Ausgabe 
18.2.1909 Erstes Blatt
 
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Jflrft BGIoro nnö die deutsche kandwittschaft.

Auf dem Wbifen de beut*;« Landniirtschac:5rareS ? SUÜ64 findet irür't -(oni 7 nd »olgende . i*t<

Hoheüer'' Sterne Herren' RU Irlich -n-..?c fett > Srurbm mit den berufene» Vertret er» : c i :tid. n Lane ^irdäa : su verleben, üt mit tu enter lieben Gewohnt ut g^worr r 3(h l^bc idimettlid; bedauert, im veraanqcrren Iahrc meont einer Un DcPlubfr« biercon *u müllen Acku Jahre iinb oer

ftc n, ieübtm ich van ernen Mole al- Rerchslaniler vor . - ner irano. Eine crrtqnwretdK ^eit, eine Zeit, erfüllt von *anu> und Sitti, von Sturm und ronncnidiein, heu da -.'chen uv brm mXen *43crtrage, den ich Seiner Sceieftdl dem trauer eU .Hn- fanzler qrboltnt habe es roar in Homburq dpi per X? b- rböchnc .... ftunmunq zu meinem wo erwogen en landwirtschaftlichen Pro- .iramrn, umtnrfier Schutz, Erhöhung und Bindung der l^ctreibe- uno Biedtöll- 3m drnar 1901 sagte ich 3bnen: 3«dem t b eer Landwirtlchnit zu bellen trachte, erfülle ich lediglich meine

-licht: es fei eine ^flieht des Rctchskan-let-, lüt einen Beruf u sorgen, welcher einem so grol.cn Teil unserer erwerbstätigen

so vitaler Beceutung fei für die 1 Inabkingigteil des Lanbe« nad? au fern nne für seine innere Wohlfahrt. 2*m Programm von vom- buxg und den vor Ihnen 1901 entwickelten Änid-auungen bin ich treu geblieben bi- zu diesem Augenblick und werde ich treu bleiben, io lange ich mein schwere- Amt führe. 4.o4 bauert Dielleidjt noch Unger, als mein.- Wegner hosten ^Lebhafter Beifall' Meine verren! Meine oerebricn Herren Borredner, der Grat Schwerin-

und der Freiherr von Soden, haben in ihren beredten und ausgezeichneten Worten, für die ich ihnen aufrichtig dankbar bin, auch erinnert an die eminente Bedeutung des landwirt,chatt- '.ichen Gewerbe- für unsere Wehrkraft, für unsere Machtstellung nach auben. Was fk in dieser Beziehung gesagt haben, unter- »djreibe ich vollkommen, und, meine Herren, weil ich die Be­deutung der Landwirtschaft in vollem Umfange anerkenne, weil ich oie Wichtigkeit des inneren Marktes nicht verkenne, die sich gerade letzt, bet unkender industrieller Kvniunktur, wieder gezeigt hat, weil ich durch starken und 'lcheren Ballast das Staats,dßfs bc- loahren, weil ich m miSgleidjenber Gerechtigkeit auch der Land­wirtschaft den ihr gebührenden Anteil an staatlicher Yürsorge »uteil werden lassen wollte, deshalb habe ich mein landwirtfkhast- tiches Progranmr ausgestellt und dnrchgeiührt. Ich habe es durch­geführt trotz aller Widerstände und Schwierigkeiten, die mir hier­bei von vielen Seiten von links und auch von rechts gemacht worden sind fiöraoo. Ich habe hierbei auch nickst auf Dankbarkeit gerechnet, das must man nie in der Politik, sondern ich habe einfach meine Schuldigkeit alS leitender Minister getan. Wern und dankbar will ub aber doch hierbei hervorheben, dast ich stet- die Unterstützung des Landwirt,ckwftsrates gefunden hab?, und die freundliche Anerkennung, die mir der Bor sitzende dcS Landwirtschaftsrates soeben gespendet bat, die hat mich gefreut. Immer kann man ja alS küenocr Minister auch nicht den Beifall ieiner Freunde haben, tHeiterkeit.s Ich bin auch gar nicht

wenn rr mdilrd) und ernst vvrgebracht wird. Als der Bundesrat seine Borfckstäge zur Reichsfinanzreform ernbrachte, war er fitb wohl bemüht, dast er auf allgemeine Zustimmung sicher nicht zu rechnen hibc und einzelne Projekte recht-, einzelne links nicht gefallen würden. Aber, meine Herren, wir sollen auch aus der Gcichichte lernen: Groste Reiche find zugrunde gegangen an der Umabigfcit, ihre ,Finanzen zu ordnen: insbesondere ist unicr altes deutsches Reich Graj Schwerin hat soeben daraus btngetnicfni zugruiide gegangen an Uneinig­keit und mangelnder Ops'erwilligkeit, die eine Ordnung unseres Finanzwesens vereitelten in derselben Zeit, nro England und Frankreich sich zu geordneten Finanzen und damit ;u starken Staatswesen durchrangen. Wir sind, Golt Lob, noch in der Lage, aus der ganzen Misere glatt und vollkommen heraitSzu- lommen, wenn, wir nur wollen, meitn wir uns so zufaininenfinden, »oie die Grüße der Aufgabe es unbedingt erfordert. tZusUmmung. Bon der Losung der Finanzreform Öflngt die Ehre, bte Wohlfahrt, die Macht, die Sickferyert des Landes ab. Gras Schwerin hat mit Recht die Derdienste unseres Kaisers um die Erhaltung des Friedens hcrvvraehoben. Mit voller Befriedigung hebe ich hier in erster Linie den Besuch des englischen »lönigspaares hervor, dessen würdiger und schöner Berlauf nicht nur bewiesen hat, toi-1 sehr den beiden Herrsdrern ein gute- Verhältnis zwischen ihren Reichen am Herzen liegt, sondern der auch den beiden Völkern Gelegenheit bot, zu zeigen, dast sie freundliche und gute Beziehungen tu einander zu unterhalten ivünschen. Tiefer Besuch und ferner das Abkommen, der französisdnn Regierung über Marokko, für das ich mit dem ausgezeichneten Vertreter der französischen 910' publik an unserem Hose, Herrn ttümbvit, eine, wie ich glaube, für beide Teile ehrenhafte und praktische Form gefunden habe, haben un Westen den Horizont geklärt. Wir haben Grund zu der Annahme, dast es bei friedlichen Gesinnung unb den freund lichen Bemüliungen aller Mächte gelingen wird, auch im Osten Mc Wolken zu zerstreiten. Aber um den Frieden des Reiches

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lang unermüdlich gearbeitet hat, die Deszendenztheorie und ihre Bedeutung für die Beurteilung der Stellung des Men­schen wird durck, noch vorhandene Fehler und Lücken dieser Lehre ün allgemeinen nicht mehr beeinträchtigt werden können. Dagegen wird diese Lehre int speziellen gewiß noch viele Wandlungen durchzunuuhen haben; und zumal die von Haeckel stets unverstandene und mit unzutreffenden Argumenten belampste EtttwicklungSmechanik ist berufen, neue Faktoren und Wirkungsweisen, die an der phhletischen und ontogenetischen Entwicklung beteiligt waren und be­teiligt sind, uns kennen zu lehren und dainit unsere Kenntnis über das Entwicklung-geschehor zugleich zu berichtigen und toffentüd) zu bereichern. Prof. Dr. Dilh. Rou^, Halle."

Eine Neugestaltung der Promotions- destimmungeu der Berliner medizinischen Fakultät ist soeben in Kraft getreten. Die Hauptände­rungen bestehen in einer wesentlichen Verringerung der Gebühren fomie in einer zeitgeinätzen Verein­fachung deS Promotionsaktes. Die Verbilligung tp recht erheblich, sie beträgt etwa ein Drittel der bisherigen (Gebühren. Nicht minder freudig wird von den beteiligten Kreisen der Wegfall derThesen und der gesamten öffentlichen Disputation begrüßt roerben, die vor­der dem PromotionSakte voranging. Die Berliner medi- -inische ftahiltät ist damit dem Vorgänge der philosophischen gefolgt. Der Promotion Sa kl vollzieht sich fortan im Senats­zimmer statt in der Aula, der Dekan und der Doktorand erscheinen dabei in schwarzer Kleidung (also nicht mehr int Talar ober im FrackAuch sonst enthält die neue Promo- rionSorbnung mancherlei Äenberungen im einzelnen. Her­vorheben möchten nur, baß jetzt zum Gegenstanbe ber Disser­tation, abgesehen von allen medizinischen Fragen, auch alles gewählt werden kann, waS aus dem Gebiete der Naturwisscnsdxiften eine lehrreiche Beziehung zur Medizin al» Wissenschaft und Kunst bat

Ernst Wildenbruch Erinnerungen ver- öffeniheht Oscar Blumenthal in der ,.N. Fr. Pr." und er­wähnt dabei einen Ber», beit er dem Heimgegangenen vor wenig Monaten widmete:

^it Tonen, wie aus Glockenerz geschlagen. So trafst du unser Her; in jungen Tagen. Ist» anders heut', die Schuld liegt nicht an dir Nur daran, daß du jünger dlie al ivir

ga .'(fcirmre tmb gegen alle DechfeENle sickerzustellen. ist nicht nur bu milttärr -1, ''andern aud> bu nnanr-dle Srrr.rdxm er­forderlich. Cm Weg :ur Verständigung kann g-rnnden werden, weil et gefunden werden must ^Zustimmung. Und auch bte t'anbmir: ': soll nicki vergessen wie sehr gerade sie unier unseren ,'cklcü.ten «rreditverhältn'sen in Reich und Staat *,u

bat, w.lcheu Nachteil ihr bi: un» auf gedrungene T^Fottt- cclitiJ gebracht hat. Die Hauptaufgaben. bte großen Aufgaben, tu sich bte deutsche Landwirtschaft idfcUt bat. td» erinnere nur <in t. (rntidmünmgdfrage, an tic io hochwichtige innere froloni- iation. an eine planmäßige Arbeiteraniiebtung, neben unb »allen, c-a. u't meine feste lieber Beugung, mit der Reccbsfinanzrrirwm. Teshalb nehme ich bestimmt an, dast Landwirtschaft in dieser Ehren- uno Existenzfrage des deutschen Reiches im eigenen In­teresse unb im Interesse ber AllgemeinbTir, un Interesse unseres ivutid'Crt Vaterlandes, nicht vertagen wird, (fiebbarter Beifall.) In dieser Zuversicht erbebe td> mein Glas. Ich danke Herrn a'en Schwerin-Löwitz aufrichtig für seine freundlichen Worte. Ich oanke Ihnen allen für bte lieixn^iüürbige Aufnahme. Ich trinke auf bas Wohl frr deutschen Landwirtschast unb ihrer Ver­tretung, des deutschen Lanswirtschastsrates. Ter LandwinichaitS- tat lebe hock, die bcuiiüie Landwirtschaft sie blühe und gedeihe!"

politifebe Cagofcbatu

Kaiser Wckhel» anb Frankreich.

Von Zeit zu Zeit taucht immer wieder da» Gerüche auf, baß ber deutsche Kaiser unt dem Ober Haupte Frankreichs eine Begegnung Haden werde. So auch jetzt wieder. Die nicht immer zuverlässige Wiener Allgemeine Korrespondenz mellxr, daß die wiederhait angekündigte Begegnung des Kaiser» Wilhelm nut ban Präsidenten Falliörcs im Sommer doch erfolgen werde. Ohcnoar hauoelt es sich auch bieseSmal wieder um eine bloße Kombination. In das Gebiet ber ihontbination ist auch ein anderes Gerüche zu verweisen, als wenn der Kaiser urrb die gesamte deutsche Arm« int Jahre 1905, bei ber MarvkLoasiärc, den jfrieg gewollt hätten. Die Köln. Ztg. tritt jetzt diesen im Matin verösfentiickrteu Ge­rüchten entgegen und schreibt anscheinend offiziös: Tor Kauer habe stets befriedigende Beziehurtgen zu Frankreich al» erstrebens­wertes Ziel der deutschen Politik de trachtet. Mehr jach sah die Lage sehr unfreundlich auS, indessen Haden die für die bcutfdje Politik wirkt ich maßgebenden Personen einen Krieg mit Frank­reich nie als roünfdicnSTüert betrachtet. Die deutsche Armee mifche sich nickst in die Politik ein. Wer die Stimmung in dec Armee als kricgs- un» angciffSlustig darstelle, fälsche sie in frwoier Weise.

Die bas ReichStagsprafibmm geschnitten toatbt.

Der Wolfssche Draht hat am Samstag verbreitet: die Absage des ReichStagSpräsidenten Grafen Stolberg zum Galadiner beim Besuche des englischen Königspaares in Berlin fei erst in zwölfter Stunde erfolgt, so daß eine Ladung seines Stellvertreters nicht mehr möglich gewesen fei. Wir müssen leider bekennen» so bemerkt hierzu nun die Natl. Korr., daß trotz dieser inspirierten Richtigstellung der Fall für uns reich an Seltsamkeiten bleibt Wie selt­sam schon, daß Graf Stolberg-Wernigerode erst im letzten Augenblick seine Absage an das Hofmarsckstrllamt ergehen läßt, obgleich bereits lange vorher feststand, daß er mit Rücksicht auf die Krankheitsfälle in seiner Familie den Festlichkeiten würde fern bleiben müssen. Wie seltsam auch die differenzierte Behandlung, die man dem Landtags­und dem Reichstagspräsidium augcdcihen zu lassen beliebt Bei der Galatafel find die Präsidenten der preußischen Häuser zugegen unb werde:;, wie sich das gehört, auch vorgestellt. Zum Hofball baa ist richtig ist bann auch das ganze Reichstagspräsibium gelabeu. Ader die beiden Herren bleiben Mauerblümchen. Kein Mensch küm- nteri sich um sie; niemand empfindet die Verpflichtung, die Herren, die schließlich doch die offizielle Vertretung des deulschcn Volles repräsentieren, dem englischen Gast vor- zustellen. Ob ähnliches wohl in irgend einem anderen kon ftitutioncflcn Lande, in Oesterreich, Italien, von England gar nicht zu reden, möglich wäre?

X

Wladimir von Rohlanb f.

Der Onkel des Zaren dtikolaus, Großfürst Wladimir Ale- randrowitsch ist gestern in St. Petersburg plötzlich geswrben Ter Tod trat plötzlich ein infolge eines Asthma leidens Der Gro^» fürst toar seit drei ©od>en leidend und fühlte seit gestern morgen ein Unbehagen: er nxic jedoch die ganze Zeit bis zu ferner letzten Stmwe nicht bettlägerig. Großfürst Wladimir hat ein Alter von 62 Jahren cureidjt Er war vermahlt mit der Herzogin Marie von Mecklenburg-Schwerin, die im Gegensätze zu anberen mit russischen Gwßfurstcn vermählten deutschen Prinzessinnen ihrem lutherischen Glauben lange Jahre treu geblieben war. Ihr Uebccttltt zur rrrfjochen Jhctfre ist aber schließlich dock) er- mlgt Ter älteste Sohu von Waldimir Aleiandrvwmch ist der Gwßfürst Shjrill, der sich vor einigen Jahren mit ber früheren Großherzogin Melttta von Hessen vermählt hatte.

Aus 5taOt unö (anb.

®lesen, 16. Februar 1909.

* * Tageskalendar tür Tounersiag, 18.Febr.: 8. 3ub i - lSumSk onzert des toieycner Koiueriverems zum VOiahriqen StiftungSfeft deS Ak. Gesangvereins. Rachm. 6*/t Uhr im Stabi- iheater.

" Land esu irr vers ität An Stelle des Professor» der neueren Geschuhte Dr. F. Rachfahl ist der Berliner Privatdozcnt Tr. Gustav Roloff an die Landksuniversität berufen worden.

" Vom Großh. Hofe. 'Prinzessin Marie zu SolmS-HodcnsolmS-Lich ist n. ix. Darm st. Ztg. am Dienstag nachmitiag 3 Uhr 30 Min. im Auto ün Neuen PalaiS cingctcoffcn und hat daselbst Wohnung genommen.

* * In Audienz empfangen wurden von S K. H. bem Großherzog il a. Ma;or HoöS und Major Großmann vom Infanterieregiment Kaiser Wllhelm (2. Großh. Hess? Nr. 116, Regierungsbauassessor Schön van Gießen, Pfarrer Deike von Rendel unb Pfarrer AnbreS von Groß-Karben.

* * Erledigte Le hrer stellen. Tre mit einem koth. Lehrer zu besehende Lehrerstelle an ber Gemeinde- schule zu Fahrenbach. Die Lehrerstelle an der Falb. Schule zu Hammelbach. Die mit einem katb. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu fi i r f dt b a u f e n. Tie mit einem kallr. Lehrer zu deseheirde Zweite Ledrerstelle an der Gemeindeschule zu Mörlen- dach. Die mit einem eoang. Lehrer ;u ^setzende erste Lehrerstelte an der E^meindefchule zu Ettingshausen 'lr. -ießen der Stelle lil Organisten iinh Lektor- dienst verbunden Dem Fürsten zu SolmS-Hobeniolm. Lieh stedt daS PräfentationSrecht zu. Die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende vierte Lehrerstelle an der Gciweindc

schule zu Grünberg. Die nrit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zuSerngeS. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden.

-Tie Reichstag »wadl in Bingen-Alzen. TaS endz-.li ge Wahler vbm? ist nach ber amtlichen Fest­stellung : Pfarrer R o rell (freisrnnige DolkSp.) 8004 Stimmen, Stadtrcchner liebe l (Zentrum) ^612 Stimmen, proklischer Arzt Tr. Decker (Slaltonoatberat) 5910 Stimmen und Re­dakteur Adelung (Sozialdem.) 1558 Stimmen; zersplittert waren neun Stimmen. Im ganzen wurden 22 093 Stimmen abgegeben. Tie Stimmenzunahme der Jreisinniaen beläuft sich auf 1719 Stimmen, während das Zentrum S32 Stimmen gewann. Die 'Jintiona(liberalen und bet Bund der Land­wirte verloren 67k» und die Sozialdeworraten 361 Stimmen. Der Termin der Stichwahl ist noch nicht bekannt. Auch die .Rallib. flortefp.* hält den Lieg Korell» für wahrscheinlich.

- Der Landesverband der deutsch sozialen Partei für Hessen hält am Sonntag, 13. Mörz, eine LandeSversammlung in Frankfurt ad. ReichSlagS- abgeordneter Tr. Böhme wird über die ReichSnnonzresorm, Amtsrichter Dr. Mahr-Darmstadt über die polnische Lage in Hessen referieren.

* Reformversuch an unseren höheren Lehr­anstalten. Hatbamllich wird 5«übtet: Im Mai v. I. wandte sich die Ortsgrurwe Darmstadt de» Realschulmannerverrüis an Gwßh. Ministerium des Innern, Abteilung für Sdjulangticgcn* bcitcn, ber Bitte, an einigen höheren Schulen des Landes Re^vrmversud« ün Anschluß an die Meraner Beschlüsse btt Ge­sellschaft deutscher Naturwrscher und Aerzce anikllen zu lassen. In höchst dankenswerter Weise ist diesem Gesuch entsprochen worben, indem angtorbnet wurde, daß von Cfbmi 1909 an am Real­gymnasium Da rmstadt (einem Coetus und ber Cberrtalfdjule zu Mainz Rcformversuche der gtwmf'chren Art durchgrjührt werden. Nach den diesem Versuche zugrunde zu legenden Plänen, deren endgültige Festlegung übrigens noch vorbchalttn bleibe sott der bwlogi'che Unterricht durch alle Klassen durchgeführt und eine Neugeswlkung des natunmfftnidxiftlicbnt Umcmdx», in ban die Selbftüiigfeü der Schüler vnchr gepflegt werden soll als seither, durch Einführung von Sdiulerübungcn bctbtigtführt wer­den. Tre Neueinfuhcung der Biologie m den oberen Klaisat erfolgt am Realgymnasium im wesentlichen aus Kosten des La­teinischen und der Mathematik, an der Oberrealschule auf Kosten der Mathematik. An der Oberrealschule zu Maütz wird voraus­sichtlich der franzöfische Unterricht künftig in einem Coetus schon in Sexta beginnen. Sonnt ist eine erfreuliche Reform unseres höheren Schulwesens eingeltüet, von der wir nur hoffen wollen, daß sie gute Erfolge zeitigt

" In Bezug aus SchulhanSneubanten ge­schieht wohl in keinem anderen hefüchen Hrcne mehr als in unserem Kreise. In den letzten fünf Jahren sind mindesten» 20 Neubauten entstanden. Der KrriSschularzt hat im vorigen Jahre drei Viertel aller Lchulhäufer inspiziert. AuS seinem Bericht geht hervor, daß noch manche» zu tun bleibt AlS dringende Neubauten sind für 1909 unb 1910 Schul- Häuser zu Eberstadt, Bettenhausen, Nonnenroth, Garbenteich, Steinbach, Londorf, Allendorf o. d. Lumda, RutterShaufen und Hungen vorgesehen. Die Bauten zu Eberstadt, Ruttershausen und Hungen werden in Kürze begonnen.

Eine Bahnhofs-Besichtigung. Vorbehaltlich der Genehmigung der Eisenbahnbehörde wrrd Professor A eg tlc mit den Studierenden der Bauingenleiiralstellung von Dec Darmstädter Techn. Hochschule am Samstag, s. Macz, einen Ausflug hierher unternehmen zur Besichtigung deS Per­sonen- und GütcrdahuhofeS.

Zwei größere Vorträge wird morgen und übermorgen der Psychologe Herr Reichel im Saale des FelsenkeUers veranstalten. Der erste für Freitag befummle Vortrag ist ausschließlich nur für Herren und behandelt bal Thema: »TaS Geschlechtsleben." Der zweite am SamStog nattfinbenbe Vortrag ist nur für Damen und bezieht sich auf daS Thema: »Liehe unb Ehe." In ganz Süd» und West­deutschland, zuletzt auch im Rheinland und im Elsaß, hielt Herr Reichel dieselben Vorträge, die überaus günstig beurteilt werden. Besonders die populäre und habet doch rücksichts­volle unb dezente Behandlung deS Stoffes verschaffte »hui den allgeiucinen Beifall der Zuhörer sowie persönliche TankcS- bezcugungen von den anwesenden Samen, ein Beweis, daß man allmählich m immer weiteren Kreisen diesem hoch wich­tigen Thema die wünschenswerte Beachtung schenkt. Es wird sich empfehlen, pünktlich zu kommen, da bte Vorträge anderwärts sehr starken Besuch hatten. (Siehe Inserat)

* * Im Kolosseum ist feit gestern ein neues Pro­gramm zu sehen, das im allgemeinen recht gut ist und fick» namentlich auch für Fomitienbesuch empfiehlt. Zunächst; produzierte sich eine redn nette Stinberbarftcllerin, Johanna Easpersen, die in Tou unb Haltung bas naiv-kind­liche gut zu treffen wußte. Dann kamen die Schwestern Felsen horst, die mit Anmut unb Geschick ranzte« unb langen. Sie fanden, ebenso wie bei ihrem zweiten Auf­treten. lebhaften Beifall. Auch der X'umonft Brandes darf den beiferen seiner Oiatning beigcrcdjnct werden, zunwl er daS Interesse des Publikums z»i fesseln versteht, ohne zotenhaft zu werden. Die Soubrette Küthe Wal lau bie­tet iu ihrem mehrfach wechselnden Kostüm immer etwas schickes unb ihr Gesang fanb lebhaften Beifall. Einen in Der Tat prachtvollen Lu stakt boten bic vier Silber- ftetne, drei Damen und ein Herr. Sir arbeiteten sicher und elegant und boten in ihrer geschmackvollen Kostümierung unb Ausstattung immer ein schönes Bild. Der zweite Teil des reichhaltigen Programme wurde durch mehrere charak- teriftifche Tanze einer temperamentvollen iugendlichen Tän- ;erüi eingetetut, bic auf dem Programm »richt genannt war. Bertha unb Fritz Branb fangen bann sehr nett und tn ber Darstellung recht charakteristisch einige Duette ftnti- tnental-humoristifchen Inhalts. Emil Merkel bot in­teressante mimische Darstellungen. Mit verblstsfendee Schnelligkeit vollzog er feine Verwandlungen vor den Augen DeS PnblikuvlS unb bic gezeigten Personen waren säst fämt- Uch sehr ähnlich Den meisten Beifall fanden außer bem ulten Kaiser der Komponist -Souia, C- af Zepvelin, Max^ milian Harden unb Fürst Eulenburg Amh an bic Dnrstel- ung bev Herrn Direktors magre ber .Künstler sich mit ziem- '.ichen Erfolg heran. Ton Schluß de- Proizramms bilden die Vorführung.u einer ganzen Zaren familie im Walde, tie der Trcffeunn Martha Bellvcrtc alle Ehre machen i nd alle drolligen <rincnftf?aften, bic mir am zahmen Meister Petz bcinunbern, in bester Weise scheu ließ. Das zahlreich