vke Lholera.
Rom, 5. ^ept. Im apulischen Choleraaebiet tourben während der letzten 24 Stunden vierzehn Er- ?r a n ku n g e n und acht Todesfälle festgestellt.
Wien, 5. Sept. Die ,.Neue Freie Presse" meldet aus Lemberg: In Kamionkastrumilowo sind geftent nacht eine Kaufmannsfrau Und eine Taglöh'nerin unter cholera- verdächtigen Erscheinungen gestorben. Der Kaufmann sowie der Mann der Taglöhnerin sind gleichfalls erkrankt und befinden sich in hoffnungslosem Zustande.
Berlin, 5. Sept. .Die in eurigen Blättern auf- aetauchte Meldung, daß in den niederländischen Binnengewässern Cholerabazillen entdeckt worden seien, ist, wie der „dLordd. Allg. Ztg." von zustärr- diger Seite mitgeteilt wird, durchaus unbegründet. Seit dem Herbst des Vorjahres ist in den Niederlanden kein einziger Fall asiatischer Cholera vorgekommen. Vor geraumer Zeit ist nicht auf niederländischem Boden, sondern an Bord eines in Delfzijl in Quarantäne liegenden russischen Schiffes ein Cholerafall aufgetreten, der aber ohne Folgen blieb.
Verinischtes.
* lieber einen Kampf mit Wegelagerern meldet uns ein Privattelegramm aus Trier: Der Buchhalter Krüger und der Bauführer Mosignari wurden am Sonnabend nachmittag zwischen Irrel und Nieder- Weiß von drei ausländischen Bahnarbeitern angefallen und einer Summe von dreitausend Mark, die zur Lohn-^ zahlung bestimmt waren, beraubt; ein Schuß auf den Buchhalter Krüger war sehlgegangen. Militär, das dort einquartiert ist, Gendarmen und Arbeiter nahmen sofort bie Verfolgung der Räuber auf, deren einer einen Schuß in den Kopf erhielt, doch mit seinen Kumpanen in den Wald entkommen konnte. Gestern wurde einer der drei Räuber, als er bei Ralingen über die Brücke ins Luxemi burgische entfliehen wollte, verhaftet.
* Ein Leutnant als Dieb. Der Diebstahl eines Offiziers bildet in Ehrenbreitstein das Tagesgespräch Vor einigen Monaten wurde bei einem Uhrmacher eine goldene Damenuhr im Werte von etwa 75 Mk. gestohlen; an jenem Tage hatten nur zwei Kunden den Laden betreten, ein Jnfanterieosfizier der Ehrenbreitsteiner Garnison und ein Mann von außerhalb. Der Verdacht gegen den auswärtigen Kunden fand keine Bestätigung. Vor einigen Tagen wurde nun einem Juwelier eine Damenuhr zur .Gravierung eines Monogramms gegeben, die sofort als die erkannt wurde, die seinerzeit dem Uhrmacher gestohlen worden war. Der Bestohlene schickte nun, um Weiterungen zu vermeiden, dem Offizier, dem Leutnant Langer des 28. Jnf.-Regts., die Rechnung über die Uhr mit dem Ersuchen, sie zu bezahlen. Der Leutnant lehnte aber die Bezahlung ab, ja er drohte sogar mit einer Beleidigungsklage. Die nunmehr gegen Leutnant Langer eingeleitete Untersuchung er» gab so schwerwiegende Verdachtsmomente, daß zu seiner Verhaftung geschritten werden sollte. Als diese aus- gesührt-werden sollte, war der Offizier verfchwunden. Leutnant Langer ist ein blutjunger Offizier, der erst seit einem Jahre das Portepee trug. Es wurde sofort ein Steckbrief hinter ihm erlassen.
* „König der Bvh 6 me". Danny Gürtler wurde kürzlich wegen Verächtlichmachung der katholischen Kirche und des Papstes zu vier Wochen Gefängnis ü er urteilt, die er in Darmstadt zu verbüßen hat. Auf der Reise erhielt er die Aufforderung zum (Strafantritt, die er schon durch Spässe in einem .Telegramm an die Staatsanwattschaft glossierte. Am Samstag aber kündigte Gürtler im Anzeigenteil eines Darmstädter Blattes dis Stunde an, wo er mit seinem, Freund, dem Naturapostel
Waßmann bierspannkg am Gefängnis borsahren werde. vaäiUg geschah dies auch der Anzeige gemäß: sogar zwei La- keien hatte er hinten auf der Droschke aufgestellt. Eine größere Menge erwartete den EtAug Dannys vor dem Gefängms und die fugend ließ ihn tromich hochleben.
* Wie man heutzutage reist. Viel Aufsehen erregte, wie wir der „Reise" entnehmen, an der holländischen Grenze eine größere englische Reisekarawane. Die Gesellschaft, bestehend aus Damen und einem Reisebegleiter, reiste in vier sog. Wohnwagen, in denen sie, aus Holland kommend, eine Reise durch Deutschland machen wollen. Die Wagen sind mit allen Bequemlichkeiten ausgestattet enthalten Wohnzimmer, Küche usw., sowie Schlafräume für das Personal. Um von den einzelnen Aufenthaltsorten Ausflüge unternehmen zu können, standen der .Gesellschaft Reitpferde und Fahrräder zur Verfügung. Die Reise aina über Jülich nach Köln. 1 11 a
* Die Lebensversicherung und die Flieger. Aus Paris wird berichtet: Die französischen Lebensversicherungen haben gemeinsam den Beschluß gefaßt, keine Versicherungen von Flugmaschinenführern gegen Unfälle anzunehmen, da die Lebensgefahr zu groß ist. Sie nehmen nur Versicherungen gegen Verletzungen, die anderen Leuten von Fliegern zngefügt werden, an; so können die Veranstalter von Flugwochen sich für deren Dauer mit einer Prämie von 4000 Mk. für 400 000 Mk. versichern. Eine spanische Versicherung, die Flugkünstler versichert hatte, hat dabei schwere Verluste erlitten. Sie hatte bei einer Prämie von 1200 Mk. pro Jahr eine Police über 40 000 Mk. ausgestellt. Dabei hatte sie in weniger als Jahresfrist drei Mal 40000 Mk. an Witwen von Aviatikern auszuzahlen. Seitdem nimmt auch diese keine Versicherung mehr an.
* Ausrede. Obstpächter: ,Hedct, mein Junge! — Was tust du denn da droben in meinem Apfelbaum'?"' — Junge: „Ein Apfel war vom Baume gefallen, und den binde ich wieder fest!"
* Reflexion. Lebemann (mit seiner' alten, reichen Brant auf der Hochzeitsreise einen stockfinsteren Tunnel passierend) : „S.g gefällt sie mir am besten!"
Kleine Taqeschronik.
Auf dem Fürsllich Bismarckschen Gute Silk bei Friedrichs- ruh brach am Samstag Feuer aus. Eine große Anzahl Rinder und Schweine kamen in den Flammen um, die Ernte und die Heuvorräte wurden vernichtet, die Ent- stehungsnrsache ist unbekannt.
Ein Kaufmann, der in Berlin mit einem Mädchen den Luna- park und mit einem anderen Mädchen in der Friedrichstraße mehrere Weinlokale besuchte, wurde während dieser Zeit feiner Brieftasche mit 24800 Mark beraubt; der Bestohlene setzt auf die Herbeischaffung des. Geldes eine Belohnung von 10 Prozent aus.
In München stürzte sich der zwanzigjährige Notariatsbuchhalter Reitz von der Kuppel des nördlichen Frauenturms auf den Frauenplatz herab, wo er zerschmettertliegeu blieb.
Das Befinden des gegenwärtig im Meraner Krankenhause untergebrachten Astronomen Wilhelm Meyer hat sich wesentlich gebessert, so daß er jetzt außer Lebensgefahr ist.
Bei dem Brande eines Schulgebäudes in Förde kamen die Schwiegermutter und drei Kinder des Rektors in den Flammen um. Die Frau und ein anderes Kind des Rektors erlitten Brandwunden.
In Cleve wurde am Samstag früh der Bergmann Oste aus Utfort bei Mörs hingerichtet. Oste hatte im November in Hülserberg den Jagdaufseher «Ellmann aus Krefeld erschossen.
In Grünberg (Schlesien) entstand in dem Keller einer Tischlerei ein Feuer. Als die Feuerwehr in den Keller eindrang, fand sie die halbverkohlte Leiche der Ehefrau des Tischlers neben einer zerbrochenen Petroleumlampe Hegen. Die Frau ist offenbar mit der Lampe hingestürzt pnd hierdurch ist der Brand entstanden , . , , , ; ; _____, ;
3ü Reumark wurde beim Salutschießen mit einer Kanone alteren Systems ■ der das Geschütz bedienende Preißer durch einen borsetfrg losgehenden Schuß so schwer verletzt, daß er heute morgen gestorben ist. , u ‘
.. tsch e Monats este. Septemberheft. (Süd-
deutsche Monatshefte G. m. b. H. München. Zum achtzigsten Geburtstag .Marie von Ebner-Eschenbachs bringt der Altmeisterin die von ihr am höchsten geschätzte Dichterin der jüngeren Gene- ration, G n ri c a von H a n d el - M a z z e t t i, eine Huldigung bar m der Skizze „Meine zwei liebsten Bücher". Adolf Hil- debrand, der berühmte Münchner Bildhauer, äußert sich über ^eFlor^uste. Ungedruckte Brief e Gottf r iedKellers teilt EmU Ermatinger tn einem Aufsätze über Kellers Beziehungen 3u £eutbplb Mit. Ludwig GaNghofer beschließt die Geschichte seiner Jugend und verspricht den Lesern der Monatshefte, 1 lin Jahrgang die Geschichte seiner Mannesjahre zu erzählen. Wir nennen aus dem übrigen Inhalt der immer wertere Kreise ziehenden Münchener Monatsschrift die Novelle „Der Leutnant" von Hans Kyser, die Plauderei „Die Rückkehr zur Natur von Oscar A. H. Schmitz, eine Auseinandersetzung über Schachten, ur der Dr. Heinrich Ehrentreu den schächt- fteundlichen und Gewerberat Dr. von Schwartz den schächtgeg- nerrfchen Standpunkt vertritt, und Dr. Paul Buschings Kritik der sozialdemokratischen Budgetverweigerungen.
Märkte.
Gießen, 6. Sept. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte kostete: Butter pr. Pfd. 1.20—L30 Mk^ Hühnereier 1 St 8—9 Vfg., Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 6—8 Pf. Kasematte pr. St. 5—6 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Mk ' Hühner pr. St. 1,00—1,60 Alk., Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 Mk" Enten pr. Stück 1,80—2,20 3)1 L, Ochsenfleifch pr. Pfd. 84—92 Pfa'' Rindfleisch pr. Pfund 80—84 Psg^ Kuhfleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfstnd 80—96 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 86—88 Pfg Hammelfleisch pr. Pfd. 60—84 Pfg. Kartoffeln (neue) pr. 100 Kg. 7 00 bis 8.00 Mk., Zwiebeln per Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg.,.Gurken per 100 Stück 2^0—3.00 Mk. Birnen per Pfd 10 bis 15 Pfg., Aepsel per Pfd. 8-15 Pfg., Zwetfchen per Pfd. 20 Pfg., 9lüffe 100 Stück 50 bis 00 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk Bohnen per Pfd. 10-12 Pfg. Weißkraut das Stuck 20-30 Pfa Marktzeil von 7—1 Uhr.
Meteorologische
öeobachtungen -er Station Sichen.
Sept.
1910
Barometer auf 0* reduziert
Temperattlr der Luft
Absolllte Feuchtigkeit
Relative Wuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke |
(Brat» II
der Bewölkung in gehnrel der ßchtv. Himmele fijj
Wetter
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Ern Frauen-Urteil!
Weichselmünde, 12. Febr. 1910. Für die seinerzeit von Ihnen verlangte und erhaltene Probe bestens dankend, teile ich Ihnen heute mit daß ich „Biofon" bei großer Schwäche nach dem Wochenbett angewandt habe, Der Erfolg war ein überraschender. Schon nach kurzem Gebrauch trat Weiterung ein, Lebenslust und Freude kehrten wreder. Fch ziehe „Biofon" allen ähnlichen Präparaten vor und farm es auch ledermann beitens empfehlen. Ich füge noch hinzu, daß die Nahrung welche bereits im Verstechen war, sich bet dem Gebrauch von Biofon Wieder m solcher Menge einstellte, daß ich mein Kind noch längere Zett stillen konnte, «schachtend! Frau M. Ruth, Mittelstr.80. Unterfchrlst bealaubigt: Lewinsky, Notar. Biofon ist das beste u. billigste Krastigungsnuttel. Paket 3 Mk. tu Apotheken, Drogerien. Verlangen Sie von dem Liofomverk Frankfurt a. M. eine Gratlsprobc und die Broschüren. Beftagen Sie Ihren Hausarzt.


