Psla sie rp l a n für
die Straßenzüge aufgcftellt, denen eine
Neubefestigung nötig ist, dessen Durchführung auf die nächsten 5 Jahre verteilt ist.
Die >,Norddeutsche TOfftmtente 3tttintaw meldet: Dem Ver- etefimen nach wird für» vor dem Zusammentritt des MeichstageS der Ausschuß des Bundesrats für die «auswärtigen Angelegenheiten bei dem Reichskanzler jversammelt sein.
Der Prinzregent von Bayern sprach in einem tDandschreiben an den Minister des Innern v. Brettreich ibcn dringenden Wunsch aus, daß die in Aussicht genommene Landesfeierzu seinem 9 0. G e b u r t S t a g in schlichter Meise .ohne prunkvolle Feste sich vollziehe, insbesondere von ^Darbietungen von Geschenken und Huldigungsgaben abgesehen itoerbe und daß eine gesonderte Feier seines 25 jährigen Regent- schaftsjubiläums nicht stattsinde. Dem jüngst zusammengetretenen Landesausschuß, der ein festliche- Begehen des 90. Geburtstages vorbereiten wollte, erteilte der Regent die erbetene Genehmigung .zur Veranstaltung einer Landessauunlung für wohltätige, gemein- nützige Zwecke.
Der Prozeß wegen der Moabiter Unruhen wird am nächsten Mittwoch beginnen und etwa drei Wochen dauern. Nach den Ermittelungen der Anklagebehörden wurden bei den Straßenkämpfen etwa 60 Schutzleute verwundet; von den Tumultuanten wurden etwa 150 verletzt. Es dürften etwa 4 00 Personen als Zeugen an Gerichts- ! stelle erscheinen.____________
Aus StaOt unö Land.
Gießen, 5. November 1910.
Zur Stadtverordnetenwahl.
Die Zahl der für die Stadtverordnetenwahl eingeschriebenen Wähler beträgt 4362 gegen 3883 bei der Wahl vor drei Jahren. — Die Musiker unserer Militärkapelle, die für das Einkommen, das sie durch das private Spielen erwerben, Steuem bezahlen, sind versehentlich bisher in die Wählerliste bei Stadtverordnetenwahlen niemals eingetragen gewesen. Nach einer Erkundigung an zuständiger Stelle sind die Militärmusiker wahlberechtigt, falls sie ihre nachträgliche Eintragung in die Liste bei der Bürgermeisterei beantragen. — Zum Reichs- und Landtag haben dagegen Mililärpersonen kein Wahlrecht.
Von der Rechtsgruppe der im Bürgerausschtlß vereinigten Körperschaften (Christlich- und Deutsch-Soziale Resorlner, sowie Mittelstanbsvereinigung) wird als Kandidat für das Stadtparlament Oberbibliothekar Dr. Heuser vorgejchlagen. — Der Hausbesitzerverein schlägt als Stadtverordneten-Lan- didaten seinen Vorsitzenden Fabrikanten Inderthal vor. — iDer Südwest-Verein wird den Bankier Grünewald auf. ifleUen. .
** Tageskaleuder. Stadttheater: Sonntag nach- Mtttag 3Vi Uhr „Hans Lange"; Sonntag abenb 7 V, Uhr er Verschwende^
Gießener Konzertverein. Sonntag nachmittag 6V4 Uhr in der naucn Aula: Zweites Konzert: Lieder- und Klavierabend.
Kaufm. Ver ei nu ndOrtsge werbe verein. Sams- ttag abend 8Vs Uhr in der großen Universitätsaula: Kairo luud die Pyramiden (Gastspiel der Urania Berlin).
Kolosseum: Täglich Vorstellung.
Kinematograph: Täglich Vorstellung.
Biograph: Täglich Vorstellung,
/ ** Ordensverleihungen. Der Großherzog
hat dem Kirch enral Wilh. Zentgraf in Eberstadt und idem Pfarrer und Dekan Kirchenrat Schrimpf in Butzbach |bie Krone zum Rrttertreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
*• Lehrerpersonalien. In den Ruhestand wurde versetzt der Lehrer an der Gemeindeschule zu Bechtheim Hldam Bardo Como auf sem Nachsuchen.
•• Prüfungsausschuß-Vorsitzender. DerGroß- !herzog hat den Niinisterialrat im Ministerium der Justiz sGehemierat Dr. Gg. Best zum Vorsitzenden der Prüfungskommission für das Justiz und Verwaltungsfach ernannt.
** Zur Volkszählung am 1. Dezember 1910. Die für Die Zählung notwendigen Zählpapiere sind nunmehr von der Zentralstette für die Landesstatistik cm alle hessischen -Gemeinden abgesandt worden. Es handelt sich um ganzen tun 320000 Haushaltungstiften und 1570 000 Zähliarten. Äuch die Zählungstommtssiouen werden überall bereits ein- Msetzt sein. Die nächste Ausgabe der Gemeinden ist es nun, geeignete Personen zu gewinnen, die daS Amt eines Zählers übernehmen, damit die Zählpapiere rechtzeitig und wichtig auSgeleilt, ordnungsmäßig auSgefültt, wieder ein* sgesammelt und geprüft werden. Bei der letzten Volkszählung im Jahre 1905 waren in Hessen 5500 Zähler tätig -Die Erfahrung hat gelehrt, daß Das Angebot an Zählern chuiter dem Bedarf erheblich zurückbleibt. Im Interesse eines guten Gelingens der Zählung wäre es deshalb zu wünschen, daß sich geeignete Persönlichkeiten in großer Zahl freiwillig den Gemeindebehörden als Zähler zur Verfügung stellten. Je mehr Zähler fje kleiner der Bezirk, je leichter und schneller Die Arbeit
** Ursprungszeugnis für Den Handel nach Epanie n. Nach einer vom spanischen Konsul in Mainz an die Handelskammer gelangten Mitteilung sind gemäß einer Verfügung der spanischen Regierung bis auf weiteres für alle Seiwuugen, Die in Spanien aus Dem,chlauo emgefuyrt werden Ursprungszeugnisse erforderlich und zwar find bieieiben in Duplikat auszustellen, mit der Unterschrift des Absenöers zu > versehen und von der zuständigen Behörde (Handelskammer) be- -glaubigt, dem spanischen Konsulat zur Legalisation vorzuzeigen
'* P 0 stpers 0 nal-Nachrlchten. B e st a n de u : öie Vostt sekretärprästmg Postasfiftent Wirth m Mainz, die Postassistemen. prü'ung Die Postgehitsen Wagner in Höchst i. Cbcmv., e t a n 1 b ' m Ptamz, Pfeifer m Gau-AtgeSheun, Gegner in Jnaenheim a. d. Bergstr., Freitag in Nierstein, Gröger m Därmsladk Geißler in Nieder-Olm und Wahl in Guntersblum - Die Telegravhenassistenlenprüiung die Telegraphengehilien K ram e r in Darmstadt und Walcker in Mainz. Verseht Die Tete- graphenussistenlen Fau st von M a 1 n z und Hechler von Worms nach Bochum und Oberposlassislent Gern et von Berlin nach Mainz A n g e n 0 m m e n als Telegravhenaiiwarier Wachimeistei , G ü niher ui Ojsenbach, als Poflagem der Lehrer a. D. Weber . in Buchschlag. Freiwillig a u s g e s ch i e d e n Die Posiageniin 'Herold in Buchschlag. Ent lass en Die Telegravheiigehiliiu zMetzger in Offenbach.
2iusianv.
Im Verlause des französischen Ministerrates am .Freitag erklärte Briand, das neue Ministerium solle kein Mi- nifterium der Reaktion sein. Wenn er wünsche, daß die Regierung Mittel erhalte, Unterbrechungen der öffentlichen Dienste zu verhindern, so sei es ebenso sein Bestreben, Die Rechte der Arbeiter lzu wahren. Man müsse also Maßregeln treffen, durch die Die Beziehungen zwischen Den Gesellschaften und ihren Arbeitern er* s leichtert werden und vielleicht einen Schiedsgerichtsausschuß schaffen. Der Gesetzentwurf über das Streikrecht werde Der Kamme nicht vor Ablauf von 14 Tagen zugehen.
In Kapstadt fand im Beisein des Herzogs und der Herzogin von Connaught, der Prinzessin Patrizia und von Lord und Ladt) Gladstone die feierliche Eröffnung des Parlaments der südafrikanischen Union statt.
In Peking wurde ein kaiserliches Edikt veröffentlicht, wo- .nach Die Eröffnung Des P a r l a m e n t s, das aus zwei Kammern bestehen soll, in drei Jahren erfolgen wird.______
Kreis Büdingen.
-- Lind heim, 4. Nov. Die Landwirtschaftskammer eröffnet am 3. Januar den ersten fünfmonatlichen Haush altungskursus für 1911 an ihrer HcmShal- tungsschule zu Lind heim. Der praltische und theoretische HaushaltungSunterricht erstreckt ,ich aus die Anleitung im selbständigen Kochen mit Rücksicht auf die Bedür,nis,e des ländlichen und bürgerlichen Tisches, Zubereitung und Aufbewahrung der Speisen, in der Käjebereitung, Federviehpflege, Gartenwirtschaft, int Waschen und Bügeln, Reur- halten des Hauses und Buchführung. Da in diesem Kurse auch ein sehr gründlicher Handarbeitsunterricht, in dem Stricken, Wüsche-Schnittzeichnen, Wäscheznschneiden, Hand- und Maschineunähen und Ausbefsern erlernt wird, und auch allgemein bildende Fächer wie Aussatz,Rechnen, Singen, Gesundheitslehre und Krankenpflege gelchrt werden, ist die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur Töchtern von Landwirten, sondern auch denen des Mittelstandes sehr zu emp- ehlen. Hinzuwciseu ist noch aus die gründliche Ausoitdung in den lausenden Arbeiten im Obst- und Gemüsebau, besonders auf die Konservierung, das Einmachen des Obstes und der Gemüse. Ebenso werden der Ernte und Winteraufbewahrung des Obstes und der Gemüse große Beachtung geschenkt. Daß zur Erlernung eines so großen Lehrplanes wie des eben angeführten ein längerer Lehrkursus notwendig ist, ist selbstverständlich. Wenn auch in letzter Zeit vielfach kurze Wattder-HaushattungSlnrse errichtet wuroen, auf denen in wenigen Wochen Die Einführung in einige Obliegenheiten des HauShatteS bezweckt iucroen soll, so muß doch feder Vater, der seiner Tochter die gründliche Ausbildung in den hausmütterlichen P,lichten geben las,en will, einem Kinde einen längeren Unterricht zutommen lassen. Die Landwirtschaftstammer kommt den Eltern sehr entgegen, indem sie den Unterricht und Pen.ionSpreis den.bar niedrigst estgejetzt hat. Für Unterricht und Logis sind für jeden Kursus von Hessinnen 25 Mark, von Nichthcs,innen 40 Mk. zu bezahlen. Die Kosten für Verpflegung berechnen sich nach der wirklichen Aufwendung. Anmeldungen zur Teilnahme an dem am 3. Januar 1911 beginnenden Kursus inD alsbald an die O r tS s ch ul k 0 m mi s s i 0 n der Haus- haltungSschule zu Lind heim zu richten, die ebenso wie die Lairdwirtschastslammer selbst aus,uhrliche Programme und Anmeldebogen auf Verlangen verwendet. Bei nach dem 1. Dezember eingehenden Anmeldungen i,t Berücksichtiauna zweifelhaft. ° a
= Hirzenhain, 4. Nov. Der kürzlich wiedergewählte Bürgermeister JohS. Gutzmann ist nunmehr vom KreiSamt Büdmgen bestätigt worden.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 4. Nov. Unser Schwimmbad, dessen Einrichtung musterhaft ist und jeder Stadt von weit größerer Eimvohnerzahl wie Friedberg zur Zierde gereichen ivurde, erfreut sich feit seines 2jährigen Bestehens eines großen Besuchs. Besonders wird das Schwimmbassin fleißig beniitzt. Um das Schwimmen, besonders das Knnst- schtvimmen zu pflegen, beabsichtigt man, einen Schtvimm» ktnb ins Leben zu rufen, dessen Gründung nächsten Montag erfolgen soll. Am 3. und 4. Dezember dieses Jahres findet hier eine Bezirks-Geflügel-Ausstellung statt, veranstaltet vom Wetteraner Geslügelzuchtverein.
O Friedberg, 4. Nov. Dex hessische Heimat- )flegeverern wrrd unter dem Vorsitz von Provinzial- dkrettor Gehermerat Fey-Darl.istadt seine nächste grügere Versammlung am 2 3. November hier im Hotel Trapp aohalten. Der Verein veranstaltet auch in diesem Winter- Halb^ahre auf den einzelnen Orl.fcha,ten Vorfrage mit Licktt^ bildern wie rm letzten Jatfre. Vom 9. bis 30. November luirD Pfarrer ^>bges von Rerchelsheim eine Vortraasreibe hallen über dm deutsch-jranzofifchen Krieg 1870/71 mit
... . D as Derveirufen zum Fernsprecher. Bei
öffentlichen Fernfprechstellen werden bekanntlich auch von der Bost emzelne Personen auf Verlangen heroeigerufcn. Die Be- mrninungcn darüber haben jetzt eine bemerkenswerte Ergänzung durch, das Reichspostamt erhalten. Es kommt vor, daß eine Berfon herbeigerufcn worden ist, das Gespräch, aber am Tage de« Anmeldung wegen dienstlicher (Gründe nicht zustande kommt. Hinderlich werden kann Dienstschluß der Vermittlungsstellen, Leitungsstorung, Belastmig der Leitungen oder ähnliche (^rihti*. In derartigen Falle ist der Herbeigerufene berechtigt, die Her- 1 o in? on Gesprächsverbindung noch am folgenden Tage bis Wittags zu verlangen. Diese Bestimmung gilt auch für den Verkehr mit Bayern und Württemberg.
? Die Wahl zur HanDelskammer für die ouS- scheidenden Mitglieder Kommerzienrat Schirmer, Kaufmann Röhr und Fabrikant Zurbuch findet am 24. November statt.
"Belgiens religiöse Zu stände beleuchtete gestern abend m einem fesselnden Vorträge vor aufmerksamem Publikum im Konfirmandensaal der Johanneskirche Pastvr R a m b a u d aus Lüttich. Er berichtete von der sogenannten belgischen Missionskirche, der kleinen 11000 Seelen zählenden evangelischen Kirche Belgiens, die zum größten Teil aus übergetretenen Arbeitern besteht und eine reiche Missionstätigkeit entfaltet, auch i" einer mit ungeheurer Opserwilligkeit organisierten Kranken- pflege schon die praktische soziale Liebestätigkeit begonnen hat. Am Freitag abend riächster Woche wird Pastvr Rambaud im großen Hörsaale der Universität über die Kongofrage sprechen. Schon fetzt sei darauf empfehlend hingewiesen.
** Re u t e r - G e d ü ch t n 1 s f e 1 e r. Am nächsten Montag jährt sich zum hundertsten Dl al der Tag, an dem Fritz Reuter, der Humor- und gemütvolle plattdeutsche Dichter, das Licht der Welt erblickte. Freunde seines Humors planen hier in Gießen eine kleine Erinnerungsfeier, die neben einer allgemeinen Würdigung seines Wirkens Proben seiner Dichtungen bringen soll.
S t a d t t h e a t e r. Es sei darauf hingewiesen, daß die Ausführung von Heyses „H a n s L a n g e" am Somttag nachmittag die letzte Aufführung des Werkes überyaupt ist. Auch Der „Verschwender" wird in Abendvorstellungen nicht mehr wiederholt und nur noch in Nachmittagsvorstellung gegeben werden.
** Kolosseum. Das Martinus-Ensemble, das hier ein 14 tägiges Gastspiel gibt, füllte den gestrigen Abend mit einem reichhaltigen Programm aus. Direktor M a r t i n u s gefiel in seiner Rolle als Humorist, was der lebhafte Beifall Deutlich beTundete. Ein nettes Paar sind Die L e s V a l e n c i a, die ihre akrobatischen und balletartigen Darbietungen in gewandter sowie anmutiger Welle durchführten. Bern.har Di Weber, Der übrigens auch schon im vorigen Programm seine Künste sehen ließ, schoß, als Drahtseilkünstler den Vogel ab. Lobend zu er» erwähnen sind die T he A t l a n ti c s in ihren Krastvorsührungen, Herr Emil Emilio als Clown, Frl. Ida und Margarete als Virtuosinnen, dcsgl. Herr Zobel als Balanceur. Den Rest des Abends füllte em Einakter, betitelt „M anöverge schichten", in heiterer Weife aus. Die Mitwirkenden spielten sehr flott. Der Besuch war nur schwach und stand in keinem Verhältnis zu den gebotenen Darbietungen.
? Neupflafternngen. Das Tiefbauamt hat einen
etwa 60 Lichtbildern Eine welkere Vortragsreihe, wahr über Schiller und seine Werke, wird voraussichtlich im Januar kommenden Jahres folgen. Die Gemeinden, die einen solchen Lichtbildervortrag wünschen, werden g.'b.'ten, sich an Pfarrer Vogel zu wenden. Es können nur solche Gemeinden in Frage kommen, welche Mitglied des Vereins sind oder werden.
Butzbach, 4. Nov. Die Kirchengemeindevertretung genehmigte in der gestrigen Sitzung den Voranschlag des K'ugelhaussonds und den des Kirchenfonds für 1911, ebenso den Verkauf eines 0)rund- stücks an die Stadt. Nach Verlesung des sittlich-religiösen Berichtes über die hiesige Gemeinde fand eine längere Besprechung über die Jugendfürsorge für die Jugend vom 14. bis 17. Lebensjahre statt. Hauptlehrer Storch bemerkte, daß die Zahl der Fortbildungsschüler von etwa 80 auf 120 angewachsen fei und machte darauf aufmerksam, daß es dringend notwendig sei, die Fürsorge über diese zu übernehmen durch Gründung eines Lehrlingshortes. Diesem Anträge wurde einmütig zugestimmt, leider konnte aber für diese Einrichtung kein Lokal zur Verfügung gestellt werden, da alle Räume in den städtischen Gebäuden besetzt sind und ein Raum in dem Schuli.ause in der Langgas^e, das im Laufe dieses Sommers urng:baut bezw. durch Stockwerksaufbau vergrößert werden s. l.te, noch nicht zur Verfügung gestellt werden tann. Der P an hierüber ist nämlich, nachdem er die Genehmigung der Gemeindevertretung, der K'reisschutwmmission und des Kreisamts gesunden hat, wegen Bewilligung der Bautofteii aus den Mitteln des K'ugelhausfonds aber von Großh. Ober- tonsistorium noch nicht genehmigt worden. (Der Swaw^rcs- ausvau ist dringend notwendig, da die Schülerz.ihl bedeutend gewachsen ist und die vorhanoenen Räume zur Unterbringung Der Schüler nicht mehr ausreichen.) Nach Errichtung oieses Lehrlingshortss soll den Fortbildnngsschulern der Wirtshausbesuch ohne Beisein der Eltern oder des Lehr- Herrn verboten werden. Alsdann wurde über das K 0 l- porteurwesen gesprochen und darauf hing.wicsen, daß nach Abzug-der Kosten für den Kolporteur für die betreif^nae Anstalt wenig oder fast nichts übrig bleive. Es wurde einmütig beschlo,sen, den Anstalten einen Betrag ans der Ge- meinoelaste zu bewilligen, Die Beiträge zurunstig dirett an den Rechner der Anstalt einzusenden und Die Kolporteure abzuweisen, bezw. der Anstalt mitzuteilen, keinen Kolporteur mehr hierher zu senden. Auch wurde bemertt, daß es Pflicht des Staaces sei, für einige Anstalten zu forgen unb das K'olporteurwesen abzuschaf,en.
x Bad - Nauhelm, 4. Nov. Eine reiche Tätigkeit entfaltet in diesem Winter der hiesige Bildungsverein. Weben acht Theatervorstellungen des Rhein-Ntamischen Verbandstheaters, die bereits begonnen haben, sind mehrere populäre Vorträge aus den verschiedciisten Wissensgcb'cten vorgesehen. Erstmalig veranstaltet der Verein auch einen zusammenhängenden Vortragszyklus. Oberlehrer Dr. Strecker wird nämlich am Nlontag mit Vorlesungen über die hauptsächlichsten Strömungen in der modernen deutschen Literatur beginnen, wozu in der Ernst-Ludung-Schule ein Raum zur Verfügung ge|ieüt wird. Der Zyklus soll 12 Vorlesungen umfassen.
** Kleine Mitteilungen aus dem Kreis Friedberg. Hch. Friedr. Diel von Ober-Wöllstadt wurde zum Beigeordneten Der Gemeinde Ober-Wöllstadc gewählt und bestätigt.
Starkenburg und Rheinheflen.
R. B. Darmstadt, 4. Novbr. Der Begründer der bekannten Ernst-Ludwig-Heilanstalt. Dr. Hermann Lossen, ist gestern abend im Alter von 46 Jahren plöölich gestorben; er war seit längerer Zeit leidend und weilte seit 8 Wochen zur Wiederhersteltung seiner Ge,undheit in Mittclhemi im R^em- gau. Dr. Lossen entstammt einer alter Darmstädter Familie. Nach vollendetem Universttalsstudium in Heideloerg war er mehrere Jahre Arzt am Deutschen Kranlentzaus in Alexandria, dann Badearzt in Wiesbaden und später in Schweden, wo er sich besonders mit dem Zanderschen System für Heilgymnastik begannt machte. Ju Darmstadt riet er Ende der neunziger Jahre seine veilanualt ins lieben, Die vor mehreren Jahren Durch grobe Neuanlagen zu einem Musterinitstut ersten Ranges auDgeuattet wurde. Allem für Die Kranken Der Unfallberuisgenosienschaften unD der Lanoeä- versicherungsanstalt flehen in einem besonderen Bau 60 Betten zur Verfügung.
= Mainz, 4. Nov. Von dem Staatssekretär des Rcichs- marineamts v. Tirpitz ist Obcrbürgermcisler Dr. Göttel- mann folgendes Schreiben zugegangen: „Seine Majestät der Kaiser haben die Annahme der von der Stadt Mainz dem kleinen Kreuzer dieses Namens für die ttommandantentajüte, Offiziersmesse und Die Besatzung geftiiteteii Geschenke zu genehmigen geruht unb mich beauftragt, Den Spendern Allerhöchst seinen Tank zu übermitteln. Indem ich hiermit Diesem Austrage nachlommc, bitte ich. Den Gebern in meinem Namen auch Den Tank der Kaiserlichen Marine ausDrücken zu wollen, v. Tirpitz."
5lreis Wetzlar.
x Atzbach, 4. Novbr. Das nächstlährige 6. Bezirks- fest des Lahn-Dünsberg-TurnerbunDes soll tm Juli hier gefeiert werden. Unser Turnverein gedenkt glcichzciiig sein Fahnenweihfest damit zu verbinden und hat Die Fahne bet der Bonner Fahnenfabrik in Auftrag gegeben.
0. Hochelheim, 4. Novvr. Im Kreise ihrer Familienangehörigen feierten Karl Zörb und seine Ehefrau geb. Viehmann Das Fest der goldenen Hochzeit. Während Piarrer Schneider in einer Ansprache des betagten Paares gedachte, so suchte am Abend unser Posauncnchor das Jubelest durch ein Ständchen zu verherrlichen. — Nach emer längeren Pau^e tjmnd: für das angebrochene Winterhalbjahr hier^e.bst wieder eine ländliche Fortbildungsschule zustande, nachdem sich mehr als 10 junge Leute zu deren Beiuch angemeldet haben.
Hefjcn-Nassau.
w. Marburg, 4. Novbr. Im kurhessischen Oberhessen erfolgte letzte Nacht starker Schneefall.
Universrtätr.Nachrichten.
rm. Darmstadt, 4. Novbr. Die freie Studentenschaft an der Technischen Hochschule h.elt heute nachmittag eine Hauptverwmmlung ab. in der stud. Moller einen Vortag über tudentisches Disziplinarrecht hielt. Folgende Entschließung wurde dazu angenommen: Die am 4. November 1910 in Darmstadt gleichzeitig mit den Kommilitonen in Berlin, Bonn, Breslau, Braun.chweig, Danzig, Eisenach, Gör- tingen, Greifswald, Halle, Heideloerg, Kiel, Königsberg, Leipzig, Marburg, München und Stuttgart versammelten breie Studenten sind der Ansicht, daß die D is z i p l i n a r v 0 r s ch r i, te n für Studierende einer grundlegenden Reform bedürfen. Sie erwarten, daß insbesondere die Bestimmungen über das studentische Vereins- und Veriammlungsrecht eine Neuge^a.ttmg nach Maßgabe der Allgemeinen Reichsgesetzgebung erfahren werden Tie Versammlung wünscht endlich, eme im Geist einheitliche Regelung des Studentenrechtes in allen deutschen Staaten.
Handel.
** Auf die 5% Chinesische Tientsin-Pukow- Staatseisenbahn-An le ihe, die am 3. 'November d. I. durch die Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) u. A. zur Zeichnung a 100.500,0 aufgelegt worden waren, sind die Anmeldungen so zahlreich cingelaufen, daß nur gaiu geringe Beträge zugeteitt tocibett lönu<Ä.


