Hildebrand bezeichnete die Frau als etwas wunderlich veranlagt. Eine Bemerkung von ihr erregte solche Heiterkeit, daß der Vorsitzende wiederholt mit Räumung des Zuschauerraumes drohte.
Bei Frau Wagner aus Oberweimar hatte Dikomeit chronische Blutstockung festgestellt. Dikomeit verweigerte Prof. Hildebrand gegenüber die Aussage.
Ein junger Manu namens Schnabel aus Niederweima« begab sich aus der Behandlung der Aerzte in die Dikomeits. Letzterer stellte Milzerweiterung und Milzkrebs fest. Prof. Hildebrand bemerkte, daß von Milzkrankheit keine Rede sein könne; es handle sich um Folgeerscheinungen eines fPferdetrittes.
Das Kind des Landwirts Kuhl in Lohra war schwerhörig, als es Dikomeit zugcführt wurde. Es wurde mit dem bewußten Apparat hinter den Ohren, gestochen. Die Krankheit sei keine Gehörgang-Verdickung, wie sic Dikomeit bezeichnet, gewesen, meinte Prof. Hildebrand.
Eine Frau Wilhelm aus Gladenbach, jetzt in Frankfurt, hatte Druck im Halse. Sie ließ sich erst von Aerzten und dann von Dikomeit behandeln. Auch sie wurde mittels Baunscheidtscher Methode behandelt. Sie gab an, schwer gelitten zu haben, denn sic sei wochenlang mit Eitergeschwüren geplagt gewesen. Später sA sie in der Klinik operiert worden. Bei diesem Falle kam auch der Angeklagte Zinrmermann in Betracht, der bei dieser Gelegenheit durch allerhand Redensarten seine und Dikomeits Kunst in ein hohes Licht gesetzt haben soll. Er gab an, daß er die Frau nur auf ausdrücklichen Wunsch mit dem Apparat behandelt hätte. Die Tochter der .Frau bekundete, daß Dikomeit ihr versprochen hätte, mit dem „Lebenswecker (d. i. der Baun- scheidtsche Apparat) die Halskrankheit ihrer Mutter zu heilen. Es sei auch Stropalpulver verschrieben worden. Sie schilderte den Zustand ihrer Mutter bis zur Operation und erzählte auch, daß ihr Dikomeit ein Glas mit Käfern gezeigt hätte, die er angeblich einem kranken Kinde abgetrieben habe.
Ein junges Mädchen aus Erda im Kreise Wetzlar war augenkrank. Es war in der Gießener Klinik und auch bei anderen Aerzten gewesen. Dr. Kuffler aus Gießen und Dr. Tilger aus Hohensolms traten in diesem Falle als Sachverständige auf. Das Mädchen führt den bessern Zustand seiner Augen auf die Behandlung durch Dikomeit zurück und gab dem Wunsche Ausdruck, daß dieser nicht verurteilt würde. Es folgten Patienten aus Ellnhausen, Römershausen, Wolfgruben, Fronhausen usw., die von allen möglichen Krankheiten, u. a. auch „Rheumatismus im Magen" durch Dikomeit befreit sein wollten. Die ärztlichen Sachverständigen stellten meist fest, daß die Krankheiten meist gar nicht vorhanden waren, teils noch bestanden. Ein Arzt aus Gladenbach namens Haun machte einen Versuch, Dikomeit durch eine Urinprobe hineinzulegen. Der Abgesandte hatte die Sache augenscheinlich etwas ungeschickt angefangen, denn der Angeklagte merkte die Geschichte. Ein Mädchen aus Kirchoers soll _üon Dikomeit von der Schwindsucht geheilt worden sein. So folgten eine ganze Reihe von Fällen, die ähnliche Heilerfolge betrafen.
Interessant war die Aussage des Landwirts Wüstefeldj aus Binzhausen bei Göttingen, dessen Sohn, nachdem er alle Aerzte vergeblich konsultiert und sogar die Göttinger Klinik in Anspruch genommen hatte, durch Dikomeit von etwa 20 lebendigen Käfern (sog. Kellerasseln), die er int Leibe hatte, befrei! wurde. Die ärztlichen Sachverständigen bezeichneten diese Sache als völlig unmöglich. Der Zeuge sagte, daß sogar der Wunderdoktor Ausmeier in Westerode hier nicht habe helfen können. Um 8 Uhr abends wurde etwa 30 heute übrig gebliebenen Zeugen mitgeteilt, daß sie morgen wieder erscheinen möchten.
Sport.
D. Mainz, 30. Aug. Die am Sonntag in Mainz abgehobene 15. (Kaiser-) Regatta des Süddeutschen Ruder-Verbandes hatte sich bei schönem Wetter eines großartigen Besuches zu erfreuen. Der Kaiserpreis im Vierer ohne Steuermann und die Rheinmeisterschaft im Einer bildeten eine große Zugkraft. Im Kaiserpreis starteten, da Offenbacher „Germania" nicht erschienen war, 6 Boote, immerhin noch eine recht stattliche Zahl. Ohne eine Kollision konnte dies Rennen durchgefahren werden. Die siegreiche Mannschaft des Mainzer R.-Kl. 1903, lauter Leute von 18 bis 20 Jahren, leistete vorzügliches, denn sie stand erstklassigen Mannschaften gegenüber. Nur die Gießener „Hassia" und die Frankfurter „Alemannia", die kurz zuvor ein heißes Rennen im 1. Vierer ausfochten, zeigten Ermüdung. In C. Joedt besitzt die Gießener „Hassia" einen vielversprechenden Skuller, der in der Rheinmeisterschaft bei besserer Steuerung dem Sieger Meier gefähr- luch hätte werden können. Tas Resultat der einzelnen Rennen war folgendes: Einer (Rheinmeisterschaft): 1. M. Meier (Frankfurter „Alemannia") 9:01, 2. E. Lechtolf (Frankfurter „Arnicttia") 9:042lä, 3. E. Joedt (Gießener „Hassia") 9:05s/s, 1 Länge zwischen dem 1. und 2. und 1/4 Länge zwischen dem 2. und 3. Boot. — Ermunterungsvierer: 1. Mainzer R.-Kl. 19 0 3 8 : 00, 2. Mainzer R.-Kl. „Fortuna" 8:17; überlegen gewonnen. — Senior-Vierer: 1. Frankfurter R.-Kl. „Alemanni a", 2. Mainzer R.-Kl. „Fortuna", 3. Frankfurter R.-Sp.-V. „Amicitia", 4. Gießener R.-Kl. „Hassia". Bei fast geschlossenem Rennen im
überdies als Siegestrophäen neben einer Unzahl von Waffen verschiedener Art, Fahrzeugen und 6000 brauchbaren Pferden 419 Feld- und 139 Festungsgeschützc aufzuweisen hatten.
Ein Stück Weltgeschichte, erschütternd in seiiren Folgen und bedeutsamer als ein Jahrhundert ruhiger Entwickelung, hätte an dem denkwürdigen 2. September 1870 seinen Abschluß gefunden. Niemals hat das deutsche Volk einen größeren Triumph gefeiert, einen größeren Freudentag erlebt. Der französische Kaiserthron brach unter den Siegen der deutschen Heere zusammen, deren Frucht die Aufrichtung des Deutschen Kaiserreiches wurde. Frevelnd hatte Frankreich den Frieden gebrochen, ungenügend vorbereitet war es in den Kampf gezogen, prahlerisch lärmend, als könne ihm der Erfolg nicht fehlen. Stolz berauschte man sich an der Erinnerung alten Ruhmes und verlangte, eifersüchtig auf die von. Preußen int Jahre 1866 erfochtenen Siege, die man als eine Herausforderung ansah, „Rache für Sadowa". Das Ergebnis dieses Strebens verkörperte sich in den Ereignissen des Sedantages 1870, welche Frankreich wie ein furchtbares Strafgericht trafen. Ein Richterspruch des Allerhöchsten lvar es, denn „die Weltgeschichte ist das Weltgericht". Zio.
*
— Ein Heilserum gegen die Lepra? Nachdem eben ein Mittel gegen die Syphilis gefunden worden ist, kommt jetzt eine Nachricht, die auch eine Heilmöglichkeit für die furchtb-arfte und unheiyrtichste aller Krankheiten, für die L e p r a, in Aussicht stellt. Nach Berichten a m e r i -i kanischer Aerzte, der Doktoren Euril, Brinkerhoff und Hollimann, dieimLeprahospitalderAus- sätzigeninsel Motokai im Hawaiurchipet arbeiten, ist es gelungen, den Leprabazillus zu entdecken und in Bouillonkultur zu züchten. Man hofft, damit eine Möglichkeit zur Herstellung eines Heilserums zu haben.
— Kurze Nachrichten ausKunst u. Wissenschaft. Der diesjährige Berbandstag des Deutschen Schrift st eller- Verbandes wird vom 10. bis 12. September in Koblenz abgehalt-'n werden Für die Festsitzung am 11. September in der Koblenzr Festhalle haben u. a. Vorträge zugesagt: Rudolf Herzog, Victor B l ü t hg e n und Obervegisseur Max Grube. - Tu Geschäftsstelle der 82. Naturforscherversamm lung in Königsberg i. Pr. macht darauf aufmerksam, daß Meldungen für den am 17. September abends von Berlin abgehenden Sander zu g ^Ersparnis ungefähr 45 Proz.) spä testens am ' plan brr bei der Geschäftsstelle der Naturforscher^ Versammlung appenstraß 25/26- eintreffen müssen. — Der Du n d deutscher Fra nennet eine wird seine 9. (
rla mmlu < Oktober, tu HAdel
berg ab halten.
Endkampf mit Luftkastenlänge gewonnen. — Einer: L. Schmalz (Gießener .Hassia"), der sich sehr verbessert hat, ging, da K. Beyer (Mainzer A.) am Start kenterte, allein über die Bahn. — K a i s e r p r e i s : 1. M a i n z e r R. - K l. 1 9 0 3 7:13, 2. Frankfurter „Alemannia" 7 :22, 3. Frankfurter „Amicitia" 7: 24, 4. Frankfurter R.-G. „Borussia", die anfänglich führte. Hochinteressanter Endkampf. Gießen und „Fortuna" aufgegebeu. — Den Junior- Vierer gewann „Fortuna" (7:46) leicht gegen Mainzer Kl. (8:00) und Gießener „Hassia" (8:34); im Achter blieb Frankfurter „Amicitia" sicherer Sieger über -Fortuna" (6:49 und 7:07).
Die Cholera.
Keine Cholera in Berlin.
Berlin, 31. Aug. Wie das Wolff'sche Depeschenbureau von zuständiger amtlicher Stelle erfährt, bestätigte sich bei sämtlichen Krankheitsfällen im Landespolizeibezirk Berlin der Choleraverdacht nicht. Auch bei dem Charlottenburger Fall scheint — wie mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden kann — keine Cholcraerkrankung vorzuliegen. Im übrigen wird jeder Meldung von einer choleraähnlichen Erkrankung sofort und auf das peinlichste nachgegangen, so daß zur Beunruhigung nicht der gering st e Anlaß vorliegt.
Unbegründeter Choleraverdacht.
Wien, 31. Aug. Bei der heute vormittag im Allgemeinen Krankenhause zur Behandlung aufgenommenen Frau Anna Cha- lupski aus Tulln stellte sich bald nach ihrer Einlieferung heftiger Brechdurchfall ein. Es wurden deshalb zur Beobachtung der verdächtigen Krankheitserscheinungen sofort alle entsprechenden Vorkehrungen getroffen. Die bakteriologische Untersuchung ergab, daß es sich nicht um Cholera handelt.
Wien, 31. Aug. Unter verdächtigen Erscheinungen wurden gestern drei Personen in das Franz-Josef-Spital eingeliefert. Sie wohnen in weit auseinander liegenden Bezirken. Das Befinden aller soll besorgniserregend sein. Die bakteriologische Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.
Wien, 31. Aug. Wie das Stadtphysikat mitteilt, haben sich die Erkrankungen der gestern ins Franz-Josef-Spital mit IMagen- und Darmkatarrhen eingelieferten Personen als v o l l - ständig unbedenklich erwiesen. Heute wurden wieder an Magen- und Darmkatarrh erkrankte Personen eingeliefert.
Rom, 31. Aug. In den letzten 24 Stunden sind in Barletta fünf Erkrankungen und fünf Todesfälle an Cholera festgestellt worden, in Trani ein Todesfall, in Molfetta zwei Erkrankungen und ein Todesfall, in SPina z z o l a eine Erkrankung und e i n Todesfall, in Bitonto eine Erkrankung, in Margherita bi Savoia eine Erkrankung und vier Todesfälle, in Trinitapoli zwei Erkrankungen und ein Todesfall, in Ceriguola zwet verdächtige Erkrankungen und zwei Todesfälle.
Petersburg, 31. Aug. In den letzten 24 Stunden sind 59 Personen an Cholera erkrankt, 19 gestorben. Der Stand der Erkrankungen ist nunmehr 651.
Newyork, 31. Aug. Die Gesundheitsbehörde des Ncw- yorker Hafens hat als Maßnahmen gegen die Cholera die Untersuchung sämtlicher aus Italien, Deutschland und Rußland einlaufenden Schiffe angeordnet.
vermischtes.
* Ein Geheimnis der Berge. Ein tragisches, bisher in Dunkel gehülltes Schicksal hat nun auf einem einsamen Berggipfel des schottischen Hochlands seine Aufklärung gefunden: Lady Marjorie Gladys Stuart Erskine, die schöne Tochter des Earl von Buchan, die seit einem Monat verschwunden war, wurde an einem entlegenen Fleck des berühmt n Craigellachie Hill tot aufgefunden. Wochen hindurch hatte man sie vergebens gesucht. Auf einem einsam unternommenen Ausfluge war sic eines Tages von dem schottischen Städtchen Aviemore aufgebrochen und erst vor wenigen Tagen fand sie zufällig ein Arbeiter, der hinauf gestiegen war auf den Berg, um weiße Heideblüten zu suchen. In der stillen, blühenden Wildnis sah er plötzlich einen jungen Frauenkörper in den Heideblüten liegen, das Gesicht nach unten gekehrt. Er holte Hilfe und brachte den Leichnam nach Aviemore herab. Hier faitd man aus den Papieren ihres Tagebuches, unter denen sich noch eine auf ihren Namen ausgestellte Hotelrechnung befand, heraus, daß es sich um die lang vermißte Lady Marjorie handelte. An dem Körper fanden sich keine anderen Verletzungen als ein gebrochener Fußknöchel. Daraus läßt sich die furchtbare Tragödie, die sich in der einsamen Höhe des .schottischen Hochlands abspielte, herauslesen. Lady Marjorie war augenscheinlich auf einem wenig betretenen Fußpfade den Berg hinangestiegen, war oben ausgeglitten und hatte den Fuß gebrochen. In ihrer völligen Hilflosigkeit lag sie nun da; in dem weiten Heidew- blütenteppich waren noch Spuren zu erkennen, daß sie versucht hatte, von dem Fleck fortzukriechen, an dem sie hingestürzt war. Aber es gelang ihr nur, sich wenige Schritte zu bewegen. So mußte sie langsam ihr Ende erwarten, wie ein angeschossenes Reh, das einsam verendet. Das rauhe, stürmische Wetter, das in den ersten Tagen des August wütete, wird ihre Qualen verkürzt haben. Lady Marjorie, die zu den Mitgliedern der höchsten englischen Aristokratie gehörte, war ein schönes Mädchen mit 'chwarzen Augen und schwarzem Haar, das in der Gesellschaft die größte Beliebtheit genoß. Allgemeines Aufsehen hatte es erregt, als sie im Jahre 1904 ihren Entschluß erklärte, Krankenpflegerin zu werden. Mit schöner Begeisterung war sie vier Jahre lang in diesem Beruf tätig. Dann aber fühlte sie ihre Gesundheit angegriffen und verließ das Londoner Kinderhospital, in dem sie segensreich gewirkt. Sie war im Jahre 1908 verlobt gewesen; aber schon nach zehn Tagen war dies Verlöbnis wieder gelöst worden. So lag bereits Über dem Leben der schönen Earlstochter eine gewisse Tragik, die in ihrem Ende einen ungeahnten: Abschluß gefunden.
Kleine TnaeSchronik.
In Ob tzrl ahn stein wurde ein Mädchenhändler verhaftet, als er mit mehreren jungen Mädchen, die sich 'als seine Nichten ausgaben, nach Argentinien abreisen wollte. Sie sollten angeblich in der Ausstellung von Buenos-Aires Stellung nehmen.
In M o d de r w i e s e bei Driesen in der Neumark. wurde die Witwe Glosinsky im Armenhause ermordet. Der Mörder setzte darauf das Haus in Brand.
In ihrer Villa in Ohrdruf wurde gestern abenb die etwa 38 jährige Frau des Rentiers Boschröter während der Abwesenheit ihres Mannes durch Beil hiebe schrecklich zuge- richtet. Vom Täter fehlt jede Spur.
In Priebus wurde ein Mann verhaftet, auf den das Signalement des lange gesuchten Raubmörders Sternickel passen soll. (?)
In den Kohlenbergwerken von T r i f a l (Steiermark) wurden 10 Arbeiter durch eine niedergehende Wand ver- chüttet. Einer wurde als Leiche geborgen, die übrigen liegen noch unter dem Gestein.
Nach einem Telegramm des Oberleutnants Filchner aus H a m m e r f e st ist die Vorexpedition nach dem Pol dorthin zurückgekehrt, nachdem sie Spitzbergen von Ost nach West, von Tempelbay bis Wichbay durchquerte. Die Teilnehmer der Expedition befinden sich bei guter Gesundheit.
Der französische Poftdampfer „Ma gell an" hatte auf der Fahrt nach Buenos Aires eine ernste Havarie. In der Nähe der Insel Palma brach eine Schraubenwellc und das Wasser drang in den Laderaum ein Die „Magellan" wurde in den Hafen von Santos geschleppt. Die Passagiere und die Besatzung sind wohlbehalten, .Ein grober Tck fees Latzung gilt M verloren, >
In London legte ein Riese nbr and ein großes Geschäftshaus in der Oglestraße, das sogen. „Oglehaus", das 150 Fuß Fassade hat, in Asche. Durch bie Arbeit mit 20 großen Dampfspritzen gelang es, das daneben stehende Hospital zu retten. Das „Oglehaus" ist total abgebrannt. 10 0 Menschen sind arbeitslos. Der Schaden ist bedeutend.
Beim Bau des neuen Pennsylvania-Bahnhofes in New - Y,o r k stürzt e ein Gerüst mit 38 Anstreichern in die Tiefe. Sechs von ihnen wurden schwer, alle anderen leichter verletzt.
handel.
Dortmund, 31. Aug. In der Gläubigerversammlung des Dortmunder Brauhauses teilte der Verwalter mit, daß die Masse etwa 330 000 Mark beträgt, die Schulden belaufen sich auf 3 567 000 Mark; darunter iy2 Millionen Mark in Gefälligkeitsakzepten, die an die Niederdeutsch c Bank gegeben sind. Davon werden 400 000 Mark ungültig sein, da die Unterschriften nicht in Ordnung kommen. Mit diesen 400 000 Mark Abzug liegen 16 Prozent, andernfalls nur etwa 12- 3 Prozent in der Masse.
Dortmund, 31. Aug. In der heute im Konkurse des Architekten Maiweg, Aufsichtsratsmitglied der Niederdeutschen Bank, anstehenden Gläubigervcrsammlung teilte der Verwalter mit, die Verbindlichkeiten beliefen sich auf i 586 000 Mark, die Aktiven hingegen auf 1793 000 Mark, so daß ein Ueberschuß von 207 000 Mark bleiben würde, wenn Maiweg der Niederdeutschen Bank gegenüber nicht Bürgschaften und Wechselverbind- lichkeiten in Höhe von 3 Millionen übernommen hätte. Der Bankier Ohm hat Maiweg stets versichert, er werde wegen dieser Verbindlichkeiten niemals in Anspruch genommen werden. Für sämtliche Bürgschaften besteht Rückbürgschaft an die erwähnte Bank, lieber die Höhe der zu erwartenden Dividende aus diesem Koir- kurse konnten noch feine genauen Angaben gemacht werden.
Märkte.
td. Gieße», 1. Sept. Der gestrige Schm ein emarkt war wiederum schwach versorgt. Ter Vorrat belief sich aus 300 bis 350 Ferkel und Läufer, es stand ihm eine stärkere Nachfrage gegenüber. Trotz etwas höherer Preise als am letzten Markt wickelte sich das Geschäft schnell und glatt ab. Erzielt wurden für das Paar Ferkel, 6—8 Wochen alt, 48—60 Mk., 10—13 Wochen alt 70 - 80^Mk., leichte Springer 90—100 Alk., schwerere Ware bis 130 N!k. Schlachtreite Schweine (sogenannte Fleischivare) werden mit 68—69 Mk., fette Tiere mit 66—67 Alk. per Zentner Schlachtgewicht offeriert. Nächster Markt 13. und 14. September, am zweiten Markttage auch Krämermarkt.
'^September-Märkte in Oberhessen und Nachbarschaft. 6. September Kirchhain und Usingen, 13. Driedorf, 13. und 14. Gießen, 14. Homberg, 15. Butzbach, 20. Gedern und Kirchhain, 20. und 21. Ulrichstein, 21. Wetzlar, 22. Weilmünster, 27. Laubach, Dreihausen und Marburg, 27. und 28. Gießen, 28. Alsfeld und Friedberg, 29. Fulda und Marburg, 3 >. Gladenbach.
L. Friedberg, 31. Aug. Ter heutige Markt war mit Schweinen recht gut befahren, an 1300 Stück waren auf- getrieben. Während der Augustmarkt sonst zu den besten des Jahres zählt, war der Handel diesmal flau. Es fehlte an Käufern, infolgedessen gingen die Preise zurück. Tas Faulen der Kartoffeln schreckt die Landwirte vor dem Aufziehen der Ferkel zurück. Tas Paar ivurde mit 40, 48, auch 50 Mk. bezahlt, Einleger kamen höher, 60 und 70 Mk. das Paar. Viele Tiere gingen ungekauft wieder zurück.
Limburg a. d. Lahn, 31. Aug. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,10 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorte) 16,65 Mk., Korn 10,65 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 'Ulf., Braugerste 00,00 Mk., Hafer, alter, 7,50 Mk., neuer 7,00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln, neue, 6,00-0,00 Mk.
fc. Frankfurt a.M. Viehhof-Marktbericht vom 1. Sept. Auftrieb: Ochsen 27, Bullen 2, Kühe 92, Kälber 747, Schafe 103, Schweine 747, Ziegen 4.
Tendenz: Kälber bei lebhaftem, Schafe bei ruhigem Geschäft ganz geräumt, Schweine mäßig rege, nahezu geräumt.
Preis pro 100Pfd. Lebend- Schlacht
gewicht
Kälber. , Mk. ~ Mk.
Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber 60—64 100—10t
Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... 55—59 92 — 98
Geringere Saugkälber . . 53—54 89—91
Schaf e.
Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 37—00 78—00
Aeltere Masthammel und gut genährte Schafe 31—00 75—00
Schweine.
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 56.00—57.00 70.00—71.00
Vollfleischige Schweine über 2*/, Zentner
LebendgewiM 56.00-57.50 70.00-73.00
Fettschweme itoev 3 Ztr.Lebendgeiv. . 56.00—57.50 72.00—74.0g
Fleischige Schweine 56.00—57.00 72.00—73.00
Uirehliche Nachrichten
Israelitische ßehgionsgemcinOe.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag den 3. September 1910:
Vorabend: 6.45 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr.
Nachmittags: 4.00 Uhr. Schrifterklärung.
Sabbatausgang: 7.55 Uhr.
Israelitische tteligionsgeseüschast.
Gottesdienst.
Sabbatfeier am 3. September 1910:
Freitag abend 6.40 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 7.55 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr, abends 6.30 Uhr.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Aug. Sept.
1910
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur bei Luit
Absolute Feuchtigkeit
Relative fteucbtiafeit
Windrichtung ___i
Windstärke I
(Brob bei BetJÖIhung in gehnrel der fichlb tzimmelsfl.
Wetter
31.1 2”
752,9
17,8
10,7
70
W
4
10
Bed. Himmel
31.; ö’6
753,2
15,2
10,4
81
w
2
10
1?”
753,7
11,9
9,1
89
SW
2
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Beiv. Himmel
Höck Nied Nie
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ig: — 0.0 m
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30. m
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Foulard - Stä<Ie v. 95 ?f. »b
— Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster! —
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G. Henneberg, Zürich.
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En gros; Tribue & Sundheim, Giessen.
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