Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
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Ans Stadt und Land.
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Wetter
§
Jahre 1893
10. bis 11.
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Sept.
1910
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-s- Erda 10. Sept. Unsere Gemeinde, die größte der Bürgermeisterei Hohensolms, hat auch das größte Schulsystem. Hier werden 240 Kinder von 3 Lehrern unterrichtet, sodaß notgedrungen die Anstellung einer vierten Lehrkraft in Aus- sicht steht. Für die Errichtung der vierten Klasse muß vorerst ein Lehrsaal erbaut werden.
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Be^ dem Angriff, der nach kurzem Feuergefecht die tBor-Stellungen in blauen Besitz brachte, war der markierte Offizierausfalt alsbald stark unterscheidbar. Ganze Kompagnien der bei Neuendorf unter dem alten General- Mbler Balck kämpfenden 61er aus Thorn hatten nur einen Offizier, so daß alle Züge von Unteroffizieren geführt wurden Blutjunge Leutnants spielten Kompagnie-Vater, während die Herren Hauptleute, besonders die älteren „Gefalle- nen", als vorübergehende Zuschauer reine Freude darüber zu empfinden schienen, daß ihr neuer feldgrauer Rock nicht mehr mit dein lehmigen Marschboden dieser so gottqesea- neten, fruchtbaren Gegend Bekanntschaft zu machen brauchte Freilich mit Nachtanbruch sollen, durch erneuten Schieds- richterspruch, diese „wandelnden Leichen" wieder zum Leben erstehen, und drüben, ein paar Kilometer weiter, winkt der dunkle, mit Drahthindernissen und anderen „Fortifi- rations-Delifatesscn" gespickte Trautenwald, um den bis zum morgenden Manövcrschluß manch heißer Schweißtropfen der Blauen vergossen werden dürfte.
- Grünhagien, 10. Sept.
Letzter Ta
Der Kaiser verlieh aus Antast der Kaisermanövev u. a. folgende Auszeichnungen: Kreuz und Stern des Hausordens von Hwhenzollcrn Generaloberst Freiherrn v. d. Goltz; den Stern der Komture General v. Macken-, sen. Der Kaiser verlieh ferner eine Reihe von Aus-l Zeichnungen: u. a. wurde Prinz Friedrich Leopold von Preußen zum Generaloberst befördert; Generaloberst Frhr von der Goltz erhielt Kreuz und Stern der Komture des Hausordens von Hohenzollern; General von Kluck wurde ä la suite des Grenadierregiments Nr. 3. dessen Chef der, Kaiser ist, gestellt.
Ein Erlaß des Kaisers.
An der großen von Elbing nach Osterode führenden Straße gab es, unweit des Dorfes Hirschfeld, während des Borzrehens der 35. Division allerhand zu schauen. Unter den Augen des Divisionärs schlugen die 23. Pioniere aus Graudenz eine Reservebrücke, das Scheinwerfergerät des Bataillons passierte vorüber und unter der Führung eines Hauptmanns von der 6. bayerischen Feldartillerie machte das Ehrhardtschc Ballon geschütz den Beschluß der fechtenden Truppenkolonne. Unter den Offizieren waren ern ganz Teil „T o t e r", an deni abgezogenen Helmüberzug kenntlich. Kopfschuß, Bauchschuß, Beinschuß — so lautete i)CE manchmal wohl nicht unwillkommene Schicosrichter- spruch, der den betreffenden Herren für den Tag des anstrengenden Manöverbetriebes enthob. Bei der Marine ist diese Art der Verlustdarstellung schon seit langem erfolgreich im Gebrauch. Es wird von diesen Kaisermanüver- Dersuchen abhängen, ob die Armee in Zukunft grundsätzlich ein Gleiches tun wird.
Wisfeitschaftlich viclfach erprobt
Preis'pro ä‘ W-
Spielplan des Unrhans-Theaters Bad Nauheim.
i £Sircftion: Hermann Steingoetter.
14 hlJL oeP/*: 8ur Hblle." Mittwoch,
14. Sept.. „O diese Lerltnants/ Donnerstag, 15. Sept.: „Hans ^.ange. Sonntag, 18. Sept.: „Fräulein Josette — meine Frau."
Köiiigsberg 10 Sept. Oberpräsident von Winpheim gibt folgenden Erlaß des Kaisers bekannt: Meine Ostpreußen haben tmich und die Kaiserin und Königin/meine Gemahlin anläßlich der großen Parade des 1. Armeekorps und der vor nur abgehaltenen Manöver allerorten mit warmer Begeisterung und unter erhebenden Kundgebungen in angestammter Treue be- willkommnet. Unseres tief empfundenen Danks hierfür dürfen sich die Bewohner der Provinz versichert halten. In der Freude über die Zeichen liebevoller Anhänglichkeit habe ich zugleich stift Rührung der lOO Jahre zurückliegenden Zeit schwerster Not und Trübsal des Vaterlandes gedenken müssen, in der Ostpreußen mit! unerschütterlicher Treue zu seinem Königshausc hielt und in Bestätigung derselben die Erhebung einleitete, der nach Gottes gnä- diger Fügung ein so herrlicher Erfolg durch die Befreiungskriege beschuhen war. Mit besonderem Wohlgefallen habe ich auch die Begrüßung der alten Soldaten der Provinz entgegen genommen, die sich unter' der Devise: „Mit Gott für König und Vaterland" kameradschaftlich vereinigt haben und anläßlich der Parade bei Königsberg rn so ansehnlicher Zahl zusammengeströmt waren Der Bevölkerung, dre meinen Truppen trotz der durch die diesjährigen Manöver vermehrten Einguartierungslasten eine freundliche Äuf- nahme berntet hat, zolle ich gern meine Anerkennung für ihre auch dadurch bekundete patriotische Gesinnung. Ich beauftrage Sic l-K ^ÜtnUD9£td} bekannt zu geben, gcz. Wilhelm K e<f)Lobittm, benlO September 1910. An den Dberpräfibenten der Provinz Ostpreußen.
Der Kaiser, der Jagduniforrn angelegt hatte, ist narftmittags imt 4>/2 Uhr im vofznge in Königsberg cinJ getroffen und begab sich im Automobil nach Schloß Prenls Kurz nach 10 Uhr kehrte der Kaiser vom Besuch der Gräfin Lehndorsf zuruck und bestieg alsbald den auf bem Ost-, bahnhof haltenden Hofzug. Bei seiner Ankunft und Ab- sahrt waren der Polizeipräsident von Wehrs und Eisenbahn-, direktwnsprasrdent Krüger auf dem Bahnsteig anwesend Ber der Durchfahrt durch die Stadt wurde der Koisevsjedes^ mal von einem zahlreichen Publikum herzlich begrüstt Der Kaiser gedenkt in Nautzken im .Hofzuge zu übernachten und morgen ftuh 8 Uhr in Mehlauken cinzutrefsen. I
Mit dem heißen Schweißtropfen, den über das Ringen a ^ote befestigte Feldstellung am Trautenwatde der blaue Angreifer, bis zum Manöverschluß vergießen sollte, hat es der oberste Kriegsherr gar gnädig gemacht. Gerade so gnädig nämlich wie der Wettergott, der einen herrlichen wolkenlosen Sonnenhimmel 'über das grandiose Schlachtgemätde spannte, das um 6 3l? Uh-r Mfe „Das Ganze halt" sich südlich von Pr-Holland brs an die Dörfer Köllming und Grün- Hagen dem auch zrviliter entzückten Blicke bot. Für kurze Zeit war sogar die „Leere des Schlachtfeldes", diese neueste und ach. so nüchtern-kriegsmäßige Forderung an eine Frie- verwischt, und was die schiedsrichterliche Ent- scheidung nicht außer Gefecht gesetzt hatte, lief gar ficht» bat und rtef gar hörbar .Hurra für Rot und Blau .hinter den ineinander geschobenen, im Laufe eines 1 7ftünbigcn 31 a chtgesechtes durch die Verlustansagen teilweise Lrem- Uch dünn gewordenen Schützenlinien standen, hinter Terrainwellen und Seniungen, die Geschütze der Feldartillerie ■ mancher eherne Mund freilich, nur von noch einem Storno» mec bebtent, war ganz verstummt und niederqekärnvft- rnauche Protze mir noch mit zwei Pferden bespannt und in' 1) l?tcreil ^°^cn ^k'^cgungsunsähig, während loeiter nach Westen hin, am Ostcroder Bahndamm, vier blaue schwere Morserbattericn (der 15. Artillerie) mit Elftem Baß in das rattelnde Gewehrseuer der Infanterie das „Katzcngelächter" der Maschinengewehre und den hel- leren Kstall der 7,.> Zentimeter-Feldkänone einstimmten, lieber dem Ganzen schwebte und zog seine Kreise um den Standort des Kaisers bei Grünlingen der Groß ball on der einzig Ueberlebende der Vertikalen, denn sein roter Gegner, der „P. 2" des Bayern Parsevat, war, nachdem er sich von der vorgestrigen Havarie erholt hatte, heute in den ersten Morgenstunden aus seinem luftigen Bereich — ^^omegemäß —- von einem Ballongeschütz heruntergcholt
schwer voll. Besonders die Aepfelbäume sind zum Brecher ' voll behangen und ihre Zweige beugen sich trotz Stützen uni
Bänder bis aus den Boden unter der Last der lachende, " Früchte. Mit dieser Obstanlage hat die Stadt ohne Zweifc
etwas Vorbildliches geleistet, und es wäre im Interess unserer obstliebenden Jugend nur zu wünschen, daß diese Beispiel zahlreiche Nachahmer finden möchte. Wenn einma ein menschenfreundlicher Stifter in Verlegenheit ist, in welche Weise sein Andenken am besten der Nachwelt erhalten werde, soll, so möchten wir ihm zu folgendem raten. Er hinterlass 0er Stadt Gießen ein Kapital, das zur Anlage einer Obst plantage Verwendung fände und knüpfe daran die Be öingung, daß der Ertrag alljährlich an kinderreiche Familie, nut geringem Einkommen verteilt werden solle. Das gab einen Jubel!
. ^^^ensanstelegenheit. Der Grostherzog ha Oberstaatsanwalt Franz v. Hessert in Da.rm.stad
1 die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm voi ! meiner Majestät dem König von Spanien verliehene! I Kommandeurkreuzes 1. Klasse des Ordens Isabella de Katholischen erteilt.
m ** ic fi e f f ifen Weine auf der Brüssele: o l t a us st e llun g. Wie wir erfahren, hat hie vor
L ^^uftterium des Innern veranstaltete Sammel Ausstellung hessischer Weine auf der Weltausstellung ir I Bruftel die höchste Auszeichnung, den Grand Prix, er ^?lten. An der Ausstellung sind beteiligt die Grvßh Weinbaüdomanenverwaltung in Mainz, die Wein- und Obst bauschule in Oppenheim mit eigenen Erzeugnissen und Er zeugmfsen der unter ihrer Leitung gebauten Musterwein, berge von Wilh. Ärug und Gg. Wolf in Elsheim, 2Ht bur gern elfter Sch ätz el in Ober-Ingelheim und Bürgermeister sieben in Zoriiheim, ferner die Stadt Bingen der Binger Winzerverein und die A. Froweinsche Gutsverwaltung in Oppenheim.
" Eine Sitzung des Provinz ial.AuSschusse- der Provinz Oberhessen findet am SainSiag bei 17. September 1910, vormittags 9 Uhr beginnend, mi folgender Tagesordnung statt: 1. Aufnahme des taubstummer Heinrich Lenhardt von Petterweil in die Taubstummenanstalt 2. Gesuch des August Bindewald zu Schwalheim um Er- IniibniS zum Betriebe einer Schankwirtschaft. 3. Besetzune der Gemeinde.Einnehmerstelle für die Gemeinde Lollar 4. Tie Kreisstrahe Friedberg-Staden km 8,4—8,8 in Nieder- Florstadt. 5. Beschwerde des Heinrich Haas III. in Brüchen- brücken gegen einen Gemeinderatsbeschluß, Brunnenanlaqe betreffend.
’* Zstr Unterstützung der Ober-Mockstädter Ka sse n m i t g li e d er. Die Sammlung für die hilfsbedürftigen Mitglieder des ehemaligen Vorschuß- und Kreditverein- Ober-Mockstadt ist geschlossen worden. Die Sammel- !tellcn werden daher gebeten, die eingegangenen Geldspenden, soweit dies noch nicht geschehen ist, alsbald und tunlichst bis zum 15. September ds. Js. an die Hauptsammelstelle, die Kreiskasse des Kreises Büdingen, abzuführen. Ueber den Eingang und die Anlegung der Gelder wird demnächst ein Ausweis veröffentlicht werden.
T". 2ang -Gön§, 11. Sept. Ihre goldene Hochzeit feiern dieser Tage die Eheleute Anton Henrich VIII.
Jubelpaar, das sich der allgemeinen Achtung erfreut ist noch recht rüstig; 3 Kinder, 6 Enkel und 2 Urenkel umgeben es an seinem Jubeltage.
™ nachmittags hatte General von
Mackensen gestern seinen Angriff begonnen und vor Einbruch der Dunkelheit mit seiner Infanterie beinahe überall bis auf 800 und 1000 Meter an die roten Verhaue hcrangctragen. Dann war unter dem Druck der h o h e n V e r l u st e die Vorivärtsbemegung zum Stehen gekommen und der Angreifer halte sich, durch schnell aufgeworfene Wehren geschützt und an das Gelände geschmiert darauf eingerichtet die Dunkelheit seinen Bundesgenossen für den erhofften schließlichen Erfolg sein zu lassen.
Die Truppenverteilnng zeigte um diese Zeit von Süden her die blaue 41. Division (von Westernhaaen) der 2. Infanteriebrigade, davon nördlich die 35 Division der Koxpzreserve dahinter, der 1. Brigade gegenüber JBciter stand bei der alten Ordensstadt die 36. Division in einer gegen Süden und Osten gerichteten vorgebogenen Flanken,tellun.g. Rot hatte dort die unermüdliche 73 In- fanterie-Brigade aufgebaut, die Unter ihrem Führer dem bernerrftenahp,rhB' n uMe' rerf,t c'9enttW) bie Gesamtkosten b n Uebungstage getragen und dabei geradezu of>ne nennenswerte Ausfälle durch-
Jat cinc volle deutsche Meile zurückge- hie 2 flcnau östlich von Pr...Holla?id
e ., bisher noch nicht m Aktion getretene (rote) Division
J&ejjner zusammen, der mit der 1. Divis ton s.hasse) in- zwrschen eine ausgedehnte, vorbereitete Stellung eingenommen und mit allen Mitteln der feld- und !festungsmäßigen Pionierkunst ausgebaut hatte. Der linke, 'an ein — angenommenes — II. (rotes) Korps angelehnte Flügel reichte bis zu dem Torf Grünhagen, 9 Kilometer südlich von Pr.-Holland. Das Zentrum der Stellung bildete der Trautenwald. Tie nördliche Flanke ging bis Ro- gehnen, 5 Kilometer ostsüdlich der Stadt. Hinter diesem Dorf stand in einiger Entfernung die 2. Division (Freiherr v. Hügel) in Reserve. Bls auf 3000 Meter vor die ^eigentliche Stellung vorgeschoben, lagen Infanterie- und Feldartilleriedeckungen, die jedoch nur flüchtig aufgeworfen und, wie sich später zeigte, nicht für ernsten Widerstand bestimmt waren. Hinten freilich hatte man ganze Arbeit gemacht und sogar bombensichere Unterstände gebaut. Schwere Eichenbohlen und 7-Träger deckten dort die Mu- nrtionsräume und Mannschaftsstände der schweren Artillerie des Feldheeres, zum Teil auch die der Infanterie.
Bis gegen 1 Uhr dauerte bei Blau die Entwick- i u n g. Die über den Oberländer Kanal hinaus eingehaltene wstlichc Marschrichtung wurde bald nach der durch Pontonbrücken und Behelfsübergänge bewerkstelligten Ueberschrei- tung dieses etwa 50 Meter breiten Hindernisses nach Süden geändert, und es trat mit dieser Schwenkung das blaue Armeekorps erst und endlich in das ihm zugedachte Augrisss- iseld ein.
Martte.
r Marburg 11 Sept. Am nächsten Dienstag wird hier der Herbst-Pferde markt, verbunden mit Verlosung, ab* geyallen.
«£L?$Drb über dem roten, an Stärke unterlegenen |geftaffeft, während gan^ tm Osten die auS den vier roten
”,f----- k----- k" ' • ■ Divisionskavallerie-Regimentern (1., 10., 11. Dragonern und
den Wrangel-Kürassieren) gebildete schwache Reiterdivision Brecht gegen Nordosten beobachtete, wo die blaue Kavallerie- Tivision E. bei Göttschendorf Rücken und Flanke von Rvt im Schach halten sollte und zu einigem Eingreifen (gegen Bagage-Kolonnen) kam.
5taum deckte gestern die hier im preußischen Norden auch jetzt noch erst spät einbrechende Dunkelheit das wellige Gelände um den Trautenwald, als schon ein Artilleri e- t a m p f begann, der trotz seines Manoverkartuschen-»Cha- rakters ein recht artiges Brummerkonzert bot und in dem nafyen %>r.*fyotlanber Quartier jegliche Nachtruhe illusorisch machte. Die Batterien hatten im Tageslicht und an der Hand von Eingabelungen die gegnerische Stellung erkundet und die Entfernungen so festgelegt, daß vornehmlich die blauen, angreifenden Santa-Barbara-Jünger, mit guter Treffsicherheit, ihrer Schutzheiligen alle Freude gemacht haben sollten. Ganze Melodien wurden da heruntergeorgelt, und in dem stunden- und stundenlang dauernden Duell mag gut und gern überall fast der letzte Schuß aus Protze und Munitionswagen verfeuert worden sein. Wie riesige Tiebeslaternen schoben dabei die Scheinwerfer! ihre Lichtkessel hin und her und wo besonders die großen, bei Rot festeingebauten Apparate wirkten, da war auf Kilo- ineter weit hin die Leuchtwirkung so stark, daß man sich in Tageshelle wähnen mußte. Weniger intensiv und nur kurz vorübergehend war dagegen der Effekt der L e u ch t ku g e l n, die bei Blau von den vorgeschickten Sturm-Vorkolonnen in die dunkele Nacht geschossen wurden und auf nur wenige hundert Meter eine rasche Unschau gestatteten.
Unter dem Schutze von 21 leichten, drei vorzüglich bedienten Feldhaubitzen des Danziger 36. Regiments und. jener vier schweren Batterien unter dem Obersten Hirsch! arbeiteten sich^ die langen, dünnen, mehrfach in die Tiefe gegliederten Schützenlinien nach vorn. Nicht etwa sprungweise, wie das am Tage Brauch ist, sondern robbenartig, rollend, hüpfend, jede Ackerscholle und jede Kuschel benutzend, ein mühseliges Stück Arbeit in der vom Spätnachmittagregen aufgeweichten Erde. Strich der »Lcheinwerfer suchend über das Gelände und kam an einen I solchen krabbelnden Ameisenhaufen heran, um ihn feinen roten Schützen zum Ziel zu bieten, so kroch der feldgraue Ntusketier in eine Art von Hasenlager und war mehr denn schwer zu treffen. So allein konnte es gelingen, daß bei I dem er ft en morgendlichen Büchsenlicht Blau in noch immer stattlicher Stärke auf 200 bis 300 Meter an das rote Fort sich herangeschoben hatte und einbruchs- b er eit war. Daß dieser Einbruch allerdings bei Tage hatte gelingen können, wird füglich zu bezweifeln sein, umsomehr, als um diese Zeit der gesamte rote rechte Flügel, mit drei Infanterie-Brigaden und vierzehn Batterien gegen die 3 6. Division losbrach, ihrem Angriff mit wuchtigem Gegenstoß Halt gebot und das Kriegsglück durch Aufrollen der Mackensen scheu linken Flanke entschieden für Rvt wendete. Gerade abeb, als die roten, ganz frischen Bataillone d^r Regimenter 4, 44, 33 und 45 bei Rogehnen den 18ern und . 59ern mit Hurra und Bajonett zu Leibe gingen, erscholl, von Süden her ausgenommen, das willkommene Manöver- ! schlußsignal und machte aus ostpreußischem Fein-d und ' westpreußischem Gegner wieder friedliche all-preußische ' Waffenbrüder, denen gemeinsam dies interessante Kaiser- 1 manöver eine lange schöne Erinnerung fein wird.
Spielplan der vereinigten frankfurter Staüttdeater
Opernhaus.
Montag, 12. Sept., abends 7ft, Uhr: »Ein Waftertramn - DlEag, 13. Sept^ abends 6 Uhr: »Siegfried." Mittwoch Sept. ): «.Der Freischütz." Donnerstag, 15. Sept.: „Maur?r 11 Herauf: „Cavalleria rusticana.“ Freitag, 16. Sevt.
abends 7/, Uhr: „Der Graf von Luxemburg." Sarnstag, 17 Sevt " abends 6 Uhr: „Götterdämmerung." Sonntag, 18. Sept.: "jebelei Montag, 19 Septbr., abends 7'/, Uhr: Salome." Diens^a 7°/,^hr:' eroiCa'" Mittwoch, 21. S-pt., aber.bä
Schauspielhaus.
Montag, 12. Sept."): /Dieben." Dienstag, 13 Sevt • tbealev Gatte Mittwoch, 14. Sept.: „Rose Bemd." Donnerstaa abends 7-/, Uhr: „Das Konzert.' Jreitaq, 16. Sern' abends 7/, Uhr. „Der große Name." Samstag, 17. Sept.: Der große Name." Sonntag, 18. Sept., nachm. 3'/, Uhr: Ter dnntt- d^nkt." Abends 7 Uhr: „Ein idealer Gatte." Montag" 19. Sept • b?.r Sabmerlnnen." Dienstag, 20. Sept.: .Der Grät von Gleichen." Mittwoch, 21. Sept: Ter Graf von - Donnerstag, 22. Sept., abends Uhrft°L'der mu^Wein
*) Ansaug, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Septbr. °- -4- 18,5 ° c. „ = + 7,7 *C.
Gießen, 12. Sept. 1910.
Vom städtischen Obstgarten.
südöstlichen Seite der neuen Kasernen, zwischen der Siechenanstalt, hat die Stadt Gießen tm “ ' . 5 -5'" borgen großes, mit 467 Säumen, vorzugsweise Apfelbäumen, bepflanztes Baumstück angelegt Die tn gedeihlicher Entwickelung stehenden Bäume, die neben^ bei bemerkt, sämtlich vom Sladtgärtner vom Samenkorn an selbst herangezogen worden sind, stehen nun tm Beginn ihrer vollen Ertragsfähigkeit. Der erste reiche Obstsegen, welcher der Stadt über 2000 Mk. Einnahme brachte, war vor zwei Jahren. Auch in diesem Jahre hängen die Bäume tvieder!
Höchste Temperatur am
Niedrigste , 10 11
Niederschlag: = 0,0 nun. ' *


