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12.9.1910 Erstes Blatt
 
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Nr. 213

Erstes Blatt

160. Jahrgang

Montag 12. September 1910

zusammengeko' scharfen Wort

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Der Allgemeine Deuts cheSpra'ch Verein hielt, wie schon mitgeteilt, gestern in Dresden seine 16. Haupt-, Versammlung ab, verbunden mit der 25-Jahrfeier seines Bestehens. Kultusminister Dr. Beck begrüßte die Versammlung im Namen der Staatsregierung jund Oberbürgermeister Beutler im Namen der Stadt. Der Vorsitzende, Geheimer Baurat Sarrazin, teilte mit, daß der.Vorstand den Staatssekretär a. Nieberding, den Großkaufmann Karl Schmitz- Elberfeld Md den Direktor August Diederichs in Bonn zu Ehrenmitglied dern ernannt habe. Als neue Preisaufgabe des Vereins ver-, kündete Professor Z)r, Pietsch-Greifswald die deutsche Me-« setzes spräche.

st­ier

für die Vorexpedition, ein Gebiet mit ähnlichen schwierigen Eis­verhältnissen aufzusuchen. Am liebsten hätte die Leitung einige Zeit in Grönland gearbeitet, wo die Bedeckung des Landes mit einem gewaltigen Eisschild Verhältnisse schafft, die noch am meisten denjenigen ähnlich sind, wie sie bei der Hauptexpedition in der Antarktis voraussichtlich angetroffen werden. Da aber die Durchführung dieses Planes mehrere Monate gekostet haben würde, mußte darauf verzichtet werden. Von allem, was sonst in der Aicktis blieb als Feld für die Vorexpedition, schien Spitzbergen am meisten geeignet zu sein. Es galt nun, hier ein Arbeitsgebiet zu finden, das den oben angedeuteten Zwecken am meisten dienlich erschien. Sorgfältiges Studium der Literatur und Karten sowie Besprechungen mit vorzüglichen Kennern der Insel, unter denen die Expedition besonders dankbar des Barons Gerard de Geer, Professors der Geologie in Stockholm gedenkt, ließen schließlich diesen Plan reifen: Durchquerung der Hauptinsel (des eigentlichen Spitzbergen) v o n O st e n n a ch W e st e n möglichst auf dem Eise und danach ein Vorstoß nach Norden in das Gebiet südwestlich der Wijde Bai, wo die englische Ad- miralitätskarteHohes Inlandeis" verzeichnet. Eiserfahrung zu ;ammeln, war immer wieder der Hauptgesichtspunkt, der die Expedition leitete. Dementsprechend war die Ausrüstung bemessen. Als Beförderungsmittel für wissenschaftliche Instrumente, Zelte, Schlafsäcke, Proviant, Waffen!usw. kamen nur! Schlitten in Betracht. Auf ihre sorgfältigste Herstellung war besonderes Augenmerk zu richten, da Sir Martin Conway, der 1896 die Insel auf einer anderen, auf lange Strecken durch eisfreie Täler führenden Strecke weiter südlich durchquerte, gerade mit seinen Schlitten böse Erfahrungen gemacht hatte. Seine Schlitten waren nach dem Nänsenmodell gebaut, das der bekannte norwegische Polarforscher zuerst auf seiner kühnen Grönlanddurchquerung prak­tisch erprobt hatte. Conway glaubt nach seinen Erfahrungen in Spitzbergen von diesem Typus durchaus abraten zu müssen und empfiehlt Samojedenschlitten. Dennoch hatte sich die Expedition nach reiflicher Ueberlegung und Ausprobung vorschiedenster Bau- arten zu Nansenschlitten entschlossen. Einmal kamen die Er­fahrungen zugute, die seit 1896 auf zahlreichen Schlittenreisen, vor allem während der schwedischen, englischen und deutschen Südpolarexpeditionen, gesammelt worden waren und die bei der Bauart der Schlitten in Betracht gezogen werden konnten. Zudem

einseitige Parteipolitik

iib das Streben nach Macht bemerkbar, da heißt es für ie Christlich-sozialen, auf der Hut sein. Die Beseitigung der Not cnmte nur durch die Forderung der Regierung von 500 Mill. Üark neuer Steuern erfolgen. Wir wissen als politisch geschulte Männer, daß der Staat zu den sozialen Maßnahmen, die wir ordern, auch Mittel haben muß. Vaterlandslos wären wir, aertn wir da an dem Zustandekommen der Finanzreform nicht nitgearbeitet hätten. Wir haben mitgearbeitet, daß diese Steuern

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Smmen sind. (Bravo!) Der Redner wendet sich in -----------atten gegen die gegnerische Hetze und die gegnerische Presse und kommt zu dem Schluß: Wir stehen aufdemlBodendesKönigtumsvonGottesGnad'en.

Den Hauptpunkt der Verhandlungen wird voraussichtlich, das Thema Strafmittel nach dem Vorentwurfe zum. Deutschen Srrasgesetzbuche bilden. Es liegen dazu bereits zwei Gutachten des Dezernenten für das Preußische Gefängniswesen Geh. Oberregie­rungsrat 'Krone (Berlin) und des Reichsgerichtsrats E b er­maß e r (Leipzig) vor. lieber die Strafmittel im allgemeinen! werden Senatspräsident Dr. Ols hausen (Leipzig) und Geh. Juftizrat Professor Dr. Kahl (Berlin), über die Freiheitsstrafe im besonderen Professor Dr. Goldschmidt (Berlin) und Land­gerichtspräsident Dr. v. Staff (Breslau) sprechen. Eine weitere Frage ist die der Schaffung von Sondergerichtshöfen in Streitig-, teiten aus dem Gebiete des gewerblichen Rechtsschutzes. Zu diesem auf den Kongressen für gewerblichen Rechtsschutz wiederholt er­örterten Thema liegen Gutachten des Regierungsrats Dr. R a - thenan (Berlin), des Rechtsanwalts Dr. Kahn (Nürnberg) und des Ritters Dr. v. Stahl (Wien) vor. Als Berichterstatter hierüber fungieren Landgerichtsdirektor Dr. Degen (Leipzig), Rechtsanwalt Dr, Jsay (Berlin) und Justizrat Dr. .Selig - s o h n (Berlin).

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung, der ebenfalls schon wiederhol: Gegenstand von Erörterungen gewesen ist, bildet die Frage: Liegt ein Bedürfnis für ein deutsches Reichs- verwaltungsgericht vor? Hierüber werden Wirkt. Geh. Oberjustizrat Präsident Dr. V i er h aus (Breslau) Md Professor Dr. Lukas (Königsberg) berichten.< Um! Schluß der Jubiläums- tagung wird ein Ausflug nach der Marienburg stattfinden.

30. Deutscher Zuriftentag.

Danzig, 11. Sept^

Mit einem von der Stadt Danzig veranstalteten Festabend im Franziskanerkeller begannen heute hier »die Verhandlungen des 30. Deutschen Juristentages, der in diesem Jahre gerade ein halbes Jahrhundert besteht. Die Tagung ist außerordentlich stark be­sucht. Aus dem Reichstage sind u. a. Justizrat Dr. Junck (Leipzig), Syndikus Dr. Totthoff und Mommsen erschienen.

Auf der Tagesordnung steht an 1. Stelle die Frage: Empfehlen sich gesetzgeberische Maßnahmen, durch welche die Haftung des persönlichen Schuldners für den Hypotheke n- ausfall beschränkt wird, wenn der Gläubiger seine Hypothek nicht ausgeboten und das Grundstück weit unter dem Werte er­standen hat? Hierzu liegen Gutachten von Professor Dr. B i e r m a n n (Gießen) und Reichsgerichtsrat P r e d a r i (Leip­zig) vor, während Professor Dr. Litten (Königsberg) und Justizrat Dr. Fuchs (Berlin) die Berichte übernommen haben. Allgemeinerem. Interesse begegnet die zweite Frage: Empfiehlt es sich, soziale Schutzvorschriften, in der Art der für die Handlungsgehilfe:: bestehenden, für Privatangestellte überhaupt zu treffen? Hierzu liegen Gutachten von Professor Dr. Erdmann (Erlangen) und dem Reichstagsabgeordnete:: Dr. P o t t h o f f (Düsseldorf) vor. Die Berichterstattung haben Justiz­minister Dr. Klein (Wien) und Reichstagsabgeordneter Dr. Junck (Leipzig) übernommen._ An dritter Stelle wird sich der Juristentag mit der Frage beschäftigen: Ob sich gesetzlich« Vorschriften über die rechtliche Stellung des Sammel­vermögens empfehlen. Hierzu werden Professor Dr. K n o k e (Königsberg) und Advokat Dr. Coumont (Wien) referieren^

des Nansenschen Modells betrachtet, nämlich die eis- und schnee- fteien Strecken beim Aufstieg auf das Inlandeis, dadurch genügend Rechnung tragen zu könne::, daß unter die eigentlichen Kufen' der Schlitten aus Hickoryholz noch besondere, in wenigen Minuten! auf- und abnehmbare, verhältnismäßig leichte Stahlkufen ange­bracht wurden. Es muß vorweg bemerkt werden, daß sie aus­gezeichnete Dien st e geleistet und den auf sie gesetzten! Erwartungen durchaus entsprochen haben. Ohne sie hätten die Schlitten die Expedition wohl kaum durchgehalten. Die Größen- rerhältnisse waren bei beiden Schlitten dieselben. Die Leitung hatte sich für 3,60 Meter lange, fünfzig.Zentimeter breite und fünfzehn Zentimeter hohe Modelle entschieden, die im Notfälle der nachher wirklich eintrat auch von den Expeditions­teilnehmern selbst gezogen werden könnten. Um die Federkraft zu erhöhen und Brechen und Splittern des Holzes möglichst zu verhindern, wq.ren beim Zusammensetzen der einzelnen Schlitten-- teile alle Schrauben, Nägel und Nieten vermieden. Nur Draht­wickelungen und Verschnürungen aus Schweinslederriemen hielten Kufen, Stützen und Obergestell zusammen. Wie wertvoll das war, zeigte sich jedesmal bei schwierigem, unebenem Gelände, wie Bäche und Wasserlöchern, an der Oberfläche des Eises, bei den zahllosen Spalten, die überschritten werden mußten, 6ernt Ueber- gang über Moränen usw., wo die bei der schweren Belastung wuchtigen Stöße wie durch Puffer Md Federn abgeschwächt wurden,

*

Christlich-sozialer Parteitag.

h. Steigen, 11. Sept.

Im Kaisergartensaal wurde heute nachmittag der diesjährige 4. christlich-soziale Parteitag durch eine große öffentliche Ver- mrmlung, die von etwa 1000 Personen besucht war, eröffnet, teichstagsabgeordneter Franz Behrens führte etwa das Fol- ende aus: Wir haben uns in dem alten Wahlkreise Stöckers uscnnmengefunden, um über das Wohl und Wehe der christlich- ozmlen Partei zu beraten. Das ist gewiß, daß die nächsten >ge Licht bringen werden, natürlich Licht im Sinne Stöckers. 5enn auch unser Programm in diesem Jahre auf de:: morgen eginnenden Parteiberatungen revidiert wird, so wird es immer- in. in dem Rahmen und der Bahn, die St. vorgezeichnet hat, ch beivegen. Wir stehen in einer sehr ernsten Zeit, so rnst, wie srn Jahrzehnten nicht gewesen. Immer mehr macht ch (eine

Wir werden stets dafür eintreten, daß es niemals anders wird (Bravo).

Reichstagsabg. Dr. Burckhardt (lebhaft begrüßt) sprach überUnser Programm". Wir wissen, daß das erste Pro­gramm der Christlich-sozialen Partei im Jahre 1878 von Dr. Stöcker entworfen worden ist, 1896 fand eine Revision statt, und jetzt ist auch dieses Programm wieder verbesserungsfähig. Der Redner geht näher auf das Wortchristlich" ein, kommt auf die Heimarbeiter zu sprechen, fordert Lohnämter und schließt mit den Worten: Wir wollen die Nächstenliebe der Tat, das ist christlich-sozial. Wir stellen das Vaterland über die Partei (Bravo).

Lizenttat Mumm-Berlin: Ich hoffe, daß alle Christlich- sozialen sich hinter das Programm, das ich morgen vor dem Partei­tag zu vertreten die Ehre habe, stellen werden. Wir wollen die Waffen-, Witwen- und Hinterbliebenenversicherung, einen ange­messenen Frauenschuh, Heraufsetzung des Schutzes der Jugendlichen auf 18 Jahre, den Ausbau des Kolonialrechtes und die Sonntags­ruhe. Sodann spricht sich der Redner noch gegen die Syndikate aus.

Schatzmeister Neuhaus tritt für reges Lesen der christlich- soziale:: Zeitungen und Bücher ein.

Postsekretär Grotepaß- Wermelskirchen behandelte die Frage: Was war die christlich-soziale Partei den Beamten gegen­über und wie wird sie sich jetzt und später den Beamten gegen­über stellen. Er ist der Ansicht, daß die Beamten^ es der Mit­arbeit der Christlichsozialen zu verdanken haben, daß die Finanz­reform und somit auch die Besoldungsreform zustande gekommen ist.

Schlossermeister Lenz-Betzdorf überbrachte die Grüße des Wahlkreises Wetzlar-Altenkirchen und wünscht der Tagung besten Erfolg'.

Landwirt S ch m i d t - Atzbach ist der Ansicht, daß die christlich­soziale Partei nicht nur für die Arbeiterinteressen eintrete, son­dern and) die Interessen des kleinen Beamte:: und Landwirts im Reichstag stets vertreten habe.

Generalmajor Klingender- Altona erinnert an die Für- sorgte für die Veteranen, für die die christlich-sozialen Abgeordneten eintreten mögen. Am Wend ianb eine Begrüßungsver-, sammlung statt. Morgen vormittag beginnen die Verhand­lungen des Parteitages, zu dem über 120 Abgesandte aus dem ganzen Deutschen Reiche eingetroffen sind.

k. Der Hauptzweck der großen antarktischen Forschungsreise ist, Ole Beziehungen zwischen Ost- und West-Antarktis wissenschaftlich U untersuchen. Da dieses ganze an Ausdehnung Europa und ^ffttalien zusammen gleichkommende Festland mit seiner Eisdecke überzogen ist, so war es für Wilhelm Filchner der leitende

ßrankreich und die türkische Anleihe.

Frankreich scheint aus Anlirß der türkischen Anleihe der iegierung in Konstantinopel allerlei Wucherbedingungen iktieren zu wollen, die aber abgelehnt worden sind.

Paris, 10. Sept. Eine Note der Agence Havas be­rg: im Hinblick auf die lebhafte Polemik der Konstanti- opler Presse wegen der geplanten türkischen Anleihe:

Es ist völlig unrichtig, daß schon jetzt es sich um die Frage der Zulassung der Anleihe zur Kotierung handle und daß in dieser Angelegenheit die französische Regie­rung zu Gunsten irgend einer Finanzgruppe interveniere. Das Vorgehen der Regierung hat ausschließlich zum Zweck, pflichtgemäß die notwendigen politischen und wirtschast- lichen Bürgschaften zu bezeichnen, namentlich diejenigen, auf welche die französischen Sparer, die so beträchtliche Summen in der Türkei angelegt haben, ein Recht haben. Somit kann diese Frage nur zwischen den beiden Regie­rungen erörtert und entschieden werden.

Konstantinopel, 10. Sept. Wie von zuständiger

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Gier durch Zpitzbergen.

Die untev dem Ehrenprotektorat S. K. H. des Prinzregenten .äitpold von Bayern stehende und von Oberleutnant.Wilhelm filchner geführte Expedition nach der Antarktis hat, wie bereits rüher gemeldet, eine Studienexpedition nach Spitzbergen unter- lommen, um sowohl in diesem relativ rasch erreichbaren Gebiet rc Arftis die Expeditionsteilnehmer mit den Eisverhältnissen! »eiannt zu machen als and) praktische Erfahrungen mit einer nöglichst zweckmäßigen Ausrüstung zu sammeln. Daß außerdem ne damit verbundenen Auffvend:u:gen an Zeit und Geld gleich­zeitig wissenschaftliche Ergebnisse fördern sollten,, versteht sich >ej einer deutschen Expedition von selbst.

Die Expedition ist nach einer glücklichen, wenn auch sehr msttengenden Durchquerung Spitzbergens von der Temple Bai rach der Wiche Bai nach Deutschland zurückgekehrt. Die gün- tigften Erfahrungen, die sie gesammelt hat, dürften sicherlich nr d:e im Laufe des nächsten Jahres vorgesehene antarktische Hpedition von ganz besonderem Nutzen sein. Die Expedition >eftand aus sechs Mitgliedern, dem Leiter Wilhelm Filchner, erner dem Geographen Dr. Seelheim, dem Geologen Dr. p h i l i p p, dem Afttonomen Dr. P r z y b y l bo k, dem Meteoro- ogen Dr. Barkow, dem Arzt Dr. Potpeschnigg. iDie mssmschaftlichc und sonstige Ausrüstung war in jeder Weise so msgestattet, daß man für alle Zwecke gerüstet war. Alle die gegenteiligen Nachrichten, die von Christtania aus ver- neitet worden waren, erscheinen deshalb vollkommen unverständ- 'ch und entbehren jeder Begründung. An eine Ueber- vmterung der Expedition in Spitzbergen ist überhaupt niemals gedacht worden, da, wie bereits bemdfeft, diese Expedition lediglich als eine Studienreise für das große antarktische Unternehmen ge­macht war. Die anderweitigen Nachrichten sind um so bedaaer- "cher, als dadurch die wissensckmftlichen Kreise und die Familien ^er Expeditionsmitglieder unnötigerweise in Sorge versetzt wor-

Derlogen ist, so war es für Wilhelm Fild-ner der leitende aber glaubte der Führer den besonderen Verhältnissen in Spitz- ^epchtspunkt hei der Auswahl eines geeigneten Uebungsgeländesj bergen, die Conway als größtes .Hindernis für die Verwendmig

Deutsches Aeich.

Ueber das Programm für die Reise des Kron-, Prinzen n a ch O st a s i e n ist nach den bisherigen Anord^ nungen, vorbehaltlich näherer Regelung der Einzelheiten^ folgendes festgesetzt: Der Kronprir^ wird nach der mit einem Aufenthalt in Ceylon verbundenen Seefahrt am 14. Dezember 1910 in Bombay eintreffen. Es folgt der Besuch Indiens, für den ent Zeitraum von einigen Woche:: zur Verfügung steht. Wie der Besuch Indiens sich im ein­zelnen gestalten wird, bedarf noch näherer Bestimmung. Spätestens mit dem 14. Februar wird der Kronprinz von Kalkutta aus die Weiterreise nach> Bangkog antreten. Unter­wegs ist ein Aufenthalt in Singapore vorgesehen. Von Java -aus wird der Kronprinz Mitte März in Hongkong eintreffen und von dort aus noch nach Canton und nachher nach .Schanghai fahren. Daran würde sich ein mehrtägiger Besuch Kiautschous schließen. Die Ankunft des Kronprinzen in Peking ist gegen den 10. April, diejenige in Tokio am* 25. April geplant. Anfang Mai könnte dann die Mckreise über Sibirien angetreten werden.

ArislanS.

Wie aus Prag gemeldet wird, hat der parlamentarische Ausschuß des jung tschechisch en Landtagsabgeordnetenklubs einstimmig beschlossen, die deutsch-tschechischen Ver­ständigungskonferenzen zu beschicken.

Aus Paris wird gemeldet: Der Beschluß des Mini­steriums der öffentlichen Arbeiten, den Sekretär des Eisen- bahnsvndikats des Staatsbahnnetzes, Renault, wegen einer ^Flugschrift über den Syndikalismus vor den Diszi- plinarrat zu stellen, hat unter den Eisenbahnangestellten lebhafte ^Erregung hervorgerufen. Ter Ausschuß des natio­nalen Syndikats hat einen Aufruf erlassen, in dem er-i klärt wird, daß die etwaige Entlassung Renaults den Aus­bruch der Ausstandsbeweaung beschleunigen würde. Die Eisenbahnangestellten würden eine solche neue Herausforde­rung nicht ruhig hinnehmen und zeigen, daß sie sich mit Renault solidarisch fühlen.

Eine Depesche aus Managua meldet: Es gehe das Gerücht, Madriz habe fid), an Bord des DampfersViktoria" nach der Beschießung durch zwei Regierungsschisfe ergeben; dieViktoria" habe einen Verlust von 18 .Toten und 3 2 Verwundeten gehabt.

, Stelle verlautet, lehnte die Pforte die Bedin- i ung en, die von der fradsischen Regierung für die otierung der türkischen Anleihe an der Pariser Börse estellt worden sind, ab.

Ql DerTemps" bespricht eingehend die Angelegenheit U| ar türkischen Anleihen und sagt: es sei durchaus nicht

, ie Rede davon, die Pariser Finanzgruppe, welche bereits

inen regelrechten Vertrag mit Dschavid Bey unterzeichnet e abe, aus dem Anleihegeschäft herartszudrängen. Man Äi mute höchstens der Ottomau-Gruppe einen Anteil an dem

(Geschäft zuwenden, welches übrigens eine Erweiterung er- ; ihren könnte. Wenn jedoch die Anleihe zustandekommen > )lle, dann dürfe allerdings nicht die französische Regie- v-! ung dem Großwesir Hak'ki Bey zumuten, schriftlich um . ie Zulassung der Kotierung zu ersuchen, ohne daß vorher lln t. diesbezüglichen Bedingungen genau festgestellt wor- H en seien. Eine etwaige Ablehnung des Ansuchens wäre

nter diesen Umständen für die türkische Regierung zweifel-

; :s überaus verletzend. Frankreich möge im Interesse seines U inslusses in der Türkei dieses Geschäft nicht aus der and lassen; mache doch eine größere englische Finanz­ruppe auch diesmal große Anstrengungen, um sich in Kon- antinopel in Gunst zu setzen.