Abgeordaettk Graf Kriola.
Die wir schon kurz mitteilten, hat der Reichstaqsabg für Friedberg-Büdingen, Gras Oriota, seinen Austritt auä der nationalliberalen Fraktion erklärt irr veröffentlicht hierzu in agrarischen Blättern folgende Erklärung-
Seit der Begründung des Lundes der Landwirte hat zwischen der nationalliberalen Partei W Großherzogtums Hessen und dem Bunde der Landwirte e... gutes Verhältnis bestanden. Ter Bund der Landwirte hat mit der national liberalen Partei in meinem wie auch in anderen hessischen Wahlkreisen erfolgreiche Wahlabkommen getroffen, und es wurden demgemäß Kandidaten ausgestellt, die mit ihren nationalliberalen Anschauungen ihrer Uebcrzeugung gemäß in wirtschaftlichen Frayen die Bestrebungen des Bundes der Landwirte für Landwirtschaft und Mittelstand verbanden
Infolge der fetzigen, durch die Reichsftnanzreform derbeigeführten Krisis dar sich leider ein scharfer Gegensatz der nationalliberalcn Reiche tagsfraktion zum Bunde der Landwirte herausgebildet, jo daß mir die Möglichkeit genommen ist, in der Fraktion in dem Sinne zu wirken, der den meinen Wählern gegebenen Erklärungen entspricht. Entgegen dem seit meinem Eintritt in den Reichstag geübten Frattionsgebrauche wurden bei der Reichsfinanzreform Frattionsbeschlüsse gefaßt, die alle Mitglieder bezüglich ihrer Abstimmung banden.
Da mir zudem mitgcteilt worden ist, daß mein Verbleiben als Landesvorsitzender des Bundes der Landwirte für Hessen mit meiner Angehörigkeit zur nationalliberalen Reichstagsfraktion dieser unvereinbar erscheine und ich damit vor die Frage gestellt war, ob ich das mir von den hessischen L-midwirten übertragene Ehrenamt niederlegcn sollte, sah ich mich zu meinem lebhaften Bedauern veranlaßt, meinen Austritt aus der Fraktion zu erklären, der ich so lange angehört habe und mit deren Mitgliedern mich politische An schau unaen und aufrichtige persönliche Freundschaft verbunden hielten.
Tic Neue Tageszeitung sagt zu dieser Erklärung: „Nach der Haltung der nationalliberalen Reichstagsfraktion und des nationalliberalen Parteitages können wir diesen Schritt nur billigen."
Ob (tiraf Oriola aus seinem Austritt aus der national liberalen Partei nunmehr auch die weitere Konsequenz zieht und sein Reichstagsmandat niederlegt, darüber schweigt die Erklärung sich aus.
Zum Austritt des Grasen Oriola bemerkt die Natio- ual-Ztg.: „So sehr man den Verlust bedauern muß, den die nationalliberale Reichstags-Fraktion durch das Ausscheiden eines so langfährigen und eifrigen Mitgliedes erleidet, wie es Graf Oriola war, so sehr muß man daran sesthalten, daß Jener nach allem Vorausgegangenen den Schritt, den er getan hat, eben tun mußte."
Die Kölnische Ztg. spricht die Erwartung aus, daß Graf Oriola sich einer Neuwahl unterziehen werde, da die Voraus^ setzungen, unter denen er gewälzt wurde, nicht mehr zu-» treffen.
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Worms, 4. Juli. Es steht eine Spaltung zwischen dem Freiherrn v. Hehl und der Wormser nationalliberalen Parteileitung bevor. Zum Berliner nationalliberalen Ver- lcetertag entsandte die Wormser Partei den Kommerzienrat Trumpler und den Parteisekretär Greupner. Freiherr von Heyl dagegen schickte tzwei eigene Leute, darunter den früheren Verleger des „Wormser Tageblattes", nach Berlin.
politische Tagesschau.
Ta8 Programm des Deutschen Bauernbundes.
Der neu gegründete Deutsche Bauernbund hat sich folgendes Programm gegeben:
1. Energische Vertretung der bäuerlichen Interessen in 'den Parlamenten und in den kommunalen Körperschaften auf nationaler Grundlage unter dem Wahlspruch: „Unter allen Umständen Kräftigung des Reichsgedankens", und mildem Grundsätze: „Das Vaterland über die Partei".
2. Denkbar energischste Betätigung bei den Wahlen zu diesen Körperschaften, damit Männer gewählt werden, die gewillt sind, gesunde Wirtschafts- und Bauernpolitik zu treiben.
3. Festhalten an unserer bewährten Schutzpolüik, entsprechend den Verhältnissen der internationalen Konkurrenz.
1. Ausbau und Verbesserung des Wahlrechts für die Landtage der Einzelstaaten entsprechend den Interessen des ländlichen Mittelstandes.
5. In Steuerfragen gleichmäßige und gerechte Per teilung der Lasten unter Vermeidung der besonderen Belastung einzelner Stände, insbesondere des Bauernstandes.
«> Gründliche Reformierung der Lrcisckrbnungcn nfw.. besonders in den östlichen Provinzen, dahingehend, daß auch dem Bauernstände und dem Mittelstände eine ange messen:' Vertretung in den Kreistai ii. Provinziallandtagen, Landwirkschaftskammern usw. gewährt wird
7. Wahrnehmung der Verkehrsinteressen bei Anlage neuer Eisenbahnen, Kleinbahnen, Landstraßen. Kanäle usw., damit derartige Anlagen nicht zugunsten einzelner gemacht werden.
8. Förderung der Bildung nach jeder Richtung hin, damit auch die Kinder der deutschen Bauern gerüstet da stehen für den Kampf ums Dasein. Zu diesem Zwecke wird gefordert: Einrichtung von ^-ortbildungskurfen und -Schulen, von besseren Fachschulen, Hausbaltungsschulen und dergleichen unter Zuhilfenahme staatlicher Mittel. Besonders ist dabei Fürsorge zu tragen, daß das Verständnis für politifche und staatliche Einrichtungen nach Möglichkeit gefordert wird.
9. Förderung der inneren Kolonisation zwecks Vermehrung der bäuerlichen Familienwirtschaften. Kampf gegen das Restgütersys.'em, Einschränkung der Fideikommisse und Aufteilung saldier Latifundien, besonders in der Ostmark, die von ihren Besitzern nicht persönlich verwaltet werben, deren Inhaber vielmehr ihren Aufenthalt gewohnheitsmäßig im Auslande nehmen.
10. Verbesserung der Arbeiteroerhältnisse auf dem Lande durch Schaffung und Vermehrung eines gründe besitzendei: Arbeilerstandes. Die Landwirtschaft wird erst bann zu gesunben Arbeiterverhältnissen kommen, wenn dem fleißigen imb sparsamen Arbeiter Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden.
11. Tatkräftige Mitwirkung an allen wichtigen schwebenden Agrarproblemen, z. B. Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes usw.
12. Förderung der prattischen Landwirtschaft, besonders auch in technischer Beziehung.
Die hessische Wahlrechtsreform.
Die h e s s i s ch e W a h l r e ch t s v o r l a g e ist am Dienstag in einer gemeinschaftlichen Sitzung der Gesetzgebungsausschüsse unserer beiden Ständekammeru der Gegenstand eingehender Beratung gewesen, an der als Regierungsvertreter Geh. Staatsrat Krug von Nidda, Ministerial-, rat Lorbacher und Oberregierungsrat Dr. Weber teilnahmen. In der unter Vorsitz des Ausschuß-Präsidenton Fürsten zu Leiningen uorgenoinmenen Beratung referierte zunächst der Vorsitzende des Ausschusses der Zweiten Kammer, Abg. v. Brentano, über die Ansichten und Beschlüsse dieses Ausschusses, worauf der Referent des Aus schusses der Ersten Kammer antwortete und die allgemeine Anschauung der letzteren näher darlegte. Geh. Staatsrat Krug v. Nidda präzisierte in einzelnen Prinzipienfragen den Stmidpunkt der Regierung. Die Mitglieder der Ersten Kammer erklärten zuerst ihre Bereitwilligkeit betreffs der beiden Vcrfassungsartikel 67 und 75 der Regierungsvorlage zuzustimmen. Sie gaben aber auch, dem Art. 67 nach dem Ausschußbeschluß der Zweiten Kammer ihre Zustimmung bis auf einen Punkt: Der Ausschuß der Zweiten Kammer hatte einmütig den Schlußabsatz der Regierungsvorlage gestrichen, nach dem die Bestimmungen des vorherigen Ab- latzcs „entsprechende Anwendung" finden sollen, wenn „eine Kammer von vornherein das Finanzgesetz nebst .Hauptvoranschlag im ganzen ab lehnt". In dieser Bestimmung glaubt die Zweite Kammer ihr alleiniges Bud getverweigeruugsrecht gefährdet, das ihr von anderer Seite überhaupt bestritten wurde, und es bleibt darnach eine Ver ständigung über diesen Punkt der Regierungsvorlage noch von beiden Teilen Vorbehalten. Dem Art. 75 der Verfassung in dem Wortlaut des Zweiten Kammer-Ausschusses idem Antrag Wolf entsprechend) gegenüber erhob der Ausschußreferent der Ersten Kammer, Geh. Justizrat Prof. Dr. Schmidt-Gießen, eine Reihe von Bedenken, doch zeigte sich der Ausschuß bereit, auch hierüber zu einer Verständigung mit dem anderen Hause zu gelangen. Nachdem somit die in der Verfassungsänderung liegenden Schwierig- feiten die Erwartung auf gegenseitige Verständigung zlvischen beiden Ständekammern eröffnet hatten, ging die Beratung über den Gesetzentwurf, die Lqudstäude betr., glatt von statten. Keine der von dem Ausschuß der Zlveiten Kammer in den einzelnen Artikeln vorgenommenc Abän- dertlng stieß bei den Vertretern dcS anderen Hauses auf
prinzipieklen Widerspruch, und es kam am Schluß der Beratung die allgemeine Anschauung dahin zum Ausdruck, daß nach einer Vereinigung über den Wortlaut der beide« Berfafsungsartikel, die von beiden Seiten aufrichtig erstrebt wird und darnach auch erreicht werden dürfte, die weiteren Dissense zwisckren beiden Kammern über die Vorlage nicht schwer zu beheben sein werden. — Ter Äusscdutz der Zweiten Kammer hielt nach der gemeinsamen Beratung am Abend noch eine kurze Sitzung ab, in der die am Sams* tag gefaßten Bcschlüjse definitiv anerkannt und beschlossen wurde, sie dem Plenum der Kammer als Gnmblage für die im Laufe des Winters erfolgenbe Wahlrechtsberanmg vor- Anlegen Abg. v Brentano wurde mit der endgültige« Abtaiiung des Ausschußberichts betraut, der in einer Ende des Monats stattfindenden weiteren Sitzung verlesen und genehmigt werden soll.
56. (Sauturnjeft der inaucs Hessen, ii.
(Wiederholt, weil nur in einem Teil der geflogen Auflage enthalten.) i Marburg, 5 Zuti Vergangene Nacht batte es fast den Anschein, als ob der le^ic lag des i^autumfrücv zu Waner werden »eilte, beim rin Otovittcr regen dehnte sich bis m die Morgenünnden aus. Heute schien nboch die Sonne so prächtig, ban dos Programm zu Ende g.-fiihn werden konnte Zahlreiche Turner besuchten den Kaiser Wilhelms-Turm au? Soiegelsluü und betrachteten sich das oberhessiiche Berg- und Hügelland Um 4 Uhr traten etwa 500 Mädchen uns Knaben in Turner tracht an und machten zunächst Freiübungen und Miscdlicßenb Geräteturnen. Die Zuschauer spendeten diesem wohl mit schönst.-n Teil des Festes stürmischen Beifall. Obere'alichullehrer Dr. Knabe sprach alsdann ben Festveranstaltern, insbesondere auch dem Gauvorstand, den Dank der Festgästc aus Abends führte die Damen Abteilung der Tuotgememde, bic als Muüerriege einen Preis be» loinmcn batte, von ber Tribüne aus noch einmal Keulenübungen vor und dann lourbc nur noch dem Tanze gehuldigt Der Wau Kessen und Marburg kann mit Befriedigung auf das Fest zurückblicken.
Ta-Z Ergebnis der 78 M n st e r r i e g e n, die ebenso wie die Freiübungen' und das Einzelwelkurnen unter bei Oberleitung des (Äauiuniwavt-3 W ill - Gießen standen, ist folgendes :
(Sieben (M.-T.-V3, Barren 37' . Punkt.-: Wetzlar. Reck 353/,; Bad-Bauheim, Stützhantel 34".; Butzbach, Stützhantel 34'.; Alsfeld, Barren 331Marburg(M.-T.-V.), Barren 33' Gießen lT.'D.l, Säbel 321,; Butzbach (Zöglinge), Reck 32 ; Nidda, £ Pferd 32 ; Lang-Gons, Pferd 32. Friedberg, Reck 31 Groven-
Linden, Reck 31"/,: Marburg <T.-V), Männerrieae, Heulen 31*.; Ober-Mörlen, Barren 31V,: Marburg (T.-G3, Damen-AdteUung, Keiilen 31 ; Marburg (T.-'L., Reck SO7,,; Wetzlar-Niedergirmes, Barren 307,; Grimberg, Lang'läbe, 307.; Torn-Assenhenn, Slab- fechten 307,; Bad-NauHeirn, Florettfechten 3GMünzen berg'Zöglinge), Pferd 297,; Holzheim, Pferd 29'/,; fUrdihnir, Keulen 29 .; Lich, Barren 29*;,; Alarbnrg (T.-V), Zöglinge, Darren 29 .; Marburg (M.-T.-V.), Zöglinge, P'erd 29',, Wehrda, Barren 29' Schlitz, Barren 29'/,; Marburg (A. T.-V. , Barren nut Schwungbrett 29 ; Hochelheim, Barren 28'.; Heuchelheim (Zöglinge), P'erd 28 ; Biedenkopf -Zöglinge', Barren 28 ; Qllarbadi (Zöglinge), Barren 28 ; Osthein,, Pferd 2"*.; Wtiinmgcn, Barren 28; Frankenberg, Reck 28: Gießen <M-T.-V.), Säbel 28, Ockers- Hausen, Reck 27’.; Naunheim, Barren ‘277.; Biedenkopf, Barren 27’/,; OckerShauscn, Barren 27"/,; t'ang-('km5 (Zöglinge), Bairen 27r ,; Treis a. d. Lumda, Reck-Barren 277,; Gießen (T.-V.), Barren 27';,,; Großen - Lindeii (Zöglinge), 27*/,; Watzenborn (T.-B. .."-ui Heil"), Barren 27 .. Müi 27'/,; Tfarbad), Reck 277,; Hörnsheim, Barren 27' ,; Allen- don a. L. (Zöglinge), Barren 27; Steinfurt, Reck 27; (Unedel, Reck 267,; Burgsolms, Reck 267.; Leihgestern .Zögltngeh 26* ,. Schotten. Pierd 26V,; Niebev-Weifel, Reck 26V,; Dudenhofen, Bargen 26 7.; Steinberg (G. H.) 25’.; 'Marburg (T.-G.f, S»at> übnngen 25'.; Gladenbach, Barren 85".; tlUlenbori a. L. Pferd 25'/.; Rnttershaufen, Pferd 25'/, . Marburg (T-G.l, Zöglinge, Keulen 25' k. fNobhctm (M.-T.-B.7, Barren 21", ; Marburg < T.-Go, • 2 Barren 244 ,; Wetter, Barren 24 . ; Klein Linden, Barren 24* b'appcl, Reck 24*\; Lützellinden, Barren 24’/,; Annerod, Barren 24. Außerdem erhielt der A.-T.-B. Marburg für Fußball die Rote »Recht qin“.
5. bcff.£anöesDerbanöc$:(5eflügeb u.DogelausnclIung.
x Bab Nauheim, > Juli
Tic 3. Lanbesausstellung, bic unter dem Protcktorlrt bev (vroßherzogs vom 3. bis Juli an ber »ochivalb- straßc hier ftattfaub, mürbe schon am Samstag morgen von bent Vorsitzenden ber hiesigen Ortsgruppe 'nnbimrt' Gg. Stoll, durch eine Begrüßungsansprache in Amvesen- beit der Lanbtagsabgg. Breidenbach und Morell, sowie zahlreicher Stabtverorbneten und Züchter eröffnet. Der Ver- bandsvorsitzenbc, Rendant Müller-Bingen, dankte dem hiesigen Verein für die musterhaften Vorbereitungen und Einrichtungen. Bürgermeister Dr. Kayser brückte seine Freude über bas Zustandekommen einer Lanbesausstellung in Bab-Rauheim aus unb betonte brn Wert und die wirt
IClcine* Feuilleton.
— Thonias K o s ch a t. Wie wir bereits nütgetrilt haben, konzertiert bas Koschat Ouintctt Somitag, 11. Full. 8 Uhr abends, in Steins Saalbau; wie überall, wo Volksmusik gepflegt wird, wird auch in Gießen diesem Konzert mit großem Z nie resse und SmnpatHie eiitqegeitgqchcn. Leider dürfte dieses Konzert bic letzte Gelegenheit sein, Koschal, ber icbcm deutschen Sänger mS Herz gewachsen ist, in Gießen ;,u sehen, da der greife Komponist sich nach dieser Reise in fein Heimatland Käriitcn zurückziehen loill
— Eine deutsche Volksbäberstatistik. lieber bic Verbreitung bcs Volksbadewesens im Deutschen Reich gibt eine Statistik interessante Aun'chlüsse, die wir bei Umschau entnehmen. Danaä) gibt es in Deutschland 2847 öffentliche Badeanstalten, so daß auf je 2 1 0 0 0 (5 i n m i' h n c r eine Warmbabeanstalt kommt. Dabei sind die Kurlmdec und die Badeeinrichtungen industrieller Anlagen »licht einberechnet. Die locuigflcii Bado mamtot, 20,0 auf 100 000, hat Schaumburg-Lippc, die meisten Bremen. 88,4. Dann folgen Württemberg mit 58,8, Sachsen mit 58,3 und Baden mit 51,9 Badewannen auf je 100 000 Ein wobner. In Anhalt sind bic Brausen besonbers beliebt: man zahlte 71 auf je 100000 Einwohner, während Lübeck z. B. mit 6,6 zählt
— Landkarten für Luftschiffer Auf ber am nächsten S<unStag in Fianksurt a. M. zur Erofmung gelangenden internationalen Luftschiisahnsausstellung UHTben auch höchst in teiessaMe Landkarten für Lustschiffer w bewundern sein, die auf Anre.mng des Grasen ZeppiKin cntstanbeii sind Aus einer der letzten Jahresversammlungen der internationalen acronautischen Vereiirigung in Brussel ivurbe bic (Siniciuntg eines Ausscluissos für aeronautische Lmrbkarwn beschlossen und mit dessen Organisation der bekannte beutidh* Lustschiffer Moebebcck in Straßburg betraut. Oberlcuhuntt Moedebeck hat sich seiner Aufgabe mit größtem Eifer gewidmet, unb einen ziemlich weitgehenden Plan ntr bic Emtragimgin cntiwrfen, bic aus den Landkarten für Lustschiffer gemacht ivcrbcit sollen. Er unterschieb Angaben zur Orientierung in Luftballons bei Nachtfahrten, solche zum Zwecke erhöhter S ich-r beit bei der Lanbung unb solche zu Gunsten ber Fortsetzung größerer Ä-ahrtcu, zur Veranstaltung von Wettflügen unb vilfc Iciftungin. Daß für den Lustschifier bei einer Nachtfahrt icdcr Merkmal zur Orientierung von äußerster Wichtigkeit ist, liegt auf ber X?anb Daher müssen aus den Karten al» derartige Ra.hr signale ihren Platz finden: sämtlich? Send:ttünur, Feuer'änffe, Veitd tbarkii imb Leuchttonnen mit genauen Be-eichnungen, ferner sämtlich ' Reben i tnalstationen mit Kenn eickuwng ihres Schall signals, ber Platz von ütbufmellcn '.'lalngcn die ut ber Rächt durch Fcueisä-cin sichtbar werden, z. B. Äochösen, hdlbdcud)tctc
Babnhösc ustv. Für bic Sicherheit ber Landung ist cs nötig, alle elektrischen Starkstromleitungen zu omncibcii, roeshalb diese auf ber Karte Platz finden müssen Außerdem verzcidinen bic Karten sumpfige Stellen und andere gcfälyrlidK Gelände, andererseits aber auch besonders günstige Plätze, die sich durch Windschutz aus zeichnen. Endlich finden sich aus den Karten für Lustschifier auch bic Hilfsmittel des Aeronauten, nmnciitlich bic Lage ber Gas anftalten imb der aeronautischen Stationen. Diese Karte bat Graf Zeppelin durch einen Vorschlag now weiter verbessert, den Moedebeck seinerzeit als das vorläusig imaueäührbarc Zdeal er klärte. Die Zeppdinschen Landkarten für Luitschisfahrt stellen eine Art Untiefenkarten bar, in bem vöhcnschiditen zu 200 bis 700 Metern in ücridnebcncn Farbentönen unterschieben werben. Für lenkbare Luftschiffe, bic ja bekanntlich sich nicht in solcher Lwhc wie gcwöhnliklie Ballons bewegen, sinb solche Zeppeliniche Karten natürlid) ganz besonders wertvoll.
— D i e Mythologie der Eskimos. Trotz ber cif rignt Bemühimgen ber christlichen Missionare in Grönland Halten die Eskimos selbstvcrstandlidi an ihren alten hctbnifdxu Vor licltimgeii fest. Die Mythologie ber Eskinws ist im Grunde nur eine Verehrung von Nakurgcivallcn, bic zu bestimmten Gottheiten personifiziert werden Die beiden x)aui>tgottbeiten der Eskimos, so wirb in Scribners Magazine ausgesührt, sinb ber Mond imb bic Svnne^ Der Monb gilt als^in Gott unb bic Sonne als eine Göttin. Sie sinb Bruber unb Schwester, trotzdem aber liebt der Mond bic glanzende Scluvester mit leidenschaftlicher Znbrunst und verfolgt sie durckZmi ganzen Deltcnraurn in einer wilden enhloien Fagb. Die Sonne aber verbirgt ober genauer gesagt, ter hüllt sich in einem Lichtermeer, sicht sich zurück unb enteilt immer wieder dem nadnuirinenhen Mond Die Grönländer stellen sich den Mond als einen gottlidicn Mann rar, der ihre Tracht trägt, bic Sommcrkleibung bt’r Grönlänber. Fhm voraus schreitet bic Abenddämmerung als eine ’tcblidx Fung »rau, während die Morgendämmerung ihm nackfolgt unb ihm den Weg versperrt zu ber Sonne, die nun heranzielü. Aber der per liebte lSolt wirb dereinst doch bic Sonne erreichen und die Umschlingung von Sonne unb Mond wird bann das Ende ber Welt bedeuten. Daher pflegen die Eskimos audi die Tage der Sonnen unb Mondfinsternis mit Lärm, Geheul und (Geschrei ;u begrüßen; sic wollen bamit die Bereinigung der beiden Acltkorper verhüten, die ihnen das Leben kosten würbe.
Das P o l a r e x ped i t i o ne n einbringen. Die kühnen Erwr'cher der Eisregionen, die nach ihrer Mckkebe in ihr Heimatland mit Ehren unb Ruhm nberhäuft werden, nnden bis wril-.n neben dem Bemuptsein, der Wiiienschast gedient zu haben, auch eine Uhtgcnd-; Belohnung für bic überstandenen Entbehrungen unb o-ejahreu Eine englische Zcit'cHrift gibt eine interessante Ausstellung von gröberen Prämien, die erfolgreichen Polarforschern
gewährt worden sind. Tie brititdjc Rca>. rimg lialt.- z B. füt bic Entbeckimg ber itorbmeOlidien Durchfahrt eine Belohnung von 400000 Alk. ausge.etzt. bic dann ipatcrjiuf lOO(MN) yjZL ermäßigt würbe. Die Prämie kam bami an Sic Edward Parri zur Auszahlung. Dasselbe .vwnorar empfing ein anderer Pionier int hohen Rochen, der Kapitiu Mc Elurc, der mit scmcm Sänfte, dem ,^ftivestigator", zum ersten Male durch bic Behrinchtraße vom Polormeer zur Behrinarnsel nordrattg: in Anerkennung seiner kühnen ,3ahrt wurden ihm lOOiiOO Mk ansgezahlt ioü> die gleiche Summe kam unter der Manmchafi zur Bcrt.ilung. Als Franklin unb seine Kamerabcn in den arktischen Regionen spurlos vcTidmmnben, wurden von ber Regierung 100 000 Mk. ausgesetzt für iebnt. ber bem /Torseher Hilfe bringen würbe Es gingen auch eine Reihe von Hiliserpebition. it ab Eine beridbat wurde von Tr ?Rac geleitet, brr iroar Frcmklin nicht rmbeii konnte, aber eine Re,He von Gcgenstänben mit Heimbrachle, bic er von Eskimos gekauft hatte, imb die vordem Franklin und scincM Gefährten gehört Hatten. Diese Rcliguicn wurden dann im C'-rccn- wich-Hospital nieder gefegt: Dr Rae und seine (Mabrtcn erlndten 200000 Mk Belohnung. Ein ähnlicher Fall nheb-'rhjlte sich einigt Fahre später Die Berriniaten Staaten letzten HMH1OO Mk aus tüt die Auffindung von Greeln und seinen Genossen, die *nt Sommer Ihm zum Polarmeer ausgebrod'en und verichollcii waren. Unter dem Befehl des Kamlan. Schien ging dann aud> eine Hilisexpebition nordwäns. die schließlich Gredn mit sechs Marne* raben aufsand Sie waren du* einzigen lieb.*tlebenden von 26; 20 nmren bereits dem Hungertobe anheuiigcfallen. Auch Ransen unb seine Gesähnen haben ihre kühne «Fahrt nicht -u bcreuai gehabt. Denn neben ixu großen Ehnoi zen empfingen ber For* ifhiT unb scme Gefährten von der norwegischen Regierung einen o'dbpmo unb sodann hat Raufen viele Taufenbc Devbieni durch den Verlauf seines Werkes „Zn Nacht und Eis", bas in fast alle Kulturi'vlachen ubrrict'4 unb eifrig gelesen würbe
— Kleine Chronik aus Kunst unb Wissenschaft. Rita 2 a c d» e 11 a , bie bekannte Tanierin, ist für bic kommende Wintersviclzeit unter glänzenden Bebmgungen von ber Nev Yorker Metropolitan Opera Company für eine Reihe von Gastsp, len ver-flichtet worden; die Kim''tlenn tritt Mitte August bie Reise nach Amerika an unb wird erst Ende Mai f. 3*. nach Europa z»rrückkeyrcn. — Auf der Bühne bes Großen ThcadTs in Lod; in Rusinch-Polen mürbe der oMuralprobe zu Gutzkoivs „Und Äkosta ' ber T-ar'trller des litdhdbcn, der Sämuspieler Sigmund Neumann vom Herzschläge .-.trofte» unb sank tot zu Boden Neumann hat lange Zeit an amerikanischen Bühnen gewirkt imb war erst vor kur;rm zu einem Gastspiel ut Lodz ein getrosfen.


