Ausgabe 
12.1.1910 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

5öfe; ich ittyH diese 8M«H »ustechk er^Tfert. Demi

wenigsten- die Mehrzahl btt Interpellanten weih 50115 qeuau daß Der BmcdeSrat, der berufene Hüter ber Selbständigkeit der Nu nbte floaten, gor keine andere Antwort geben konnte, daß diese Interpellation also ein Schlag ins Wasser sein mußte. Dadurch, daß Sie die Negierung zu dieser klipp und kla­ren Antwort gezwungen haben, stärken Sie in Mecklenburg den Leuten den Nucken, die überhaupt nichts ändern wollen. (Sehr gut! rechte.) Sie haben . Bi.. Ihr politisches Geschick wieder ein­mal glänzend betätigt, (yeiterfeit und Beifall rechts.) Ich ge­stehe offen ein, daß ich das Verhalten der Ritterschaft für nicht« weniger als einwandfrei erachte. (Hört! Hört! links.) Der Abg. Linck vertritt die Seestadt Rostock. Diese gehört aber auch mit zu denen die gegen die Regierung mit der Ritterschaft stimmen (Lebh. Hört! Hört! rechts.) Außer Rostock stehen auch Wisnw.r und sieben ander: Städte gegen die Regierung auf feiten der Ritterschaft. Herr Linck hat c5 für geschmackvoll gehalten, sein engeres Vaterland hier herunterzureißen und es so hinzustellen, als ob es im dunkelsten Afrika lüge. Man sollte doch Sicht seine eigene Nase sich abschneiden. (Große Heiterkeit.) Ick bin fest überzeugt, daß, wenn die VerfaffungSaugelegenheit rich­tig angefaßt und eine Vorlage unterbreitet wird, die wenigstens nach einer Seite hin datz enthält, was zu erreichen ist, daß dann eine Besserung und Beruhigung im Lande eintreten wird. Natür­lich gehört zu einer solchen Vorlage politisches Geschick, politischer Takt und Klugheit. (Abg. Dr. Müller- Meiningen: Hat das die mecklenburgische Regierung? Heiterkeit.) Die Lösung dieser Vorsraoe überlasse ich Ihnen. (Große Heiter, feit.) Wenn es auch vielleicht der jetzigen Negierung nicht gelin­gen sollte, die Verfasinna. die ich für absolut notwendig halte, einzuführcn, bann vielleicht eine ande.e. (Lachen links.) Sicher ist, daß da? mecklenburgiscke Volk in seiner großen Mehrheit sich schönstens dafür bedankt, sich vom Reichstage eine Verfassung diktieren z u lassen. Bis tief hin­ein in die liberalen Kreise Mecklenburgs herrscht der Wunsch ebensowenig wie irgend ein anderer Bundesstaat ein Vasallen­staat des Reiches zu werden. (Unruhe links, lebhafter Beifall rechts.)

Abg. Dr. sßachnieke (linkölib. Fraktionsgemeinschaft):

Wir haben von Herrn v. Treuenfels keine andere Erklärung erwartet. Man ist es bei ihm gewöhnt, daß er den Abgeordneten, die für die Rechte des Volkes eintreten, agitatorische Absichten bortotrff. Sieht er beim nicht ein, daß bie Erklärungen btt mecklenburgischen Regierungen gerabezn eine Auf­forderung an uns waren, bie Verfassungssrage hier zur Sprache zu bringen? (Zustimmung links. Lachen mib Wider- sprach rechts.) Nun freiltä heißt es auf einmal, man bürfe und wolle nicht bas Reich um eine Einmischung angeben. Da? heißt doch, erst bie Faust drohend emporheben und dann die fünf Finger gestreckt in der Tasche verschwinden lassen. (Sehr richtig! links.) Erst wird ein großer Anlauf genommen, und dann schnappt man vor dem Ziele ab. (Sehr richtig! links.) Das könnte fast komisch wirken, wenn es sich nicht um die T r a g ö d i e eines ganzen Volkes handelte. (Beifall links, Lachen rechts.) Demi bie mecklenburgische Frage tft eine deutsche Frag e. ES kann für bie Wertschätzung unserer öffentlichen Einrichtirngml im Auslände nicht gleichgültig sein, ob wir staats- rechtliche Rückständigkeiten noch weiter aufrecht erhalten ober nicht. Die Spottlust wirb überall geweckt, nicht bloß im Reiche unb in Europa, auch in Amerika unb sogar schon in Asien, wenn e5 nicht gelingt, gegenüber der Hartnäckigkeit vo.n ein Paar Hundert Gutsbesitzern eine moderne Verfassung für Mecklenburg zu gewinnen. Die bestehende verhält sich zur modernen Zeit wie eine Ritterrüstung zum Maschinengewehr, wie ein Starren zum Automobil. Sie hemmt die Entwicklung des ganzen Landes, das haben die Groß- herzögc selbst erklärt. Trotz alledem soll nichts geschehen. Die Reichsrcgierung rührt sich nicht. Wir bleiben nicht nur auf der alten Stelle, sondern werden sogar noch hinter 1876 zurück- geworfen. Damals sprach der Bundesrat wenigstens die Er­wartung aus, daß es gelingen werde, zu einer entsprechenden Reform zu gelangen. Heute hält er sich auch dazu nicht für kom­petent. Die Erklärungen waren so I u r 3 , s 0 eng

yefaßk, rech? tz^Lrechsekk. Die tSrvnter Reiches haben die altertümlichen mecklenburgischen Verfassungen nur mit übernommen, weil sie der Ansicht waren, daß so bald wie möglich eine Reform einsetzen würde. Reichstag und Bundesrat haben sich in dieser Hinsicht in gleicher Weise geäußert.

Auf bei einen Seite bie ganze staatsrechtliche Wissenschaft, auf ber ar.beren Seite Herr v. xmienfcl8 unb eine Standes- Vertretung, bie ihre Ansicht nach der Absicht formt. (Sehr richtig! links.) Der Bundesrat kann bod) Halt machen, wenn er Rull. Wenn bet Reichstag zu weit gehen wollte, so sind boch die diinaftischen Interessen in beii Bundesstaaten stark genug, das zu verhindern. Wir haben unsere Forderung absichtlich beschränkt, weil wir praktisch Ausführbares bieten wollten Dee Mecklen­burger darf nicht mehr ein Bürger zweiter Klaffe bleiben. Tie Ritterschaft hat die Vorlage ihrer Regierung zerfetzt zu Füßen geworfen. In Mecklenbura genau so wie m Preußen: weil die Herrschaft Der Großgrundbesitzer durch eine Wahlreform gc- nihrdet wird, wird das Gespenst der Revolution an bie Wanb ge­malt. Man rebet bnn ben Interessen ber Krone unb meint bie Stabilisierung ber eigenen Herrschaft. Wollen bie Herren auf ber Rechten bie Politik der Forderung ber Sozialdemokraten fort­fetzen, uns solls recht fein. (Lebb. Beifall links; Locken rechte.) Ruhe soll die Ritterschatf vor uns nicht haben. (Beifall links.)

Mecklenburgischer Gesandter Frhr. v. Brandensteint

Es ist im Laufe dieser Debatte der großherzoglichen Re­gierung und den einzelnen Ministern der Vorwurf gemacht worden, sie hätten die Versaffungsarbeiten falsch angefangen und hätten Fehler gemacht, die zum schließlichen Scheitern der Reform wesent­lich beigetragen haben. Das trifft in keiner Weise zu. Es ist ja sehr leicht, zu kritisieren unb Vorwürfe gegen Männer er­heben, bie eine schwere Position hatten, unb bie ihr Leben an b i c Aufgabe gesetzt haben, in Mecklenburg eine Ver- faffungsreform burchzuführen. Wenn nach ber Auffassung des Abg. Pachmcke ein Weg gegangen ist, den er nicht für richtig hält, so will ich ihm barm nicht widersprechen, nehme aber für bie Mit­glieder der großherzoglichen Regierung in Anspruch, baß sie ihr bestes Können an b i e f e Aufgabe gesetzt haben und auch weiter setzen werden. (Beifall rechts.)

Staatssekretär des Innern Dr. Delbrrck:

Eine bundesfreundliche Einwirkung ist nur möglich, wo Meinungsverschiedenheiten zwischen den verbündeten Regierungen und ber Bunbesregierung bestehen. Das ist hier aber nicht ber Fall, unb eine bunbesfreunbliche Einwirkung hätte in biefem Falle auch gar keinen Zweck gehabt.

Wie ist ein derartiger Eingriff denkbar oder möglich? Vor mir liegt der liberale Antrag, bei bin Reichstag schon wiederholt beschäftigt hat unb ber verlangt, baß laut Neichsgefetz in jedem Bunbesstaat eine aus Wahlen der Bevölkerung herDorgeganner.e gesetzgebende Körperschaft vorhanden fein muß. Gefetzt ben Fall, das; ein derartiges Gesetz hier verabschiedet würde, glauben Sie, daß daS auf die Ritterschaft großen Eindruck machen würde? Sehr wahr! rechts, Unruhe links.) Oder dem Reiche? Das wäre der einzig gangbare Weg; aber wohin würde er führen? Wir würden bann dahin kommen, daß baS Reich nach eigenem Ermessen Rechte verteilt, bie den ein^elstaatlichcn Volks­vertretungen unb Souveränen zusteht, baß Die Souveräne, bie Bunbesstaaten ihre Rechte unb ihre Versagungen auS ber Hand des Bunbesrats unb bes Reichstages entgegennehmen. Das ist unvereinbar mit ben föbcra + iüen Grundlagen, auf benen bas Reich ruht. In allen Fällen, wo wir bie Kompe­tenz bes Reiches burch ein Gesetz erweitert haben, hat es sich immer barum gehanbelt, für bas gesamte Bundesgebiet baS gleiche Reckst zu schaffen. Ein Spezialgesetz für Mecklenburg wäre aber ein Ausnahmegesetz gegen einen einzelnen Bundesstaat (Lebhafte Zustimmung rechts) unb baß ein solches noch viel weniger wirksam sein wirb, liegt auf ber Hanb. Es ist nicht ein Verkennen ber gewichtigen Grünbe, bie für eine enbliche zweckentsprechenbe Lösung ber mecklenburgischen Ber- fassungsfrage sprechen, wenn Die verbünbeten Regierungen hier ihre Zustimmung versagen, sonbern eS finb ernste unb wichrige politische Bedenken. (Äeisall rechts.)

Mn. (Srörler

Die Erklärung ber mecklendurgifchen Regierung gegenüber bem Reichstag -ft schwer in Einklang zu bringen mit ber Er­klärung gegenüber den Ständen. Die Erklärungen hier im Reichstage zeichnen sich nickt gerade Du reu Klarheit aus. Ich möchte nur wünschen, daß endlich einmal Diese Frage aus der Welt geschafft wird (Sehr richtig!) und baß enbsick Mecklenburg nicht niebe an seiner gan^ veralteten Gestaltung seines VerfassunHs- wesens fcfibalten möge. Daß es nicht angenehm ist, alle paar Jahre hier diese Angelegenheit zu behandeln, ohne einen Schritt weiter zu kommen, liegt auf bet Hanb. Aber mit Gemntefragen ist hier nichts anzufangen; es hanbelt sich lediglich um Rechtsfragen, und Die Rechtslage ist bie, baß der Artikel 56 bei ReichSversaffung hier nicht in Anwendung' kommen kann. Es fragt sich, ob auf Grund des maßgebenden LandeSgeseheS nicht ber Lanbesherr ohne Zustimmung ber Stäube bie Frage lösen kann. Das ist eine Frage ber Auslegung unb mußte eiiitoanb«frei nachgewiesen toerDen, ist aber zweifelhaft. Wir Subde ntsche wollen uns nicht in unser VerfaffungS- leben Hineinreben, lassen. (Abg. Krelh: Wir in Preußen auch nicht!) So wollen wir auch für Mecklenburg feinen Zwang von feiten des Reichs wegen der Konscouenzen eines solchen Schrittes. Möge man in Mecklenburg selbst nichts Unterlasten, 11m zu einer Verfassung zu kommen. (Beifall im Zentrum unb rechts.)

Abg. v. Qertzen (Rp.):

Daß bie Verfassung in Mecklenburg reform&ebürftig ist, liegt auf der Hand. I ch al? Mitglied der mecklenburgi­schen Ritterschaft kann nur a u f 5 tiefste be­dauern, daß sich die Ritterschaft 5u den durch­aus konservativen Vorschlägen der Landes- fürsten ablehnend verhalten hat. (Hört! Hört!) Als konservativer Mann bedauere ich dies auch, weil darunter die konservative Sache leidet. Durch mein Eintreten ür eine Reform habe ich mir bcte Mißfallen vieler memei Freunde und meiner nächsten Verwandten zugczogen. Persönliche Rück­sichten muffen aber bei Fragen um das Wohl des Vaterlandes zurücktreten. (Lebhafter Beifall.) So sehr ich aber eine Reform in Mecklenburg wünsche, so wenig kann ich den hier vorgeschlagenen Weg als gangbar ansehen. Verfassungsangelegen­heiten sind Sache her Einzelstaate u. Namens meiner politischen Freunde erkläre ich, baß wir unter feinen Umständen uns dazu verstehen fönnen, die ReichSverfaffung dahin auszulegen, baß bas Reich in der Lage wäre, den Einzelstaaten die Verfassung zu 0 l t r 0 h i e r e n. Hoffentlich kommt es zu einer Verständigung in Mecklenburg. (Beifall rechts)

Abg. Frofome (Soz.) erklärt die Regierungsform in Mecklenburg für eine Schmach vnd Schande für die ganze Nation.

Abg. v. Treeuenfeks (Kons.):

Wenn bie. Wünsche bes Abg. Pachnicke in Erfüllung gingen, bann würbe nach ben Lehren bei den Nachwahlen der Liberalismus noch viel mehr seinem Schicksal verfallen, d. h. er würde noch mehr der Dünger werben, auf dem die Sozialdemokratie gedeiht, llcbri* gelte hat der Abg. v. Payer, ein kardial und bürgerlicher, selbst früher hier ausgcführt, baß bic Einzelstaaten ihr Recht in bezug auf bie Verfassung währen müßten.

Dr. Pachaickc (Fr. Vg.):

Nur burch bie wieberholten Verhanblungcn hier tm Reichs­tage ist es gelungen, bic Frage in Fluß zu bringen. Wenn ba5 nicht gewesen wäre, dann stänben ton- noch auf dem Standpunkt vor zwanzig ober breifeig Jahren. Gehofft Haven sie alle, gehofft hat ber Bundesrat, gehofft hat Graf Posabowsky, gehofft hat Herr v. Oertzen, gehofft hat Herr v. Bethmann Hollweg und gehofft hat Herr v. Brandenstein, daß etwas zustande foMmi. Sie alle waren guter Hoffnung. (Stürmische Heiterkeit.) Die Reformbeftrebungen blieben solange unfruchtbar, als wir tm Reichstage hier nicht mit Dampf vorwärts trieben. Unb dafür werden wir auch weiter sorgen. (Beifall links.)

Hierauf vertagt sich das HauS.

Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr. (Interpellationen wegen der Beamtenmaferegelungen in Kaltowitz.)

Schlufe 6 Uhr.

wandern und Reisen.

»Friedberg, 10. Jan. Ter TaunusklubWetterau" (Sektionen Friedberg und Bad Nauheim) unternimmt seit vielen Jähren immer ernt ersten Sonntag im Januar seinen Wintergang auf den Feldberg, wo sich an dem Tage gewöhnlich die zahl­reichen Brudervereine des Taunusklubs ein Stelldichein geben. So wenig iptiilerlidi wie gestern hatten's die Wettecauer Tauniden, die von der Lvchmühle und der Saalburg ans den. Aufstieg be­gannen, seit der Einrichtung der Wintertour auf den Feldberg aber noch nicht getroffen. Selbst der Gipfel zeigte nichts von all den Winlcrherrlichkciten, die man sonst um diese Zeit hier antrifft: keine Rauhreifbildungen, kein klarer Fernblick über dem Nebel - mcer. Nicht einmal ein bißchen Schnee war vorhanden; die Gras­halme und das H.idttraittgesttüpv ragten überall frei hervor und erweckten den Eindruck einer Spätfoerbstlandschaft. Trotzdem, war der Feldberg außerordentlich stark besucht, besonders von F-rank- furt ans. In den drei Gasibäusern war ein stetes Kommen und Gehen. Tic Welterauer Tanniden kehrten beiSturm" ein. In den geräumigen Gastzimmern ging es munter zu; eine Kapelle aus Reifenberg trug lustige Weisen vor. Nach der wohlverdienten Rast im gemütlichen Stübchen des FelDberghanses traten die Friedberger und Bad Nauheimer Wanderer unter Führung ihres Vorsitzenden, Tirektor Dörr-Friedberg, den Rückweg an, der in drei Stunden über den Sandplaken unb die Elisabethenschneisc nach Homburg v. d. H. führte.

Luftschisfahrt.

Eine Erklärung der Zeppelin-Gesellschaft.

Die Zeppelin-Gesellschaft teilt uns in einem längeren Drahtbericht mit, daß sie den vielfachen Anregungen zur Errichtung von Lustschiffhallen vollständig fernstehe und bic Absichten dieser Gesellschaften, insbeson dere desKomitees zur Errichtung von Lustschifsstationcn im Reiche", das sich in Frankfurt gebildet hat, nicht zu er­kennen vermöge. Solange cs sich nicht um geld kräftige Gesellschaften handle, die imstande wären, einen Flugver- verkehr und die geplanten »allen zu leiten, glaube sie nicht, daß deren Vorgehen im allgemeinen Interesse läge.

Paris, 10. Jan. Der französischeAeroklub" weihte heute unter dem Vorsitze des Prinzen Roland Bona­parte sein neues Heim ein. Vertreten waren die bedeutendsten Luftschiffervereine, u. a. Deutschland durch Major von Tschudi. Es wurde beschlossen, eine Flug­woche vom 10. bis zum 16. Mai in Berlin abzuhalten und dafür Preise von 200 000 Franks auszusetzeu.

Dcrmiidites.

* Delagrange als Bildhauer. Ehe Delagrange seine Laufbahn als Flieger begann, die jetzt ein so jähes Ende fjnden sollte, war er Bildhauer, und er hatte als solcher recht gute Er­folge erzielt. Die Jury des Salon hatte ihn int Jahre 1901 nut einer ehrenden Erwähnung und 1907 mit einer Medaille aus­gezeichnet. Er hinterläßt nur wenige Statuen, bic aber alle einen großen künstlerischen, Retz haben. Eine barunter,Tas Stintbcn- buch" betitelt, stellt einen mittelalterlichen Pagen dar, der an­dächtig ein Gebetbuch trägt; einTempler" ist in einer kühnen Ritterngur, die sich aus oas Schwert stützt, sehr lebensvoll ge­bildet, unb^bic Arbeit ist mit kostbarer Jittarsie von Marmor, Elfenbein, Silber unb Zinn geschmückt. Eine schöne Gruppe,Liebe und Jugend", befindet sich im Kopenhagener Museum. In den letzten Jahren hatte Delagrange eine bcfonberc Spezialität in kleinen Ballerinenfiguren aus Wachs entwickelt, die er mit echt Pariser Grazie inodellierte.

Getreide-Wochenbericht

der Preisberichlslelle b'-<> Demicki.r 2andmirtschastsrats vom 4. bis 10. Januar 1910.

Die Hauptanreguna für den andauernd festgestimmten Welt- knartt gab auch in der Berichtswoche Argenttnien, dessen neuerliche

Preiserhöhungen auch Amerika und Rußland zu gleichem Vor­gehen veranlaßten. Die ungünstige Auffassung, die hinsichtlich der argentinischen Ernte mehr und mehr Platz greift, wurde vor allem durch den Umstand bestärkt, das; die Ablader ihre früheren Abschlüsse mit hohen Qualitätsgewichten rückgängig zu machen suchten und bei neuen Anstellungen auf 77 unb 76 Kg. hermtter- gingen. Von ben westeuropäischen Konsumgebieten war es nament­lich England, das die überseeischen Anregungen mit weiteren Preissteigerungen beantwortete und dessen Importeure in stärkerem Maße von den erhöhten Offerten Gebrauch machten, auch Belgien und der Rhein zeigten sich kauflustig. Für Deutschland fiel außer­dem der Umstand ins Gewicht, daß vom Jnlande Weizen nur mäßig angeboten mar unb daß der Export wieder stärkere Ansprüche stellte. Aus dem Liefemngsniarkte brachten sich bic geschilderten Verhältnisse durch lebhaftes Kans- und Deckungsbedürfnis und einen Preisfortschritt von 4% bezm. B3A Mk. zum Ausdruck. ?luch für Roggen machte sich infolge geringeren Angebots vom Jnlande bei bi');crem Abzug nach der Küste nermeforte Kauflust für Liefe- ruiig bemerkbar, deren Wert daraufhin uni 3 Mk. anziefoen konnte. Die sichtlich bessere Meinung für Roggen bat ihren Grund übrigens auch in der großen Wertdisserenz, die zwischen diesem Artikel und Weizen besteht. Hafer schloß sich der allgemeinen Festigkeit gleichfalls an, zumal sich auch Dafür Interesse seitens des Aus­landes bemerkbar machte und Rußland und Argentinien ihre Forderungen merklich erhöht haben. Das Angebot von der Pro­vinz mar bei hohen Forderungen, die im Konsum immer noch schwer durchzusetzen sind, etwas reichlicher. Dem Brangerstengeschäft foat das neue Jahr bisher keine sonderliche Besserung gebracht, juenn and} für die knapp angebotenen seinen Qualitäten hie und da ein kleiner Anssdstag erzielt werden konnte. Um so schwieriger bleibt nach wie vor der Absatz von geringerer Ware. Fnttergerste hat ihren Preisstand namentlich für nahe Ware uni einige Mark erhöbt, auch spätere Lieferung wurde von Rußland merklick) höher gehalten. Für Mais, dessen Forderungen weiter angezogen haben, bestand im allgemeinen wie bisher wenig Interesse; bemerkens- ivert ist es immerhin, daß Nordamerika frühere Abschlüsse von

Mixed andauernd zurückr Es stellten sich die

^ulicrt;

de am

Preise ffir inländisches Getrei

letzten Marttwqe in Mark pro 1000 ktr je nach Qualität,

wobei

das Mehr ( + ) bezw. Weuiger () gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigeiügt ist, ivie folgt:

Weizen Roggen Hafer

Königsberg 230 (4- 5) 164 (+ 2'/Z 160 lch 5)

Danzig 229 (Z- 1) 165 (4- 2) 160 (-

- )

Stettin 217 (+ 3) 158 (4- 1) 157 (-

- )

Posen 226 (4- 3) 159 (4- 2) 153 (-

- D

Breslau 230 (4- 5> 162 (+ 2) 155 (4- 4)

Berlin 228 (4- 4) 165 (+ 3) 174 -+ 2)

Magdeburg 22') (-V- 5) 15» ( ) 171 t-

r 2)

Leipzig 222 ( 4- 4) 168 (4- 3) 174 (-

- 2)

Dresden 226 (4- 4) 167 (Z- 2) 173 (-

Braimschweig 220 (4- 1) 162 (4- 1) 170 (-

- 3-

- )

Haiiiburq 218 (

h 4) 165 ( ) 17.) (-

- )

Hannover 223 (-

- 5- 162 (+ 2) 168 (-

- )

Düsseldorf 230 (-

L 4) 170 (4- 3) 165 (-

- 3)

Frankfurt a.M. 236 (U

- 6) 170 (+ 2) 167'/, (-

- 2/,)

Manubeim 237' (+2%) 175 (+ 5) 167'/, (-

- )

Straßburg 232'/, (J

- 5) 180 (+ 5) 177'/« (+ 5)

Stuttgart 235 (-

- ) 175 (- ) 162'/, (-

- )

München 236 (+ 2) 166 (- 2) 158 (-

- )

W e l t m a r k t v r ei s e: Weizen : Berlin Mai 229.00 (Z- 4.75), Juli 229 25 (+ 3.75) Budapesl April 241.95 <+ 4.45). Pans

Jan. 197.60 '+ 3.55 . Liverpool März 191.10 ( 5.40). Chicago

Mai 174.80 (4 3.25) Roggen: Berlin Mai 177.00 (+ 3.),

Juli 179 l-s- 3.00). Hafer (+ 2.751 Mk.

Berlin Mai 166.00 (-s- 2.00), Juli 168

yandel.

Essen, 10. Jan. (Kohl en markt.) Die bessere Nachfrage nach Kohlen hält an.

Spielplan der vereinigten Sranffnrter Stadttheater,

Opernhaus.

Mittwoch den 12. Jan., nachm. 1/i4 Uhr:Jung Habenichts/ Abends '/,8 Uhr:Fidelio." Donnerstag den 13. Jan. *):2a Boheme." Freitag den 14. Jan., abends Ufor:Die geschiedene Frau." Samstag ben 15. Jan., nachmittags/34 Uhr:Jung Habenichts". Abends 7 Uhr:Der Evcmgelimann." Sonntag ben 16. Jam, nachmittags 7.4 Uhr: :Jung Habenichts." Abenbs/,8 Ufor:Salome." Montag ben 17. Jan.:Ter Freischütz." Dienstag ben 18. Jam:Die geschiebene Frau." AUttwoch ben 19. Jam:Zar unb Zimmermann."

Schauspielhaus.

Mittwoch den 12. Jam, nachm. 21/. Ufor:Wilhelm Dell." Abends 7 Ufor:Die zärtlichen Verwandtem" Donnerstag ben 13. Jam, abenbö *68 Ufor:Wenn der junge Wein blüht." Freitag ben 14. Jam, abenbs */.,8 Ufor:Das Konzert." Sam-3tag ben 15. Jam *):Die Braut von Messina." Sonntag ben 16. Jan., nachm. 3'/2 Ufor:Im weißenRößl." Abenbs 7 Ufor:Die Braui von Messina." Montag ben 17. Jam:Der moralische Teeabenb/ Dienstag ben 18. Jam: Zu Lessings Geburtstag (22. Januar): Nathan der Weise." Ällittwoch ben 19. Jan.:Wenn ber junge Wem blüht."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Ufor.

Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

M. Der Dienstherr ist verpstichtct, für eine zweckmäßige und gem'igenbe Verpflegung seiner ertränkten Dienstboten zu sorgen. Wenn bie-3 dadurch geschieht, baß ber Dienstbote in einer Gemeinbe» krankenkasse ober einer Krankenbauskasse versichert ist, ist eine Ver­pflichtung zur Lobnzahlunq währenb eines Krankheitsfalles nicht vvrhanben. Aus Ihrer früheren Mitteilung war ber Sachverhalt nicht zu ersehen.

Nach Ldcnhanseu. Aus ber vorstehenben Antwort werben auch Sic bic gewünschte Aickklärnng entnehmen können.

Nach Nidda. Etwas über 20 Kilometer.

Fanrilien-Nachrichterr.

Geboren. Herrn Hauptlehrer Dr. Kohler in Lauterbach eine Tochter. Herrn Qberarzt Dr. Weibenmüllcr in Uchtspringe (Altmark, ein Sohn.

Verlobt. Frl. diettchen Biebricher in Mensfelden mit Herrn Julius Livvert in Biebrich a. Rh. Frl. Minna Doll mit Herrn Richard Widbersheim in Borsdorf. Frl. Anna Wiebkiug mit Herrn Willi Tanneberg in Holzhansen-Leipzig.

G e ft 0 r b e m Herr Philii'p Jriebrich Bolz m Altwicdermus. Fran Auqnste Schlich, geb. Stemberger, in Höchst i. O. Frau Gillmann in Bntzbach Herr Otto Bindcrnagel in Fried­berg. Herr Heinrich Schneider II. in Heblos. Frau Plulivviue Allendörser, geb. Pansch, in Wetzlar. Frau Wilhelmiue Rein­hardt, geb. Schmer, in Wetzlar-Niedergirmes. Herr LudwM Bender in Garbenheini.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen.

Jam

1910

paiYiiqaa oO p>v .idldmoaufl;

Teniperatnr bei Luft

Absolute Feuchtigkeit

Qiclnliüe Feuchtigkeit

Winb- richumg

Windstärke

S ZßH ö K r

' CO Ä

«==s

Wetter

11. 26 747,6 8,9 6,0

11. 747,3 5 1 5,1

12., "<r- 738,2 4,9 , 5.9

Höchste Temperatur an

Niedrigste ,

71 1 SW

78 W

92 W |

t 10. bis 11.

10. 11.

6 7

4 1 6

2 ! 10

Januar =

e

Stürm Wind Beiv. Himmel Bed. Hinmiel

+- 8,9 0 C.

-i- 4,8'0.