imb ioin.it auch den Frieden zu verteidigen entschlossen seien. „3 f d a nt" spricht sich ebenso auS.
Vie der Vertreter des Wels sichen Bureaus aus Konstanti- noPe! "f.öxtc, erkennt d?r Minister des Auswärtigen den Stand- puntt des d e ir t j che n Botschafters, der das Prozeß- ücr f a li r e 11 gegen den deutschen Reichsangehörigen Rvspert als null und 3t id>t i n bezeichnet hat, weil die Vorschriften t-c> "anitutatwn verletzt seien, als votlkomnnn richtig an. Voraus- sichtiict wird das .Urteil des Gerichts in Serres annulliert und die Angel-egenlnit an ein anderes Gericht verwiesen werden.
Nach einer Meldung der Aganze Havas aus Fez hat der Sultan die Abk-om in vn mit Frankreich nunmehr Dvllständig ratifiziert.
Hauptversammlung der vereinigten Landwirte,
fc. Frankfurt a. M., 28. Februar.
."beute tagte unter dem Vorsitz des Hofgutspächters Vieh- hi a n n -- Rümpen beim a. M. die .Hauptversammlung der „Vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Um- , gebung" in der „Harmonie". Ungefähr 400 Vertreter waren anwesend aus_bcn Kreisen Frankfurt a. M. — Stadt und Land Wiesbaden — Stadt und Land Höchst a. Ms., Obertaunus, Usingen,. Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Darmstadt, Offenbach, Dieburg, Groß-Gerau, Gießen, Friedberg, Büdingen, Schot- t c n , Mainz und Oppenheim. Vor Eintritt in die Tagesordnung forderte der Vorsitzende die anwesenden Milchhändler auf, das Lokal zu verlassen. Direktor H i r s ch e l - Friedberg i. H. erstattete hieraus den Jahresbericht. Das Jahr war für die „Vereinigten" sehr günstig, die Mitgliederzahl'hat sich wesentlich erhöht, besonders im Regierungsbezirk Wiesbaden; 96 Versammlungen fanden statt. Die Warenvermittelungsstelle vermittelte an die Mitglieder ' Futtcrartikel, künstliche Düngemittel, Kohlen usw. im Betrage von 250 000 Mark. Auch die Vermittelungsstelle für Milch hat sich bewährt, ca. 12 000 Liter wurden an den Mann gebracht. Die Rechtsauskünftstelle nahmen die Mitglieder oft in Anspruch. Landwirt Hensel- Dortelweil verlas den Rechnungsbericht. Die Einnahmen betrugen 6967 Mark, die Ausgaben 7918 Mark. Entschädigungen im Betrage von 937 Mark für nicht abgesetzte Milch während der Milchkämpfe in Höchst a. M. und Hanau wurden den Ortsgruppen Weilbach, Unterliederbach, Niedererlenbach und Wachenbuchen überwiesen. Tie Ergänzungswahl des Vorstandes ergab, daß Georg H. Jaeobi-Rodheim tt. d. H., Heinrich Finck- Vilbel wieder, anstelle des Wilhelm Reuhl VII.-Bischofsheim, "Jean Traudt-W ach mbuch en gewählt wurde. Direktor Hirsche! berichtete dann über die „M i l ch v er ke h r sor dn u n g e n". In der daran schließenden Besprechung betonte der Vorstand des polizeilichen Untersuchungsamts in Frankfurt ä. M. Dr. Willicke, 'daß zurzeit die Aenderung der Ordnung regierungsseitig erwogen und die Wünsche der heutigen Versammlung gehört und verwertet werden würden. Folgende Entschließung fand Annahme: .Die Hauptversammlung hält die Feststellung von Grenzzahlen in Bezug auf Fett und Schmutzgehalt der Milch für undurchführbar und unhaltbar. Sie fordert den Vorstand auf, dahin zu wirken, daß diese Bestinnnnngen aufgehoben werden. Die Landwirte sstehen auf dem Standchinkte, baß nachgewiesene Verfälschungen unter die strengste Strafe gestellt, das; aber die Forderung einer .cinwcmdsfreicn Milch darin gipfeln müsse, daß unverfälschte, reine und vollwertige Milch geliefert wird". Es folgte sodann ■eine ausgedehnte Besprechung, an der sich die Landwirte Christian- llnterliederbach, Engel - Oberliederbach, Seibold - Niedereschbach Gov-Heldenbergen, Viehmann Rumpenheini, Reuhl-Bisckiofsheim beteiligten, über die Milchpreiserhöhung in Frankfurt a. M. und ^Wiesbaden. Von alten Rednern wurde deren Berechtigung anerkannt. Festgcstellt wurde, daß vor allem die Großhändler, be- srnderS die Firma Kleinböhl-Frankfurt a. M., preisdrückend wirkten und auch setzt den um einen erhöhten Milch preis kämpfenden Landwirten ui Darmstadt durch Milchlieserung in den Rücken fallen. «Tiefen Firmen müsse der Krieg erklärt werden. Es wurde be- .schlossen, zu einer gelegenen Zeit in die Milchpreiserhöhung ein- yitrctcn, sofort aber die Agitation zu betreiben, daß überall der Mindestpreis für das Liter Milch von 16 Pfg. in Frankfurt a. M. und Wiesbaden wiederhergestellt lverde. Weiter fand ein Antrag 'der Ortsgruppe Weiskirchen Annalime betreffend Ausarbeitung eines Normalviehvertvags für den Viehhandel. Ein siebenglie- heriger Ausschuß wurde mit der Ausarbeitung betraut. Zum Schluß redete das .Hanptvvrstaudsmitglied des Bundes der Landwirte Oekonomierat Lucke-Frankfurt a. M. einem festen Zusammenschluß der schollenpslegenden Bevölkerung das Wort.
2liis stabt und Land.
Gießen, 1. März 1910.
. ** Lageskale »der für Dienstag, 1. März: Stadt-
Theater: „Renaifsanee." Anfang 8 Uhr.
-i-
** V om Großherzoglicheu Hose. Die Prinzessinnen Helene und Irene, sowie Prinz Paul von Griechenland nebst den Prinzen Richard und Christoph von Hessen sind, n. d. „Darmst. Ztg.", am Sonntag mittag im Auto im Neuen Palais eingetroffen und haben sich um 5 Uhr nach Frankfurt zurüctbegeben. — Finanzminister a.D. Dr. Gnaulh und Gemahlin, sowie Fran Geheimrat Riegel aus Gießen nahmen gestern an der Frühstückstafel im Neuen Palais teil.
** Erledigte Stellen. Die mit einem evang. Lehrer »u besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Würz berg. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu. Dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage bewilligt werden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schu l- fteUe zu Rudingshain. — Die Stelle eines Steuerer ufseHers bei Großh. Hauptsteueramt Mainz.
' ■ A u s dem M il itär wv chcnblatt. Jllies, Jntend.- Tchrar von der Intendantur des 18. Älrmeekcrvs, zum Militär- ■öntei-i. ^etr.’.tär ernannt. P ieszczek, Jniend.-Rat und Vor- sto 7' i'.cr Jätend. der 10. Diu., zu der Intend. des 18. Armee- Eori-s versetzt E hr i fr , Wiesbaden», Untcravotheker des Beurlaubten si and es, um Oberapotheker beförder t. Lange (Gießen) Oberapotheter ces Beurlaubtenstandes, der Abschied bewilligt.
■ ■ _P t ü jung s f o m ntissione n. Die Prüfungs- für die Prüfung der Aspiranten zum Staats- M eb 13 in alt am für 1910 besteht aus: Geheime- rat 2'i. zu Tarm'siadk als Vorsitzender, Geh. Ober- medizinalrat Rcidharl, Geh. Obermedizinalrat Dr. Hauser. Lbermedizinalrat Prof. Dr. Heyl, Direktor der Landes- rrTtnanüalt Medizinalrat Dr. Bieberbach zu Heppenheim und Kreisarzt Medizinalrat Dr. Lehr zu Darmaadr. als Mitglieder. — Tic Prüfungskommission für die Prüfung der Aspiranten zum Staarr dienst im V c t e r r n ä r f a ch für 1910 i steht aus: Gcheimerat Dr. Weber zu Darmstadt als Vorsitzender, Geb. Lbermedizinalrat Tr. Hauser, Ober- mebi’viralci-tt Pro,. Tr. Lorenz. Obermedizinärrat Prof. Dr. Heni, Schlacliipofoirektor Veterinärrat Dr. Garlh zu Darm- l'tabt und Vetcrinärrat Dr, Schneider zu Offenbach als Mitglieder.
Vorbereitungsdienst füc Finanzaspiranten. Durch Entscheidung des Ministeriums der Finanzen vom 9. Fan. d. I. ist bestimmt worden, daß ei» Jahr des nach bei Prüfungsordnung für die mittleren Stellen un Finanzfach vorgeschriebeneu Vorbereitungsdienstes bei einer der hiesigen Klinits-Vecwalt ungen verbracht werden kann.
* Exltr r s i 0 u n a ch ,3 rantfurt a. M. Unter Beteiligung mehrerer Dozenten und zahlreicher ©nibcincn per vnsta stete am ^msrag das EKtur sronsamt der Gießener Freien S 1 u d e u t e n s ch a s t eine Fai.rt nach Frantfurt -am Main. Der Vormittag wurde den A d l e r w e r t e n
gewidmet. Durch die Führung mehrerer Herren wurde es uns ermöglicht, in der Zeit von 2V? Stunden einen guten Ueberblick über alle Fabriiationszweige dieses Riesenbetriebes mit über 3000 Arbeitern zu gewinnen. Es war höchst tchrreich, zu sehen, wie die Schreibmaschine sich aus dem Rohmaterial entwickelt, bis sie ihre jein zusammengesetzte Gestalt hat, in der wir sie kennen. Nicht minder interessant waren die Abteilungen für Fahrrad- und Automobilbau. Reben den Einblicken in die Fabrikation war Gelegenheit geboten, die Arbeitsverhältnisse der dort Beschäftigten zu studieren; und das macht erst solche Besichtigungen wichtig für jeden Studenten, der nicht bloß Fachstudium treiben, sondern auch für soziale Fragen sich Verständnis erwerben soll. — Fast müde von der Fülle neuer Eindrücke wurden die Adlerwerke verlassen, um nach der Mittagspause dem Hause der „Frankfurter Zeitung" einen Besuch abzustatten. Unter der Führung oes Oberfaktors machten wir einen Rund gang durch sämtliche Geschäftsräume.
** Hansabu n b. Die Ortsgruppe Gießen des Hansa- bundes hatte für gestern abend zu einer öffentlichen Versammlung in Steins Garten eingetaden, wo der Handels- lammecsyudiiüs Dr. Mol lat aus Siegen einen Vortrag über den Hanfabund in feiner Bedeutung für Deutschlands Handel, Gewerbe und Industrie hielt. Die Versammlung, in der Stadkv. Petri den Vorsitz führte, war stark besucht. Rach ein paar einleitenden Worten des Vorsitzenden führte der Redner des Abends, Tr. Mollat, aus, wie früher, im Jahre 1789, der Franzose Sieyös die Frage aufgeworfen habe: welche Rechte hat der brüte Stand, so müsse heule mit demselben Gewicht die Frage erhoben werden: Haben Gewerbe, Handel und Industrie im Reiche und in Preußen den Einfluß auf die Gesetzgebung, Verwaltung und Leitung des Staates, der ihnen von Gottes und Rechtswegen gebührt nach ihrer geistigen, sittlichen, ihrer politischen und wirtschaftlichen, ihrer sozialen und kulturellen Bedeutung? Auch heute muß für uns die Antwort „nein" lauten. Deutschland, noch vor zwei Menschenaltern ein ausgesprochener Agrarstaal, ist jetzt ein ausgesprochener Industriestaat, der zweite in der Welt, er kommt unmittelbar nach England. Unser Außenhandel, der im Jahre 1882 6,4 Milliarden Mark betrug, war in 1908 bereits auf 14 Milliarden Mark gestiegen. Er ist geradezu ein Musterbeispiel für die Notwendigkeit der internationalen Arbeitsteilung, der Grundlage unserer ganzen Wirtschaftsverfafsung. Unsere Landwirtschaft kann schon lange nicht mehr unsere ständig wachsende Bevölkerung ernähren. Roch vor 30 Jahren war bas anders. Damals war die Landwirtschaft auf ben Export angewiesen, namentlich nach England. Unser jährlicher Bevölkerungsüberschuß betrage 900 000 Seelen. Tie Landwirtschaft allein sei nicht in der Lage, diese Menschen zu ernähren und zu beschäftigen. Deswegen fei, wie Caprivi betont habe, das Gewerbe jetzt alleiniger Schutz gegen Ueber- völterung und Arbeitslosigkeit. Zu den, sozialen Lasten trügen in allererster Linie die Erwerbsstände bei. Früher habe man ohne Ueberlreibung sagen können: hak der Bauer Geld, hat's die ganze Welt — dieser Satz sei jdjon lange nicht mehr richtig. Rcur wenn der Industriearbeiter genügende und lohnende Beschäftigung Hut, dann fei überall Geld vorhanden. Voraussetzung dafür sei die Konkurrenzfähigkeit unserer Industrie aus dem Weltmarkt. Für sie sei aber Stabilität Lebenselement. Deshalb schade ihr besonders fortwährende Beunruhigung durch Anregung gefetz- geberifcher Maßnahmen, denen i.hr Handels- und vertehcs- seindlicher Charakter an die Stirn geschrieben fei. Der Redner kam dann auf die letzten parlamentarischen Kämpfe zu sprechen, besonders auf die Reichsfinanzreform. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Steuerfragen bald wiederkehren würden, und dann müßten die Erwerbsstände beizeiten dafür sorgen, daß ihr Anspruch auf Respektierung und Mitwirkung bei der Gesetzgebung, Verwaltung und Leitung des Staates gegenüber einseitigen Interest enver- tretungen unbedingt anerkannt wird. Zu bieder rettenden Tat hätten sich am 12. Juni 1909 Gewerbe, Handel und Industrie im .Hanfabund zufammengeschloffen. Die Ziele des Hanfabundes feien bekannt, besonders müsse darauf hingewiefeu werden, daß er keineswegs ein Feind der Landwirte sei. Ter Redner fuhr fort: „Wir wissen, daß Gewerbe und Landwirtschaft auseinander aitgetoiefcn find, daß nur, wenn alle Glieder des volkswirtschaftlichen Organismus gesund sind, jedes von ihnen gedeihen kann." Der Redner schloß mit einem Aufruf: Deutsches Bürgertum, deutscher .Handels- und Gewerbestand, wache auf! — In der Besprechung fragte Pros. Urft.abt, Wie der Hanfabund sich zu der Versicherung der Pribatangestellten stelle, die unbedingt erforderlich sei. Ferner frage er, ob die Befürchtung einzelner, der Hanfabund werde vorwiegend die Interessen von Handel und Industrie, nicht aber die Interessen der Vtur-Konsumenten pflegen, gerechtfertigt fei oder nicht. Der Redner zerstreute diese Bedenken mit dem Hinweis, daß der Hanfabund das Wahl der Gesamtheit erreichen wolle.
** H i stv t i f ches Lrgelkvnzert. Tas am Sonntag von Herrn van der An aus Mainz in der evangelischen Stadt- lirche veranstaltete historische Orgelkonzert gab einen emo ruckvollen Ueberblick über die Entwickelung des Orgelspiels. Ter Vortragende begann mit einem Minnesängerlied, einer Weise aus der „Musica sacra", deren Entstehen in die letzte Hälfte dcs 13. Jahrhunderts fällt und die mündlich überliefert ist. Es folgten die älteste HandiLrist für Orgelmnfik von M. Panmann aus dem Jahr 1425, dann italienische, altftanzöfische .üomPositionen und später Werke aus der BlütezLit des deutsck^eu Klassizismus, letztere vertreten huret die Ciaeona von Bachs Lehrer, die große D-dur- Fuge von Bach selbst und das Orgelkonzert Nr. 4, Allegro, von Handel. — Modernen Meistern, wie Ed. Grieg, Franz Liszt, I. Rheinberger, Mar Reger und Eesar Frank wurde Herr von der Au int zweiten Teil 1 eines Konzertes gerecht und zeigte sich ebenso wie bei den älteren Orgellomvositionen auch hier als feinsinniger Künstler tiun großer Technik und gutem Geschmack.
'"Der Llederkranz hatte mit seinem diesjährigen Karn eva lsv ergn ü gen einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Der schön auSgeschnrückte Stein? Saalbau bot ein farbenprächtiges Bild. Gesänge und Musik wechselten miteinander ab. Der Glanzpunkt des Abends war die Operette »Ter Bey von Marokko". Der stürmische Beifall, den sie fand, bewies, wie sehr die Aufführung gefallen hatte. Die Einstlldiernng der Operette hatte ein LUitglied des Vereins, Herr Fischer, übernommen. Bald danach ward auch dem Tanz fein Recht.
Evang. Arbeiterverein. Am Sonntag hielt Prof. Velke einen Vortrag: „Aus dem wirtschaftlichen und sozialen Leben der römischen Kaiserzeit". Dec Redner fchildertc in fesselnder Weise die Zustände der dainaligen Zeit, in der Sklaventum und WohnungZelend ganz besonders ausgeprägt waren. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Redners, dem vom Vorsitzenden der Dank der Zuhörer abgestattet wiirbc.
•• Vom Kolosseum wird uns geschrieben: Ricardo 5 n c c o vollendet heute ben 8. Hungerlag. Eine kleine Abmagerung ist schon bemerlbau, iedoch ist sein Befinden normal.
Heute wurde festgestellt: Temperatur 281, Atmung 19, Puls 9fl. An Mineralwasser verbrauchte Saeco bisher 211/., Flaschen, an Zigaretten 152 Stück. — Mehrfach ist das Gerücht verbreitet, Herr Saeco bekäme des Nachts Speisen zugeführt; dem muß widersprochen werden. Die Sanitätskolonne hat die Bewachung übernommen und jeder kann sich bet ihr erkundigen, ob irgendwelche Durchstechereien überhaupt möglich sind; die Sanitätskolonne hat jede Garantie übernommen.
n. Lollar, 28. Fcbr. Gestern abend fand int crusv21 kauften Saale der Germania dahier ein Volks- und Wohltätig. keits-Konzert statt. Ein über 100 Stimmen starker Mannerchor, kombiniert aus den beiden Mämtergcsangvereinen Heiterkeit-Gießen und Germania-Lollar, unter der umsichtigen Leitung von Lehrer Ludw. Becker--- Gießen boten in ihrem einheitlichen, verständnisvollem Znsammenfingcn prächtige Leistungen. Die Vorträge der Solistiimnen, ^Tan Landgerichtsrat Schudt - Gießen (Gelang), Fraulein ElisabethF e l ch n c r - Gießen (Klavier), Fräulein Meline Mülle r- Wetzlar (Rezitation waren m ihrer hohen künstlerischen Wiedergabe für alle Besucher ein seltener Genuß. Es verdient öffentliche Anerkennung und wurde allgemein dankbar empsnnden, daß die Damen ihre Kunst in den Dienst der Vollsoitdinig und des Allgemeinwohls stellten. — Sehr praktisch war cs und diente^ zuin Verständnis des Abends, daß Lehrer Val. Müller-Gießen zum Beginn des Konzertes das Thema des Prograunns „Kindheit und Heimat" an anschaulichem, kesselndem Vortrag erläuterte. Am Schlüsse dankte Pfarrer G u ß - nt a it n im Namen des Wohlfahrtsvereins Kind erste und, dem der Rcingewinü d. s Konzertes zugute tionunert soll, allen Mitwirkcnden. Solche Veranftaltungen stellen Wohl das erreichte Ideal der Bestrebungen dar, die in unserer Zeit so rege im Gange sind, nämlich möglichst weiten Kreisen auf billige Weise wirkliche Kunst, sowie Liebe zur Heimat und allem Guten nahe zu bringen.
x Grünberg, 28. Febr. Der Neubau eines Bürger- fchulgebäudes ist beschlossenc Sache. Tas Gebäude soll in Die Nähe des bisherigen Schulhauses kommen, die Kosten des Neubaues werden etwa 90 000 Mk. betragen. Tic Stadt hat das Baugelände, zirka 2000 Quadratmeter, für 8000 Mk. aiv gelaust. — Der Geflügelzuchtverein hielt geftmt im „Wilden Mann" seine Hauptocrfammlung ab. Ter bisherige Vorstand wurde unter dem Vorsitz des Herrn Jokel wicdergcwühlt. Tann wurde beschlossen, gelegentlich des Gallusmarktes eine Geflügel- und Vogel-Ausstellung abzuhalteu.
lz. Alsfeld, 28. Febr. Auf Cinlaouug des Orts- gewerbebereius unb des Verschöncrungsvereins hielt am Sonntag abend im „Deutschen Kaiser" Geh. Baurat Prof. W a l b e aus Darmstadt einen Vortrag über „F a ch w e r k - bau inOberhefsen unb feine Entwickelung vom Mittel- alter bis in die Jetztzeit". Der sehr interessante Vortrag führte die Zuhörer an der Hand einer großen Zahl von Lichtbildern durch die verschiedenen Bauepochen der Gotik, Uebergangszeit, Renaiffaiice bis in die Neuzeit hinein und zeigte die Entwickelung der Balkenstellung vom 13. Jahrhundert an in ihren für jede Zcitepochc charatrerislifcyen Formen bis zur Jetzzeit. Tie sehr schönen Lichtbilder zeigten Bauernhäuser, Rathäuser und Pacrizierhäufer aus Cichenrod, Marburg, Gießen, Alsfeld- örünoerg, Wölfersheim, Lich, Büdingen usw. Auch auf fremde Einflüsse beim Bauen — aus Thüringen, Nord- unb Suboeutscyiand — wurde in dem Vortrag aus merksam gemacht.
? Hungen, 28. Febr. Gestern abend veranstaltete der Turnverein im Saale der „Traube" eine Abcuduutei Haltung, die zahlreich besucht war. (<t»geleitet wurde Die Veranstaltung durch Pvramidcu, wobei ein Die Turnerei verherrlichender Prolog gesprochen wurde. Run folgte unter einem flotten Marschtempo von drei Zithern ein prachtvoller Damen- reigen, der besonders gefiel, und Dann folgten Hebungen an Darren und Pferd. Den Schluß bildeten Stabgruppen, die von j den Zöglingen ausgesührt wurden. Die Veranstaltung nabm einen i rvohlgelungeiikn. Verlaus. In ben Zwsichenpauseil sorgte öüi Kapelle Sarnes für Unterhaltung und spielte auch später juif ’ Tanz auf.
X Gonterskirchen, 28. Febr. Ein neues Pfarrhaus soll hier mit einem Kostenaufwand von rund 25 000 Mark er- , baut werden. — Unser Lehrer Karl B l a n 5 blickt auf eine über 50jährige Dienstzeit zurück; er verließ 1859 daS Lehrerseminar zu Friedberg.
x Lauter, 28. Febr. Auf dem Gebiete des 1906 vollendeten staatlichen Wasserwerts für Bad Naubcim werden gegen lüärtig schöne Anlagen ausgeführt. Vor allem wird das Gc künde nach dem Ortstcil „Die Bing" abgegrenzt durch eine Mauer, die große untere Brmmenkammer erhält eine Einfassung. Spaziergänge werden angelegt und ein Pavillon errichtet.
Worms, 28. Febr. Die un letzten Jahre in verstärktem Maße beobachteten KonzentcationSbestrebnngen in dec deutschen Bcauindustrie haben nunmehr auch in WormS zum Zusammenschluß zweier größerer Unternehmungen geführt. Das Wormser Bcaiihaus vorm. Ocrtge soll Anschluß finden au das ihm benachbarte Elefanten -Br äu vorm. L. Rühl. Zum 21. März werben die Generalversammlungen beider Unternehmungen über den von den Auffichtsräten bereits genehmigten Anfthlußvertrag zu beschließen haben, auf Grund besten daS Wormser Brauhaus gegen Gewährung von Aktien beS Elefantcn-Bräu von letzterem Unternehmen übernommen wird. Man erwartet mit Be- stimmtheit, baß diese Transaktion den Älktionärcn beider Gesellschaften in absehbarer Zeit beträchtliche Vorteiid bringen wird.
. x W i ßmar , 28 Febr. Dank diw erheblichen Einnahmen unserer Gemeinde ans ihren Waldungen ist es hier zu manchen gemeinnützigen Einrichtungen gekommen, unter denen wir die (yulerDerlabeftellc und die Wasserversorgung ermähnen. Gc- Itz k 1 nde ste u e r n wurden bisher hier noch nicht erhoben, sie und aber für das neue Jahr in A ussicht genommen.
)( Marburg, 28. Febr. In der heutigen Sitzung bei: Stadt verordneten wurde beschlossen, den st ä d t i s ch e n L e h r e r n eine Ortszulage bis zu 300 Mack, und den Lehrerinnen eine wlche bis zu 200 Mark zu gewähren.
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'd.) Mainz, 28. Febr. Am 7. Januar wollte eine Frau auf der Hauptpost einen Geldbetrag einzahlen. Als sic das Geld auf das Schalterbrett legte, schob sich eine Hand zwischen den Per sonen, bie vor dem Schalter standen, hindurch und ergriff rai'ch bte Fünshundert-MarkAeine. Im nächsten Moment eilte ein lunger Mann auf die Straße, verfolgt von der Bestohlenen und den anderen Personen. Der Flüchtige wollte sich auf ein Fahrrad schwingen, das vor der Post stand, konnte dies aber nicht, weil upn die Verfolger zu nahe waren. Er eilte gegen die Binger Strage zu, woselbst ihm der entgegenkommende Referendar Schlamp einen Stoß versetzte, wodurch er zur Erde stürzte. Taluü flog ein Metzgermesfer, das der Dieb anscheinend in der Hand hatte, auf das Pflaster. Ein Schutzmann nahm den Dieb refi, »and b«s gestohlene Geld ziisammiengebrückt in der Rocktasche des '-Bei hafteten. Während seiner Flucht warf der Dieb mehrere Briefe hinweg, imch denen er als der Metzgermeister Ludw. T i 11 gelbe in uonj «Guftavsbnrg, festgestellt wurde. Aus Den Briefen ging hervor, daß sich D. in Geldverlcgenheii befand. Infolge einer Äeußernng des D. war die Polizei vorsichtig und sah öfter:- in der Zelle nach. Dadurch wurde fein Selbstmord verhüte!, denn er versuchte sich mit einem Hemdstreifen zu erhängen. Sein Fahr rad hatte er zur Flucht vorbereitet gehabt, er hätte die Fahrradnummer entfernt, Damit er nickst durch diese yerraten werden konnte. Rach ben Akten ist der Angeklagte, wegen Diebstahls, Betrugs und Unterschlagung vorbestraft. Er bchauptec, daß er in einem Dämmerzustand gehandelt hätte um yicht wisfe, was


