Ausgabe 
16.9.1910 Erstes Blatt
 
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viertel-

Nr. 217 Erstes Blatt 16V. Jahrgang Freitag 16. September IS 1V

Der Gießener Anzeiger __ _ _

erscheint täglich, außer ® O

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für die Redaktion 112, IwF Verantwortlich für den

ML General-Anzeiger für Kberheffen Egg

H8 =öerm$ütaggni Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Line türkisch-französische Spannung.

Während neuerdings wieder gemeldet wird, daß die türkische Anleihe in Frankreich nicht ohne politische und wirtschaftliche Zugeständnisse abgeschlossen werden soll, sind zu den zwischen beiden Staaten ohnehin bestehenden Span­nungen neue hinKugetreten. Es kommt vor, daß die in der Türkei lebenden mohammedanischen Algerier und Dunesier sich als türkische Staatsangehörige betrachten und sich den französischen Konsularbehörden entziehen. Wenn es sich um Tunesier handelt, wird das Problem sehr verwickelt, da die Türkei das französische Protektorat in Tunesien noch nicht formell anerkannt hat. In Smyrna ist ein solcher Zwischenfall eingetreten, und ein mit einem französischen Paß versehener tunesischer Flüchtling aus Aegypten, der durch die Vermittlung des französischen Konsuls verhaftet worden war, wird durch türkische Polizeiorgane festgehÄten. Es wird von Interesse sein, ob durch diesen Zwffchenfall die Mißstimmung Frankreichs verschärft und ob seine Re­gierung nachdrücklich gegen das türkische Verhalten vorgehen wird. Wir erhielten folgende Meldungen.-

Paris, 15. Sept. DemTemps" wird aus Smyrna gemeldet, daß der dortige französische Konsul infolge einer ihm von seinem Minister erteilten Ermächtigung einen aus Aegypten wegen Verurteilung geflüchteten Tunesier, namens Kitani, durch zwei Kcmnrssen an Bord eines abgehenden Schiffes fest nehmen ließ. Als Kitani dw- aegen «Einspruch erhob und ausrief, daß er Ottomane sei, habe ihn die Smyrnaer Polizei den Händen der M- wassen entrissen und auf das Polizeikommissariat geführt, wo man einen f r a n z ö s i s ch e n P a ß bei ihm fand. Nichts­destoweniger habe der türkische Polizeikommissar trotz wie­derholter Reklamationen des sianzösischen Konsuls sich ge­weigert, den Tunesier den Konsulats-Kawassen zu über­geben.

DerTemps" hebt hervor, daß der französische Mi­nister des Auswärtigen die Ermächtigung zur Verhaftung auf Grund eines Ansuchens der algerischen Regierung er­teilt habe und fügt hilM, daß dieser Vorfall derselben Art sei, wie die vor einiger Zeit ohne Ermächtigung des siar^ösischen Konsuls in Syrien erfolgte Verhaftung meh­rerer Tunesier und die Weigerung des Mussetarifs von Jerusalem, ein vom französischen Generalkonsul überreichtes Ansuchen eines Algeriers entgegenzunehmen. .Alle diese

tunesi

Vorkommnisse zeigen, daß die türkische Regierung fest ent­schlossen sei, algerische und tunesische Mvhamedaner als ottomanische Untertanen .anzusehen und die diesen fran­zösischen Bürgern und Schützlingen gemäß den. Kapitula­tionen zustehenden Rechte zu verletzen.

truppen aufmerksam gemacht. Diese Angelegenheit be­weise, ibajs die türkischen Behörden auch in Afrika eine systematische Politik befolgen.

Ferner wird offiziös gemeldet, Minister Pichon habe heute den Generalgouverncur von Algerien, sowie die hier weilenden Tuareg-Häuptlinge mit den diesem beiaegebenen französischen Offizieren empfangen. Die Häuptlinge und die Offiziere hätten den Minister auf das Vorgehen der tunesischen Behörden im algerisch-tunesischen Hinterlande und ganz besonders auf die Bes etzung der als fran- zösi ch geltenden Oase Djanet durch türkische

Wie dieAgence Havas" in Konstantinopel an amtlicher Stelle erfährt, hat der französische Botschafter» ' ob alb er von den Vorgängen in Smyrna bei der Einschis- ung tunesischer Untertanen Kenntnis erhielt, dieserhalb ich an die Pforte gewendet.

Gegenüber den Meldungen, die besagen, daß zwischen der französischen und der türkischen Regierung ein Einvernehmen bezüglich der geplanten ottoma­nischen Anleihe zustandegekömmen sei, hält die Agence Havas in einer Note die früheren Angaben aufrecht. Nach diesen ist ein Einvernehmen zwischen den Regierungen in Paris und Konstantinopel nicht erzielt und wird nur auf der Grundlage wirtschaftlicherundpolitischer Garantien erzielt werden können, welche die franzö­sische Regierung beanspruchen muß, um die Interessen der Franzosen in der Türkei und ihre dort angelegten Kapi­talien zu schützen.

Die Reichsersatzwahl in Frankfurt (Oder).

Frankfurt (Oder), 15. Sept. Wie dieFrankfurter-, Oderzeitung" meldet, erhielten nach den vorläufigen Fest­stellungen Dr. Winter (Vereinigte Liberale) 7745 Stimmen, Dunkel (Kons, und Bd. d. Ldw.) 6589 Stimmen, Faber (Soz.) 14 318 Stimmen. 128 Stimmen sind zersplittert. Es ist Stichwahl zwischen Winter und Faber erforderlich.

Im Jahre 1907 erhielten in der Hauptwahl: Dr. Braun (Soz.) 12 388, Detto (natlib.) 10 070, Rohde (Deutsche Reichspartei) 7722 und Erzberger (Ztr.) als Zählkandidat 228 Stimmen. In der Stichwahl siegte Detto mit 17 805 Stimmen gegen Dr. Braun, auf den 12196 Stimmen ent­fielen.

politische Tagcsscharr.

Die Zusammensetzung der krouprinzlichen Reisegesellschaft.

DieMtl. Korr." bringt ausparlamentarischen Krei­sen" folgende Ausführungen: *

Vor längerer Zeit ging die ersieuliche Mitteilung durch die Presse, daß der Kronprinz des Deutschen Reiches die Absicht habe, eine Reise nach dem Orient zu unternehmen, um sich dort zu informieren. Weite Kreise der deutschen Bevölkerung haben diese Mitteilung mit großer Genugtuung entgegengenommen, zumal es für unsere Na­tion nur von fgrotzem Werte sein kann, wenn auch der künftige Träger der deutschen Krone sich im fernen Osten über .die vielerlei Beziehungen Deutschlands zum Orient an Ort und Stelle informiert. Mit großem Befrem­den aber wird man allseitig die Liste derjenigen Herren betrachtet haben, welche als Reisebegleiter für unseren künf­tigen Kaisi:. ausersehen wurden. Von den sämtlichen Her­ren ist keiner aus denjenigen Kreisen genom­men, welche Verbindungen mit dem Orient unterhalten. Kein Kaufmann, kein Indu­strieller, kein Gewerbetreibender befindet sich unter jenen Männern und lediglich Offiziere sind berufen, die Umgebung des jungen Fürsten zu bilden. Eine mili­tärische Inspektionsreise kommt nicht in Frage und es ist darum verwunderlich, daß aus unseren erwerbstätigen Krei­sen und aus dem Bürgertum außer einem Arzte und dem Hofrate sind überdies wieder alle Herren dem Adel ent­nommen niemand berufen ist, an Ort und Stelle dem Kronprinzen diejenigen Informationen zu geben, die auch ein Fürst, und sei er noch so vielseitig vorgebildet, haben muß, um mit vollem Verständnis und auch mit dem nötigen Erfolge diese wichtige Fahrt unternehmen und zu Ende führen zu können. Es ist sehr bedauerlich, daß unsere maßgeblichen Kreise diesem wichtigen Gedanken so wenig Rechnung tragen; die Zusammensetzung der Reisegesellschaft beweist, daß die Regierung des an Bedeutung zweitgrößten Wirtschaftsstaates Europas den wichtigsten Ständen der Nation trotz der von allen Seiten an sie herantretenden Aufforderungen, diese zur Mitarbeit stärker als bisher her­anzuziehen, nicht Rechnung tragen kann."

An Lhrlich-hatas606

werden in Frankreich noch immer recht böswillige Kritiken geübt, die sich häufig gegen die Person des deutschen Gelehrten selbst richten. Allerdings muß gleich hinzugefügt werden, daß die große Mehrheit der Presse diesem Treiben fernsteht. Unpersönlich we­nigstens ließ sich Professor Bouchard in der Akademie der Wissenschaften vernehmen, indem er zu einer Note Herrn Mouneyrats über die mikrobentötende Wirkung der Arsenik- Zusammensetzung, die rein wissenschaftlich gehalten war, hinzu- 5 fügte:Niemand kann bis jetzt in dieser aktuellen, so viel er­örterten Frage sich des Wissens rühmen, weshalb und wie die Arsenik-Zusammenfetzungen wirken und besonders ist alle WÄt darüber im Unklaren, auf Grund welcher Regel diese Zusammen­setzungen gleichzeitig für die Parasüen schädlich und für die Kranken ungefährlich sind." Zum Schlüsse bemerkte Professor Bouchard dann noch, daß man über diese Frage die größte Zu­rückhaltung wahren müsse. .Hingegen sind die Ausführungen, die mit Dr. Zweifel in der sozialistischenHurnanits" gezeichnet sind, einfach gemein und perfide. Es wird da erzählt, daß Professor Ehrlich, von Ehrgeiz geplagt, sich mit den Höchster Farbwerken verständigte, um Kapital und Lärm zu schlagen. So sei die Chimiotherapie entstanden, die selbst in das Institut Pasteur gedrungen ist, da alle Welt für sic schwärmt. Das Wort habe die Menge verblendet, obgleich an der ganzen Geschichte nichts neues sei. Man habe sich dann an die Behandlung der Syphilis gemacht, weil diese das beste pekuniäre Ergebnis ver­sprach. Die Arsenik-Behandlung gegen diese Krankheit sei aber schon uralt, da Dr. Ricord sie bereits 1850 anwandte. Da habe man dann glücklich das Dioxydiamidoarsenobenzol entdeckt. Diese arsenische Zusammensetzung, die schließlich dem Atoxyl und dem Hektin nahe verwandt sei, habe unter der geheimnisvollen Zeich­nung606" die Neugier des Publikums erweckt.

Ließ dieser Name nicht eine ungeheure Studienarbeit von 605 früheren Produkten ahnen, als ob man nicht wüßte, daß die Buchausgaben mit der fünfzigsten beginnen und die Serien von Lokomotwen mit 8,001 ansetzen. Jedenfalls wurde das606", nachdem es zuerst bei Tieren erprobt worden war und dann /befriedigende" Ergebnisse Bei Menschen geliefert hatte, en gros durch die große Presse in das große Publikum geschleudert. Das ist ein Bündnis des ,Laboratoriums und der Fabrik", das einen Huret in .Entzücken versetzen muß. Aber was noch annehmbar

ist, wenn es sich um elektrische Dynamos handelt, wird gefähr­lich, wenn die öffentliche Gesundheü in Frage steht. Dann alsl Postskriptum:Man meldet das bevorstehende Erscheinen eines bedeutenden" Werkes des Professors Ehrlich über die Chimio- therapie: die Setzer arbeiten Tag und Nacht; denn man muß das Eisen schmieden, so lange es heiß ist." Daß gerade ein Blatt der internationalen Sozialdemokratie sich zu solchen Ge­hässigkeiten hergibt, tn denen unverkennbar ein kleinliches Chauvinismus hervortritt, ist überaus bezeichnend.

b. Neues Theater Mainz-. In dem umgestalteten Kötherhof-Theater fand gestern abend die erste Aufführung statt; Ernst DindringsHohes Spiel". Ein endloses An­einander von Bühnenbildern zieht vorbei und vermag höch­stens im dritten Akte etwas zu interessieren. Das Theater selbst ist hübsch verändert, alles was das Auge stören könnte, ist beseitigt und in mildem Licht erstrahlt der neue Musen­tempel. Die Bühne ist etwas erweitert, der Zuschauerraum mit Klappftühlen versehen. Alles in der Einrichtung gut und nett, und hoffentlich werden auch späterhin Stücke gewählt, die Lesser geeignet sind, um die Zuschauer zu fesseln.

Weimar als Stätte nationaler Jugend­erziehung. Unter dieser Überschrift veröffentlicht Direk­tor Dr. B. Maydorn in Thorn in derZeitschrift für latein­lose höhere Schulen" einen Auffatz über oie ersten vom Deutschen Schillerbund veranstalteten Weimarer National­festspiele für die deutsche Jugend, der folgendermaßen schließt:Das war es überhaupt, was dem Zusammensein in jenen Tagen das eigene Gepräge gab: die unverdrossene Kraft, die auch durch die unvermeidlichen Anstrei:gungen nicht zu überwältigen war, und das einmütige Zusammen- stimnien der Teilnehmer, das in der ganzen Zeit keinen Mißklang aufkommen ließ. Damit erst war der Boden richtig bereitet zur ertragreichen Aufnahme aller der vielseitigen Eindrücke und Anregungen. Was der Schillerbund erwartet hatte, als er die Einladungen ausgehen ließ, daß die deutsche Jugend der gebotenen Genüsse sich würdig erweisen würde, es ist in unserer kleinen Schar, rote in der ganzen großen Wenge der Zuscuumengeströmten bewiesen worden, und so

Englischer Geschäftschauvinismus.

ImKonfektionär" findet man folgende, fast wie eine Schnurre anmutende Meldung:

Wie rückständige Ansichten manche großen englischen Firmen haben, geht aus dem Briefe der großen eng­lischen Aktiengesellschaft The Uganda Land and Building Co., Ltd., in London hervor, den wir erhalten haben: Es heißt in dem Briefe, der geradezu ein Dokument für die ungeheuere Deutschen­furcht der Engländer ist:

Wir bestätigen Ihnen hiermit den Empfang der letzten' Nummern derExport-Rundschau", er Hären Ihnen aber gleich­zeitig ein für alle Mal folgendes: Das englische Volk bewunderv den Geschäftsgeist der Deutschen, aber solange Ihre Nation f o r t - fährt, Riesenschiffe zu bauen, nur zu dem Zweck, um Großbritannien anzugreifen und zu zerstören (!) und solange Sie uns zu enormen Ausgaben zwinge::, um die nötigen Schiffe zur Abwehr zu bauen, wird jeder Patriot sich weigern, mit Deutschland in geschäftliche Verbindung zu treten. Was die Deut­schen auch zu ihrer Entschuldigung anführen mögen, sie roerbeit das englische Volk niemals überzeugen können, daß alle diese Rüstungen irgend einen anderen Zweck haben, als die Zerstörung Englands und die Annexion seiner Kolonien. Die Tatsache, daß sich alle deutschen Schiffe in der Nordsee befinden, ist der beste Beweis für diese Absicht. Sie haben eine riesige Armee^' aber das englische Volk wird keine Kosten und Opfer scheuen, um zu verhindern, daß diese jemals den englischen Boden Betritt Und jeder englische Patriot sollte sich weigern, Geschäfte mit Deutschen zu machen, um womöglich noch ihren Gewinn unb ihr Kapital zu kräftigen."

Wo ist da die Wirkung der vielen Besuchs- und Freuird- schaftsreisen, die deutsche und englische Gesellschaften sich, gegenseitig abgestattet haben?

Die Ronkurrenzklausel.

h. Darmstadt, 15. September.

Das Gr. Hess. Ministerium des Innern hat die Hes­sischen Handelskammern um eine Aeußerung zu der Ver-- öffentlichung des preußischen Ministers für Handel und Ge­werbe bezüglich der geplanten teilweise recht weitgehenden Abänderungen der Bestimmungen über die Konkurrenzklausel ersucht. Nachdem im Ausschuß für Gesetz-, Steuer- und Zollwesen der Handelskammer diese Angelegenheit vorberaten worden war, hat eine gemein- sameBesprechungderhessischenHandelskam- mern stattgefunden. Die gelegentlich dieser Konferenz ge­faßten Beschlüsse wurden von der hiesigen Handelskammer nochmals durchgesvrochen und gut geheißen. Neben der Stellungnahme zu oen einzelnen Vorschlägen des preußischen' Ministers wurde beschlossen, die geltenden Bestimmungen möchten dahin ergänzt werden, daß als Regel die Geltung der Konkurrenzllausel auf ein Fahr beschränkt werde, jedoch möchte eine vertragsmäßige Ausdehnung ihrer Gellung über diese Zeit hinaus gestattet werden unter der Voraussetzung, daß der Unternehmer dem Angestellten für die Dauer der Geltung eine Entschädigung zu zahlen habe. Es würde" hier in Betracht kommen int ersten Jahr i/4, im zweiten Jahr 1/3 und im dritten Jahre der volle Betrag der letzten Gehaltsbezüge. Durch eine solche Regelung würde einer­seits den Interessen der Unternehmer, sowohl Industriellen, wie Groß- und Äeinhändlern, Rechnung getragen, anderer­seits den Wünschen der Angestellten, die aus eine generelle Beschränkung der Klausel ausgehen, in weitgehendem Maße entgegengekommen werden. Die Anwendung der Klausel auf längere Zeit würde sich nur auf Fälle beschränken, in denen dtese absolut notwendig ist. Hauptsächlich wurde noch betont, die Bestimmungen der Konkurrenzklausel möchten auf solche kaufmännische Angestellten Anwendung finden, welche einen Jahresgehalt von 1500 bis 6000 Mk. beziehen.

In einem Schreiben an den Deutschen Handelstag soll noch dem Wunsche Ausdruck verliehen werden, er möchte

darf es auch als ein sicherer Erfolg dieser ersten Festspiel- veranstaltunA ^angesehen werden, daß sich Weimar während' jener drei Sommerwochen in der Tat bewährt hat als eine Stätte nationaler Jugenderziehung." Im Anschluß hieran machen wir darauf aufmerksam, daß die Hauptver­sammlung des Deutschen Schillerbundes, auf der über die finanziell bereits gesicherten zweiten Festspiele im Jahre 1911 beraten werden soll, am 2. Oktober b. I. in Weimar stattfindet. Bei dieser Gelegenheit wird der Bundesvor­sitzende und Direktor des Goethe-Nationalmuseums in Weimar, Geheimrat Prof. Dr. v. Oettingen, einen Vor­trag überDas Goethe-Haus in Weimar^" hallen. Es können außer den Mitgliedern des Bundes auch deutsche Lehrer, die sich vorher bei der Geschäftsstelle des Deutschen Schiller­bundes in Weimar anmelden, teilnehmen.

Stiftung. Dem Nationalökonomen Geheimen Rc- gierungsrat Prof. Dr. Johannes Conrad in Halle a. S. haben seine Schüler und Freunde zur Feier seines 70. Geburts­tages den Betrag von 15 660 Mk. überreicht zur Begründung einer Johannes-Conrad-Stiftung an der Universität Halle. Nachdem die Satzungen der Stiftung mit Genehmigung des akademischen Senates festgestellt waren, ist nunmehr tuid) die landesherrliche Genehmigung zur Annahme der Schensiing erteilt worden. Die Zinsen sind für Stipe^>ien für Nattonal^ ökonomen, die Schüler des staatswissenschastlichen Seminars der Halleschen Universität sind oder gewesen sind, behufs Msftihrung wissenschaftlicher Reisen bestimmt.

Kurze Nachri chtenausKun st u. Wissenschaft. Anläßlick) der diesjährigen Großen Berliner Kunstaus­stellung wurde die große goldene Medaille für. Kunst den: Direktor der ungarischen Meisterschule für Nialerei in Budapest Prof. Gyula v. Benozur, die goldene Medaille für Kunst dem Graphiker M. A. I. B au er in Amsterdam, dem Maler Paul v. Szinyei-Merse in Budapest, dem Bildhauer Reinhold Felderhoff in Charlotteiwurg, dem Architekten Julius H a - b ich t in Halensee und dem Maler Professor Julius Bergmann in Karlsruhe verliehen. Das Befinden von Kainz ist imd) einer gut verbrachten Nacht unverändert. Der Kttanke iftir frisch und konnte plaudern. Er scheint sich, da keine Besuche, zugelassen werden, zu erholetu