Ausgabe 
1.4.1910 Erstes Blatt
 
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TäHu fäntten beftenfalfö noch fünf flfcüverc Ballons, bic* aber nur in beschränktem Maße verwendbar seien. Frankreich habe demgegen­über drei lenkbare Luftschiffe. (Zuruf Reymvnds: aber kein ein­ziges ist disponibel! Aber sie werden ausgebessert oder umge- staltet! erwiderte der Ministern Außerdem beftudeu sich vier Ballons in Bau, die Ende 1910 in T^nft genommen.werden können. Frankreich besitzt ferner Mei Luftschiffhallen, die im Laufe des Jahres 1910 um drei weitere vermehrt werden. Ende 1910 werden wir über sieben Lrnkvallons und fünf Luftschiff- hallen t>er fügen. Ter Kciegsminister zählte die Arbeiten und Entwürfe im Fntevesse der ^uftschiffahrt auf, die im nächsten Jahre 2 0 Millionen Franks erfordern werden. Er wies svdaiM eine große Anzahl der gegen ibn erhobenen Vorwürfe zurück, und sagte dabei unter anderem, daß eS kein Interesse habe, eine Luftschi ff l>al le in dem 4000 Kilometer von der Grenze ent­fernten Taris zu erbauen. Ter Kriegs Minister könne unmöglich alle Modelle von Aeropianen prüfen, denn es würden täglich neue herausgebrackt. Möge das Parlament Mittel für Uebnngs- ^öedi1 zur Verfügung stellen, das sei besser als alle Theorie. Er sei fest entschlossen, der Armee alle Mittel für die Entwickelung der Lustschiffahrt zur Verfügung zu stellen, von allen industriellen Fortschritten Truhen zu ziehen und ein erwähltes Personal heran­zuziehen.

Nachdem R c h mo n d nochmals die Angelegenheit Deutschlands auf dem Gebiete der Luftschiffahrt betont und die Erklärungen des Kriegsministers als unbefriedigend bezeichnet hatte, nahm der Senat eine Tagesordnung an, mit der sich auch der Kriegsmini st er einverstanden erklärte, dahingehend, der Senat Wünscht, daß der Kriegsminister unverzüglich die Selb­ständigkeit und den Fortschritt der militärischen Luftschiffahrt sicherstellt und spricht der Regierung das Vertrauen aus.

Sodann wurde die Sitzung aufgehoben. Ter Senat hat einen Gewrentwurf angenommen, durch den alle wegen entehrender Telitte Verurteilte vom Heeresdienst bei den int Mutterlande garnisonierenden Truppen ausgeschlossen nerben usw.

Der Reichskanzler und das neue italienische Robinett.

Rom, 31. März. DieAgenzia Stefani" veröffentlicht die Liste des neuen Kabinetts, die mit der gestern gemeldeten überein stimmt. Das Ministerium der Land­wirtschaft hat Reineri übernommen.

Florenz, 31. März. DerAgenzia Stefani" zufolge hat der deutsche Reichskanzler an Luzzatti folgende Depesche gesandt:

Wie ich erfahre, ist das Kabinett unter Ihrem Präsidium ge­bildet. Emvfangen Sie meine aufrichtigen Glückwünsche. Ich freue mich, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben und durch untere Unter» Haltungen, an die ich die frerurdlichste Erinnerung beivahre, in per­sönliche Beziehungen mit Ihnen getreten zu sein.

Luzzatti antroortete in folgendem Telegramm:

Ich danke Eurer Exzellenz herzlich für die liebenswürdige De­pesche. Auch ich beivahre die lebhafteste E> urnerung an die Unter­haltungen, die ich das Glück halte, mit Ihnen zu führen, und in denen Sie mir hohe Gedanken zum Arisdruck gebracht haben, wie sie eiiles wahrhaft überlegen en Staatsmannes würdig sind.

Deutscbes Acieb.

DerLokal-Anzeiger" meldet aus Flensburg: Am Sonn­abend findet in Flensburg eine Konferenz sämtlicher Pächter der Quarantäne-Anstalten statt, um zu den Vorgängen bei dec Ein­führung dänischen Viehs, sowie zu der Frage, was mit dem kassierten Vieh zu geschehen habe, Stellung zu nehmen.

Ausland.

DerNewhork Herald" meldet aus Peking: Die Vertreter der auswärtigen Banken hielten eine Konferenz ab, um darüber zu beraten, ob sic nicht an die Regierung ihrer Heimat­länder das dringende Ersuchen richten sollten, ernste Vorstel - lungen bei her chinesischen Regierung zu erheben, weil diese dem Adel der Provinzen Hupeh und Hunan die Er­laubnis erteilt habe, Gesellschaften zur Ausführung des Baues einer Eisenbahn von (Santen nach Hankau zu grün­den, eine Erlaubnis, die dem im letzten Juni unterzeichneten Anleihsabkommen widerspreche. Tie Vertreter der Banken be- fchlo'sen, vorerst an den Waiwupu die Aufforderung zu richten, die wahren Ziele der von der Regierung erteilten Erlaubnis klar zu stellen. Während die Agitatoren des Adels in den Provinzen erklären, die Erlaubnis bedeute für sie einen vollen Sieg und schalte die Anleihe aus, geben die amtHdycn Kreise die Versickerung ab, daß es sich nm eine z e i t w e i l i g e Maß­nahme handele, die die Entwickelung der Anleihe-Angelegenheit nicht notwendig beeinträchtigen müsse.

2hi£- Oe<adt und

Gießen, 1. April 1910.

** Lehramts Personalien. Der Grobherzog hat den Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Prof. Wilh. Sammet auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstelliing feiner Gesundheit und den Oberlehrer an der Oberrealschule zu Offenbach Prof. Ludw. Roth auf fein Rachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Riihestand versetzt.

* Techn. Schulwesen. Der Großherzog hat den Hauptlehrer und Dirigenten der Fachschiile für Elfenbein­schnitzerei und verwandte Gewerbe in Erbach Emil Klein zum Hauptlehrer an den Technischen Lehranstalten in Offen­bach ernannt.

Militärisches. Rach vierwöchiger anstrengender Hebung wurden gestern Donnerstag die beiden Kompagnien angehender Offiziersaspiranten auf dem Tru p p e b u n gs- platz Darmstadt aufgelöst. Der Rest ihrer achtwöchlgen Hebung (bis zum 28. April einschließlich) wird bei den ein­zelnen Regimentern zugebracht.

* * Ernannt wurde der Gefangenwärter am Landes­zuchthaus Marienschloß Joh. Ant. Sauer zum Gefangen- aiifseher an dieser Anstalt.

* ' Erledigt ist die Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Alsheim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.

** Eilzug Fr an kfurtHagen. Die Handels­kammer Altena für das Lennegebiet des Kreises Altena und den Kreis Olpe hat bei der Königl. Eisenbahndirektivn Elberfeld den Antrag ^angebracht, na binitrags zwischen 2 und 3 Uhr von Hagen aus einen, z n s d) l a g s f r e i e n E i l z u g einzulegeit, diesen bis Gießen dmckzufübren und ihm Anschluß an den 7,30 Uhr nach Frankfurt a. M. abgehenden Eilzug 72 zu geben. Als Gegenzug ist vorgeschlagen ein zuschlagssreier Eilzug, der in Gießen Anschluß an den 1,20 Uhr nachmittags cintrcffcnöen Zug D 45 erhielte und gegen o1 Uhr in Hiagcn eintreffen könnte. Tie Friedberger Handelskammer beschloß in ihrer letzten Sitzung, im Interesse eines regeren Verkehrs nach Rheinland und Westfalen Nd mit Rücksicht auf das Interesse Bad-Rauhe:ms mit seiner ftarien Tcreguenz ans den genannten Provinzen diese Ein­gabe zu unterstützen.

** Tie Frühjahrskontro 1!lversammlungen be­ginnen im Kreis Gießen am 5. April (Siehe heutiges Mreisblatt.). Tie Kontrollpflichtigen aus den Gemeinden.211 bad], Birklar, Et­tingshausen und Münster seien besonders darauf aufmerksam ge­macht, daß ihre auf den 18. April zu Lich angesetztc Kontrollver- sammlnng um 3 Uhr nachmittags beginnt.

Jubiläums-Pferde markt. Für die sportliche Veranstaltung aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der Pferde­märkte sind bisher für das Preisreiten, die Springkonkurrenz und das Jagdreiten 38 Reiter und für das landwirtschaft­liche Reiten 11 Reiter angemeldet. Zur Prämiierung sind bis gestern mittag über 100 Pferde gemeldet worden. Das Interesfe für den Markt ist auch unter den Händlerkreisen rege, so daß man mit einer Beschickung mit 300 Pferden rechnen kann.

** Hunde - Aus stellung. Der Verein Hundesport für Gießen und Hmgegend veranstaltet am 29. Mai auf der Liebigshöhe eine Ausstellung von Hunden aller Raffen.

** Eine Kraft-Attraktion int Kolosseum. Werin auch für Schönheit und ästhetische Unterhaltung emp­fängliche Menschen übereinstimmend der Ansicht waren, daß die Ringkämpfe im Kolosseum einen auserlesenen Genuß boten, "l>atte sich doch bei einigen mehr materialistisch Ge­sinnten der Zweifel erhoben, ob die dort arbeitenden Ringer wirklich ein solches Uebarmaß von Muskelkraft besäßen, und ob es sich trotz der gewaltigen Anstrengungen, ab­gesehen von der Hebung, die ja erforderlich ist, nicht doch um verhältnismäßig lerchte Leistungen handle. Um solche Einwendungen aus dein Felde zu schlagen, hat der beteiligte bayerische Herkules Grammer eine Wette um 100 Mk. gegen einen hiesigen Künstliebhaber angenommen, wobei er sich verpflichtet, innerhalb 30 Minuten einen bestimmten Baum im Kolofscumsgarten von ansehnlicher Dicke mit allen Wur­zeln vollständig auszureißen. Tie Wette soll heute abend als Schluß dar Ringtänrpf-Konkurrenz um V27 Uhr abends bei freiem Zutritt im Kolosseumsgarten zum Austrag ge­bracht werden. Ter Besitzer des Kolosseums, der an der Sache ein begreifliches Interesse hat, wird gestatten, daß die ebenso beliebte wie feinsinnige Kolosseum-Käpclle zu der Wette ihren faszinierendsten Marsch spielt und das Urteil des Preisrichterkollegiums, zu dem auch zwei hiesige bekannte Sportsfreunde zugezogen worden find, mit einem Tusch begleitet. Natürlich wird die Abendvorstellung int Anschluß daran bei den gewöhnlichen Eintrittspreisen statt­finden.

Klein-Linden, 31. März. Unser Ort, der seit­her nur eine PoÜhilfsftelle besaß und zum Postamt Gießen gehörte, wird demnächst eine P 0 sta g entur. Der Geltungs­bereich der Rachbarpostorte wird auf den Verkehr zwischen Gießen und der neuen Postanstalt ausgedehnt.

!- Köddingen, 31. März. Am ersten Ofterfeiertag konnten der Schmied Heinrich Obermann und seine Ehe­frau in Rüstigkeit und Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Ihre sämtlichen Kinder, Enkel und Hr- enkel, die noch alle am Leben sind, umgaben sie an diesem Ehrentage. 9300 dem Groß Herzog wurde dem Jubelpaar sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift verehrt. Der Jubi­lar, der feit 1875 Mitglied des Kirchenvorstandes und über 20 Jahre dessen ausführendes Mitglied ist, erhielt vom Ober- konsistorium ein schönes Gesangbuch mit herzlichem Schreiben und vom Kirchenvorstand in 9(ncrfennung seiner Verdienste nm das kirchliche Leben eine Prachtbibel. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, das; in unserer Gemeinde ein solches Familienfest gefeiert werden konnte.

L. Ockstadt, 31. März. Tie Arbeiten an unserer neuen katholischen Kirche sind im Rohbau vollendet, man arbeitet eben an der Herstellung der beiden Türme, die eine Höhe von 4042 Meter erreichen werden. Nach ihrer Vollendung, die uod) im Herbst dieses Jahres zu enuärten ist, ist die Ockstädtcr Stirdje wohl die schönste katholische Kirche Oberhessens.

rb. Mainz, 31. März. Tie Versteigerung der G r 0 ß h. Hessischen Weinbau -D 0 m ä n c fand heute mittag im Konzerthaussaal unter zahlreicher Beteiligung von Interessenten statt. Tie Nachfrage war so bedeutend, wie noch nie. Tie angebotenen 90 verschiedenen Nummern, die von der Sachverständigenkommission auf 86 000 Mk. taxiert worden waren, erzielten einen Erlös von über 114 000 Mk. und lieferten somit abermals einen zahlen­mäßigen Beweis dafür, daß Hessen in seinen Weinbau- Tomänen eine feiner besten wirtschaftlichen Anlagen besitzt. Tie Versteigerung der Domänenweine begann mit den billigsten Creszenzen des Weingutes Bodenheim, von wel­chem 19 Halb- und ein Viertel-Stück angcboten waren. Gleich beim ersten Faß, das zu 450 Mk. taxiert war, wurden 660 Mk. gelöst und dann ging es in annähernd demselben Verhältnis in die Höhe. Der" geringste Satz für die 1907er Creszenzeri der Weingüter Oppenheim (18 Halb- und zwei Viertelstücke), Bingen (13 Halb- und 4 Viertelstücke) und Nack en heim-Nierstein (31 Halbstücke) betrug 600 Mk. Dabei war il a. Nackenheimer Fenchelberg zu 800 und 900 Mk. taxiert, welch letzterer fast den doppelten Erlös hatte, näm­lich 1720 Mk. TieSpitze" der Weine, 1/2 Stück Nacken­heimer, Oesterreicher Auslese, war zu 3500 Mk. taxiert und ging für 4500 Mk. in den Besitz von Kainpinsti-Berlin über. Sehr bemerkenswert ist auch das erstmalige Auf­treten von Creszenzen des Bensheimer W e i n gu t e §. Tie beiden zu 700 und 750 Mk. taxierten Halbstücke Streich- ling-Riesling wurden zu 1240 und 1310 Mi. verkauft. Tie beiden letzteren, wie eine Reihe anderer besserer Marken wurden für das Marine-Kasino in Kiel gesteigert; auch die Vereinigte Gesellschaft Darmstadt ließ zehn hervor­ragende Marken in beträchtlichem Werte erwerben. Von Interesse dürfte üm Anschluß hieran noch die heute bekannt gegebene Tatsache sein, daß die hessische Domäne das Wein­gutHerrenberg" in der Gemarkung Oppenheim an­gel a u f t hat.

w. Wißmar, 31. März. Die heutige Verpachtung unserer Wald- und Feldjagd, die bisher jährlich 3000 Mk. einbrachte, hat einen erheblichen Ausfall erlitten. Die Waldjagd ging an Düsseldorfer Jäger für 1400 Mk. und die Feldjagd an Karl Felsing und Genossen aus Gießen für 400 Mk. fort.

Marburg, 1. April. Unangenehm überrascht wurde heute vormittag der Besitzer der hier gastierenden Menagerie: Red Extres Parli. Die 5 Walrosse des Tierbändigers 4 Riesenrosse und ein Babh nahmen ihr Morgenbad in einem eigens hierzu abgesperrten Teil der Lahn, neben der die Menagerie in Marburg-Süd ihr Lager aufgeschlagen hat. Ein plötzlich in der Nähe explo­dierender Maschinenkessel Menschenleben sind glücklicher-

ihren früheren Herrn und Meister mit ihren Stoßzähnen, als er schwimmend auf sie zukam uni) sie durch Zurufe zur Umkehr zu bewegen suchte. Parli mußte eilends an's Ufer flüchten, während feine Flossenfüßler ihre Flucht fortsetzten. Alle Ortschaften flußabwärts wurden sofort ^telegraphisch von der Flucht in Kenntnis gesetzt und die i2eitentälchen der Salzböde, der Lumda usw. sind seit, heute früh abgesperrt, um ein Ausweichen der Tiere nach Westen oder Osten zu verhindern. Bei Gießen aber wurde in aller Eile beim Elektrizitätswerk die Passage so gesperrt, daß die Tiere nicht weiter können. Vollständig verdeckt liegende Fang­netze aus starken Drahtseilen werden den Flüchtlingen hier die Freiheit wieder nehmen. Nach den letzten Nachrichten von dem Weiterrücken der Durchgänger gerechnet, müssen diese zwischen 6 und 7 Uhr nachmittags hier ankommen.

w. Frankfurt a. M., 31. März. 5)cm Kommerzien­rat Eduard Beit hier (Mitinhaber der Bankstrma Lazard Speyer-Ellisseu-Frankfurt a. M. d. R.) wurde der erbliche Adel unter der NamensformBeit von Speyer" verliehen. DieKleine Presse", die im Verlag der Frankfurter Sozietätsdruckerei erscheint, feiert heute das Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens. Das Blatt ver­öffentlicht in feiner Festnummer Glückwünsche der volkspartei- lichen Politiker Payer, Haußmann, Naumann, Oeser, Funch Flesch, Korell.

** Der Oberhesfische Bienenzüchterverein hielt am 29. März seine A u s s ch u ß s i tz u n g im Hotel Schütz hier ab. Tie Versammlung wurde burdj den 1. Vorsitzenden des Oberhessischen Bienenzüchtervereins, Lehrer Buß-Leihgestem, mit einer Ansprache eröffnet, in der er sämtliche Delegierte, besonders die der neueingetretenen Vereine von Lauterbad' und Schlitz, begrüßte. Tie V 0 r st a n d s w a h l ergab cinftimnüge Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. An Stelle des ausscheidenden hoch­verdienten Mitgliedes Rentner Otto Schmidt-Gießen, wurde Pfarrer Böchner zu Treis a. d. Lumda neugewählt. Tie Rechnung schließt ab mit einem Kassenvorrate von 750,27 Mark. Tas Ver­mögen des Vereins beträgt 2100 Mark. Tie Rechnungsablage über die letztiährige Wander Versammlung zu Altenburg ergab einen Ueberschuß von 218 Mark, bet dem festgebenden Verein verbleibt. Ter Voranschlag für 1910 sieht in Einnahme und Ausgabe 3116,93 Mart vor. Dazu wurden solgende Beschlüsse gefaßt: der Versand der Biene geschieht and) in Zukunft durch den Rechner: es wird ihm eine erhöhte Vergütung bezahlt; die bienenwirtschaftlichen Zeitschriften sollen 1911 gewechselt werden. Tic Auswahl soll der Vorstand treffen: für den Kursus 1910 wird der gleiche Betrag wie in den Vorjahren eingestellt. Von naturwissenschaftlichen Vorträgen soll int1 diesjährigen Kursus abgesehen werden. Lehrer im Kursus 1910 sind die Herren Hensel und Buß. Für 1911 wird eine Teilung des Kursus in einen solchen!sür Anfänger und fortgcschrilteno Imker geplant. Ter Kursus findet dieses Jahr schon vom 19. 25. Juni statt. Tic Unterstützung der Zweigvereine durch Zuwendung von Waben bleibt and) ft-r 1910 bestehen. Die beschlossene Eintragung des Oberhessisd>en Bienenzüchtervereins ins Vereinsregistcr^ bedingte eine Aenderung der Satzungen. Nachdem die neuen Satzungen gut geheißen, wurde der Eintrag ins Vereinsregister und Truck der Satzungen wiederholt beschlossen. Die Wanderversammlung soll am 18. und 19. Juli in Schotten stattfinden. Mit ihr ist wieder eine Verlosung verbunden. Ten Borttag über Königinnenzucht hat Herr Hensel übernommen. Preisrichter sind die Herren Kling, Loch und Nunk. Auch in Zukunft soll bei Ausstellungen das Vereinsglas verwendet werden. Ferner wurde mitgeteilt, daß der Bienenzuchtverein für den Regierungsbezirk Kassel am 24. und 25. Juli sein 50 jähriges Jubiläum zu Kassel feiert. . Es wurde die Stiftung eines Ehrenpreises beschlossen. Nack> Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner, ebenso tn Vorstande für seine Gesdüflsführung Entlastung ausgefprochc

Frankfurt a. M., 31. Marz. Gegen das Urteil des Kriegs­gerichts, durch welches der Hauptmann Malotki von Hrzebiatomski vom 81. Infanterie-Regiment wegen un­erlaubter Entfernung zu drei Tionaten Festungshaft verurteilt worden war, hatte der Gerichtsherr Berufung eingelegt. Tas Oberkriegsgericht des 18. s>lrmeekocps erhöhte heute die Strafe auf ein Jahr und einen Monat unter Anrechnung der Unter­suchungshaft und erkannte außerdem auf Tienstentlasstma.

M ü n ch e n, 31. März. Ter Unteroffizier Erich Lauge von der 3. Schwadron des 1. schweren Reiterregiments wurde vom Kriegsgericht zu 19 Tagen M i 11 e l a r r e st verurteilt, weil dec Reiter Sligner von anderen Soldaten auf Befsl;l des lluterosfiziers mehrfach schwere Mißhandlungen zu erdulden hatte.

Dar Eisenbahnunglück bei Mülheim a. Rh.

Bald nad) Bekanntwcrd^u des Unglücks war ganz Mülheiur in großer Aufregung. Das Geschrei und Stöhnen der Verwundeten und das Röcheln der Sterbenden war, nach derKöln. Ztg.", herzzerreißend und weithin hörbar. Verschiedene Hilfsrnann- schaften und Zuschauer wurden angesichts der ersck)ütternden Szenen von O hn rn a ch t s a u f ä l l e n betroffen.

Tie letzten drei Wagen des Militärzuges waren stark be­schädigt. Immerhin war die Zerstörung merkwürdigerweise im Verhältnis zu dem Umfang des Unglücks gering, denn ein Teil der Trümmer rührt von den Rettungsarbeiten her, da die Rettungsmannschaften die Wände cinfdjlugen oder die Wagen­decken mit Gewalt abheben mußten, um in das innere zu den Eingeschlossenen zu gelangen. Ihre Befreiung machte große Schwierigkeiten, was sich allein daraus ergibt, daß etwa 21/2 Stunden nach dem Unglück erst die letzten Verwundeten und Toten geborgen werden konnten. Als ein Wunder ist es zu betrachten, daß der letzte Gerettete, der unter dem verbogenen Eisengestänge eines Wagens eingekeilt lag und den man erst später entdeckt hatte, nad) seiner Befreiuung fast unversehrt die unglück­selige Stätte verlassen konnte.

Heber die Ursache des Unfalles

fehlen noch genauere Angaben, da strengste Verschwiegenheft beobachtet wird. Der Lokomotivführer des Luxuszuges, der auf den Militärzug auffuhr, ist inzwischen verhaftet worden. Er behauptet, daß das Einfahrtssignal auffrei" gestanden habe, was aber von den Leuten, die auf dem Stellwerk tätig waren, be­stritten wird. Ter Führer des Expreßzuges konnte den Militar- sonderzug nicht bemerken, da die Bahn au der Unglücksstelle eine lange Kurve bildet und außerdem nehmen die Bauwerke an der Schanzenstraße für die fdjiencnfrei e K r c u 311 ng der Per- onen- und Gütergleise die Aussicht. Diese Anlagen sind außer­ordentlich sinnreich, und man hatte von ihnen in Verbindung mit vorbildlichen automatischen Stellwerksanlagen die größte Betriebssicherheit erwartet. Der Führer des Expreß­zuges hat, wie der K. Z. mwerbindlick) mitgeteilt wird, den Militärzug im Geleise stehen sehen, es war aber 3 u spät, um das Unglück zu verhindern; die Entfernung zwischen beiden Zügen

war zu gering.

Die Zahl der Toten.

Menschenmenge bei ihrem Reinigungsmerke begafft wurden, in solche Anfregung, daß sie die Sperre durchbiachen und

weise nicht in Gefahr gekommen brachte die badenden Tiere, die von einer nach vielen Hunderten zählenden

Mülheim a. Rh., 31. März. Tie Zahl der ver­letzten Soldaten beträgt, nachdem noch die Musketiere Schmalz von der 11. >lomp des 131. Inf.-Rgts., Sperling non der 5. Komp, des 135. Inf.-Rgts., Eyl von der 7. Komp, flußabwärts eilten. Vergeblich versuchten die Angestellten! des 135. Inf.-Rgts. und de>. Husar Gerlsen von der 5. UHwa- der Menagerie die Durchbrenner durch Lockrufe, denen sic! dron des 13. .Husareu-Rgts. als Verletzte vom Garnifon- fonst stets Folge leisteten, zurückzuhalten. Dompteur Part, .äzarett in Müln gemeldet worden und, nunmehr 55.

eilte ihnen in feinem Motorboot nach; doch siehe, die scheuen Mülheim a. Rh., 31. März. (Amtlich.) Von den Tiere wollten auch von ihm nichts wissen. Ja, die ge verletzten Soldaten ist der Muskelier Osterland von der waltigste der Robben tippte das Boot um und bedrohtes. Komp, des Infanterieregiments 135 im städt. Kranken-

W 1-1 M- Zahl

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Metz, 31. März, toirb uns Mtgetetll. Großherzog von tcur der 5. Ämecinik 16. Armeekorps üven Isisenbahnunglüc nannten üeneraltomin einMNgen: BerUn bekiagensivecken Et>cn! om baburd) vermjach! 16. Ämeelorps hat Armeekorps und den ich hierdurch mein i.K Helm, Rer. - W Schmerz erfahre ich du daß bic vernnglMen angehören. nel )daueren Katastrophe 5pfer gefallen sind über das Befinben be Herzog von Men.

Dlülheim a. Mc früh 1 Uf)r 45 Win. toi Mülheim a. Rhei verunglückten Militärzüge tragen haben. Einem 5i zu Mülheim liegt, find

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Gelsenkirchen, - Uhr ereignete sich a der ZecheTahlbnj turnrbeiten eine Schl fünf Leute betroffen n einer tot und zwei üorben. Zwei Schachth« 3Qf>ei vermutlich ums S

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