Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten.
Sie Litze in ter Nähe des Kraters ist sastchnerträgllch; nach einer Stunde verlassen wir dann halb betäubt die Stätte, um zurück zu kehren in tiefere Regionen, füio es stiller ist und kühl. Im ganzen scheint der Ausbruch viel kleiner zu sein wie die berühmten Ergießungen von 1886 und 1892. Aber die Lava hat tiefe steile Schluchten gefunden, sie hat sich nicht in die Brette verloren, Strombette haben ihr den Weg gezeigt, und darum hat sie in zwei Tagen so gewaltige Strecken zurücklegen können."
— Hygiene-Ausstellung Dresden 1911. Die grundlegenden Vorbereitungen für die Internationale Hygiene- ausstellung Dresden 1911 sind nun zum Abschluß gekommen. Nach der „Münch. Med. Wochenschr." wird die Ausstellung fünf große Abteilungen umfassen: die wissenschaftliche Abteilung, die historische Abteilung, die populäre Abteilung, die Sportabteilung und, in aUc Abteilungen eingreifend, die Industrie. In der wissenschaftlichen Abteilung soll ein möglichst lückenloses Geiamtt bild der hygienischen Wissenschaft vorgeführt werden. Tie historische Abteilung wird die Geschichte der Hygiene vom frühesten Alter- tunte bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts in einem zusammenhängenden Bilde zur Darstellung bringen. Die populäre Abteilung, eine Erweiterung der im Jahre 1903^auf der deutschen Städteausstellung in Dresden vorgeführten sonderausstellung „Bolkskrankheiten und ihre Bekämpfung", soll das ganze Gebiet der Hygiene des Einzelmenschen umfassen. In der Sportabteilung werden im Anschluß an die wissenschaftliche Ausstellung alle "Arten Sport praktisch zur Vorführung gelangen; diele Vorführungen sollen außerdem auch nach der Richtung hin verwertet werden, daß in einem besonderen Laboratorium nach den in neuerer Zeit ausgebildeten Methoden die Einwirkung der Leibes- übungen auf den menschlichen Organismus möglichst eingehend studiert wird.
— P a s si o n s s p i e l e O b e r a m m e r g a u 19 1 0. Tank der günstigen Witterung können die Proben bereits im Passionstheater, dessen Bühne im Freien liegt, durckfgejührt werde:,. Zu einer so frühen Zeit war dies bei keiner der früheren Pa, swns ausführungen möglich. Am 13. März sand zur Prüfung der Akustik die erste Musik- und Gesangprobe statt, wobei ficb zeigte, daß die Klangwirkung ganz vorzüglich ist. Da jetzt sämtliche Kostüme fertiggestellt sind, haben die Spielübungen bedeutend an Vervollkommnung gewonnen; auch schreiten die Proben rüftig vorwärts.
Deutsches Neleh.
Der Kaiser, die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise find Freitag abend 10 Uhr 30 Min. nach Homburg v. d. H. abgereist.
Eine Massenbittschrift um Aufhebung des Reblausgesetzes wird in der Nheinpfalz vorbereitet und wird dem bayerischen Landtag unterbreitet werden. Wie besonders im Rhemgau sich die Unzufriedenheit der Weinbauern mit den strengen Bestimmungen des Reblausgesetzes ständig vermehrt, so auch im größten deutschen Weinbau-
Andrea; Achenbach f-
AuS Düsseldorf meldet der Draht:
Ter Maler Professor Andreas Achenbach ist heute morgen im Alter von 94 Jahren greftorben. Erst dieser Tage hatte der Verein für Kunstausstellung be'chlofsen, im nächsten Jahre eine Andreas Achenbach-Ausstellung zu veranstalten, aus der nun eine Gedächtnis-Ausstellung^wer- bc,i wird. Ter Verstorbene war Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf.
Der Tod Achenbachs kam, den Düsseldorfer Blättern zufolge, trotz des h.ten Alters des Verschiedenen überraschend. Ter Künstler wurde am Ostermontag bettlägerig und in der vorvergangenen Nacht trat der Tod ein. Tie Beisetzung findet am Düms.ag nachmittag statt. Unter den eingelaufenen Beileidsrundgebungen befindet sich auch ein Telegramm des Zivilkabinetts, das dem Bedauern des Kaisers üb. r das Hinscheiden des letzteren der deutschen Künstler- fchast herzlichen "Disdruck verlieh.
Andreas Achenbach ist am 29. September 1815 zu Kassel geboren und kam 1823 nach Düsseldorf, wo seit 1826 Schadow und Schirme r seine Lehrer wurden. 1835 siedelte er nach München über. Er wurde zuerst durch seine nordischen Bilder bekannt, die er aber noch seiner Phantasie entnommen hatte. Erst im Jahre 1839 lernte er die nordische Landschaft in Wirklichkeit kennen. 1843 ging er nach Italien, wo er drei Jahre lang verweilte, nachdem er noch im selben Jahre zum Katholizismus übergetreten war. Achenbach war vor allem Techniker und wenn er sich auch vielfach betätigte, die niederländische und die nordische Landschaft gelang ihm neben seinen Secitüdcn am besten.
In seiner Auffassung durchaus Realist, malte er ein paar sehr stimmungsvolle Natnrbilder, die in wirkungsvollem Gegensatz zu den damals üblichen Ideallandschaften standen. Achenbach hatte eine große Anzahl hervorragender Auszeichnungen erhalten, U. a. den Ehrendoktor und einige goldene Medaillen.
In den 70 er Jahren steigerte sich die Tätigkeit Achenbachs ;u einer Massenproduktion, aus der nur einige bedeutende Werke, wie z. B. die lieber sch wemmung am Niederrhein (1876) hervorragen. Mit dem Begimi der 80 er Jahre vertiefte er sich wieder yit größerer Ruhe und Sorgfalt, wofür eine Gebirgsmühie und eure Mondnacht 1'1882), der holländische Hafen in der Berliner Nativnalgalerie (1883), eine westfälische Mühle bei Mondschein
politische Wochenschau.
Gießen, 2. April.
Alle Aufmerksamkeit gehört dem Künftigen; was nach den Ostertagen bisher sich ereignet.hat, ist für uns Deutsche nicht von der größten Bedeutung gewesen. Auch der Kttbi- nettswechsel in Rom kann uns ziemlich gleichgültig sein, er hat sich unter interessanten Umständen, unter der Zeugenschaft eines deutschen Reichskanzlers, vollzogen. Mit erfreulicher Uebercinsrimmung hat die deutsche Presse bei dieser eigentümlichen politischen Führt Würde und Ernst bewahrt/und im Auslaride hat man offenbar nur im stillen gelacht. Jetzt hat Herr v. Bethmann-Hollweg dem neuen leitenden Minister Italiens aus Florenz seine aufrichtigen Glückwünsche geschickt, und Herr Äuzzatti hat den ernsthaften und gesetzten Preußen einen „wahrhaft überlegenen Staatsmann" genannt. Dessen Landsleute sind nun in die Lage gesetzt, darüber zu philosophieren, ob das wahr und ernst gemeint sei. Es zog Einer roohlgerüstet aus, um Löwen zu jagen, und fand nur Mäuse. Amtlich wurde dann gute Miene zum bösen Spiel gemacht, es wurde verkündet, der Besuch erfülle doch seinen Zweck, sei nur als ein Höflich- leitsschritt gedacht und solle keine politische Bedeutung haben. Das wollen allerdings nur die Dummen glauben, denn man weiß doch: unsere Reichshauptstadt wird wohl vergeblich darauf warten, daß Herr Luzzatti sie mit seinem Besuche beehren wird, es müßte denn gegen allen bisherigen Brauch gehen.
Man wird den Eindruck nicht los, daß die Romreife mit den jetzigen Kunststudien, die wohl den nüchternen Rückzug maskieren sollen, das Werk eines diplomatischen Neulings gewesen sei. Es ging nicht viel dabei verloren, wenn auch das Grinsen der Nachbarn nicht gerade angenehm ist, aber die ausgeworfenen Netze find leer geblieben. Herr v. Bethmann-Hollweg ist um eine Erfahrung reicher. Ünd wenn sein herbes Gemüt.zu der Ueberzeugung kommt, daß aus dem Tafeln an fremden Tischen und dem Austausch von Höflichkeiten nichts Gescheites und Zuverlässiges heraus- lommt, dann dient uns das vielleicht nur zum Besten. Das alle Fangballspiel zwischen den D reibundmächten hat, wie die Phrase von den traditionellen freundschaftlichen Beziehungen, längst oen Reiz der Neuheit verloren, und wir wollen hoffen, daß der saftlose Telegrammwechsel mit Luzzatti, an dessen gütiger Wohlgeneigtheit doch keineswegs das Heil des Deutschen Reiches liegt, für unseres Kanzlers Gesinnung nicht mehr bedeutet, als der sittegemäße Gruß eines korrekten Mannes. Daß ein solcher Gruß heute vor der Welt ungefähr einen Klang hat wie der Traumlaut eines Kindes in schlafstilter Mcht, das hat der neue Staatsmann vielleicht erst hinterher erkannt. Wenn heute gemeldet wird, daß in Florenz nochmals eine Aussprache mit dem italienischen Minister des Auswärtigen ftattfinden soll, so ändert das an den bisherigen Eindrücken nur wenig.
Heute scheinen Reisen überhaupt nicht mehr das Zeugnis der Stärke und des Machtbewußtseins au fein. Die noch vor einigen Jahren üppig gepflogene Berliner Gewohnheit ist umgemünzt unb umwertet worden. Vollends unter dem nüchternen, „philosophischen" Kanzler müssen wir die alten Dekorationsstücke sachte beiseite legen. Heute ist es das Recht der Baltankönige, zu reisen und um gutes Wetter zu bitten. Vor den Thronen in Petersburg und Konstantinopel waren für Peter und Ferdinand die Teppiche ausgebreitet; und es wurde Friede geschlossen: weitihegenbe Pläne sind zerronnen. Die Türkei stärkt unter den Iung- türfen feine Wehrmacht, unb das Zarenreich klimpert mit gesundeten Finanzen, arbeitet in stolzer Schaustellung vor dem Auslande an seinem inneren Ai tsbau und legt feine
Herrfcherfcrust auf Finnland. Statt allzu eifrig an der bisherigen llel>erlieferung weiterzufpinnen, sollte Herr von Bethmann-Hollweg nützliche Fäden auch in die russische unb türkische Hauptstabt leiten. Dort könnte es ossenbar viel rege Arbeit geben, um uns Einflüsse zu sichern.
In Abessinien hat der Tod Menelits alte Fragen wieder aufgeworfen. Wie mag es dort mit der deutschen Politik jetzt stehen? Wenn es gelungen ist, die Diktatur der Kaiserin Taitu zu verhindern, wer wird die Zugel der Herrschaft ergreifen? Mir haben Menelils Testament gestern veröffentlicht. Er hinterläßt einen unmündigen Sohn und Thronfolger und hatte ganz recht, die Großen seines Landes zur Eintracht aufzufordern. Um Abessinien ringen bekanntlich als Nebenbuhler Italien, Frankreich und England. Erst später, infolge eines Entschlusses Mene.iks, sind auch deutsche Beamte in das Land eingezogen, um auf des Negus Geheiß die dortige Kultur fördern zu helfen. Wir haben in Adis Abeba feit 4 Jahren eine deutsche Gesandtschaft. Es hat vorläufig den Anschein, als wollten die Führer der Gingeborenen Menelits Rat befolgen, sich einigen und Bruderkriege, die nur den Fremden zum Eingreifen Gelegenheit geben wurden, vermeiden. Wie lange dieser Zustand dauern wird, ist allerdings heute schwer abzusehen. Deutschland wollte hauptsächlich wirtschaftliche Interessen wahrnehmen, fein Gesandter hat allerdings die Mission Dr. Zintgraffs, des ehemaligen Vertrauten und Ratgebers Menelits, schlecht geschirmt. Es kommt jetzt sehr viel darauf an, baß wir Dort durch tüchtige Diplomaten vertreten ftnb. Wenn neue Verträge abgeschlossen werden, infolge fremder Umtriebe eine Aufteilung ober bie Abgrenzung von „Einflußsphären" erfolgen sollte, darf Deutschland nicht außer dem Spiele bleiben. Dann muß es sich vielmehr zeigen, ob das Berliner auswärtige Amt aus den marokkanischen Handeln endlich gute Lehren gezogen hat.
Tie politischen Tagessragen treten zurück vor der Botschaft aus Mülheim a. Rhein, die uns den Tod m seiner furchtbarsten Gestalt zeigt. 22 Menschen in blühendem Alter sind ihm zum Opfer gefallen, 58 Verletzte hegen in den Krankenhäusern. Tie Schuldfrage ist noch nicht endgültig beantwortet, doch hängt über dem Haupt be§ verhafteten Lolomoiivführers das düsterste Geschick. Ob die Festtagszeit an den Unglücklichen, der als ein wachsamer unb zuverlässiger Beamter bezeichnet wird, besonders schwere Anforderungen gestellt haben mag und ob bie Eifenbahn- verwaltung nach dieser Richtung aus dem Unglück Lehren <ür bie Zukunft zu ziehen hat? Die „Köln. Ztg." hatte berichtet, daß der Rettungsdienst zwar gut gearbeitet habe, daß aber die bahnamtlichen Hilfslolvnnen zu spät eingetroffen seien und sich schlecht bewährt hätten. Die Eisenbahndirektion Köln veröffentlichte darauf eine Erklärung, in der diese Vorwürfe zurückgewiesen werden unb fest- gestellt wird, daß die Hilfszüge „mit größter Beschleunigung" (die genaue Zeitangabe fehlt) an der Unfallstelle gewesen und die beiden Mülheimer Bahnärzte unmittelbar nach dem telephonischen Anruf gleichfalls erschienen feien. Es wird sich gleichwohl die Frage erheben dürfen, ob die ganze Organisation des bahnamtlichen Rettungsdienstes nicht einer Vervollkommnung bedarf. Würde es nicht anzu- raten sein, namentlich für größere Bahnhöfe, die Bahn- ärzte in Dienstwohnungen an Ort und Stelle ständig zur Verfügung zu haben, so daß für das zahlreiche Personal der Kranlenkässe auch die ärztlichen Sprechstunden gleichzeitig zweckmäßiger eingerichtet werden könnten? Wir glauben, daß der ausgedehnte Dienst im Eisenbahnverkehr aus der Einrichtung von Dienstwohnungen für Aerzte in Bahnhöfen großen Nutzen ziehen könnte. Für die Beschleunigung des Rettungsdienstes bei Unfällen müßte jede Möglichkeit einer Verbesserung eingehend geprüft werden.
Dunkel und widersprechend waren die Meldungen aus Abesfinien immer. Nach heute cingefaufenen Nachrichten soll Menelik nicht gestorben sein:
Rvrn, 1. April. Tie von ber Agence Hav'as verbreitete Nackrickt vorn Tode Mcncliks ist, wie der „Agcnzia ste^ani aii" Add^s-Abbeba unter dem heutigen Datum telegraphiert wirb, unbegründet. Ter Zustaub des Negus ist unver ändert. Tas Land ist ruhig. Tie Kaiserin Taitu hat sich reigcbluli bemüht, mit den Anführern der Schoa ein Einvernehmen zu
— W i e am Aetna ein neu er Berg entsteht, schildert Luigi Barzini im Gbrricre della Sera. In "Segle.huig eines Bergführers ist er unter großen Anstrengungen bis nahe an Mit Rand der tätigen Krater vorgedrungen. „Tas Getöse ist gewaltig, es schweigt nicht einen Augenblick. Van den Kratern kann man mir die unteren sehen, die die mächtigsten sind. Doch es scheint, als ob die Unruhe des Berges zurückgeht. Bis auf '200 Meters faim man ungefährdet an den großen Krater berankonimen. Der Ausbruch beliebt aus enter ungeheuren Lavafontäne,, die gegen WO Meter hoch ist. In der Luft Leilt sich, chle flüssige Masse, bricht und formt ihre großen Tropfen. D : sind riesige Feuer- tropsen, die auf ihrem Wege unaufhörlich bie Farbe unb chas Aussehen wechseln, die sich drehen, verlängern und mit einer ätherischen Leich'.igkeit strahlende Ieuerlinien an das^Firmament zeichnen. Man will erst nicht glauben, daß dies Steine sinb. Wie ein Regen fallen sie nieder, platten dabei ab, thäufen sich übereinander und bilden so aus frischer Lava einen immer höher lieb au st in inenden Lavakegel, an dem der Lava ström sich zerteilt. Wir erleben das wunderbare Entstehen eines Berges: der Anblick ist van grauenhafter Größe. Nichts in der Welt kann bem an Herrlichkeit ober an Sch.-ecken gleichen; hier vereinigen sich dos Jener, der Blitz, der Donner, bie Dunkelheit und das ■ Unerklärttche, kurz all s, vor dem der Mensch immer gebebt hat. Die Wut und der Zorn der entfesselten Elemente scheinen immer wilder unb drohender zu werden, weil sie unerklärlich bleiben. Wenn der Wind auf Augenblicke bie mächt am Rauchwolken von den sließenden Lovaströmen sortschlcudert, sieht man einen unbeschreiblichen Tumult; rot: und rosige Wider,a-eine baden alle Felsen und Klüfte, unzählige glühende Meteore werden gen Himmel geschleudert. Und tiefer unten zieht majestätisch breit unb w aufhaltsam der Lavastrom dahin; die ersten Aschenbildungen hülfen den Strom in einen leichten ungleichmäßigen grauen Schleier.
Nr. 7« Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 2. April 1910
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o^uynis ablegen. Seit mehr als 60 Jahren lebte Achenbach in Düsseldorf.
Auch auf dem Gebiete her Lithographie unb Radierung hat Achenbach Bedeutendes geleistet. Zu den Mfisterw'erken gehören pte „Ueberschwemmung am Niederrhein" (1876;, der hollänbpche Hasen (1883, in her Berliner Nationalgalerieh einlausender Dampfer (1888) unb der Untergang des Dampfers Präsident im! Epe des Atlantischen Ozeans, (1842).
erzielen. .
Paris, 1. April. Das Ministerium des Aeup er en erhielt eine vorn 31. Marz datierte Depesche des französischen Geiandten in Add^s-Abbeba, die keine Erwähnung de s TvdesMe- n e l i k s enthält. *
lnruhen in Liberia und ein deutsches Kanonenboot.
Echo be Paris" unb „Daily Telegraph" meldeten,^ baß das deutsche Kanonenboot „Sperber" in Cap Palmas (Republik Liberias versucht habe, Truppen zu landen, daraufhin habe es von den liberianischen Behörden den Befehl erhalten, dies zu unterlassen und sich innerhalb 36 stunden aus den liberianischen Gewässern zu entfernen. Tas Kanonenboot ei diesem Befehl nachgekommer, ,
Der dieser unzutreffenden Meldung zu Grunde, liegende Tatbestand ist nach einer amtlichen Meldung der folgende: Am 19 Iebruar 1910 erhielt der „Sperber", auf der Ruckrepe nach Tua>a begriffen, in Lome ein Telegramm von deutschen Firmen in Cap Palmas, das ihn dorthin zum Schutz der Europäer gegen aufständisck/e Eingeborene zu kommen bat. Am 23. Februar traf das Kanonenboot in Cap Palmas ein, wo auch das llberianiicht' Regierungsschiff „Lark" vor Anker lag. x-a sick brr- Iuhrer der liberianischen Regierungsttrivven, General Pa dm ore, außer Stande erklärte, das Eap Palmas gegenüberliegende F.ußujer von den dort befindlichen aufständischen Eingeborenen zu inubcrn, erbot sich der Kommandant des „Sperber", dies zu tun, falls ber liberianische General sich die Lösung der Aufgabe nicht zu- traue. Das Anerbieten wurde, nachdem Knegsrat abgehatten worden war, am nächsten Tage höflich dankend abg e lehnte Die liberianischen Truppen eröffneten, um ihren guten Willen zu zeigen, ein halbstündiges langsames Fen er am ein jenseits des Flusses gelegenes Torf, das von den aufstandiichen G r e b o s ebenso erwidert wurde. Eine -Störung ber üblichen Tätigkeit ber Bewohner von Cap Palmas fand durch das wechselseitige Schießen nicht ftätt. Da aus der ganzen Apt des „Aufstandes" klar hervorging, daß es sich nm eine mehr komische als ernsthafte Sache handelte unb da fidf die aufstandiichen Eingeborenen auch sofort bei Ankunft des „Sperber" von dem Cap Palmas gegenüberliegenden Ufer zurückgezogen, ist keinerlei Gefahr für Eigentum und Leben bisher eniftanben. Ein ernstlicher Angriff auf den Ort Cap Palmas war auch ausgefchlofwn, so lange ber liberianische Regierungsdampfer im Hafen lag. xa* Kanonenboot ging am Tage nach feiner Ankunft wieder m see, um planmäßig seine Reise fortzusttzen Eine Aufforderung zum Verlassen des Hajens hat ber „Sperber selbstverständlich nickst erhalten.
London, 1. April. Der Gesandte Liberias erklärte einem Vertreter des Reuter'schen Bureaus, Großbritannien stimme den Vorschlägen der Union st aalen zu, Liberia finanziellen Beistand zu gewähren unb Reformen^einzu- Mren. Ter Zweck der amerikanischen Vorschläge fei, den ,^rieben zu sichern und ferner eine gesunde Basis ber (sinanzen unb bie Kontrolle der Ausgaben.


