-innütz fein, in einem Augenblick, n» Kuyper selbst sich an einen jGfyrtnrot gewendet habe. Trölftra hätte, anstatt der Kammer die Verantir -rtung für eine Untersuchung aufzuburdcn, die niemals leine pvlitische Felge haben könne, eine gerichtliche Klage gegen Kuyper erheben selten. Tie Minderheit halte eine Untersuchung für nottoenbifl, da ein Ehrenrat nicht die Macht hebe,, Zeugen zu eningen, vor ihm zu erscheinen und unter Eid ausznsagen. Im (übrigen müsse durch eine barlamcntarisck>e Untersuchung scstge- iftdlt nvrben, ob Kuyper in Zukunft iwch nm politischen Leben toetbe teftuehmeu können.
Aus Petersburg wird amtlich gemeldet: Die Ankunft des Königs von Serbien in Petersburg wird zwischen dem 21. und 27. März erwartet. Ter König wird außer von seiner Suite wahrickwinlich vom Ministerpräsidenten und vom Minister des Acnßern begleitet sein.
Der L a n d e s v c r t e i d i g u n g s a u s s ch u ß der russischen Reichsduma beschloß die Verstärkung der Feldmörserartillerie, sowie als unaufschiebbar die Einführung von Merlbänken neuesten Systems in den Geschützfabriken. Nötigenfalls sollen die Werkbänke sogar aus dem Auslande bezogen werden. Weiter beschloß sie die schleunigste Versorgung der Artillerie- Werkstätten mit solchen Materialien, die in Rußland in ungenügender Quantität produziert werden, damit in Kriegszeiten keine Betriebsstörung eintrete. Schließlich faßte der Ausschuß den Beschluß, wonach Juden vom Besuch der militärmedizinischen Akademie ausgeschlossen sein sollen.
Aus Stockholm wird gemeldet, daß der Regierungseitt- rourf über den neuen Zolltarif dem Reichstage vorgelegt wurde. Tarin erklärt der Finanzminister, es zeige sich bei den handelspolitischen Verhandlungen mit Deutschland, daß die schwedischen Zollsätze sowohl formell a l s materiell wenig g c i g n e t feien "5 u einer Basis für solche Verhandlungen. Da nun bald neue Verhandlungen erwartet würden, wäre eine Revision augenscheinlich notwendig. Der Bericht der im Jahre 1906 dafür ernannten Kommission diente dem Regierungsentwurf als Basis.
Aus Auhivari wird gemeldet: Am Dienstag früh ist ein österreichisch-ungarisches Geschwader unter dem Kommando des Konteradmirales Biaus hier eingetroffen, von den montenegrinischen Militär- und Zivilbehörden begrüßt und von der Bevölkerung festlich empfangen worden. Mittags begaben sich der Konteradmiral und die Offiziere des Geschwaders in einer Spezialmission nach Cetiuje.
Ter Marinea nsschu ß des Repräsentantenhauses in Washington stimmte dem Ban von zwei Linienschiffen, einem Reparaturschifs, zwei Kohlenschiffen und vier Unterfeebooten zu.
Der wechsel in der ProvinzialdireMon Sderheffen.
P r o v i.nzia l d i r ö'kt o r Geheime rat T r. B r e i - dert, dessen Versetzung nach Mainz wir gestern meldeten, hat nahezu 8 Jahre an der Spitze der Provinz Ober- Hessen gestanden. Er hat sich durch seine Tätigkeit, seine Liebenswürdigkeit rind sein entgegenkommendes Wesen die "Achtung und Wertschätzung weitester Kreise erworben, und sein Scheiden wird in der "ganzen Provinz lebhaft bedauert werden. Mit einem offenen Blick für die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung verband er tatkräftiges Wollen bei der Ausführung des einmal für richtig Erkannten, so daß seine Amtstätigkeit in Oberhessen durch eine Reihe wichtiger Neuschöpfungen in Kreis und Provinz gekennzeichnet wird. Der Kreis erhielt in dieser Zeit die W-anderhaushaltungs- schule, die Ackerbauschule in Lich und die Kreiswasenmeisterei .bei OKirbenteich. Seiner Mitarbeit ist die Umgestaltung des ländlichen Fortbildungsschulwesens im Sinne einer stärkeren Berücksichtigung des lcmbw. Unterrichts zuzuschreiben, und bei den zahlreichen neuen ^dniU)nuten, die den Kreis Gießen wohl vor allen anderen hessischen Kreisen auszeichnen, stand er den Gemeinden stets fordernd zur Seite. Die Provinz verdankt dem scheidenden Provinzialdirektor zwei große noch int Entstehen begriffene Kulturwerke: das Wasserwerk bei Inheiden und das Elektrizitätswerk bei Lißberg. Auch außeramtlich suchte .Geheimerat Dr. Breidert die Interessen der oberhessischen Bevölkerung zu fördern. Er gründete im Verein mit anderen Freunden des Männergesanges den Mitteldeutschen Sängerbund und rief auch eine Kreisgruppe des hessischen Heimatpflegevereins ins Leben. — lieber den Lebensgang des .Geheimerats Tr. Breidert sei folgendes mitgeteilt: Dr. jur. Andreas Breidert ist am 14. Sept. 1845 in Darmstadt als Sohn des Geh. Oberbaurats Dr. Gg. Br. geboren. Nachdem er die Fakultätsprüfung 1865 und die .Staatsprüfung 1868 bestanden batte, wurde er 1869 der Gesandtschaft in Berlin attachiert, bei der er am 20. April 1872 als Legationssetretär an gestellt wurde. Am 21. März 1874 kam er als Kreisassessor nach Tannftabt und am 22. August desselben Jahres in gleicher Eigenschaft nach Mainz. .Am 1. Juli 1881 wurde er zum Ministerialsekretär beim Staatsminifterhtm ernannt, wo er am 19. Febr. 1886 den Charakter als „Legationsrat" erhielt. Am 10. Okt. 1888 -erfolgte seine Ernennung zum Kreisrat in Erbach und am 16. Juli 1894 zum Kreisrat in Worms. Von dort aus wurde er am 1. Ang. 1898 als Ministerialrat in das Minister htm des Innern berufen, am 16. Juli 1902 itmrbe er zum .Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen und zum Kreisrat des Kreises Gießen ernannt. Ter Charakter als „Geheimerat" wurde ihm am 25. November 1904 erteilt. An Auszeichnungen besitzt Provinzialdirektor Breidert das Komtur- treuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- inütigcn, die Vermählungsmedaille, die KriLgsdenkmünze 1870 71 von Stahl für Nicktkombattanten, den preußischen Kronenorden 2. Klasse, die Erinnerungsmedaille an Kaiser Wilhelm I., das Ritter kreuz des Ordens der Wendischen Krone (Mecklenburg und den russischen St. Annenorden 3. Klasse.
Breidert ift evangelischer Konfession und mit einer Tochter des verstorbenen Mainzer Landgerichtspräsidenten Aull ver- -^Lirahl.
Uetzer deL-Nich folger des Geheimerats Tr. Breidert und die sonstigen Veränderungen in bett höheren Verwaltungsstellen wird uns gemeldet:
R.B. T ar m st ad t, 2. März. Infolge der Veränderungen tm Ministerium sind für heute noch folgende Aende- rttngen in den höheren Verwaltungsstellen zu erwarten: Geh. Regierungsrat Kreisrat Fen in Friedberg wird Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg (an Stelle des verstorbenen Provinzialdirettors Freiherrn von Granen) und Ministerialrat Tr. U s i n g e r Pr^v i n zia l d ir e k t o r der Provinz OVer Hess en. Kreisrat Höltzinger in Alsfeld wird Ministerialrat der Meilung für Landwirtschaft Handel und .Gewerbe. Kreisrat S ch l i e p h a ke kommt von Erbach nach Friedberg, Oberregierungsrat Heinrichs vom Mini- sterhtm des Innern wird Kreisrat in Alsfeld und Regierungsrat von Starck von der Provinzialdirektion in Darmstadt wird Kreisrat in Erbach.
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Provinzialdtrekbor Tr. Karl klsinger ist in Mainz geboren, evangelisch, und mit einer Dichter des verstorbenen
Kommerzienrats Noll in Gießen verheiratet. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt bi? 1882, studierte in Straßburg, Leipzig, Heidelberg und Gießen. Tas suristische Fakultätsexamen machte er im Mai 1887. Ministerialrat- der Abteilung für Landwirtschaft, .Handel und Gewerbe ist er seit der Ernennung seines Vorgängers in diesem Amt, Geheimerat Braun, zum Minister des Innern, also seit Februar 1906. Vorher war er vortragender Rat im Ministerium des Innern und hauptsächlich mit der Ausarbeitung der Gesetze über die Verwaltungsreform beschäftigt. Er war Dezernent des Staatsverlages und leitete a.s solcher den Jonghaus'schen Verlag in Staatsbesitz über. Das Hauptfeld seiner Tätigkeit mar das Gewerbewesen und die Frucht dieser Arbeit war das Werk „Gewerbeordnung für das deutsche Reich, nebst den für das Reich und Hessen erlassenen Vollzrgsverordnungen und Ausführnngsbestim- mungen", das 1901 erschien und später einige durch die neuere Gesetzgebung bedingte Nachträge erhielt. Dr. Usinger ist etwa 46 Jahre alt, hat also seine Laufbahn im Staatsdienst ziemlich rasch zurückgelegt.
Aus Stadt ttnd Land.
Gießen, 2. März 1910.
* * Tage Skalen der für Mittwoch, 2. März. Stadttheater: „Salome" und „bet schlechte Rus". Anfang 7 Uhr.
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• • Schulperfonalien. Der Großherzog hat dem Oberlehrer an dem Lehrerseminar zu Alzey Dr. Phil. Maennchen deu Charakter als Professor erteilt. — Hebert ragen wurde dem Lehrer Phil. Martin zu Arms- Henn eine LehrersteUe an der Getnemdeschule zu Erfelden, dem Lehrer Andreas Merkel in Groß-Gerau eine Lehrerstelle an dec Gerneindescyule zu Lang-Göns, dem Schulcunts- asplranten Konr. Glaser aus Nordheim eine LehrersteUe an der Gemeindeschule zu Biebesheim. — Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheirn-Rosenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg auf die 2. Lehrerstelle an der evang. Schule zu Blelbrunn, präsentierte Schulamtsaspirant Bal. Lösch aus Hofheim. — Erledigt ist eine mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Kocherbach.
* • Kreisamtspersonalien. Der Großherzog hat den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Alsseld Paul Emmerling auf fein Nachfuchen aus dem Staatsdienst entlassen.
* * In den Nuhestand versetzt wurde der Weichcn- steller in der Hessisch-Preußischen Elsendahngemeinschaft Hch. Wiegel zu Renzendorf.
” Dec Bezirkseisenbahnrat hielt gestern im Hauptbahnhof zu Frankfurt eine Sitzung ab, in der zum Vorsitzenden wieder Eisenbahnbirektionspräsident Reulea ux gewählt wurde. Rach der Bureauivahl fand die Ergänzung des Ständigen Ausschusses statt, in den neu gewählt wurden als Mitglieder: Kommerzienrat Fehr-Flach aus Wiesbaden, Kommerzienrat Heichelheim-Gießen, als Stellvertreter: von Christen, Rittergutsbesitzer, Werleshausen, Kommerzienrat Richard von Passavant-Frantsuct, Iustizrat Hüuser-Höchst a. M. Zu Mitgliedern des Landeseisenbahnrates wurden gewählt: Kommerzienrat Fehr- Flach-Wlcsbaden, Justizrat Bamberger-Mainz, zu Stellvertretern: Generaldirektor Kaiser-Wetzlar, Kommerzienrat Feistmann-Offenbach und Landtagsabg. Bähr-Rohrbach. Rach Beratung der Einlaufe durch die Ausschüße wird demnächst eine weitere Sitzung stattfinden.
• • Stadttheater. Da kürzlich für das Triesch- Gastspiel auf dem Theaterzettel irrtümlich ein irreführendes Datum angegeben war, sei ausdrücklich festgestellt, daß das Gastspiel am Samstag (nicht Sonntag) dem 12. März slattsindet. Am nächsten Sonntag sinden zwei Norstellungen bei kleinen Preisen statt; nachmittags wird dec neueste Lustspiel-Schlager von Presbec-Kadetbucg „Dec dunkle Punkt", am Abend »Rodert und Bertram" mit den wirksamen Einlagen wiederholt. — Das Benefiz für den Regisseur und Charakterkonuker Herrn Hermann Norden bringt am Dienstag im Abonnement den drastischen Schwank »Der Hochtourist."
** I m Kvlv s feil in hat gestern bas neue Programm seinen Anfang genommen, und man muß gestehen, daß sich Direktor Rappmann bemüht, gediegene und gute Kräfte hier hier zu ziehen, um seinem Unternehmen den Charakter eines angcuchm umerhaltenden Familienvarietss zu geben. Musik, Humor, Tanz und Turnkunst reichen sich die Hand und erfreuen durch ihre gute Ausführung, so daß jedem Besucher ein paar vergnügte Stunden in Aussicht stehen. In Helga /Leidet lernten wir eine fesch: KvsrünyoubrcUe kennen, die mit ihren neckischen Liedchen viel Beifall errang. Bliß und Emil überraschten durch tadellos orBgeführte, zum Teil recht eigenartige Uebungen und Kunststücke an lüingenben Seilen, wobei sowohl die hübschen Uebungen der Dame, als auch die Kraftleistungen der .Harrn lebhafte Anerkennung fanden. Als ein nettes, anmutiges Paar stellten sich die Geschwister Felseck vor, die mit ihren hübschen Liedern und ihren flotten Tänzen.allgemein sehr gefielen und sich starken Beifalles erfreuen tonnten, der auch bei ihrem zweiten Auftreten nicht fehlte. Als ein musikalischer Clow n tat sich Arthur Engels hervor, und feine Torbictinigcn mit Kristallgläsern! iinb mit Glocken ergötzten ebensosehr wie seine guten Leistungen auf der Posaune, nur sein etwas langatmiger Zwischentext dürste weniger „länglich" sein. Ten Schluß des ersten Teiles bildeten die verwegenen Kunststücke dec Gebrüder O r c n s c s, die schon bet ihrem ersten Auftreten lebhaft bejubelt wurden und denen der Erfolg auch diesmal treu blieb. — In der Pause stattete der größte Teil des Publikums beut Huugerküitstler Saeco einen Besuch ab, der es sich in seines GbrshauS jetzt ganz gemütlich gemacht hat, wenn er auch bleich und angegriffen aussieht. Ein Viertel seiner Hmigeczeit ist jetzt vorüber und Saeco sieht dem Treivicrtel mit Vertrauen entgegen. Jedenfalls hofft er eine Hungerkur glücklich zu überstehen. — Ten zweiten Teil des Programms eröffneten hübsch: kineinatogcaphisch: Aufnahmen, denen The Elcados mit ihren komischen Turnkünsten folgten, die starken Anklang fandeit und lebhaft beklatscht wurden. Auck das zweite Auftreten her Kostürwoickrette Helga Seidel wurde sehr beifällig aufgenommen, und der Münchener Humorist I e o. m Mathes erregte mit seinen witzigen Vorträgen solche Heiterkeit, daß er sich zu mehreren Zugaben entschließen mußte. Nach einem nockMaligen Auftreten ber Geschwistcc Fehs eck, die wieder — wie schon erwähnt — sehr ansprachen, folgte der Bauchredner Signvr Gaudy mit seinem spreck-enden Panoptikum, das viel bekackt wurde unb dem ganzen Programm einen guten Schluß sicherte.
**DieVorbereitungenzu dem Jubiläums- Pferde markt sind im Gange und lassen, was den sportlichen Teil anlangt, ein groß angelegtes Reiterfest auf dem Sportplatz an der Hardt erwarten. Nach den Anfragen aus der Provinz und darüber hinaus zu schließen, wird die Beteiligung sehr zahlreich sein. In den Ehren- A u S - schuß sind oingetveteu Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert, Landgerichtspräsident Tr. Gänger ich, der Vor
sitzende des Landwirtschaftskammer-Ausschusses Gutspächter Korelk- Angenrod, Oberbürgermeister Mecum-Gießen, Oberst v. Müller, ber Rektor der Landes-Universität Geh. Medi- zinalrat Prof. Tr. Strahl, Oberstallmeister v. Willich Darm stadt, Kreisrat Wolff-Oppenheim (erster Vorsitzender ber Pserbemarkt-Kommission int Jahre 1900). Die Kommission für bie's p o r tlich e n Veranstaltungen besteht aus Brauereibesitzer Gg. Bichler, Prof. Dr. Willy Schmibt, Oberstleutnant Schmibt, Hauptmann Schroeber, GutSpächtev Bene Hof-Altenberg b. Wetzlar, Umversitätsre itlehrer Creutzburg, Rittmeister a. D. Fenner-Darmstabt, Oberstleutnant z. T Henning, Major Heuer, Oekonomierat Hoffmann-.Hof-Gükl, Kreisvererinärrat Dr. Knetl, Schlachthos.'icektor Mobbe, Oekonomierat Müller-Neuhof, Oberst v. Müller, Gutspächter Otto Rullmann-Mittel-Grünbau, Weinhänbler Aug. Schwan, Oberstallmeister v. Willich-Darmstabt. Die H ü r b c n k o m - Mission besteht aus Brauereibesitzer Bichler, Oberstleutnant z. D. Henning, Oberstleutnant Schmidt unb Hauptmann Schroeber. Die Mitglieber ber Pferbe markt- Kommission sinb dieselben wie bisher gebheben.
* • Die ,SachfenHäuser" feierten am Samstag auf bet Hardt ihr 2 0. Stiftungsfest. Die Feste dec Sachscn» Häuser werden auch von Äiicht-Sachsenhäusern gern besucht. Das diesjährige Fest wurde durch einige schön vorgetragenen Chöre des Maschinenbauer-Gesangoereins unter Leitung seines Dirigenten Herrn Wickert verschönt. Angesichts des viel zu kleinen Saales wurde der Wunsch laut, das 25. Stiftungsfest im neuen, größeren Hardt-Saale feiern zu können.
= Großen-Linden, 1. März. Wegen des Rücktritts des seitherigen Rechners Johs. Luh fand heute eine außerordentliche Generalversammlung des Spar - u. Vorschußvereins, Akrien-Ge.eilschaft, Großen-Linden statt. Gewählt würbe Wilhelm Keßler I. mit 29 Stimmen. Tie Gegenkanbibaten Ludwig Menges X. unb Wilh. Engel 1. erhielten zusammen 18 Stimmen.
ü,. Bobenhausen b. Riücke, 1. März. Heute nachmittag gerieten aus der etiva 10 Minuten von hier gelegenen Heutzenmühle zwei dort beschäftigte Arbeiter in Streit. Im Verlauf des Streites zog der aus Altenhain stammende Arbeiter I. D. bas Messer unb stach seinen Gegner berart, daß er lebensgefährlich verletzt wurde. Aecztliche Hilfe war sofort zur Stelle und es wurde seslgestellt, daß, wenn der Stich 1 cm tiefer gegangen, wohl ber Tod sofort eingetreten wäre.
L. Friedb erg, 1. März. Die Entla.ssun gs- feier am Prebiger-Seminar finbet am 16. März statt. 9 Kanbidaten werben entlas,en. — Am 10. März jinbet bie Generalversammlung bes Vovfchnß- und KreHitvereins statt. Es werben 7 Proz. Dividende für das abgelaufcne Jahr gegeben werden. Der Umsatz betrug über 40 Millwnen Mark. Dec Pensionssonds der Beamten ber Kasse, ber vor einigen Jahren gegründet wurde, beträgt bereits über 50 000 Mark.
— Badenhaufen, 1. Üllärz. Zu dem gestern gc* melbctcn Selbstmord des OberbahnhofsvocsteherS Flügel sei bemerkt, daß die Tat in einem Anfall geistiger Störung erfolgte. Dec Familie des als pfllchttceuec Beamter und guter 'Mensch allseitig geschätzten ÜNaiuies bringt man hier herzliche Teilnahme entgegen.
w. Frankfurt a. M., 1. März. Die Gründung eines Schulrnuseu m§, für welche der Magistrat 25 000 W. verlangte, führte heute in der Stadtverordneten-Sitzung zu langen Erörterungen, wurde aber schließlich gegen die Stimmen emes Teiles der Demokraten und der Freisinnigen bewilligt.
^.Kassel, 1. März. In den letzten Wochen wurden zahlreiche Einbruchs die bst äh le in Verkaussläden durch fünf Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren verübt. Die jugendliche Diebesbande ist gestern verhaftet worden.
Gickencr StrasLammcr.
j( Gie ßen, 1. März.
Wegen Ruhestörung
ging dem Taglöhnrr F. F. in Großen-Linden ein Straf vesehl über 12 Mark zu, gegen ben er Widerspruch erhob. Nock) den Feststellungen des Schossengerichts liegt der hngeuagte mit seinen Nachbarn beständig in Fehde. Einer davon har der Ucbcr- giiffe des hngetlagten inegeit zivlsck>cu beit Hosen eine Ncauer errichten lassen. Ter Angetlagte hat die Mauer mehrmals beschädigt und versucht, sie nieder zu reißen. 2lls er int letzten Sommer eines llbends wieder mit dem Abreißen begann, indem er die unteren ■Steine herausriß und in ben Hof des Nachbars warf, ivantte die Mauer und der 'Nachbar suchte sic zu sttitzLu. Ta ilynt dieses nicht gelang, heute sich der 'Angetlagte berart darüber, daß er „Hurra" unb „Bravo" schrie, er klatschte in die Hände, so baß ein M-enschenauslauf entstand. Nach den Aussagen der Zeugen neigt der 'Angetlagte zu Exzessen; er ist häufig wegen Gewalttätigieiten bestraft und nimmt auf feine 'Uiihnenratcn nute Rücksicht. Tas Schöffengericht hielt im vorliegenden Fall,eine Freiheitsstrafe für «ngezeigt unb erkannte auf 14 'Tage Haft, indem es aus führte, ber Angetlaatc fei geradezu zur Ortspiagc geworden, da er trotz dec vielen Vorstrafen nicht zu bessern i'ci; er schikaniere seine Nachbarn wo er kann und nur eine Freiguts strafe köime einen Eindruck auf ihn machen und ihn zur Euyicvt dringen, btnnit in Zukunft bie Allgemeinheit nicht mehr unter feinem Treiben zu leiden habe. Ter Angeklagte legte Berufung ein und bat um eine geringe Geldstrafe, da er angetrurhn und von seiner Frau zu seinem Vorgelen gereizt worden sei. Tas Gerichp berücksichtigte diesen Umstand, der nach Angabe des Polizei dieners richtig ist und setzte die Strafe auf 15 Mark fest, unter Belastung ber Staatskasse mit den Kosten ber Berufungsinstanz.
Mannheim, 1. März. Vor ber Strafkammer wurde beut* das Urteil in dem Prozeß der fallierten Firma Glaser il Tutten- höscr gefallt: Hcrm. Glaser wurde zu zwei Jalsren Gefängnis ab zügljch 1 Monaten der erlittenen Unteri'uck?ungshasl, Wilhelm Du t trnHöfer zu 5 DJconaten Gerängnis abzüglich 4 Monaten der UMersuckTungshaft verurteilt, Alfted .Glaser wurde sreige- sprochen.
Görlitz. 1. März. In dem Görlitzer Stadt Hüttenprozeß ist ber 3ngeuitnrr Nkartini, früherer Mftinh'cher der Firma Äbctnmi u. Eomp. in So rau unb ietziger Ingenieur m Dresden, zu drei -Dhmaten Gefängnis verurteilt worden, xcx Bauftihrer Naunuum wurde fvetgcsprock>eu.
vermischtes.
* Heber die Zukunft des Temoelbd^»r Feldes, int besonderen des sogenannten Llusniarichgeländes, herridyen leb hafte Besorgnisse, die in einer gut besuchten Versammlung tn Habels Brauerei zum Ausdruck kamen. Ter Zweck der Veranstaltung war eine Kundgebung gegen den Plan des Milftärstskus, das Gelände an Xcrraiuipctulantcn loszuschlagen, wodurch dn geplanten Parkanlagen ein für alle Male unmöglich würden. Reichstagsabgeordneter 'Tr. Pot^thoff wies darauf hin, Mb der preußische Fiskus unter die Spekulanten gehe und eine 'l*c litik betreib'?, bie nicht volkswirtschafrllckw, ionbern privatwrtt^ schaftliche Vorteile unterstütze. Man sollte cs nicht für moguV


