Ausgabe 
11.8.1910 Zweites Blatt
 
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wir hiermit die dringende Bitte richten: Schont das Edelweiß! Tas Edelweiß ist in ganz Nordtirol, zum Teil auch in Südtirol, eine seltene, auf besondere Standorte beschränkte Pflanze. Durch die Sammelwut der Touristen, namentlich ober der Touristinnen, die von Jahr zu Jahr häufiger int Gebirge werden, ist es vielfach bereits so gut mic ausgerottet und jede neue, votn T.-Oe. Alpenvcrcin cr- haute Hütte bedeutet eine weitere Ausrottung für alle Zeiten. Geht es so weiter, so ist die Zeit nicht mehr fern, wo das Edelweiß aus der Mora der deutschen Alpen gestrichen wcr- den kann. Besonders das bei den Damen so beliebte Aus- reißen mit den Wurzeln sollte jeder Naturfreund zu verhin­dern und den Sammlerinnen klar zu machen suchen, daß solche in der Vegetation gestörten Pflanzen niemals weiter wachsen, sondern bestenfalls noch 12 Jahre im Garten kümmern. Wer Edelweiß im Garten ziehen will, taufe sich aus Samen herangezogene, willig wachsende Pflanzen von den Handlungen. Sie kosten wenige Pfennige. Draußen auf den Bergen aber lasse man das Pflänzchen wachsen und begnüge sich mit dem Anblick, auch anderen dieselbe Freude gönnend.

§ Ober-Ohmen, 10. Aug. Bürgermeister Euler geriet beim Korneinfahren unter seinen Wagen und wurde überfahren, wobei ihm die Schulter aus der Gelenk­pfanne gerissen wurde. Ter Verletzte wurde in die Klinik nach Gießen verbracht.

X Vont vorderen Vogelsberg, 10. Aug. Wenn man in den Blättern Stimmen vernehmen konnte, die die Verlegung der geplanten Manöver wegen allzu verspäteter Ernte forderten, so sind jetzt die Gründe zu einer solchen Ver­legung hinfällig geworden. Die Kornernte ist nicht nur vor­über, das Korn ist auch bereits eingefahren worden. Der Gerslenschnitt ii't gleichfalls beendet. Nun ist der Weizen reif geworden, und auch der Hafer bleicht schon. Hält das jetzt endlich gut gewordene Erntewettec weiter an, so ist in 14 Tagen die ganze Ernte beendigt. Dann folgt der; Grummetschnitt. Bis zum Beginn der eigentlichen Manöver ist mithin das Feld geräumt. Unsere Vogelsberger sehen die Soldaten gerne und man trifft eben schon überall Vor­bereitungen zum Empfang dec Truppen. Ta sich die Korps- manovcr zivischen Grünberg und Ulrichstein hinziehen, so dürfte dec Gcisebecg bei Ruppertenrod, wie vor 6 Jahren, wieder strategischer Mittelpunkt werden.

L. Friedberg, 9. Aug. Die fast jeden Tag ein­tretenden Negcngüsse dieses Sounners erinnern an einen gleichartigen Regensommerim Jahre 1866. Während der Zeit des Mainfcldzuges regnete es fast jeden Tag. Die in unserer Wetterau biwakierenden Truppen lagen oft in wahren Regen- lachen. Aeltere Leute erinnern sich, die österreichischen Sol­daten der Brigade Degenfeld, die längere Zeit in der Um­gebung Friedbergs lagerten, in bedauernswertem Zustande, triefend von Regen, gesehen zu haben. Bei einem wolken- bruchartigen Regen bezogen die Scute Notquartiere in der Zeit. Man öffnete schnell unsere Schulhöusec unb öffentlichen Gebäude, selbst unsere weite Stadtkirche, die sich bis auf den letzten Platz füllte. Die Kronleuchter wurden angezündet und auf dem Altar wie auf dem großen Altar des Chores schrieben die Soldaten Briefe an ihre Angehörigen. Seit dem Jahre 1866 haben wir bis zu diesem Sommer keine solche andauernde Regenzeit gesehen.

R. B. Da r in st a d t, 10. Aug. A b l ch i c d s s e i e r. Wie das Mil.-Wochenblatt dieser Tage meldete, ist der Oberstabs­und Regimentsarzt des hiesigen Leibgarde-Jnfanterie-Regi- ments lNr. 115), Dr. Theo Eichel, zum General-Ober­arzt befördert und zum Divisionsarzt der 37. Division (Allen- stein, Ostpreußen) ernannt worden. Durch diese Ernennung geht unserer Stadt einer unserer tüchtigsten Aerzte ver­loren, der seit einer Reihe von Jahren durch sein hervor­ragendes ärztliches Können sehr segensreich gewirkt hat und sich auch infolge seiner persönlichen Eigenschaften in den weitesten Kreisen der Bürgerschaft allgemeiner Sympathie und Hochachtung erfreut. Dies kam auch bei einer kleinen Abschiedsfeicr von Freunden und Kollegen, die gestern abend im Hause der Vereinigten Gesellschaft stattfand, zum Aus­druck, wobei namentlich auch von Aerzten aus der Um- aeaend das Scheiden des durch feine chirurgische Geschick­lichkeit und Gewissenhaftigkeit ausgezeichneten Arztes im Interesse der Kollegen, wie der zahlreichen Patienten leb­haft bedauert und dem Scheidenden die besten Wünsche für seine zutünftige Wirksamkeit ausgesprochen wurden.

! Mainz, 10. Aug. DerUeberfa ll" auf den Posten bei Gonfenheim soll sich nach einer neueren Dar­stellung folgendermaßen zugetragen haben: Der die Schieß­stände beaufsichtigende Militärbeamtc hörte am Sonntag abend gegen 10i> Uhr einen scharfen Schuß aus einem Militärgewehr fallen. Er rief sofort den Posten, Musketier Sabel, an, erhielt jedoch keine Antwort. Nach Ablösung der Wache wurde der Platz mit Laternen (!) abgcsucht und man fand Sabel, der herumlief und rief (!):Dort liegt er, er ist tot!" Einige Leute warfen sich auf den Mann, der sich wie toll gebärdete und untersuchten sofort das Gewehr. Man fand, daß ein Schuß abgefeuert sei; das Gewehr war noch gespannt und entsichert. Der Posten war plötzlich irrsinnig geworden und da er sich bedroht glaubte, schoß er. Von anderer Seite soll nicht geschossen worden sein. Diese neue Darstellung desUeberfalles" muß umso­mehr verblüffen, als zuerst bestimmt behauptet wurde, der Posten habe keinen Schuß abgegeben und da außerdem die Sachlage doch verhältnismäßig leicht sestzustellcn war. Ueberdies bleibt auch diese Darstellung in manchen Punkten rätselhaft.

Gießener Strafkammer.

)( Gie,ßen, 9. August 1910. Beleidigung und Nötigungsversuch

liegt bem Handelsmann I. R. von Nieber-Ohmen zur Last. Sein Sohn hatte imbehiQterweije den Eiseubahukörper betreten, wesbalb er von einem Babnivärtec ange^eigt wurde. Den: Bahnwärter erklärte R.:Wenn bn das Protokoll meines Moritz unterschreibst, werbe ich dich der (hieubabnbireftion anzeigen, daß du ein Sozial­demokrat bist, und du bist um dein Brot." Das Schöffengericht nahm an, der Angeklagte habe den Bahnwärter von einer Amts- hanblinifl, zu der er verpflichtet war, durch die Drohung abhalten wollen; auch hielt es emo Beleidigung für vorliegend, da die Be- zcichmmg Sozialbemokral kür einen Beamten schimpflich ist, ives- halb es aus h'inf Tage Gefängnis erkannte. Ter Angeklagte focht bas Urteil an unb bestritt, bic Aenßernng getan zn haben, be* bauptet aber, der Bahnwärter habe sich in einer Wirtschaft öffent­lich a( jSozialdemokrat öfter Klasse" bekannt, auch sei er ivegeti seiner Gesinnung zi>r Sozialdemokratie and dem Knegerverein ans- gewiesen worben. Er brachte den Vorstanb dos KriegervereinS als Zeugen; allein dieser bekundet?, daß der Babmvärter nm das BereinSlokal verwiesen bekam, weil er am letzten Grobherzogs- gebnrtstag Lärm machte; als man die Sprache aui den Gemeinde- ochsen gebracht baue, ihm aber das Wort über den Ziegenbock verweigerte. Ter Angeklagte suchte auch den Bahnwärter als

unglaubwürdig hinzustellen, da er am Schöffengericht angegeben halte, er sei freiwillig aus dem Kriegerverein ausgeschieden, dagegen sei er ansgewiesen worden. Ter Vorsitzende des Kriegervereins hatte die getroffene Maßnahme zwar als Ausweisung aufgesaßt, doch ist dem Bahnwärter keine Alitteilung gemacht worden, wes­halb er der Ansicht war, sein Fernbleiben von dein Kriegerverein jci freiwillig erfolgt. Es konnte ihm somit keine Unrichtigkeit nach- gewiesen werden, weshalb seine Angaben, er sei stets für die bürgerlichen Parteien eingetreten und er habe mit der Sozial­demokratie nichts gemein, Glanben sanden, wie auch seine Aus­sage, daß der Angeklagte die als Nötigung ausgefaßle Aeußerung getan hat. Unter diesen Umständen mußte das Urteil seine B e st ä t i g u n g finden.

Ein übles Verhalten

hat der 2bjährige Taglöhner K. G. S. aus Dannenrod, der in Gontershausen verheiratet ist, zu Nieder-Ofleiden an den Tag ge­legt. Er stand hn Laufe des letzten Jahres bei einem Witwer, der eine 15jährige Tochter hat, nn Dienst. Als das Mädchen im vorigen Monat niederkam, bezeichnete es den Angeklagten als den Vater ihres Kindes. Ter Angeklagte verklagte deshalb das Mädchen wegen Beleidigung. Ta das Mädchen bei seinen Angaben blieb und die Beweise gegen den Aiigeklagten sich verdichteten, eriolgle Anklage ivegen Verü'ihrung und falscher Anschuldigung. Tie Verhandlimg fand unter Ausschluß der Oeffenllichkeit statt: es waren dazu 20 Zeugen geladen. Nach dem Uneil bat sich der Angeklagte zu einem Geständnis beguenit; er will aber von dem Mädchen verführt worben fein. Das Gericht hat in die Angaben des Kindes, das als ruhig, brav imb ordentlich geschildert wurde, keinen Ziveifel gesetzt und es als unbescholten erachtet, da nur in diesem Falle wegen Verführung Bestrafung erfolgen kanii. Es würbe slrcüerschwerenb in Betracht gezogen, daß der Aiigeklagte verheiratet ist und das Vertranen seines Brotherrn in schnöder Weise miß- braucht hat. Unter Versagung mildernder Umstände wurde am" die Maxunalstrase von einem Jahr Gefängnis erkannt. Wegen falscher Anschuldigung erkannte das Gericht auf 6 Monate Ge­fängnis. Dein Mädchen wnrbe die Befugnis zugcsprocheu, das Urteil, soweit es die Verführung betrifft, auf Kosten des Ange­klagten zu veröffentlichen. Tie beiden Strafen wurden auf eine Gesamtstrafe von einem Jahr imb 3 Atonalen zurückgeinbrt und bie Festnahme bes Angeklagten wegen Fluchtverdachts verfügt.

(ßericbtsfaal.

R. B. 'S a r m ft a b t, 9. Aug. Tas Kriegsgericht der 25. Division verurteilte in ber heutigen Sitzung ben jetzt 47 Jahre allen Nikolaus Reinbolb aus Büdesheim bei Straßburg, ber im Jahre 1886 bei bem hiesigen Leib-Trag.-Regt. Nr. 24 gebient hatte imb fahnenflüchtig wurde, zu 7 Monaten Gefängnis und Versetzimq in die 2. Klasse des Soldatenstanbes. Er hatte vor seinem Eintritt zum Militär in Paris gearbeitet und ein Mädchen kennen gelernt, weshalb er während des Weihnachtsurlaubes dort­hin desertierte, bas Mädchen heiratete und seilbem in Frankreich gelebt hat. Er hat inzwischen die französische Staatsangehörigkeit erworben und kehrte vor kurzem mit seiner Familie in die Heimat zurück, obwohl er über die ihm drohende Bestrafung nicht im un­gewissen war. Der im Lelbgarde-Jnf.-Regt. Nr. 115 dienende Gardist Friedrich August D e i b c r t von Osthofen wurde wegen unerlaubter Entfernung zu 3 Monaten Gefängnis nebst Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes verurteilt. Der Angeklagte hat bereits drei gelinde Vorstrafen wegen des gleichen Vergehens erlitten, woraus er sich aber, wie verschiedene Äeußer- ungen von ihm zeigen, nicht das geringste machte. Vor seinem im vorigen Herbst erfolgten Eintritt als Musketier im Jni.-Regt. Nr. 118 in Worms unterschlug der damals in einer Berliner Buch­druckerei als Hausbursche beschäftigte Karl Josef W. aus Potsdam 15 Mk. Kiindeugelder, weshalb er zu 14 Tagen Gefängnis ver­urteilt wurde. Ter Musketier G. P. vom Jnf.-Regt. Nr. 168 in Offenbach weilte im Mai bS. Js. auf Urlaub in seiner Heimat in Elz bei Limburg und trank abends mit einigen Altersgenossen, um den Kometen abzuwarteii, in einem Hoi ein Fäßchen Bier. Als sie zu lärmen begannen, gebot ber Nacht­wächter Jung Ruhe. P., ber mit ihm nicht zum besten steht, be- leibigte ihn burch eine ungehörige Aeußerung. Das Urteil lautet auf 3 Tage Haft mit der Befugnis, den für den Beleidigten ent­scheidenden Teil auf Kosten des 'Angeklagten am Gemeindehaus Elz zu veröffentlichen.

Sport.

Süddeutscher Ruderverband. Zu ber am 28. August auf dem Rhein in 'Mainz statlfindenden Kaiser- Regatta sind nachfolgende Meldungen ergangen : Meiste r- schafts Einer:Hassia" Gießen, /llmicitia" Frankfurt, Alemannia" Frankfurt; Ermunterungs-Vierer:Klub 1903" 'Mainz 2 Boote,Fortuna" Mainz 2 Boote; Kaiser- Vierer:Hassia" Gießen,Klub 1993" Mainz,Fortuna" Mainz. Germania" Offenbach,Amicitia" Frankfurt,Alemannia" Frank­furt,Borussia" Frankfurt; Junior-Einer:Hassia" Gießen, Klub 1903" Mainz; Achter:Fortuna" Mainz,Amicitia" Frankfurt; Junior-Vierer:Hassia" Gießen,Germania" Offenbach,Klub 1903" Mainz 2 Boote,Fortuna" Mainz; Senior-Vierer:Hassia" Gießen,Klub 1903"^ Mainz, Fortuna" Mainz,Amicitia" Frankfurt,Alemannia" Frankfurt.

Ikrmifcbtcs.

* Tödlicher Unfall bei einer Operation. In Prag erregt ein Unfall großes Aufsehen, der sich int städtischen Kinderhospital zu getragen hat und dem ein Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Es wird von dort gemeldet: Am Samstag kam ein zehnjähriges Mädchen in das städtische Kinder Hospital in Prag, um sich einen beulenartigcn Auswuchs mittels einer galvanisierten Drahtschlinge auf operativem Wege entfernen zu lassen. Vor der Operatioit wurde dem Kinde die Hand mit Jodbenzin desinfiziert, worauf sich der Arzt dem Kittdc mit der erhitzten Drahtschlinge näherte. In diesem Augenblick explodierten die Benz indä.mpfe, die Flammen ev- griffen die Kleider des Kindes, das so schwere Brandwun­den erlitt, daß es gestern nach gräßlichen Schmei-zen ge- st o r b e n i st.

* H e i d e l b c e r k r i e g im Schwarzwald. Zwischen den beiden, sonst so freundnachbarlichen Schwarzwaldstädten Villingen in Baden und Schwenningen in Württemberg ist wegen der Heidelbeeren erbitterte Feindschaft entstan­den. Seit Jahren pflegten die Schwenninger mit Kind und Kegel zur Zeit dercheidelbeerernte die weiten Villinger Wälder nach den schwarzblauen, blutbildenden Beeren ab- zusnchen und ihre Ernte ganz gemütlich lsogar in Zieh­wagen) heimzuschaffen. Heuer hats der Villinger Stadt­rat verboten. Aber die Schwenninger kamen doch wieder. An einem schönen Morgen, in aller Herrgottsfrühe, waren sie gerade eifrig mit ihrer unerlaubten Heidelbeerernte auf fremdem Boden beschäftigt, als plötzlich von allen Seiten Villinger Grün- und Blauröcke auftauchten und die ganze beerensamtnelnde Gesellschaft arretierten. Alle mußten mit zur Polizei nach Villingen hinein. Dort wur­den sie ausgeschrieben und die Heidelbeeren, die sie um der Behörde die Arbeit zu erleichtern noch in die Stadt tragen dursten, beschlagnahmt. Es waren 8 Zentner zu 15 Mk., macht 120 Mk., und dazu gabs noch 30 Straf­zettel zu 20 Mk., macht weitere 600 Mk., zusammen 720 Mark, welche die Villinger an diesem ereignisreichen Mor gen an ihren Heidelbeeren verdient haben, ohne daß sie fich nach einer einzigen Beere hätten bücken müssen.

* Der abgewiesene Negerboxer. Wie aus London gemeldet wird, hat die englische Regierung das von dem Vertreter des Negerboxers Jesfries gewünschte Ausrreten Jesfries als Preisboxer innerhalb Großbritan­niens untersagt. Was sehr zu begrüßen ist.

Handel.

D i e Steinkohle im Welthandel. England hat bekanntlich unter allen Ländern der Welt die stärkste Kohlen- prodllklion und demgemäß auch bic bedeutendste Kobleuausfuhr. I,n Jahre 1908 hat eS für 807 Millionen Mürk Steinkohlen aus- gcführt. An zweiter Stelle unter den Kohlcuausfuhrlänbern steht Deutschland mit einer Ausfuhr von 2d8 'Mill. Mk. Wert, der aber eine Einfuhr nn Werte von 171 Mill. Alk. gegenübcrsteht, bie hauptsächlich aus englischer Kohle besteht. Tie butte Stelle nehmen bic Verewigten Staaten ein, deren Kohlenausfuhr atü 165 Mill. Mark sich bewertet, lvährcud bie Einfuhr^uur 18 Mill. Mk. beträgt. Urner ben Einfuhrländern stehl an ber Svitze Frankreich, bas für 253 Mül. Alk. Steinkohlen eiiüührte. Italien führte für 193 Mül. Alark, Tclüfchlanb, wie bemerkt, für 171 Mill. Alk., Hollanb fiir 138 Mill. Alk., Oesterreich Ungarn für 137 Mül. Alk., Kanaba für 122 Mill. Mk., Belgien für 74 Mitt. Mk., Schweden für 70 Mitt. Mark, bie Schweiz für 53 Mitt. Mk., Spanien für 50 Mül. Alk., Dänemark für 45 Mill. Mk., Norwegen für 33 Mitttonen Alark Stcmkolüen ein. Als KohlenanSfnhrländer folgen nach England, Deutschlanb und den Vereinigten Staaten zunächst Belgien mit 65 Millionen Alk. iÜuSiuhrwert, bann Japan mit 38 AlÜl. Mk., Hollanb nut 36 Mill. Alk., Kanaba mit 20 Mill. Mk., Frankreich mit 18 Mitt. Mk. unb Oesterreich-Ungarn mit 12 Mill. Mk.

IHörtte.

Schweine 733, Ziegen 4.

Preis

langsam.

Ochse n.

85

84-87

43

80

4245

79-82

38

75

3740

7477

80-85

45

82

7578

76

41

65-72

35

68

82

82-00

41

41-00

56

56-57

7173

10. Aug. Fruch tma rkt.

96103

87-98

60

53

56

54

56.0057.50

56.0057.50

37-39

36-00

99

90

78-82

76-00

56-57

5455

schuutspreis pro lOO Psund L'eDcnö# SdHthUt

68.00-72.00

72.0078.00

72.00<2.00

58-62 5767.50

48-51

58-62

52-55

97104

88-96

82-86

Feinste Mast- (Vollmüchmast) und beste Saugkälber Mittlere Al ast- und gute Saugkälber .

Schate.

Mastlämmer unb jüngere Masthammel S ch iv e t n e.

Vollsleischige Schweine bis zu 2 Zentuer Lebenbgewicht Vollsleischige Schweine über 2 Zentner

Lebenb- Schlacht­gewicht

Volllleischige, ausgemästete, hochsteu Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 4550

Lebenbgewicht Fleischige Schweine . . . .

Limburg a. d. Lahn, schnittspreis pro Alalter. 17,55 Alk., Weizen, neuer, neues 10,60 Alk., Gerste: 00,00 Alk., Hcrser 8,10 Alk., 7,00-0,00 Mk.

pro 100 Pfb. r edend- SLlachc« fleiuidjt

V0N-bisv0N-biZ

Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäslete

Mäßig genährte junge unb gut ge­nährte -ältere Färsen, K ü h e.

7173

6970

72

70 Durch»

Vollfletschige ausgemastete Färsen höchst.

Schlachtivertes 44 47

Vottfleüchige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtivertes bis zu 7 Jahren . . 3943

Aeltere ausgemästete Kühe unb wenig gut entwickelte inugereKühe u. Färsen 3338

Halber.

Roter Weizen <nassauischer), alter, 17,10 Alk., Korn, altes, 11,25 Mk., Fiittergerste 9,00 Alk., Braugerste

Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln, neue,

cc>vlch:

48 I

68.00-71.00

Fleischige Schweine ...

F.C. Wiesbaden. V i e h h.o f -M a r k t b e r i ch t vom 10. Aug.

Kälber.

Doppelleiiber, feinfte Mast . . . .

Fernste Mast-(Vollnülchmast) n. beste Satigkälber Alittlere Alast- nnb gute Saugkälber . . . . Schafe.

Mastläiumer unb jüngere Masthammel . . ..

Aeltere Mastbammel unb gut genährte Schafe

Schwein e.

Vollsleischige Schweine über 3 Zentner Lebenbgewicht 54.5056.50

Auftrieb: Riuber 75, Kälber 275, Schate 36, Schweine 408.

Tendenz: Rinder gedrückt, Kälber, Schafe und Schrveine " Durch-

Vottfleüchige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgeivicht 56.0057.50

Fettschweme über 3 Ztr.Lebendgew.

ke. Frankfurta.M. V i e h h o i-Al a r k t b e r i ch t vom 11. Aug. Auftrieb: Ochfeu 8, Btillen 1, Kühe 77, Kälber 908, Scbaie 96, Preis vro lOOPi'd.

wöchenü. Uederflcht der Todesfälle l d. Stadl Archen.

31. Woche. Vom 24. bis 30. Juli 1910.

Tiuwohuerzahl: angenommen zu 31,800 (infl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 14,71

nach Abzug von 3 Ortsfremden: 8.81 u/<k.

Kinder

Es starben an :

Schlagfluß Lähmung Brechdurchfall Krebs Zllckerkraiikheit '.Altersschwäche Selbstmord

Ziisaniilieii:

1(1) 1

1(D 3 KD

1 1

Erwachsene 1.

1(1)

1

3

1(1)

1

1

: nn

Lebetisjahr:

2(1)

vorn

2.15. Jahr

Summe 9 (3) 8 (2) J (1)

Anm.: Die m Klammern gejcvicii Ziffern -juen

an, wie viel

Der Todesfälle in ber betrenenben Krankheit aui von auswärts nach Gießen aebrachte Kranke kommen.

Kirchliche Nachrichten.

israelitische HeligionsgemciiiOc.

Gottesdienst in der Zynaaoqe lSüd-Anlage),

Samstag den 13. Augllst 1910:

Vorabend: 7.30 Uhr.

Morgens: 8.30 Uhr.

Nachmittags: 4.00 Uhr.

Sabbatausgang: 8.40 Uhr.

Israelitische tteligwnsgejellschast.

Gotterdienst.

Sabbatfeier am 13. Angllst 1910:

Freitag abend 7.25 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Allsgang 8.40 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgetis 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Verantwortlich fürAus Stadt und Land" undGerichtssaal" i. V.: Karl Neurath.

Meteorologische veobachtungen der Station Sietzen.

Rng.

1910

Barometer auf 0° rebiuiert

6

-lempei uiul ber Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wlnd- rtchtuiig

Windstärke

(Brib btx $enölhimg In gehn'el der stchld tzlinmeisfl.

Wetter

10.1 2

744,7

21,8

96

49

NE

2

5

10. ti,b

745.9

16,0

10,3

76

N

2

5

11.

747,6

14.7

10,3

83

NW

2

l

1

1 1

chste Temperatur a

n 9.

>is 10. August

-j- 22,0 * 0.

Niebrigste

V

9.

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