sckmrrswer-'. ut.v ou --bLfnaxtung des Ver-
teidigu-ngs lo m itees erreicht roirb, das volle Ermächtigung hat, sich für diesen Zirneck zu terftärfen.
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Die neuesten persischen Verwicklungen.
Wir haben gestern berichtet, aus welchen Gründen der persische Minister der auswär igen Angelegenheiten seinen -Abschied nehmen muhte. Welche Verstimmung gegenwärtig bei den Persern gegen Rußland herrscht, gel)t auch aus den neuen Nachrichten über die bereits gemeldete Flucht Rakhim Khans hervor.
Aus Teheran wird der „Daily News" gemeldet, daß der notorische Brigant, Rakhirn Khan, der vor kurzem von persischen Regierungstruppen geschlagen wurde, die russische Grenze überschritten hat und mit hundert Familien seines Stammes in Elisabethpol eingetroffen ist. Diese Nachricht hat in Persien die größte Aus regung verursacht, da der Baigant sich durch seine Gran f am feit und seine Plünderungen in Persien allgemein v c r- haßt gemacht Hal. Es war verlautet, daß die r u s s i s ch c Regierung versprochen harte, ihm ihren Schuh nicyt angedeihen zu lassen, und dieser neue Akt unfreundlicher Handlungsweise seitens der Russen wird in Persien im höchsten Maße übel genommen. Die russische Garantie, die im Verein mit England zur Aufrechterhaltung der Ordnung in Persien gegeben wurde, ist somit zur Farce geworden, da andere Stämme jetzt glauben werden, daß sie ungestraft Plünderungen vornehmen und nachher auf russischem Territorium Schutz suchen können.
Aus Bereit.
Am Dienstag sand in Nidda eine vom „liberalen Verein für Nidda und Umgebung" (linksliberalen Verein) einberufene Volksversammlung statt, in der Parteisekretär Nuschke von Berlin die sogenannte Reichssinanzresorm, dir hessische und die preußische Wahlrechtsvorlage, sowi^ den Fall ^Oldenburg" besprach. Die Versammlung nahm folgende vom Vorsitzenden vorgeschlagene Entschließung ohne Erörterung einstimmig an:
„Die Versaminlmig oroteliiert mit aller Entschiedenheit gegen die Einiügung des Plnralwablrechts für Wähler über 50 Jahren in die Wahlrechtsvorlage Sie e>achtet die Verleibung de? Alehr- slimmrechls an einen Teil der Wählerschaft als eine Herabwürdigung der übrigen Wähler zu Bürgern ziveiier Klasse und iordert demgemäß den Landtag und die Regierung auf. dem Pluralwahlrecht die Zustimmung zu versagen. Die Ver- fammlimg sorderi nach wie vor das von allen Verschlechterungen der verwssungsinäßrgen Grundlagen sreigehaltene allgemeine, gleiche geheime und direkte Wahlrecht für die Hessische Zweite Kammer."
Deutsches Reich.
Bei der ersten Lesung der preußischen Wahl- rechtsvorlage am Donnerstag wird zu Beginn der Sitzung Ministerpräsident v. Bethmann-Holl w e g dos Wort zur Begründung der Wahlrechtsvorlage ergreifen und sich u. a. auch ausführlich über die Gründe der Beibehaltung der öffentlichen Wahl auslassen. Der Ministerpräsident wird die Erklärung abgeben, .drß die Regierung das Zugeständnis, die geheime Wahl einzufüchreu, nicht machen könne.
Eine Denkschrift, betreffend die in der Zeit vom 1. April 1907 bis 31. März 1909 erfolgten Bauausführungen an denjenigen Wasserstraßen, über deren Regulierung dem preußischen Landtage besondere Vorlagen gemacht worden sind, ist dem preußischen "Landtage ^.gegangen. Dia Regulierungsarbeiten an den größeren deutschen Strömen sind nach den s. Zt. gemachten Vorlagen beendet worden. Die Fahre 1907 und 1908 waren für den Fortgang der Bauten, für die weitere Entwickelung des Schisffahr tsverlehrs nicht durchweg günstig, namentlich am Rhein, an der Weser, der Elbe und Saale traten besonders in den Spätsonnner- und Herbstmonateu längere Zeit sehr niedrige, die Schiffahrt hindernde Wasferstände ein, »nährend die östlichen Ströme weniger unter Wassermangel zu leiden hatten. Eine weitere und zum Teil erhebliche Steigerung des Güterverkehrs ist nur auf dem Rhein und auf dem Dortmund- Ems-Kanal eingetreten, auf den übrigen Wasserstraßen ist infolge ungünstiger Wasserstände ein Rückgang ztt verzeichnen, der wohl auch auf die allgemeine ungünstige Geschäftslage zurückzuführen ist. Die ausgesührten Strom- arbeiten haben fast überall den gewünschten Erfolg gehabt und die Stromverhältnisse verbessert.
Bei den Hamburger Stichwahlen zu den allgemeinen Bürgerschaftswahlen wurden am Dienstag in den Drei Landbezirten die Kandidaten der vereinigten Liberalen mit großer Mehrheit gewählt, so daß nunmehr die vereinigten Liberalen vier Sitze, die Rechte einen und die Linke einen Sitz gewannen, während die Sozialdemokraten einen und das linke Zentrum fünf Sitze verlieren.
Im Weimarer Landtage erklärte der Departementchef Dr. Paulsen in Erwiderung auf eine Anfrage über die Haltung der weimarischen Regierung in der Frage der Schiffahrtsabgaben, daß an dieser Vorlage, wie sie jetzt vorliege, keinerlei Anstoß mehr genommen werben könne, da sie lediglich eine Verbesserung der Wasserverkehrswege durch Beiträge der Interessenten bezwecke und im übrigen in großzügiger Weise eine, einheitliche Gestaltung auf wasserwirtschaftlichem Gebiete erstrebe. Die großherzog liche Staatsregierung habe es daher für ihre Pflicht gehalten, Preußen bei seinem Vorgehen zu unterstützen.
Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Lehr er i n n e n v e r e i n s veröffentlicht folgende Ertlä- rung:
Aus den Kreisen des Verbandes der Philologen an öffentlichen höheren Mädchenschulen Preußens ist eine Petition an Abgeordnetenhaus und Herrenhaus hervorgegangen, die den formellen Ausschluß der Frauen von der Leitung öffentlicher Mädchenschulen, in erster Linie höherer Mädchenschulen, frum Zweck hat Der Allgemeine Deutsche Lehrerinnenverein spricht sein lebhaftes Bedauern aus, daß durch diese Aktion, die scher den Rahmen berechtigter Interessenvertretung hinausgeht, der gemeinsamen Arbeit der Lehrer und Lehrerinnen an der höheren Mädchenschule auf der Grundlage der gegebenen Reform ein neues Hemmnis in den Weg gelegt ist. Nach Ansicht derjenigen Organisationen, die in ihrer Gesamtheit die Sache der höheren Mädchenschule und ihres Lehrkörpers vertreten, erfordert das Interesse der höheren Mädchenschule sowohl wie der gesamten Fraucnbildung, daß die Auswahl der Persönlichkeiten für die Leitung ohne Rücksicht auf das Geschlecht, nur nach Maßgabe individueller Geeignetheit erfolgt. Jede Einschränkung dieses allein sachlichen Maßstabes müssen wir als eine Schädigung der höheren Mädchenschule und ihres Lehrkörpers ablehnen.
rlnslLAtt-.
Der Verband der deutschen Land tagdabgeorbneten ftr Prag erließ nad- der Vertagung das Landtages eine Kundgebung an die Deutsck.eir Böhmens, in ber es heißt, i> ij alle Deutschen danach streben, daß. di. verworrenen nationalen Verhältnisse rm Lande und auch im Reiche eine baucnibe Ordnung erführen und
daß, im Hinblick aus bft? hohe Ziel Opfer gebracht werden müßten. Die Kundgebung schließt rnst den Worten: ,^Fn unserem Rechte liegt unsere Kraft."
Aus London verlautet: Es besteht Grund zu der Annahme, das. int Unterhaus nach Erledigung der Adresse auf die Thronrede mit Rücksickn auf die Geldbedürfnisse der Regierung das Budget sofort wieder eingebracht wird.
Nach einer Meldung aus H e l s i n g f o r s erhielten bis Dienst lag nachmittag bei den Wahlen die Sozialdemokraten 871887 Stimmen, die Akt sinnen 153 692 Stimmen, die Jungfinnen 95920, die schwedische Vollspartei 92 809, die Agrarier 50 584 und die äwistlich-soziale Arbeiterpartei 12 810. Die Altfinnen verloren vier Attmdate, die christlich-soziale Arbeiterpartei eines, die schwe- dißche Vell'svartei gewann ein, die Sozialdemokraten zwei und die Agrarier drei Marldatc.
Aus Stockholm wird gemeldet: Der Krankenbericht vom Dienstag obend lautet: Der König hatte einen ziemlich ruhigen Tag unb etwas Schlaf. Schmerzstillende Mittel sind nicht not- ivenb'ig. Der Puls ist 56, die Temperatur 38,2. Tas Allgemein- bcfiiibeit ist befriedigend. Die Königin reifte von Karlsruhe nach Stockholm ab.
Aus A t he n wird gemeldet: Ein allgemeiner Straferlaß, der die Offiziere der Marine umfaßt, die an der Belregung vom 29. November vorigen Jahres teilgenommen haben, ist unterzeichnet -oder wird anttlich besannt gemacht. Die begnadigten Offiziere, die auf drei Jahre Urlaub nach dem Ausland nahmen, find entlassen nrorben und ab gereist.
21 us Stadt und (a«S
Gießen, 9. Februar 1910.
Fastnacht.
Nur wie ein sanftes Plätschern verebbt hier bei uns die Flut der karnevalistischen Fessellosigkeit, die im Rheinland drei Tage lang, ja von Neujahr ab, in hochgehenden Wogen dahinrauscht. Hier sind dem tollen Prinzen nur ein paar kurze Stunden vergönnt, und auch da kommt es nicht zu einer wirklichen, schrankenlosen Faschingslust voll fröhlichen Humors. Zwar herrschte in den Nachmittagsstunden ein reges Leben und Treibest aus dem Seltersweg, aber es waren in dem manchmal beängstigenden Gewühl verhältnismäßig nur wenig Masken zu sehen. Am bemerkenswertesten war vielleicht noch ein gestiefelter Kater, ein Kinderwagen nach dem System Zeppelins, Cook und einige allgemeine Masken. Mit eintretender Dunkelheit zog sich das farbenfrohe Leben in die Wirtschaften, wo es mitunter recht hoch ber ging; in manchen war kaum noch ein Plätzchen zu finden, und wenn etwas besonderes „tos" in ar, bann waren es einige Studenten, die sich zu frohem Wirken zusammengetan hatten.
Luftschlangen fliegen, Konfetti rieselt .... junge Schönen kichern .... fröhliche Worte schwirren und darüber hin Hingen die Töne eines Walzers durch das unw bestimmbare Rauschen der Stimmen. Konfetti, bunte Blättchen, die wie frohe, lichte Gedanken sind, rieselt und rieselt . . . Heinerle, Heinerle, hab kein Geld säuselts dazwischen, die ganze Nacht durch. Langsam drehen sich die Paare, die Lcnnpen glühen in strahlender Helle, auf den Tischen häufen sich die buntverkapjelten Flaschen, Sekt spritzt duftend zur Decke und schäumt in die Gläser, die lieblich tönen wie reiner Kristall. . .
Leise, ganz leise
Klingts durch bau Raum, Liebliche Weise, Walz erträum . . .
Konfetti rieselt darüber hin, aus lachenden Mdchenköpfen glühen schalkhaft frohe Augen . . . und ein Hauch ist in der Lust von seliger, sonniger Freude. Karneval.
Heute liegen die bunten Papierschnitzelchen achtlos auf dem Boden, in den Bäumen wehen noch einige farbige Fetzen . . . von gestern. Es. ist schon wieder vorbei und achtlose Fuße schreiten über die bunten Flitterchen, die Speiche, warme Hände fröhlich gestrudelt haben. Einsam zieht ein Pierrot seines Weges, die Larve hängt ihm um den Hals, er ist müde, aber leise wispert er das Lied vom Walzertraum vor sich hin leise, ganz leise klingts durch den Raum . . .
An der Straßenecke steht ein großer schwarzer Kater und biufelt Aschermittwoch. -h.
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* * Tageskalender für Mittwoch, 9. Febr. Stadt- theater: „Renaijsance".* Anfang 7 Uhr.
L. U. Landes Universität An der Ludwigs- Universität zu Gießen wurde die venia, legendi für das Fach des Alten TefiamentS dem Oberlehrer am Gymnasium zu Gießen Lio. theol. Dr. phil. August Freiherr von Gall erteilt. — Für das Fach der Chirurgie erhielt die venia legendi derr Assistenzarzt an der chirurgischen Klinik Dr. Anton Thies, desien Habilitationsschrlft den Titel trägt: „Studie über die Infusion physiologischer Salzlösungen".
• • Der Historische Verein für das Großherzog- tum Hessen veranstaltet seine 5. Monatsversammlung am Mittwoch, 16. Febr., zu Darmstadt. Die Tagesordnung enthält eine Ansprache de§ Vereinspräsideuten: „Aus den» Leben des Historischen Vereins in den letzten 25 Jahren" und einen Vortrag von Prof. Dr. K. Bader, Bibliothekar bei der Hofbibliothek: „Zeichen und Wunder; Beitrage zur Geistesgeschichte, vornehmlich des 17. Jahrhunderts". Nach dem Vortrag findet zum Gedächtnis der vor 75 Jahren, 18. Februar 1835, erfolgten Gründung des Vereins ein Essen statt.
— PsarrPersonalien. Der Großherzog hat den' Pfarrer Emil Grünewald zu Badenheim die evang. Psarrstelle zu Sprendlingen lDek. Wöllstein) übertragen und den von dein Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die zweite evang. Pfarrstelle zu Beerfelden (Dek. Erbach), präsentierten Pfarrverwalter Karl Wahl daselbst bestätigt
• • Gerichtspersostalien. Ernannt wurden der Aktuariatsasfistent bei dem Amtsgericht Alzey Lndw. Büttel • um Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Seligenstadt and der Aktnariatsassistent bei dem Amtsgericht Seligenstadt Job. Heckmann zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Ober-Ingelheim.
•• lieber „Das Christentum bei den Naturvölkern" wird, wie man uns schreibt, am Donnerstag, 17. Februar, Missionar Gsell, der längere Jahre auf der Goldküste tätig war, in dem großen Hörsaal der Universität einen Vortrag halten. Diele Frage ist für Deutschland, dessen Kolonien sämtlich von Natnrvölkern bewohnt »verden, von der allergrößten Bedeut»ing für die Zukunft. Einerseits können wir als Christen nur dann mit gutem Gewissen die Hand aus jene Gebiete und ihre Bevölkerung legen, wenn mir uns bewußt sind, daß wir ihnen die Anfwärtsentwicklung zu einer höhere»» Stufe der Gesittling bringen und wenn wir Darin in vollem Maße unsere Pflicht und Schuldigkeit tun.
Andererseits dürfen auch keine übereilten Schritte gela werden; alle?, was wir jenen Völkern bringen, muß ou wirklich ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen angemessen fei’: Von Herrn Missionar Gsell, einem genauen Kenner, bürfet wir aus den Erfahrungen, die er auf der Goldküste gemadt hat, eine zuverlässige Antwort auf diese Fragen erwarte:. Er »uirb seinen Vortrag auch durch ausgezeichnete Lichtbilder, die er selbst an Ort und Stelle ausgenommen hci unterstützen.
** 93om Stadttheater wird uns geschrieben: A zahlreiche Anfragen sei mitgeteilt, daß am nächsten Sonntcg nachmittags zum 10. Male „Der fidele Bauer", abents „No rneo und Julia" gegeben werden. Für Dienstcn, 15. Februar, ist die Premiere von Sudermanns „©tränt- Einber" angesetzt.
•* Unfall. Beim Jastnachtstrubel fam; gestern nachmittag am Kreuzplatz ein fünfjähriger Junge unter einen Wagen der Straßenbahn. Zum Glück erlitt er nur leichte Verletzungen und konnte seiner Mutter zugeführt werden, nachdem ih»n von Mannschaften der Sanitätskolonne ein Vec band angelegt worden war.
** Der Gießener Lesehalle-Verein entfaltet sein Wirksamkeit unter recht schwierigen äußeren Verhältnissen, roc? halb er jederzeit dringend der Hilse bedarf, um seinen Büchn bestand ergänzen zu können. Wer zur Unterstützung seiner Br strebungen beiträgt, der fördert eine gute Sache, Hilst der gt sellschafttichen Zerklüftung steuern und den breiten Volksschichic: edle Genüsse vermitteln. Nun veranstaltet der Akademische Tiner bund am 17. Februar einen Rczitationsabend von Frau 2 Bering (Socarng dessen Reinertrag der Lesehalle ;.ugut kommen soll. Zur Vorlesung werden Werke von Heinrich von Stein, dein bekannten Freund und Schüler Richard Woz ners, gelangen. Hofsentlich wird die Veranstattnng wegen ihri- gemeinnützigen Zwecks recht zahlreich besucht.
= Leihgestern, 8. Febr. Ein Fund ans ber fr an kischen Zeit wurde bei den Feldbereinigungsarbesteii gemacht, ein fast drei Meter langer Sarg von Eichen brettern, der gut erhaltene Skeletteile, Waffen un? andere Beigaben enthält. Der Fund ist in bas Meßen? Museum gekommen.
„h" Garbenteich, 8. Febr. Durch bie Aufmerksamkeit des Haltepunktwärters G a st hier wurde gestern abem ein größeres Eisenbahnunglück verhütet, .stürz voc Eintreffen des hier 10.36 Uhr fälligen Personenzuge: Gelnhansen-Gießen bemerkte Gast ungefähr 130 Meter nom Stakionshause entfernt auf dem Geleise ein verdächtige: Geräusch. Er eilte auf dasselbe LU und sand hier den bi trunkenen Knecht von Dorfgill, der »nit seinem mit zwei Pferden bespannten Wagen mitten auf dem Gleise in der Richtung nach Gießen hielt. Gast holte sofort Hilse herbei. Die Pferde svurden ausgefpannt, die Milchkanne: vom Wagen geworfen und dieser um gestürzt, da zum 9tUd< wärtsschieben deS Magens nicht mehr Zeit genug war. weil mittlerweile der Personenzug herankam.
= Ober-Erlenbach, 8. Febr. Ein Gedenkstein für die Feldzugsteilnehmer von 1870/71 ivurde am Sonntag hier eingewecht. An der Spitze des Festzugs marschierten die Veteranen, es folgten sämtliche hiesigen Vereine und Deputationen der Kriegervereine des BezirSs Vilbel. Am Friedhof fand die Feier statt, bie Präsident Brennemann eröffnete. Tie Festrede hielt Pfarrer Kling, und Bezirks Vorsteher Will- Rendel brachte bei Hoch auf Kviser und Großherzog ans, die Gesangvereme trugen Festchöre vor. Bei Gastwirt Rupp fand eine I feier statt. Die Kameraden Will, Dirlam und Mohr hielten dabei Ansprachen. Der Gedenkstein trägt bie Namen von 24 Kriegsteilnehmern.
fc. Nied er-Florstadt, 7. Febr. Bei großer '3c tciligung wurde gestern bie Leiche bes ältesten Bürger bes Ortes, des Metzgermeisters Phil, stark Musch, v Grabe getragen. Der Verstorbene hatte ein Alter von 88 Jahren erreicht und genoß weit und breit großes Aii sehen. Er war 27 Jahre lang Beigeordneter und Mitglied des Kirchenvorstandes, Ehrenämter, bie er infolge bes Alter vor mehreren Jahren nieberlegte.
^Marburg, 8. Febr. Tic Meininger Ho fkapel.-c ist auch in diesem Winter wieder vom M a r I) u r g c r K onzc rt Verein für drei aufeiuanderfolgende Konzerte gciüimnenjui>rD.r die kommenden Samstag und Sonntag stattfinden. Am ramcir abend ist das 1. Symphonie-Konzert; das Prograinm enthält: Ssg nci-, Faust-Ouvertüre, Vollmann, St reicher-Seren ade: Bergi Variationen und Fuge, Brahms 2. Symphonie. Sonittag tnnnutn findet in der Universitäts-Aula die KaMmernmsil-Matmee die wieder schmer ausführbare Werke bringen wird. Tas F.'reil n Quintett von Schubert (Klavier: Professor Berger) imb i't Septett von Beethoven. Tas letzte (populäre) Symphonie-Kim.^r- ist dieiesmal auf nachmittag angesetzt, um den Via en au^märnpu Kon-ertbesuckern die Heimkehr bequem zu ermöglichen. Für lü Konzert ist ein besonders prächtiges Programm gewählt, uümlrP B.ctl'oven, 7. Symphonie, Tschailowsly, Romeo und Julia, Eng Peer Gynt-Suite I., Weber, Freischü^O»werUtte.
s. M a r b u r g , 8. Febr. Der heutige F a stnacktsdie n 1 t a g brachte unserer Stadt einen regen Verkehr. In den Mvrg«> stunden tauchten hier und da einzelne Aiaskicrtc auf, m lt Mittagsstunden bis gegen Abend jedoch bewegten sich riefe Hundar in allerhand Kostüme gehüllte Männlein und WciblefN in i« mit dichten Menschenmassen belebten Straßen. In ber Haupual' waren es nattirlich Studenten, die sich an. dem lustigen Faichmss ftiort beteiligten. Der Haupttrubel herrschte in den engen ^traf.r der Altstadt und auf dem Marktplatz. Hier stockte mehrere -tiinc:r lang saft jeglicher Verkehr. Aus der ganvn Umgegend, brimist-’ ans den ländlichen Ortschaften, waren zahlreick>e Neugierige pr beigeeilt, um ,'ich an den humoristischen Aufzugen und dem luition Strascnleben zu ergötzen. In den besonders von den ^tudenin besuchteii Lokalen dauerte der stuchk-ftöhlichc Betrieb bis SJa in die RmÄ hinein.
w. Frankfurt a. M., 8. Febr. In ber heulich" St abtverorbneten-Sitzung führte ber Antrag auf r will,gung von 45 000 Mk. zum Ankauf einer Sammluü Höchster Porzellan zu langen Erörterungen; die schlußsafiung würbe schließlich vertagt. Zur Stiftung eivZ Ehrenpreises für ben Rennklub wurden wiederum 5000 Ja bewilligt, obwohl Herabsetzung, dezw. Streichung be§ Betrao^ beantragt worben war.
X. Groß-Aübeim, 8. Febr. Ein großes Ba >- ungluck ereignete sich heute nachmittag bei bem 9icu >> der evang. Kirche. Als an einem Eckgiebel der ^>ch u»- stein eingefügt »verden foQte, stürzte die Giebelwano a1 sanirnen und begrub vier Maure r unter ihren Trummen. Einer von ihnen, der Maurer Konrad Schneider aus Langes felbolb, war sofort tot, zivei andere, Edmund Schilling a Altenrnittlau und Fritz Rack aus Langenselbold, ein 1 leichtere Verletzungen, »vährend ber Matzrer Fritz Ungcnu 1 ans Lcmgenselbolb lebensgefährliche Verletzungen davon • Jedenfalls hat die feuchte Witterung der letzten L.age Unglück verschuldet. Die Kirche wird vornehmlich - Mitteln des Gustav-Abols-VereinS errichtet. Auch


