Ausgabe 
2.4.1910 Erstes Blatt
 
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Ho

gebiet, der Pfalz. Während aber sonst amtliche Stellen sich an einer Agitation gegen das bestehende Gesetz noch nicht beteiligt haben, unternahm es im pfälzischen Hatzloch (bei Neu­stadt) das Bürgermeisteramt, eine große Zahl Pflanzer der amerikanischen Rebe ins Gemeindehaus zusammenzurufen, um gegen da§ Verbot der weiteren Anpflanzung amerika- nischer Reben zu protestieren. Es ist 311 bemerken, daß gerade im Haßlocher Flachland in den letzten Jahren die amerikanische Konstantia-Rebe mit sehr gutem Erfolg vielfach angebaut wurde, als die deutsche Rebe keinen Ertrag mehr lieferte.

Die Blätter melden aus Hamburg: Im Mausoleum zu Friedrichsruh fand eine erhebende Gedenkfeier aus Anlatz der 95. Wiederkehr des Geburtstages Bismarcks statt. Vertreter von 22 Korporationen legten am Sarkophag Kränze nieder.

Ausland.

Ter ungarischeJustizminister ordnete die Einstellung der gegen Sozialisten und Angehörige von Nationalitäten wegen volittscher Agitation gefüllt len Prozeße an. Liese Maß­regel wird aus den Wunsch der Regierung zurückgeführt, in der Behandlung von Preßprozeffen eine liberale Richtung einzuschlagen und der politischen Bewegung den freiesten Spielraum zu gewähren.

Die Ägenzm Stesam meldet aus Rom: Dec dcutiche Reichskanzler, der sich noch in Italien befindet, und der neue Minister des Aeußeren, San Giuliano, Haden den Wunsch nach einer Unterredung, die am Sams.ag m Flo­renz stattfinden soll. Ter Minister San Giuliano ist am Freitag abend nach Florenz abgereist.

Der Kriegsauchchutz dec türkischen Kammer beendete die Verhandlungen über das Wehrgesetz, das demnächst vor das Plenum gelangt. In dem Motivenbericht, der einen historischen Rückollck enthält, wird erklärt, d.e türkische Armee und die Nation würden dem General von der Goltz für fein Reformwerk ewig dankbar fein.

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 2. April 1910.

** Tageskalender. Stadttheaier: Sonntag nach­mittag iJA Uhr: ,Der fidele Bauer"; abends 7Hz Uhr: B a f a n l a f e n a". Ende der Spielzeit 1909,10.

Kolosseum: Täglich Vorstellung.

K r n e m a t 0 g r a p h: Täglich Vorstellung.

Biograph: Täglich Vorstellung.

Museum ausnahinsiveise von 24 Uhr geöffnet.

Milnartonzerl auf der Liebigshohe. Anfang LV, Uhr.

Anlagemnsit am Sonntag vormittag 11'/, Mr m der Sud-Anlage. Spielplan: 1. Ouvertüre zur OperMartha", von Glotow; 2. Divertissement ans der Oper .ILohengrin", von Richard Wagner; 3. Walzer nach Johann Strauß'schen AiolivcnJruhlingS- luit", von FetraS; 4. Parademarsch, Armeemarich III Rr. 52 von Alöllendori.

*

** Preußische Ä'I aff en Io tter ie. Tie Erneue­rung der Lose zur 4. Klasse 222. Lotterie muß mit Vorlegung der Lose 3. Klasse spätestens bis zum 4. April geschehen fein. Auch müssen die Freilose zur 4. Klasse gegen Rückgabe dec Ge­winnlose 3. Klasse bis zum vorerwähnten Termin eingefordert sein.

** Ein Obstbaukursus für Landwirte begann am Donnerstag unter Leitung des KreisobstbautechnikerS Heberer-Heuchelheim, er dauert bis 6. April. Es beteiligen ich 8 Landwirte.

** Vvn Walr0ssen und Baumausre ißern. Von unserem Spezialberichterstatter gebt uns folgender Bericht zu: Wer kennt nicht den Liebling der deutschen Jugend, den Helden e.egnieb ! Unb fast wäre gestern bet zwe.te Siegfried int Garten ccö Koloneum auigetieten. Tas kam so: Gestern, am 1. "April, lolite nad,' einer Weile Der bayerische Herkules in genanntem Garten einen mächtigen Baum mit Wurzeln ausreißen. Eine große Z u sch a u e r me n ge i;artc sich gegen Abeno im Garten des Kolvsteums cingtiunben, um den 9tach,olgcr des Helden Sieg

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In den Ruhestand versetzt wurde der Rabbiner des Rabbinates Worms Dr. Alexander Stein zu Worms aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung de§ Ritterkreuzes erster Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone.

" Erledigt ist die Stelle des Forttwarts der Forst­wartei Bieben, Oberförsterei Grebenau.

Ap otheker Dr. Caesar f. Mitten auS derArbei heraus wurde gestern nachmittag 4 Uhr der Besitzer der Hirsch-Apotheke, Dr. Julius Caesar, durch einen Schlag­anfall aus diesem Leben abgerufen. Der Verstorbene, der im 59. Lebensjahre stand, war in Fachkreisen durch sein Ein, treten für die Standcsinteressen der Apotheker sehr geschätzt und war Mitglied der pharmazeutischen Prüfungskommission der Landesuniversität. Auch in der Bürgerschaft erfreute sich Dr. Caesar allgemeiner Dichtung.

** Eine Ausschußsitzung des laudw. Ver­eins für die Provinz Oberhessen sand am 31. März statt. Der Vorsitzende, Oekonomierat S ch l e n k e, begrüßte die Erschienenen, insbesondere den Herrn Pro- vinziatdirektor Usinger, der zum ersten Male in der Ver­sammlung erschien. Ter Vorjitzende verlas die Namen einer Anzahl von Herren, die ihren Eintritt in den Verein ge­meldet hatten und gegen deren Aufnahme kein Widerspruch erhoben wurde. Durch Austritt aus dem Verein und durch den Tod einer größeren Anzahl von Mitgliedern ist seit Errichtung der Landwirtscha,tstammer die Mitgtiedcrzahl um ca. 200 gesunken. Immerhin zählt der Verein noch 1800 Mitglieder. Das läßt deutlich erkennen den Willen, den Verein auch in der Folge bestehen zu lassen wie das auch durch einstimmigen Beschluß in der Hauptversammlung vor 2 Jayren betunoet wurde. Der Vorsitzende hatte im Ausschuß und in der Hauptversammlung im Dezember v. I. den Vorschlag gemacht, die Bestrebungen zur Hebung des landwirtschaftlichen Betriebes speziell in Oberhessen, den Provinzausschuß der Landwirisa-astskammer auch durch Geldmittel zu unterstützen. Der Provinzausschuß der Landwirtschaftskammer hatte entgegenkommend dahin­gehende Vorschläge gemacht. In der gestrigen Sitzung des Provinzialausschusses wurden dahingehende Beschlüße ge­faßt, so daß im laufenden Arbeitsjahre der landw. Pro­vinzialverein mit dem Landwirtscha,tsiammer-Ausschuß für Oberhessen in gemeinsamer Tätigkeit einzelne Zweige des landwirtschaftlichen Betriebes zu fördern bestrebt sein wird. Diese Nachricht wird allen Landwirten in der Provinz, die dem landwirtschaftlichen Provinzialverein angehören, den ihre Väter vor nahezu 80 Jahren ins Leben riefen und in treuer Arbeit in diesem Verein das landwirifchaftliche Gewerbe förderten bis zu der heutigen stolzen Höhe, will­kommen sein. Der landwirlschaitliche Provinziaiverein und der Provrnzialvereins-Ausschuß der Landwirtschaftskammer, zu gemeinsamer Arbeit verbunden, in der dem letzteren natürlich der Löwenanteil zufällt, werden auch in der Zu­kunft segensreich wirken in der Erkenntnis, daß gutes Ein­vernehmen allein die Bestrebungen zur Hebung des land­wirtschaftlichen Betriebes in der Provinz fördern kann. Die Äandwirtschaftstammer als die gesetzliche Verrretcrin der Landwirtschaft int Lande wird es in" der Folge aner­kennen, lvenn freie landwirtschaftliche Vereine in den Pro­vinzen weiter bestehen, wie das in anderen deutschen Bundes­staaten, besonders im Königreich Prenßen, sich daS schon gezeigt und bewährt hat. Die hessische Landwirtschafts- lammer ist mächtig genug, um die freien landwirtschaft­lichen Vereine, die sich seit 80 Jahren so vortrefflich be­währt haben, neben sich dulden zu tönnew Sie würde der ferneren Entwickelung der Landwirtschaft in Hessen direkt schaden, wenn sie die freien landwirt,christlichen Vereine zu erdrücken bestrebt wäre.

*' Von der Straßenbahn. Im Marz fuhren auf der Elektrischen 94 369 Personen, darunter 614 städtische und 379 Postbeamte im Dienst. Die tägliche Benutzung der Bahn lleUt sich im März durchschnittlich auf 3045 Fahrgäste, während der abgelaufenen 131 Betriebstage jedoch auf 3345 Fahrgäste. (Seit dem Eröffnungstage fuhren im Ganzen 437 160 Personen). An den beiden Osterfelertagen betrug die Frequenz zusammen 9659 Personen. Die Ver- kehrSgestaltung seit Beginn des Jahres läßt erkennen, daß der Reiz der Neuheit überwunden ist und die Verkehrs- verhältmsse nun stabil geworden sind. Es wurden nämlich befördert Januar 96 347 (täglicher Durchschnitt 3127), Februar 86 989 (täglicher Durchschnitt 3106), März 94 369 Personen (täglicher Durchschnitt 3045 Personen).

** Schluß der Ringkämpfe im Kolosseum. Zweifellos waren die letzten Ringkämpfe am Donnerstag abend die interessantesten der ganzen Konkurrenz, Nur vier Ringer stritten um die ausgesetzten Preise und zwar der Mann mit der Maske gegen den Schotten Maedonald um den 3. und 4. Preis. Nach 25 Minuten siegte der Schotte. Um den 1. und 2. Preis rangen der Franzose Le Boucher und der Weltmeister Weber, letzter siegte nach IV2 Stunde; ein mächtiger Lorbeerkranz wurde ihm über­geben. Demnach ist das Schlußresultat folgendes: 1. Preis mit 1500 Mk. Weltmeister Weber, 2. Preis mit 1000 Mk. Le Boucher (Frankreich,, 3. Preis 600 Mk. der Schotte Maedonald, 4. Preis 400 Mk. der Mann mit der Maske. Das Kolosseum bot gestern abend ein voll­ständig neues, hübsches Programm. Im Vordergrund stand Madame Stefanie mit ihrem melodramatischen Vor- trag^Die Kammersängerin". Das schöne Organ der Sängerin gefiel den Zuhörern ungemein. Nicht minder gefielen die 4 Guerieres, mexikanische Akrobaten. Tie , Soubrette Werra Ja tso n, der Humorist Paul h r i g, die Jongleuse Mig Toni, the englisch Girls und die ' Sängerin Frl. Staff wurden ebenfalls mit lebhaftem Bei­fall ausgezeichnet. Tas neue Programm verdient wohl einen Besuch.

" Vom Großh. Hofe. Prinzessin Heinrich von Preußen ist zum Besuche des Großherzogspaares in Darm­stadt eingetroffen.

** Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Heinrich Wolkewitz zu Dauernheim die evang. Pfarrstelle zu Dienheim übertragen.

** Lehramtspersonalien. Der Großherzog hat den Oberlehrern Bruno Aschenbrenner an der Oberrealschule zu Mainz, Hch. Becker an der höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar zu Mainz, Dr. Herrn. Biedenkopf an der Real- und Landwirtschafts­schule zu Groß-Umstadt, Ludw. Buxbaum an der Ober­realschule zu Worms, Eduard Becker an der Oberrealschule zu Alsfeld, Dr. Aug. Freiherr v. Gall an dem Landgraf Ludwigs-Gymnasium zu Gießen, Dr. Otto-Glas er an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt, Hch. G l e n z an der Ober- realschule zu Offenbach, Dr. Jak. Hellwig an dem Neal- gyinnasium zu Mainz, D. Friedr. Herrmann an der Viktoriaschulo und dem Lehrerinnenseminar zu Darmstadt, Aug. Keßler an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt, Joh. Jos. Kraemer an dem Ostergymnasium zu Mainz, Dr. Gg. Kraus müll er an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen, Friedr. Kunkel an der Viltoriaschule und dem Lehrerinnenseminar zu Darmstadt, Rektor Dr. Wilh. Letter mann an der höheren Bürger­schule zu Groß-Gerau, Moritz Repp an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen, Karl Rouge an der Realschule zu Michelstadt, Hans Rupp an der Oberreal­schule zu Heppenheim, Hch. Sohn an der Oberrealschule zu Mainz, Rektor Otto Weißgerber an der Schlller- schule zu Friedberg, Gg. Miß mann an der höh. Bürger­schule zu Langen, Karl Zimmer an dem Realgymnasium zu Darmstadt, Dr. Max Zimmermann an dem Gym­nasium zu Worms den Charakter als Professor erteilt. Durch Entschließung des Ministeriums des Innern wurden die Lehramtsreferendare Karl B e ck e r zu Worms, Theodor Buchinger zu Mainz, Dr. Walther Diem'er zu Gießen, Karl Doepfer zu Gießen, Rud. Dumont zu Worms, Karl E m m e l zu Tarmstadt, frarf .Engelhardtzu Groß- Bieberau, Dr. Gg. Frank zu Heppenheim, Dr. Karl Hein- r 1 ch s zu Laubach, Dr. EmibH e m t e n zu Tarmstadt, Wilh. Heyl zu Tarmstadt, Joh. Kämmerer zu Mainz, Rud. Keller zu Friedberg, Franz Kieffer zu Mainz, Karl Kircher zu Tarmstadt, Dr. Herm. Knöllinaer zu Gießen, Beruh. Magsaam zu Alsfeld, Fritz Meywald zu Tarmstadt, Wilh. Philipps zu Wimpfen, Gg. P l 0 ch zu Grunberg, Hch. Salomo^ ^u Vilbel, Dr. Bernhard Schind l in a zu Mainz, deine. Schmidt zu Butzbach, Tr. Wilh. schraub zu Alzey, deinr. Schuster zu Offen­bach, Wilh. Schwarz zu Offenbach, Wilh. Schwinn zu Darmstadl, Ludw. S e i b e r t zu Groß-Umstadt, Dr. Eduard Stohr zu Gießen, Gg. Struth zu Gießen, Emil Vol­lert zu Tarmstdat, Dr. Herrn. Wehrheim zu Gießen zu Lehramtsassessoren ernannt.

* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem SchulamtZaspicanten Guido Maurer aus Groß-Umstadt eine Lehrerstelle an der Gememdeschule zu Horchheim. In Ober-Ingelheim wurden dem israelitischen ReligionSlehrer Louis Langstädter die Rechte eines definitiv angestellteu Volksschullehrers verliehen.

* Neuer Regierungsassessor. Durch Ent- lchließung des MmlsterlUlns des Innern wurde der Referendar Dr. Walter Georgi aus Darmstadt zum Reglerungsasseffor ernannt.

" Neubaubehörde für den Amtsgerichtsbau in Gießen. Der Bauinspektor für besondere Bauausführ­ungen Hugo Landmann zu Darmstadt wurde zum 1. April nach Gießen als Vorstand eines Neubaubureaus für den Amts- gerlchtsbau daselbst versetzt. Der seither zur vorübergehenden Dienstlelstnng bei der Minlsterialabteilung für Bauwesen ein­berufene Bauinspektor des Hochbauamts Tarmstadt Baurat Wilh. Diehl hat am 1. April die Geschäfte des Hochbau- amts Darmstadt wieder übernommen»

Berlin, 1. April. In dein Prozeß gegen den verantwort­lichen Redakteur desVorwärts", Richard Barth, der be chuldigt ist, durch eine Reihe von Artikeln zur Veranstaltung von Versammlungen unter freiem Himmel und Auszügen ohiu die vorgeschriebene Anzeige oder Genehmigung und dadurch zum lln gehorsam gegen das Vereinsgesetz aufgefordert zu haben, erkannte das Schöffengericht Berlin-Mille wegen llebertrctung des Reichs - vereinsgesetzes und Vergehen gegen die §§ 110 und 111 des Straf gesetzbucbcs auf eine n M 0 n a t Hast, sowie Einziehung und Vernichtung der betcejfendeii Exemplare und der zu ihrer Her­stellung .benutzten Platten pnd Formen. In der Begründung

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Paris, 1. April, der deutschen Botschaft ihre aufrichtige Teilnc kaiserlichen Aegierunc

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Das Llivendium (anr tdnnen icöod.i nur Anach -Verden, welche Beträge zu

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fried in Tätigkeit zu sehen. Schon Begann die verabredete Stund« , 5U schlagen und mit Spannung erwartete die ungeduldige Menge das esch au spiel. Siegfried II. hatte aber inzwischen die Nachricbt

; erhalten, daß Iber böse Trache, den er mit den ausgerisjenen ' Bäumen verbrennen wollte, auf unerklärliche Weise verschwunden und in Langd bei Hungen aufgetaucht Ivar. Dort Ijattc er die erschreckte Volksmenge angegriffen, die zum ersten Aufstieg des ans Amerika eingetroffenen Flugapparats sich angesammelt hatte. Turch dralchwse Telegraphie war Siegfried II. als Trachen- töter bestellt worden. Mittels des gestern mittag eingetrofsencn LuftschiffesGießen I" eilte er den Langd em zu Hilfe. Bei der , Heimfahrt trat leider eine Beschädigung anGießen I ein, und so mußte das Publikum im Kolosseums-Garten auf das Sckmuspiel verzichten. Toch aufgesckwben ist nicht aufgehoben, genau narb einem Jahr am 1. April 1911 wird Siegfried II. das Ver­säumte nachholen. 2amt wird sich auch das neugierige Wairoß, das sich ebenfalls das Baumausreißen ansehen wollte, wieder von den Strapazen der ungewohnten Landreise von der Lahn zum Kolosseum erholt haben und den Gießenern eine Gratis Vorstellung tmTeiche an der Ost-Anlage geben. Ter Mann mit «der Wünschelrute endlich blieb aus. Nach einem uns aus einer Universitätsstadt zugegangenen Privattelegramm wurde er don an dem bekannten sind. Biermörder festgelMlten, der ihn zunächst nach besserem Bier suck-en lassen will. Hierfür braucht die sonst nur auf Wasser dressierte Wünschelrute wohl ein ganzes Jahr, io daß das Quellensuchen erst übers Jahr vor sich geben tarnt.

-1. Garbenteich, 1. April. Für das neue Lrchul- haus, das dieses Jahr gebaut wird, hat die Gemeinde einen Bauplatz von Johannes Hinderländer erworben, den Quadrat­meter zu 2 9)if. Das SchulhauS kommt nach Grüniugen zu zu stehen. Diese Woche hat sich in unserer Gemeinde eine zweite Schweine-Versicherungskasse von etwa dreißig Mitgliedern gegründet, die meist dem Arbeiterstande an» gehören. Zum Präsidenten wurde Ludwig Briegel gewählt.

= Alsfeld, 1. April. Im Kreise Alsfeld sind noch 4 Lehrer tätig, die mehr als 40 Dienstjahre zählen. Es sind dies die Lehrer: Walther zu Schwarz, Volk zu Schadenbach, Becker zu Flensungen und Döring zu Wind­hausen. Walther ist sogar noch auf seiner ersten Stelle und verlieht dort schon 45 Jahre mit der größten Treue sein Amt. Döring ist auch schon 41 Jahre un hiesigen Kreise tätig.

A Wenings, 1. April. Die Jungviehweide wird gegenwärtig von der Landwirtschaftskammer ganz be­trächtlich erweitert. Mit einem Kostenaufwand von etwa 15 000 3)if. werden Schutzbauten, Gehege, Ställe usw. ver­größert.

X Vorn Vogelsberg, 1. April. Es werden lebhafte! Klagen geführt über die Beschädigungen der Saaten durck Raben und über die Abnahme der nützlichen Vogelarten. Um dem Ueberhandnehmen der Raben, Krähen, Tohlen, Häher und Elstern zu Iteuern, sollen sie durch geeignete Personen abgeschossen werden. Ten ältesten Pvlizeidiener Hessens dürfte das Torf DrrlamMen haben. I. Merz ist jetzt 83 Jahre alt unb vergeht sein Amt 43 Jahre.

O Homburg v. d. H., 1. April. Anläßlich des Besuehs des Kariers und der Kaiserin soll hier ein W 0 h l t ü t i g k e r t s fest oeranstaltet werden,, als dessen Glanzpuntt die Ausführung emer hessischen Bauernhochzeit geplant ist. Mw wir zu Ansang des Jahres berichtet haben, trägt man sich hier bereits lange Zett mit dem Gedanken, eine neue Q uell e zu erbohren. Tre Stadtverordneten bewilligten nun 70 000 Mark für eine Tieflwhrung am Seedamm. Tie Leitung der Arbeiten untersteht 4x. Roth-Frankfurt a. M.

L. Bad-Nauh eim, 1. April. Etwas über 300Bäder werden eben täglich im staatlichen Badehaus VIII. ge­geben, wozu noch nahezu 80 im Konytzlistift kommen. Vom 15. d. M. -ab wird noch ein weiteres Bädehaus eröffnet, nach Bedarf auch ein drittes. Ebenso wird am 15. d. M. das Inhalatorium dem Gebrauche übergeben. Tie Eröffnung des Kurhauses und der Lesesäle fand heute statt. Tas Wr n der st ein-Orch etter beginnt am 15. feine täg­lichen Konzerte. Musikdirektor Winderstein ist bereits ein­getroffen. Am 28. Mai wird seine Kapelle in Verbindung mit dem Friedberger Musitverein im neuen Konzertsaale Die Jahreszeiten" zur Aufführung bringen.

[] Marburg, 1. April. Am weißen Sonntag werden in den hiesigen evangelischen Kirchen 176 Knaben und 143 Mädchen konfirmiert. In der katholischen Kirche emp­fangen 10 Knaben und 20 Mädchen die erste Kommunion.

hg. Kirchhain, 1. April. Gestern mittag entstand rm Hause des Gastwirts Konstantin Rhiel ein Brand, durch den das Dachgeschoß das Hauses zerstört wurde. Nach etwa sechsstündiger Arbeit gelang es der Feuerwehr, den Brand zu löschen. Es traten 5 Spritzen in Tätigkeit. Tie Löscharbeiten wurden durch die ziemlich bedeutende Höhe des Gebäudes, durch heftigen Ostwind und durch Schnee­schauern sehr erschwert. In Schweinsbera spielten gestern einige Knaben auf dem Bahnhof. Hierbei tarn der Liwa 12 Jahre alte Sohn des Gastwirtes Sieb erb zwischen 2 Eisenbahnwagen, bie zusarnmenstießen, und wurde hierbei hem Knaben der Schädel eingedrückt. Der Tod trat sofort ein. Der traurige Vorfall erweckt allgemeine Teil­nahme.

Frankfurt a. AL, 1. April. Aus dem Ausstel­lungsplatze der Ausstellung für Sport und Spiel stürzte gestern vormittag ein Gerüst zusammen und begrub den Zimmermann Franz Krüger unter sich. Krüger erlitt einen schweren Schädelbruch und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Die bei einer Herrschaft in der Arndt- traße betnenftete Anna Bollinger geriet in der Wasch- üche dem Feuer zu nahe, so daß die Kleider Feuer in gen. Das Mädchen erlitt schwere Brandwunden, die hre lleberführung ins Krankenhaus notwendig machten.

w. Frankfurt a. M., 2. April. Heute nacht starb infolge eines Gehirnschlages der durch seine schriftstellerische Tätigkeit bekannt gewordene Bankprokurist Siegfried Schott. (Der Verstorbene war längere Jahre auch für den Gieß. Anz. als Musikberichterstatter tätig. Red.)

(ßci?id?tsfaaL

w. Darmstadt, 1. April. Die hiesige Strafkammer ver­urteilte den verantwortlichen Redakteur desOffenbacher Abend­blatt", Ignatz Klug von Offenbach, wegen Beleidigung des Amtsrichters AL e y e r zu 500 Mark Geldstrasie und Tragung der Kosten. Der Prozeß, zu dem auch Staatsminister Ewald als Zeuge geladen war, stand im Zusammenhang,- mit einer vom Abgeordneten Ulrich im November v. I. in der Zweiten Kammer hervor gerufenen Auseinandersetzung über Vorgänge am Amtsgericht Offenbach.