jo s e f-De n km a l s durch den Vize- bürgermeister Baier an das reichsdeutsche Komitee statt An Kaiser Franz Josef und Kaiser Wilhelm wurden Hul­digungstelegramme gesandt.

^s Paris wird gemeldet: Präsident Falliöres ift am Mittwoch vormittag zurückgekehrt

Aus Peking wird gemeldet: Tas Edikt,' das unerwartet die Großrate Schi Hsüh und Wuhuschang aus emUrn entläßt, erregte großes Aufsehen. An ihre Stelle traten P r i n z Ynhang undHsüh Schitschang, der seiner Stelle als Präsident des Verkehrsministeriums ent­hoben ist Zum Präsidenten des Verkehrsministeriums wurde T a n g s ch a v y i, der frühere Gehilfe Y u a n S ch i k a i s er- nannt. Tiefe Veränderungen bedeuten die Rückkehr zum System Vuan Schikais unb ein Eingeständnis seitens des Regenten daß die Politik der letzten anderthalb Jahre nicht erfolgreich gewesen ist.

ar-JT, ^eT neueste Friedyofsstreit. Zu dem Arttkel in Nr. 190, in dem der israelitische Friedhof in Großen-Linden berührt worden war, erhalten wir von dort fvlgende Zuschrift: Es sei bemerkt, daß die nörd- lich von Großen-Linden gelegenen Gras- und Obstgärten nicht ein Gießener, sondern ein israelitischer Friedhof der ganzen Umgegend Großen-Liudens gewesen ist. Die Gärten sind niemals ein geschlossener Friedhof und nie- mals jüdisches Eigentum gewesen, sondern die Juden haben für eine Entjchädigung der Eigentümer ihre Toten in den Garten beerdigt. Der Versuch,Dickwurz" dort zu pflanzen ift noch niemals gemacht worden. Hätten die Israeliten die Gärten als Eigentum erworben, so wären diese, wie auch das in neuerer Zeit angekaufte und zum Friedhof benutzte Gelände israelitisches Eigentum.

** u n f a.l l- Der Taglöhner N. von Heuchelheim geriet gestern vormittag am Lindenplatz vor einen in Fahrt be­findlichen Wag>en der elektrischen Straßenbahn und erlitt einen Armbruch, sowie Hautabschürfungen am Kopf. Er wurde iu die Klinik gebracht. Den Wagenführer soll keine Schuld treffen.

blaues Wunder. Herr Metzgermeister Moses Keßler hat unL zur Bereicherung unseres Raritätenkabi^ netts ein Naturivunder überbringen lassen: zwei blaue Bohnenhülsen, die an einem Stock mit im übrigen grünen Fruckten gehangen hatten. Uns ist es weiter nichts Ueberrafchendes, daß auf einem Schlachrfelde blaue Bohnen gesunden wurdeu. '

= Großen.Linden, 18. Aug. Bei der am 17. Aug. stattgefundenen Gemeinderatswahl wurden die au§. scheidenden Mitglieder Johs. Volk I., Ludw. Hardt und Phil. Pirr IV. auf weitere 9 Jahre einstimmig wiedergewählt.

§ Ruppertenrod, 17. Aug. Bei der heute hier ftattgefundenen Wahl des Beigeordneten wurde der seitherige Beigeordnete Kaufmann Adam Reiber von 109 Abstlmmenden mit 104 Stimmen wiedergewählt. Damit ist der Beigeordnete Reiber zum fünften Mal gewählt worden.

L. Bad - Nauheim, 17. Aug. Die prachtvollen fürstlichen Bade räume (Fürstenzellen) sind fertiggestellt.

:1. Siriamen, 17. Aug. Ein Blitzschlag traf die Hofreite bcS Landwirtes Döring und äscherte sie mit Geräten und Maschinen vollständig ein, das Vieh wurde gerettet.

a. Worms, 18. Aug. Für die hiesige Stadt ist ein Großmarkt für Kartoffeln, Obst, Gurken und Gemüse aller Art neu eingerichtet worden. Auf den Groß- markt, der sich vorläufig auf dem Marktplatz vor dem Cor- nelianum befindet, wird zugelaffen, wer ausbringt: Kar­toffeln: mehr als 5 Zentner; Gurken: große, mehr als 1000 Stück, kleine, mehr als 500 Stück; Obst: sortiert, mehr als je 1 Zentner; Gemüse: mehr als je 50 Häupter einer Art. Fuhrwerke können bespannt auffahren.

)( M a r b u r g, 17. Aug. Ein Plan, der für die weitere Entwickelung Marburgs von großer Bedeutung ist, beschäf­tigte die gestrige St a d t v e r o r d n e t e n s itz un g. Es handelt sich um die Re g^ulieru n g d e r La h n innerhalb des Stadtbezirks, ohne die eine Anschließung der Vorstadt Weidenhausen an die Kanalisation und die Erschließung neuen Baugeländes im Osten und Süden der Stadt an der Lahn nicht möglich ift. Dem Antrag, einen Plan aus- arberten zu lassen, wurde zu gestimmt. Ferner be- chloß man, das historische Spiel werk an der Ra.t- h a u s u h r mit einem Kv.stenaufwand von 1600 Mark wieder Herstellen zu lassen.

xBiedenkops,17. Aug. JnBickelbachbrannte das ^Gehöft des Landwirbs Kaiser nieder. Durch eine ein» kürzende Wand wurden zwei Feuerwehrleute verletzt.

Der 80. Geburtstag des Kaisers Zranz Zosef. i und Flotte.

n- .Der ,,Reichsanzeiger" schreLr in seinem nichtanrtlickien Zwei Torpedoboote oeiunken.

Teil:Kaiser Franz Josef vollendet am Donnerstag fein ftipT 17 gritzmit ( k k ,

80. Lebensjahr. Wie ihm an diesem Ehrentage seine Völker I ,, s ' _ ' $eutc wurde in der Kieler

in dankbarer Liebe entg egens ubeln, so wenden sich a,uch in I ^as Torpedoboot8 32" von dem Torpedo- Deutschland die Herzen dem erlauchten Monarchen zu, in b 0 0 t8 7 6" an ger ann t. B eid e Boo te sind während dem wir den väterlichen Freund unseres Kaisers, den treuen der Bergungsversuche gesunken Die Besatzunaen wur-

«1» bild fürstlicher Pflichterfüllung verehren. Mit ungezählten ^uder8 <6 wird zur Zeit als Depeschenboot beim Millionen, die morgen - Kaiser Franz Josef ihre Hul- Geschwader verwendet.

digungen darbringen, vereinigen wir uns in dem Wunsche, *

daß seine Weisheit noch lange über den Geschickeii der be- Berlin, 17. August. Das Militärwochenblatt meldet- freundeten und verbündeten habsburgischen Monarchie wal- Prinz Oskar wurde ab 1. Oktober 1910 auf ein Jam ten möge." pur Dienstleistung beim Kürassier-Regiment Königin (pom-

Bad Ischl, 17. Aug. Anläßlich des morgigen 80. Ge-!^brsches) Nr. 2 kommandiert.

burtstages des Kaisers Franz Josef ift Ischl reich beflaggt ~ ~ ~~ ~

und prachtvoll dekoriert. Heute vormittag wurde auf dem Veutycpes llcidh

Serne&men nach ist für dm Posten eines Kaiserlichen cf-Kreuz feierlich erngewerht. In G c s a ndt e n , n C ar a c a s der bisherige Gesandte in Bang- allen Straßen herrscht lebhafte Bewegung, jeder Zug bringt kok, von Pr oll ins, und zu dessen Nachfolger in Bangkok neue Festgaste. Im Laufe des Tages sind zahlreiche Mit- der bisherige Gesandte in Bogota, Freiherr von der Goltz, glieder der kaiserlichen Familie anqelanqt. Itn Aussicht genommen.

-----Nordd. Allg. Ztg." schreibt zu dem Tode des Präsi­denten von Chile, Montt: Der verstorbene Staats­mann roar dem Deutschen Reiche freundlich gesinnt und stand bei uns in hohem Anseheii. Wir haben die Kunde von seinem iahen Hmfcheiden mit aufrichtiger Trauer vernommen und drücken der Republik Chile zu dem Verlust ihres Staatsoberhauptes uiifere freundschaftliche Teilnahme aus.

O Paris, 17. August.

Zur Schweizer Reife des Präsidenten der Republik

Wfc&SftJM*»<«>»»» »M» « i» L-rrib..s..lg*

Die Bedingungen ihrer internationalen Existenz selbst vcr- Neustadt und Ktrchstraße herstellt. Sie

pflichten die Schweiz, mit allen ihren Nachbarn korrekte Be- l,t y JJ<eleu breit nnt einer Breite der Fahrbahn von 5^ Meter Ziehungen zu erhalten, die auch möglichst kordial sein müssen, gedacht. Weiter ist ausgelegt die große Mühlgasse" eben» fer fte 9ar nicht die Rede davon sein, sich mit irgend falls in einer Breite von 9 Meter. Ferner lieat ein Mon 5F Si ÄftÄÄäÄj«» w***. m « ... ÄSIS.S nhre materiellen Interessen mit denen der Länder in Einklang dcMen Straßenzuges un Osten der Stadt von der g^iefen- brmgen deren Grenzen an die ihrigen stoßen. Dieser Ein klänge 'traße bis an den Weg zum Philosophenwald. Der Man ist besonders notwendig wegen der geographischen Lage der Schweiz, sieht einseitige Bebauung vor sodaß die Seite nnA Schweiz' N die HaiÄelspolitik^grnd",''^mi'''un/'^^^ Ausdruckes ! D'« Breite der Straße ist auf 16 Meter

^rcs Prafidenten zu bedienen, die Frage der Eiscnbahn-Bezieh- cmec 9 breiten Fahrbahn vorgesehen, wobei noch nationale Probleme, die sie bisher glück- entlang der zukünftigen Häuserreihe 8 Meter Vorgarten frei. ^H.^^ost hat. Mit Frankreich hat sie sich manchmal im Konflikt bleiben. Die letzte Straße ist als Fortsetmna her Qnnh betunben und unser Hochschutzzoll hat die Verawwortung dafür arasenftraße bis n.r L n c? 9

tu weitem Maße zu tragen. Glücklicherweise ist eine Berstän-1 i 3 * s * * *.uceuen Ringstraße gedacht, deren

3--- .... - - nfrt breite 15 Meter bei einer Fahrbahn von 7 Meter 30 Ztm.

betragen soll. Auf beiden Seiten der Häuserreihen sind 6 Meter Vorgärten in Aussicht genommen. Dieser Straßenzua