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Kleine Tageschrouik.
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In Breslaü wurde am Montag in Anwesenheit des Dbci' << Präsidenten^ des Regierungspräsidenten, des Polizeipräsidenten tu ö
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Seben, Die Brücke überspannt den Oderftrom in einem einziger 5gr Bogen. Die Erbauung nahm 2* 1 2 3/< Jahre in Anspruch und kostet'
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den Mitgliedern städtischer Körperschaften und zahlreicher Ehren gäste bte neue Kaiserdrücke feierlich dein Verkehr über
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nahezu drei Millionen Markl ” ..... ' ' '
wmZ der städtischen Irrenanstalt in BreSlau sind dd
(Ein Streit um eine Millionen-Lrbschast.
Köln, 11. Okt. Gestern versammelten sich in einer Erbschaftssache nicht weniger als 203 Teilnehmer aus
Sport.
= Fußball. Am Sonntag fand auf dem Sportplatz tat der Hardt zwischen den2. Mannschaften desG ie ß euer Sport- b er ei ns von 1900 und des Gießener Ballspielklubs ein Wettspiel statt, in dem der Sportverein mit 4:1 Toren siegte Tas Spiel war im allgemeinen ausgeglichen. Erst gegen Schluß machte sich eine kleine Ueberlegenheit des Sportvereins bemerLar, jedoch spielte die Deckung und vor allem der Torwächter des Ballspielklubs sehr gut, (p daß kaum noch Erfolge erzielt werden konnten.
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Luftschiffahrt.
Die Fahrt des P. 6.
Das Luftschiff >,P. 6", das, wie wir gestern schon duz meldeten, von München zu einer Fahrt nach Berlin aufgeftogeu war, ist über Landshut und Regensburg geflogen, wo es an scheinend mit dem herrschenden Ostwind zu kämpfen hatte. Es floq nach Nordwesten weiter, passierte über Marktredwitz um 3 Uhr 56 Min. Hof und landete nachmittags 4 Uhr 30 auf dem Exer zierplatz in Plauen i. Vogtt. Tie Schnelligkeit des Luft schiffs, mit der es die Fahrt zurückgelegt hat, kann als eine außerordentliche bezeichnet werden. Das Luftschiff wa? bekanntlich um i/39. Uhr früh in München aufgestiegen. Außer in Plauen wird das Luftschiff auch in Bitterfeld eine Zwischenlandung vornehmen und erst am Mittwoch in Johannistal eür treffen, da die dortige Ballpnhalle erst an Tage fertig- gestellt sein wich.
Durch Urteil vom 29. Februar 1908 hatte der Provinzial» ausschuß das in der Sache ergangene Urteil des KreisauSsckussez Friedberg aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung an den Meisaus schuß zurückverwiesen. Nach dem damaligen Kreis, ausschußurtefl sollten 6917,51 Mk. Kosten des .Erwerbs von Gelände für die Entnahme von Baugrund von den 5 Konsortialgemeinden Friedberg, Ober- und Nieder-Rosbach, Holzhausen und Rodheim aufgebracht werden. Der Provinzial-Dusschuß benn- stundete, daß der Kreisausschuß nicht noch weitere, etwa am Bahnbau interessierte Gemeinden heran gezogen und außerdem bei der Berechnung nicht den Grad des Interesses der verschiedenes Gemeinden berücksichtigt habe. In seiner neuen Entscheidung vom 15. Dezember 1909 hat dann der Kreisausschuß außer den vorgenannten, rroch die Gemeinden und Gemarkungen Bad-Nauheim, Wisselsheim, Rödgen, Schwalheim, Ockstadt, Petterweil, Ober- Erlenbach, Bauernheim, Ossenheim, Ober-Wöllstadt, Reinhards, Hof, Löwenhof und die fiskalische Gemarkung herangezogen. Gegen die Heranziehung haben eine Anzahl Beteiligter Rekurs verfolgt, indem sie zum Teil jedes Interesse an der Bahn bestritten, zum Teil behaupteten, daß die fraglichen Kosten vom Konsortium allein zu tragen seien. Der Provinzialausschuß beschloß heute, die Entscheidung in einer der nächsten Sitzungen zu verkünden.
Darmstadt,- 10. Okt. Der Flieger August Euler unternahm heute nachmittag kurz vor dem Dunkelwerden einen interessanten Aufftieg mit seinem neuen, für militärische Zwecke bestimmten zweisitzigen Flugapparat. Als Passagier nahm der Stadtkommandant, Generalmajor v. Ramdow.an dem Aufstieg teil. Der Flug erstreckte sich in mehr als 7 Kile meter Länge über dem Artillerie-Schießplatz hinweg. Während des Fluges fanden dortselbst gerade Hebungen eines Reserve- Regiments statt, dessen Bewegung die beiden Luftfahrer genm; beobachten konnten Generalmajor v. Ramdow wwfolgte die einzel neu Hebungen des Regiments mit größtem Interesse und spract sich über die gemachten Beobachtungen als militärischer Fachmann außerordentlich befriedigt aus.
Gerichrssaal.»
Beleidigung eines Generals durch einen „Dorvar1S".RedLktr«r.
Berlin, 10. Okt. Vor der ersten Strafkammer bcs Landgerichts I hatte sich heute der Redakteur des ,,Bor- wärts", Richard Barth, der'gegenwärtig eine Gefängnis- strafe in Plötzensee verbüßt, wegen Beleidigung des Gene- rals v. Below zu verantworten. Der Angellagte hatte im „Vorwärts" in einem Artikel: „Die Reisespesen des Generals", die auch von dem Abgeordneten Stücklen im Reichstag Dertretene Behauptung zu beweisen gesucht, da tz'General v. Below zu Hn- recht, als er die vierte Garde-Jnfanterie-Brigade übernahm. Um- zumgskosten und in einem anderen Falle Tagegelder erhoben habe Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Mona, ten. Das Urteil lautete auf einenMonatGefäng nis. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß der General bei der Aufftelluog der beiden Liquidationen sich durchaus in gutem Glauben befunden habe.
zur Beobachtung dort untergebrachten Einbrecher Meißner Mandel, SchimanSki und Jude entflohen.
Wie die .Braunschweigische Landeszeitung* au8 zuverlässige CueUe erfährt, setzte der verstorbene Geheime Kommerztenrat & Max Juedel eine große Anzahl von Vermächtnissen aut
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Die waldbrönde in Amerika. k
Nach einer Depesche aus Warrond (Minnesota) äscherten die Waldbrände auch die Ortschaften Pitt und Graceton ein. mehrere andere Städte sind bedroht. Bisher sind 7 5 Leichen Rc von Ansiedlern aufg efund en worden. Man glaubt daß im ganzen 300 Menschen dem Waldbrande -um Opfer gefallen sind. P*
Schriftlesung hielt Oberhofprediger Dr. Dryander, die geist- und eindrucksvolle Feftpredigt der Dekan der theologischen Fakultät, Oberkonsistorialrat Professor D. Kaftan.
In den Repräsentationsräumen der Universität versammetten sich abends eine glänzende Gesellschaft, darunter die Vertreter der auswärtigen Universitäten, um den ersten offiziellen Empfangsabend zu begehen. Der Rektor Dr. Schmidt unterstützt von Gcheün-Rat Kahl machte die Honneurs. Bald nach 8 Uhr langte der von Vioabit kommende Fackel zu g vor der Universität an und schwenkte nach und nach ein, bis fast alle Teilnehmer, etwa 4000 Studenten, auf dem Franz-Jo j cf s- vlatz Aufstellung genommen hatten. Nach dem Gaudeamus igitur, das gemeinsam gesungen wurde, begaben sich der Festausschuß mit dem Universitätsbanner in die Aula, wo Sündiosus Heil ,üon der Landsmannschaft Normannia aus Rektor und Senat ein dreifaches Hurrah ausbrachte. Erich Schmidt dankte als Rektor mit einer warm empfundenen Ansprache, in der er das Leuchten der Fackeln mit der erleuchtenden Tätigkeit der Studenten in ihrem zukünftigen Leben verglich. Nach Einnahme eines Imbisses (in den Nebenräumen waren Büfetts ausgestellt) setzte sich der Fackelzug weiter fort
Aus Anlaß der Hundertjahrfeier regte Profeffor Dr. Wilhelm Paskowski die Ausstellung von Bildnissen von Professoren der Universität an. Seine Bemühungen um Ergänzung der seit 1836 vorhandenen Bflder, sowie um /Vervollständigung durch solche aus früheren Jahren hatten Erfolg, so daß die Porträtsammlung 716 Stücke, darunter seltene Sttche umfaßt; angegliedert dieser Sammlung wurden bemerkenswerte Urkunden und Medaillen, die der Universität im Laufe der Jahre verliehen wurden. An besonderen Tischen wurden die der Universität bereite überreichten Jubilaumsgaben ausgestellt. Alle diese in der Universttätsausstellung gesammelten Gegenstände beabsichtigt man zusammen rnft den Erinne- rmigsgaben zu einent Museum zu vereinige^
Flugplatz Johannisthal, 10. Okt In Anwesenheit zahlreicher Offiziere des Kriegstninisteriums und des Generalstabs, unter chnen der Inspekteur der Bev kehrstruppen, General v. Lyncker, wurden bei wind sttllem nebligen Wetter die Konkurrenzflüge fortgesetzt Die besten Leistungen erzielte Lindp ain tner, der 2 Stunden 20 Minuten flog und eine Höhe von 690 Meter erreichte. Den ersten Preis des heutigen Tages für den kürzesten Anlauf gewann Hans Grade mu 61.70 Meter.
Wien, 10. Okt 3IIner vollführte heute einen Ueberlandflug von Wien nach Horn und zurück; die Strecke beträgt 180 Kilometer. (5t stieg um 9 Uhr 14 Min. in Men auf und landete um 10 Uhr 28 Min. in Horn. Zum Zurüttfluge stieg er um 4 Uhr 16 Min auf und landete auf der Simmeringer Heide ums 5 Uhr 15 Min.
- Stadttheater. Zur heutigen Erstaufführung de? , großen Namens von Leon und Feld dürfte noch interessieren, wag ein Hamburger Blatt über die dortige Aufführung schreibt: »Diese drei Akte holen ihre besten Wirk- ungen aus dem Konflikt zwischen dem Künstlertum großen Stils, das rücksichtslos seinen Weg geht, und dem gefälligen Talentchen, deffen Inferiorität den Instinkten der Maffe entgegenkommt Wenn nur alles, was uns als Lustfpiel- novität vorgesetzt wird, so gut wäre rote dies Stück, das uns in eine Reihe frischer und temperamentvoller Szenen die zum Erfolg nötige Dosis Sentimentalität mischt und gelegentlich auch einen ganz gescheiten Einfall vorbringt Der Beifall entsprach verdientermaßen diesem Faktum und belohnte die gemeinsamen Anstrengungen durch einen sicherlich zugkräftigen Erfolg
** Mütterberatungsstelle. Prof. Dr. Koeppe erteilt, wie im Anzeigenteil der heutigen Nummer ersicht- ltth ist, unentgeltliche Auskunft in allen Fragen der Säuglingspflege nur in der Kinderpolillinik.
-Die Maul- und Klauenseuche ist auSge- brochen in: 1. Klein st rzelce, Kreis Gostyn, Regierungsbezirk Posen; 2. Ieilen, Kreis Strasburg, Regierungs- bezirk Marienwerder; 3. Sstegem anns Hof bei Prenzlau, Kreiß Prenzlau, Regierungsbezirk Potsdam, am 7. Oktober 1910. — Das Erlöschen der Maul- und Klauenseuche ist gemeldet vom Zentral-Viehhof zu Berlin am 8. Okt.
1- Wieseck, 10. Okt An Stelle des nach Wölfersheim (Kreis Friedberg) versetzten Lehrers A. Melior hat heute Mit Wiederbeginn der Schule Lehrer Konr. Westpha h l seinen Dienst angetreten. Damit sind am hiesigen Schul- körper 6 definitiv angestellte Lehrer, 1 Schulverwalter und eine Lehrerin tätig.
X'Büdingen, 10. Okt Die Biblio th ek des hiesigen Gymnasiums, das auf eine mehr als dreihundertjährige Vergangenheit zurückblickt, fbirgt in sich eine Anzahl wertvoller Jnkunab eln (Wiegendrucke, Erstlings- orucke) und sonstiger Seltenheiten. Als vor einigen Jahren auf Veranlassung der Direktion der Berliner Hofbibliothek in ganz Deutschland eine Aufnahme der Wiegendrucke vorgenommen werden mußte, wurde man auf die hier verborgenen Schätze aufmertsam und ein Beamter der Darmstädter Hofbibttothek unterwarf sie einer genaueren Besichtigung. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein in Eltville gedruckter Vocabularius, von dem außer dem Bü- dinger Exemplar überhaupt nur noch zwei bekannt sind. Es wurde nun von der Hofbibliothek an den hiesigen Gymnasialdirektor das Ansinnen gestalt, ihr die wertvollsten Bücher, drei an der Zahl, für die Summe von 4500 Mark zu überlassen. Mcur machte «geltend, daß die fraglichen Sellenheiten für eine Gymnasialbibliochek keinen rechtetn Wert hätten; außerdem fehle es hier an einem feuersicheren Aufbewahrungsort So wenig man jich hier an maßgebender Stelle der Berechtigung dieser Gründe verschloß, )o schwer war es andererseits, einen Entschluß zu fassen, den spätere Generationen lvahrscheinlich lebhaft bebanert hätten. Erinnerte man sich doch, daß das Gymnasium im Jahre 1860 ein Exemplar der ersten Gesamtausgabe von Shakespeares Werken mit ministerieller Genehmigung für 1000 Gulden nach London verkauft hatte, ein Werk, das heute das 8- bis lOfache wert sein würde. Nun warf die Direktion der Hof- bibliothek die Frage auf, ob die Bücher der hiesigen Än- tattsbibliochek nicht Staatseigentum feien, worüber das Großh. Ministerium nach Belieben verfügen könne. Indessen, so einfach liegen die Verhältnisse nrcht. Eine große Anzahl gerade der ältesten und seltensten Werke ftni> Schenkungen Privater, ausdrücklich und ausschließlich für das hiesige Gymnasium bestimmt; besonders zahlreich sttrd die Schenkungen der Isenburger Grasen. LÄßt es sich nun auch von den fraglichen Inkunabeln vorerst nicht beweisen, daß sie zu den Schenkungen gehören, so ist es doch in hohem Grad wahrscheinlich, da solche Raritäten feit undenklichen Zeiten sicherlich überhaupt nicht im Buchhandel gewesen ind; jedenfalls ist das Gegenterl, der Erwerb aus Staats- nitteln, erst recht nicht erweislich. So liegt eine ziemlich chwierige Rechtsfrage vor, deren Entscheidung zunächst dem Ministerium der Justiz übertragen worden ist.
L. Friedberg,^. Okt. In unserer Schulstadt haben heute nicht weniger als acht höhere und nfeoere Lehranstalten ihr Wintersemester begonnen^, vier Lehranstalten tehen noch zurück. Die Anmeldungen zur Gewerbe-Akademie laufen fortwährend ein, so daß ein gutes Wintersemester in Aussicht steht. Im Lehrerseminar ist die Heizunas- anlage vollendet, auch die sonstigen Neuerungen sind bis auf weniges vollendet. Mit dem Barackenbau des großen Saales wird in Kürze begonnen. Auch unsere Blindenanstalt schreitet rüstig voran und wird mit dem in der Nähe zu erbauenden Gewerbeschulgebäude eine Zierde un- erer Neustadt werden. — Nächsten Samstag wird der Bischof von Mainz in den hiesigen Schulen und dem Lehrerseminar die Religionsprüfung abhalten und am Sonntag in der katholischen Pfarrkirche die Firmung vornehmen.
X Marburg, 10. Okt. Die Einführung des neu- gewählten Rektors für das Amtsjahr 1910/11, Geh. Kons.- Rat Prof. Dr. theol. Karl Budde findet am Sonntag rüh in üblicher Weise statt.
X. Hanau, 10. Okt. Im benachbarten Wachenbuchen wurde der 21 Jahre alte Sohn des Laiwwins Puth von einem Pferde so unglücklich an den Kopf geschlagen, daß seine Sofortige lieberfufyrung ins St. V inzenzkrankenhaus nach Hanau notroaibig wurde. Ein Auge dürfte verloren sein. An dem Aufkommen des Verletzten wird gezweifelt.
Provinzial-Ausschutz der Provinz Oberhessen.
L, Gießen, & Off
Anwesend: Provinzialdirektor Dr. Ufinger als Vorsitzender und 6, ordentliche Mitglieder.
1. Tas Gesuch des Adam Hettche zu Mainzlar nm Erteilung eines Wandergewerbescheines mußte von dem Kreisausschuß des Kreises Gießen abgelehnt werden, weil H. wegen eines der in ß 57 der Gew.-O. aufgefühtten Vergehens zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt toorten war und seit der Verbüßung der ©träfe noch keine 3 Jahre verstrichen sind. Auch der Provinzialausschuß war nicht in der Lage, auf den eingelegten Rekurs eine andere Entscheidung treffen zu können.
2. Enteignung von Gelände in Gemarkungl Schwalheim zur Erweiterung des Bahnhofs $a,t£ Nauheiin; hier Ausspruch der Enteignung.
Bereits in einer früheren Sitzung hatte der Provinzial-Aus- schuß die Zulässigkett der .Enteignung der beanspruchten Grundstücke ausgesprochen. Inzwischen hat die Unternehmerin, die Kgl. sEisenbahTÜnrektion Frankfutt a. den Nachweis der Zahlung oder Hinterlegung der zuerkannten Entschädigungen erbracht. Ihrem Anttag aus Ausspruch hei. Kuteiguung wurde daher heute entsprochen.
3. Aufbringung der Kosten des Geländeer- w er bA für die uhL.hs Friehderg — Fxiehr;chs-
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allen Teilen Deutschlands und Hollands; sie alle glauben, an dem Erbe des holländischen Feld- marschalls Paul Wirtz teil zu haben, das inzwischen aus neunhundert Millionen Mark an* gewachsen sein soll. In der Versammlung wurde erklärt, die Stadt Amsterdam habe nicht in Abrede gestellt, daß sie das Erbe des Feldmarschalls angetreten habe, aber die Angelegenheit sei bereits verjährt und die Stadt fei jetzt die gesetzmäßige Erbin. Von deutschen und hollän- bischen Rechtsgelehrteu wurde die Berechtigung dieses Stund Punktes bestrttten.
so falle tä 5S "zur nftmSgWerf Täfaer, önt als das ffemerd Debel gegenüber der Sozialdemokratie anzusehen. In der folgenden Aussprache sprach sich Liebermann v. Sonnenberg noch speziell gegen den Jungliberallsmus und den Großblockgedan- fen aus. Die westfälische Gruppe der Natioivalliberalen könne anders beurteilt werden. Dr. Werner-Butzb ach erklärte: Auch das enge Verhältnis zu den Christlichsozialen trübe hier jmb da die Arbeit. Ein Zusammengehen mit der Resormpartei. sollte nicht schroff abgewiesen werden. Tas gute Verhältnis zum Bunde der Landwirte müsse auf Gegenseitigkeit beruhen, was nüÄ überall der Fall sei. Sozialpvltttsche Unmöglichkeiten dürsten Trickst vertreten werden, wie etwa das KoalMonsvecht der Landarbeiter. Dagegen sei die Ansiedlung kleiner Bauern von höchster Bedeutung. Abg. Lattmann meinte, unter den heutigen Anhängern der Reformpartei seien viele, mit denen ein gemeinsames Ärbetten in der Zukunft möglich erscheine. Am Nachmittag sand eine öffentliche Versammlung statt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 11. Oktober 1910.
** Dre Staäts'prüfungen für den Justiz- und höheren Verwaltungsdienst beginnen am Montag in Darmstadt. 18 Kandidaten unterziehen sich der Drüfung.
— In den Ruhestand versetzt wurden die Lehrer Heinrich Völsing zu Garbeuteich und Heinr. Walther zu Schwarz, Kr. Alsfeld, auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste.
** Konferenz der hessischen Bergwerksbe- ttriebsleiter. Die Betriebsleiter der hessischen Bergwerke Ibattai sich am 8. d. Mts. in Gießen zu einer gut besuchten Konferenz zusannnengesunden. Die Tagesordnung brachte vorwiegend technische Spezial frag en im Anschluß an neuere Vorkommnisse und moderne Eürrichtnngen im Grubenbetrieb. Ein schwerer Unfall, der durch fahrlässiges Offenlassen eines Schachtes her- beigefühtt worden war, gab Anlaß zur Erörterung der zweckmäßigen Konstruktion von Schachtklappen, worüber Berg- assessor Kobbe berichtete. Sodann folgte ein ausführlicher Vortrag des Dipll-Jng. E Münk er über die Erfahrungen mit Benzollnotoren im oberhessischen Erzbergbau. Die günstigen Erfahrungen, die man nach Ueberwindung der ersten Schwierigkeiten mit Benzollokornotiven gemacht hat, haben zur Einführung pes Benzolmotors auch für Pumpzwecke geführt. Bergrat Kö - brich berichtete über den Aachener Bergmanns tag und die damit verbundenen Exkursionen. Die Behandlung und Besettigung von Versagern bet der Sprengarbeit erörterte Bergassessor Kobbe an Hand der bestehenden bergpolizeilichen und llnfall- verhütungsvvrichriften. Die Aussprache ergab Uebereinftimmung darüber, daß das teilweise Ans bohr en des Besatzes und das Aufsetzen einer neuen Schlagpatrone als das zuverlässigste Mittel zur Beseitigung von Versagern gelten darf und jedenfalls ebenso wirksam ist wie das Danebenbohren eines neuen Loches. Die nächste Konferenz soll am 7. Januar abermals in Gießen abgehalten werden.
** KaufmannischerVereinweibl. Angestellter und Ortsgruppe des Vereins für Frauenstimmrecht. Von der Erkenntnis ausgehend, daß noch viel im Erwerbsleben stehende Frauen und Mädchen sich noch nicht so recht klar sind über die Rechte und Pflichten, die infolge Reichsgesetz auch den Frauen bezüglich des Krankenkassengesetzes zustehen, erachtete man es fettens des Vorstandes obiger Vereine für eine Pflicht der Atotwendigkett, das Thema: „Die Frauen und «die Kranken^ taffen" auf die Tagesordnung zn setzen. Frau Johanna Wäscher knte Kassel, der auf diesem .Gebiet in ihrer Eigenschaft als Leiterin der Propaganda-Zentrale der verbürrdtten kaufmännischen Vereine eine langjährige Erfahrung zur Sette steht, beleuchtete in etwa einstündig em, durchaus sachlich gehaltenen Vortrag die Griutde, warum sich die Frauen mehr als bisher bei der Verwaltung der Krankenkassen beteiligen müssen. Es sei insbesondere das Folgende hervorgehoben: Den Frauen steht das aktive und passive Wahlrecht für die Verwaltung der Krankenkassen zu. Es ist darum unbegrerflich, daß von diesem Recht setther so wenig Gebrauch gemacht wurde. Es erflärt sich diese Tatsache nur aus dem Umstand, daß man von diesem Recht überhaupt vielfach nicksts wußte. Um den Gegnern der Frauenbewegung zu zeigen, Daß man fettens der Frauen mitarbetten wolle, müffe bei den ^nächsten Wahlen für die Krankenkassen in Ausübung des Wahlrechte ein energischer Anfang gemacht werden. Für Gießen kamen 18—20 weiblich Angestellte zur Vertreterverfammlung und etwa drer'Frauen "für den Vorstand in 'Bettacht. Es sei ferner recht und billig, daß neben dem Kassenarzt eine Aerztin, sodann eine iBeamtin und eine Kontrolleurin angestellt werde. Es fei dies lute wirtschaftlichen, persönlichen und moralischen Gründen wun- ffchertewett. Es werde dadurch mancher Ungerechttgkett ein Ende gemacht, die seither bei bestem Willen nicht zu vermeiden gewesen fet, 'auch werde ein besserer Wöchnerinnenschutz dadurch ermöglicht. Mtt dem Wunsche, daß in Zukunft statt der seitherigen Gleichgültigkett eine regere Beteiligung und Wahrnehmung ihrer Interessen bei den weiblichen Versicherten an der so segensreich wirkenden Krankenversicherung wahrzunehmen sein möge, scÄoß die Vortragende ihre klaren, anregenden Ausfichrungen.
** Bei der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großh. Hessen in .Darmstadt sind im 3. Vierteljahr des laufenden Jahres 800, insgesamt bisher in 1910 2251 Unfallanzeigen eingegangen. In 408 Fällen wurde erstmalig eine Entschädigung festgesetzt, darunter in 18 Fällen das gesetzliche Sterbegeld ober eine Ange-- hörigenrente gewährt, wett die Verletzung den Tod zur Folge gehabt hatte. Von dem Recht der Uebemahme einer Krankenhaus!) ehandlung wurde in 47 Fällen Gebrauch gemacht und diese Unfallverletzten einem Krankenhause oder einer für die Nachbehandlung eingerichteten Privataustalt überwiesen.


