befinden ft cf) Mirrrster Hrcrvnymi, ferner Julrus Jüsih'. Däe ÄVffuthpartei gemrmtt 5 imi> verliert 21, dir Fufthpartei verliert 28, die Boli^pvrtei 10, die NutioucklLILten 5, die Demv- traten verlieren 1 Sitz.
Das ^Ritzcrufche Bureau, in Kopen hag en teilt mit: Da uirter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen die Bildung eines neuen Kabinetts auf Schwierigkeiten gestoßen ist, forben-c der König den Ministerpräsidenten iArhlc arrf, die Denrission des Ministeriums z-u- x ü. ek z u z i e h e n , was darauf geschah.
^Aus Saloniki wird gemeldet: Die Division Tor gn t Schefket Paschas hat auf den Höhen von Ra h o w i tz a die V er ein ig n ng m i t d e rDi.v isio n O sm a n Pa s ch a s vollzogen und mit dreißig BataÄlvneu D j a k o v a und ^eine Umaedung besetzt. Die Truppen haben auch mit der Ent- waschrung der dortigen 'Arnauten begonnen, die bereits, ohne Widerstand zu leisten, zweitausend Gewehre abgeliefert lstckeu.
Ans Tanger wird gemeldet: Das diplomatische Korps, das dem Sultan den 1. Juni als Frist für den B e- gin n der Tätigkeit des Schulden- Ausschuss es gesetzt l^atte, erhielt von Guebbas ein Schreiben, in dem er initteilt, daß er von Fez keine Instruktionen erhalten habe, die ihm gestatteten, in dieser Beziehung etwas zu fun. Der ganze Zolldienst sei von heute ab der Verwaltung der marokkanischen Anleihe angegliedert, da alle Einnahmen als Garantie für die neue Anleihe in Betracht kämen.
Die „Agencc Havas" meldet aus Kanca: Tie Ueber- reichung der kretischen Note an die Mächte scheint der kretischen Frage ein anderes Aussehen geben zu sollen. Es handelt sich nicht mehr um die Zulassung der muselmanischen Abgeordneten zur Nationalversammlung ohne Eidesleistung, da man hier eine definitive Regelung der Stellung der Insel wünscht. Die Machte werden sich daher verständigen müssen, um an das Problem als solches heranzurreten und die Initiative der provisorischen Regierung wird in den europäischcn Kreisen nicht als geeignet angesehen, die Beruhigung zu erleichtern. — In Ana Loiren meldeten sich 15000 Freiwillige für den Fall des Ausbruchs eines Krieges um Kreta.
Aus St. Louis wird gemeldet: Beim Gerichtshöfe in Hannibal (Missouris wurde ein Antrag der Regierung eingebracht, eine Verfügung zu erlassen, um die Eisen - bah neu, welche eine westliche Verkehrsvcreini- g u n g bilden, zu verhindern, eine allgemeine E r - Höhung her Frachtraten in Kraft treten zu lassen. Das Gericht in Hannibal erließ das verlangte Verbot. Das Verbot trifft 25 Eisenbahnen, welche die Kontrolle des Passagier- und Warenverkehrs in acht Staaten und Teilen sechs anderer Staaten haben.
Ans stKdt und Lund.
Gießen, 2. Juni 1910.
•* Tageskalender für Donnerstag, 2. Juni: Nachmittags 4 Uhr: Abschiedsvorstellung des Zirkus Charles.
*
•• Vom Groß herzoglichen Hofe. Die Großherzoglichen Herrschaften sind heute vormittag 8 Uhr 10 Min. mit Sonderzug ab Frankfurt a.M. von Wernigerode in Jagdschloß Wolfsgarten wieder eingetroffen.
** Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem Oberstleutnant ä la suite der Armee Alfred Prinzen zu Psenburg und Büdingen den Kronen- orden 2. Klasse mit Schwertern am Ringe verliehen.
** Die erste Schlußprüfung der Kandidaten der evangelischen Theologie hat gestern vormittag im Landessynodalgebäude zu Darmstadt ihren Anfang genommen. Es beteiligen sich daran 9 Examinanden, von denen 7 mt§ Starkenburg sind, 1 aus Oberheffen und 1 aus Bayern ist.
•* Die Evangelische Konferenz für das Groß- herzogtum Hessen gedenkt ihre Hauptversammlung am Mittwoch, 22. Juni, zu Friedberg abzuhalten. W wurde dafür folgende Tagesordnung aufgestellt: Vormittags: Geschlossene Mitgliederversammlung (Jahresbericht des Vorsitzenden und Besprechung, Rechnungsablage, Anträge). Nachmittags: Mitgliederversammlung (Stellung zur Organistenfrage, Referent Pfarrer D. Dr. Dtehl aus Darmstadt) und Ocffentliche Versammlung (Vortrag des Pfarrers Zurhellen durch die Aussicht auf lüer weiß welche Stipendien, denen ein betriebsamer Studentemvirt nad) dem Muster des seligen ^enenier Kämmer Karl für das ganze Semester Freitisch mit je einer halben Flasche Wein hinzuzufügen sich bereit erklärte. Der letzte Fuchs bekam damals die Nummer 993. Jetzt endlich ist er da, und große Freude herrscht nun innerhalb der alten Wälle. Wie jede besondere Begebenheit, mußte diese einen Anlaß zu intensiven Feierlichkeiten bieten, und wie zum Empfang des Halleyschen Kometen sogar eine Art Fackelzug zur Bismarcksäule auf dem acht Meter hohen Epistelberge — kein höherer Berg stört die schöne Fernsicht — veranstaltet sein soll, so mußte der „runde" Fuchs gebührend empfangen und begossen werden. Nach feierlicher Immatrikulation, in der ihm in besonders schönem, mit dem Bilde der llniversität geschmücktem Umschläge die Matrikel ausgehändigt wurde, wurde er in feierlichem Zuge auf festlich geschmücktem Rollwagen vom Universitätsgebäudc abgeholt. Aus einem mit rotem Tuch ausgeschlagenen Lelmstuhl thronte dar Jubelfuchs, ans dem unbemoosten Haupte eine Ehrenkrone. Um ihn herum und out einem zweiten an profanen Tagen als Rollwagen bezeichneten Gesäprt gaben viele Kommilitonen, insbesondere die Burschenschaften, dem Keilfuchs das Ehrengeleit. Dabei stellten sie verschiedene mit dem Greifswalder Studentenleben in innigem Zusammenhang stehende Thpen dar, bei denen natürlich die unvermeidlichen Polizisten, Dieiistmänner, Leierkastendreher, Straßenfeger usw. nicht fehlen durften. Ebenso war auch eine Deputation „studierender Frauen" erschienen, die ihren Musenbruder zur Kneipe geleiteten. Die Stadt Greifswald hatte ebenfalls etwas übrig für den geehrten „Herrn Doktor", in feierlicher Magistratssitzung überreichte der Polizeidirettor, glcMeitig Universitätsrichter Geheimrat Dr. Gesterding ihm einen )ebenen Versatzgegenstand, eine kostbare goldene Kapseluhr mit entsprechender Inschrift und dem Stadt- wappen, einem Greifen.
— Ein Denkmal für d i e unbekannten Genies. Eine eigenartige Idee will der französische Unterrichtsminister verwirklichen: es soll ein Denkmal für die unbekannten Genies im Pantheon errichtet werden, dessen Enthüllung in etwa 2 Jahren stattfinden soll. Alle die großen Männer, die von ihrer Mitwelt gariiicht oder nur zu spät in ihrer Bedeutung erkannt wurden, deren Name der großen Wenge unbekannt geblieben ist, sie sollen hier ihr Ehrendenkmal erhalten ebenso wie die Künstler, die von ihrer Zeit verkannt wurden und als Märtyrer ihrer neuartigen Kunst starben.
— V o m Nährwert der Pilze. Der vielfach gehegten und namentlich von vegetarischer Seite immer wieder verbreiteten Behauptung, daß die eßbaren Pilze „an Nährwert dem Fleische gleichzustellen" seien, iebenfalls aber alle anderen Vegetabilien an Nälnckraft übertreffen, tritt Prof. Dr Hans Schi uz, der Direktor des .Botanischen Gartens in Zürich, im Jahresbericht
aus Frankfurt a. W. Sur: „Die neuesten Angriffe auf die Existenz Jesu und die Ausgaben der evangelffchen Kirche*).
** Bnrffch e n s chaf tsjubiläurn. Die Gießener Burschenschaft „Arminia" feiert vom 11. bis 13. JUni ihr 25. (ÄiftungSfest. Die Festlichkeiten umfassen eine Kaffeetafel im Grvfcherzog von Hessen, einen L-estkommers auf der Lieb-igshöche, ein Fest auf dem Gleiberg, einen Frühschoppen und eine italienische Nacht auf der .Pulvermühle. Anläßlich des 25jährigen Bestehens der Burschenschaft werden am Vorabend des Festes der Hofrat Universitätsprv- feffor W. Pfaff aus Leipzig über „Die deutsche Burschenschaft vor 25 Jahren und heute" und stud. Phil. Zorn über „Das allgemein-studentische Ehrengericht an der Universität Gießen" sprechen. An diese Vorträge schließt sich eine freie Aussprache an.
** Die m ei ft en Gewitter in Hessen (mehr als 30 Tage im Jahr) treten auf an der nordöstlichen Grenze Oberhessens zwischen Reimenrod und Lauterbach, in einem Heinen Teil der Wetterau zwischen Bad-Nau-^ heim und Echzell und in der Gegend von Worms. Von diesem nur wenige Stunden entfernt, in der Gegend von Mainz bis Nieder-Saulheim und in der Mainspitze, sind im Gegensatz hierzu die wenigstens Gewitter in Hessen zu verzeichnen (weniger als 15 Gewittertage im Jahre'. Die Rheinebene hat überhaupt im Durchschnitt die wenigsten Gewitter (18 Tage) aufzuweisen, bann folgen das nordwestliche O b e r h e s s e n mit 19 Tagen, die Main- ebene und Ausläufer des Odenwaldes mit 21 Tagen, das Rheinhessische Hügelland mit 22 Tagen, der hohc^ Vogelsberg mit 23 Tagen, die Wetterau und der Odenwald mit 25 Tagen, die Sndab hängc des Vogelsbergs mit 26 Tagen und die N o r d o st a b h ä n g e d e s V o g e l s - bergs mit 28 Tagen. Die meisten Gewitter im Jahre fallen in den Mai, die wenigsten in den November. Die gewitter reichsten Tagesstunden sind die von 1 bis 6 Uhr nachmittags, wovon besonders die Zeit von 3 bis 4 Uhr gewittergefährlich ist. Tie tvenigsten Gewitter fallen in die Zeit von 4 bis 5 Uhr morgens. Die Zahl der durch Blitzschlag verursachten Brände steigt stetig an; 1897 waren 57 Brände durch Blitzschlag zu verzeichnen, 1906 jedoch 195. Menschen verlieren n. d. Darm st. T. A. etwa jährlich 5 auf eine Million durch Blitzschlag ihr Leben.
•• Glückliche Gewinner. Bei der gegenwärtigen Ziehung der preußischen Klassenlotterie ist ein Gewinn von 30000 Mk. hierher gefallen. Die glücklichen Gewinner sollen in Gießen, Wieseck und Krofdorf wohnen.
Mainz, 2. Juni. Das Begnadigungsgesuch des zum Tode verurteilten Selz er, der den Lehrer Krug in Worms ermordete, ist vom Großherzog abgelehnt worden. Selzer wird morgen früh y26 Uhr im Hofe des Provinzialarresthaufes durch den Scharfrichter Brandt von Chemnitz hingerichtet.
r. Rodheim a. d. Bieber, 1. Juni. Die neuerbaute Schule gehr ihrer Vollendung entgegen. Nach den Entwürfen und unter Leitung des Kreisbaumeistcrs Achenbach- Biedenkopf erbaut, bildet der stattliche Ban einen sreuud- lichen Schmuck des Dorfes. In seinem Aeußern geschmackvoll und anheimelnd, ist er im Innern praktisch und den Anforderungen her Neuzeit entsprechend eingerichtet. Vier Schulsäle, dazu ein Zeichensaal für die Gewerbeschule und vier geräumige Lehrerwohnungen finden in dem Schnlhans genügende Räume. Sämtliche Schreinerarbeiten kommen durch Schreinermeister Karl Schlierbach zur Ausführung. Dampfheizung und Badeeinrichtung werden nicht fehlen.
s. Hohensolms, 1. Juni. Zum drittenmal soll in den Gemeinden des Hohensolmser Landes eine Ferienkolonie während der Sommerferien für erholungsbedürftige Kinder von Köln eingerichtet werden. Im vorigen Sommer waren 101 Kinder in ländlichen Familien auf die Dauer von vier Wochen untergebracht.
w. Frankfurt a. M., 1. Juni. In den „Adler- Werken^ stürzte heute früh der 58 Jahre alte Maurer Heinrich Stern ml er an§ Dieburg 10 Meter tief durch ein Glasdach. Er trug einen Schädclbruch davon, an dessen Folgen er bald darauf starb. Stennnler hinterläßt eine Fran und 10 Kinder.
w. Wiesbaden, 1. Juni. Durch die Explosion einer Petroleumlampe gerieten gestern abend gegen 11 Uhr in dem Hause Bingertstraße 13 die Kleider des 20 Jähre alten Dienstmädchens Almä Hektor in Brand.
seines Instituts nachdrücklich entgegen. Er stellt die bisher bekannten chemischen Untersuchungen zusammen, aus denen u. a. hervorgeht, daß der Steinpilz mir einen geringen Nährwert besitzt, weil der hohe Wassergehalt den wirklichen Eiweißgehalt auf ein Minimum herabdrückt. Aehnliche experimentelle Feststellungen wurden hinsichtlich der Ausnutzbarkeit des Champignons gemacht. Dazu kommt noch als weiteres Hindernis für eine sehr ausgebreitete Anwendung von Pilzgerichten, daß es — nach Ansicht des Hygienikers R. H. Sait et — „den meisten Menschen unmöglich sein dürfte, öfters eine nur einigermaßen ins Gewicht fallende Menge von Schwämmen bei einer Mahlzeit zu verzehren." Augenblicklich sind wieder im Züricher Polytechnikum neue Untersuchungen über den Nährwert der Pllz- arten im Gange. In jedem Falle aber ist nach Prof. Schinz die Ueberzeugung begründet, daß den Pilzen nur die Rolle eines Genußmittels, aber nicht eines Volksnährmittels zuerkannt werden kann.
— Einblicke in die g e s chä ftliche Moral der Amerikaner gewähren Tagebuchauszüge Daniel Drews, des ersten Beherrlchers der Wallstreet, die ob der Persönlichkeit des Verfassers dieser Aphorismen Sensation verursachen. Nach den Veröffentlichungen in der Newyorker Staatszeitung sagt Drew u. a.: „Gefühl ist ganz gut „Uptown", wo du wohnst. Aber „Downtown? Nie?" (Downtown ist das Geschäftsviertel New- Yorks.) — „Ein empfindliches Gewissen (bei einem Wallstreet- Mann) ist wie eine weißseidene Schürze für einen Schmied." — „Manchmal bekommt man schmutzige Hände, aber das heißt nicht, daß das Geld, welches du so erworben, auch schmutzig ist. Schwarze Hühner legen weiße Eier." — „Geschäft ist die Jagd nach „Cash". Niemand fragt nach Manieren beim Eßtrog." — „Das liebel mit Vanderbilt war stets, daß er geglaubt hat, daß das Gesetz die höchste Autorität im Lande fei. Er sah später seinen Irrtum ein. Gesetze sind wie Spinneweben, in denen sich Fliegen und kleine Insekten fangen. Brummer brechen durch. Mit Geld in der Hand haben wir neun Zehntel des Gesetzes; ich konnte Vanderbilt dann leicht das zehnte Zehntel lassen." — „Es ist ganz gut, sein Vaterland zu lieben, aber was ein rechter Kerl ist, muß sich selber sehr lieben." — „Meine Gaben zu religiösen Zwecken sind nicht durchaus Geschenke. Sie sind eine Art von Kapitals- anlage. Ich habe immer gedacht, daß man das, was man dem Herrn gibt, wiederbekommt. Gott hat ein gutes Gedächtnis." — „Wenn man damit Geld machen kann, daß man dem Vieh 50 Pfund Wasser eintrichtert, wieviel mehr kann man da machen, wenn man Eisenbahuaktien nach Belieben druckt und sie wie die Originale verkauft?" — Als er mit einem an Vanderbilt begangenen Börsenraub fron 7 Millionen nach New Jersey floh, das Geld im Boote, sagte er lächelnd: „Nichts ist verloren als die Ehre "
Me llngDckklche raunte in ihrem Schmerz mehrmals die Treppen auf und ab und stürzte sich bann aus dem zweiten Stock auf den asphaltierten Hof herab, wo sie mit einer klaffenden Stirnwände, am ganzen Körper brennend, liegen blieb. Sie starb bald darauf.
(5crid)t5iaaL
B vnn, 1. Juni. Xie Strafkammer verhandelie heute gegen 13 Kv rpsstu de n te n wegen am 4. Dezember auf der Rückfahrt vom Bierbock in Rüngsdorf begangenen Ausschreitung. Drei Angeklagte wurden wegen Sachbeschädigung zu je 80 Mk. Geldstrafe, einer zu 50 Mk. und zwei wegen Uebertretung der Polizeiverordnung zu je 30 Mk. verurteilt. Fünf Angeklagte wurden freigesprochen, zwei waren nicht erschienen.
Berlin, 1. Juni. Tie Strafkammer verurteilte heute den aus dem Lewandowskiprozeß bekannten Reichs graf en Arzu V a s e g g , welcher nach der Verbüßung der einjährigen Gefängnisstrafe sich neue Hochstapeleien zu Schulden kommen liefe, wegen Betrugs und schwerer Urkundenfälschung^ zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Sein Mitschuldiger Skaczak wurde zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt.
LMchiffahrt.
Newyork, 1. Juni. Die „Newport World" und die „St. Louis DiSpatch" setzten gemeinsam einen Preis von 30000 Dollars für einen Flug von Newport nach St. Louis mit einer Flugmaschine ans. Die „Newyork Times" und die „Chicago Eoening Post" wollen einen Flug von Newyork nach Chicago mit 25 000 Dollars stiften.
Dcrmifd?6cs.
* Die Bretterwand um das Heidelberger Schlo ß. Die badische Regierung machte nach dem Berichte der „Neuen Badischen Landeszeitung" Mitteilung von einem von der Firma Dyckerhofs u. Widmann ein» gereichten Vorschlag zur Erhaltung des Otto-Heinrichbaues. Dieser Vorschlag sieht einen im Innern angebrachten Eisenbeton- bau vor, durch die der Bau vor dem Einsturz geschützt werden, soll. Das fron der Regierung von der Oberbaubehörde eingeholte' Gutachten spricht sich gegen den Tyckerhoff-Widmannschen Vorschlag ans. Auf Grund dieses Gutachtens lehnt die Regierung den Plan ab und bleibt bei ihrem Vorschlag bestehen, der bekanntlich die Abiragmrg der schadhaften Teile ber' Fassade und ihren Wiederaufbau vorsieht, wofür int Haushalt eine erste Rate ßon 300 000 Mark angefordert ist. Ter Berichterstatter bespricht ausführlich das Gutachten des Oberbaurats Warth, der zu ganz anderen Schlußfolgerungen kommt, als das Schloßbaubureau. Er glaubt, J)nfe die technischen Mittel noch nicht erschöpft seien und daß zu einer Aendernng bet bisherigen Stellungnahme kein Arckaß vorliege. Demgegenüber verteidigt die Regieriurgi ihren Standpunkt, der sich ans die Gutachten der hervorragenpsten Sachverständigen stützt. Werde der jetzige Vorschlag der Regierung: abermals abgefeimt so werde ein weiterer Vorschlag fron der Regierung nicht mehr gemacht, sie lehne alle Folgen, die sich daraus ergeben, ab. Es werde bann schließlich nichts übrig bleiben, als, um größeren Gefahren vorzubengen, am Otto- Heinrich bau mit einer Bretterwand Ab- fperrungs maßregeln zu treffen.
* Sind bic faulen Schüler Kranke? Wenn die Kinder in der Schule nur schwer ihre Pflicht erfüllen, wenn der Junge oder das kleine Mädckwn zu Haufe lieber tatenlos l«sitzen und dem Fluge einer Stubenfliege nachstarren, als ihre Aufgaben zu erledigen, bann schließen die Eltern in der Regel aus Faulheit, und sorgenvoll greifen sie zu Zwangsmaßregeln, um den kleinen Nichtstuer zu seinen Büchern und Heften zu treiben. Aber in der Schar dieser kleinen Faulpelze ist die Zahl derer, die an ihrer Trägheit unschuldig sind, viel größer, als man gewöhnlich annimmt. Der französische Arzt Dr. Lau monier hat sich in einer Reihe langwieriger Studien und Versuche, deren Ergebnis in der Nature gewürdigt wird, mit dem Problem und den Ursachen der _finb liehen Faulheit beschäftigt. Er hat dabei fc.ftgcftcllt, daß die Faulheit bei einem großen Teil der trägen Schüler krankhaften Ursprungs ist, ja die Mehrzahl der kleinen Faulpelze sind in Wirklichkeit Kranke, die auch als solche behandelt merben müssen. Die Untersuchungen haben gezeigt, daß der Gesundlwitszustand der Eltern und der Vorfahren nicht nur für die Gesundheit der Kinder, sondern auch für deren geistige Regsamkeit von einschneidendev Bedeutting ist. Dr. Laumonier hat bei 27 faulen Schülern mit großer Sorgfalt den Stammbaum geprüft und dabei gefunden/ daß bei nicht weniger als 22, also bei 80 von 100, die Eltern, leidend waren; Fettleibigkeit, Gicht, biabctifdK Krankheiten, Adern- Verkalkung und viele andere Krankheiten, insbesondere nervös« Leiden, üben auf den Gesundheitszustand der Nachkommenschaft entscheidenden Einfluß ans. Die. Kinder sind nicht faul, sie sind einfach krank und bedürfen einer sorgsamen Pflege, körperlicher Bewegung und frifd>cr Lust, um die ererbten Schwaden zu überwinden und dann ebenso leistungsfähig zu werden, wie ihre glücklicheren Kameraden. In vielen Fallen konnte man den ursächlichen Zusammenhang zwisdsen der kindlichen Trägheit und der unrationellen Ernährung feststellen. Genau wie erwachsene starke Esser, die gewöhnlich auch sehr schnell essen, unmittelbar nach den Mahlzeiten fron einer gewissen Müdigkeit u. Trägheit befallen werden, so leiden auch die Kinder, die in der Regel die Neigung zum schnelleir Essen haben, an verminderter Leistungsfähigkeit und an Ueber- crnäbmng. Die Störungen und die Schwierigkeit der Verdauungstätigkeit wirken auf das Allgemeinbefinden, und es ist ein Fehler, die entstehende Trägheit auf bösen Willen zurückzuführen. Dazu kommen die Behinderungen der Atemtätigkeit bei vielen Kindern. Man hat beobachtet, daß Kinder, die nachts schnarckwu und unruhig schlafen, fast immer träge und faul sind. Gewöhnlid) sind da krankhafte Verengungen der Atemwege die Ursache; die Erfahrungen haben gezeigt, daß solche Kinder nach entsprechender ärztlicher Behandlung in kurzer Zeit sowohl körperlick) wie oud) geistig die natürliche Regsamkeit wiederfinden und ihre Kameraden wieder einholen. Erst dann, wenn die Eltern den Gesundheitszustand ihrer Kinder genau beobachtet haben, wenn Atemorgane und Verdauung vollkommen in Ordnung sind, erst dann wird man an eine wirkliche Faulheit glauben dürfen,-die'pädagogische Zwangsmaßregeln rechtfertigt.
* König Georg V. als Kind. Aus den Kindheitstagen des neuen Herrschers von Großbritannien erzählte die (H:zieherin, die jahrelang den kleinen Georg unter ihrer Obhut hatte, allerlei Interessantes. „Er ist der herügfte, fröhlichste, lustigste Keine Mann, den ich je gesehen habe; in seinem Köpfchen ist nicht einen einzigen Augenblick Ruhe, unausgesetzt sinnt er auf lustige, lose Streiche. Dabei gerät er in allerlei Konflikte, aber er lacht sich aus allem wieder heraus. Wir beton den Jungen an, anders kann man das nicht nennen." Ein Kinderbild zeigt den jetzigen; König auf den Schultern seiner Mutter rcitenb, wobei er übet* mutig die Haare der Königin als Zügel benutzt. Er war das Lieblingskind seiner Mutter, die jeden freien Augenblick benutzte, um in das Kinderzimmer zu eilen. „Tie Prinzeß strahlte immer, wenn sie einen Augenblick sich frei machen formte, um zu ihrem Jungen zu eilen. Dann badete sie ihn selbst und ihre größte Freude iwar es, wenn sie ihn selbst zu Bett bringen tonnte1 und neben ihm stehen blieb, bis er eingcschlafen war." Aber trotz alledem herrschte im Kinderzimmer eine strenge Zucht. Ter kleine Georg mußte mehr als einmal früher zu Bett gehen, als sein Bruder, als Strafe für den Uebcrmut, nut dem er bisweilen die Ordnung auf den Kops stellte. Die Kinder führten ein sehr einfaches Leben, früh au fliehen,_ früh zu Bett, einfache Kost und Bewegung in frischer Luft. Schon als kleines Kind lernte Georg Französisch und Deutsch. Das waren noch glückliche Tage für ihn und seinen Bruder, als sie in den schattigen Gärteü von Sandringham oder Marlborough-House sich sorglos im Freien tummeln konnten, sie spielten Soldaten ober Matrosen. Wer früh nahm dies ein Ende, Prinz Georg mar kaum 12 Jahrs alt, als er mit seinem Bruder aufs Sd)ulschifs mußte und. bic
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Beröllcluilg sich auf ungel Vermüllung m> einen Gegend । ter Wald ungc gfllöbränbc r Hinten von d Satiren mede und svroßtt in Laldreichluin die schlimmste [Ironien der l Me, die |id) Schon der al io IC« er cs v trat ihm 1« Valdkllltur iv ober, im Juirc fant ans teilte ter ungeahnte die Art nicht hieb den befiel damit zu treil Muffen gatt; wirklich ein '5 und wenn lui Pflichtgefühl zu haben. A Wenn er den mit dem Abh Stimmen uni Barnaul di: herrlichste fiedler haben Ltevpen gev Stevve auf. wo die liebt Hoch vor i einziger ma Akrnolinsk i mälber beti örtliche mui;. &tiutu Äalö/aMM
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