Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten.
Nein," sagt Mephisto.
3häuser'
. iber Sie antworten wie eine Angeklagte." kcvmen nicht zu spät — nur ich war früher da!
Oder „Sie ’ Auf die
Im Herrenhause wurden inzwischen die Be- < intenbesoldungsvorlagen mit ihrem Drum und "Dran, den Steuergesetzen und der WohnungDgeldzuschuß- ^orlage. gründlich durchgehechelt. Kaum hatte Herr von Manteuffel, des Hauses redlicher Hüter, die guten Wünsche Der Kollegen anläßlich seiner 25jährigen Zugehörigkeit zum öderhause entgegengenommen und in kurzen Worten sich ^flichtschuldigft bedankt, da erhob sich unmittelbar von dem Platze des Herrn v. Rheinbaben die knorrige Gestalt des -verrn v. B u ch, der mit seiner ungeschminkt urwüchsigen Redeweise allemal das Ohr des Hauses hat. Ohne viele lllrnschweife wetterte er los: Gegen' die Regierung, die vor Dem Abgeordnctenhause und vor den agitationsgewaltigen Beamten kapituliert habe, gegen das Abgeordnetenhaus, Las aus parteipolitischen Gründen pflichtwidrig, ohne gebührende Rücksicht auf die Steuerzahler, auch die übertriebensten Beamtenforderungen berücksichtigt habe, gegen
Die Annahme -er Vrausteuervorlage.
Die Finanzkommission nahm am Dienstag ihre Beratungen wieder auf. Zu § 5 lag ein nationalliberaler Antrag Weber-Fuhrnrann vor, der im Interesse der größeren Verwendbarkeit einheimischer Gerste das Polieren oder Schälen der Gerste ohne den in der Vorlage vorgesehenen Steuerzuschlag gestatten will. Er wird unter Zustimmung eines Regierungsvertreters einstimmig angenommen.
Ein Antrag v. Gamp, der bei kleinen Brauereien unter gewissen Bedingungen eine Steuerbefreiung des Zuckers lichern will, findet die Zustimmung des Regierungsvertreters und der Mehrheit der Kommission. § 5 wird in der danach geänderten Fassung angenommen.
Zur Debatte steht sodann §'6, dessen erster Absatz mit der Staffelung nach dem Antrag Gamp bereits Annahme gefunden hatte.
jetzt noch gewichtigere Stimmen gegen sie laut. Der Breslauer Professor Hillebrand und der Magdeburger Oberbürgermeister L e n tz e liefen Sturm gegen "die Bela st ung der großen Städte, die die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses zum Lehrerbesoldungsgesetz im Gefolge haben. Es half nichts, daß Ministerialdirektor Schwartzkopff mit ungewöhnlichem Eifer für die Lehrer in die Bresche sprang; schon heute scheint es sicher, daß die Besoldungsvorlagen im Herrenhause nicht glatt verabschiedet, sondern mit beträchtlicher .Havarie an die zweite Kammer zurückgelangen werden. Am Donnerstag geht die Debatte weiter.
mindermtigc । auch unter dem j, fo ist das eine in geschlossenen reinen, U# Paket 10 W.
— Ueberdieletzt^n Augenblicke AdalbertMat- ko w s k y s wird berichtet: Wie den Lesern bekannt^ war schon in den letzten Tagen jede Hoffnung auf Erhaltung des Lebens Matkowskys geschwunden. Seit drei Tagen wurde Matkowsky nur noch künstlich am Leben erhalten. Die ganze Zeit über war er vollständig apathisch und selten bei Besinnung. Gestern vormittag trat Schlundlähmung ein, ein sicheres Zeichen für die Aerzte, daß die Auflösung bevorsteht. Ohne Bewußtsein lag der Patient bis gegen 6 Uhr abends. Dank kehrte die Besinnung zurück. Matkowsky fühlte, daß sein Ende gekommen sei. Er nahm Abschied von feiner Familie, die erschüttert das Sterbelager umringte. Der Hausarzt weilte die ganze Zeit über im Sterbezimmer und erleichterte den« Sterbenden die letzten Sttmden. Kurz vor 6% Uhr trat die Agonie ein, und 2 Minuten nach 7 Uhr hatte Matkowsky ausgerungen.
— Die deutsche Sprache in Natu r w i sse nschaft und Technik. Auf Betteiben des Elektrotechnischen Vereins in Berlin hat sich aus Verttetcrn von 11 naturwissenschaftlichen und technischen Vereinen ein Ausschuß gebildet, zu dessen Aufgaben die einheitliche Benennung, Bezeichnung und Begriffs-
o.iroaltl" meint ein junges Mädchen.
! Bemerkung: „9(u§ Ihren Augen scheint manchmal der Ver° i stund der ganzen Menschheit zu leuchten," folgt die kecke Ant- icort: „So niedrig schätzen Sie mich ein?"
persönlich:
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feine Scrufung ist
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nchanMyrn von Gneisen«!
Dxiolo. sTrohe Heiteck'l.)
bestiminun g wissenschaftlicher und technischer Einheiten sowie der in Formeln vvrkommenden Größen gehört. Es liegt auf der Hand, daß hier die Möglichkeit eröffnet ist, auf weitverzweigten Gebieten der Naturwissenschaften und der Technik durch die Wahl guter, möglichst gemeinverständlicher Benennungen und Bezeichnungen die deutsche Sprache zu fördern und weiterzubilden, daß auf der andern Seite aber auch die große Gefahr besteht, durch die Bildung von neuen fremdsprachigen Ausdrücken und von Misch?- und Bastardwörtevn die deutsche wissenschaftliche Sprache schwer zu schädigen. Wie die Zeitschrift des Allg. Deutschen Sprachvereins mitteilt, hat deshalb der Vorsitzende dieses Vereins, Geh. Oberbaurat Tr. O. .Sarrazin, an die Vorsitzenden der in Betracht kommenden Ver- 5= q, den'bünde das Ersuchen gerichtet, dahlm $u wirken, daß bei be® B.h-
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Stimmungsbild aus dem preuh. Landtage.
Berlin, 17. März.
Seit Monaten zum ersten Male wieder tagen die beiden Häuser des preußischen Landtags gemeinsam. Fünfundfünfzig Arbeitssitzungen — die Abend- unterhaltunaen nicht gerechnet — hat das Abgeordnetenhaus in dieser Session hinter sich, zu seiner dritten — der ersten wirklichen Ärbeitssitzung — trat das Oberhaus am Mittwoch zusammen. Dafür waren seine Verhandlungen ungleich interessanter und bedeutungsvoller als diejenigen, die sich zur selben Sttmde im Hause der Gemeinen abspielten. Die zweite Kammer beschäftigte sich über fünf Stunden'lang mit der erfahrungsgemäß ziemlich trockenen Materie des Bauetats, und keiner der Redner gab sich sonderliche Mühe, den trockenen Stoff anders als trocken zu behandeln. Mit der Erörterung von allerhand Quis- quilien, oft rein lokaler Natur, begann die Debatte, die Frage, ob im Backsteinbau allein das Heil zu suchen, ob das Zementziegeldach ästhetisch schön oder unschön, ob das Strohdach nicht der Vererbung an spätere Geschlechter würdig sei, wurden gründlich erwogen. Von allgemeinerem Interesse war fast nur die Erörterung, die sich an zwei in der Hauptsache identische Anträge des Zentrums und der Sozialdemokraten knüpfte, die die Hinzuziehung von Arbeitern zur Baukontrolle forderten. Der Sozialdemokrat Leinert und der Zentrumsmann Grunenberg begründeten die Anträge. Während die Nationalliberale,: in ilebereinstimmung mit der Rechten und der Regierung die Arbeiterbaukontrolleure als Pioniere und Einpeitscher der Sozialdemokratie rundweg ablehnten, erklärten die Frei- iinnigen durch den Mund des Herrn Dr. Sch epp ihre Zustimmung zu den Anträgen, freilich auch mit dem Vorbehalt, daß die Arbeiterbaukontrolleure ihr Amt nicht zu politischen Zwecken mißbrauchen dürften. Wie vorauszu- iehen war, endeten beide Anträge im Papierkorb. Was sonst noch kam, war nicht von elementarer Bedeutung. Zu Ende tarn man noch nicht, und am Donnerstag wird wohl auch noch geraume Weile vergehen, ehe man vom Bauetat auf den Lisenbahnetat überspringen kann.
er so ausgezeichnet verkörpert hat. Kronert nimmt ihn mehr von der weniger heiteren Seite und führte ihn in dieser Art vorzüglich durch. Seine innerlich vergnügte Unverfrorenheit kam ganz famos zur Geltung und wirkte auch durch ausgezeichnete Dialektik. Reicher Beifall und duftende Spenden bewiesen dem hervorragenden Künstler seine Beliebtheit und den Dank für die große Anzahl ausnehmend gelungener Charaktere, die er im Laufe der Spielzeit mit bestem Erfolg dargestellt hat. Claire Albrecht spielte die Jolanthe mit Wärme und zartem Takt, der selbst den schwierigsten Stellen jede Verfänglichkeit nahm. Rudolf Goll als Hans, der in den Händen des Teufels wie weiches Wachs ist, gab seiner Rolle Kraft und Wärme und wohltueudje Schlichtheit. Jo H o v e n spielte die süße, verdorbene Seiden- mizzi mehr resigniert als kokett und auch die übrigen Mitwirkenden taten ihre Schuldigkeit.
Karl Neurath.
schlössen des Ausschusses die deutsche Sprache in möglichst weitem Umfange zu ihrem Recht komme. Wir entnehmen dem beherzigenswerten Schreiben folgende Begründung: „Zweifellos sind Technik und Naturwissenschaften heutzutage für unser öffentliches Leben von so tief eingreifender Bedeutung, daß es dringend erwünscht ist, die Sprache dieser Gebiete einschließlich ihrer Fachausdrücke in möglichst klarem und von fremden Zutaten freiem Deutsch zu gestalten, um das Verständnis und die Kenntnisse dieser Wissenschaften in den weitesten Kreisen unseres Volkes nach Möglichkeit zu fördern. Weiterhin aber hat deutscher Gewerbefleiß in Verbindung mit deutscher Wissenschaft — das darf ohne Ueberhebung ausgesprochen werden — sich nachgerade einem criten Platz in der Welt errungen, und es darf beansprucht werden, daß diese nationale Stellung auch in der wissenschaftlichen Fach-, spräche zum Ausdruck komme. Engländer, Franzosen und Amerikaner, die für alle Begriff durchweg ihre eigenem Kunstausdrücke haben, halten an diesen zäl>eFest, und denken nicht daran, internationalen Rücksichten ihre Muttersprache zu opfern, wie es leider in Deutschland oft genug geschieht und oft genug! den Spott des Auslandes herausgefordert hat. Daß aber die deutsche, Sprache reich und bildungsfähig genug ist, um auch für die einschlägigen wissenschaftlichen und Fachausdrücke durchweg die zutreffenden guten Bezeichnungen herzugeben, darüber wird unter Kennern unserer Sprache kein Zweifel bestehen. Ter Ausschuß Für Einheiten unb Formelzeichen würde sich durch die Eck- fülluug unserer auf diese Tatsachen gestützten Bitte nicht nur ein großes Verdienst um die Verbreitung der Kenntnisse auf den von ihm vertretenen Gebieten erwerben, sondern auch um Pia Förderung der deutschen Fachsprache und der deutschen Sprache überhaupt, ja, um die Hebung eines gesunden deutschen Volks- bewußtseins, das, wie die Erfahrung lehrt, auch für unsere witt- schaftliche Stellung im Weltverkehr von entscheidender Wichtig- Feit ist."
— Die Zukunft der Damenhüte. Der Damenhut ist iMmer ein aktueller Gegenstand, denn unsere schönen Zeitgenossinnen geben sich die größte Mühe, ihn immer wunderbarer, riesenhafter, wahnsimriger zu gestalten. Und jetzt eröffnen sich ihrem Erfindnngsgeist ganz neue Horizonte. Ein belgisches Blatt meldet nämlich, daß ein Erfinder vor kurzem sich einen Tamenhut „mit frischen Blumen und dazu gehörigem Wasserbehälter" habe patentteren lassen. Das ist sehr nett! Nach dieser epochemachenden Erfindung ist der Springbrunnen als Tamenhut sicher nur noch eine Frage der Zeit, und mau wird sich gar nicht wundern, wenn zwischen den natürlichen ^Seerosen und Orchideen der bewässerten Hutungetüme lebendige Schwäne .herumschwimmen werden.
~ ..77 28enn der Souffleur heiser i st. Ein ergötzliches Stückchen spielte sich dieser Tage int Stadttheater zu Eger ab.
sollte Dumas' „Kean" in Szene gehen. Tas Theater hatte sich bereits gestillt, als.der Regisseur vor die Rampe trat unds dem Publikum verkündete, daß die Vorstellung nickst stattfrnden könne — weil der Souffleur heiser geworden sei. Tie Besucher! verließen hierauf kopfschüttelnd das Theater, denn sie waren doch nicht gekommen, um den Souffleur, sondern um die Schauspielen zu hören, und die waren, doch sämtlich gaM gesund.
Gieszener Stadttheater.
Der Teufel
von Franz Molnär.
„Ich rief den Teufel, und er kam Und ich sah ihn mit.Verwundrung an; Er ist nicht häßlich unb nicht lahm, Er ist ein lieber, charmanter Mann. Ein Mann in feinen besten Jahren, Verbindlich, höflich und ivelterfahren. Er ist ein gescheiter Diplomat
Unb spricht recht schön über Kirch und Staat."
An diese feinen Heine'schen Verse muhte ich denken, als ! h gestern abend den „Teufel in unserem Stadttheater" sah. Aber der Teufel Heines ist ein viel liebenswürdigerer Kerl ; mlS der des geistreichelnden Ungarn, denn bei Licht besehen, ist biefer Teufel nur der aufgeputzte Krakehler der französischen Schule. Ein Kniff also nur, um die Zuschauer ein paar Stunden lang recht angenehm zu iinterhalten, aber kein Drama. Um wie viel rascher kämen diese beiden an Liebe ; I ödenden Seelchen in süßer Eintracht zusammen, wenn der Teufel, das uralte Symbol des Genusses und der ©innen» sneude, nicht dazwischengeschneit käme. Aber dann hätte ' Herr Molnär seine geistreichen Spruche nicht angebracht, und : {*) schuf er denn mit bestechendem Geschick sein Spiel, das fast nur aus „Gedankensplittern" besteht und einer dürftigen ■ Handlung, die ohne jeden anderen Grund als den der Spannung die Mantel-Episode aus Manna Vanna hervor- sircht unb auch sonst nichts besonderes bietet. Einige dieser Einfälle sind ganz nett. „Sie reden mit mir wie ein Staats-
Das Spiel, das außer der Rolle des Teufels nur kraftlose Puppen auf die Bühne bringt, wird gefallen und gefiel auch hier. Leider hatte es Heu Besuch nicht, den wir Max Kronert an seinem Ehrenabend gewünscht hätten. Ssiel und Ausstattung waren gut, die Bühne besonder pmhrend des zweiten Aufzuges geschmackvoll und geschickt hrrgerichtet. Max Kronert zeigte sich hier genau so als tüchtiger Regisseur wie sein Teufel unter den armen Ndensch- lein. Ein wenig lustiger hätte ich mir diesen Teufel aber geduscht, mehr in der Art des Heineschen als „lieber, char- mtmter Wunn", wie der Schriftsteller in. 2x2^5, den'
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u S $löft behält, btt "SÄJ.“ Generalmajor b. tzkisUtel: am viele in der baherisihen r vorgebracht hat. Er bL W Dienstzeit gestellt.
oe des Herrn Häusler ton 15 bm Bundesrat mehrsaü •r nur für diesen Fall, sonst sGelächter im Zentrum> n erschöpfen, mit einem al- N^eordneter, das iß ii‘ aus; aber ich lege Seif, Ansicht der bayr. ?!rmtc ifi m, was er gesagt hat, unter, ige Punkte. (Heiterkeit.! -r späten stunde, sondern toi! bten des Herrn Häusler ji en der bayerischen Arv^ bin ick> da; aber seine W : die Herren der preuM st das in viel besseren (c
bition ins Gesicht schlage und geradezu unwürdig sei. Und, Vorlage will, 5 Kilometer voneinander entfernt liegen. Er <n‘'*c"fr s''*~ c'~"* *" r-:..... lvr- wird abgelehnt und § 6 unverändert angenommen, ebenso
die folgenden Paragraphen. Zu § 8 liegt ein Antrag Gamp vor, der gegen Sicherheitsstellung die Steuer für 6 Monate, ohne eine solche für 3 Monate gestundet wissen will, sowie eine nationalliberale Resolution Weber, die oie verbündeten
KK iiümarbciten,
der Beifall, den das Hobe Haus in seiner überwiegender: Mehrheit diesen Ausführungen des temperamentvollen Herrn zollte, die lebhafte Zustimmung, die er fand, als er die Regierung tadelte, weil sie des Danziger Oberbürgermeisters Ehlers vorjährige Herrenhausrede wider die Maßlosigkeiten der Beamtenagitation nicht in allen Bureaus angeschlagen und jedem Beamten eingehändigt habe — kurz, die ganze Stimmung des hohen Hauses ließ es dem Finanzminister geraten erscheinen, seinen schon in der zweiten Kammer nicht zu knapp bemessenen Tadel über die Agitation der Beamtenschaft noch erheblich zu verschärfen. Im übrigen verteidigte der elegante Sprecher mit Geschick und guten Gründen die Kompromißbeschlüsse des anderen Hauses und die Zustimmung der Regierung zu ihnen. Eine Polendebatte folgte. Im Gegensatz zum Kardinal Kopp, der die Vorlage für die katholischen Geistlichen dankbar begrüßte und sie gegen die Kritik verteidigte, die der katholische Klerus und die katholische Bevölkerung an ihr geübt, stimmte Fürst Radziwill eine feiner larmoyanten Philippiken wider die Differenzierung des national p o l n i s ch e n Klerus in punkto der Ortszulagen an. Einen vergifteten Kulturkampfpfeil nannte er die Maßregel, gegen die er im Namen aller ostdeutschen Diözesen feierlich Protest einlegte. Ministerialdirektor v. Cbappuis und Oberlandesgerichtspräsident Hamm traten oem Sachwalter der Polnischen Kleriker scharf und wirksam entgegen. Dann wuroe es ernsthafter: Spattc vorher Herr v. Buch seine gewichtige Stimme gegen die Vorlagen erhoben, so wurden
Regierungen ersucht, bei: Steuerkredit über den Antrag Gamp hinaus unter erleichterten Bedingungen zu gewahren. Die Anträge Gamp und die Resolution Weber wurden jedoch einstimmig angenommen, desgleichen der so veränderte § 8. Bei § 26 wird ein Antrag Gamp angenommen, der für Kleinbrauereien die Malzsteuermühleu vom Reiche kostenlos geliefert wissen will. Ebenso fand zu § 50 ein Antrag Gamp über Strafbestimmungen Annahme. Zu Artikel 3 wurde regierungsseitig bekannt gegeben, daß Luxemburg die Brau- steuergemeinschast bereits gekündigt hat. Eine längere Debatte entspann sich über Artikel 4, der die Besteuerung des Bieres durch die Gemeinden regelt. Ein %n- trag Weber, wonach in denjenigen Gemeinden, die zurzeit einen niedrigeren Steuersatz als 65 Pfg. erheben, feine Erhöhung der bestehenden Satze stattfinden dürfe, wurde ab- gelehnt, ebenso ein weiterer Antrag Weber, daß die Gemeinden, die bisher höhere Sätze erhoben, diese auf 65 Pfg. zu ermäßigen hätten, wie auch ein Antrag Zubeil, der für einfaches obergäriges Vier die Steuerfreiheit in den Gemeinden festsetzen wollte. Nach dem Anträge Gamp mürbe der Steuersatz für dieses Bier auf 30 Pfg. ermäßigt. Im übrigen wurde Artikel 4 in der Fassung eines Antrages Weber angenommen. Ebenso der Rest des Gesetzes, unter Hinzufügung eines Artikels 5 a, der nach einem Antrag des Abg. Weber bestimmt, daß aus den Einnahmen aus der Brausteuer bis zu 30 000 Mk. für die technische und wissenschaftliche Förderung des Brauereigewerbes verwandt werden könnten. Beim Artikel 6 wurde auf Antrag Weber beschlossen, daß die Vergünstigungen, die das Gesetz bezüglich bestehender Verträge oen Brauereien zubilligt, in gleichem Maße auch den Wirten zugesprochen werden sollten. Damit endete die Beratung der Brausteuervorlage. Am Mittwoch soll die Weinsteuervorlage beraten werden.
Dir Weinsteuer in der Finanzkommisfion.
Die Finanz- und Steuerkommission des Reichstags begann am Mittwoch mit der Beratung der W e i n st e u e r. Die bisherige Verhandlung läßt noch keinen Sckftuß auf das Schicksal der Vorlage zu. Die Freisinnigen unb Sozialdemokraten lehnen jede Weiusteiter runbiücg ab, ebenso die Süddeutsche Volkspartei entsprechend dem einstimmigen Votum der württembergischen Kammer. Die Konservativen, Reichspartei uni) Wirtschaftliche Vereinigung sind im allgemeinen für eine Weinsteuer, wünschen aber statt einer Flaschensteuer eine Faßweinisteuer. Der Schatzsekretär erklärte, daß eine allgemeine Weinsteuer, also Faßsteuer, mit Rücksicht auf Süddeutschland nicht möglich sei. Der Vertreter der württembergischen Regierung nahm mehrmals das.Wort zu der scharfen Erklärung, daß Württemberg bestimmte Zusicherungen gegeben seien gegen eine allgemeine Weinsteuer und daß eine solche für Württemberg unannehmbar sei. Tas Zentrum gibt die Erklärung ab, daß es nach den bisherigen Blockerfahrungen überhaupt keine Stellung nehmen iverde, es werde sich der Stimme enthalten. Heute wirb die Beratung fortgesetzt.
Nv. VS Erstes Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 18. März 1909
Der Siehener Lnzeiger — _ M v
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Sonntag«. - Beilagen: 1 ▼ EM ▼ monatlich7bPf.,viertel-
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für die Redaktion 112, Wy Verantwortlich
WU General-Anzeiger für Gberhessen WM
Annahme von Anzeigen V * •ff u. Land" und „Gerichts-
bis »ormin^Tui)“ Hotationsirud und Verlag der vrühl'schen Unlv.-Vuch. und Steindruderei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruderei: Schllistratze 7. 8nsei<i°ni°u^
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