Ausgabe 
16.8.1910 Zweites Blatt
 
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Messerstiche schwer Verlebt uni) ins Wasser geworfen. Einen der Uehcltätci zog der Polizist mit sich in den Rhein. Während der Polizist gerettet wurde, ertrank dec Verbrecher, ein 28 jähriger Mann aus Hamm.

In Niederbonsfeld bei Hattingen stürzte Montag nachmittag die Giebelwand eines 'Neubaues ein uild begrub einige Ar­beiter. Bis vier Uhr wurden drei Schwerverletzte geborgen: ob sich weitere Opfer unter den Trümmern befinden, ließ sich iwch nicht feststcllen.

Am Sonntag früh gegen 3 Uhr beging, wie derVogt­ländische Anzeiger" meldet, der 21jährige Max Schädlich aus Radewisch an dem Handarbeiter Josef Gruber aus Mül grün im Walde an der Falkensteinerstratze einen Raubmordver­such: er betäubte ihn durch Hammerschläge, schleppte ihn dann in den Straßengraben und versetzte ihm schließlich fünf Stiche. Der Täter, der , erst kürzlich wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen worden war, wurde verhaftet.

vüchertisch.

Dem 80. Geburtstag des Kaisers Franz 3 o s e p h I. ist die Nununer 3502 der I l l u st r i e r t e n 3 e 11 u n g" gewidmet (Verlag von I. I. Weber, Leipzig). Sie bringt die neuerte große Bildnisaußmhme, einen Leitartikel, eine I Originalzeichnung von M. Sonnenschmidt:Kaiser Franz Joseph begibt sich in Ischl auf die Jagd" und die zum 80. Geburtstag entworfene Plakette von Prof. Rud. Marschall. Von ionstigeu zeik- aeschichtlichen Bildern seien genannt : Die Grundsteinlegung zum Mozarthause in Salzburg, Kaiser Wilhelm und der Reichskanzler in Swinemünde, das neue Residenzschloß in Posen, vom Freilust- theater in Zovvot, die Toten und neuen Denkmäler der Woche und sehr interessante Sportbilder. Von Kunstblättern heben wir her­vor :Kriegerball in der Schwalm" von H. Arnold,Gewitter­schwüle" von I. Valla. Em reich unb bunt illustrierter Aussatz

von W. F. Brand gibt einen Uederblick über die Frauenkunst nn Londoner Tl'eatern, und die Reize deutscher Wald- und Flnß- roinantif schildert ein BeitragDie Burgen an beiden Mulden", Text und Bilder von Heribert Bahndorf. 'Auch der literarische Teil ist stets aufs beste besorgt.

Getreide-Wochenbericht

her Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 9. bis 15. August 1910.

Tie umfangreichen Anschaffungen, die Frankreich auch in der Berichtswoch? vornahm, lassen faunt noch einen Zweifel daran zu, daß man es dort mit einem bedeutenden Erntedefizit zu tun hat. Gehen die Ansichten über die Höhe des erforderlichen Jmport- zuschnsses auch noch sehr auseinander, und liegt in bem' Eingreifen der SpetUlation immerhin eine gewisse Gefahr, so neigt man in Fachkreisen .andererseits zu der Auffassung, daß die bisherigen Erwerbungen erst einen kleinen Teil des zu deckenden Bedarfs dac- stellen. Vorläufig bilden die französischen Käufe jedenfalls eine wichtige Stütze für den Weltmarkt und in ihnen ist auch die Hauptursache für die in der Berichtswock>e allgemein zu Tage getre­tene Festigteit zu erblicken. Ter Umftanb, daß die Ernte Amerikas sich nach dem neuesten Regierungsbericht weniger ungünstig dar­stellt als man bisher annahm, vermochte bi: feste Tendenz umso­weniger zn beeinträchtigen, als andererseits wieder sehr ungünstige Meldungen über die russische Ernte Vorlagen und Rumänien, das einzige Exportland, das sich einer guten Ernte erfreut, seine For­derungen wesentlich höher geschraubt hat. Taß sich diese Ver­hältnisse besonders auf dem deutschen Markte zur Geltung bringen, erklärt sich ans dem Umstande, daß di: Preise hier wesentlich unter Weltmarklsvarität stehen unb dem Ans lande daher zu Be­zügen unb zu Arbitragekäufen Veranlassung bieten. Dazu kommt, daß bas landwirtschaftliche Angebot infolge drängender Feld­arbeiten gering bleibt unb die Exportfirmen gegen ihre Verkäufe zunächst int Lieferungsgeschäft Teckung suchen müssen. Während Weizen infolgedessen int Verkaufe um 5Bi Mark an ziehen

konnte, war Roggen meist vernachlässigt unb hat seinen Werlstand seit der letzten Woche auch kaum sonderlich verändert. Tas Au gebot ist zwar auch hierin nicht sehr groß, aber bei dem Mangel ernsterer Exvortnachfragc verhaften sich die Mühlen umso zurück­haltender. .Tem gegenüber machte sich diesmal'auf dem Hafermarite'

etiic festere Stimmung bemerkbar, denn es zeigt sich immer mehr, daß die Ernte dieser Frucht sowohl in quantitativer als auch in Qualitativer Beziehung nicht unerheblich hinter den vorjährigen Ergebnissen zurückzubleiben scheint. Die Folge davon ist, daß man in letzter Zeit wieder stärker auf alten Hafer zurückgreist. Auf dem Liefeningsmartte wurden die Preise dagegen durch Ab­gaben von russischer Sette unter Druck gehalten.

Es stellten sich bie Preise tzir inlanbisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei

Klammern ()

Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magbelmrg Halle Leipzig Dresden Braunschweig Rostock Kiel Hamburg Hannover Düsse ldori Franksurt a.M. Mannheim Straßburg München

iu. üvi iiiget ügt ist, wie Weizen

208 (+

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folgt:

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Haier 154 (-4- 2) 154 (- ) 152 (- ) 148 (4- 2) 154 (4- 1) 170 (- ) 160 (- ) 170 (- ) 172 (4- 2) 165 (- ) 169 (4- 2) 150 (- ) 165 (- ) 173 (- ) 172 (- ) - (- ) 1611/, (+ 17a) 155 ( 5) 175 (- ) 160 ( 2)

We l t m a r k t v r ei s e : Weizen: Berlin Sept. 263 00 t -s- 5.00). Budapest Skt. 163.15 (4- 2.10). Paris August 228.60 8.55),

Liverpool SDftbr. 173.30 (4- 3.30), Elsteago Sept. 159.90 (4- 1.95). Roggen: Berlm Sept. 151.00 ( O.). Haier: Berlin September 153.50 (- 0.75) Mk.

tzallde!.

Dortmund, 15. Aug. lieber das Vermögen des Ans­si ch t s r a t s m i t g l i e d e s der 9? i c t) c r b c u t) dj e n Bank, des Architekten M a i in c g , wurde das Konkursverfahren eröffnet. Die erste Gläubigerversammlung findet am 81. August statt. In dem Bestreben, den kleinen Gläubigern der Nieder­deutschen Bank nach Möglichkeit zu Hilfe zu kommen, hat die zu diesem Zwecke zusammengekommene Bantengruppe den Beschluß gefaßt, die den Betrag von zehntausend Mark nicht übersteigenden, vom Kontürsverwalter erkannten Forde­rungen, sofern sie nicht den Banken oder Bankiers zusteheu, s e l b st zu übernehmen und dafür den Gläubigern, die bis 100 Mark zu fordern haben, 75 Prozent ihrer Forderung, die über 100 bis 500 Mark zu fordern, 40 Prozent ihrer Forderung, jedoch mindestens 75 Mark, die über 500 bis 3000 Mark zu fordern haben, 30 Prozent ihrer Forderung, jedoch mindestens 200 Mk., die über 3000 bts 10 000 Mark zn fordern haben, 25 Prozent ihrer Forderung, jedoch mindestens 900 Mark schon jetzt ohne Aniechnmtg von Zinsen auszuzahlen. Sollte die Kontürsdividende den gezahlten Betrag überschreiten, so würde der Mehrbetrag nachträglich unverkürzt den Gläubigern vergütet werden. Dagegen wird, falls die Konkursdividende den gezahlten Betrag nicht er­reicht, von den Banken auf die Anforderung des zuviel Ge­zahlten verzichtet. Die Gesamtzahl der für den Beschluß in Be­tracht kommenden Gläubiger beläuft stch auf nahezu 10000, bie insgesamt etwa 8,5 M i lli onen Mark zu f o r berit haben unb unter benen sich runb 3700 Gläubiger bis 100 Mark mit einer Gesamtforderungssumme von 105 000 Mark befinden. Mit der Durchführung der beschlossenen Maßnahmen ist die Deutsche Treuhandgesellschaft in Berlin betraut.

T i e deutsche C i n s u h r belief sich im Juli aus 675,4 Millionen Mark, die Ausfuhr aus 599,6 Millionen Mark. Im Vorjahre betrug die Einsuhr 751,7, die Ausfuhr 556,7 Millionen Mark. Außerdem wurden für 42,8 Millionen Mark Gold unb Silber eingeführt, für 11,6 Millionen Mark ansgesührt gegen 24,3 resp. 5,1 im Vorjahr.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht das Eisenbahn­anleihegesetz.

Märkte.

F.C. Wiesbaden. V i e h l) o s -M a r k t b e r i ch t vom 15. Ang.

Auftrieb-. Rinder »8, Kälber 51, Schafe 44, Schweine 375.

Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber flott, Schate und

Schweine mittelmäßig. Preis D'^-ch»

pro 100 Pfd. schmtispreis

UbCn»ro 10O Pfund

O chs e ii £ L . e-eoeud, Lchlachc»

m r , - 1 C1rL , , r. von-bls von-bis reivitfit

Vollflelschrge, ansgemastete, höchsten c ld):

Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 4650 8489 48 86

Junge, fleischige, nicht ansgemäslele und ältere ausgemästete 4245 7982 43 80

Mäßig genährte junge unb gut ge­nährte ältere 3740 7477 38 73

Färsen, K ü h e.

Bollsteischige ailsgemästete Färsen höchst. Schlachtivertes 44 -47 8085 45 82

Pollsleischige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtivertes bis zu 7 Jahren . . 3944 7580 41 77

Aellere ailsgemästete Kühe unb wenig

gut entwickelte stmgereKühe u. Färjen 3336 6468 34 65

Kalber.

Feinste Mast- (Bollmilchniast) unb beste Saugkälber 60-64 100105 62 102

Mittlere Al ast- und gute Saugkälber . 5255 8794 53 90

S cb a te.

Mastlämmer unb jüngere Masthammel 3941 78-82 40 80

Schwein e.

Bollfleifchige Schlveine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 5657 7073 56 72

Pollfleischige Schlveine über 2 Zentner

Lebendgeivicht 5657 7073 56 72

Vollfleischige Schlveine über 27, Zentner

Lebendgelvicht 5657 7073 56 72

Fleischige Schweine 5455 6971 54 70

Sanen 4951 63 66 50 64

Verantwortlich fürAus Stadt und Land" undGerichtssaal" i. 23.: Karl Neurath.

Meteorologische Beobachtungen der Station Giehen.

Ang.

Wetter

1910

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August

4- 24,4 ° 0.

Niedrigste

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14.

15.

M

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4- 7,5 °c.

Niederschlag: 14,3

nm

Leistet vorzügliche Dienste!

Ehrenfriedersdorf b. An naber g, 1. Febr. 1910. Seit einem halben Jahre batte ich über Herz- u. Nervenschwache au klagen, konnte dabei wochenlang nicht schlafen und mein Körper verlor immer metjr an Kraft. Ich versuchte daher Ihr KräftigungsmittelBioson" liild habe es nun auch seit 3 Monaten im Gebrauch. Schon nach dem Verbrauch des ersten Paketes stellte sich mein Schlas nach u. nach wieder ein und wem Körper begann sich wiederzu erholen; ich nahm an Gewicht au unb auch mein Aussehen wurde besser. Ich nehme IhrBioson" tag' lich 2 Tassen mit 'Milch und Zucker gekocht vorschristsutäßig, habe das 4. Pakel im Gebrauchund werde es noch einige Zeil sorn'ühren, da es mir iebrgut bekommt und vorzügliche Dienste leistet. Mit aber Hochachtung! Frau Anna Kreisel, Kirchstraße 11. Unterschrift beglaubigt: Karl Player, Molar. Bioson ist das beite und billigste Kräsligungs- mntel. Paket 3 M. in Apotheken, Drogerien. b24/«