Der Staatssekietär Zorn von Bullach erklärte: Nach den heftigen Erörterungen im Landesausschuß sei er noch an demselben Tage zu dem Statihalter gegangen und habe gesagt, in der Verfassungsangelegenheit müsse etwas geschehen, damit im Lande nicht der Eindruck crlveckt werde, .die Herren, die das große Wort im Landesausschusse hätten, hätten auch sonst die Führung.
Die Aussprache verlor sich dann in Parteierörterungen. Dabei wurde unter anderem auch ein Artikel des Uni- Vers i t ä t s p r o f c s s o r s Spahn int „Tag" angeschnitten. In diesent Artikel bedauert der Führer der hiesigen Zentrumspartei, daß das elsässische Zentrum eine sowenig ko n s e r v a t i v - m 0 n a r ch i s ch c S t a a t s a u f f a s s n n g habe. Er bedauert ferner, daß auch nicht genügend Preußen im elsässischen Staatsdienst seien, und daß die Gräfin von Wedel den Welscklingen zu sehr entgegenkam.
Der Zenrrumsabgcordnete Dr. W e t t e r l a,konstatierte, daß Herr Spahn nicht im Auftrage des elsaß- lothringischen Zentrums gesprochen h a b e. Er 'nannte es dann eine große Taktlosigkeit, daß Spahn eine hochgestellte Dame in diese Debatte mit hereinziehe. Auf den 'Vorwurf, daß er (Wetterlö) indiskret mit dem Geschenk jder Gräfin Reklame getrieben habe, erklärte Dr. Wctterle, daß dies von anderer Seite geschel)EN sei.
Der Zentrumsabgeordnete Dr. Ricklin erkannte an, daß man im ter dem preußischen Staatssekretär von Köller ruhiger gelebt habe, als unter dem elsässischen Frhrn. Zorn von Pullach. Dieser antwortete, daß allein unter irent jetzigen Statthalter und ihm die Versassungsfrage einen Schritt vorwärts machte.
Der Ausstand in Marseille.
Marseille, 6. April. Der Torpedobootszerstörer ;,Ortslamme" ist heute mittag mit P o st s a ch e n in See gegangen.
Toulon, 6. April. Sechs Torpedobootszerstörcr sind nach Marseille abgegangen, wo sie wahrscheinlich zur Aufrechterhaltung des Po st dien st cs zwischen Frankreich und Algier Verwendung finden. Eine Anzahl von Marinesoldaten wurde nach Marseille beordert, um die Besatzungen der Postdampscr, falls es nötig ist, noch im Augenblick der Abfahrt zu vervollständigen.
Bordeaux, 6. April. Tas Shndikat der eingeschriebenen Seeleute billigte die Bewegung in Marseille und erklärte, gegebenenfalls mit den eingeschriebenen Seeleuten solidarisch vorzugehen.
Marseille, 6. April. Das Marinetribunal verurteilte sechs Heizer des Dampfers „Mulaja", welche, nachdem sie das Schiss verließen, sich weigerten Dor Gericht zu erscheinen und daraus verhastet wurden, zu 10 Tagen Gefängnis.
Paris, 6. April. In der Marßeillcr Geschäftswelt hcrrsckst große Besorgnis, daß der Streik der Mannschaften der Handelsmarine längere Zeit andaucrn werde und ähnliche schlimme Folgen haben könnte wie der vor einigen Jahren. Aus den H a s e n k a i s stauen sich bereits m a s s e n h a s t d i e Waren und viele darunter sind infolge des Regenwetters vorn Verderben bedroht. Im Hauvtpostgebäude sind alle Räume mit Briefsäckcn angefüllt, die nicht befördert werden föraicn.
Heute Nacht rief der von der Compagnie Transatlantigue auf Drängen des Unterstaatssckretärs C Heron unternommene Versuch, den Poftdampser „Moise" mit einem neu a n g e w o r b e n c n Personal a b s a h r e n zu lassen, beunruhigende Zwischenfälle hervor. Um die Mannschaft und die Passagiere vor jeder Behelligung seitens der Ausständigen zu schützen, ordnete Chöron an, daß alle verfügbaren Polizei Leute im Hafen bereitgehalten werden. Als um 1 Uhr nachts die Anker gelichtet wurden, erklärte die Mannschaft. daß sic sich den Ausständischen anschlicßc. Unterftaatssekrctär C h 6 r o n drohte, sie sofort verhaften zu lassen und ein .Heizer wurde auch festgenommen. Die Leute taten, als ob sic gehorchen würden, doch bald rief der Kapitän, daß die Mannschaft keine Arbeit anrühren wolle. Ta das Erloschen des Kesselscuers gefährlich werden konnte und die Passagiere angesichts der Haltung ber JDJannirfKift große Furcht äußerten, befahl Cheron, daß der Tarnpscr „Moise" nicht abgehen sollte. Sechs Matrosen wurden auf Anordnung des Unterstaatssekrctärs verhaftet, der das Marine- ministcrium alsdann telegraphisch um Beistellung von Matrosen der Kriegsmarine ersuchte.
In Algier hat der Marseiller Streik gleichfalls große Aufregung verursacht. Alle Körperschaften wandten sich an die Re gierung mit der Bitte um' energische Maßnahmen zur Bekämpfung der für Algerien so verhängnisvollen Folgen des Ausstandes.
Vie kaiserliche Zamilie im Taunus.
Homburg v. d. H., 6. April. Ter Kais er hörte heute vormittag die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts Exzellenz v. Valentint und des Chefs des Militärkabinetts Generaladjutanten Freiherrn v. Lynckcr. Um 11 Uhr unternahm der Kaiser mit Gefolge einen Ausritt.
Ter Kaiser, die Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise und die Tanten und Herren des Gefolges traten um 2 Uhr einen größeren Ausflug in sechs Automobilen an. Die Fahrt soll über Königstein, Eppstein, Wiesbaden, Schierstein, Eltville, Hattenheim, Geisenheim nno Rüdesheim zum Mederwalddenfinat gehen, das besichtigt werden soll. Die Rückfahrt soll über Wiesbaden, wo der Tee eingenommen wird, und über Höchst und Cronberg erfolgen.
Büdesheim, <>. April. Ter Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise nebst den Damen und .Herren des Gefolges traten, wie der^,,Rheitt- aauer Anzeiger" meldet, in Automobtlen kurz nach 4 Uhr hier ein und setzten ohne Aufenthalt die Fahrt zum Ni e?- derwalddenkmal fort. Rach eingehender Besichtigung des Denkmals und herzlicher Verabschiedung von den erschienenen Herren wurde um 5 Uhr die Weitersahrt nach Wiesbaden angetrcten. Tic Stadt Rüdesheim hatte Flaggenschmuck angelegt.
Wiesbaden, 6. April. Das Kaiserpaar, die Prinzessin Viktoria Luise und das Gefolge trafen hier kurz nach 51/2 Uhr ein und firhren zum königlichen Schlosse, woselbst der Tee eingenommen wurde. Das Kaiserpaar sah zum Tee im Königlichen Schlosse den zurzeit in Wiesbaden zur Kur weilenden Generaladjutanten v. Scholl. Um 6 Uhr 40 Minuten erfolgte die'Rückfahrt in Automobilen über Höchst, Cronberg, nach Homburg 0. d. H., wo man gegen 8 Uhr wieder cintraf.
Deutsches Reich.
Zur preußischen W a h l r c so r m v 0 rl a g e erfahren wir aus parlamentarischen Kreisen, daß im Abgeordnetenhause in den nächsten Tagen -chwcrtich Verhandlungen angeknüpft werden dürften, um die Vorlage nach den Wünschen der Miltelpartcien umzuändern. Man will den Vermirtelungsversuch dem Herrenhause überlassen.
Eine Anfrage über das Mülheimer Eisen- b a h n Unglück wird, wie wir hören, vom Zentrum in den nächsten Tagen im Abgeordnetenhause eingebracht werden. Die Beantwortung wird umso größeres Interesse Hervorrufen, als der Eisenbahnministcr selbst Zeuge des Unglücks gewesen ist,
Wie au^ Kar lsruh e gemeldet wird, äußerte sich am Mittwoch in der Zweiten Kammer auf Veranlassung des Abgeordneten Venedey Minister von Bodrnan zur Frage der Ob crrh ein re guliernng von Konstanz bis Basel: Ein endgültiges Urteil lasse sich erst abgeben, wenn ein fertiger Plan vorliege^ Es handele sich um ein Überbaus schwieriges und kostspieliges Werk, für welches von badischer Seite kein Pfennig verausgabt werden dürfe, ehe nicht die Sicherheit bestehe, daß die Schweiz einen ihren Interessen entsprechenden Anteil am Ausbau des Stromes nehme. Im Nack)tragshaushalt würden 20 000 Mark angefordert als Beitrag zur Ausarbeituitg eines Planes, die der Internationale Schiffahrtsverband in Konstanz in die Hand genommen habe. Nach der Ansicht der Regierung müsse ein internationaler Wettbewerb erfolgen._____________'______________-
Ausland.
Die Blätter melden aus Mailand: 30 000 Maurer ()abcn wegen Lohnstreitigkeiten die Arbeit eingestellt.
Eichener Zubiläumr-pferdemartt.
th. Stehen, 7. April. Ter Markt.
Der aestrige Frühjahrs-Pferdemarkt hatte eine gewaltige Menschenmenge aus Oberhessen und den angrenzenden preußischen Gebieten in unsere Stadt geführt. Man schätzt die Zahl der Gäste, die zu dem Markt gekommen, aus mehr wie 3000 Personen, aber auch unsere Gießener Bevölkerung besuchte den Markt sehr zahlreich. Etwa 500 Pferde waren aufgetrieben, von denen etwa die Hälfte zur Prämiierung vorgeführt wurde.
Der Handel entwickelte sich besonders in Arbeitspferden recht lebhaft und es wurden trotz der hohen Preise belangreiche Geschäfte abgeschlossen. In minder guten Pferden, die nur schwach auf dem Markt vertreten waren, war ein Geschäft schwerer zu machen. Besonders die Pferdehändler waren mit dem Marktergebnis sehr zufrieden.
Im Prämiierungsring lvurden den Preisrichtern rounberDoUc Tiere vorgeführt und bei der starken Besetzung der einzelnen Klassen war es mitunter schwer, das Beste 00m Besten herauSzufinden. Die Prämiierungskommission, die nur aus anerkannten Sachverständigen auf dem Gebiete der Pferdezucht und Pserdchaltung besteht, wurde in ihrer Tätigkeit kräftig durch den Oberlandstallmeister v. Willich-Darmstadt, den Schriftführer des Landespferdezuchtvercins Rittmeister a. T. Fenner-Darmstadt und durch den Vorsitzenden des Landwirtschaftstämmer-Ausschusses für Oberhessen, Gutspächter Korell-Angenrod unterstützt. Tie Prämiierung dauerte von vormittags 8 Uhr bis mittags 12 Uhr und hatte nachstehendes Ergebnis.
Die Zahlen bedeuten die Preise, A heißt Anerkennung und L ist eilt Preis der Landwirtschaftskammer für selbst gezüchtete Zuchtstuten.) _
Reitpferde unter dem Sattel gezeigt: Konrad Weitz VI.-Dorsgüll (Schimmelstute) 1., PH. Rvck-Hatteirrod (braune Stute) 2.
Wagen schlüge paarweise: S. Michel-Gießen (hellbr. Wallach und Stute) 1., S. Kaufim-nn-Niedc-r-Weisel (braune engl. Stuten> 2.. Aug. Frensdorf-Gießen (dunkle Stuten) 3., I. Kaufmann u. Co-Frankfurt a. M. (Rappen-Wallache) 4., S. Michel- Gicßen (dunkelbraune Wallache) 5.
Schwere Ar be i t s s ch l ä ge , paarweise: S. Michel- Gießen 'Retschimmef-Walback-e! 1., Aug. Frensdorf-Gießen (Fuchs- fhitc.it । 2., Ed. Kaufmann-Nieder-Wcisel (braune Stuten) 3., S. Michel-Gießen (dunkelbraune Wallache) 4., S. Kaufmann-Nieder- Weisel - Fuchs Wallache) 5.
Es slanden 10 Paare in Konkurrenz.
Leichte Arbeitsschläge, paarweise: S. Michel- Gießen (Fuchsstutenj 1., T. Isenberg Wwe.-Gießen (Rotschimmel- stutcn 2., Aug. Frensdorf-Gießen (Fuchsstuten) 3., Ed. Kauf- mann Niedet-Weisel (Rotschimmelstuten) 4., Aug. Frensdorf-Gießen (RotschimNielstuten) 5. Es fonfurrierten 20 Paare.
Schwere Arbeitsschläge, einzeln: S. Kausmann- Nieder-Weisel (braune Stutei 1., ^.^Michel-Gießen (Fuchswallach) 2., Aug. Frensc. rf-Gießen (braune Stute und dunkelbraune Stute) 3. und 4., Simon Kaufmann-Nieder-Weis el 5. Es ft an beit 17 Pferde in Konkurrenz.
Leichte A r be i t s s ch l ä g e , einzeln: Metzer Heching- Kir.chhain (Schimmel und braune Stute• 1. und 2., Aug. Frensdorf-Gießen (FuchsHute. 3., D. Isenberg Wwe -Gießen (gelbbraune Stute। 4., S. Michel-Gießen (Fuchsstute) 5., Aug. Frensdorf- Gießen 'Rappstute) 6., M. Bing-Lich braune Stute) 7., L.^Käuf- mamr-N ieder-Weisel und D. Isenberg Wwe.-Gießen (braune Stute) je A. Konkurrenz unter 36 Pferden.
Arbeitsschlage, einzeln. Diese Pferde müssen mindestens G Monate im Besitz von Landwirten sein, die dcm Landes- pferd. 'uchtverein oder einem landwirtschaftlichen Bezirksverein des Gvoßberzogtums angehören: Otto Schmidt-Laulmch (br. Stute) 1., Chr. Häuser IV. Wwe.-Nieder-Weisel (br. Stute) 2., PH. Stubt II- Njede 1 Weisel (Hellbrauner, 3., Konrad ^chmtp, - Nieder-Weisel ibr. Stute 4., Aug. Heinz Nieder--Weisel Schimmel 5., K. Bill XIX.-Niedcr-Weisel (dunkclbr. Stute, 6., Jakob Häuser VIII.- Nieder-Weisel (braune Stute) 7. Bei 36 in Konkurrenz stehenden Pferden.
A r b c i t s sch l ä g e, p a a r we i s e. Die Pferde müssen mindestens 6 Monate im Besitz von Landwirten sein, die dem Landes- pscrdezuchtverein oder einem landwirtschaftlichen Bezirksverein des Großherzogtums angeboren: Karl Vetter - Grund - Schwalheim .Füchse) 1., Will). Klotz Vl.-Holz heim ibr. Stuten) 2., K. Volp- N jeder-Weisel (br. Stuten) 3., Hch Jung IV.-Ostlheim dunkelor. Wallache- 4., Joh. Faber X.-Leihgestcrn (Schimmelwallache) 5.
D reijährige Fohlen, geboren 1906, Wagenschläge: Otto Gg. Walther-Langd (Rappstute > 1., K. Bölzing-Rupperlen- rod (br. Stute' 2„ L. .St. Becker VII.-Erbenhausen 1 Fuchswallach) 3., K. Weitz IV.-Torfgüll (braune Stute;, 4., _ I. Phslippi-Wohnbach (dunkelbr. Wallack) > 5., Otto NIüller-Henriettenhof (br. Stute) 6.
Dreijährige Fohlen, geboren 1906, Arbeits - s ch l ä g c: L. Brückmann-Neulwf (Fuchsstute) 1., K. Vetter-Grund- Schnalhcim (Fuchsstute 2., L., Wenzel 5)asser III.-Nieder-Weisel Anchsstute, 3., Friedi:. Will-Holzhcim (Kohlfuchsstute) 4., Hch. 2reut II.-Griedel (Fuckssstutc > ö.
Zweijährige F0 hle n , geboren 1907, Wagen- schlage: Hch. Becker VI.- Muschcnhcim (br. Stute) 1., Ph. Kleber gcr II.-Mehlbach (dunkclbr. Wallach' 2., L., L. Christ-Griedel (br. Stute। 3., L., Joh. Faber X.-Leihgestern (br. Hengst) 4., Fr. Feirchel-Griedel (Rappstute) 5 , Will). Göbel-Pohlgons ischw. Hengst), Konr. Schckpp X.-Poh göns (Fuchsstute). Bürgermeister mvi-Langgöns (br. Stute), H. Gorr-MüNs^nberg (br. .Hengst) sämtlich A.
Zweijährige Fohlen, geboren 1907, Arbeits- schlüge: Konr. >Lteeg-Hofgut Ringelshaufen b. Nidda (brauner Hengst) 1., Aug. Schmidt-Gr.-Buseck (br. Stute) 2., L., ^Moritz Möller-Obcr-Hörgern ^Fuchsstute, 3. L., K. Vetter-Grund-Schwal- hcim (br. Wallach > 4., Hch. Goerlach VIII.-Eberstadt (br. Stute) 5., Joh. Hch. Mohr-Gamback; (Fuchsstute) A.
Zuchtstuten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt, Wagenschläge: H. Coburger-Reickwlsheim (braun 1 1., O. Gg. Walther-Langd (Rappe > 2. L., Wilh. Wagner II.-Kirch- göns (hellbraun) 3., K. Heil-Bunbach dunkelbraun) 4., W. Weil- Langgöns (braun) 5., D. Schäfer U.-Heskem 'dunkelbraun) 6., W. Fabcr-Kirchgöns (dunkelbraun 7., I. Philippi-Wohnbach (br.) 8., H. Becker VI.-Muschenheim <dunkelbraun' 9., unter 17 Kon kurrenten. Julius Philrppi-Wahnbach hatte in dieser Klasse drei Generationen, Muter und zwei Fohlen, vorgeführt.
Zucht st uten mit Fohle nj) der nachweislich gedeckt, Arbcitsschlägc: Hch. Schmidt-Münch-Leusel (Fuckw) 1., K. Häuser X.-Nieder-Weiscl (Rotschimmeli 2. L., Ch. Häuser IV.
Witwe-Nieder-Weisel (braun 3., Otto Schmidt-Laubach stbra'ltn) 4., Ph. Stube II.-Niedcr-Weisel ibellbraun) 5., I. Klippel-Nieder- Wcisel Dunkelbraun) 6., Äug. Heinz-Nieder-Weisel (Schinmrel) 7., Konr. Schinrpf-Nieder-Weiset (braun) 8., Karl Vetter-Grund- Schwalheim (Fuchs) 9., G. Bill I.-Nieder-Weisel (bräunst H. Gör- lach II.-Cberstadt (Fuchs), Wenzel Hasser III.-Nieder-Weisel (Fuchs), sämtlich A. 39 Konkurrenten.
iTa wo bei den Klassen die Zahl der Konkurrenten nicht angegeben, betrug sie unter 10.) 1
An der sehenswerten und stark beschickten Ausstellung von Wagen, Geschirren, S t a l l u t e n s i l i c n und land- wirtsch. Maschinen und Geräten waren folgende Firmen beteiligt: Globe, Separator Gesellschaft, Friedenau Berlin und Breslau (Separatoren), Gloria, Separator-Gesellschaft, Berlin- Friedenau und Wien (Separatoren', M. Rosenthal-Gießen iMa- schinen und Geräte', Herrn. Block-Berstadt (Geräte, Edgar Borr- mann-Gießen (Geräte), L. Simon-Nieder-Walgern .Geräte), Louis Faber-Gießen (Wagen), Gg. Schieserftein-Lich ^Maschinen), Ang. Kilbinger-Gießen (Wagen und Geschirre), Ernst Ellenberger-Bieom- kopf (Maschinen und Geräte), Karl Buß-Wetzlar (Maschinen und Geräte), Hch. Christ-Atzbach (Geräte', Albert Stoll-Gießen (Geräte), Minervahütte-Haiger (Maschinen', I. B. Häuser-Gießen (Maschinen und Geräte), Sattler Groß-Gießen (Wagen).
Landstallmeister v. W i l l i ch faßte sein Urteil dahin zusammen: Die großen Pferdemusterungen, die nunmehr seit zehn Jahren auf den Gießener Märkten abgehalten werden, haben dic Pferdehaltung und Pferdezucht im nördlichen Teil der Provinz Oberhessen erheblich gefördert und das Interesse und Verständnis, woraus es bei der Zucht' ankomme, unter der Landbevölkerung sehr verbreitet. Während man früher frisch drauflos züchtete unb leichte Schläge mit schweren Tieren und umgekehrt kreuzte, müsse er zu seiner Freude sagen, dies habe vollständig aufgehört und nach dieser Richtung sei eine lobenswerte Scheidung streng durch- acführt. Auch die Händler wetteiferten miteinander, nur das beste Material cinzuführen u. zu verkaufen. Ter Gießener Pferdeinarkt sei nicht nur- eine günstige Gelegenheit zum An- und Verkauf von Pferden gewesen, soickwrn sein Jnslebenruscn und die Art, wie man dabei verfahre, habe der L a n d e s p f c r d e z u ch t genützt und auf eine Hohe gebracht, die zu den schönsten Hofchungen für die Zukunft berechtigen.
Die Preisrichter tadelten übrigens iviederholt, daß man sich' immer noch nicht daran gewöhnen kann, beim Hufbeschlag dic Stollen weg zu lassen. Sie geben Veranlassung, daß die Pferde einen schlechten Gang bekommen und werden dadurch minder'- löertig.
Das Sportfest auf der Hardt.
Den zweiten Teil der Jübiläumsveranstaltungen bildete ein Sportfest auf der früheren Radrennbahn an der Hardt, die sich für das geschickt vorbereitete Reiterfest — das erste seiner Art in Gießen — recht gut eignete. Schon von weitem kündeten Fahnen den zahlreichen fremden Besuchern der Veranstaltung die Lage des Festplatzes an, und zu Fuß, zu Wagen und Automobil strömten sie im Verein mit den zahlreichen Gießener Interessenten hinaus, so daß die Radrennbahn bald von Tausenden von Menschen umlagert war. Unter den Besuchern befanden sicki 11. a. der Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich mit Gemahlin, der Pravinzialdirektor Dr. Usinger, die Oberlandstallmeister von Prittwitz-Gaffron aus Dillenburg unh von Willich aus Darmstadt, dic Mitglieder der Stadtverwaltung, fast sämtliche Angehörigen des hiesigen und des Butzbacher Offizierkorps, die Landtagsabgg. Korell und Breidenbach us>v.
Tie Veranstaltung lieg amt um zwei Uhr mit der Vorführung der auf dem Markt prämiierten Pferde und Fohlen, sowie der Preisverteilung hierfür. Auch der Nicht fachmann konnte an den gezeigten Tieren erkennen, welch guten Pferdebestand unsere Provinz hat.
Die erste sportliche Veranstaltung war ein Preisreiten, das für Offiziere, Mitglieder des Gießener und Wctteraucr Reitervereins und deren Damen offen war. Sechzehn Bewerber unt die ausgesetzten drei Ehrenpreise erschienen am Start, etwa je zur Hälfte Offiziere und Herrenreiter. Nach der Besichtigung durch die Preisrichter (Oberst von Müller, Oberstleutnant Heuer, Ockom mierat Müller, Oberlandstallmeister von Prittwitz-Gaffron und Oberlandstallmcister von Willich) zeigten dic Konkurrenten ihre Reitkunst im Schritt, Trab und Galopp. Auch eine Hürde von 4 Meter Breite und 0,80 Meter Hohe mar zu nehmen, was den meisten Pferden mühelos gelang. Die Ehrenpreise erhielten: 1. Hauptmann Schwendtz auf seiner Fuchsstute Elektron, 2. Herr Karl Lotz auf seinem braunen Wallach Hektor, 3. Hauptmann V 0 l l e tz. Guter Vierter war Gutsbesitzer Karl Brückmann vom Burghof. Er wie auch die anderen Teilnehmer erhielten Erinnerungsgaben.
Es folgte eine S p r i n g k 0 n k u r r e n z, an der im wesentlichen dieselben Reiter tcilnahmcn wie bei dem Preisreiten. Als Hindn- nisse, die zweimal zu nehmen waren, waren ausgestellt^ je eine Hürde, ein Koppelrick und eine Bretterwand von je 0,85 Meter Hohe. Die Konkurrenz verlief sehr spannend. Es fehlte ihr nickt an aufregenden Augenblicken, aber auch der Humor kam bei den verschiedenen vergeblichen Versuchen, die Pferde zum Nehmen der Hindernisse zu ermuntern, zur Geltung, unbje nach dem Erfolg lohnte ernstgemeinter oder heiterer Beifall die Springer. Letzterer wurde namentlich laut, als ein bekannter hiesiger Sportsmann sein Pferd vor den Hürden jetoeils mit gutgemeinten Peitschenhieben auf die feisten Schenkel ermunterte.
Die drei Ehrenpreise erhielten 1. Oberleutnmrt Coulmann auf Hauptmann Volleys Fuchs, 2. Leutnant von P en tz auf Hauptmann Kienitz Pferd, 3. Leutnant Pieper auf Oberleutnant Jebens Rappstute Rabbi. Vierter war Herr Louis Lotz auf Herrn Bichlers Fuchswallach Boby.
Hieraus folgte das Vorfahren von Herrschasts- wagen im Privatbesitz. Preisrichter waren Gutspächter A. Bene, Rittmeister a. D. Fenner, Obcrlandstallmeister v. Pritt- witz-Gafsron. Es beteiligten sich daran Fuhrwerke von Brücftnann, Gr. Karben (ein P. Rappen), Bichler, Gg. (ein P. Rappen), derselbe (ein Paar Rappen), Grünewald, Justizrat (ein P. Pferde im Coups), Junker, Nachf., Lohnkutscher (ein Paar Pferde im Jagdwagen), derselbe (ein Paar Pferde im Coupe), Wagner, Peter, Lohnkntscher (ein Paar Rappen, Gummi-Coupe), Huhn, Karl, Hoflohnkutscher (ein Paar Rappen im Gummi-Landauer mit Diener), derselbe (ein Paar Schimmel. Gummi-Mylord mit Diener), derselbe (ein Paar Schimmel, Mylord mit Diener), derselbe (Schimmel und Fuchs, Gummi-Besuchscoupe mit Diener), derselbe (ein Schimmel, Besuchscoupe) Daniel Schäfer II. von Heskem, Hrch. Jung IV. von Ostheim. Es würde zu weit führen, auf Einzelheiten dieser prächtigen und umfangreichen Vorführung einzugehen. Nur soviel sei gesagt, daß sowohl die privaten wie auch dic berufsmäßigen Teilnehmer an der Konkurrenz ein ganz vorzügliches Wagen- und Pferdematerial besitzen. Namentlick Hoflohnkutscher Huhn bot mit seinen fünf Gespannen ein außerordentlich schönes Bild. Weiter sei noch das hübsche Rappengespann des Herrn Karl Brückmann von Groß-Karben erwähnt. Die Teilnehmer an der Konkurrenz erhielten Ehrengaben.
Hieran reihte sich ein Vorfahren von C)eschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen. Beteiligt waren dabei Fuhrwerke von Bichler, Georg «Wagen mit zwei braunen Pferden), Keil, Ludwig (Break), Sack, Ernst Ludwig, Metzgermeister (Pferd im Geschäftswagen), Hantel, Will;., Obst und Gemüsehandlung (Einspänner im Gcschästswagcn), Weisel, Fean, Mineralwasserhandlung (Paar Apfelschimmel im Geschäftswagcn), derselbe (brauner Einspänner im Geschäftswagen'. Sämtliche Fuhrwerke zeigten, daß die Gießener Geschäftsleute auch ihre Geschästs- roagen mit Ehren sehen lassen können, und wurden mit Interesse verfolgt. Namentlich der Wagen des Herrn Sack erregte Aussehen, das allerdings mehr noch als dem Fuhrwerk bont Fahrer galt, einem schmucken Metzgcrburscheu, der sich bei näherem Züschen als Herr Theodor Schmieder erwies. Er führte seine Aufgabe mit Geschick und Humor durch. Auch die Teilnehmer dieser Vorführung erhielten Ehrengaben.
Ein landwirtschaftliches Trabreitcn über 1600 Meter vereinigte in zwei Vor- und einem Entscheidungslauf etwa 12 oberhessische Landwirte zu einem interessanten Wettkamps Man hatte feine Frcicde an den teilweise ganz vorzüglichen Pferden und vielleicht noch mehr an den schneidigen Reitern, bic
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"SäugtingS- nat der Grosth. Zcutr in Hessen, das der l Leben gerufen haben, preunden der Beweg» aus allen Teilen Hess Es sind dein Patron Rußland; die Kronpr W Heinrich von Prinzessin Leopold vc
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" Fahrradd»^ Kaufmann von hier Taner vor einen Lad von unbetannlein Täte placke Hewld mit d Mlzei-Rr. G. 2899. . A Ehrrstadt
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