Ausgabe 
14.4.1909 Erstes Blatt
 
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mmflcit, bir MN3 April 1909 -rBerlin ucrünnmrlt sind, er bhd-n '« der Verichleooung der 9"r.dvevnortirernnr eine Herab ;raa u>. er, :i CbCity ;m Au lande unb eine fdnprrc Ädödnrunq uitferee uurndwithdün Lebens, das unter der llnit(f)crbeit über ,11 Ttoori nden Zt-urrn empfindlich tu leibnt hat. Tte Bet 'rmrnelten erheben Einipruch gegen den Ver'uch einer im gerechten -rtciluiifl der 3tfucrloft imb erlangen neben Berdrauchssteuern,

I men llmiiäiiben auf oic Bundcssuratcn abtuwilAcn, deren Fi­nanzen dadurch icmiuet würden. In einer stark vrogrcs »tuen Er bau fall st euer erkennen die Perimnm-ltcn, in der Vorausi ^uno, bah kleinere Erban'älle iimcrfrci blctbcr, ferner, das? nie Erleichterung der Steuerzahlung burdi Mömtrncintrafliinfi, Ote für oen Uinoiidm lstrunotz'fttz in Ausncbi genommen in. auch für den iläbft'chrn Grunbb.'itz vorgesehen wirb, enbltd), dar begatten unb Minder milder behandelt werben als citvcnit.

BrrTtonM- imb Ftrnide, btc geeignete Form der Scfteucrung

Bei'yes durch on Reich. Tte Leftammlung setzt voraus, dos- ien^ Slruerprojchi', die das (bewerbe be Drohten, die Bor lagen für eatc 'Jln$rin< n-, Gas- unb Elektnzitätssteiicr, von d n herb fliegurangen -mbgtltig aufgegeben find. Ter allgemeine bcuiitbc Mittelstanbskag bittet Bundesrat unb Reichstag, auf ^cr ;>tcr aezeichne?c-n Grundlage bas gesetzgeberische Werk zur Ba u-erung der Finanzen bes Ruches zu einer rmchcn Dollcnbung iu bringen."

2ltt$ Stadt und Land.

t c B c n, 14. April 1909.

- Die neue Wahlrechtsvorlage ist heute vormittag den Landständen zugegangev. Sie besteht aus drei (Zeset; entwürfen: 1) wegen Aenderuug der Artikel 67 unb 75 der Berfafiuug, 2) das Gesetz über die Landstände und 3) die Wahl­kreiseinteilung.

* Der 2. icchstägige internationale Kurs für gerichtliche Psnchologic und Psychiatric nahm gestern im Höfsaal brr .Mliiüt für psnchische unb nervöse itanfhcitcn seinen Anfang. Am Montag abend fand im ootel Großhcrzog eine Begrüßungsfeier statt, bei der Prof. Ti. Som m c r btc Kursteilnehmer begrüßte Tie Vortrags themen beschäftigen sich mil zniminalpsychol ogic, Pal ho mflic, Ursachen des Verbrechens, Sct-utbbegrift, ntorpbc logiicke Abnormitäten, Psychologie bes Verbrechers, bir Begehungen der Geiste: üöiuug zum Strafrecht, t^ewoyn hcitsvcrbrechen, Versorgung der gefährlichen Geisteskranken, .iugendgerichtshöse unb Jwangserzichung, Alkoholismus, Strafvollzug, Entlassung unb Fürsorge für Entlassene Am Donucr-.uag findet die Besicht,guitg einer Strafanstalt bet Butzbach statt, nächsten Sonntag wird die neue Irrenanstalt bet Gießen in Augenschein genomiuen. An oem Kursus nehmen 80 Herren teil, Acrztc, Juristen unb Gefängnis beamte. Vortragende sind die yiesigeu Prosesjoreu Dr. Sommer, Tr. Tau ne manu, Dr Mittel maier und Prof. Dr. Aschaffenburg. Köln.

* Der Hessische Nichtervcrein hält seine statulcn gemäß im Mai stattfindende Hauptversammlung am 22. Mai in Frankfurt ab.

** Zu Forstassessoren würben ernannt die Forst referenbarc Karl Battenfeld zn Darmstadt, Karl (£ 1) a n l r c zu Dreieichenhain, Karl Tesch ,zu Vaubad), Cito MLser zu Ruppertsburg und £tto Schwöbel zu Mainz.

♦♦ Lehrerversonalien Bestätigt würben die vom Fürsten zu Löwenstein Wertheim-Rosenberg und dem Fürsten und Grasen zu Erbach-Schönberg aus die erste und zweite Lehrer stell' an der Gemeindeschule zu Höchst i. O. präsentierten Hauptlehrer Joh. P a b st daselbst uno Lehrer Friede. Weid in a n it daselbst. - Uebcrtragni wurde dem Lehrer Marl Müller zu Lanzenhain eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Bensheim. Erle digt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Budenheim

* KonsulatSwesen. Ter zum Norwegischen Konsul mit dem Amtssitz in Frankfurt a. M. evnanuic Herr Karl Jloßen berg, Mitinhaber ocr Seidenfirma Gebrüder Passavant daselbst, ist zur Ausübung konsularischer Verrichtungen im Großhcrzog tunt Hessen zngelasseu worben.

Der Russische Minister res i d ent am Großh. hesi. Hofe von DoubenSly ist von dem llaiser von Rußland zum Wirklichen Staatsrat mit dem Prädilal , Exzellenz ernannt morden.

* Zum Materialverwalter wurde der Steiger auf dem Braunkohlenbergwerk Lndwigsbofsnung Hch. Friedr. Weber zu Wötsersheim für den Grubenbetrieb des Braunkohlenberg­werks Lubwigshoffnimg ernannt.

♦♦ Die Stenographcn GeseltfchaftGa- bclfibergcr" legitim heute abend int Hotel Einhorn Stenographie- unb Schreibmaschineuknisc. worauf nochmals hcngewiofen sei.

** Waldbrände. Richt weniger als 23 Waldbrände wurden aus allen Teilen Hessens am Tage nach den Cfterfeicr* tagen der oberen Forstbehörde von den Ebcriörftcrcien gemeldet.

Tie Brände, die ".um Xcd von reifet cthcblnbem Unrein} waren wird dock der entstandene Schaden in einem Fi au» über 7fX)0 Mark geschätzt ftnb n. o Lrmi'i Ztg. haurtsächlich durch Unvorsichtinleit oer Waldbesucher entstanden Richt ein dringlich genug kann daher immer wieder Die motzte Bor'iMt beim t'öebrauche von Fever im Walde, namentlich während der jitzigen ?,agre-rWeit empfohlen werden.

* Hochstaplerin Eilte ganz raffinierte H o ch st a o l e rin bat in letzter Zeil in bicfiger liegend Gastrollen gegeben Im 13. v. Mts. logierte sie sich unter dem bochkl ngenden Namen Adele v. Ranke aus Berlin im Hospiz des hiesigen evangelischen Schwesternhauses ein unc» verschwand am 20. r. Ml: , nachdem sie ivor einer älteren Dame 30 Mark abgcichwinbelt batte. Am gleichen Abend schon muroe bet Holzheim dieselbe Person an scheinend in bewusstlosem Zustande betroffen. Hier nannte sie sich Lehrerin Heuer aus Darmstadt und erzählte, sie sei in Hamen bei Gießen gewesen, habe sich dort eine Bohnung gemietet und bereit* 20 Mar! an'oe-ahkt nm aut ärztlichen Rat dort Erholung zu finden 3ic ici dann von Hausen weggcgangen

W Bahn zu erlangen, fei aber unter- wegs von Kesselilidern überfallen und all ihrer Barschaft, be- ftehenb in 176 Mark, einem Depositenschein, einer Handtasche, so­wie eines Wertvollen Pelzes beraubt worben. Sie wußte die Behörden in einer Art zu täuschen, daß mich Verhastungen vor- genommen wurden und die eingehendsten Ermittelungen eintraten. Die Person bezeichnete sogar bestimmt die Täter und fuhr, nach­dem fi: sich Unterstützung durch *hr Manöver verschafft batte, angeblich nach Darmstadt. Inzwischen schrieb sie einen Bries von Frankfurt a. M, ihre geraubten Barmitt-st und Effekten habe sic in Tannstadt bereits wieder behändigt bekommen, eine Horb slechterbandc sei zwischen Mannheim und Schwetzingen angehalten und verhastct worden unb in deren Besitz hätten sich ihre Sachen alle vorgesundcn. Tic Rachsorschungen ergaben, baß alle diese Angaben von A bis Z erfunden unb erlogen waren. Soweit hier sestgestcllt werden konnte, handelt es sich nicht etwa um eine geisteskranke oder an epileptischen Anfällen kibenbe Person, sondern um eine ganz raffinierte Hochstaplerin, deren richtiger Name Anna Richter sein soll und ans die nunmehr gesahndct wird.

* Selbstmörder. Heute morgen sanden Arbeiter am Wege zur Hochwart an der 7. Schneise einen Mann mit einer Schußwunde an der Schläfe, aber noch lebend vor. Der Revolver lag neben dem Bewutztlosen, der Jakob Hengst heisst unb aus Friedberg slanunt. Er wurde durch die Polizei nach ocr Klinik gebracht Tic Verletzung ist lebensgefährlich. Nach einem bei i Ijm gesunden en Bries liegt Selbstmord vor.

= Großcn-Buseck, 13. April. Am 2. Osterfeiertag bewegte sich durch unsere Straßen ein stattlicher Leichen- zug zum Friebbof Galt eS doch bem allvcrchrtcn Bahn nelfter i. P. Masse in bic letzte Ehre zu enveifen. Ein Tarm- unb Leberleidcn zerstörte bes Verblichenen Kräfte in taum acht Tagen. Pfarrer Barth hielt in kernigen Worten btc Grabpredigt unb. gedachte bcr Verbiet,ste bes Entschlafenen. Tie zahlreich lücbergelegten Kranzspenbeii legten Zeugnis ab von seinem kollegialen Sinn, seiner Anfrichnglelt unb seiner großen Beliebtheit. In feiner nahezu 40jährigen Dienstzeit hat er cs verstanden von seinen Untergebenen geliebt unb geachtet zu fein. Auch war' er stets ein treuer Berater und Helfer seiner Unter gebenen. Durch sein gewissenhaftes uno diensteifriges Be- inühen hatte er sich auch die Gunst feiner vorgesetzten Be­hörde erworben.

(:) Lanbach, 13. April. Mit dem 1. Mai tritt Fuß genbarm Schaffner aus Mainz bie hier crlebigtc Stelle an. An Stelle bes Oberlehrers Pros. Sßwaib würbe Lchramtsassefsor Tr. H i n n e r i ch S, seither am Gymnasium iu Bübingen, berufen.

Bab-Nauhcim, 13. April. Vom 16. April ab werben die Bade häuf er IV, V und IX Nord, sowie das In­halatorium in Betrieb genommen. Tic Bäbcrabgade erfolgt von diesem Tage an wie folgt: Badehaus VI Sol- bäbcc, Tl)ermalbäder, <oüßwofferbadei und Duschen: Bade- haus V Sprndclbäder von Oii 'lle XII; Badehaus VI Tycr- nialbäbcr von den Quellen VII imb XII, Tyermalfprudel- bäber von VII unb XII; Ladehaus IX Nord Sprudelbäder von den Quellen VII und X1V, Thcrmalsnrudelbädcr von XIV. Die Bade Häuser sind von 8 bis ä Uhr, das Jnhala torium von 9 dis 1 Uhr geöffnet.

R. B. Darmstadt, 13. April. Tie Beerdigung des Stadtv. Tr. E. E.Dl c r d fand beute unter großer Beteiligung auS allen Kreisen der Bevölkerung statt. Dao nach Tausenden zahlende Personal der Firma war durch zahlreiche Abordnungen roi( am (trabe hielt Pfarrer Vogel ergreifende Anipracheii. Tie Stabt Tarntstadt ließ burefe

E

i siallehrei Lerch uud bie Nationalliberalc Parte, durch Abgeordneten Dr. Osann. In der Nacht zum 1. Feiertag fano in Ober Schönmatten­wag eine blutige Schlägerei statt, in deren Verlauf der 24 Jahre

Kleine» jeuilleton.

Beendigte StudienreisePros. Tr jur Andrö aus Marburg, der eine zweimonatige Studien reise noch unseren Kolonien in Teutfth^itomcftarrif<i unter nammen bat, wird Ende des Monats zurückkehren. Prof Andrö studierte beit Bergbmi. bas Kommunikationowefcn unb bic Rechtsverhältnisse tut Schutzgebiete. Er ist der An licht, daß eine Reform der Gcnctitsverfaftiuig unb die Grün bung einer Revif,vnsii,surnz in Gestalt eines Rcichskolonial geriäfts notwendig sei.

Die Wiesbadener Maifestspiele setzen sich folgendermaßen zufammen: Am 16. Mai wird hie ein aftige Oper von Karl Goldmart:Die Königin von Saba" gegeben; am 17. Mai folgt das (*i|'ripicl des Eng lftchen Tlreatcrs, dasMr. Hopkinson", Luitsvicl in drei Akten von R. E. Earton. zur Tarstcllnng bringt; an, 18. Mat kommt LortztngsWildschütz" zur Aufführung und ain 20. Mar MozartsTon Juan mit FranceSco d'A ndrahe als Don Juan.

Havdn» wieder aufgefunbene Biolinkon zerte. D^in kürzlich gemeldeten F»mde der beiden Havdu Biolm konAitr wlgtr cum interessante Erneuerung der llrausiülnung. Kart Zomnmti, bcr llrirrcnkcl des Esterkäznichcn Prangeigers Lu,g'. Touurinu. für den Joses Havdn 1769 das V hirr Moniert (omyontert Ixrttr, ist grqeranärtu, Geiger in d.r XMÜlaocllc ut Neustrelitz. ct ist aber uulu nur dein .Künstlerfeeruf fernes llrurgrofwatcr. treu geblieben, er besitzt auch noch dre Ckigc, auf der in Esterlwz twv 140 Jahren Havdns Konzen nun ersten Mak erNang und io wirb nun der UrumiM bes einstigen Besitzers dieses kostbaren Jnstru nrentes, das als cui wertvolles FamrlrenNüd gehütet wird, das lür bicic ®cuiv geschrnchenc Werk zur Anfcrstebung bringen.

Hebet btc Neuordnung der Kun st schätze i r.t Vatikan und die Damit verfenndencn AcnOcrungrn der Vor i driften für bi Betucher nur du Ernst Stein manu tm nächsten Heft des bei »luiRxird, und : etnunut crithcutenbcu Eiceroue . .ittge allgemein imer mu Mitteilungen. Vor allem ist die Befichtigung dir Sirtma und der 3tanynf die man sonst die ganze Woche fr bat feuauc, aui drei Tag. bcirtnanli nx'rbcn, und ne erprlgr nom Belvederv aus durch btt Slulpturcu^GaieriL, |o daß

allo bcr unciugcltlubc Besuch aufgehört bat.W. r aber heute am Montag, Mittwoch oder Freitag durch die Lkulpturcngalerie zu den Teppid'ei, Raffaels cinyorftcigt und von dort aus durch dir Galcria belle Earle gergraiiche bic Stanzen anfjucht, ber erhält letzt vielmehr als frühe eine Vorstellung von der Fülle bcr Denkmäler, die bcr Van'an eimchlteßt. Gregor XIII., jener Papst ans demLlologneiischen Gochlecht ber Boncompagni, tu dessen Seele cur ffnifllern"eben Traditwuen Der großen 'Jienaiiiance- päpste «tm IcbciiDigften iortlebte, ließ tm Jahre 1581 die Galerie im 2. Stock des Belvedere über Der vatifenuschen Bibliothek mit leiten prächtigen Karten und Fresken fd)müden, oic bis heute dem Pubtilum verschloiien waren. Diese glanzende Elalcric führt uns direkt in die Stanzen allerdings durch bie Vorgemüchcr der ionc Borgia, die . noch mit wenig crfradidKii modernen Historienbild, rn gefchomdt sind. Ader wemi _crfl bic 'JLb'idit verwirNicht fein wird, in diesen 'Jtäinnen die Sammlung kostbare VWbettns umcrzubringen, die der Vatikan besitzt, und die bis beute noch nicht auigebangt wcrbiut konuu-n, io wub fern schönerer Jugang zu den Stanzen, den Loggten Rmfaels und der Nikolaus-Kavcll' gedacht werben können. Nur bic Sixtinische Kapelle erscheint burd, bic neue Beiuwsordnung ben Be'uchern in schwer erreichbare Fernen entrückt und das nidit ohne Absicht. Ter Schaden, dc.u frommt und profane Pilierscharen in den letzten Jahren uu Hcitiainm SuM'.s IV. angerichtet haben, machte sich alle Jahre lühlbarcr. Tas £pud Aleiandrtnum des Fußbodens mußte falt beständig restauriert werben, unb die äußerlt mühsame ;Keungimg bet Wände hatte kaum noch Erfolg. Uebcrdies hat der Prinzreacut von Bavem dem Pavst »um Jubiläum neue Fruster für die Listtna verehrt, bic genau nad< dem alten Muster bemiuiitlt in bcr Kapelle angebracht narben sollen Aber das Problem de-.- Lichte« ist mit :Hüdndu auf bie Tcdc MnyclMiitlos nicht ohne Schwierigkeit zn lösen werden erst dxn bic ersten Erperiutcue gemacht, unb es muß wünschenswert cridnunai. den Besuch bet uapelle unuiicbrüntcn, bi# btc Arbeit vollendet ilt Bedenken ivir cndl«! ivitük! tm Vatikan in den '.eRtrn Jahrzcbmcn iür ztunst und Wweufchafr geidk!ieu ist. rxidien .!u ti.imng bic ötbiio itxi»gcrtomntcn lat, wie achgemäß Btrttna unb .ipöartamentc Borgia wieder hcr.iatdlt wurden, wie h<rrtia> Die JleuorDnun-i be; PiiiakvttEk aciungeu tu. o wirb man biUignloctjc dem Pap»t

ju ichaltcu. isuv X. an Frourb georoncta Vct^rlMißc,

alte, wegen Äörververletzuug vord strafte Maurer Gui'iv Wal­ther n-'tt Messer Gebrauch rratbie unb einen gewissen Falter durch Mcsscrstikhc tm Unterleib io schwer fdeptr. daß der Tod anderen Tages eintrat. Ter Täter rourb verhaftet

ic. Homburg v. b H. 13. April. In bcr l.tzlcn S.tzimg bcr Stadtverordneten teilte Bürgermeister Lnblc mit, daß gegen bic Agitation ber Stadt Frankfurt a. M in Sad^n der Um­gebung durch direkte Inge, tns'oefondeie ivcgen her Häde rbabn Bab-NaiidcunHomburgWiesbaden betens Schritte cn ge ig- neten Stellen unternommen kicn und daß eine 3uiammen« fünft von Vertretern der Stabte Bad Nanbciw. .Fried- berg i. H. Homburg t. b. H, Wiesbaden, Mai«; u>tr. in Bälde ftattiinbcn werde

Baufontrolkurc u. llnjaUDcrbütung.

Stadtv. atu mm schreibt une:

In bcr Nr. 85 Jhrr> Blattes beschäftigte sich ein Ein- l'enbcr unter bcr lleberfchrift:ll n f a 11 v c r y u t u n g s -

Es ist nickt meine Absicht, auf ben 'irnlel des näheren cinAugehen; bnzu ivcrdcn sich schon Pra.ftikii au) Arbeiter- kreisen äußern.

Es ist nicht neu baß alle bic Leute mit schlechtem iHe- missen im Punltc Arbcitcrschutz ben roten Luppen fdmxmfen; es ist auch nicht neu, baß bic Sozialbemokraiie Baukoiitrol- teure nur irniiifdit, um sie im Hauptberufe als Agitatoren zu benützen: dies alles wird von den Gegnern meiner Partei schon fett 30 Jahren geredet, wenn es auch dadurch nicht wahrer geworden ist. Neu ist jedoch, daß in sozialdemo­kratischen Berfaminlungen die Baukvntrollcurc als Agita­toren angesprochen würden.

Hier bat der verr Einsender geflunfert. Niemals fallt es einem Sozialbemokraten ein, die Agitation aui diese Weise zu wünschen. Erstens haben mir bie> nicht not­wendig und zweiten- wissen wir, daß den .verren Trude- bergern in Ausführung der Arbelterschiitziu:stimmungcn nichts angenehmer wäre, wie ein politischer Mißbrauch der­artiger Einrichtungen unsererseits. Wir verlangen feine Kontrolleure als Agitatoren, aber ebensowenig wollen rvtr bic Sorte, von ben Berggewaltigenweiße Salbe" genannt, bic man beni Publikum in die Augen schnnert. Wit ver­langen Baukoillrollcure lediglich aus sanitären Grunden unb kein Mensch, bcr ein reines itzetmijen hat, braucht f»ch vor einer solchen Einrichtung zu jurchten.

E. Kmm m.

Kricgsgerid)t.

th. Gicßcii, 14. Apnl.

Gesteni vovmillag um h Ubr land in der Kajcrnc am Trieb eine Sitzung des Kriegsgerichts Hall. Angektagi waren ber ÖJ<- freite Will). Menges von bcr 11. Kompanie brj 116. Infanterie- Regiments, qcbüitig aus Großen-Lindeii, wegen uotiaiilid)ci falscher bienfüidjcr Aleldnng, unb von der gleichen Kompanie ocr M» teuer Jak Reifing aus Bürgel, weil er btc fatsche Melbnna iv.siei':- hd) luciterbeförbevt hat tPergehcn aufl § 13 ' des J?L«civ.-*i>c|». 211s Richter waren kommanbierl Major Heiter, Vorsilzender, vaupl mann Giese, Cberleutnnnt Ernst v. Pein; unb Oberleiitiiani paxtJ v. Pentz als Beisitzer. VeiiianblnugSleitcr war Kneg-ge»icht5ial Koch. Tie Anklage vertrat Kriegdg'uchtsrat Cbeiimiev. Zer lat- bestand bei Anklage war: Am 29. Mär. vornimags zwischen b imb 9 Uhr halle Menges auf dem 9. Lchtevfland XteniL hatte die abgegebenen Schüsse scstznslellen unb Dem Angeklagten Reifing anjuflcbcn, Der bann burd) perD?rjiehcn der betreffcnDtn Ringzahl das Ergebnis des 3d)iiffeJ angad. Hierbei bat Menge- flau bcr getroffenen Ringzahl 4 zn Gnnilen be, 2'kuLkeNcvS Bcig hoi, bcr nn erste» Jahre Diente, Die Ringzahl .» al» getroffen an- gegeben unb den Angeklagten Reifing veranlaßt, diese obiefiiu un> richtige Tlelbung weiterzugeven. Jum Unglück kam Bfteleldwedel Philipp nach dem Ziel uno trug den Weh eilen, ivae geichosten ic, worauf bteicr eine Fünf mcIDcic. Tcr Vorgesetzte überzeugte nd? aber, daß nut eme Pier erreicht war, loste den l')ckeuen nn Sche.benßande ab unb crflaucie voiid)iiii6inüBig -klbun.j von i m Vorfall. Menge erklärte vor Dem KriegSgcncht, ei habe Den Treffer für eine 5 gehalten, es habe ihm voll'känbt., lern ,-elegeit. jetnanb zn begünstigen. Ter Sciljanblungoldier, Kricysacil.t>t»rat Koch, weift Darauf hm, bau an bem Morgen sogen. 9hdMu<ilci, schlechte Schützen, gejchosicn haben. Berg hol habe mit 8 La: mindesten» 1b Ringe Ichicßen müffen^ Berg hol habe ivei1. r Jieun geichohen nuö nut Dem zivetten Sch uv vorbeigetr.ften, Io ouu diese beiden Schüsse überhaupt nicht gezahli wurden. T<i Monn, der hintereinander sd», habe baraid zwei Patronen nacherhaUen, ergebe 13, er mußte al io beim britten Schutz .nun itenj e ne .» rat von

Meldung Nicht »u H'.lft gcbiirmrit wärt. Keng.** Hart. <r boot gar nicht gewußt, iver na geschossen i>ii>- ro ton nie bir» non kaicm gedeckten Standpunkt cm Schctbeiistaii. g<n mdu her. Er will nen Bcigb.n nicht wihiT kennen und b jir.üct mtfch uxn, etwa nut oem Mami harübnniorodkii zu hoben, lo an beim Sd'ießen h.rau^zuhelftii. l't könne sich nur vor eben o<n. als er eine 5 itati I gemeldet hat Es stimm». oaß n. ok< der Borgesektc Philipp hem Schcidenstanb sich iiaher.c, c* mw* t > . irai noch ein«

______U__JI______1_ IUI 1 11 I!! I -T---------- Mit Aielbnouyter Konieguenz Hat er bei» groß, n Bankomoler des Vatikmtt- in drei Gebiete gctremtt. -tdi Ibft nno n n :

-

ein neues großes Gebäude errichtet."

s für ein <*»f* ktuiibd : rrom*

Millionenspenbe Morgan

1 chichtswcrk. Mr. I. Picrpout Morgan _ ----- -- ö.,

lebhaftes Jntcreftc für das um fallende Werk über bic Qktdndite amcriüaniithni Indianer, mit besten Abzaf'ung der bekannte nologc E S. l'urit» feit mehreren JaiTr n Ixirbähigt ist. Ft Milliardär bat sich bereit erklärt, den»klcbrkn btc iTiam lom» bcr Dc-rt^reuenben Arbeiten und bei Veröffentlichung zn An btefc 3uiagc knüpft er nut die eine Bedingung, saß bat» Werk auch wir kurv zum Abschluß gelang! Drr Umfang wnb auf 20 Bänb-e qcidMiiu, btc rctd) iliuitncrt werben sollen. VeröffentUchung Ijofit Eutus nadi deenbigung bet r. prbcilvec® Vororb ften m vier tz-.s fünf Rohren beginnen zu können xc! Werk soll nur in beschränktet '.'lufta-e erscheinen unb nicht in den Buchhanbft gclana-m Lediglich bie öficntlirbcn B ol'othekrn, d« Mi,' »en unb vcxwdwlen, bi hn'ionftfeni, nrdwolMi'df'it uiib tthM* logi'then Institute und Seminare, btc Herootroa ndslen -«»w* Lebt seit sowie bic näheren Freunde des Bcrfai'er» und lerne» Mäccns sollen Eremplate crbaUcn. _ Die Aufwendung wird en mindestens eme Million Mark geschätzt.

Kleine Ebronik ans Kunst unb Wisse»' schäft Der Seferiftstcller Stephan von K v tz c ist atn Moniag in inner Womiung in Wilmersdorf tm Alter w» 39 3abrcn infolge eine« Herzstfela-es gestorben. Bild bau er Anton He ß, Professor an Der rcchnifchen iw schule in München, ist m der Nacht ;um Ltcnnpiitd4 gestorben. Gerhart >? a u p Mn an u» Geburt»' »aus, bcr Gasthof zzirPreußischen Krone" int Bab öcxv btunn, ist vom Fürsten von Pleß zusammen mit der oon ciiiipringeuben neftkräftigen £.uen< fut mehr alf ewc halbe Million Mark a n g e f a u f t worden.