itifcermimt ist, beschlossen die Journalisten, über die heutige Nach- 'vrittagsfitzung nicht zu berichten.
München, 4. Febr. Auf der Journalistentribünc der Käm- jmer der Abgeordneten ist heute nachmittag in Ausführung des vormittags gefaßten Beschlusses kein Berichterstatter erschienen.
München, a. Zelr. Tie Landtagsjournalisten nahmen gestern abend eine Entschließung an, in der sie u. a. sagen, das Direktorium des Landtags habe nur insoweit Einfluß auf ,btc Ivurnalistentribüne, wie die Aufrechterhaltung der "Ordnung erfordere. Tiefe sei nicht gestört worden. :Die Kritik an der Arbeitsweise der Journalisten müsse zurück- gewiesen werden. Tic Behauptung, die Journalisten wollten Ein- auf die Dauer der Landtagssihungen gewinnen, sei unbegründet.
Um sich über den Vorfall ein Urteil zu bilden, muß man sich -auch vorhalten, daß das Münchener Parlament sich höchst .unvorteilhaft durch Dauerreden und unzweckmäßige Vielrederei auszeichnet.
Aus Hessen.
In Lollar hielt am Zreitag im dortigen freisinnigen Verein im Scherbschen Saale Parteisekretär .Nu sch re aus Kassel einen Vortrag über die politische Lage im Reich. Weiter spricht Parteisekretär Nuschke heute (Sams tag) abend in Berstadt, am Sonntag nachmittag in I n - Heiden, am Sonntag abend in Villingen und am Montag abend in Nidda.
Deutsches Aerch.
Dem Reichstag ist zum Entwurf betreffend die deutsch-anrerikanischen Handelsbeziehungen ein Schreiben des Reichskanzlers zugegangen, in dem er mitteilt, daß Amerika für den Fäll, daß Deutschland feinen Vertragstarif uneingeschränkt einräumt, die Rieffrage aus den Unterhandlungen ganz ausschalten will und Amerika.uns seinen Minimaltarif zugestehen will und die Zollverwaltungsbestimmungen B bis F des gegenwärtigen Handelsabkommens in Geltung bleiben sollen, ferner soll «Deutschland die Behandlung der meistbegünstigten Nation zugesichert werden und die Zollverwaltungsbestimmungen ;jber Union auf deutsche Waren in einem freundschaftlichen und versöhnlichem Geiste angewendet werden.
Der Iusti z a u s s ch u ß. des Reichstages hatte am Dvn- uerstag für den Kinder-Mißhandlungs-Para- graphen der Novelle zum Strafgesetzbuch einen Redaktionsausschuß eingesetzt. Dieser hat dem zweiten Absatz ches § 223 a folgende Fassung gegeben: „Gleiche Strafe (Ge- .'fängnisstrafc nicht unter zwei Monaten) tritt ein, wenn E gegen eine noch nicht 18 Jahre alte oder wegen Gebrechlichkeit oder Krankheit willenlose Person, die der Fürsorge oder Obhut des Täters untersteht oder feinem Hausstände i-angehört, eine Körperverletzung mittels roher oder bös- ^villiger Behandlung begangen wird."
Im Anschluß an die Besichtigung des neuen Militär- .lustschiffes besuchte der Kaiser die gegenüberliegende .Fabrik der Flugmaschine Wright-Gesellschaft. Anwesend waren ferner Prinz Heinrich von Preußen, der Kriegs- iMinister, der Chef des Generalstabes, der Chef des Milit'är- ikabinetts, der Gouverneur von Berlin und der Inspekteur der Verkehrstruppen. Der Kaiser verweilte eine halbe Stunde und besichtigte alle Einzelheiten mit größtem Interesse: er sprach sich anerkennend aus über das bisher Weleistete und wünschte der Gesellschaft weitere gute Entwicklung.
.Heber das deutsch-amerikanische Handelsabkommen fand Freitag abend eine Besprechung zwischen Vertretern der Regierung und der Reichstagsfraktionen statt.
Ausland.
Aus Prag wird gemeldet: Nach Verlesung der dringlichen Anträge im deutschen Landtage wurde die Sitzung nach völlig ruhigem Verlaufe kurz nach 4 Uhr geschlossen. Die nächste Sitzung ist auf Montag anberaumt. Inzwischen werden neue Vcrm i t t elu n g s ne r sn ch e unternommen.
Die Wiener Politische Korrespondenz meldet: Tor serbische Minister des Aeußern, Tr. M ilow anow i t sch, stattete dem Grafen Aehrcnthal einen längeren Besuch ab. Er reist Nwrgen nach Belgrad zurück.
Der italienische Staatssekretär im Ministerium .für Post und Telegraphie, M a u r h , hat um seine Ent- lassung gebeten. Manry will freie Hand haben, um gegen einige Zeitungen, die Angriffe gegen ihn gerichtet hatten, gerichtlich vorzugehen.
.Die Morgenblättcr melden aus Bukarest: Sämtliche Minister des Kabinetts erhielten Drohbriefe, in denen ihnen der Tod durch Erschießen in Aussicht gestellt wird. Mehrere verdächtige Individuen wurden verhaftet.
In der russischen R e i ch s d u m a fragte die Sozialdamo- frotie den Minister des Innern wegen der Verfolgung der Arbeiterorganisationen, die an den Vorbereitungen des Antialkoholkongresses teilnahmen, sowie wegen der Verhaftung mehrerer T elegierten der Organisationen auf dem Kongresse selbst. Die Dringlichkeit lehnte die Reichsduma ab. Ein sozialdemokratischer Antrag, den Anfragen-Ausschuß zu beauftragen, nach Monatsfrist Bericht über die Anfrage zu erstatten, wurde mit 117 gegen 97 Stimmen angenommen. Tie Rechte und das Zentrum bildeten die Maiorität.
Aus Athen wird gemeldet: Der Brigadegeneral Petes- s a s ist zum M i n i st e r des Innern ernannt worden ^und hat dem König den Eid geleistet.
Aus Adis Abeba, kommt folgende Meldung: Gerüchte von dem Tode des Kaisers M e n e l i k und einem Blutbade unter den Europäern sind falsch. Das Land ist vollkommen ruhig.
Die „Gaceta de Madrid" veröffentlicht ein Dekret, durch das die Wiedereröffnung der infolge der Ereignisse in Barcelona geschlossenen freien Schulen unter der Bedingung, daß sie die gesetzlichen Erfordernisse erfüllen, gestattet wird.
Nach den nach New York gelangten Meldungen wurden be; Bvaco (Nicaragua! 300 Aufständische gefangen, genommen. Tas Gefecht, das am 3. d. M. stattfand, dauerte zwei Stunden.
Rakhim Kham hat, wie aus Tiflis gemeldet wird den Statthalter des Kaukasus telegraphisch gebeten, er möge ihm seiner Familie und 200 Familien seiner Anhänger erlauben sich in Rußland niederzulassen. Der Statthalter antwortete, Rai him Khan und seine Familie mögen in Jekatcrinodar im Kuban gebiet Aufenthalt nehmen. Rakhim Khans Schein ist also er loschen.
Aus Statt und Laut.
Gießen, 5. Februar 1910.
•• Tageskalender. Stadrrheater: .Ter bunfk Punkt". Sonntag abend 8 Uhr.
Konzertverei n. 2. Orchesterabend: Wilhelm Backhaus und das verstärkte Palmengarten-Orchester. Sonntag nacljmittn 4*/t Uhr im Sladltbcaler.
Kunstverei n. Neue Ausstellung im Turmhaus.
Kolosseum: Täglich Vorstellung.
K i n e m a t o g r n v h: Täglich - orstellung.
Biograph: Täglich Vorstellung.
F a m i l i e n k o n z e r t ans der Liebigshöhe. Sonntag .?ach mittags 4*/2 Uhr.
Oeff. Versam ml»«g der kreis. Partei: Pros. Dr. R a d e. Liberalismus und Staatsbürgerlum. Landlagßabg. Reh: Tie heistsche Wahlrechtsvorlage. Sonntag nachmittag 3 Uhr in Lleins Saalbau. ,
~ ’* V om Großherzoglichen Hofe. Der Fürst zu Solms-Lich ist am Donnerstag vormittag 11 Uhr tviedcr von Danniladt abgereist. Die Fürstin zu Solms-Lich, sowie die Gräfin Konstantin zu Stolberg-Wernigerode nebst Töchter sind am Donnerstag nachmittag in Darmstadt cingetroffen und haben, n. d. „Darmst. Ztg.", im Neuen Palais Wohnung genommen. Am Donnerstag abend 8 Uhr fand im Neuen Pulais ein The dansant statt, zu dem etwa 170 Einladungen ergangen waren; um 2 Uhr war die Festlichkeit beendet.
” Ordensangelegenheiten. . Der König von Preußen hat folgenden Offizieren die Erlaubnis zur Anlegung nichtpreußischer Orden erteilt: Des Ritterkreuzes zweite» Klasse des Hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Oberlt. v. Harnier, Adjutanten der 17. Kav.- Brig. (Großh. Mecklenburg). Des Ritterkreuzes mit der Krone Mecklenb. Greifen-Ordens: dem Hauptin. v. Eggeling im Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 25. Des Waldcck'schen Berdicnstkreuzes vierter Klasse: dem Leutnant Riedcsel Freiherrn zu Eisenbach (Joh.) im Leib-Drag.- Regt. (2. Großh. Hess) Nr. 24. Des Ritterkreuzes des Kgl. Dänischen Danebrog-Ocdens: dem Lt. Riedesel Freiherrn zu Eiseubach (Joh.) im Leib-Draa.-Regt. (2. Hess.) Nr. 24.
** In den Ruhestand versetzt wurde der Lokomotiv- sührer in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Hch. Luft zu Nidda^iuf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit.
** Po st-Personal Nachrichten. Verliehen: ans Anlaß des Uebertritts in den Ruhestand das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen dem Oberleitungsaufseher Dort in Gießen: der Titel „Oberschafsner" dem Postschaffner Hofmann daselbst. Versetzt: Ober-Postsekretär Weber von Gießen nach Burgen und Postsekretär I o st von Mainz nach Gießen. Etats- m ä ß i g a n g e st e l l t: die Telegraphengehilfin Stiehl in Gießen. B e st anben die Telegraphcnassistentenprüfung: Telegraphengehilfe Reinhardt in Darmstadt.
** Der zweite Orchester-Abend des Gießener Konzertvereins, dec als besondere Anziehungskraft den gefeierten Klavierspieler Wilhelm Backhaus, der jetzt in Darmstadt wohnt, wieder einmal nach Gießen bringt, beginnt mit Rücksicht auf das Theater schon um 41/2 Uhr, worauf besonders hingewiesen sei.
’* Stadttheater. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß morgen Sonntag nachmittag wegen des Konzertes des Konzertvereins im Theater keine Vorstellung stattfindet. — Am Sonntag abend findet die Preniiöce des neuen wick- iamen Schwankes von Presber u. Kadelburg „Der dunkle Punkt" statt.
Eis verein. Wie wir mitteilten, wurden infolge des Konkurrenzausschrelbcus zur Erlangung von Entivürfen für ein Vereinshaus drei Pläne (mit dem ersten, zweiten und dritten Preis) ausgezeichnet. Ein weiterer Plan mit dem Motto „Den Eisfreunden" wurde von dein Preisgericht zum 'Ankauf empfohlen. Dieser Anlauf ist in der letzten Vorstandssitzung beschloßen ivorden und es ergab sich bei Eröffnung des Briefumschlages als Verfertiger dieses Planes Architekt L. Sc ul in g hier.
** Zweijährig - Freiwillige. Das Regiment Kaiser Wilhelm nimmt zum Eintritt für nächsten Herbst »och Zweijährig-Freiwillige an. Sie können sich jeden Dienstag vormittag beim Regiment auf dem Geschäftszimlner in Gießen (Zeughaustaserne), mit Meldeschein und Führungszeugnis ihres letzten Arbeitgebers oder der betr. Bürgermeisterei versehen, vor bem 31. März melden. Leute, die bereits zur Musterung waren, haben Losiingsfchein mitzubringen.
** Ucber „Goethes Lebensphi lvsvphie" sprach am Donnerstag abend Herr Geheimerctt Prof. Dr. Siebeck auf Veranlassung der F r e ir n S t n d c n t e n sch a f t. GoethesLebens- Philosophie liege für den, der feine Werke kenne, in der Frage Nach Cer Beschaffenheit und dem Werte des menschlichen Lebens. Ihm bedeutet es wenig, sich um Wissen zu bemühen, wenn man nicht die Fingerzeige beaästet, die das Leben selbst für das Gelingen der Erkenntnis geben. Tie Lösung der Lebensprobleme könne nur gegeben werden in dec lebendigen, persönlichen Teilnahme am Inhalt bis Lebens selbst mit aufgeschlossenem, spekulativsm Interesse. Taber ist das erste Erfordernis zur Weisheit ein freier, frommer Mut und die Fähigkeit, resolut zu leben. Von Aufrufen 6it solchem tatkräftigen Leben sind seine Werte voll. Um Goethes Lebensanjfassung in die geeignete Beleuchtung zu rücken, muß man die Verschiedenheit jener beiden Richtungen der Ethik ins Auge fassen: deren eine das pflichtgemäße Handeln nicht als Zweck an sich selbst, sondern als Mittel zur Erreichung des größtmöglichen Glück.s auffaßt, während die andere mir solche Handlungen für wirklich moralisch hält, bei denen von dem Glücksgefühl von vornherein abgesehen wi^d, und man sich das Rechthandeln selbst sogar abzwingen muß. Der letzteren hängt nrehr Schiller an, während Goethe von der anderen Seite kommt. Für ihn muß die Welt so sein, daß es dem Einzelnen wohl darin sein kamt. Er fühlt aber «auch das Bedürfnis, dieses M^iblseins wert zu sein, und die VerP'ilickKung, sein Leben nad? Maßgabe eines idealen Wertes zu gestalten. Tec Begriff vom Wesen und Werte des Lebens bildet die Grundlage sür Goethes ethisches Bewußtsein. Ter einzelne Mensch soll durch rege Teilnahme an der Fülle dcs Lebens lein Leben entwickeln. Dadurch ruft er in seiner Umgebung sruchtbringendc Tätigkeit hervor und hierdurch wieder b e tz >ich selbst. In einer solchen Fülle des Wirkens nach innen und außen sein Glück zu finden, liegt der Kern des Tose ins. Als Tichter ist Goethe nicht imid", die Gesinnung zu verkünden, krafl :er.n er fernen iyauft a s dem Prolog des Johannes-Evangeliums oie Erkenntn s cherauslesen mßt: „Im Anfang war die Tat". Tabei legt Goethe auf den Einzelnen, das Individuum, Wert. Tie einzelne Persönlichkeit gibt dem Weltleben seine Bedeutung. ^edeS Individuum, jede Volisindividualttät Hot Daseinsberechtigung. Dieft Berechtigung bedeutet aber feine Isolierung der Jndividu n, sondern die ganze Menschheit ist schließlich ein großes Individuum. Das Individuum wieder bleibt dem Gewissen und . er Weltordnung verantwortlich. Wie und wie wett das Jndv viduum sich zur Persönlichkeit durchzuringen vermag, wie wett ei der Ausgestaltung des persönlichen Lebens! Freiheit intb uie weit Notwendigkeit herrscht, darin liegt für Goethe cs Problem. Bon hier aus ikommt er auf die Frage vom Wesen intb der Möglichkeit der mensch.'ichen Freiheit. 2er Mensch .i'irb frei durch Unterwerfung unter die Notwendigkeit. Erst in- chlgg.chefer Wandlung gestaltet er das Leben zu einem Wirken aus Freiheit. Durch diese Unterwerfung wird der Mensch zur Per- önlichkeit. Je eher er sich in diesen Gehorsam begibt, um so .dichter wird er zur Zweiheit gelangen. Durch freien Entschluß itirb also die Freiheit ausgegeben. Tas Dnrchriugen zu dieser Freiheit ist das Thema von Goethes^ umfassendsten Werken,^wir j-auft, Wilhelm Meister u. a. — Am Schlüsse seiner hochintereuaw cn Ausführungen w'.es der Redner darauf hin, baß, Goethe, uerut er diese seine Gedanken nock> ireiter verfolgt hätte, noch Luf die Probleme gekommen wäre, die im Wesen und Begriff des Charakters liegen. Zur Persönlichkeit nämlich wird der geführt, - scher ein Charakter wird. Der Charakter unterscheidet sich vom Temperament und Gemüt dadurch, daß er das eigene Werk
M 2^widuums ist, indem es sich mit Bewußtsein unter Pnw I jtjnen (teilt Dre Etgerttümlichikett dec- so erworbenen Eharokfe^ hangt nicht lediglich von unsrer Willkür ab, sondern ist ’ au&erc Einwirkungen unseres Lebens mitbeftimmt Ter ebaTüHr’ bewnit sich durch die stetige Selbstbel-auptung an der Umgebung m-, ' gegen die Umgebung. Darin liegt der cigentlick - Werk bA? lönlrchen -vaseins. Hier treffen mir erst den vollen Sinn iv-. Worts: ,,Tenn ich bin ein Mensch gewesen, unn das beirt r- » Kämpfer fein."
** Kinematoaraph. Man schreibt uns: Der - grammwcchsel hat wieder interessante Vorführungen gebracht. Ein farbenprächtiger Film, der in einer Naturaufnahme Gewerbe Bombay bringt, ist recht belehrend und sehenswert. Einen stü- milchen Lacherfolg wird die Nummer „Piesle löschte alles" habe- dem sich die humorvollen Szenen Man steigt nach .... urt> ^uölgeiftct würdig anschließen. Dramatische Situationen sini Des Mexikaners Rache, ein undankbarer Sobn und die beidm Waisenmädchen. Ein Film von 300 Meter Länge zeigt bc< biblische Drama Johannes des Täufers lebenswahr und packend . Von den Wandernden. Im Januar haben in bei Herberge zur Heimat 1695 Gäste (gegen 1837 im Januar 1909 fogiert^ darunter 1049 (1212) gegen Arbeitsleistung imb 626 (645'1 ^eKstzahler. — Für ben Arbeitsnachweis waren 14 offen? etiulen gemeldet, von denen 11 zurückgenommen und 8 sich burdi Jrillablauf erledigten. Ter Rest wurde mit 15 Handwerker irito 10 ungelernten Arbeitern besetzt.
** I n Amerika verstör b c n e H esse il Johann Scherrer,' 85 Jähre alt, in Brooklyn: Hch. Götz, 80 ! Jahre alt, in Corona: Konr. Schindehütte, 70 Jahrc ■ alt, in Pittsburg: Adam H c r ch en r ö t h er, 78 Jahrc alt, aus Düdelsheim, in Pittsburg: Elisadetha Ziegle: geb. Baumgart aus Darmstadt, in Süd-Pittsburg, 62 Jahre alt: Karl Pfc^il, 64 Jahre alt, in Chicago: Elisabechü Jockel geb. Schildlvächter, 70 Jahre alt, aus Grünberg, m Baltimore: Joh. Ad. Schaff, 75 Jahre alt, in Chicago; Joh. Bach, 75 Jahre alt, aus Nidda, in Balti.
more; Dorothea Bieroth, 60 Jahre alt, ans Babenhausen, in Baltimore.
s. Lollar, 4. Febc. In dec am morgigen Sonntag im Saalbau zur Traube stattfindenden Versammlung de- GemerbeveceinS Lollar und Umg. wird Herr Lotz au? Offenbach über die Aenderunq im Krankenkaffengesetz sprechen.
— Grüningen, 5. Febr. Morgen, Sonntag, feiert her G esangv er ein der Ad. I sh ciinischen Stiftung sein 47 iahriges Stiftungsfest, verbunden mit Konzert und komischen Gesangsvorträgen. Arn Montag ist eine Nachfeier mit Tain Die Musik wird ausgeführt von der Uapelle Bender dahier.
b. N i e d e r - B e s s i n g e n, 4. Febr. Am 1. Febr. hat bir H a u s h altungsschule des Kreises Gießen unter Leitung von Fräulein Wetzell Hierselbst einen Kurs mit 17 Schülerinnen begonnen.
x Bad-Nauheim, 4. Febr. Unsere Stadt stchi jetzt vollkommen im Zeichen des Karnevals. Während Fast nacht noch vor fünf Jahren spurlos hier vorübergiug, ha: jetzt das karnevalistische Treiben an Ausdehnung sehr ;.u genommen. Fast alle Vereine planen größere Leranstal hingen oder haben sie schon gehabt. Eine öffentliche Kappen sitzung im Sprudel-Hotel findet am Sonntag durch den Gesangverein „Concordia" statt. Der Rodelklub' „Johannis berg" hat für den Fastnacht-Dienstag einen Maskenball in Form eines „Kinderfestes für Erwachsene" vorgesehen Der Zitherklub und der Turnverein veranstalten neben uir- nevalistischen Sitzungen am Sonntag Umzüge durch bid Stadt, denen man mit Spannung entgegenfieht. Der Fast; nacht-Dienstag ist hier zu einem fötalen Feiertag ge- ; worden. Die meisten privaten und staatlichcir Shircaus | schließen an dem Tage. Auch die Schulen tragen dem i Umstand Rechnung, indem sie den Unterricht vollständiL1 ausfetzen..— Die günstige Lage unserer Rodelbahn ai; Nordabhang des Johannisberges ermöglicht auch jetzt noch ihre Benutzung. In dieser Woche wurde täglich von juuz und alt dem gesunden Sport gehuldigt. Durch die Vor- schriftsmaßregeln der Polizei und des Rodelklubs haben sich Unglücksfälle nicht mehr ereignet.
N. M a i n z, 4. Febr. Am Montag morgen gegen 11 Uhr wird das Großherzogs paar mit Gefolge zvc Besichtigung des Rosenmontagszuges hier eintreffen. Pri'- vinzialdirektor von Hombergk z» Bach wird die Herrschaften im .Kreisamt empfangen, und diese werden vom ersten Stof aus den Zug besichtigen/ Das Komitee und die Generäle j der Garden werden vom Großherzog empfangen, wobst i Präsident Glotzbach dem Großherzogspaar einen Orden de5 | Prinzen Karneval überreichen wird. Ter Zug setzt sich au> ! 74 Gruppen zusammen: z. B. >lvn:glichpreußischgroßherzop- lichhessischereisenbahngemeiiischaftsliebeswärmegradmesser, Haremsdamen a. D., Der „Meenzer" Komet, Stellungslost Eunuchen, der bekehrte Stadtsäckcl u. a. nt. Die Kinder bc: I Nachbargemeittden, die gewöhnlich Dienstags schulfrei ! hatten, werden dieses Jahr Montags vom Unterricht enl' bunden, um den Zug ansehen zu können.
fc. Mainz, 4. Febr. Ein Kampf zwischen Milch' Händlern und M i l ch p r o d u z e n t e n ist hier ausgc' brachen. Die Produzenten wollen den Preis für das £üc Milch am 1. März d. J's. um» 2 Psg. erhöhen. Gestern abew fand in der „Stadt Mainz" eine vom Milchhändlerverei: einberufene Versammlung statt. Nach einem Referat be ; Rechtsanwalts Dr. Guttmann wurde folgende Entschließ uitg angenommen: die versammelten Milchhändler vo: Mainz und Umgebung find einstimmig der Ansicht, ba; unter den jetzigen schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse' eine weitere Mtfchverteuerung undurchführbar ist. Sie erwarten von dem Gerechtigkeitssinn der Landwirte, da' sie ihre Forderungen zurückziehen. Ebenso fordern sie vo: den Konsumenten, int Falle eines dem Milchhandel gedrungenen Milchkriegs den Verbrauch der Milch cinzu i schränken.
Hk. Marburg, 4. Febr. Der Kurator der hiesigen Uni versität. Geh. Ober-Reg.-Ral Dr. S ch o l l m e y e r, Der seit lau gerer Zeit leidend ist, hat sich aus Gesundheitsrücksichten oct anlaßt gesehen, zum L April seinen Abschied einzureichen In ben hiesigen akademischen Kreisen bedauert man das AnMeibei dieses um ine Universität verdienten Mannes auf das lebhaftest«
h. Herborn, 4. Febr. Tie von der hiesigen Berpflegungs stativn getroffene Einrichtung', daß die nach Siegen rcjienber Wanderer mit Rüchickn auf die weite Entfernung bis Burbaft mit der Eisenbahn befördert werden, hat sich bisher auf bas beiti bewährt. Tie Wänderer erhalten aus bem Rathansc lici Empsaw ihrer Papiere einen Gutschein, worauf sie bei Der hiesigen Statut eine Fahrkarte 4. Klasse zu dem Zuge 1,35 Uhr mittags ausgo händigt erhalten, bie derartig beschaffen ist, daß der Betcefftns. bis Burbcick') fahren muß. Tie Kosten lixrbfn, wie die übriger Kosten der Verpff^gungs stativn, vom Bezirks verband und Krei, getragen. Tiefe Fürsorge kommt ch erster Linie den zwischen hiel imb Bürbach gelegen Orten Tillenburg, .Haiger usw. zugute, die dadurch von Bettlern stark entlastet warben.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und de« Nachbarstaaten Ter Förster Sau eil Dein in Burkh schoß dieser Tage in der Nähe des Dorfes einen prächtigen Me>. marber. — In N ie de r-Fl o r sta b t verstarb gestern im 88. Lebensjahr der betaimte Wirt und Mehgermeister 'Pbülpr Karl Musch. — Infolge Alkohol-Vergiftung starv in einer Lvnt schäft in Schmittlo theim ein zirka 60 Jahre alter Mann


