Ausgabe 
11.5.1910 Drittes Blatt
 
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Bei § 10 betr. hie vorläufi

Dr. Arninc ~ *

«11 bA &e DrLeiterparanr^vLen 5?ür

sfäeSfeit'tofcbeÄh°?e§ r*ne£ Dbcr Verlängerung der 2kfe Seftimmiin« friß %°8e ®8e-* ^uotenkürzung angcbroht. Werksbesitz:r und Arbe'itersc^rst bestehen.^"träge zwischen

Mg. Brey (Soz.)

Degrundet in längerer Rede die Zustimmuno feiner diesemMindestmaß" an Arbeiterforderunge^ Fraktion SU

Mg. Dr. Weber (Natl)^

W i «* «»s"

Wluenn SJebenfen «tuebruä itoer b.cjcn SchE, mit"Hilf-

her verbündeten Regierungen getan wird in vollem ßüh W d-- di- i>L R°ichz,ozL "4°^ ®Ä* Monaten einnahm. (Heiterkeit.) Solche an ii» hX <ru§ berechtigten Bestimmungen darf ' man nicht bei

mnem w chen Gesetz machen. Ich halte das für eSen der gefährlichsten Schritte die wir im Deutschen Reichstage seit 40 Kahren machen. Wir feffeln auch die Kalsindustrie mehr als wir 'ihr Vorteile bringen. Einer unserer bekanntesten Abaeortm-?-» schreibt heute schon im .Tag": .Für die JndM beginn b ute em neuer Tag". (Port, bört!) Und darum stimmen ja auck d e Sozialdemokraten zu. (Hört! Hört!) Ich bitt« Me h?iC Mundeten Regierungen dringend, auf diesem Wege S GotteSwillen nicht weiter^ugehen. (Gelächter dcr^ So») tote schnüren hier durch Preisfestsetzung der Industrie die öu. (Lachen der Soz.) Die Lohne steigen, daun haben auch iTATn^n r-tC1-0Cni>C«'te"bcnä- Schlagen Sie die Industrie zu, farm Mgen Sie in erster Linie auch die Arbeiter totl (Sehr tofan ^bitte Handelsmmister dringend, Stellung zu nehmen araen ^eden Versuch, diese Losung des Problems auf andere Industrien

Kahre ist b'nt Amerikanern die Option zugestanden. Wir sind bereit, für die zwei Effeltivjahre eine Konzeifton ttni Sinne des Antrags Arning zu machen. Dagegen lehnen wir : eS) ab, den Amerikanern für sieben Jahre das Kali zu den Schmidt- mannschen Vertragspreisen zu sichern und damit der gesamten übrigen Kaliindustrie das amerikanische Geschäft vollkommen zu. unterbinden., xSl

"V Abg. Dr. Ricklin (Gif.): *______ .

Meine Freunde lehnen die Kommissionsbeschlusse ebenso ab fine seinerzeit die Regierungsvorlage. Eine gesetzliche Regelung der Verhältnisie in der Kaliindustrie halten auch wir für not­wendig, aber die Kommissionsbeschlüsse sind nicht der richtige Weg. Wir wären allenfalls für ein Verkaufsmonopol gewesen, aber nicht' für die Verteilungsstellen des Zwangssyndikats. Den Interessen, unserer elsässischen Bauern entspricht da§ Gesetz in. keiner Weise. Sonst fördert man möglichst die Produktion, hier aber wird die normale Produktion zum Schaden unserer Land, wirtschaft eingeschränkt. Von einem Raubbau kann bei den kolosialen Kalimengen nicht die Rede sein. Der Vorrat reicht 1000 Jahre. Das Interesse der Allgemeinheit muß auch hier allen Sonderinteresien vorangehen.

Abg. Werner (D. Ref.) - V

Das Gesetz kommt der Industrie, den Konsumenten ilnb" auch ten Arbeitern zugute. Man hat in den Foyers erzählt, heute ftän<=' den Ueberraschungen bevor. Bereiten wir der Oeffentlichkeit' die Ueberraschung, daß wir das Gesetz heute möglichst schnell per- abschieden.

Dbg. Gothein (23p.): ,

Wir halten da§ Gesetz nach wie vor für ein Unglück und haben mit Recht alles getan, um eS zu Fall zu bringen. Der Oberberg«, Hauptmann v. Velsen hat mir in der Kommission borgeworfen, ichs hätte mit der Bekanntgabe eines Wortes des HandelsministerL Bre« seid einen Vertrauensbruch begangen und hat be­dauert, daß Herr Brefeld einen Herrn Gothein zu seinem Vertrau­ten gemacht hätte. Solche Angriffe stehen einem Regierungskom- miffar wirklich nicht zu. Was vertraulich zu behandeln ist, behan­dele ich auch vertraulich. Ich könnte noch manches von Herrn Bre­feld erzählen. Heute soll der vollständig geänderte Entwurf an einem Tage gleich in zwei Lesungen durchgepeitscht werden. Das machen wir nicht mit. Herr Roosevelt wellt heute in Berlin, der früher die Trusts bekämpfte. Wäre er hier auf der Tribüne und würde er sehen, wie wir hier die Ausschreitungen des Großkapita- liSmus bekämpfen, so würde er keine hohe Meinung von den deut-I scheu Volksvertretern erhalten. Die Belehrungen der Kommissars jedenfalls weisen wir zurück: Quod licet Jovi, non licet.

Preußischer Minister Dr. Sydow:

Herr Gothein hat mich nicht ganz geschmackvoll als Jupiter bezeichnet. In meiner Familie waren niemals Götter, auch nicht Halbgötter zu finden. (Heiterkeit.) Die Positur des Iuviter überlasse ich Herrn Gothein. Nun ist es richtig, daß in sachlicher Beziehung Bei bcr Vertretung von Regierungs­vorlagen ein Unterschied zwischen der Stellung der Mitglie« 'der des Bundesrats und der her Kommissare des Bundesrats insofern besteht, als die Kommissare darauf beschränkt sind, nnefi Anweisungen, die aus der Zeit des Fürsten Bismarck stammen, lden Standpunkt der Regierung darzulegen, während die Bundes- lratsmitglieder eine gewisse Freiheit immer unter Vorbehalt der Ge­nehmigung des Bundesrats gewährt ist. Es versteht sich ganz von 'selbst, daß ein junger Asseßor nicht reden darf wie ein alter Beamter. Aber wenn ein Beamter von den 23er, diensten des Obcrberghauptmanns Velsen, der zu der Zeit, als der Vorredner in die Bergverwaltung eintrat, angesehener alter Bergwerksdirektor war, in dem Moment, wo er .sich durch Angriffe gegen den von ihm verehrten früheren Chef im innersten verletzt fühlt, ein lebhaftes Wort gebraucht, da sage ich: gleiches Recht zwischen den Parlamentariern, den Herren aus dem Reichstage und dem betreffenden Beamten, der sich in feinen Ge- füllen verletzt fühlt. (Lebhafter Beifall rechts.), " . "

Damit endet die allgemeine Aussprache. ^ _ § 1 wird mit der eingangs erwähnten Aenderung Betr. die Sondersabriken angenommen, desgleichen § 2 und 3. Auf Antrag Dr. Weber (Natl.) wird gegen die Stimmen der Volkspartei ein § 4a eingefugt, wonach Chlorkalium und Mischsalze nur von Kallwerksbesitzem und den Besitzern der beim Inkrafttreten des Gesetzes bestehenden Sonderfabriken hergestellt werden. Den Besitzern von Sonderfabriken steht dieses Recht nur so lange SU, als sie diese Erzeugnisse nicht in größerem Umfange als bisher verarbeiten. .

> § 6 betrifft die Kontingentierung., " Dbg. Dr. Wicmer (Vp.)^ 7 __

begründet die ablehnende Stellung, die er gegen die Kontingen­tierung und damit gegen das Gesetz einnehmen miisie, obgleich nem Wahlkreis mit der Äaliiudustrie verknüpft sei. Das deutsche fiodenmonopol an Kali sei ein Pfeiler, der schon im Wanken sei, Und damit falle auch die Kontingentierung. Der Redner wieder­holt im übrigen die Bedenken des Mg. Dove.

6 wird unter Ablehnung eines Antrages Gothein-Fegier (Vp.) unverändert angenommen. °

L 8 wird durch Streichung des letzten Absatzes, die auf Äaß i § $en$terTfatter§ erfolg?, ermöglicht. Bei Teilung von Fu ? A '"folge Durchführung des Zweischacht-

Äog^I MÄI.? gibt 3U5Ö5en- SIuf dc-Ag.

OberBerghauptmann 5. Belsen

Ctnarun« «B, haft die Quotenverteilung nicht als PressionS- our Ör3iDingung des Zwcischachtsystems benutzt werden falle, wenn auch die preußische Regierung an diesem festhalte.

Abg. Sachse (Soz.)

ÄM zbch7°N°bN°°.°°-sq-Einführung

zv überragen, tote sie kommen könnten bei 8er Reichsver­sicherungsordnung , beim Deimarbeitsgesetz usw. (Beifall.)

Handelsminister Sydow , gibt eine Erklärung im Sinne des Abg. Weber ab.

Abg. v. Brockhauscu (Kons.) erklärt gleichfalls, daß eS sich um keine sozialpolitische Entscheidung handelt.

In sehr später Stunde wird das Gesetz in zweiter und dritter Lesung erledigt, worauf sich der Reichstag bis zum 8. November vertagt.

Malwitterung und Komet

Die seitherige ungünstige Witterung des sonst als Wonnemonat gepriesenen Mai ist von vielen Zenten rn Zusammenhang mit dem Halleyschen Kometen gebracht wor­den, und vielfach sind auch unprüfbare Nachrichten aus der Feder von Laien durch die Presse verbreitet worden Wir haben uns deshalb an die hiesige Wetzerdrenststelle ge­wendet und sie über einen klärenden Aufsatz gebeten. Wir erhielten daraufhin folgende Zeilen:

Die Wiederkehr des Halleyschen Kometen hat in dmr Köpfen phantasievoller Laien nun auch noch einen recht ungünstigen Einfluß auf unsere Witterung hervorgerufen; die seitherige kühle Maiwitterung soll damit im Zusammen­hang stehen. Ueberschwemmungen werden befürchtet und barometrische Zyklonen über der Nordsee, die in den letzten Tagen bis Mitteldeutschland stürmisches Wetter brachten, soll der Komet verschuldet haben. Alle diese Ausführungen entbehren jeder wissenschaftlichen Begrün­dung; ein Einfluß des Kometen auf die Luftdruck- und damit Wetterverhältnisfe Europas ist gaitft und gar aus­geschlossen. Ebenso soll ein guter Wem im Komctenjahr zu erwarten sein; das ist nur zu wünschen, aber nicht nieten, sondern heiße Spätsommermonate smd hierzu er­forderlich. Betrachtet man den jährlichen Tempe­ratur gang im gemäßigten Klima, wie er sich aus viel, etwa 5)0100jährigen Beobachtungen ergibt, so sieht man sofort, daß vom Winter zum Sommer die Temperatur nicht gleichmäßig ansteigt, sondern in Sprüngen. Es ist die Regel, aber nicht die Ausnahme, daß auf warme Pe­rioden Kälterückfälle folgen. Besonders berüchtigt sind die Kälterückfälle des Mai, die meist gegen Mitte des Monats eintreten. Die noch verhältnismäßig niedere Tem­peratur kann dann leicht unter den Gefrierpunkt sinken und die noch zarte Vegetation stark schädigen. Noch inten­siver tritt der wissenschaftlichen Beobachtung im Juni ein Kälterückfall entgegen: aber in diesem Monat ist die all­gemeine Temperatur schon so hoch, daß auch ein starker Wärmeverlust Temperaturen unter 0° nicht mehr hervor- rufcii kann. Daher finden wir im Bollsmunde nur die Kälte­rückfälle des Mai (die drei Eisheiligen), während die Juni­kälte der Beobachtung des Volkes entgangen ist; eben weil lein verderblicher Einfluß für die Vegetation mehr eintritt.

Tie Ursachen dieser Kälterückfälle sind rein klima­tischer Natur. In polaren Gebieten tritt die niederste Jahrestemperatur meist erst im April und Mai ein diese Monate sind die kältesten des ganzen Jahres, also eigentliche Wintermonate, während in südlicheren Ge­bieten, besonders südlich des 50.° n. Br. um diese Jahres­zeit bereits ein sehr rasches Ansteigen der Temperatur be­obachtet wird, so daß kalte und warme Lufträume anein­ander grenzen. Im Bereich der kalten Luftmassen stellt sich aber eine Neigung zur Bildung barometrischer Hochdruck­gebiete ein, vor allem über dem nordatlantischen Ozean, dem Eismeer und seinen Nebenmeeren. Das Gebiet der warmen Lustmassen bildet und begünstigt hingegen Zy­klonen, so daß gelegentlich, wenn die Gegensätze sich genügend verstärkt haben, ein nordsüdliches Druck­gefälle eintritt, das eine Ueberslutung Europas mit kalten Nordwinden bedingt. Dabei (jclicn häufig starke Kon den- sationserscheiiiungen und Gewitter nebenher. Die meisten Kälterückfälle werden durch Gewitter eingeleitet.

Die Wetterkarten der letzten Wochen zeigten deut­lich diese Verhältnisse, lieber Island und dem nordatlan­tischen Ozean war die Temperatur fortgesetzt niedrig, wäh­rend anderseits über Südeuropa, besonders Südrußland schon recht hohe Temperaturen beobachtet wurden. .Tie hierdurch ausgelöfte Druckoerteilung hat uns Nordwestwinde, Abkühlung und häufige Mederschläge, im Mittelgebirge Schnee gebracht.

Ta die Kälterückfällestn dem starken Ansteigen der Tem­peratur südlicher Gebiete und dem Zurückbleiben der Tem? peratur nördlicher Gebiete begründet sind, dies aber eine allgemeine Erscheinung der gemäßigten Breiten ist, so folgt daraus, daß nicht allein Europa, sondern alle Länder der gemäßigten Breiten von diesen .Kälterücksällen be­troffen werden können; ganz besonders Jtarf Nord­amerika, wo die gefürchtete Kältewelle bis zum mexika­nischen Golf vordringt und gelegentlich noch in Gebieten unter dem Wendekreis Frost bringt. Dort fehlt ein quer vor dem Polarstrom liegender Gebirgswall, der die kalten Luftmassen in ihrem Strome nach Süden aufhält, wie die großen westöstlich verlaufenden Faltengebirge Europas, die wenigstens für Italien und Spanien diese Kältewellen ziemlich unschädlich machen. A. Peppler.

Gießener Strafkammer.

) ( Gießen, 10. Mai. Wegen Vergehens gegen die Koukursordnuug

stand dcr jetzt in Diedenhosen wohnhafte Techniker D. G. aus Mainz unter Anklage. Im Sommer 1907 übernahm er in Butzbach ein Jnstallationsgeschäft mit Gas-, Wasser- und elek­trischen Anlagen käuflich mit sämtlichen Waren, das er bis zu dem am 16. November v. I. ausgebrochencn Konkurs betrieb. Es war ihm beim Kauf ein jährlicl)er Umsatz von 2025 000 Mark garantiert worden, doch stellte es sich bald heraus, daß dieser nur 1012 000 Mark betrug. Mit Rücksicht auf den. garantierten Umsatz legte er sich ein großes Warenlager an; aber bald drohten ihm Zwangsvollstreckungen. Nach seinen An­gaben hat ihm sein Schwiegervater nach und nach etwa 25 000 Mark zugcschossen und als dieser seinen Zuschuß zurückhiclt, wandte er sich an einen pensionierten Beamten, der ihm regel­mäßig, wenn eine Zwangsvollstreckung in Aussicht stand, das Geld dazu gab, wodurch er ihm etwa 1800 Mark schuldig wurde. Zur Sicherung dieser Schuld machte er mit ihm einen Vertrag, wonach er ihm einen Teil seines Warenlagers als Eigentum verschrieb, das einen weit höheren Wert hatte, als die Schuld betrug. Die Sachen blieben im Besitz des Angellagten und er sollte befugt sein, sie zu veräußern. Im Lause des Konkurs­verfahrens kam man zu der Ansicht, der Vertrag sei in dem Be­wußtsein, daß demnächst der Konkurs ausbreche, gemacht worden, um diesen Gläubiger vor den andern zu bevorzugen. Die Ver­handlung ergab jedoch, daß der Angeklagte, der den Konkurs vermeiden wollte und sich stets auf den Wert feines großen Warenlagers berief, beim Abschluß des Vertrags seine Zahlungs­unfähigkeit nicht gekannt hat. Es fehlte somit an dem Tat- bestandsmerkmal des unter Anklage gestellten Vergehens, was seine Freisprechung zur Folge hatte.

Unter Ausschluß der Lesfentlichkeit

wurde gegen den hier geborenen Arbeiter K. K. wegen Sittlich- leitsverbrechens verhandelt. Wie das Urteil besagt, hat der .An­

geklagte ein vierjähriges Mädchen zu Lollar in das Panorama' gelockt und dort das Verbrechen art ihm verübt. Trotz Leugnens des Angeklagten hielt ihn das Gericht auf Grund der Angaben, die das .Bill) seiner Mutter sofort nach dem Vorfall gemacht hat, für überführt. Auch der ärztliche Befund sprach zu ungunsten des Angellagten, so daß er unter Berücksichtigung seiner Vorstrafe wegen eines gleichen Falles zu I Jahr 6 Monaten Zucht­haus, sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre verurteilt wurde.

Der Besitz gestohlener Sachen

brachte den Fuhrknecht A. K. aus 'Dudenhofen bei Offenbach unter Anklage. Vor einem Jahr fand ein Maurerparlier eines Morgens das bei einem hiesigen Neubau befindliche Ar­beiterhäuschen auf gebrochen. Es fehlte ein mit Proviant gefüllter Rucksack, sowie zwei Arbeiteranzüge und vier Wasserwagen. Der Täter war nicht zu ermitteln; doch fand man bei dem Angellagten zwei der gestohlenen Wasserwagen vor, von denen er eine bei seinem Umzug in dem Hause zurückließ, während er die andern einem Arbeiter, der ihm beim Umzug geholfen hatte, statt der Bezahlung gab. 'Da von dem übrigen Gestohlenen nichts im Besitze des Angellagten gesehen wurde, er auch bestritt, von dem Diebstahl Kenntnis gehabt zu haben, mußte die Anllage wegen Diebstahls fallen gelassen iverden. Er hätte aber einen Gegen­stand, der ihm nicht gehörte, keinem ändert' an Zahlungsstatt geben dürfen. Er mußte deshalb wegen Uitterschlagung ver­urteilt werden,'wofür auf eine Woche Gefängnis er­kannt wurde.

Der Raubmord in vorndiel.

rm. Darmstadt, 11. Mui.

Zum Raubmord in 'Dorndiel erfahren wir im Anschluß an unsere Drahtmeldung noch folgende Einzelheiten: Vor der Tat ist der Mörder anscheinend in die neben dem Nlordhausc liegende Wirtschaft von Daniel eingedrungen, denn als der Wirt auf das Geschrei der Frau Bachmann in das Wirtszimmer eilte, fand er die Türe und ein Fenster offen und auf dem Tische |Än halb geleertes Fläschchen Bier. Man vermutet, daß der Täter sich in der Hofreite des Wirtes leicht verbergen konnte, da Tor, Scheuer und Schuppen nicht geschlossen sind. Der Umstand, daß der Täter sich vorher durch Bier gestärkt hat, berechtigt zu der Annahme, daß der Täter kein Einheimischer war. Tic Sektion der Leiche ergab, daß die Kugel aus einem 7 mm Revolver Zwischen zwei Rippen direkt in das Herz gedrungen ist und den sofortigen Tod herbeiführen mußte. Tie Kugel konnte aus dem Herz entfernt werden. Die Ermittlungen durch Staats­anwalt Dr. Krug und Kriminalkommissär Repp-Tarmstadt, die mit dein Auto sofort an die Mordstelle geeilt waren, ergaben bis jetzt keine beftimmien Anhaltspunkte. Möglich ist es, daß der Täter amiahm, der Ermordete habe Geld im Hause, da er vor kurzer Zeit ein Stück Vieh verkauft hatte und sich demnächst ein attderes anschasien wollte. Aus den Blutspuren, die der Täter bei bent Erbrechen der Fensterscheibe hinterlassen und die von Gerichtschemiker Dr. Popp-Frankfurt photographisch aus­genommen iourden, Baben sich bisher feste Anhaltspunkte nicht ergeben. Der Polizeihund eines Mainzer KriminalfchutzmannS nahm keine Spur auf, was dadurch erklärlich ist, daß seit 'der Tat in der Nacht bis zum Eintreffen des Hundes schon zahlreiche Personen den Tatort besucht haben. Außer bem geringen Geld­betrag in der Ladenkasse werden eine silberne Remontoiruhr, eine silberne und eine goldene Kette vermißt, die in dem gleich­falls aufgebrochenen Sekretär lagen, auch befand sich bei dem entwendeten Geld ein Jubiläums-Zweimarkstück von der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares. Die Frau schildert den Täter als einen mittelgroßen, starken Mann im dunklen Anzug mit weichem, schwarzem Filzhut. Er ging auf ihr Geschrei mit raschen Schritten an ihr vorbei, sie fürchtete sich aber, ihn festzuhalten, in der Sorge, daß auch auf sie geschossen würde. Staatsanwalt 'Dr. Krug ließ sich heute eine Anzahl verdächtiger Personen aus der Umgebung vorführen, doch haben sich die Verdachtsmomente bisher nicht bestätigt.

Gießen, 10. Akai. Markt!'ericht. 9lnf heutigem Wochen- markte kosiete: Butter pr. Psd. 1.251.30 Mk>, Hühnereier 1 St. 67 Pfg., Enteneier 1 Stück 8 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Erbsen p. Pfd. 0000 Pfg., Linsen p. Psd. 0000 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk^ Hähne pr. Stück 0,801,80Aik., Gänse pr. Pid. 6070 Ps., Enten pr. Stück 1,80 biL 2,20 Mk., Ochsensieisch pr. Pfd. 7886 Pfg., Knhsieisch pr. Psd. 60 Pfg., lllsichsleisch pr. Psilnd 7074 Psg^ Schweinefleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 96 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 8084 Pfg., .Hannnelsleisch pr. Pfd. 6084 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.000.00 Alk., Zwiebeln per Ztr. 9,0010,00 3JIL, Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 1015 Pfg., per Zentner Alk. 0.000.00., Aepsel per Ztr. 1018 Mk., Birnen per Ztr. 1015 Mk. 3iüsse 100 Stück 4O-^-50 Pfg., per Ztr. 000 Mk Marklzeit von 71 Uhr.

Kartoffel markt - Berrcht vom 9. Mai 1910. Friedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 1.501.69, Atagnnm bonuni 1.801.85, weiße runde 1.701.75, Gelbfleischige, blaue, 0.002.10, rote 0.000.00, weiße 2.002.25. Dort­mund: Rote Daber 0.000.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Magnnm boinnn 2.30O.00, tveiße runde 2.000.00, Gelbfleischige blaue 0.000.00, rote 2.300.00, weiße 0.00000. Hagen i. W.: Rote Daber 'D f. 0.000.00, andere rote Sorten 0.000.00, Magnnm boiuun 2.250.00, weiße runde 2.000 00, Gelbfletschige blaue 0.000.00, rote 2.100.00, weiße O.oO0.00. Kempen: Rote Daber 0.00 - 0.00, andere rote Sorten 2.900.00, Magnnm boimm 2.50 bis 0.00, weiße nmbc 0.000.00, Gelbfleischigc blaue 0.00.0.00, rote 0.000.00, weiße 0.000.00. Krefeld: Rote Sorten 0.000.00, Magnnm bomim Alk. 2.302.50, weiße runde Mk. 0.000.00, Gelbfleischige rote 'Ulf. 2.302.50, weiße 2.302.50. Köln: Role Sorten 0.000.00, Magmtm bonnm 2.102.35, weiße runde 1.900.00, Gelbfletschige blatte 0.000.00, rote 0.00 bis 0.00, weiße 2.300.00. Plaidt: Rote Daber 0.000.00, andere rote Sorten 2.000.90, Magnnm bonum 2.290.00, weiße runde 2.100.00, Gelbfleischige, blatte 0.000.00, rote O.CU bis 00, weiße 0.000.00. Saarlouis: Rote Daber 0.000.00, andere rote Sorten 2.300 00, Magnnm bonum 0.000.00, wetße runde 2.20 bts 0.00. Gelbfletschige, blaue 0.000.00, rote 0.00 bis 0.00, weiße 0.000.00. M a n nhet in: Dkagttum bonum Alk. 2.400.00, weiße runde 0.000.90, Gelbfleischrae blaue 3.20 bis 0.00, rote 0.00 0.00, weiße 0.000.00. Frankenthal: Rote Sorten 2.000.00, Magntnn bonum 2.250.00, weiße runde 2.00 bts 0.00, Gelbfleischige blatte 3.000.00, rote 3.00-0.00, weiße 3.000.00. M Ü n cf) c n: Magnum bomim 2.80, weiße runde 3.00, Gelbfleischige weiße üUf. 3.00. Regensburg: Rote Sorten 2.U0 bis 0.00, Magnnm bonum 0.300.00, weiße runde 2.000.00, Gelbfleischige blaue 0.000.00, Gelbfleischige rote 1.80-0.00. (Alles zu 50 Kilo.)

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<letzt scheit Krieasministeri schieben zu mol fertigen missen.

(Äijeitig Luftschissba; geteilten amtlich 'M, nnd so er) hast. W well VeiMhrungen mehrfach angef , Friedrich schifsbau-Ge

Heber die Ui bringt dieB e r Erklärung, i können. Dos daß durch eine tm geschleudert mord brach und die voll das Änkerseil sei gekommen und gei organe innerhalb mich unmöglich, i 'uittebenen Weise dic Harte Lausgan ,eiIe siliert und gerichtetem Ziehei Serben sind.

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