Ausgabe 
14.4.1910 Drittes Blatt
 
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zur

Weller

Niederschlag

den Uhr soll

gleich geschaffen werden, daß der tägliche Dienst an übrigen fünf Arbeitstagen statt abends 6 erst um 6 5 Minuten beendet werden soll. Die neue Einrichtung zum erstenmal am 13. in Kraft treten.

X. Wetzlar, 12. April. Beim Wettbewerb

Erlangiing von Entwürfen für den Bau des Kreishauses und der Kreissparkasse in Wetzlar sind 238 Entwürfe eingegangcn. DaS Preisgericht, das aus Landrat Dr. Sartorius, Fabrikant Ä. Neumann, Baiirat Stiehl in Wetzlar, sowie Sparkassenrendant Neef-Crefeld, Geh. Regierlings- und Baurat Thielen-Coblenz und Kreisbaumeister Eichhoff-Wetzlar bestand, erteilte keinen 1. Preis, dagegen aber 3 dritte. Architekt Schwarz-Frankfurt erhielt den 2. Preis, Architekt HanS Meyer-Gießen, M. Müller-Pforzheim und G. Rück- gauer-Berlin je einen dritten Preis. Ein fünfter Entwurf wurde angekauft.

kirchliche Nachrichten.

Israelitische Rcligioiisgc meinte.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage),.

Samstag den 16. April 1910:

Vorabend 7.00 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterkläruug.

Sabbatausgang 8.10 Uhr.

vüchertisch.

Im Verlage von Karl Siegismund, Hofbuchhandlung, Berlin SW., erschien die neueste Ausgabe von Stecherts Armee-Einteilung und O, u a r t i e r l i st e des deutschen Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine nach den, Stande vom 1. April. Diese seit 50 Jahren regelmäßig erscheinende Armeeliste enthält eine sehr übersichtliche Zusannnenstellung aller Truppen teile der deutschen Armee mit namentlicher Angabe der Inhaber, Kommandeure und Standorte, sowie alles wissenswerte unteres Heeres und Marineeinrichtungen.

Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Lite- raturfreundc (Herausgeber: Dr. Josei Ettlinger, Verlag: Egon Fleischet u. Go., Berlin W. 9). Das 2. Aprilheft ist soeben nut folgendem Inhalt erschienen: Alfred Klaar: Tie Krisis der Tragödie (II). Eberbard Buchner: Bruno Wille (mit Porträt). Johann C. Kollar: Neue italienische Romane. Karl Streckers: Ibsen-Literatur. Richard Huldschiner: Kleinstadt. Echo der Zeitungen und Zeitschriften. Echo des Auslandes (Englischer, Amerikanischer, Norwegischer, Holländischer Brief). Echo der Bühnen. Kurze Anzeigen. Nachrichten. Zuschriften. - Der Büchermarkt.

Die Deutsche Buhn e", das amtliche Blatt des Deutschen Bühnenvereins, bringt im 7. Heft folgende Beiträge: Fortsetzung der RundfrageDer Autor auf der Probe." Johannes Schlaf:Die Fahrt nach England"; bühnentechüische Aeußerungen zuHamlet". ZurAgitation für die wirtschaftlich Schwachen", eine Zusammenstellung wichtiger Ereignisse aus dem Theaterlebcii, Liste der Uraufführungen,Comparserie und Statisterie".

* Rvm anftilblüte. In der warmen Stube hatten sie sich frostig gebenübergesessen, aber draußen in der winterlichen Kälte tauten sie auf.

* Ein Optimist.Die feinsten Leute weichen Een' aus! Wat doch so een Affe Eenen vor eenen Respekt verschafft!"

* Offenherzig.Fritz, es waren doch zwei Aepfel in der Speisekammer und jetzt ist nur noch einer da! Wie kommt das?"Ja, Mama, es war so dunkel, da hab' ich den anderen nicht gesehen!"

= + 16,6'0. = 2,8 °C.

Universitäts-Nachrichten.

hc. Frankfurt a. M. Dr. Wilhelm Peters, Privat- dozent nu der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, wurde als Privatdozent für Philosophie, insbesondere Psychologie, an der Universität Würzburg ausgenommen.

vermischter.

* Ein Priester int Kampf mit Räubern. In Alboraya bei Albacete in Portugal brachen vier Räuber in eine Kirche ein und waren gerade dabei, die silbernen und goldenen Altargerätschaften zu stehlen, als sie von dem Priester der Kirche überrascht wurden. Sie fielen sofort über ihn her, er verteidigte sich, aber tapfer mit einem großen silbernen Leuchter, mit welchem er zwei Männer zu Boden streckte; ein dritter brachte ihm aber eine gefährliche Wunde mit einem Dolch bei und er mußte den Kampf aufgeben. Die Räuber entflohen, ehe Hilfe herbeikommen tonnte. Die Wunden des Priesters sind so ernst, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

e Zweiuudfünfzig Millionen Marienkäfer, die in dem staatlichen Jnsektenzuchtinstitut in Saeramento gezogen worden sind und über eine Tonne wiegen, wurden kürzlich, wie ans Nem-Pork berichtet wird, in besonderen Eisenbahnwagen nach den Melonenfeldern von Imperial Valley in Kalifornien transportiert, wo sie die Ausgabe haben werden, Blattläuse und andere Insekten, die die Melonenpflanznngen verheeren, zu vertilgen.

* Was die Einbildung tut. Einen Beweis für'die Macht der Einbildung über die Gesundheit berichtet ein ameri­kanischer Arzt, Dr. Charles K. Mills aus Philadelphia, in einer englischen Wochenschrift. Ein junger Bankbeamter, der sich über- anfttengt hatte und unter der Sommerhitze litt, wandte sich an einen Arzt. Der Mediziner untersuchte ihn, prüfte die Lungen und sagte dann ernst: .Ich werde Jlmen morgen schreiben." Am nächsten Tag erhielt er einen Brief, in dem der Arzt ihm riet, seine irdischen Geschäfte in Ordnung 7-,u bringen, ec habe keine Zeit mehr zu verlieren.Natürlich können Sie vielleicht nod) wochenlang leben, aber Sie tun gut, wenn Sie Ihre Angelegen­heiten ordnen." Die rechte Lunge sei verhören und das £>er& von

Braut-Seide v. Mk. 1.35 ab

§ Ruppertenrod, 13. April. In unsere: Gemarkung muß zweifellos eine prähistorische Siedlung gewesen sein. DaS beweisen die häufigen Funde von Steinäxten. Nachdem der Lehrer der hiesigen Oberklasse seine Schüler auf diese Funde aufmerksam gemacht hatte, überbrachten ihm die Schüler vier wohl erhaltene Steinäxte. Gegenwärtig wurden ihm wieder zwei überbracht, die man beim Ackern im Felde gefunden. Die eine hiervon hat Halbkreisform mit größerer Schneide und weicht hierdurch von der gewöhnlichen Axt- und Beilform ab. Im vorigen Jahr ging eine größere Steinaxt durch Unachtsamkeit wieder verloren. Kinder, die sie gefunden hatten, legten sie auf einen heimwärts fahrenden Wagen, von dem sie verloren ging.

X Elpenrod, 12. April. In dem benachbarten Walddistrikt /Brückerwald" brach in einer Fichtcn- schonung Feuer auS. Der Brand zerstörte eine Waldfläche von nahezu vier hessischen Morgen. Die Feuerwehren von Hainbach und Elpenrod eilten zur Brandstelle, um daS Feuer einzuschränken, was auch gelang. Verschiedene Zeichen lassen auf Brandstiftung schließen, unter anderen, daß gerade der hiesige Förster abwesend ivar, ein Umstand, den der Brand­stifter benutzte. Ausgeschlossen ist aber auch nicht, daß der Waldbrand durch Unachtsamkeit verschuldet wurde.

Mücke, 14. April. Gegenwärtig wird das Brücken­gerüst der Drahtseilbahn, das die Staatsstraße überquerte, abgerisien, nachdem der Betrieb seit einiger Zeit eingestellt worden war. Ob damit der Betrieb des in der Gemarkung Ilsdorf liegenden Eisensteinbergwerks, besten Ausbeutung im vorigen Herbste eingestellt wurde, gänzlich aufgegeben wurde, ist fraglich. Man plant die Anlegung einer neuen Wäsche in der Nähe des an der Ilsbach liegenden Bahngleises. Der Betrieb iinserer nachbarlichen Eisensteingruben zu Weickarts­hain, Stockhausen und Ilsdorf ist zur Zeit so rege, daß er den Arbeitern auS den umliegenden Ortschaften willkommene Verdienstgelegenheit bietet.

rm. Mainz, 12. April. Die Eisenbahndirektion hat für ihre Bureaubeamten versuchsweise die englische Bureauzeit einge führt und zwar zunächst nur für Mitt­wochs. An diesem Tage soll von vormittags 8 bis nach­mittags 3 Uhr ohne Unterbrechung gearbeitet werden. Da hierdurch gegenüber den seitherigen Dienststunden ein Aus­fall von einer halben Stunde entsteht, soll dadurch ein Aus-

ciTtcm schweren Leiden befallen. Der junge Patient wär über diesen Brief, der sozusagen schon ein -rotcnichein war, auftiefste bestürzt. Er ging* Nicht in sein Bureau, schon am Mittag hatte er Atembeschwerden und Herzschmerzen. Er hütete /O6 und um Mitternacht mußte eiligst nach dem Arzt geschickt werden. Ter Doktor war miss höchste erstaunt. Er wußte nichts non entern Herzleiden. Ter Patient zeigte deut Arzt den empfangenen «örtci und nun klärte sich alles auf:, der Brief hatte emerN anderem Patienten gegolten, die Sekretärin hatte dte Adrepen verwechselt. Ter Patient lachte und war bald wieder kerngefund. Aber was ge'chah mit dem sterbenden Schwindsüchtigen, der den pner eigentlich erhalten sollte? Ter Latte einen Etlichen Bries be­kommen vier Wochen an die See und alles ist in Ordnung er war fröhlich abgereist mid sofort ins Seebad gegangen. Das sind zehn Jahre her: der Todeskandidat lebt noch heute m bester Gesundheit. . .

* Zur G«schichtü der Beran schungsmittek. Heber dieses für jeden LiNeipfteund wie jeden Antialkoholiker gleicher­weise interessante Thema hat M. Scl-oen Untersuchungen ver­öffentlicht, aus denen hervorgeht, daß der Trieb zur Berauschung und seine Wurzel schon bis in die Urwelt zuruckreicht. 2. bw ältesten Vertreter des Menschengeschlechtes aus dem Tertiär beste, aus dem Diluvium schon narkotische Substanzen gekannt haben, ist nicht nachweisbar, aber wahrscheinlich. Daß der Genuß be- täulenber und anregender Stoffe zu den ursprünglichsten Kultur­gütern der Menschheit gehört, dürfte man auch daraus schließen, vaß es heute wohl kein Plolk auf der Erde gibt, dem tz^nust- mittel in dieser oder jener Form nicht bekannt wären. Selbst die primitivsten aller jetzt lebenden Bölkerschaften, tote die Weddcr auf Ceylon, befihen Reizmittel, letztere z. B. dw Rinde sehr di i ebener Bäume und Sträucher, die gekaut wird; diese Sitte soll uralt Rin. Schon die ältesten Völker, über die geschichtliche Aufzeichnungen uorfiegen, wie die Babylonier, kannten Berau- schungsmittel, die zum Teile recht hoch entwickelte Gänrngs- gctt'äiike waren. Ihnen sind auf älteren Stufen ihrer Kultur wahrscheinlich weniger entwickelte Narkotika, und diesen endlich ursprünglich gewiße Kausubstanzen vorangegangen. Zu den Stoffen, die vielleicht nicht felbst fiu den ältesten menschlichen Narkotieis gehören, ihnen aber zum mindesten nicht sehr fern stehen, gehören u. a. die Fitcheripflanze der Australier, die Wurzel eines Mesembryanthenum bei den Buschmännern und Hottentotten, die bekannte Betelpflanze Südasiens, die westaftikonische Kola, besonders insofern, als sie die einfachsten sind, der geringsten technischen Zubereitung bedürfen und alle als Kausubstanzeu dienen. Besonders charakteristisch ist für sie, daß bei ihnen der phisiologische Beweggrund, die Urwurzel des Berauschungstriebes, am klarsten hervorttitt: beim nicht ein moralischer ober psychischer Beweg­grund, nicht derSorgengedanke" hat den Menschen geehrt, Narkotika zu benutzen, sondern ein physiologischer Trieb, das Bestreben, Mittel zur Gewinnmig außerordentlicher Kräfte zu besitzen. Tas zeigt sich beispielsweise beim Genuß der Coca- blätter, die dem südamerikanischen, .Indianer Kraft geben, un­glaubliche Schwierigkeiten und Hindernisse zu überwinden und zugleich Hunger und Turft nicht zu empfinden.

Technische Nachrichten.

* Der höchste Schornstein d e r W e l t. Amerika hat einen neuen Rekord in der Höhe der Schornsteine ausgestellt, nach­dem ihn bisher Tentschland mit der 140 Meter hohen Esse der valsbrücker Hütte bei Freiberg in Sachsen gehalten hat. Die Boston and Montana Eousolidated Eupper and Silver Mining Co. hat, wieDie Bauwelt" berichtet, einen Schornstein errichtet, der die gewaltige Höhe von 154 IHeter erreicht, also mehr als doppelt o hoch ist, als der Berliner Rathausturm. In der ganzen Welt gibt es nur sieben Bauwerke, welche den Rieseiischornstein an Höhe noch übertreffen, der Eiffelturm, vierWolkenkratzer" und der Ulmer und der Kölner Dom, letzterer nur noch uni 2 Nieter. Dabei ist von vornherein eine spätere Erhöhung um 18,3 Nieter vorgesehen, nach der der Schornstein zu den drei höchsten Bauwerken der Welt gehören wird. Entsprechend dieser Höhe sind auch die übrigen Dimensionen. Die lichte Weite beträgt am Fuß 20,3 Meter und am Ende 15,2 Meter. Tie Wandstärken nehmen in vier Stufen von 167,5 Ztm. auf 152,5 Ztm. ab, und dazu kommt noch eine allseitige Auskleidung von 10 Ztm. Stärke mit feuerfesten Form­steinen. Das Gewicht beträgt 17- bis 18 000 Tonnen und für den ungeheuren Bedarf an Ziegelsteinen wurde eine Ziegelei mit einer Tagesleistung von 100 Tonnen errichtet; eine Kleinbahn besorgte den Transport von der Fabrik zur Verwendungsstelle, und hier übernahmen drei elektrisch angetriebene Fahrstühle die Weite» beiörberung im Innern des Schachtes. Die Ausführung nahm, abgesehen von den Gründungsarbeiten, 196 Arbeitstage in An­spruch, so daß die durchschiiittliche Tagesleistung 0,91 lausende Meter betrug.

Ernste, wissenschaftliche Forschung gab uns in der seit 15 Jahren bewährten Myrrholinseise t<" Äosmetltuul von uubebmgier Berläylichkeit zur Ersieh eines blendend schönen Antlitzes. [W

55. Hauptversammlung des Hess. Tierschutzvereinr.

K. Schotten, 13. April.

Ter Tierschutzverein für Hessen konnte ^keinen geeigneteren s Zeitpunkt und Ort zu seiner Hauptversammlung er^hlln, als das in tierreicher und namentlich noch S^mlich VUreicher Gegend . gelegene Schotten. Und gerade setzt, ,ba bie Vogel bauen und brüten dft hilflosen meinen ausschlüpfen und zu ernähren sind : setzt da die Weidekinder wieder die Herden hinaustreib<.n und i die Landwirte nach langer Winterpause ihre Zugtiere anspannen, , da bedarf es besonders der Mahnung:Edel sei der Mensch, , hilfreich und gut." Der Schutz der Tiere ift ent ®.egcn J^b ein < SnrtHl für bie Menschen in sittlicher und wirtschaftlicher Hinsicht, ^b^n.t der Vorsitzeiche/Geh.Oberschulrat Dr. S ch e uermann- ; Darmstadt, in seiner Begrüßungsansprache Jeder Tierfreund ; mW seine Freude an dem guten Besuch der Versamm- . luna haben, an der u. a. Geh.Regierungsrat Schonfeld,Bürgermeister Kromm-Schotten, Schulrat Eck-Alsfeld und Schulrat Feuerbach- Schotten teilnahmen. Der Jahresbericht des Schriftführers Heußlein-Darmstadt gibt ein Bild der regen Arbeit des Vor- ; ftandes, auch der günstigen enttoidclung des Vereins, vor allem aber der erfolgreichen Tätigkeit int eutne des Tierschutzes. Viele Einrichtungen und Anordnungen sind von Behörden und Körper- febaften getroffen worden, um das Los der stummen Gehilfen des Menschen zu bessern. 43 000 Tierfchutzkalender wurden an , Schulkinder abgegeben, 600 Schriften vom Bureau versandt, 400 Mark an solche Personen als Prämien verteilt, die sich im Sinne oes Tierschutzes verdient gemacht hatten. Ein Preis von 300 Mk. wurde für die beste Erzählung ausgegeben. Unter den Prämiierten be­finden sich 13 Gendarmen, 17 Schutzleute, 14 Dienstmädchen und einige Kutscher. Davon sind aus Gießen die Wachtmeister Schar- , mann, Haas und Buhr, ine Schutzleute Fleischhauer Reinhardt intb Neutz und das Dienstmädchen E. Althaus, welches wieder- 1 holt erkrankte und verletzte Tiere pflegte. Dem Tierschutzverein wurden von Sparkassen uitd Privaten 1004 Mark gescheut!, davon 500 Mark von Fräulein P. Müller-Wimpfen. Der Verein nahm 1909 um 157 Mitglieder zu. Der Bericht spricht ganz besonders den Lehrern für ihre eifrige Mithilfe Dank aus. Nach lebhaftem Beifall dankte der Vorsitzende dem Redner und erstattete den Rechenschaftsbericht für 1909. Tie Gesamteinnahmen find 9809 Mark, davon sind Beiträge 4292 Mark, Geschenke 1004, für Aitz-eigen und Abonnements 1107 Mark. Die Ausgaben be­tragen 7801 Mark und zwar u. a. 2585 Mark für die Tierschutz- Zeitschrift, für Geldprämien und Tierschutzkalender 2480 Mark.

bleibt ein Ueberschuß von 2007 Mark. 1700 Mark sind ouf der Sparkasse zu Darmstadt angelegt. Tas Gesamtvermögen .ist 10251 Mark. Der Voranschlag für 1910, der in Einnahme und Ausgabe 8420 Mark Vorsicht, fand einstimmige Annahme. Für Geldprämien sind 500 Mark, für Kalender 2000 Mark vor­gesehen. Zu Punkt 6Anträge der Mitglieder" hob Hauptlehrer Knauß-Gießen int Auftrag des Gießener _Tierschutzvereins den Vogelschutz und die Bedeutung der Bcrlcpschen Vogelschutz - kurse als recht nützlich hervor. Das Unterholz in Wäldern, die Sträucher an Bächen und Flüssen müßten erhalten bleiben. Dann gibt er die Anregung, der Verein möge Schritte tun, daß die Abfuhr des Holzes aus den Wäldern nicht mehr bis zum 15. Juli gestattet ist, sondern schon bis zum 1. April erfolgt sein müsse, da gerade von April bis Juli bie Singvögel gern in den Holz- Haufen brüteten und bei der Abfuhr die Brut vernichtet würde. Der Vorsitzende will bei der Oberforstbehörde einen dahingehenden Versuch unternehmen. Der Vorsitzende teilt, mit, daß der Vorstand beschlossen habe, die Tierschutzzeitfchrift in 200 Exem­plaren in Lesezimmern und anderen geeigneten Lokalen auf­zulegen, damit die Ideen des Tierschutzes eine weite Verbreitung fänden. Von größtem Interesse war der Vortrag des Oberlehrers Dr. Rausch überUnsere Haustiere im Lichte der Sprache und Geschichte". In schöner, zum Teil humoristischer Weise gibt er schöne Schilderungen über die Haustiere der Ureuropäer, seine Her­kunft, Vettvendung, feinen Nutzen und Namen, seine Bedeutung in grauer Vorzeit, im Mittelalter und jetzt. Das älteste Haustier, der Hund, begleitete schon den Menschen der neolithischen Stein­zeit als Gefährte und Gehilfe bei der Jagd. Später kommen Ziege, Schaf und Schwein: erst in der Bronzezeit zeigt sich das Pfett). Schon der Jndogermane hat diese Tiere gekannt, wie aus seiner Sprache hervorgeht. Finden sich doch dort sogar die Bezeichnungen für die Produkte wie Milch, Rahm, Wolle und Mist schon. Das Rind war das wichtigste Tier für den Ur­menschen und war für die Arier von größter Wichttgleit, den In­diern war die Kuh heilig. Tas Rind war mehr Milch- als Schlacht- tier, von Gestalt nein und ohne Hörner; Rindfleisch war iwch im Mittelalter ein Leckerbissen. Die Ziege ist ein indogermanisches Haustier, ebenso das Schaf. Das Schaf war schon den Ureuropäern als Reittier bekannt. Die Pferde der Germanen waren klein aber ausdauernd. Esel und Maultier' kamen über Italien zu uns. Das Schwein war schon zur Römerzeit wegen seiner Schinken beliebt. Die Katze schließt den Reigen in der Tierwelt, sie kam im 6. Jahrhundert über Rom zu den Galliern und Germanen. «Den Hahn kannte das alte Testamutt und Homer nicht er stammt aus Persien. 'Die Griechen brauchten ihn als Kampfhahn. Gans und Ente sind indogermanischen Ursprungs. Tie honigspendende Biene bot in alter Zeit den einzigen Zucker. Sie stammt vom Abhang der Karpathen; im Mtttelalter begann die Wald- und Hausbienenzucht. Ter Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Aus Stadt und Land»

Gießen, 14. April 1910.

** Gießener Naturth eater. Mit Genehmigung der ForstLehörde wurde gestern zum Andenken an die Auf­führungen von Kleists Hermannsschlacht, die im Juli v. I. am Fuße des Schiffenberges stattfanden, an dem in der Mitte der Naturbühne stehenden Baume eine Gedenktafel aus Eichenholz die Nachbildung eines gotischen Schil­des angebracht, die folgende Aufschrift trägt:H er- inannsbuche. Zur lErinnerung au die XIX. Jahr­hundertfeier der Schlacht im Teutoburger Walde." Die Tafel ist von Herrn A. Haßler geliefert morden.

Die Allgemeine hessische B e a mten - Sie rb e- kasse hielt am Sonntag, 10. April, zu Mainz ihre 8. Mit­gliederversammlung ab. Der seitherige Vorstand, bestehend auS Geh. Oberbaurat Jmroth, 1. Vorsitzender, Geh. Justiz- rat Dr. Lahr, 2. Vorsitzender; RechnungSrat Bergauer-Darni- stadt, KreiSstraßenmeister Braun - Alsfeld, Aktuar Göbel- Offenbach, Förster Klipstein - Darmstadt, KreiSamtsbureau- vorsteher Schneider-Heppenheim und Oberbuchhalter Vogel- Mainz, wurden einstimmig miedergewählt. Der Jahresbericht, die Jahresrechnung und die Bilanz fanden die Genehmigung der Versammlung. Als Ort der nächsten Mitglieder-Ver» sammlung wurde Darmstadt bestimmt. Im Geschäftsjahre 1909 sind der Kasse beigetreten 79 Männer und 28 Frauen, zusammen 107 Personen; gestorben sind 17 Personen, wofür das versicherte Sterbegeld mit zusammen 9800 Mk. sofort zur Auszahlung gekommen ist. Zwei Versicherungen wurden in prämienfreie umgewandelt. Die rechnungsmäßige Sterblich- feit betrug 28,6 Personen, eS wurde sonach ein Sterblich- keitSgewinn von 40,57 Proz. erzielt. Die Sicherheitsreserve, der wiederum 540 Mk. zugeführt wurden, beträgt 12 540 Mk., die Prämienreserve 84 430,76 Mk. Der Mitgliederbestand beträgt zu Ende des Geschäftsjahres 1778 Personen mit einem Gesamtversicherungskapital von 1082 144,18 Mk. Nach Rückstellung aller Reserven ergab die Bilanz einen lieber» schuß von 10 060 Mk., so daß die Gewinnreseroe zu Ende deS Geschäftsjahres 38 726,66 Mk. beträgt. Die für das Jahr 1909 zur Verteilung kommende Dividende beträgt '38 Proz. der JahreSpramie.

Höchste Temperatur am 12. bis 13. April Niedrigste

, 12. 13.

0,4 mm.

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Ds/il G. Henneberg:, Zürich'

Israelitische Neliyionrgesellschajt.

Gottesdienst.

S abbat iei er am 16. April 1910.

Freitag abend 6.55 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.10 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr, abends 6.30 Ufr.

Meteorologische Beobachtungen der Station Giehei.

April

1910

Barometer auf 0° rednzierl

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind­richtung

Windstärke

ÖMb frei BeroSIimng in gehrnet der j stchtb. HimmelssÜ

13.1 L"

735,1

16,1

7,7

57

S

4

8

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734,4

13,1

8,0

72

SSE

2

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2

7