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160. Jahrgang
(Tritts Blatt
79
mittwod), 7. Dezember lW e<l*e9>reiet monatlich 76 6L viettes- fährlich DU. 2.20; durch
die Post Mk. 2.—viertel- jährt. auSfcht. BeiteÜL Zeilenpreis: lokal löPs, ausivättS 20 Pfennig. Lhefrebakteur: 47 Goetz. Verantwortlich für ben
General-Anzeiger für Gderheßen ■ MW
Botaflon$*ni6 Mrt öertag der»rührichen Unlv.-vuch. anö Steinöniderti H. tätige. Beöahlon, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7.
Expedition für vlidingen: vahnhosstratze 16». - Telephon Nr. 50. aiiueifltnteU: s«t.
Die heutige Nummer Umsatz« 14 Seiten.
Die Relchrwertzllwachssteuer im Aosschutz.
r: Berlin, 5. Dez.
Der Reich SwertzuwachdsteueraLsschuß führte heute die dritte Lesung bis zu § 10. Die Berufung wird morgen fortgesetzt. ES besteht die Absicht einer möglichst schnellen Verabschiedung des Gesetzes, da die Zentrumsmitglieder des Ausschusses sich bereit erklärt Huben, auch am Donnerstag, der ein katholischer Feiertag ist und an dem duher eine Vollsitzung nicht stuft findet, stach dem Gottesdienste zu tagen.
§ 3 wurde mit redaktionellen A end errungen der Beschlüsse zweiter Lesung angeiwmmen.
Dem 8 4, der die Falle aufzählt, bi denen die Zuwachs- stener nicht erhoben wird, wird alS weiterer Fall hinzu- gefügt: „Beim Austausch von Fetdesteilen zwischen angrenzenden Bergwerken und bei der Vereinigung zweier oder mehrerer Bergwerke zum Zwecke der besseren bergbaulichen Ausnutzung, sofern sie nicht zum Zwecke der Steuer- ersvarung erfolgt". Im übriaen wird § 4 nach den Beschlüssen zweiter Lesung mit ewigen redaktionellen Aende- ruugen anaenommeu.
Stach § 5 gilt als steuerpflichtiger Wertzuwachs der Unterschied zwischen dem Erwerbspreis und dem Veräuße- rungSpreiS. Don dem Preise kommt der Wert der Erzeugnisse des Grundstückes, die sich als dessen bestimmungs- aemäßer Ertrag darsteNen, sowie der Dia sch in en auch in- foiDrit in Ab^ug, als sie zu den wesentlichen Bestandteilen des Grundstücks gehören Hierbei entstand eine lebhafte Erörterung über die Frage, was als „Erzeugnisse des Grundstücks" anzusehen sei Es wurde beantragt, den aufstehenden Wald ausdrücklich auSzunebmen. Don anderer Seite wurde die Ansicht vertreten, daß ebenso wie der Wald auch Weinberge, Obstgürten behandelt werden müssen. Dagegen wurde betont, daß damit schließlich eine zuweitgehende Bevorzugung der landwirtschaftlichen Nutzung eintrete, daß schließlich auch Spargelrulturen die Grasnarbe abrugSfähig sein dürften. Der Ausschuß beschloß schließlich folgende Fassung: .„Don dem Preise kommt der Wert der Erzeugnisse deS Grundstücks, solange sie mit dem Boden zusammen hangen, sowie der Maschinen auch insoweit in Abzug, als sie zu den wesentlichen Bestandteilen des Grundstücks gehören."
Der vom Ausschuß bt ben ersten Lesungen beschlossene Zusatz zu § 5, wonach bie vom Läufer übernommenen Kosten, Stempel- und Umsatzsteuern sowie Verpflichtungen, welche eine Erhöhung des Kaufpreises nicht zur Folge haben, nicht als Leistungen im Sinne dieser Bestimmungen gelten, wird gestrichen. Nach § 6 gilt beim Uebergang tm Wege der Zwangsversteigerung als Preis der Betrag des Meist- gebots, zu dem der Zuschlag erteilt wird, unter Hinzurechnung der vom Erster)er übernommenen Leistung Der Zusatz, daß, wenn das Mvistaebot den Wert des Gegenstandes nicht erreicht, dieser als Preis gilt, wird gestrichen. § 7 wird redaktionell geändert.
In 8 8 hat der Ausschuß tn den ersten Lesungen die Bestimmung eingefügt: soweit eine Wertermittelung behufs Berechnung des Veräußerungspreises stattgefunden
(Siebener Stadttheater.
Durchs Ohr. Hieraus: Erste Klasse.
Gießen), 6. Dez.
Die beiden Pole der lustigen Muse wurden uns gestern abend in humorvollen Spielen dargestellt, und es lassen sich kaum zwei stärkere Gegensätze innerhalb derselben Gattung denken als diese Stücke. Das harmlose, geistvolle und wenn auch schon etwas angejahrte, so doch immer noch tief ansprechende Werk eines so feinen Poeten wie Jordan und oas derbe, grobschlägige, ganz im Stile des Simplizissimus gehaltene Wandelbild Ludwig Thomas. Geistvolle Plauderkunst und groteske Karikatur standen sich gegenüber und spielten sich gegen einander aus, und es tft nicht zu leugnen, daß die tolle Burleske den stärkeren Beifall hatte. Allerdings: die köstliche Borniertheit des .Abgeordneten Filser, die Thoma in bekannten Briefen veröffentlicht hat, sie finden wir hier in dem Schwank kaum wieder, und die leitende Idee ist eben lediglich die viel verspottete „bayrische Kultur". Ein paar Leutchen fahren in der Bahn, unterhalten sich, schelten sich . . . der Zug hält, man steigt aus. Schluß! Daß dabei kaum ein Satz gesprochen wird, der nicht bittere Satire, lustigsten Spott oder heiterster Ulk ist, das versteht sich bei Thoma von selbst, und ebenso selbstverständlich war es, daß daS Stuck auch hier einen außerordentlichen Erfolg finden würde. Hermann Bakof spielte den dumm-schlauen, selbstbewußt einfältigen Filser in prächtiger Maske und behaglicher Breite, tote diese Gestalt eben allein richtig zur Geltung kommt. Der eingebildete, mit Selbstbetoußtsein vollgepfropfte „Dreiß" fand in Kurt Goldberg den geeignetsten Vertreter. Karl Volck gab den Ministerialrat stilgerecht und echt. Rudolf Goll als Gsottmaier, Rudolf Gunoltals 'Schaffner und hauptsächlich noch Kurt Gähne als ausgezeichneter Zugführer halfen dem von Direktor Steingoetter sehr schön und wirkungsvoll eingerichteten Stücke, dessen „Dekoration" in der Werkstätte des Theaters hergestellt worden ist, zu dem vollen Erfolge. — In dem vorhergehenden, von H. Bakof geleiteten Lustspiel Jordans spielte Richard Bruno den Gutsbesitzer Heinrich mit riesenhaften Augenbrauen, sonst aber gefällig und vornehm. Sein Robert wurde von Karl Marx gewandt und flott dargestellt, und die beiden Rheinländerinnen wurden von Franzi Koch (Klara) Und Hilde Engel (Mathilde) mit schalkhafter Liebenswürdigkeit und reizvollem Humor wiedergegeben. N.
hat, ist der ermittelte Wert bei dem späteren Steuerfall für die Berechnung des Erwerbspreises maßgebend." Es wird beantragt, diese Bestimmung zu streichen. Von anderer Seite wird bemerkt, daß, wenn er aufrecht erhalten würde, es notwendig sei, den Erwerber, der das entgegengesetzte Interesse an der Wertfestsetzung habe roie der Veräußerer, in jedem Falle zum Verfahren hinzuziehen. Ein Zentrumsabgeordneter stellt einen bezüglichen Antrag. Mit Rücksicht darauf, daß diese Frage in engem Zusammenhang steht mit der Regelung deS Verfahrens, wird die Abstimmung über § 8 ausgesetzt.
§ 9 wird redaktionell geändert und erhält einen Zusatz, wonach, wenn die Angaben zum Zwecke der Steuerersparung unrichtig gemocht sind, der Ertrag durch Schätzung zu ermitteln ist.
§ 10 zählt diejenigen Aufwendungen ufto. auf. die dem Erwerbspreis hinzuzurechnen sind. Es sind fünf Ziffern. Die ersten beiden Ziffern werden nach den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen; sie lauten:
1. Als Kosten des Erwerbes, sofern nicht anstelle des Erwerbspreifes der Wert maßgebend ist, vier vom Hundert des Erwerbspreifes, falls der Veräußerer nachweist, daß er höhere Kosten einschließlich des ortsüblichen Betrages der für die Vermittlung gezahlten Gebühr aufgeroenbet hat, der jo ermittelte Betrag;
2. falls der Erwerb tm Wege bet Zwangsversteigerung erfolgt ist und der Veräußerer zur Zeit der Einleitung der Zwangsversteigerung Hypotheken- oder Grund schuld gläubiger war, der nachweisliche Betrag seiner ausgefallenen Forderungen, soweit dadurch der Wert des Gegenstandes zur Zeit der Zwangsversteigerung nicht überschritten wird. Die Forderungen kommen, wenn sie durch entgeltliches Rechtsgeschäft erworben sind, nur in Höhe des geleisteten Entgelts in Anrechnung. Sie bleiben unberücksichtigt, falls ihr Erwerb im Wege der Schenkung erfolgt ist, oder wenn sie innerhalb kürzerer Zeit als 6 Monate vor der Einleitung der Zwangsversteigerung eingetragen worden sind, sofern sich nicht aus den Umständen ergibt, daß die Schenkung oder Eintragung nicht zum Zwecke der Steuerersparung erfolgt ist.
Die weiteren Ziffern werden Mitt to o ch beraten.
Die Wahlen in England.
London, 6. De^. Premierminister Asquith hielt ht Burnley eine Aebe, bt öet er > rNärte, die Liberalert forderten jetzt zum letzten Male, daß das V etorectyt der Lords demjenigen der Krone folgen solle, das tat» sächlich mit dem Tode der Königin Anna erloschen sei. Asquith führte weiter aus, es sei ein wesentliches Merkmal der Negierungspolitik, daß sie, wenn das Vetorecht der Lords beschränkt worden sei, dazu schreiten werde, das Pluralwahlrecht abzuschaffen und so die Scheinvertretung des Volkes in eine wirkliche Vertretung umzuwandeln. Das Referendum habe sich in anderen Ländern nicht bewährt.
Die bisherigen Wahlergebnisse zeichnen sich durch außerordentliche Uebereinftimmnng mit den Ergebnissen der Januarwahlen aus. Die liberalen Blätter sind besonders befriedigt über London und führen mit Genugtuung die Rede 233 i n ft o n Churchills von gestern abend
vor 40 Jahren an der Loire.
IV.
(Schluß.)
Am Menü des 3. Dezember ordnete General d'Aurelle tn Anbetracht der Unfähigkeit seiner Truppen, dem energischen Angriff der Deutschen den nötigen Widerstand entgegensetzen zu können, für den nächsten Tag den allgemeinen Rückzug über die Loire an, den der reckitöe Flügel bei Gien, das Zentrum bei Orleans, der linke Flügel bei Beaugency bewerkstelligen sollte; bei Saibris (zwischen Orleans und Bourges) gttwchte der General dann das Herr wieder zu vereinigen. Diesen Entschluß behielt er auch bei, als ihm aus die Mitteilung davon an die Regierung in Tours von dieser ausgegeben wurde, unter allen Umständen bei Orleans stand zu halten: doch brachte ein daraufhin erlassener direkter Befehl des Kriegsministers an das 20. Korps dieses im Lause des 4. Dezember noch in eine unangenehme Lage. General Crouzat wollte nämlich von Chambou aus den befohlenen Rückzug nach Süden antreten, als er von Tmtrs aus aufgefordert wurde, sich nach Orleans durchzn schlag en. Er schickte daher vorsichtshalber eine Bagage nach Süden, um bei Jargeau die Loire zu überschreiten, schlug selbst aber mit den Truppen einen Weg« ein, der von Chambou in südwestlicher Richtung laufend bei Pont aux Montes in die Straße Orleans—Chateauneus einmündet. In der Nähe dieser Stelle traf das Korps mit einer vom dritten deutschen Korps gegen Checy entsandten Abteilung zusammen; als aber diese Abteilung von der 5. Division beträchtliche Unterstützung erhielt, verzichtete General Crouzat auf einen gewaltsamen Durchbruch und wich, von der deutschen Infanterie »rnd Artillerie heftig bedrängt, nach Jargeau zurück. Das Gros des 3. deutschen Korps war auf und neben der ihm zugewiesenen Straße um Mittag bei Boigny eingetroffen, nach kurzer ÖiaftJ weiter marschiert und um 2 Uhr vor Maumainbett angelangt, wo die 1. Division des 15. Korps heftigen Widerstand leistete, aber von der Infanterie (Artillerie und Kavallerie kamen des Geländes wegen nicht -ur Verwendung) schließlich verdrängt wurde. Von dem Höhenrand nördlich von St. Loup aus beschoß dann die Artillerie die östlichen Vorstädte von Orleans; ein Angriff wurde aber nach einem vergeblichen Vorstoß gegen St. Loup aus den nächsten Tag versäwben; die Truppen dieses Korps bezogen daher mit Einbruch der Dunkelheit Quartiere in den besetzten Ortschaften. — Das 9. Korps war bald nach 8 Uhr morgens gegen Cercottes aufgebrochen, hatte feindliche Abteilungen unterwegs zurückgcdrängt oder aufgegriffen, sand dann aber vor Cercottes heftigen Widerstand, so daß es eine starke Artillerie gegen diese Stellung entwickeln wollte; ehe sie aber in Tätigkeit treten konnte, hatten Teiles Wer 35. Brigade die feindliche Stellung umfassend erstürmt; den Rückzug der feindlicl>en Truppen, den ihre Artillerie bei La Tuilerie und La Vallee zu decken suchte, half die deutsche Artillerie beschleunigen. In den Weinbergen vor der Stadt Orleans mußte dann aber die Infanterie den Kampf allein metterjnhren und sich der Reihe nach aller möglichen
an, in bet er erklärte, die Londoner hätten feit dem Bürgerkriege keine wichtigere Handlung vorgenommen als die^ Antwort, die sie jetzt für die Sache des Volkes gegeben haben. Sie bezeichnen die Deharchtung, daß die Regtemng ihre Vorschläge nicht weiter verfolgen könne, weil sie der Mehrheit nicht gewachsen fei, als kindisch. Die konservativen Blätter srnd lvegen der kleinen Anzahl der Gewinne zwar enttäuscht, finden aber Trost in oem allgemeinen. Anwachsen der unionistischen Stimmen. Sie erklären, der Radikalismus habe so schlecht wie möglich abgeschnitten, die Regierung sei infolge der Wahlergebnisse machtlos; sie könne die Vetobill nicht durckZbringen noch Garantiert vom König erhalten. Sie sagen ferner, daß die Konservativen nur sechs Monate fest zu stehen brauchten, um die Pläne der Koalition zunichte zu machen und mit einer siegreichen Mehrheit die Macht wieder zu erlangen. Sie nehmen an, daß die Regierung wahrscheinlich gezwungen» sei, einer anderen Konferenz die Besprechung der 93er- chssungsfrage vorzuschlagen.
Mmtster Burns mürbe in Battersea wiedergewählt. Er erhielt eine Majorität von 7836 Stimmen gegen 6544- Stimmen, bie für Den Unionisten und 487 Stunmen, die für ben Sozialisten abgegeben würben.
Lonbon, 6. Dez. . (11 Uhr 35 Min.) Gewählt sind 106 Liberale, 146 Unionisten, 20 Vertreter der Arbeiterpartei und 26 Redmon- biften. Die Liberalen gewinnen 10, die Unionisten 12, die Arbeiterpartei 3 Sitze.
Deutsches Ueicd.
Der Wahlprüsungsausschuß deS Reichstags erklärte die Wahl des Abg. Kleye (Wolsenbüttel-HelmstLdt, Hosp, b,. Rtl.) für giltig.
Reichstagsabgeordneter Behrens stckl nach MÄ-» düng der ,LZaterl Blätter" beabsichtigen, in Wetzlar-AltenkirchM, nicht mehr zu tanbibieren. Wie uns von zuständiger Stelle geschrieben wird, entbehrt diese Nachricht natürlich jeder Grund» läge. „Reichstagsabgeordneter Behrens denkt gar nutzt daran", so heißt es in der Zuschrift, „auf die Kandidatur in Wetzlav- Altenkirchen zu verzichten, ebensowenig denkt die EhriAich-soziole Pattei daran, die Patteiarbeit in Wetzlar-Altenkirchen auszugebc«. Die ChttsÜictz^sozialen rechnen vielmehr bestimmt damit, bet den nächsten ReichstagSwahl wieder zu siegen, trotz der Aufstellung boH zwei liberalen und einem konservativen Gegenkandidaten."
Eine gemeinsame Vorstandssitzung ber Deutsch-sozial en und der C hr istlich-soziale» Hessens. Am nächsten Sonntag findet zu Frankfurt a. M. m „Kölner Hof" eine gemeinsame Vorstandssitzung der Deutsche und Christlich-sozialen Hessens statt. Tagesordnu-r^ „Gemeinsames Vorgehen bei den künftigem Reichs- und Landtagswahlen". Wichtige Beschlüsse in dieser Richtung sollen vorbereitet und einem gemeinschaftlichen, wahrscheinlich ant 22. Jarmar nächsten Jahres statkfindenden Patteitag unterbreitet werden.
Ausland.
AuF N rmia wird gemeldet: Es movilisierkeu mit deu Türken solidarische Kurden st ämme Retter, um den Gouverneur am Betreten der Stadt zu verhindern. Dieser steht mit 800 Mann Infanterie und 500 Munn LLvaüerie in der Nähe von Soudibulok.
AuS Newyork kommt folgende Meldung: Die Kuratoren der »Columbiauniversität testen mit, baß der Universität ein Geschenk von 100 000 Dollars gemacht worden sei.
zur Verteidigung eingerichteten Stellungen bemächtigen. So drang sie bis zum Bahnhvs vor, wo der Widerstund besonders heftig wurde. Erst gegen 6 Uhr stellte der Feind das Feuer ein und räumte bie Stellung, setzte sich aber an einer Barrikade weites südlich wieder fest, von wo er nicht vertrieben werden konnte. Zur Vermeidung eines Verlustteichen Straßenkampfes wurde der Kamps deutscherseits um 7 Uhr abgebrochen: die Truppen bezogen Alarrnguarliere. Die Besatzung des Bahnhofs mußte noch nach 10 Uhr einen Wieder er ob erungsversuch des Gegners -urücttveisau /— Die Armee-Abteilung war morgens gegen die Straße Chaleaudun—Orleans aufgebrochen, um von Westen her OrlsanÄ anzugreifen. Die 17. Division vertrieb feindliche Abteilungen aus Cuny, fand dann aber Gidy stark besetzt, so daß sie bett Vormarsch des 9. Korps abwarten wollte, ehe sie zum Angriff überging. Gegen 11 Uhr räumte der Feind ober infolge des Vordrängens des 9. Korps Gidy: bie 17. Division nahm von der Stellung Besitz. — Die 2 2. Division folgte als Reserve hinter der 17. — Das 1. bayrische Korps und die 4. Kavallerie-Division hatten bei ihrem Vormarsch von Huette aus fendliche Streitkräfte ans Bricy und Janvry vertrieben, die dann rückwärts bei Boulay Ausnal-me gefimben Hattern Nach einem längeren Artilleriekampf befahl General v. d. Tann gegen 12 Uhr den allgemeinen Sturmangriff; als aber das Signäk dazu erscholl, verließen die Franzosen fluchtartig die Stellung Die 2. Kavallerie-Division ging zur Verfolgung vor; eS koch zu verschiedenen Einzelgefechten mit Kavallerie und Artillerie; bie Gegner wurden über bie Straße Chateaudun—Orleans zurück- gebrängt, auch auf dem rechten Flügel durch die 4. Kavallerie- Division. — Um diese Zeit, gegen 2 Uhr nachmittags, versuchte General d'Aurelle noch einmal dem Vordringen der Deutschen durch einen Gegenstoß Einhalt zu tun; er ersah dazu den linken Flügel (1. Division des 16. und 17. Korps) aus, der gegen Patav vorrücken sollte. Demgegenüber machte das 1. b a yerischq Korps und die 4. Kavallerie-Division Front nach Westen; die Reiterei warf verschiedene feindliche Reiter-Abt*i- lungen über den Haufen und ritt einige Schützenlinien nieder; bann nahm die Artillerie Patay unter Feuer und zwang den! Gegner zum Abzug, den bie Kavallerie dann wieder belästigte. Rach solchen schlechten Anfängen verzichtete General CHanzy auf jeden weiteren Versuch und ging mit der ihm unterstellten Truppenmacht südlich bis hinter den Wald von Montpipeau zurück. Die Armee-Mteilung setzte daraufhin ihren Vormarsch gegen Orleans fort, wobei die 17. Division noch einen heftigen Widerstand des 15. Korps bei Henrdy, später noch einmal bei St. Jean be la Ruelle zu überwinden hatte, gegen 6 Uhr abends jedoch vor den Toren Orleans ein traf. Die Bayern waren indessen in LeGrandt Ottne eingedrungen und bann südlich von ber S raße Chateaudutv- Orleans gegen Orleans vorgerückt. Die 2. Kavallerie-Di" Vision war noch weiter südlich bis an die Loire gestreift, hatte bort (von La Chapelle aus) ben Abmarsch französischer Truppen« massen über eine Schiffbrücke wahrgenommen und durch ihre Artillerie unterbrochen. Zwei Züge mit Truppen ließen sich durch


