Ausgabe 
8.10.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

und Tanz, ab.

I tir

I

ioe do

eil

Al gt <ui bt

fti cit

I. Im Kampfe um das Gemeindewahlrecht der Frau sind zu dessen Gunsten hauptsächlich drei Argumente ins Feld zu führen:

1. die zunehmende Teilnahme der Frauen an der nationalen Arbeitsleistung;

2. die günstigen Erfahrungen, die in außerdeutschen Staaten mit dem Gemeindewahlrecht der Frau gemacht sind;

3. die Tatsache, daß ein beschränktes Frauenwahlrecht in einer großen Anzahl deutscher Einzelstaaten für Stadt- und Land­gemeinden bereits besteht, das Recht also kein absolutes Novum dar stellt.

Vor jeder Abänderung der Gemeinde- oder Städteordnungen im Deutschen Reiche ist unter Hinweis auf diese Gründe bei den Einzellandtagen um die Erlangung des Gemeindewahlrechts zu petitionieren.

Da der Zug nicht sofort hielt, geriet Wagner unter den Zug, glücklicherweise zwischen die Räder. Böß hatte die Geizes.

Kinematograph: Neuer Spielplan, Biograph: Neuer Spielplan.

Kolosseum: Spezialitäten-Borstellung.

3. durch Uebernahme und gewissenhafte Ausfüllung ehren­amtlicher und besoldeter Gemeindeämter durch Frauen, die gewillt sind, durch ihre Arbeit zu beweisen, daß die Frau zur Ausübung von Pflichten und Rechten innerhalb der Gemeinde befähigt und reif ist.

Auch die Leitsätze von Frau Alice Bensheimer wurden angenommen. Die Thesen lauten:

I. Wo immer die Mitarbeit der Frau in der Gemeinde sich durchgesetzt hat, ist sie ein wertvoller Faktor der Selbstverwal­tung geworden.

II. Die Verwaltung einer Gemeinde soll Sachkunde und Arbeitskraft der Einwohnerschaft nach Möglichkeit verwerten. Da die Einwohnerschaft sich aus Männern und Frauen zu­sammensetzt, darf die Mitarbeit der Frauen nicht länger aus- geschaltet bleiben. Es gilt darum, der weiblichen Eigenart mr allen Gebieten der Säbstverwaltung Geltung zu verschaffen.

III. Daher ist die Aenderung von Landesgesetzen und Orts- ftatuten überall da anzuregen, w odiese die Mitwirkung der Frauen in der Gemeindeverwaltung einstweilen noch aus­schließen.

. IV. Die organisierte Frauenbewegung hat zunächst energisch emzutreten für die Zuwahl von Frauen als stimmberechtigte Mitglieder in allen städtischen Kommissionen, insbesondere in die Kommissionen für Armen- und Waisenpslege, für das Wohnungswesen und für die kommunale Schulverwaltung, der Frauen und Lehrerinnen angehören sollten.

gegenwart, sich an einen Buffer des Eisenbahnwagens anzuklammern, wurde etwas geschleift, kam aber mit einigen leichten Beulen davon. Böß und andere

Annerod, 7. Okt. Sonntag, 9. Oktober hält ber hiesige T urnverei n Gut Heil sein diesjähriges Ablurnen, vormittags Wetturnen, mittags Schauturnen, abends Pyra.' miden mit Belustigung und Tanz, ab.

die Frau beinahe überall ausgeschlossen, obschon für den objeltiom SJÄ m den VerwaltAngskörxern der Mädchen, schulen die ausschlaggebende Stimme haben sollten. Die deutschen aiiuno^-" stellen sich gan» verschieden zu der Frage der Zu" .miung von Frauen zur Schulverwaltung; am fortschrittlichsten Läd°örL'° bei der Armenpflege Baden, dessen zuküZige obliaatorisk^"^ Do? #raucn diese Kommissionen

tunX^ ^reuhen ermöglicht das Schttlunterhal- bensÄiJ'W 'M8 die Zulassung oon Lehrerinnen kw Äunc\unb dre von Frauen zu den Schick- kommissionen, Nichr zumher wichtig ist d.ie Verwerfung vou

Zeugen des Vorfalles behaupten, eS sei, entgegen der Vorschrift, nicht geläutet worden und auch der Wagen des Zuges sei nicht beleuchtet gewesen. Diese Angaben werden von dem Bahnpersonal bestritten. Die Klagen über die Art und Werse, wie an der gesahr. lichen Straßenkreuzung, die weder Schranken noch sonstige Vorsichtsmaßregeln ausweist, der Bahn­betrieb gehandhabt wurde, sind übrigens ganz allgemein.

/^Butzbach, 7. Okt. Hier gründete eine Anzahl Beamter einen Konsumverein unter dem NamenWirt­schaftliche Selbsthilfe". Es soll eine eigene Verkaufsstelle eingerichtet werden.

Bad-Nauheim, 7. Okt. Bis zum 6. Okt. sind, 326 89 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 1980 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 6. Oktober 428 264 abgegeben.

Mordete .König Karl I. war, To daß, da König Manuel«Frauen in der Wohnnngspflege. Nur 8 Städte haben bis jeN ebenso wie der Bruder Karls I., Prinz Alfons, unvernrählt Frauen xu diesem Amte zugezogen: Bielefeld, Worms-Stadt und ist, dieser Zweig des Hauses Braganza nur auf vier Augen Worms-^and, Offenbach, Mannheim, Nürnberg, Regensburg, steht, und damit Prinz Miguel aus der brasilianischen Linie Straßburg und Charlottenburg. Die Frauenforderungen wollen der nächste Anwärter auf den portugiesischen Königsthron ^Mitarbeit ber Geschlechtgenossinnen -uf allen Gebieten kam- wäre - wenn es nach den Lissaboner Ereignissen über-

Ijoupt noc£) möglich ist, baS Haus Braganza vor dem Gpl roie wir sie jetzt inA? deutschen Städten mit verschiedenartigen fru retten. Aufgaben haben. Nicht um mitzu herrsch en, sondern zunächst um

- ~ .. .--- mitzudienen wollen die Frauen eingereiht werden in den Dienst

Veutsches chrer Vaterstadt. Vorerst müssen sie jede Möglichkeit der Mit-

Der Berliner Magistrat beschloß, vorbehaltlich nbeiterschaft.ausnutzen: sie sollen neue Werte für den Haushalt der ber Zustimmung der Stadtverordneteirversammlung, dem ^gen. Dann wird und muß die Zeck kommen, in der

ben

"'Ä'Wt^L Metallarbeiter kn St ettin stngeLmm: von Dr. Altmann^ottheiner wurden

nahmen die Hamburger Einigungsvorschläge an und be­stimmten die Wiederaufnahme der Arbeit:.

Zu Beginn der Vollversammlung des Deuts chenKo- lonralkongresses am Freitag teilte der Präsident, Herzog Albrecht zu Mecklenburg, folgendes Antwort­telegramm des Kaisers mit:

Cadinen, 6. Okt. Ich habe mich über die fteundliche Be­grüßung des dritten deutschen Kolonialkongresses sehr gefreut und bitte Eure Hoheck, allen Teilnehmern meinen wärmsten Dank äuszusprechen. Ich werde die treue Mckarbeit der beteiligten Vereine und Jnstitttte an dem Ausbau unb der Förderung der deutschen Kolonien auch ferner mit meinem lebhaften Interesse begleiten.

irr in

8« j( m DI

II. Ferner ist der Einführung des Gemeindewahlrechts der Frau vorzuarbecken:

1. durch Eingaben um Umrvandlung des heutigen, meist durch Stellvertreter auszuübenden Gemcindewahlrechts in ein per­sönliches Wahlrecht der Frau;

2. durch eine planmäßige Agitation der Frauenvereine über ganz Deutschland zu dem Zwecke, einen möglichst hohen Prozentsatz der berecks im Besitz des Gemeindewahlrechts befindlichen Frauen zu dessen Ausübung zu veranlassen;

lieber Lraugllngsernährung wird künftig an ledem Freitag nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr in der Milch, küche unentgeltlicher ärztlicher Rat erteilt.

n4.?l,ei"^lnben' 7. Oft. Eme gute Einnahme- quelle bildet für unsere Gemeinde die noch verhältnismäßig junge Obstbaumanlage an der Lützellinder Straße. Zn diesem Jahre war dre Obiiecnte sehr retchlich, die Einnahme der Gemelttdekaiie betrug rund 900 Mark.

Grün berg, 7. Oktober. Heute fand wegen des gestrigen Unfal les gerichtlicher Augenschein auf dem Bahn, körper der ButzbachGrünberger Strecke statt. Der Wagen, r? ein sogenanntes Gig, des verunglückten Ehr. Wagner ist M vollständig zertrümmert, das Pferd blieb unverletzt. Wagner saß im Augenblick des Zusammenstoßes noch S Metzgermeister Karl Böß von hier. Das Gig wurde zer. ii drückt und ein Stück vor dem Zuge hergeschleist. Wagner PP geriet unter die Trümmer, wurde mitgeschleift, wobei ihm ein Bein zweimal und eine Rippe gebrochen wurde.

Im dichtgefüllten großen Festsaal der Stadthalle fand gestern die erste öffenckiche Ab end Versammlung statt. Fräulein Dr. Ger­trud Baumer-Berliv hiett einen Vortrag über:Die Kul­turideen an der Frauenbewegung". Sie führte aus: Die Ideen, die der Frauenbewegung zu Grunde liegen, sollten im­mer wieder hervorgehoben werden, damit das Niveau des Kampfes hoch gehalten wird, der Sphäre eines bloßen materiellen Jnter- essenkampfes stehen Männer und Frauen sich unversöhnlich vft gehässig gegenüber. Und wenn es gelingt, hinter diesem Jnter- essenkampf den Hintergrund ideeller Gemeinsamkeit zu erhal­ten, .wenn es den Frauen gelingt, zu zeigen, daß die Frauen­bewegung mir ein notwendiger Teck der Gesamtkultur unserer Zeck ist, der Kultur, für hie auch die Männer arbeiten, werden wir über diese Feindseligkeit hinauskommen können. Die Rednerin führte dann die Frauenbewegung auf die vier entscheidenden Kul­turideen des 19. Jahrhunderts, zurück. Sie geht weltanschau- ungsmäßrg hervor aus dem Gedanken der Menschenwürde, der scktlrchen Selbstbefrerung, den die idealistische deutsche Philosophie geschaffen hat, der mit Recht als der entscheidende Fortschritt der neuzecklrchen sittlichen Entwicklung angesehen werden muß ! --

Auf dre Gesellschaft gewendet, wird dieser Gedanke zu dem der 2lU$ StaOt und Lnttd.

Menschenrechte zu dem einer auf die Freiheit des Einzelnen Gießen 8 Oktober 1910

verbürgenden Geiellichaftsordnung. Dreien beiden Ideen stehen " T o -s k n r p » h , r " r» ° o nl

Swer andere gegenüber: die der Persönlichkeit, der Jnöckidualität normittan U M ? a!u r9* Stober,

als der bewußten geistigen Einheck des Menschen und der Ge- \hmoa pIan: L iellschaft als einer auf organischem In ecki and ergreifen aller vor- ? L snr >D?er

handenen Interessen beruhenden Gemeinschaft. In diesen vier I -° ?rc* m ®t(eitun9 aus der

zusammenfassenden Gedanken beruht die geistige Grundlage aller streich "von Machls V°U ^Q9ner* 4 Tscherkessischer Zapfen­einzelnen Forderungen der FraueTcheweauna Und nur menn hiea s »71 J . m <

lebendig empfunden wird, kann die Frauenbewegung als ^atf)D5 blüh? 1 abenbä 7V1 Uhr h W^CUU beC iu9e 3336111

einer großen inneren Notwendrgkeck gewinnen, die die Frau be-1 «'n n fl r t /*, Verschwender".

rechtigt zu sagen: hier stehe ich, ich kann nicht anders n » ?«aS C b § o v e 11 d) en t e br er-® ef ang-

^ic dritte Sifina der Hauptversammlung wurde heute vor- sität«aula^' 9 nac^nuttad 0 111 bcr neuen u,UDer"

mittag von Frau Forster eröffnet. Es wpird zunächst beschlossen 1 ' -

die Redezeit auf fünf Minuten zu beschränken

Frau Dr. Elisabeth.Altmann-Gottheiner sprach über das ^yema:Wie erlangen imr das Gemeindewahlrechts Drei .Argumente können, so führte sie aus, zu dessen Gunsten ins Feldi m

geführt werden: die zunehmende Tecknahme der Frau an der ^le standesamtlichen Nachrichten aus den matianalen Arbeit, d. h. die Tatsache, daß in Deutschland heute größeren Orten unseres Verbreitungsgebietes werden mehr- - £;neunrln- l -Rrlltoneu grauen im Erwerbsleben stehen, die »fachen Anregungen aus unserem Leserkreis entsvreckend van ÄtTri °6 ie,DeiS in -hn-.cher Wcise w.c die auS

gemacht worden sind, und endlich die Tatsache, daß ein allerdings ^iel3en Don uns veröffentlicht. Diese Neueinrichtung wird beschrarcktes Frauenwahlrecht in einer großen Anzahl deutscher s^r allgeineines Interesse finden und namentlich für die bneit,ä Die Geschäftswelt, wie auch ür die familiären Beziehungen von ÄÄWÄ ÄÄÄttW iC7 b-stch? d.° Absicht, V-LSchun°gm haben, hat allerdings nach außen hin erfolglos geendet aber die nt)$ roeitec auszubauen.

Vo.rlnbeit der Badischen Frauen wird nicht verloren sein Ihre *

Erfahrungen werden der deutschen Frauenwelt im weiteren Kampfe Z"r Stadtverordnetenwahr. Wegen Stellung- Pkunst, . j»1 Stadt°ero-dn-t°nw°hl °-ch°nd°It°n her

Wel^', sondern das neue Evangelckim- 6 1 1 verein am Donnerstag abend, die Orts-

Die Welt sei ihr Haus!" Dem mütterlichen Einfluß dn Frau 6 bec -oodenreforrner gestern abend sehr eingehend, mich die Welt des öffentlichen Lebens zu erschließen, das betrachtet I Angelegenheit wurde in beiden Vereinigungen streng ver- ®?Äart ^auenbewegung als die Hauptaufgabe der Frau traulich behandelt. Die Beschlüsse sollen am 10. Oktober in Frau Alice Bensheimer sprach über- Die MitarbeitD°m ^lir9crüerein nach dem Einhorn-Hotel einberufenen der Gemeinde". Sie führte ungefähr'folgendes aus- Versammlung erst bekannt gegeben werden. Auch die hie- Sn gift es Ui der Gemeinde, sich einteilen,' slgen Handwerker-Vereinigungen hielten gestern eine

b^Cfann;m^fJS «T < ab, bic allerdings

Kleinen das Große nicht vergessen. So wie in der Familie da« greisbarcS Ergebnis hatte, da die Handwerker-Vereinig- Beste und Tiefste aus der Herzenkraft der Mutter erwächst f0 unacn nld 'olc^e feinc Mittel für öffentliche Wahlen auf- ÄrSSfö fr bte fre uoch ungenutzte Kraft/die wenden können. Aus diesem Grunde wird die Handwerker- W°hl°°rb-r°itung-n weiter betreten unb in emer feit Vertrauen in die Zukunft unseres Volkes holen sollte. $ f°9 stattfindenden Besprechung über die Aufbringung

Zn 146 Städten haben die Frauen Eingang zur städtischen < 1 c unö die Kandidatenbenennung beraten. Besonders

gesundeii eine Zahl, die verschwindend klein ^9^ ^as Bauhandwerk Wert darauf, eine ausgiebige Ver- baß es in Deutschland 526 Städte tretung im Stadtvorstand zu haben 9 9

mck über 10 000 Einwohnern gibt. Es gibt kaum ein t* ru A < x . t|iU* u ou 9«oen.

Gebiet, auf dem Frauenart so fruchtbar verwettet werden könnte i,h nb e?erLQU^ Wttßbiirdermcister Schmidt wre bei der Armen- und Waisenpflege. Wie (eicht wäre es ^^d^s^^erster H o r n tauften von der Stadt den gerade rn der Waisenpflege einen Ausgleich zu schaffen- hier ^elandeblockEcke Bleich- und ^tephaustraße, auf dem fünf Waisenkinder, denen em Stück Elternliebe fehlt, - dort Fraiton, Hieul Wohnhäuser Platz finden, tzum Preise von 20 W M eme Erweiterung ihres Wirkungsgebiets wünschen. Erst ?en Quadratmeter. Dabei wurde sichergestelit, daß die amckckb nprm?nhf ,inbh frCÜ Waisenpflege ehren- ^tadt die ^tephanstraße bis an ben Ei eilbayndamm unler fr0.- eJlDanbJ'f/)bd)'0l\ bl.e ^andesgesetze nahezu überall die dem eine 4 Meter breite Unterfbiiruna für den Fußgänger- n ^rbei zulassen, entweder als Helsermneii oder als Mit- verkehr nach der Ebelstraße gevlant ist fortiiihrt

war I wur/zu bi?fer ttnie® OÄÄ behorde genehmigt. ' y

L. Friedberg, 7. Okt. Der bei einem hiesigen Kauf, mann beschäftigte ältere Gärtner Gutmann stürzte von einem ganz niederen Baum herunter, aber so unglück­lich, daß er in das Krankenhaus übergeführt wurde.

V i l l i n g e n, 8. Okt. Bei der hier am 7. Oktober vorgenommenen Bürgermeisterwahl wurde Bürger' nieifter Nühl zum zweitenmal wieder gewählt. Wahl- berechtigt waren 246 Wähler und 206 Wähler machten vorr ihrem Wahlrecht Gebrauch. Alle Stimmen vereinigten sich auf den seitherigen Bürgermeister, ein Beweis, wie sehr er sich durch seine gewiffenhaste Amtsführung da§ Vertrauen der Einwohner zu verschaffen gewußt hat.

5. Offenbach, 7. Okt. Eine von der hiesigen Lei­tung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes als Solidari­tätskundgebung zugunsten der Werftarbeiter in der Metall- Industrie auf heute abend in den SaaLbau einberufene, von etwa 1200 Arbeitern besuchte öffentliche Metall- arbeiterverfammlung nahm nach einem Bericht des Bezirksleiters Metz von Frankfurt eine Entschließung an, worin freudig Kenntnis genommen wird von der inzwischen zustande gekommenen Einigung und den von ben Werft­arbeitern erzielten Erfolgen und die dLotw endig kett des Aus­baues unb ber Stärkung der wirtschaftlichen und polck ttschen Organisation der Arbeiter betont wird. Ter Ver­sammlung gingen Straßendemonstrationen vor. aus, indem die Metallarbecker sich vor ben größerer Fabriken zu Zügen formierten unb unter Hochrufen aus die Sozialdemokracke unb Absingen bet Arbeiterrnarseillaist nach dem Versammlungslotal marschierten. Ausschreckuw gen kamen nicht vor, zumal bie Polizei die Züge üngehinbett passieren ließ. 'Der Stabtveror'dnetenwahl- kamps wurde heute abend von ber sozialdemokra« tischen Partei mit einer stark besuchten Versammlung in Bürgel eröffnet. Stabtv. Ulrich suchte bie von der gegenwärtigen bürgerlichen Mehrheck gegen bie frühen sozialbemotrattsche Mehrheit erhobenen Vorwürfe zurück- zmveisen und übte Kritik an ber Tätigkeit ber bürgerlicher Parteten, bie bei Arbeiterforberungen völlig versagten unb denen gegenüber bie Vorwürfe, bie sie in Bezug auf Finanz- Verwaltung ber Sozialbemokratie machten, in noch wett höherem Ptaße berechtigt seien.

= RobheIM a. d. Bieber, 8. Okt. Die Besucher der Landes-Odst- und Gartenbau-Ausstellung zu Frankfurt wird es interessieren, daß auf ihr auch Gleiberg unb Vetzberg im Bilde vertreten ist. Der Obst- und Gartenbauverein zu Nodheim a. d. Bieber hat nämlich ein in großem Maßstab ausgeführtes und künstlerisch gestaltetes Bild feines zu den Füßen jener Burgen schon ge» legenen Ortes als wirkungsvollen Hintergrund seiner Obst- ausstellung verwandt. Man ist verwundert, welche schönen und edlen Obstsorten als Erzeugnis des Biebertales sich dem Auge des Besuchers darbieten.

Ausland.

Aus Prag wirb gemeßen Im Ausschuß bes natio­nalen Ausgleichsausschusses erklärte ber Statt­halter Gras Coubenhove gegenüber einem entsprechenben .Anträge, daß bie Regierung unter keinen Umftänben ber Einführung bes allgemeinen gleichen Wahlrechts für ben Landtag Anstimmen könne. Dagegen könne man bei .Auf­rechterhaltung bes Kuriensystems über bie Einführung bes Proportionalwahlrechts sprechen.

.Aus Kap stabt wirb gemeldet: General Botha würbe in Losberg in bas BunbesParlament ae- wählt._________________________ ________

9. Hauptversammlung des Sundes Deutscher^ Lraueuvereine.

X Heidelberg, 7. Okt

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 7. Oktober.

Nicht rechtzeitiges Aumelden ftemd:audischer Arbeiter brachte dem Betriebsleiter eines Tonwerks R. G. zu L e i h g e st e r rt einen Strafbefehl über 12 Mk. ein. Nach einer Verordnung des Krersamts soll schon vor dem Eintreffen von ausländischen Av> beitern wegen der Gefahr der Verbreitung von Blattern bezw. der ägyptischen Augenekrankheck, spätestens aber 24 Stunden nach ihrer Ankunft der Ortspolizeibehörde Mitteckung gemacht werden. Am 17. Aprck find bei dem Angellagten 32 galizische Arbeit« eingetroffen, die am 27. noch nicht untersucht waren, weshalb durch bie Gendarmerie Anzeige erfolgte. Der Angeklagte erhob Widerspruch, da er tote sein Chef der Ansicht gewesen sei, bet Impfzwang hätte sich auf 1907 und 1908 beschränkt. Ferner wandte er ein, eine Beftrafung könne nicht eintreten, da die Verordnung nicht ortsüblich publiziert worden sei. Gemäß Art. 78 Ab!. 3 der Kreis und Provinzialordnung erfolgte die Verkün" dlgung m dem Kr-Isblatt. Diese Veröffentlichung ist m-bgebcnd ur da- Jnkraittreten der Verordnung ohne Rücksicht darauf, ob te auch durch die Ortsschelle bekamrt gemacht worden ist. Der Angeklagte legte Berufung ein, indem er vorbrachte, er sei bc* trebt getocfcn, den gesetzlichen Bestimmungen nachzuleben' fein Ghcf habe ihn m der Annahme bestärkt, daß die fragliche Ver­ordnung aufgehoben sei. Auf den Mangel der Rechtsgültigkeit kam er mcht mehr zurück. Die Strafkammer hielt zum mindest« eme fahrlaftige Uebertretung der Verordnung für vorliegend, da cu rv lliAernehmer verpflichtet war, sich über die einschlägig« Bestimmungen zu erkundigen; übrigens rechtfettigte sein Ver» halten die Annahme, daß er die Existenz der Verordnung gekannt hat. .Das Urteck fand deshalb seine Bifftätigung.

Die Ergänzung eines Strüwpfebestauds brachte den Dienstknecht A. S. aus Sinsheim wegen Diebstahls unter Anklage. Er stand zu Rendel in Arbeit und stahl im Jkai zwei Paar Strümpfe, die an einem Gartenspalier zum ^rocknen aufgehän,gt waren. Im Juli kroch er durch ein Gefach der scheuer und nahm drei Paare, die ebenfalls zum Trocknen Srar[eiX, ?5 S qualifiziert sich als schwerer

DrehüM-. luchte sich ba@U zu WffchMig^, daß er sich -ei«,