Dienstag 1. März 1910
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten»
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160. Jahrgang
erklärt. Der Minister orientierte die Ministerkonferenz auch liber den Stand der Annäherung zwischen Oesterreich Rußland.
Tie Ministerkonferenz, an der unter dem Vorsitze des
instcrs des Aeußern, Grafen v. Aehrenthal, die beiden Ministerpräsidenten und die beteiligten Reisortminister teilnahmen, be- ichüftigre 'ich zunächst mit der allgemeinen handelspolitischen Lage der Monarchie. Hiunchtlich der Aktivierung der im Vorjahre mit 9üimämcn abgeschlosjenen und von der rumänischen Stammet bereits vollführtcn Handelsverträge legten die Vertreter der ungarischen Regierung die Gründe bar, welche cs nicht ermöglichten, den Vertrag ohne parlamentarische Genehmigung in Kratt treten zu lassen. Dagegen habe sich die Stömgad) ungarische Regierung bereit erklärt, diesen, unter der früheren ungarischen Regierung abgeschlossenen Vertrag gleich nach dem Zusammentritt vorzulegen und für dessen Aktivierung Sorge zu tragen.
Tic österreichische Regierung beharrte unter Be- rusuug auf das ihr zur Verfügung stehende Ermächtigungsgesetz cur dem Standpunkte der sofortigen Aktivierung des Handelsvertrages: bezüglich der Einleitung von Verhandlungen wegen des Abschlus es von Handelsverträgen mit Serbien, Montenegro tob Argentinien wurde das baldige Zusammentrcten der Zollend Handelskonferenz zur Vorbereitung der Grundlagen für die Anleitungen dieser Verhandlungen beschlossen.
Nachklänge zur Reise der Grafen Aehrenthal.
Tic bekannten Gerüchte über angebliche Mißstimmung zwischen oem Grafen Aehrenthal und dem deutschen Botschafter v. Tschirschty werden von Wien aus nochmals dementiert. Zu Wien scheint man das Ergebnis der Berliner Reise Aehrenthals mit großer Spannung abgewartet zu haben, denn der Graf mußte in einer Ministerkonferenz sofort Bericht erstatten:
Wien, 28. Febr. Das „Fremdenblatt" schreibt: In jüngster Zeit wurden Nachrichten darüber verbreitet, denen zufolge Graf von Aehrenthal in München Aeußcrungen über die baldige Abberufung des deutschen Botschafters am Wiener Hose, von T s ch i r s ch k y, gemacht haben soll. Im Zusammenhang damit wird behauptet, das; zwischen dem Grafen von Aehrenthal und Botschafter von Tschirschky Unstimmigkeiten herrschen sollen. Wir können konstatieren, daß diese Meldungen, deren Tendenz leicht zu durchblicken ist, auf purer Erfindung beruhen.
Wie die „Neue Freie Presse" aus Wien meldet, nahm im Verlause des gemeinsamen Ministerrates am 9Jlontag der Minister des Aeußcrn, Graf v. Aehrenthal, Veranlassung, eine Orientierung über die auswärtige Lage und insbesondere über seine Reise nach Berlin zu geben. Wie verlautet, hat er sich von den Ergebnissen dieser Reise für durchaus befriedigt
daß die Regierung ferner in Ersahbung brächte, ob die Loros gewillt seien, auf Grund des Regierungsentwurß^ in bic B' ratungen einzutreten. Wenn die Lords nicht dazu bereit icm sollten, so fuhr Loyd George fort, so kann ich allen rmseren Freun- den innerhalb und außerhalb ^es Hauses die Versicherung geben, daß wir nicht beabsichtigen, Sand zu pflügen. Wenn wir uns nicht in der Lage befinden sollten, sicher zu stellen, bau unsere Vorschläge nicht nur vom Unterhause angenommen, sondern auch zum Gesetz erhoben werden tönnen, ) o werben wir nicht int Amte bleiben. (Beifall.) In dieser Sache, die Frage bei Beziehungen beider Häuser und die Vorherrschaft des Unterhauses zur Entill-eidung zu bringen, gibt es fein Ausweichen und fein Zögern.
Nach einer weiteren Besprechung würbe die Ents chließun os des Premierministers bezüglich der Sitzungen des Hauses einstimmig angenommen. Tie Nationalisten und Radikalen sind augenscheinlich von den Erklärungen des Ministers befriedigt. Man glaubt allgemein, daß die Gefahr einer Krisis für wenigstens einige Wocl>en ab gewendet sei.
Tas Haus nahm im weiteren Verlaufe der Sitzung einstimmig Entschließung en an, durch die die Regierung ermächtigt wird, fernerhin zur Rückzahlung der Schahwechsel Geld zu leihen und zum Rückkauf des Restes der Kriegsantelhe von 1000, von der neun Millionen bereits zurückgezahlt sind, für 21 Millionen Bonds auszugeben.
London, 28. Febr. Tie irische Partei nahm heute abend folgende Entschließung an: In Anbetrackst der Erklärungen des Schatzsekretärs Lloyd George wird die Partei davon abstehen, für ober gegen bie Regierung Stellung zu nehmew
nichts gewußt hätten. Nach und nach schien man sich der Spiegelfechterei, bic man ba mit weniger Würde als Lebhaftigkeit trieb, bewußt zu werden und man nahm folgende Entschließung an:
„Die Generalversammlung des Bundes für Mutter!chutz stellt nach Kenntnisnahme des Berichtes der Revisoren und des Schatzmeisters sowie nach Prüfung aller in bezug auf die Verwaltung der Gelder erhobenen Beschwerden fest: 1. daß sich d i e K a s s e i n OrdnungbefinbetundbieFinanzlagedes Bundes eine durchaus gesunde ist: 2. daß die Bücher seit Ueber- nahme der Gesckstifrssührung durch Frl. Tr. Stöcker im Oktober 'i. I. in streng kausmauniichen korrekten Formen geführt worben sind; 3. daß auch nicht ber geringste Anlaß zu der Annahme vorliegt, daß vor dieser Zeit eine den Satzungen des Bundes widersprechende Verwendung von Geldern vorgekommen ist. Tie Versammlung beschließt, daß die B u n d e s k a s s c u n d d i e L r t s g r u y o e n t a s s e des Vororts, aus deren Vereinigung bic früheren Unklarheiten bet Buchführung hervorgegangen sind, in Zukunft in getrennter Verwaltung geführt werden."
Nachdem man dergestalt zugegeben hatte, daß man zwei Tage lang so gut wie umsonst getagt hatte, begab man sich zum Mittagessen.
Im der Abendsitzung wurde bet Antrag b er Ortsgruppe Mannheim auf Verlegung beä Bundesvorstandes von Berlin nach einer anderen Ortsgruvpc angenommen und Breslau 5 u in V 0 r - ort gewählt, was die einfachste Lösung der ganzen Frage war, obwohl Tr. Stöcker dadurch mitsamt dem ganzen Bundesvorstand ab gesetzt ist. Im krassen Gegensatz hierzu steht die Entschließung, und ans bicien beiden Punkten ist wohl leicht herauszulesen, das; man sich so sehr verrannt chatte, daß man schließlich nicht mehr aus noch ein wußte, und mit der Entschließung Tr. Stöcker, mit der Verlegung des Bundesvorstandes ihre Gegner beschwichtigen wollte. £b bas auf die Tauer gelingen wirb, ist fraglich, denn Tr. Stöcker hat sich durch ihren Freimut gar viele Feindinnen zugezogen, benen es nicht an Mitläufern fehlt. Wer denkt da nicht au schiller und seine Veric von den Weibern, die zu Hyänen werden! Und warum? Man hatte sich dock, zu weit vorgewagt und schämte sich vor dem,Rückzug. Merkwürdigerweise ging man über die Tatsache, daß Tr. Stöcker den Bund zwei Jahre lang mit ihre m Vermögen am Leben erhalten hatte, fast stillschweigend hinweg.
Hoffentlich aber hat diese Kinderkrankheit dem Bunde nichts geschadet, denn es wäre bedauerlich, wenn durch diesen Frauen- krieg die edle Bewegung f ü r d i c F r a u e n in ihrer Entstehung gehemmt würbe, nachdem man in jahrelangem Kampf die härtesten Widerstände gebrochen hat. Offen bleibt aber die Frage, ob es in Zukunft rötlich sein wird, Frauen an bie Svitze großer Ver bände zu stellen, wo eine kleinliche Eifersüchtelei das Werk langer Jahre zerstören kann, wie diese Tagung deinem
Nr. 5o/^ f Erstes Blatt
Der Entschlich der englischen Regierung.
London, 28. Febr. Die Unsicherheit der politischen Lage und die Möglichkeit, einer Krisis hatten schon bei Eröffnung der Sitzung ein dicht gefülltes Haus geschaffen, obwohl vorerst lediglich formale Fragen zur Entscheidung standen. Ter Premierminister brachte einen Antrag ein, alle Sitzungen bis zum 24. März ausschließlich den Regierungsgeschäften vorzubchaltcn und zwar sollen sie vollständig dem Budget und den anderen finanziellen Angelegenheiten gewidmet sein, ba das Finanzjahr mit dem 31. Marz zu Ende geht. Vier Tage wurden dem Marine budget gewidmet. Tas Haus würbe sich sodann vom 24. bis. 29. März vertagen. Beim Wieberzusammentritt werde die Regierung Vorschläge über die Beziehungen zwilchen den beiden!
Zur Generalversammlung des Bundes für Mutterschutz.
Air haben in unserer Nummer 48 vom letzten Samstag bereits auf bcii Zwist hingewiesen, der in dem Bundes vor stand für Mutterschutz ausgebrochen ist. Wir wiesen darauf hin, daß vor allem die um bic Mutterschutzbewegung hochoerbiente Tr. Helene Stöcker bas Ziel ber teilweise sehr gehässigen Angriffe sei und gaben der Vermutung Raum, daß einige gekränkte Tarnen^ die Triebfeder der ganzen, unangeitehmen Verwirrung sei n Diese Vermutungen werben durch den Verlauf der augenblicklich zu Halle tagenden Generalversammlung des Bundes bestätigt, wo es wieder zu sehr unerquicklichen Austritten kam. Es iit natürlich mir zu billigen, baß man über alle Vorkommnisse der t'tzten Zeil in voller O c f f c n t l i ch k e i t verhandelte, aber daß man die intimsten Privatangelegenheiten ans Tageslicht zog, das war nicht nur höchst unvornehm, sondern *ann sehr leicht zu iter dmiernden Schädigung der Bundesbestrebungen führen, was ün höchsten Grade bedauerlich wäre. In welcher Verfassung die Ämeralversammluiig war, kann man leicht daraus ersehen, daß die Tagung um 12ha Uhr begann, daß man sich aber erst nach 1 m e t Stunden glücklich zum Beginn durchgekämpft hatte. Taoei waren alle Vorbereitungen so mangelhaft betrieben worben, daß sich gar feine geregelte Geschäftsführung ermöglichen ließ. Aach dem Kassenbericht, den Tr. Stadel erstattete, ift i c K affe vollkommen in Ordnung, und die Finanzlage bfy Bundes durchaus g e sund." Auch vor der Zeit, da Tr. Stöcker bie Geschäftsführung^ übernommen hotte, im Oktober vorigen Jahres, ist keine den Satzungen des Bundes widersprechende Verwendung des Geldes anzunehmen, 10 öeit sich das feststellen läßt. Am eMschiedensten trat Tr. David äh He'.ene Stöcker ein indem er den eanitätvrat Tr. Arend, dec als Kassierer nie dafür gesorgt hätte, daß die stasseuverhält- uisse geregelt würben, und Frau Regina Deutsch scharf an- °rifi, die beide versteckte Vorwürfe gegen Tr. Stöcker erhoben betten. Gegen 1 Uhr nachts mürbe bann die Sitzung geschlossen, um am anderen Tage ip gleich erregter Stimmung fortgesetzt zu iwrben. Nach mehreren sachlichen Auseinandersetzungen ging Gc- btimer Regierungsrat Prof. M atzet auf bic Lebensführung Tr. Mene Stöckers ein, über bic er sich in längeren Ausführungen Verbreitet und wobei er behauptet, daß Tr. Stöcker ihren Lieb Wer in den Vorstand gebracht habe. Er muß es sich gefallen ^licn, daß Tr. Stadel den Berliner Abordnungen bewußte xdreingenommenheit vorwirst. Tr. Stöcker verlangt bann volle olfentliche Klarstellung und gibt bic gegen sic erhobenen Bvr- Erfe an Frau Adele Schreiber weiter, die sich daraufhin -dLensalls erboste und mit heftigen Anschuldigungen gegen Tr. -lock c r herausrückt, wobei sie aber wohlweislich verschwieg, |tc bm Liebhaber Tr. Stöckers geohrfeigt hat. Unter stets Schleuder Erregung fragte Tr. Asch, ob es denn dem Vorstand nicht d'ckannt gewesen sei, daß Stöcker ihren Liebhaber in den Vorstanb Oi-bracU habe, und ob also tatsächlich eine Täuschung vorhanden swoeien sei. Tie anwesenden Mttglieder des Vorstandes erklärten '-rauf, daß sie dis vor längerer ober kurz er er Zeit(!)
Kammern machen. Diese Vorschläge würden zunächst in der Form von Entschließungen eingebracht Werber in benen ganz allgemein bie Notwendigkeit ausgesprochen sein würbe, bie Lords von den Finanz angelegen heiten auszu schließen und in denen ferner das Unterhaus zu der Erklärung aufgefordert werden solle, daß das Veto des -Oberhauses mit Bezug auf bie Gesetzgebung so eingeschränkt werden müsse, daß die Vorherrschaft des Willens b c s U n t e r h a u f c s innerhalb ber Lebensdauer eines und besfelben Parlamentes als gesichert erscheine. Premierminister Asquith schloß: Es werbe klar gelegt Werben, baß diese Verfassungsänderungen kein Präjudiz für die endgültige Lösung der Frage bildeten. Er ^as>e für eines der nächsten Jahre bie Schaffung eines Oberhauses aus bemokratischer Grunblage ins Auge. Wenn die Entschließungen zur Annahme gelangt seien, werde ein Gesetzentwurf vorgelcgt werben, ber bic betreffenden Teile ber Entschließungen in Straft setze. Um Zeit und Arbeit zu sparen, und diese Hauptfrage so bald als möglich zur Entscheidung zu bringen, würden die vom Unterhanse angenommenen Entschließungen dem Ober- Hause v 0 r g e t e g t werden (Beifall bei Den Ministeriellen).
Balfour erklärte, das abgeänderte Programm der Regierung beweise den absoluten Mangel an folgerichtiger Staatslunst. In jedem Satze trete die Erwägung hervor. Wie das Kabinett zusammengehalten werden könne, sowie wie die von allen Seiten drohenden Stürme abgewendet werden können. Er glaube nicht, daß dies Staatslunst sei, aber er leugne nicht, daß es eine geschickte parlamentarische Leitung sei und wahrscheinlich geeignet, alle Gruppen der Koalition zufrieden zu stellen. Aber wie sehr auch bie Erklärung des Premierministers geeignet erscheine, eine Aera des Friedens für bie Regierung zu sichern, sie sei wenig geeignet, im Lande den Einbruck von der Staatskunst der Regierung zu verstärken.
Redmond sagte, seine Absicht sei es nicht, einen Streit mit den Liberalen vom Zaune zu brechen, sondern den Premierminister Asquith zu verhindern, daß er von der kühnen, staatsmännischen Politik, welche er in seiner Rede in der Alberthall bargelegt habe, zurückweiche. Er bellage es, baß Premierminister Asquith nicht angedeutet habe, was die Regierung tun Werde, wenndieLords die Entschließungen ablehnen sollten, und er erklärte, baß er und seine Partei gegen bie Entschließung bezüglich Der Verteilung ber Sitzungen stimmen würden, wenn er nicht die Zusicherung erhalte, daß Premierminister Asquith, wenn bie Lords Die Entschließungen ablehnen sollten, zum Stönige gehen und um Garantien bitten, und, falls die Garantien verweigert würden, zurücktreten würde.
Sir Henry Dalziel sagte, die Aichänger der Regierung hätten das Reckst, sich zu besa-ueren. Daß man he durch die Politik Der Reform des Oberhauses überrascht haoe, aber wenn die Re- gierung nut der Äetopoiittk fortsahren und den König um Garantien bitten würbe, falls die Lords bie Vetv-Entschlicßungew zurückweisen sollten, so würbe er bie Regierung unterstützen.
Austen Chamberlain beklagte, baß Die Regierung die Bubgetberatung zurückstelle und dadurch die finanziellen und wirk- lick/m Interessen des Landes schäbige. — Tie Opposition sei nicht gestirnt, ber Regierung des Königs nur Deswegen zu opponieren, weil sie dadurch ein wenig früher aus.dem Amte gehen müsse, als es auch ohnedies der Fall wäre. Tie Opposition werde sich Der Abstimmung enthalten.
Lloyd George legte Verwahrung Dagegen ein, daß die Regierung ihre Haltung geändert habe, denn Premierminister Asquith habe pon Anfang- an klargelegt, daß es die einzige Ausgabe dieser Tagung sei, mit den Lords abzurechnen. Tie Frage, wie ras zu geschehen habe, habe er damals offen gelafsen, nun aber haoe sich dw Regierung über bie Art ihres Borgchxns entschieden. Bezüglich der Garantieen erklärte ber Redner, es wäre wünschenswert, daß bie von der Regierung vorgelegten all- qemcinen Grundzüge der Vetobill sobald wie möglich vom Unter» hause entweder angenommen oder ab gelehnt werden müßten und
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Aus Hessen.
— In Schl i tz fand, wie uns von dort be* rickstet wird, am Sonntag nachmittag eine natumalliberale Partei-" oeriammlung stall, die sehr stark besucht War, und in bet Rechts- auwalt Kausma n n-Gießen über bic politische Lage im Reich unb in Hessen sprach. Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall ber auch van anderen Parteien besucksten Versammlung. Eine BespreckMng fanb, ba niemand sich zum Wort meldete, nicht statt. Im Anschluß, an die Versammlung bildete sich ein national-! liberaler Wahlverein fürs Schlitzerlanb mit vorläufig! 20 Mitgliedern.
Deutsches Ne ich.
Beim Rei-chskanzler findet am Donnerstag ein parlamentarischer Abend statt.
Aus Stuttgart wird berichtet: Major von Anderten. Feldart.-Regt. Nr. 29 tritt nach dem „Schwab. Merkur" auf mehrere Jahre in türkische Dienste über. Er hat in Salbn.il ein Artillerie-Regiment zur Ausbildung zugewicsen erhalten.
Nach einer Meldung aus Konstantinopel bat dort ber Oberstaatsanwalt die Kassation des vom Gericht in Serres gegen den deutschen Reichsangehörigen Rvspert gefällten Urteils beantragt.
Arrsland.
Tic B aller melden aus Wien: Der Beamte ber Nieder österreichischen Statthaltcrei Tr. Lstar Meyer, ber am Samstag in einem Pistolenbuell den Baran Niederhofen tötete und hierauf flüchtig wurde, wirb aus Zürich in Wien eintreffen unb sich dem Gericht stellen.
Ti^ t ür ki sche P res, e setzt die abfällige Kritik ber Pol i- tik Rutzlanbs und Bulgariens anläßlich der Reise des Königs Ferdinanb von Bulgarien nach Petersburg fort. „Yeni Gazetta" meint, bic Reise enthüllte trotz aller Fricbensoer- sick-erungen bie wahren Ziele Bulgariens. Oesterreich-Ungarn und Teutsc^stanb aber zeigten, daß sie die Interessen ber Türkei
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— Ucberbieungün st igeBauartunscr er Straßen veröffentlicht bie Times eine Zuschrift, in ber behauptet wirb, daß unsere Straßen tatsächlich falsch gebaut seien E^ sei Unsinn, bie Straßen von links unb rechts gegen die Mitte zu aufzuwölben, so daß das Wasser und der Schmutz nack) beiden Seiten gegen den Bürgersteig zu ablaufen. Man baue bie Straßen fo, daß >ich bic Oberflächen gegen bie Mitte zu senken die Gosse liegt bann auch in ber Mitte und man brauch, nur' eine Ablaufröhre, wo man jetzt zwei nötig hat.
~ Leben ber brau Enric. Tic geniale
Frau hat bekamttlich vor kurzem im Uranvecherz das dem Wismut ähnliche Polonium aufgefunben. Ein '.Ücitarbeiter der Daily
roei1Gelegenheit baraus hin, daß Frau Kurie al5 o Jahren mit Ehernic befchäfttgte.
^br Vater, der War,chauer Profe,for Sklodowski, war ein herwr ragender Chemiker und Physiker, und das Mädchen verbrach, fast den ganzen Tag in fernem Laboratorium, wo sie mit Retorten, <2a)mclztiegeln, ileohrepen und anderen Laboratoriumsqc. ch 'n vielte. Als arme junge Lttidentin kam sie nach Paris, besuchte hier die Umoeriitat unb fiel durch ihren bewunberswerteu For Ichuugsgcist ihrem Lehrer, dem Professor Pierre Curie, so auf, rr fich nayer mit ihr bekannt machte und sie bann als Gattin
IjeimTubrie. würbe leine fleißige Mitarbeiterin und :ir - - rr**" mit ihm zuiammen das Radium. Als außerordeiitlich x-rV- * • unb allen (htclEeitcn ber abgeneigte Tame^i.e ’mü ^rene saft völlig abgeschlofsen- und fern v"ii
Vergnügen istdas'Rabfahre^ Wenn m/ite rn ; ^r'chungen beschafttgt, in ihrem Laboratorium swln' f^CrLreUt toie *Lur 'rgend ein deut'cher Professor Man erzählt pch, bas eines -tages ihr Dienstmädchen ir-s "a 1tur^ und laut weinend ausrief: „Gnädige Fran gnädige r5rau, ich habe eine Stecknadel verschluckt!" Na ua nur'" antwortete Frau Curie, „darüber'bra'uau
J.mK8“ Sier haben Sie eine andere '
«Pracb S und gab ihr einen ganzen Brief Nadclu
TK. ^ic erste öffentliche Probefahrt mit > m ^.t n I 1 e n « n w a g e n des Systems Brennan wurde in G , i Ung b am ogrgenommen. Ter Wagen, der ein Gcwicki • ■ 20 enab^eichtigk:u eine Geschwind: :'A i-i,-oCtL9 1 ^Sei <n in t)cr Stunde auf einem kreisrunden i' tCpr°h!-Ä "^0- ^ar^:- UP6cr geladene Gäste, barnntcv Vci nter .des Kriegsministeriums, des indischen Amtes uu^ t \ , Mk« Eisenbahngcsellschasten wohnten den intcrcf'antcn V.chuu
® ’ n e 6 b r o n i f aus Kunst u n d W f i c p >’ * a t ’ - Sotrat Starenor Dr. med. Wilhelm Wintern.: u, i’
bfiI wmenschaftlichcii Hydrothcrapi c vol^' eirdet heute, am 1. März, bas 73. Lebensjahr - FüV den in «rVfe inürmr-3a6rC .W*41’ Snternat.outien ft"i “ ls? x - auglings, chutz wurde ein Gcschäftsausfchi«,' gcwaljlt unb zum Vor -tzenden bei Präsident be jieir- a‘ 5r?2 h^tsamts Tr. Bumm in Aussicht genommen JlLlC1-9v,ulw"


