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18/03/1909 Erstes Blatt
 
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Zwischen Krieg und Frieden.

Erne (Snticfietbung im serbisch-österreichische» Konftikr ist zur (SturiDc norf) nicht gefallen. aber Die Lage ist noch wie vor lehr ernst Der Mrug steht sozusagen aus oes Mes'ers Zchnerdc. Be^rchnerro für ine Stimmung ist es, das man sich gestern im österreichischen ALgooronelenbauie ausschließlich mit : : Be'predmng bei gegen kdrtiaen Krise befaHK Aut die '.Infrage des Abg Baltina, ob der Präsioenr bei seiner heutigen Audienz denn Malier sich gegen den Krieg aussprechen sollte, erwiderte der 'fciüHOentIch bin ein ebenso großer Friepcnsfteuno als jeder in diesem xxnm Wenn man aber m einem 'Vümeiii, wo eine ärgere Gefahr dem Reiche droht, die Inedenslieb« ohne Einschränkung betont, so liegt darin eigentlich eine Sck-i -ckung der Situation des eigenen Staates Wie der verr Antragsteller selbst h.rvorhob, ist die Entscheidrrng über Xrieg und Frieden Sache der tron- Okint Oesterreich hat wohl das Vertrauen, dost diese Entscheidung in der weisesten Art getrosten werde und zwar wie sie uim Wohle der Völker, aber auch zur Ehre des Elches ersorderlich ist. Ich werd,' mir daher geroif, nicht erlauben, unbefragt eine Aeußcrung abzugeben ' Lebhafter Beifall und Händeklatschen Inzwischen werden aus beiden Seiten die Rüstungen aufs eifrigste tortgefeW. Die gestrige Meldung, dost Oesterreich durch Vcr Mittelung Deutschlands seine Zustimmung zur Konferenz gegeben habe, bestätigt sich nickt.

In Pariser politischen Greifen wird die Lage auf dem Balkan alK mtßerst krtisch betrachtet. Ten letzten Meldungen aus Belgrad zufolge verhält sich die Bevölkerung ruhig .luck die Notwendig feit eines Krieges wird von der Bevölkerung mit vollkommenster Ruhe ins Äuge gefaßt. Die Pariser Blätter besprechen in län deren Artikeln die Antwort Serbiens auf die österreichische Note In diplomatischen Kreisen geht das Gerücht um, die Michi würden neuerdings einen Versa ck machen, die Belgrader Regierung zu veranlassen, eine entgegenkommendere Haltung Oesterreich gegenüber an den Tag zu legen, um den Jtrieg ;i vermeiden. Man verspricht sich jedoch »ehr wenig Erfolg von dem Schritt. Nach einer Belgrader Meldung hat der russische Ge sandte Setgejeiv bent serbischen Minister des Aeupern Milano witsch längere Besuche abaestattet und in pvlili'chen Streifen ver lautet, Sergejew habe Milanowitsch namens der russischen Rc gierunfl freunosäwrtlichi' Ratschläge erteilt, den Wünsänn Oester reich-Ungarns nach Möglichkeit entgegen zukommen. Inzwischen hat Tittvni seine zunächst der österreichisch-ungarischen Regierung unterbreitete Anregung aus Vereinbarung eines begrenzten Kon ferenzprogrammes unter AuSsch-stdung b*r serbischen Frage nun mestr auf den befreundeten Machten, Rustland, England und Frankreich mitgeteilt, und der Gedanke »cheint eine freundliche lAufnahme zu finden.

Ter PariserTcmvS" meint: Behufs Lösung des öfter reichisch-serbiskivn Zwistes wäre vielleicht ijlgenher Weg einzu schlagen Erstens, Rustland ,erfl in, tast nach seiner Ansicht di. serbische Antwortnote vom 10. März den Verzicht auf alle terri torrialen und politischen Ansprüche Serbiens bedeutet, zweitens die Mästste »vürden ud» dieser Mitteilung aitfcbliefen und im Einvernehmen mit Rustland feststellen, tast unter diesen Umständen Serbien keinen Einwand gegen das österreichisch türkische Ab kommen formuliere und drittens würden alle Mächte diese I-est Stellung der österreichisch ungarischen Regierung und der ferbiicbcn Regierung zur NennmiS ui bringen, iv'lcke gleichzeitig hiervon fllkt nehmen wurden Aach einem solchen Sdiriit tön tue Oester Tcid)'Ungarn i»betreff her Haltung auf der Monieren» gegenüber den österreichisch türkischen Abkommen keine Besorgnis mein hegen Serbien wieder würde durck die Annahme dieser europäischen Er flänmgnt nur den nun ihm eingegangenen Verpflichtungen ent sprechen.

DaoJournal des Ttbntv" bringt einen sehr lief tiflen Artikel gegen die öftcrrcid)ifdkunganjdic Divlomatie. Mai müsse ben'clbcn die ganie Veraunrort!ickkeit, die sie im Jolle eines durchaus iingeiechtfertiaien Angriffes gegen Serbien an fick labet, vor Augen führen Mai fei Iran; Josef, welcher .»an. gut wisse, oaft leine einzige Marin die Ab'iibt habe, das An sehen und die Jute, neu der ',.,ionard)ii ui id ibigen oder vollendeki Datsarl en zu verhindern, sollte seine Minister von der verhäng nisvoUen jdneint bbene zurückhalten. In diesem 'Jlugenblide' i man sich fragen, ob Oesterreich Ungarn von zivilisierten Menschen regiert werde

politifcbc Zagcsicbau.

Reue Etkuervorschläge.

In parlamentarischen Mreisen mutniastt man, das; es gelinge» luerbe, zur Reiä:sfinanhzreforin au ch ohne Nachlaststeuer Erbrecht Des Staates und Wehrsteuer gegen HX) Millioitert ar direkten Steuern auünbringen, nämlich -60 Millionen burd lAuSdehiiUiig der Erbschaftssteuer unter Ausschlust der Ehegatten 15 Millionen durdi Erhöhung der Matrikularbeiträge von K auf 100 Psg pro Mops der Bevölkerung und 15 Millionen ober vielleicht auch und) mehr burd) eine C v u von ob e r Quit tun gssteuer. Unter beu indirekten Steuern dürfte eint Streichholz st e n e r figurieren, von dtw man annimmt, das sie gegen 30 Millionen tragen wird. Und das alles, um di» agraritchen t^rostgrundbesitzer ;u schonen. In welcher Wei e fick diese Herrschaften um die Einkonnnensteuer drucken, dafür ha der Prof. Heid en ha in ano Marienburg, wie wir im Bert Dagbl. lesen, dieser 4afle in Danzig neue Belege geliefert. Ei erzählte dabei unter anderem: Ein Landwirt habe seinen Sodi in der Stadl auf der Schule inib zahle für ihn iährlidi 1200 Ml Pension und 300 Mark für Schule, Bild» r, Tanjuntvnidit usw Dieser Landwirt sei nur mit 2400 Mark Einkommen emgefdtitu Ein anderer Landwirt iwr ebenfalls mit 2400 Mark eingeschätzt Als fein Sohn M avalier,evst'izier werben sollte, niuste er einen fährt ick«'« Zuschuß non 3000 Mark garantieren. Er schätzte des bald sein Einkommen auf 1000 Mart ein und liest nch iwm Landrat bescheinigen, das; er mit bem 'Reit von 1000 P^rk iudi stmtdeSgem is leben könm Ein bctaimtcr Abgeordneter tmbe einen eigenen Oberförestr in seinem Walde, fei aber nur nut I Mark Einkommensteuer veranlagt. Ein anderer Abgeordnetei rcdiid von her Weichsel habe Iwrausgerechnet, das; er iährlidi Tausende zu sch teste (von was?» und gar keine Steuer zahlen kouue Freiherr v Buddenbrock ha In* im Mreistag erklärt, das er keine Steuer zahlen könne Ein Herr des Mreismges bemnttc darauf. ,.Ich schlage tvr, dem Herrn ein Armeuiinterstutziina >u qc nähren!" In der Angelegenheit der Mahlen steuer der frei sinnigen I-raktionsgemeznschaft ist. wie aus Berlin gemelbct wird, die Stimmung nidn unbedingt ablehnend, unter der Voraussetzung jedoch, dast Modalititen gefunden werden, wodurch die Steuer Tebiglid) auf die MahlenSnnbitate und die grosten Grubenbesitzer fid» erstreckt und die breiten Massen bei Monsumenten von thu ben (hont werden.

Eine intereffante Marioededatte.

Die Bndgetkommiiswn des denNcken Reichstage» bat.am Mitt woch die Beratung des Marine-Etats begounai Staatssekretär v Dirpitz ging mnudift au» die letzte engli'dn Unterhausdebatte ein Seine Äusführungeii entziehen fid) im Einzelnen fast burdmng der öffentlichen Wiedergabe. Rur das kann mitgeteilt werden, dast der Staatssekretär erhärte, er wisse nicht wie Me. Mcuna dazu komme, zu bekauvten. daß Deutschland tm Jahre 1912 17 DreadnaugdtS und Invifibles haben werde, in WirNickken Unirben wir dann nur 13 haben. Ein Abrüstnngsvor>di 1 ag sei von England au an uns nicht gelangt Dann beschäftigte fick der Staatssekretär lehr emaebenb nut beu Ausführungen des Vizeadmirals OMilner und erNürte, dast dicke in bei Marine selbst leinen Boden hätten Was daran richtig fei, das fei bereite ausgesuhrt worden namnuiidt in Bezug au» den Mteuterfrieg Der Staatssekretär verteidigt bann bi Stellung der Marine Ver­waltung in Sachen des Ban von Untern booten Von Seiten der Freisinnigen und des Ientruirn- stellt man ud mehr auf den Staniuxmh des Vizeadmiral ' Elfter und verurteilt die Heim lichtnerei Auf Anfrag ging bei Staat- hctci nochmals auf bte Auslassung Me Men na. an? : : »in ?- . w -- ui Widersvredien schienen. . u» ihn v norud iad n ab habe Asquith den Irrtum Me. Ätnnav korrigieren wollen. Cut Redner

der wirtschaftlichen Bereinigung bemertte. England gegenüber sei eine kühl abwartende Haltung die empfehl en swertefte Iesthalten an dem Flonengcketz sei das em zig Richtige Ein Rationalliberaler bezeichnete die hebet hafte Nervosität Englands in Bezug <nit unseren wirN'chaftlichen Auftchwung als unveritänblich. aber als bemerkenswert Ein Konservativer erklärte die Einmütigkeit ferner Fraktion tm Jen halten an dem Ilottengezetz Ter größere Teil wünsche keine Verlangsamung des Dautemvos. Nachdem em tfieoner der freisinnigen Bolkspartci die gleichmäßige Pflege von Arme- und Ilotte unter Berücksichtigung der Leistungsrährgkert der Steuerzahler empft>hlen hatte, vertagte sich bte Mommifston auf TonnerStag.

Ter Poft streik in Frankreich

Ter Betneb in der Variier Telephonzentrale ruht seil gestern abend vollständig, da das gesamte Personal die Arbeit eingestellt tat Vie bedenklich dieser Ausstand ^ist, zeigt fick u a. darin, dast ut der gestrigen Versammlung Der Streikenden sogar ein Antrag eingebracht wurde, tm Falle einer Mobilmachung Telegramme entweder gar nicht oder falsch zu expedieren lieber diesen Antrag wurde icbod) nicht abgestimmt, doch^soll er neuerdings nochmals^in der nächsten Versammlung zur Sprache gebracht werden. Ter AuSstaiid greift aud) auf die Provinz über. Gerüchtweise ver­lautet, datz die direkten Telephonlinten zwischen den einzelnen Ministerien zen'chnitten seien. Einzelne opoositionelle Blätter verlangen bereits, dast die Regierung nackgebe und öcnjlnter- staatsiekretär Simyan ,ur Temisiian veranlassen möge, ximnan >oll auch bereits um seine Entlastung gebeten Irnben, aber der Bautenminister Barthou bat die Temn'sion nicht angenommen. Ter Verband mittlerer deutscher Reichs-Post- und Telegraphenbeamten teilt mit, das; die von anderer Seite gebrachte Meldung, der ge­nannte Verband habe den Pariser Streikenden Postbeamten Geld- Unterstützungen übersandt, in keiner Weise den Tatsachen entspricht.

Dcutfcbcf Hcicb.

Ter M a i f e r sprach gestern vormittag beim Reichs­kanzler Fürsten Bülow vor.

Ter Senioren-Monvent des Reidistages ist übereingekommen, die Osterferien am 1. April zu bo ginnen und die erste Sitzung nach den Ferien auf den 20. April festzusetzen.

Wegen (sf e h e i m b ü n d e 1 e i hat die Tresdener po litische Polizei die S ck) l i c n u n g m e h r e r e r r u s s i s ck e r L e s e - M l u b s verfügt. Zahlreiche Ausweisungen junger Bussen sollen bevorstehen.

Tie Ausfahrt der ,\t a i) c r i a d) t nach dem Mittel meer, die für heute angesept war, ist denMieter R. Rachr." 'ufolge verschoben lvorden. Zur gemeldeten abermaligen Maiferreisc itach Korfu wird ciyent Privattelegr. d. ,Giest. Anz." zufolge hosamtlick initgeteilt, das; diese Reise olange nicht stattfinden wird, als d.cr östcrrcichisch-serbisthe Mriegskonflikt anhält.

lluslanö.

Ministerwechsei in Schlvcden. Ter König hat das Mfchiedsgefucli der Minister v. Trolle, Petersfon nnd Roos angenommen. Zum Landtvirtschastsminister lvurde >as Mitglied der zweiten Äammcr des Reichstages Ingenieur Rnlander, zum Minister ohne Portefeuille der Adteilungs- st es im Kultusministerium Tr. Lindströiu ernannt. Staats ninister Lindmann übernimmt vorläufig die Leitung des Ministeriums des Aeußern.

Ter russische Mini st errat hat beschlossen, die Linienschiffsbaupläne der Hainburger Werft Blohm «k Boß ür den russifchen Staat als festen Entwurf in dem Äon .urrenzbewcrb der 17 bedeutendsten europäischen Schiffs- .»auwerften endgültig anzukaufen.

Au» Stadt und Land.

Gietzen, l»z. März 1909.

Mädchenschulreform nnd Lchwcftcrnbcruf.

Auf der Generalversammlnng des Hessischen Tiakvnie- Bereins in T a r in st a d t sprach Prof. D. Baumgart e n - Miel über das zeitgemäße Thema tm Anschluß an die ge­plante preußische Reform der Höheren Mädchenschulen, die auf den ersten Blick dem alten Schwefternideal Abbruch zu un scheint. Tenn nicht nur können die neuen Berufe itballerncr und höherer Art, die sich den Mäddien nunmehr iffnen werden, einen Rückschlag in dem Zugang zum Schwesternberuf bringen, sondern es bahnt sich and» eine Wandlung des Frauenideals an: ein Zurücktreten des Aesthe' ischen und Gefühlsmäßigen und die Betonung der denkenden Verarbeitung der Stosse in der Heranbildung des weiblidien R'jchlechts, das Streben und) Selbständigkeit und Gleich­berechtigung mit dem Manne und das Schwinden des asketi- chen Tranges. Trotzdem wird gerade die Art des Schwefternberufs, wie sie der Hess. Tinfoiiic Verein vertritt, Mud) die neue Mädcstenscbulbildung keinen Schaden er­leiden, denn sie enthält fdjoit längst die fortschrittlichen Tendenzen, die jetzt von der Schule ausgenommen loerbcit; sie verlangt ein höheres Bildungsniveau und denkende Tnrcharbeitung der Probleme unt» ist der Uederzengung, daß neben der Liebe aud) die Wahrheit stehen muß. daß die För­derung der intellektuellen Mlarheit Arm und Herz nidft zu ahmen braucht. Tie Schwester, die der ganzen Gemeinde Ut dienen hat, soll orientiert sein besonders aud) über die Mämpfe in der Mirche, über das Wesen sekticrerifchen und landeskirchlichen Ehristentnms, über die Berechtigung der erschiedenen Richtungen und ausgestattet mit wahrer Tole ranz für die verschiedenartigen Ueberzengungen. Tazu ge­hört ein weiter Blick, die Einsicht in die Zusammentiänae und das Verständnis für die Tatsache, daß man solche Tinge nickt mit ein Paar Bibelsprüchen oder Sdstagnwrten erledigen kann So ist die intellektuelle Hebung der Mädchen gerade für ein solches Schwefternideal von besonderem Wert, iumal wenn sie mit energischerer Erziehung zum Pflicht gefühl verbunden ist, als dies z. B. in der geplanten Fraucn- fchulc mit ihren wahlfreien Kursen gemeint zu sein scheint. Tic von warmer Begeisterung und hoher Sachkenntnis ge­tragenen Ausführungen des Redners, der sich übrigens dem radikalen Ideal derneuen Fraueukultur" gegenüber durch aus ablehnend verhielt, und als bleibenden 'tem des werb liehen Wesens die sich opfernde Mütterlicstkeit bezeichnete, landen ungeteilten Beifall. In der Tiskussion wies Lehrerin Frl. M ü 11 e r-Tarmstadt auf die nötigen Aenderungen un lreffischen höheren Mädckenschulwesen und Piarrrr Lic I n ch s-Rüsfclshkim auf den Wert der Beemfluffung der Arbeiterfrauen nach der Seite des (yemüts d.urch die Ge­meindeschwestern bin.

Tageskalender kür Tonnerstag, den 18. März: Kolosseum: Gaüfviet von Cleo de Merode.

picklbilder-Voriraa für Damen in Steins Warten abend- 8b, Uhr: Wie erhalten »ich Irauen gesund und schön? uhu

- Ein MaSkenfest bei TroßherzogS. Tos in­folge der Hoftrauer un Januar verschobene große MaSkenfen bet Hose hat, wie uns ouS Darmstadt geschrieben wird, gestern abend unter Beteiligung von über 300 Personen im Alten PalaiS ftattgefunben. ES entwickelte üch unter den

uielft nut Maske ober Domino en'ch enenen F.'ttellneb, ein lebhafte« MaSkentreibeu. Um 10 Uhr begann her Tanz unb bte Demaskierung. Eine CuabnÜe, bte von dec Hof- balletmeifterin Frau Thiele-Leonharb unb Hostapellmeiftee Kittel emtubiert war, erregte allgemeine Bewunberung. An der von co. 50 Personen auBgcfübtten CuabnUe beteiligten sich auch ber Sroßberzog unb bte Großherzogin. Außer bett Mitgliedern ber Hofgesellschaft, ben Ministern, den 'remden Gefanbten, ben Hofchargen unb fonfhgen Würbenträgern unb ihren Tanten nahmen von auswärtigen Fürstlichkeiten bte Prrnzes'lnnen von Battenberg, sowie die Prinzefünnen zu Stolberg-Roßla, zu SolmS-HohensolmS-Lich, zu Wirb unb zu Erbach.Schönberg teil.

*' Tr. v. N ei bharbi j- Ter Stellvertreter des Reichs­kanzler«, v. Bet hm o nn -Hollweg, hat an bie (unter­bliebenen beS Wirkl. Geh. Rat« Dr. v. Nelbharbt ein Bei. leib schreiben gerichtet, in welchem er ber hoben Verbienfle qebenft, bie ber Verstorbene in 36|ähriger Tätigkeit als Mit. glieb beS BiinbeSrateS sich um bas Reich erworben bat. E« beißt in bem Schreiben: ,In bem Heimgegangenen betrauert auch ber BunbeSrat, bem ber Verewigte, auSgeftattet mit den heroorragenbüen Gaben unb Fähigkeiten, burd) mehrere Jahr, zehnte angebört hat, einen Ctootsmann, ber in treuer auf­opferungsvoller Hingabe feine Kräfte bem eigenen, wie bem deutschen Vaterlanbe gewidmet boL* Der BunbeSrat wirb auf ben Sarg des Verewigten einen Kranz nirbcr» legen lasten. Der Reichskanzler richtete an ben 8oha Tr. v. ReibbarbtS folgenbeS Telegramm: .Schmerzlich de- »uegt burch bie Nachricht von bem Hmscheiben IbreS uerebden Vater«, der mir burch langjährige gemeinsame Arbeit nahe- getreten ist, spreche ich Ihnen meine sehr aufrichtige unb herz­liche Teilnahme an bem schweren Verluste au«. Ter Ver­ewigte, besten Leben bem Dienste seiner Heimat unb unsere- deutschen Vaterlanbe« gewidmet war, wirb stet« unoergesi« bleiben.*

" AuS bem Militärwochenblatt. Der Abiturient der Haiivt-Kabettenanftalt, Portepee-Untcrofstzier Müller- HemPsing, wurde al« Fähnrich im Inf.-Rgt. Kaiser Wil­helm (2. Großh. Hest.) Nr. 116 angestellt.

Politisches aus Hessen. Der Freisinnige Lonbesverein für boS Großhcrzogtlim Heffen erläßt für "ächslen Sonntag eine Cinlabung zur LanbeüaiiSschuß- sitzung in Mainz. Die TagcSorbniing lautet: 1. Tic politische Loge in Hessen nach der Alzey-Bingener Wahl 2. Tie politische Loge im Reiche unb bie Fmonzresorm. Eine Sitzung beS LanbeSausschusseS ber 9lational« liberalen LanbcSpartci ftnbct am Sonntag, nach­mittags 2 Uhr in Tnrmftabt statt. Tie Tagesordnung lautet: Wahl des geschäftSnihrenben ÄluSschustes; Die politische Lage ii, Hessen unb im Reich, Berichterstatter Abg. Dr. Lsann.

* DaS Gemeindewahl recht hessischer B e amten in P In Bingerbrück hatte der

hessische Zugführer Hufnagel mit anderen hessischen Beamten die Ausnahme in bic Gemeinbewählerliste beantragt. Ter (hemcinberat, in bcin bie ZentrumSpartei eine große Mehr­heit hatte, lehnte aber gegen die liberalen Stimmen den An­trag ob. Die Klage Hufnagels würbe vom KieiSauSfchuß in ürenznoch abgewiefen, wöhrenb die nächste Instanz, oct Bezirksausschuß in Koblenz, das Urteil beo KrciSousichuster umfließ. Nunmehr roonbte sich ber Bingerbrückcr Genieinbe- rat seincrielts klagenb an dos OberverwaltungSgericht, da» da« Urteil des BezirkSaiivschusteS bestätigte unb dabei er­kannte, baß Hufnagel zu Unrecht au5 ber Wählerliste nu? geschlosten sei.

MenbelSsohu-Feier. Eine größere Feier bet 100. föcburtStage« von Felii Menbelsfohn-Bartholbi) I't von hiesigen Gesangvereinen unb bem Oberhessischen Sängerbimde in Aussicht genommen.

Stadttheater. Die VolkSoorftellung von .Waller iieinS Tob* am Freitag wirb bobnrch besondere« InterN'- iciuinnen, baß Frau Gertrube Ban meister, bie aus ;ezeichncte frühere Heroine beS Straßbnrger SladtthcaterS die Grägn Tcrzky spielen ,uirb. Nach bem stacken fall, ben bie gestrige Tlnstührung von TtolnäcS .Teufel* fanb, ist von verschiebenen Seiten ber Wunsch au«gesorodh» morden, das spannende Stück nochmals zu geben. Tie T'-- rcltion Hot beshalb für Sonntag nachmittag eine zweite und letzte Aufführung bei kleinen Preisen angesetzt. Am Sonn- lag abenb finbet bie letzte Anfführung von 6ubcrmann< Blumenboot* ebenfalls bei kleinen Preisen statt.

*2 TaS Museum wird am 21. d M. wieder fltüffnci Tie Sammlungen haben sich inzwischen bedeutend betetdberi Besonders hervorzuheben sind fügende G.-schenke: Ttchm. bäuerliche Trachten aus dem Sckw.ftmerland, barnntoi bst fetzt so seltenen Männerkleider Uniform ein Staatsbeamten. Biele intereffante Stücke ber ütrinhinf: Gute Porzellane Stainmbüdier. Eine Sammlung alter Weinctiketten. Mommcruenrnt Gail. Eine rrichdaltstv Münzfammlung aus Mittelalter unb Neuzeit, eine iebt mertvollc Ergänzung der Münzbestände des Museum» Bro' nach dem «Reiberg, Burschenlaget n den Ruinen von- in Tarmitabt. 3k Mupfcrfkiche aus ber zweiten Hälfte des Iahrh., vornehmlich Kriegs- und Lagerszenen dar­stellend Ein glerchzeitiaer Kupferstich gibt bie ferftifruna Messinas durch ein Erboeden im Jahre 1783 wieder Pro­kurist O. Bergen ir. Mittelalterliche Tongesäße, Steig ihanbiduib und ion

Fundort: Detzsteingasse Scklossermeifter Mohling er. - In der vorgeschichtlichen Abteilung sind neu hinjugerommen: Hellenistische Tonfderbeu von Pct>unau und üeinzeilliche <9efä6tfilc ans ber Pergamenischen Land Kto ft Tr Hepbing Aus ber Sandgrube an der Straße Mlein-LmdencYroßen-Lmden rot bemalte sfiefaßscherben verziert durch zarte Fingerspitzen' und Rägeieliidrückc. & ist dieses Ornament, ö-n; :r

fertigung von Tonwatcn auch in Händen der ,'trauen legen hat, wie anderwärts schon häutig feftgcfullt Tae Landesmufeum zu Tarmflabt bat außer einigen Möbeln oberhessischer Baucrnkunü. wi Bett. Moinrnode. Trüben Tür usw zwei Frauentrachtcii aus dem ehemaligen Amt Hüttenberg Hochzeit und Mitmcs als Leihgabe überiviesen. Tie Mufeumsleituna macht schließlich daraus auirnetkjom, daß sie gern bereit ist, hiesige nnd auswärtige Vereine, nad) vorheriger Ansage, zu führen. AUetfeüs wärmsten Ta»1 Ifür die 3utoenbungen.