entließ Tie fremden Gesandten in Peking jinb allgemein der Ansicht, daß der Friede durch die Entlassung Mianschikais bedroht sei.
Erprastdeat Cast».
Ter venezolanische Er Präsident Castro hat sich in der Privatllinik des Professors Israel einer Operation unter» sogen, die Stunde dauerte und gut verlaufen ist. Das Befinden des Patienten ist zufriedenstellend. Es handelt sich um einen Eingriff, der gleichzeitig an Darm und Blase ausgeführt worden ist Castro erklärte nach der Operation, er wäre zufrieden, daß er operiert worden sei, denn dadurch erfahre die ganze Welt, daß er nicht nach Europa gekommen sei, um sich seiner Verantwortung zu entziehen. Während der Operation waren die Gattin und die Schwester Castros sowie drei venezolanische Aerzte aus London in der Klinik anwesend.
Deutsche» Reich.
Der Kaiser wird sich heute auf 6 oder 6 Tage nach bem Jagdschloß Hubertusstock begeben Gestern vormittag hörte der Kaiser die Vorträge der Chefs des Zivil- und Militär-Labinetts und empfing spater den Oberbürgermeister Kirschner.
Staatsbesuch deS engl. Königspaares in Berlin. „Daily Expreß" läßt sich aus Berlin melden, daß nach den bisherigen Dispositionen der Staatsbesuch des englischen Königspaares dort am 9. Febr. erwartet werde. Sollte der König einen Aufschub wünschen, so werde der Besuch doch jedenfalls im Monat Februar von statten gehen. Das auf 5 bis 6 Tage berechnete Programm werde von Kaiser Wilhelm entworfen und König Eduard eiugelaüen werden, etwa ungewünschte Punkte zu streichelt.
DaS Reichskolonialamt hat einer Berliner Information der „F.-Z." zufolge mit einer Finanzgruppe, der fast alle Großbanken angehören und an der auch die Deutsche Kolonial-Gesellschaft und die Südwest-Afrika- Gesellschaft teilnehmen dürften, ins Benehmen gesetzt wegen des Verkaufs der Diamanten in Südwestafrika.
Das Befinden Holles. Gegenüber der Meldung der „Kölnischen Zeitung", daß das Befinden des Kultusministers H olle sich gebessert habe und er in einigen Wochen fein Ilessort wieder übernehmen könne, erllärt die „Kreuzzeitung", daß man nach den ihr gewordenen Informationen dieser Meldung Zweifel entgegensetzen könne.
Alexander v. Wa rtenöleben f. Ter General der Kavallerie z. T. Graf Alexander von Wartensleben ist gestern in feinet Berliner Wohnung im 71. Lebensjahre gestorben.
Ausland.
Rücktritt Iswolskys. Die in letzter Zeit Viel fach besprochene Meldung, daß die Stellung des russischen Ministers des Aeußercn Iswolsky erschüttert sei, scheint sich zu bewahrheiten. Wie Berliner Blätter erfahren, soll Iswolsky schon am russischen Neujahrstage (13 Tage später als der westeuropäische Neujahrstag) znrücttrcten und voraussichtlich den Botschafterposten in Berlin erhalten.
Eine militärische Verschwörung gegen den Zaren? Nach einem Telegramm der „Daily Mail" aus Petersburg steht die Explosion einer Bombe im Zentral- Caf6 am Newsti^Prospekt, die ein Student in Papier gewickelt, dorlhm gebracht hatte, mit einer weit verzweigten itchilistischeit Verschwörung gegen das Leben des Zaren und die Mitglieder der kaiserlichen Familie in Zusammenhang. 20 der Teilnahme Verdächtigte seien teils in Petersburg, teils in ZarSkojc Selo bereits verhaftet tvorden.
D e r t ü r k i s ch e T h r o it f o l g e r. Die Berliner türkische Botschaft erklärt, daß alle Mitteilungen über den angeblichen Verzicht des türkischen Thronfolgers auf die Thron- lolge zu Gunsten des Prinzen Iussuf Izzedine Effendi jeder Begründung entbehren.
parlamentarische- aus Hessen.
Folgende Regieruugvvorlageu sind der Zweiten Stammet noch zugegangcn:
Regelung desrechteu Main uferS zwischen dec Mainmündung und der ehemaligen Schiffbrücke bei Mainz. Bei den Mtegulieruttg*nrbeif cn im Jahre 1899 ist Langsam unb Böschungsgebäude in dem Eigentum des Rcichsmilitär- fiskuö verblieben, ebenso das durch die Mittelwasserlinic begrenzte frühere Festungsgelände, das jetzt ein Teil des Rheinstroms bildet. Bei Vermessung der über Mittelwasser liegenden fiskalischen Weidenanlagen am Rhein ist es zur Herbeiführung geordneter Grenzverhältnisfe für zwecke nb wrechend erachtet worden, diese Teile vom Reichsmllitär fiskus zu erwerben Das preußische Kriegsministerium ist mit bet Abtretung der in Rede stehenden 2772 qm Ufer» böschungsgelände zum 'Lreis von 15 Pf. und der 11451 qm Rhein strömst äche zum Preis von 1 Pf. für den Quadratmeter einverstanden unter der Bedingung, daß eine 610 qm große Geländcstäche in Flur 16, Nr. 4, zum Preis von 25 Pf. für den Quadratmeter ihr überlassen werde. Evnach sind 377,81 Mark an die Militärbehörde zu bezahlen. Zur Abtretung des dem Großh. Landeseigentum gehörigen ländestücks wird die ersorderliche Zustimmung bet Kammer nachgesucht
Beräußernng fiskalischLr Grundstücke. Die Regierung richtet an die Kämmer das Ansinnen, sie auch für die Dauer des 34. Landtags zur Veräußerung landwirt tchaftlich benutzter, zerstreut liegender, d. h. nicht zu Hof- gutern gehöriger kämetalsiSkalifcher Grundstücke allgemein ohne nähere Bestimmung der einzelnen Gemarkungen und Varzellen unter bet Bedingung zu ermächtigen, daß den Standen aUiahrluh ein Verzeichnis bei veräußertem Grund stucke zugeht.
Steueraufseher i. P. Putzer zu Darmstadt eriucht n: einer Vorstellung an die stammet um Erhöhung seiner Pension nach.
Airche und Schule.
----- Evang. Bund. Auch in Garbenteich har sich em oweigverein de. evang. Bundes um 7u M
grdlld«. Gelegentlich seiner Gründung hielt Pfarrer r!eh-1
mann einen Vortrag über die Bestrebungen deS Bundes, sowie über die evang. Bewegung in Oesterreich. Hierauf trugen die Gesangvereine »Frohsinn* und ,93iftoria*, sowie die Schüler der L Klasse Lieder vor, die ungeteilten Beifall fanben und zur Belebung deS Familiennachmittags beitrugen.
hessischer Handelskammertag.
R. B. Mainz, 3. Januar 1909.
Der Hessische Handelskammertag hielt heute vormittag im Ltadthaussaal unter Vorsitz des Kommerzienrats Dr. Bamberger eine sehr zahlreich besuchte Ler- sammlmtg ab, die sich in erster Linie mit der Reichs- finanzreform beschäftigte. Ws Vertreter her Regierung wohnten Ministerialrat Dr. U s i n g e r und Oberfinanzrat Weiffenbach der Sitzung bei. Das Referat über die Finanzreformvorschläge hatte Syndikus Mees- m an n-Mainz übernommen, der die dringende Notwendigkeit einer durchgreifenden Finanzreform anerkannte, dagegen die Mehrzahl der vorgeschlagenen Steuergesetzc nicht als den richtigen Weg für den gedachten Zweck erblickte. Im einzelnen sprach er über dieErbschafts-,Nachlaß- und Wehr st euer, die letztere hieß er gut, die beiden ersteren verwarf er, nachdem die einzelnen Kammern ihren Standpunkt zu den erwähnten Steuern präzisiert hatten, äußerte sich der Vertreter von Gießen zur Branntweinsteuer, die er in Uebereinstimmung mit den übrigen Kammern, namentlich in der Monopolisierung und in Liebesgaben als unannehmbar bezeichnete. Das Gleiche war der Fall bei der Tabaksteuer, über deren schädliche Wirkungen sich die Handelskammer Offenbach eingehend verbreitete. Der von Offenbach eingeschlagenen Resolution stimmten die Kämmern mit Ausnahmen von Mainz und Friedberg zu, die sich auf die nicht so scharfe Resolution festlegten, wie sie vom Ausschuß des deutschen Handels- kammertages gefaßt worben ist. Der Direktor der Mainzer Aktienbrauerei Dr. Jung sprach gegen die geplante neue Br austeuer unb erwähnte babei, baß während des Bierkrieges in Mainz ein Beamter einen Beschwichtigungsartikel in die Mainz. Volksztg. lanziert habe. Er war für die Resolution der Mainzer Handelskammer, die die Brausteuer nicht verwirft, aber eine gerechtere Staffelung fordert. Auf denselben Standpunkt stellte sich Worms und Offenbach, während Gießen die Ablehnung der Steuer verlangte, desgleichen Singen und Friedberg. Die Handelskammer Darmstadt war für die Mainzer Resolution. Gegen die Weinst euer verbreitete Syndikus Meesmann schwere Bedenken, Offenbach, Friedberg unb Gießen waren nicht für birefte Ablehnung und Worms erklärte, daß in feiner Kämmer die Meinungen geteilt seien. Eine große Reihe anderer Redner trat für die unbedingte Ablehnung ein; die Abstimmung ergab eine Ablehnung der Steuern durch Mainz, Bingen und Darmstadt, während sich Worms, Friedberg, Gießen und Offenbach für die Resolution des Handelstags erklärten, die nur die Form der Besteuerung nicht gutheistt. Syndikus Dr. Humann-Tarmstabt beantragt bann Ablehnung der Gas- unb Elektrizitätssteuer und fand die Zustimmung des Handelsiammertags. Syndikus Meesmann sprach über die Anzeigen st en er, bereit Mlehnnng er ebenfalls empfahl. Sie wurde gegen die Stimme Offenbachs beschlossen. Bei dem Weingesetz schloß man sich den Beschlüssen des Ausschusses des deutschen Hanbelstags an. Herr Ministerialrat Dr. llsinger teilte bann burch eine Anfrage noch mit, daß eine Vorlage über das Offenhalten der Schaufenster während des Hauptgottesdienstes demnächst an den Landtag gelangen werde, worauf der Handelskammertag noch eine Resolution gegen die Schis- f ahr tsabgaben annahm.
Stabt unb Land.
Gießen, 4. Januar 1909.
* * TageSkalender sät Dienstag, 5. Jan.: Stadt- t Heater: »Der Talisman.' Anfang 8 Uhr.
* * Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben dem Obcrhofprcdiger Ludw. Ehrhardt in Darmstadt das Nilterkreuz 1. Klasse des LudewigS-OrdenS verliehen.
* • Reichs tagScrsatz wähl in Bingen-Alzey. Die Sozialdemokraten haben für die Reichstagsersatz- wähl in Bingen-Alzey den früheren Landtagsabgeordnetcn Redakteur Bernhard Adelung in Mainz vorgeschlagen.
** Die geistliche Musikaufführung des Evang. Arbeitervereins m der Stadtlirche bot einen ungetrübten Genuß. — DaS Orgelvorspiel führte die Zuhörer zur Sammlmtg, die sich bei der Güte des Dargebotenen mit den folgenden Nummern zu weihevoller Stimmung steigerte und bis zur letzten Nummer anhielt. Frl. Ida Stammler, deren ausgezeichnet geschulle Stimme in dem weiten Raume vorzüglich zur Geltung kam, brachte Lieder von Bach, Hat)dn, Mcndclsohn, Hlldach usw. — F-rl. Scbmcckenbecher und Herr Keßler dellamieren fein gewählte, vollendet vorgettagenc Gedichte von Uhlaiid. Goethe, Eichendorfs, Ernst Moritz ?lrnbt, Paul Gerhardt, Rückert, Earlnie-Oeser. Herr Rollo ff spielte auf feinem Violoncell mit feinem Verständnis und schönem Ton ein Slöagio religioso von Tarlini, — Ein Streichquartett gab das Largo von Händel. Dazwischen sang der Gemischte Chor Lieder von Beethoven, Mehul, Rolle, teils a capella, tclls mit Streichquartett. Ganz vorzüglich trug der Ki n -- der ch or ,^!ieb Vater im Himmel" von Tauben vor. Der Gemischte Chor überraschte burch seine erfreuliche Entwicklung ju einer großen Zahl von Sängern wie burch vor zügliche Darbietung. Die feinsinnige Zusammenstellung des Programms, die Einstudierung fämtlidjer 9htmmem, bie Leitung der Chöre, ferner die Orgelbeglenung, welche die meisten Darbietungen umrankte und schmückte, all das lag in den Händen des Vereinsdirigenten Gernhardt, dessen außerordentliches Geschick für derartige schöne Kwistgabeu auch dieSnial volle Anerkennung fand. Es sprachen in den musikalischen unb gefänglichen Teilen wie auch bei den Rezi tationeik erste Meister der Literatur und Der Tonkunst mit (Sabcn von lwhern Gehalt, doch schlicht und innig zum Ge- müf, "'rständlich aus' für minbergeübte Hörcr. Es bildet biqc Aufführung einen würdigen Abschluß der nun hinter unä liegenden Festzeit.
— Stadithcatcr. Em alle Thcatcrfteunde inte- ieiiierenbe5 Gastspiel findet am Dienstag, 19. Jan., statt. Albert Bassermann, der geniale Berliner Künstler, wird an diesem Abend in dein EinakterzyklnS von Felix Salten ,'Som anberen Ufer* m drei verschiedenen Rollen auf- iceten. Wer sich an* BaßermannS grandioser Leistunq als ,Biegler* in Sudermanns ,Stern unter Sternen* erinnert, wird dem Gastspiel mit größtem Interesse entgegensehen. Da starke Teilnahme — auch von auswärts — zu erwarten ist, dürfte sich empfehlen, bei Zeiten Plätze vorzubestellen. — ES sei darauf hingewiesen, daß die zweite Hälfte dcS Abonnements noch nicht ganz abgcholt ist. Tie Abonnenten werden ersucht, diese Abonnements im Theatcrbüreau in Empfang nehmen zu wollen.
• • Auf dem DünSberg wird es am nächsten Sonntag doch hergehen. Die torrristischen Vereine unserer Gegend werden sich oben ein Stelldichein auf der luftigen AuSüchtS- roarte geben und beabsichtigen, einige vergnügte Stunden miteinander zu erleben. Für die Bewirtung der hoffenllich recht zahlreichen Gäste ist oben bestens gesorgt, man munkelt in eingewerhten Kreisen sogar von Erbswurstsuppe, Frankfurter Würstchen und ähnlichen Genüssen.
"Der Mord im Gießener Stabtw alb. Zn der Anregung in der Volkszeitung, man solle den wegen Mords verhafteten Reif photographieren und bas Bild veröffentlichen, können wir mitteilen, daß dies bereits von der Behörde beschlossen war, daß aber die Ausführung erst geschehen kann, wenn der Gerichtschcmiker Dr. Popo mit der Untersuchung der Kleider deS Reis fertig ist. Zunächst war eS geboten, die Kleider unversehrt dem Gerichtschemlker zu überlassen.
• • Brandausbruch. Gestern abend entstand im Dachüock eines HauseS in der Crednerstraße Feuer, die Feuerwehr wurde allarmiert und schritt mit den Hausbewohnern und Nachbarn gleich energisch ein, so daß nur geringer Schaden entstand. Die Entstehungsursache ist auf einen im Dachraum angebrachten sog. transportablen eisernen Raucher- opparat zurückzufuhren. Inwieweit eine strafbare Fahrlässigkeit vorliegt, muß die eingcleitete Untersuchung ergeben.
"Auch ein Vergnügen. Zwei Eifenbahnarbeiter begaben üch am verstossenen Sonntag mit ihrem Monatslohn in der Tasche in eine hiesige Damcnkneipe. Sie vertrauten 28 Mark an Wein, bic der eine bezahlte und dann einschlief. Als cc bas Lokal verließ, vermißte er fein Portemonnaie nut dem Rest des Lohnes, bestehend in 38 Mk. Verdacht spricht der Bestohlene gegen die HcUerm auS, bic sich neben ihn gefetzt hatte, als er fchltei, und er machte derselben auch gleich selbst Vorhalt, anstatt zur Polizei za gehen, aber sie bestritt den Diebstahl.
"Die Maul- unb Klauenseuche ist auSgc- brachen in Montig, Kreis Rosenberg (Reg.-Bez. Vla- aemuerber) am 2. Januar.
- u Londorf, 3. Jan. Einen recht vergnügten 9leu- jahrsabend hatte der Kriege r-Verein einem sehr zahlreich erschienenen Publikum bereitet, indem er bad Rhein- Mainische Verbandstheater zu einer Vorstellung ver- pstichletc. Gegeben wurde „Der eingebildete Kranke* von Moliere. Das Stück sand lebhastesten Beifall. Von den Darstellern gefielen besonders Herr Max Stumpf als Argon, Frl. Marner als dessen Frau und Frl. Werner als Tolnette. Daß hier bccactigeii Veranstaltungen immer ein tegeS Interesse entgegengebracht wird, hat sich auch jetzt wieder gezeigt. Vielleicht gelingt es einmal hier, einen VolkSbildungSvcrem zu gründen. Diesem wird cs daun auch möglich sein, gegen cm geringes Eintrittsgeld derartige Ver- anftaüungen hier zu arrangieren.
O Alsfeld, 4. Jan. Die Ober Hess ische Vieh- verivcrtungSgenofsenschaft hat seit einiger Zeit ihre Tätigkeit begonnen und dadurch in den Kreisen der Landwirte Anklang gefunden. ES läßt sich bereits cm günstiger Einfluß auf die Preisbildung für Schlachtvich nn Bezirk AlSseld erkennen. In den Kreisen der Landwirte und der Vtetzger ist die anfängliche Voreingenommenheit gefchwunden. Um die Organisation der Genossenschast hat sich Direktor Gobel besonders verdient gemacht. Die Alstgliederzahl ist bereits auf fast 100 gestiegen. Tie Mitglieder sind verbunden, ihre Schlachttiere nur an die Genossenschaft zu liefern.
- a Hart man ns ha in, 3. Jan. Zwischen hier und Ober-Seemen an der Vogelsbergbahn liegt bie Holz - verlade- unb Haltestelle Alteburg. Von dieser geht ein Fußweg nach dein Dorfe Volkartshain durch mehccre Grundstücke, bic bem Fürsten von Ortenberg gehören. Die Oberförl'terei Ortenberg will diesen Weg der Gemeinde Vol- kartshain streitig machen, obwohl er schon feit vielen Jahren von Leuten, die i»ach Siechenhausen ober Herchenhain gehen, benutzt wird. Hoffentlich wird die Angelegenheit nicht zum Prozeße ausarten, sondern bald im Interesse und zum Vorteil der Gemeinden, die dahin ihre nächste Bahnstation haben, erledigt werden.
lz) Aus dem Vogelsberg Eine Bürger- nieisterwahl im Winter ist eine schöne Sache, denn da hat man doch bie nötige Zeit. Wenn bas Törfchen and) noch so klein, im Winter geht cs bei einer solchen Gelegenheit schön her. In G. waren es etliche 40 Wähler, bic fast völlig an bie Wahlurne traten. Lange vorher stanb bic Wahl zur Diskussion unb bie Aussichten waren für fieibe jtanbibateu fast gleich — bis am Wahltag ein geschickter Schachzug bie Entscheidung gab. Der jlanöibat hat Wirtschaft, aber beileibe, vorher wirb auf bie Wahl nichts getrunken. (Gewöhnlich haben aber bei Wahlzeitcn Anhänger einer Stanbibatur ihren Geburtstag unb geben etwas zum Besten.) Im Stalle des H’anbibaten, ba liegt der Siegcs- gett: ein fettes Schwein. Ja. hcnte soll es fidi entscheiden über Leben ober T^d bei borstigen Sau. Ter Kessel wirb angcheizt, in bet Stube sitzt bei Metzger unb aud) ber Fleischbesckiauer. Diese Vorbereitungen wirken mehr als alle Flugblätter der Welt: um 6 Uhr wird großartig der Sieg verkündet, die San Hal ihn erkämpft mit ihrem Leben. Aun rasch and Werl, em Schlag auf5 Hirn, b:n Todesstich ins Herz, stoch spritze bas Blut im Bogen. Unb wer ben Löffel lenken kann und schaben, ber hilft zu reinigen bas Sckiwein von Borsten und vor» Schmutz, riauni baß bie 111)1 um eine Ziffer weiter ruckt, brodelt fn bem j.ffcl schon des Schweines edeles Gebein; indessen sie im Hause drin jem säuberlich, jo gut cs geht, bic Tafel zu dem '.Nahte;


