Ausgabe 
10.2.1910 Erstes Blatt
 
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Deutsches Ucich.

Der 3 en 1 r o I - Aussch u ß> der Rcichsbank ist f&r Donnerstag vormittag zu einer Sitzung einberufen Worben.

Ausland.

Aus Madrid kommt die Meldung, daß der deutsche .Botschafter Graf Tattenbach schwer erkrankt ,'ift Er wurde Mittwoch vormittag mit den Sterbe- !Satramenten versetzen. So berichtet das amtliche Wolff'sche Bureau. Die Frkf. Zrg. fügt hinzu, es handle sich bei der Erkrankung nm Influenza und Lungen­entzündung.

Aus Prag meldet man: Da das Landesbudget infolge der Landtagsvertagung unerledigt geblieben ist, beschloß der Landesausschuß, teilte anderen Auszahlungen vorzunehmen als die, die gesetzlich oder vertragsmäßig verbindlich sind und ferner keine Neubauten auszuführen. Alle Erledigungen sollen mit der Klausel versehen werden, daß die Auszahlung erst erfolgen könne, wenn dem Landes­ausschuß die nötigen Mittel zur Verfügung stehen. Die Landtagsabgeordneten erhielten keine Dtäten.

Wie uns aus London berichtet wird, wird das strengste Geheimnis über die Pläne der Regierung in der kommenden Sitzung des neuen Parlaments bewahrt. Die Ansicht gewinnt jedoch Grund, daß Mr Asquith nach Annahme der Adresse zur Thronrede Die Annahme einer Erklärung in Form einer Entschließung beantragen wird, die gegen das Veto des Oberhcurses gerichtet ist, und die nach der Annahme des Budgets in Kraft treten soll. Die Liste der Kabinettsminister wird zweifellos dem Könige vom Premierminister bei der Audienz unterbreitet werden, die, wie man allgemein erwartet, gegen Ende der Woche stattfinden wird. Es kann kaum einem Zweifel unterliegen, daß die Veränderungen im Kabinett zahlreich und be­deutungsvoll' sein werden.

Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, stellte der mit der Ausarbeitung des Entwurfes für den Han- d e l s v e r t r a g zwischen Sesterreich-Ungarn und der Türkei betraute Ausschuß fest, daß der neue Ent­wurf auf einer anderen Grundlage aufzubauen sei, als der auf die gegenwärtige Verhältntsse in der Türkei nicht mehr anwendbare Entwurf vom Jahre 1893. Die Pforte wird infolgedessen von den türkischen Handelskammern und Konsulaten die notwendigen Unterlagen einfordern.

Aus Madrid wird gemeldet: Das Kabinett Mo - r et gab seine Entlassung. Mit der Bildung des neuen Kabinetts wurde der DemokratCanalejas beauftragt.

Nach einer vorläufigen Zusammenstellung ist das Er­gebnis der Wahlen für den finnischen Landtag folgendes: Gewählt sind Sozialdemokraten 87, Altfinnen 42, Jüngfinnen 28, schwedische Volkspartei 26, Agrarier 16 und christlich-soziale Arbeiterpartei einer.

Der Senat in Washington nahm eine Ent­schließung Eliins an, nach welcher der Siebenerausschuß beauftragt ivird, eine Untersuchug über die Ur­sachen der Lebensmittelverteuerung in den Vereinigten Staaten Staaten auszustellen; inan erwartet, daß der Ausschuß für Mittel und Wege des Repräsentanten­hauses zu ähnlichen Erhebungen ermächtigt wird. Der Senat hat ferner den Gesetzentwurf angenommen, nach welchem die Sratue des Generals von Steuber als Gegengabe der Union für die Uebersendung der Statue Friedrichs des Großen an den deutschen Kaiser gesandt werden soll.

Präsident Taft hat eine Proklamation erlassen, durch die Argentinien, Bolivien, Uruguay, Paragrtay, Mexiko und Liberia der Minimaltarif zugestanden wird.

Um öte Zchiffahrtrabgaben.

Wien, 9. Febr. Die Abgeordneten Nagler und Genossen brachten im Landtage eine Anfrage ein über die vom Deut­schen Reiche geplante Einführung von Schiff- fahrtsabga.ben; sie richteten an die Regierung die Frage, was sie su tun gedenke, um von Sesterreich im allgemeinen und von Nieder-Sesterreich im besonderen die wirtschaftlichen Gefahren, welche ans der geplanten Einführung der Schiffahrtsabgaben auf den deutschen Strömen drohen, abzuwenden. In der Begründung der Anfrage wird ausgeführt, durch die geplante Reform würde die bisher freie Ausfallspforte des auswärtigen Handels nach den Nordhgfen dem administrativen Ermessen der ausländischen Regierungen preisgegeben.

Aus Brünn wird gcnieldet: Im Landtage wurde am Mittwoch ein Antrag Smrcek, der sich gegen die von Preußen geplante Einführung der S ch i f f a h r t s a b g a b e n auf ^der Elbe wendet, weil hierdurch der mährische Handel und die Industrie aus das empfindlichste gefährdet werde, dem Wasser- straßenausschuß überwiesen.

Heer und Flotte.

Im Februarheft derFlotte" (Ado natsbla.it des deutschen F'lottenv^r.'ins) behandelt Graf Reventlow in allgemein verständlicher Weist, denWert der Geschwindigkeit für Schlachtschiffe" unter den verschiedenen Gesichtspunkten, die für Sie Entscheidung der Frage in Betracht lammen, und gelangt zu dem Ergebnis, das- die absolute Steigerung der Geschwindigkeit unter Abschätzung oller, anderer in Betracht kommenden Faktoren nicht ausschlaggebend sein könne, da das Urteil darüber nicht allein! nach den Zahlen des Flottenalmanachs gebildet werden dürst. Fernab von dieser mehr technischen Frage liegt das Ziel des zweiten Artikels:Das alte Augsburg und seine überseeischen BeziehungLn". glicht nur an der Wasserlante hat der Drang ife-r See seinen Sitz, sondern, wie Eeneralleutnant vo n H o r ß l i u in großzügiger Schilderung hier vorsührt, auch im Süden unseres Vaterland es, und schon nm *7ne Wende des 15. Jahrhunderts sind Pioniere des Deutschtums, Kanfl-cute und Kolonisten, von dort aus über das große Wasser gezogen. Daß sie nicht Erfolge hatten, mahnt uns immer wieder daran, die Macht zu erhalten und zu stärken, bte auch über See unserem Willen den nötigen Nachdruck sichert.

Der IHilitärbaustyalt im Sudgetausschutz.

:: Berlin 9. Febr.

Der Budgetausschuß hat heute den ganzen Tag für seine Be­ratung zur Verfügung. Der .Militärhaushalt soll fertig gestellt werden, damit sich morgen sofort, die Hauptberatung daranschließLN kann. Zunächst wird! dir Aussprache über die Frage der Rationen und Pferdegelder fortgesetzt. Die Stellung ter Parteien hat sich seit der letzten Sitzung nicht geändert. Vom Zentrum erklärt man sich gegen die P, erde gelber für die Gelteräle und will sie auch für die Oberleutnants Wegfällen lassen; sedenfalls nicht den Leut­nants neue bewilligen. Bon der rechten Seite ist man mit der Streichung Der blinden Rationen einverstanden,(t aber die Zahlung von Pferdegeldern für ein unbedingt. erforderliches Aegui- valent. Tie Leutnante ohne Pferdegelder könnten sich nur aus wohlhabenden Kreisen re frittieren: dieses Privileg für die Reichen solle man aufgeben, damit jeder Kavallerieoffizier werden könne. Auch von national liberaler Leite äußert man Bedenken wegen ber Mehrausgaben in diesem Zeitpunkt und spricht sich für eine Ver­tagung aus, während ein anderes nationalliberales Mitglied des Budgetausschlusses für die Bewäligung ist und gerade beit jetzigen Zeitpunkt, ä>ei dem man anderwärts Ersparungen gemacht habe.

für günstig hüll Auf freisinniger Seite sieht man in den Pserdc- geldern weiter niclsts als eine verschleierte Gehaltserhöhung und macht den Vorschlag, den Offizieren das Recht zum Ankauf von Remvnten zu geben, damit fie billiger wegkämen. Schließlich wird die Vorlage über die Pferdegelder mit 12 gegen 8 Stimmen a b g^e l e h n t.

Sodann wird die Beratung der Veterrnärfrage noch einmal eröffnet. Zu Beginn der Sitzung war ein langes Telegramm verlesen worden mit einer Eingabe für die Schaffung eines Vet- rrnärvffizierkorps. Die Frage, ob nicht an die Spitze des ganzen Veterinärwestns anstatt eines Oberstert ein Veterinär gestellt wer­den solle, wird noch einmal erörtert; man würde dann die Ritt- nteilter bei den Lehrsch.-nieden und die Leutnants bei den Pferde- aushebungsKommissionen entbehren können.

Die Vetcrinärvvrlage wird mit großer Mehrheit gegen einige Zentrumsilimmen, eine freisinnige uni) die sozialdemofratischmr stimmen angenommen.

Bei den Reifegebührnissen wird die Frage gestellt, ob eine neue Reisevrdnung auch für die Heeresverwaltung in Aus- stcht stehe, und ob eine Verminderung der Zahl der Reisen ange- bayirt sti. Der Schiatzstkrebär erklärt d-ozn : Die Iieisekostenänderung betreffe auch dos Heer; die Ordnung sei intern zum Abschluß gekommen. Natürlich müsse man mit Preu st: n zusammen gehen. Schließlich wird der notionalliberale Antrag auf Absetzung von 5 <2 129 Mark angenommen.

liegt eilte Zentrumsentschließung vor, die Ko n t r al 1 - peri am mlu n g en it u r einmal jährlich abzuhalten. Sie mirbmit vvl kswirtschaftlichen Gründen motiviert. Ländwirtsclaii und Industrie empfänden die doppel: Störung sehr. Man begiline ja jetzt, die Versammlungen auf die Werke zu verlegen: damit mkle man auch bei einmaliger Kontrolle fortfahren. Die Zivii- r. rwaltungen seien stark mit Arbeiten für das Militär belastet: die Mehrbelastung würde nicht groß werden. Man könne auch beim Musterungs- und Aushebungsgeschäft Erleichterungen Ein­treten lassen durch bessere Verteilung der Musterungsplätze.

Tie Militärverwaltung betont demgegenüber, die Herbstton­trolle könne nicht fehlen: int Frühjahr aber müsse der Ilebergang! a:.s der Reserve in die Landwehr nsw. gerade in Hinsicht auf die Mobilmachung lEntt -nlicrt werden. Die Leute nähmen in der ersten Zeit nach der Entlassung die Meldungen sehr leicht. Eine schriftliche Kontrolle bei den Zivi Behörden werde teuer werden. Aber man walle noch einmal prüfen.

Die Entschließung auf e i n m a l i g e K o n t r v l l v e r s a m m - l u n g wird angenommen.

Der Neubau von 9 Schi ständen in Düsseldorf wurde beanstandet und a b g e l e h n t.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 10. Februar 1910.

Ein ober-hessisches Kulturwerk.

Entgegen den in Zeitungen kursierenden Berichten über die Verschiebung der Lißberger Elektrizitäts­zentrale bis zur Fertigstellung des Provinzialgrupven- wasserwerks bei Inheiden sind wir in der Lage, mitteilen zu können, daß dem Provinzialtag in der allernächsten Zeit von dem Neubaubureau der Provinz ein generelles Projekt über die Errichtung des schon seit geraumer Zeit projek­tierten Gruppenelektrizitätswerkes zur Beschlußfassung zu­gehen wird. Ende 1908 hatte der Provinzialtag 30 000 Mk. bewilligt, um die notwendigen Vorarbeiten und Vorunter­suchungen für diese Uebrrland-Zentrale in Angriff zu nehmen. Zur Erzeugung des elektrischen Stromes sollen die Wasserkräfte der Nidder und des Hillersbachcs ver­wendet und ein Gefälle von nahezu 70 Meter nutzbar ver­wertet werden. Für die wasserarmen Zeiten soll eines­teils eine Reserve von Dampfmaschinen zur Aufstellung kommen, andcrnteils soll ein Stauweiher im Hillersbachtal, in den Gemarkungen Hirzenhain und Lißberg, angelegt wer­den, der die Wasserzuführung zu den Turbinen der Zentrale und damit die Leistung der Anlage bei Mehrkonsum ohne große Mehrkosten regulieren soll. Das Projekt des Elektrizi­tätswerkes Lißberg sieht den Anschluß von 86 oberhessischen Gemeinden in der Weise vor, daß den einzelnen Gemein­den durch den Anschluß an die Zentrale keinerlei Unkosten erwachsen, da die Leitungen, einschließlich der Hausan- schlüsse, auf Lösten der Provinz ausgeführt werden sollen. Der Strom soll den Konsumenten für Beleuchtung zu 40 Pfg. für die Kilo Wattstunde und für Kraftzwecke zu 20 Pfg. abgegeben werden. Die Preise sind so niedrig in Ansatz gebracht, daß es durch die billige elektrische Energie den Landwirten und kleinen Gewerbetreibenden möglich sein wird, konkurrenzfähig zu bleiben und daß die für sie täg­lich teurer und seltener werdende menschliche Arbeitskraft durch eine billige elektrische Kraft einigermaßen ersetzt wird. Es ist beabsichtigt, für die Errichtung und Inbetriebsetzung des Lißberger Elektrizitätswerkes, sowie für die ersten Be- tricbsjahre^ in denen die Zentrale naturgemäß' nicht in der Lage sein wird, ihre Ausgaben aus den eigenen Ein­nahmen zu bestreiten, einen Teil des Ueberschusses aus dem Provinzial-Wrrsserwerk Inheiden zu verwenden, um auf diese Weise eine gesunde Finanzierung des Elektrizst tätswerkes herbeizuführen und dieses selbst lebensfähig zu machen. Schon jetzt haben sich viele Gemeinden zum An­schluß verpflichtet.

Tageskalen der für Donnerstag, 10. Febr. .Kolosseum: Spezialitäten-Vorstellung. .,

" V om GroßHerzog!ichen Hofe. Der Groß­herzog hat gestern mittag den in außerordentlicher Mission hierher entsandten Belgischen Senator Graf Theodor de Ren esse in besonderer Audienz empfangen und durch ihn die Notifikation der Thronbesteigung des Königs Albert oon Belgien entgegengenommen. Im Anschluß daran fand im Rcstdenzschloß zu Darmstadt eine Galatafel zu 28 Ge­decken zu Ehren der Gesandtschaft statt. Die Mitglieder der Belgischen Spezialkommission, Graf Theodor de Renesse, Graf Robert de Ribaucourt und Baron Henry d'Oldenneel de Heerenbrinck, folgten am Dienstag einer Einladung des Staatsministers Dr. Ewald zum Souper.

** Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem Geh. Obeclönsistorialrat und Superintendenten D. Waldemar Petersen zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme uud zum Tragen des ihm von dem Großherzog von Oldenburg oerliehenen Ehren-Komturkreuzes deS Ol^denburgischen Haus- unb Verdienstordens erteilt.

** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Johs. Alt zu Gras-Ellenbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wachenheim.

Der Verwaltungsbericht der Bürger­meisterei für 1908 liegt im Druck vor. Es ist ein statt­licher Quartband oon 198 Seiten, der ein anschauliches Bild der wachsenden Bedeutung unserer Stadt bietet. Erstreckt sich doch der Jahresbericht auf die uerschiedensteu Gebiete des öffentlichen Lebens, da die Gesetzgebung den Städten immer neue Aufgaben zuweilt und die Stadt Gießen über ihre gesetzlichen Verpflichtungen hinaus zahlreiche wirtschaft­liche, soziale und gemeinnützige Beitrebungen unterstützt oder selbständig übernommen hat. Auf die vielen in dem Bericht

angeführten Ereignisse und Zahlen cinzugeheu, erübrigt fifc da sie den Lesern des Gieß. Anz. nichts neues sind. D- günstige Abschluß der Betriebsrechnung (2 900 959,77 Pz Einnahmen und 2 648 889,54 Mk. Ausgaben) ist befond^ zu begrüßen, da damit die Beibehaltung des seitherig Steuerausschlags gesichert erscheint. Beigegeben sind b<r Bericht zwei Abbildungen von der Gewerbefchulc.

Neue Schulhäuser im Kreise Gießen werd.-! in diesem Jahre fertig gestellt in- Mendorf a. d. Lunfto Eberstadt, Lauter, Nieder-Bessingen, Nonneuroth, Saasen ui Londorf. Boni Kreisbauamt sind neue Schulhausproje.: anSgearbeitet für Steinbach (zwciklaffig mit Schulverwaltti wohnung), Grünberg (höhere Bürgerschule), Garbcnteich (er, flaffig mit Lehrerwohnung), Hungen (sechsliassig mit Lehrerwohnungen), Reinhardshelin (Anbau einer Klaffe), un. Reißkirchen, 2 Klassen mit 2 Lchrerwohnungen. Die Bauir.i

in diesen Gemeinden werden in diesem Jahre noch angefane,, und int Rohbau fertig gestellt.

"Hochwasser in Sicht. Die Lahn, Ohm, IZumbi und Wieseck sind stark im Steigen begriffen, schon jetzt bi= ginnen sie über die Urei: zu treten. Infolge des Taumeltet.,

ums den Schnee des Vogelsbergs rasch zur Schmelze bring., ist weiteres Steigen der Waffermasfen und damit ftellenroei ?

Hochwasser zu erwarten. In der Wetterau steh«, die Wiesentaler zum Teil unter Waffer und dieses steigt noq fortgesetzt. Regenwetter und Tauwetter haben ein siackq Anwachsen der Nidda, Nidder, Wetter und Ufa mit fia) gebracht.

Großen-Buseck, 9. Febr. Die Winterfeülut leiten der hiesigen Vereine haben nun ihr Ende erreicht, alq letzter schloß gestern abend der Gesangverein Germaniü der sein 47jähriges Stiftungsfest feierte, den Reigen. Noch einem Eröffnnngsmarsch nahm der 1. Vorsitzende Herr P H e u ß das Wort zur Begrüßung, cs folgten Dann Gesaugt vorträge, Couplets und Theaterstücke, und cs wurde Guk.- geleistet. Hauptsächlich zeigten bie Gescmgsvortrage gu\- Schulung; auch das StuckDer schwarze Dommo^ mune flott gespielt. Ein Ball machte den Schluß der Festlichkeit.

th. Alt en-Buseck, 9. Febr. In diesem Jahre wer unsere Gemeinde eine für unsere Verhältnisse recht notroenbir: Fried Hofs halle erhalten.

1. Garbenteich, 9. Febr. Im Saale des Ludwi, Wehrum hielt der Evangelische Bund seine Winke: Versammlung ab. Pfarrer Hanstein hielt einen Lichlbildp. Vortrag über Palästina, der bei der Versammlung großen Beifall fand. Der GesangvereinViktoria" sang unter Leitung des Dirigenten Hanisch einige schöne Lieder. Zum Schli ß hielt Pfarrer Hepding eine kurze Ansprache, die mit einen: Hoch auf den Bund schloß.

der Bürgermcistet m FastnachtS-Dicnstai, bloßstellen, verbot.n daß manche Faniilii " wollte mit feinet

----- Lollar, 9. Febr. Trotzdem ortsüblicher Weise Veranstaltungen am oie Personen und Familien öffentlich hatte, war der Unfug, wieder derartig, beleidigt wurde. Sogar einDichter

Weisheit glanzen und verteilte seine Knittelverse. DaS ra.e Treiben war größer als zuvor, so daß ein energisches Ein­schreiten geboten gewesen wäre.

w. Stangenrod, 10. Febr. Unsere altehrwüriW Kirche, ein Bauwerk ait5 dem 13. Jahrhundert, wird«

diesem Jahre mit einem neuen Dach versehen und nach Ei« würfen des Baurats Diehm-Gießen im Innern zeitgenmi ausgebaut werden.

rtn. Darmstadt, 10. Febr. Unter verdächtigen Ihn

ständen starb am Dienstag abend das fünfjährig Töchterchen des Bahnwärters F rics. Tie Stiefmutr des Kindes holte erst im letzten Augenblick ärztliche Hili und der Arzt konstatierte, daß der Körper des inzwischen verstorbenen Kindes ganz mit Wunden und Strieme bedeckt war. Der Arzt erstattete Anzeige und nach einer längeren Verhör wurde heute die Stiefmutter der haftet.

F. C. Höchst a. M'., 9. Febr. In der Nähe von HöZ wurde am 19. J-annar eine schon längere Zeit im 'Safer gelegene Leiche aus dem Main geläudcl. Nach Errnttl langen wurde dieselbe als die des im Jahre 1882 in Pfaffm hausen bei Gelnhausen geborenen Fabrikarbeiters Korn, zuletzt in Fechenheim, festgestelll. Korn war am t Dezember v. I. in Offenbach und ist am Mend mit einm anderen Arbeiter nach Hause, gegangen. Letzterer beponür nun, daß der Verlebte, als sie über die Mainbrücke re gangen waren, plötzlich verschwunden gewesen sei. Ta fcn Tote eine Wunde am Köpf hat und der Schlips des Korn« Besitze des Begleiters sich vorfand, ist es nicht ausgeschlosjci daß ein Verbrechen vorliegt.

X. Groß-Anheim, 9. Febr. Ter Maucreinftuu an dem Nenban der evangelischen Kirche hat noch ein wi teres Menschenleben gefordert, indem auch der Mainr Ung ermann ans Langenselbotö bald nach feiner Eni liefernng in das talh. Schwesternhans verschieden ist.

b. Biedenkopf, 8. Febr. Die seit vorigen Herbst m Hinterlandkreis eingeführte Wander - Haushaltung' schule hat sich bisher auf das beste bewertet. Nach bn ersten Kursus zu Rodheim a. d. B. wurde in diesen in Wallau der zweite Kursus mit 24 Teilnehmerinnen $8- schlossen. Die Schule wird nunmehr nach R ennertehaus bei Battenberg verlegt.

a. Dillenburg, 8. Febr. Tie durch das 'Ablelrt des Kreissekretärs Seulberger erledigte K r c i s s e k r e täc stelle am hiesigen Landratsamt wurde Regieruugs-Zit'k Supernnmerar Jacobi aus Biedenkopf übertragen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen u n d d i * Nachbarsl aalen. Koinmerzicnrat Avenariu S in Gc-i' Algesheim beging gestern seinen 70. Geburlstaq. Seit etwa o:ct Wochen wird der laiidivirtschailttchc Arbetter Johannes Jnnk rri- Sinkershausen bei Gladenbach vermißt. ,

Vie Manrseider Krawalle vor Sem Schwurgericht

4 H a^c a. 5., 9. Febr

Bor dem Schwurgericht fand heute die Bcrhan.dluiig in b' Landfriedens-Prozeß statt, der sich als Folge des Manssefrn Bergarbeilerstreikes darstelll. Die Anklage richtet sich gegen Pn streikende Bergleute, die beschuldigt werden, arbeitswillige meraben durch Androhung von ZwangSmoßregeln am UruetiJ verhindert zu haben. Die zur Airklage stehende Lat sott < auf der Chaussee von .Hettstedt nach Waldeck ereignet haben uf cs soll bei den Zusammenstößen zwischen Streikenden und , beitswilligen auch zu lörperlichen Mischandlungen der letzter- gekommen sein. Die Verteidigung der Angeklagten hat dt?r n dem Reichstagsabg. Rechtsanwalt Heine übernommen,« Vernehmung der Angeklagten bchanbten diese, bah Jtc Streikposten gestanden hätten und sich ait den Mißhandlung nicht beteiligt hätten. Zn. der Beweisaufnahme bekundeten ein.