Ausgabe 
9.1.1909 Zweites Blatt
 
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be5 Arbeiters* aufgeführt werden soll, findet nicht wie vorgesehen am 31. L MtS., fonbem schon am Sonntag den 24. L MtS. in der Turnhalle in der Steinstraße statt. Wegen der Erlangung von Eintrittskarten zu der Aufführung, zu der auch Nichtmitglieder Zutritt haben, sei auf das In­serat hmgewicsen.

Oberhessische Volkslieder. Lebhaftes Interesse erwecken die von der Vere inigu ng für hessische Volks-, künde beabsichtigten beiden Winter Veranstaltungen: ein Volksliederabend und ein Lieder sprelabend Der Volksliederabend findet am 20. Ian. in der alten Aula der Universität statt. Piarrec Schulle - Großen-Llnden hält einen Vortrog über: ,Tas Volkslied in Oberheffen' und zwei Damen tragen 14 Vollslicder zweistimmig vor, einige davon als Duette. Den Lredecspiclabend wird der Dichter der Odenwälder Liedecsprele, Seinrnarlehrec Bnxbaun,. selbst letten. Tie beiden Llederspicte werden von Professor Horn eingeübt.

Po statischer. Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgaug ent Aunahmebuch nut sich, welches zur Eintragung der von ihm aiigenornmerreu Telcgramiue, iVcii* und Eiuschreibjeu- düngen, Postanweisungen, geivöynirchen Palere, Nachnaymescn- düngen und Zeilungsbellelllrngen sorvre der zur ßianüeruiifl der Sendungen, zur BefieUung der Zeitungen und zur Beschaffung von WeNzercheu ihm übergebenen Berrcige dient. Ein gleiches ünnalime- bud) 'ührt jeder Inhaber einer Posthrtisstelle für die bei diese, Niedergelegleii Wkilsenbuiigeu u.J. w. Es ist zweckdienlich, dai die Au'geber dre Erruraguu,» der Le»,düngen iu s. iv. in ine bezclch- nelen Annahmevucher ergenhandig beiorgen oder sich wenigstens von der Buchung durch den Landbrieuräger oder den Posthitsstellen- Inhaber überzeugen.

* Oeife >rtliche Lesehalle. Im Dezember wurden 2 5 4 0 Bände ausgeliehen. Taoon kommen am: Erzählendi Literatur 1163, Zeistchrnteu 165, Jugcudjchriiten 29b, Bers- dichltmgen 68, Literaturgeschichte 18, Länder- und Völkerkunde 107, Kulturgeschichte 16, Geschichte und Biographien 151, Kun'- geschrchle 10, lltaturwrssenschast und Technologie 143, yeer- uni Seewesen 18, Haus» und Landwrrrscha l 12, OiesunDyenslkhie 1 , Religion und Philosophie 23, Llaalswlssenjchasi 8, Sprachivissen schau 11, ilsremdsprachlicheL 16 Bande. Nach auswärts tamei 186 Bäildc.

** Unentgeltliche Benutzung der deutschen Patentschriften. Bei der Bibliothek der Großh. Zen trolstelle für dm Gewerbe, Darmstadt, 9icaarftrußc 3 befindet sich eine Auslegestcllc der vom Kais. Paleiitam. in Berlin herausgegebeuen Pcnentschri,ten über die fei dem 1. Juli 1877 erteilten Patente. Die Auslegeftelle if. geöffnet an den Wochentagen von lu bis 121« und von 3 bi& 51/3 Uhr (Samstag-Mrttag ausgenommen) und [atm von jedermann unentgeltlich benutzt werden. Durch die E.n- richtung soll jedermann Gelegenl-eit gegeben werden, f.ch über den Zilhatt von Patenten zu unierr«chten. Um auch cmswärls lvohirenden Per,onen die Einsicht der Patenlschris ten zu ermöglichen, ist die leihwe.se Avguoe einzelner Rum mern auf turzere Zeit gestattet. Die neu erfcheineuden Patentschriften lverden den Anslcgestelleu in eiiiwvchent- lichen Zwischenräumen über uiftn uno dem Publtknm als bald nach ihrem Erscheinen zugänglich gemacht.

Der Ballon Schlesien wurde an dem fraglichere Tag auch von Lich aus beobachtet, wo er um 9,2ü Uh> von Nordost nach Südivest flregeird den Bahnhof kreuzte.

Dre Kalsermanooer finden in diesem Jahr, wieder in Süddeutjchland, voraussichtlich am unteren 9icckai statt. ES nehmen daran teil; das 13. (württembergsich«) Armeekorps, verstärkt durch die 2. bayrische Division, und die drei Divisionen deS 14. (badischen) Armeekorps. An dem Kaisermanöoer, für das 4 GefechlStage vorgesehen sind vom 5. biS 8. September werden sich zum erficninak auch lenkbare Luftschiffe beteiligen.

* Eine praktische Neuerung für die Winterfell bringt Satllermeister August st i l b i n g e r in Bertehr, näm­lich eine Schutzvorrichtung gegen das Ausgleiten be. Glatteis, die gewisfermasteil als Ueb.'rabfatz an die Stiefelabsätze angeschuallt wird. Bei die,er Gelegen­heit nwcbieii rvir die Au,mertfamteit aller, die es angeht, aus das Ueberhaudnehineii des gerneingesül)rlicheu Unfugs lenken, überall besonders auch auf den Bürg'rsteigen Schleifen zu ziehen. Polizei und Publikum foLte hllrg.g.n unnachsichtlich einschrcilen.

In Amerika verstorbene Hessen. Frau Elisabeth Al e s s e r s ch m l d t, geb. Klingelhoier, au§ Weller bei Blarburg, 65 Jahre all, zu Baltimore. Konrad Freimann aus Rodhelm, 84 Jahre alt, zu Richmond, Tp., III.

Ein Ricsenkalb hat Metzger Henkel ge- schlachtet. EL halte 110 Pfund Schlachtgewicht und 170 Pfund Lebendgewicht.

4- Grosicn-Lin de n, 8. Ian. Morgen Abend findet das 25jä hrigc Bürgermctsler-Iubiläum des Land- tagSabgcordnelen Leun statt. Sämtliche Gemcmdevorstände, Korporationen und Vereine nehmen an der Feier teil, ivelche in der Turnhalle abgehatten wird. Auch die OrlSvoi- stände der Llachbargememden find emgeladen. Ter Iiidilai hat sich m feiner Amtszeit um unser Städtchen sehr verdient gemacht, ln feine Amtszeit fällt em reger Aufschwung der Gemeinde.

O Burkhardsfelden, 8. Ian. Eine neue Straße von hier nach Nie der-Bessingen ist im Bau begriffen. Die Strecke von hier bis zur Kreuzung der Strotze Hallenrod. Lich ist schon vollendet. Die neue Strotze ist für den Holz. tranSport aus den Wäldern um Hattenrod, Ellingshausen, ölieder-Bessingen und Lich nach dem Bistccker Tal mrd bis nach (Sieyen von hoher Bedeutung.

? Langd, 8. Ian. Ter Gemeinderat hat die Erbauung einer W ass e r le 1 tung beschlossen. Die Vorarbeiten sind vollendet, auch ist reichlich und gutes Wasser vorhanden. Mit der Ausarbeitung der Pläne ist die Kullurnispeltion Grestcn beauftragt worden und öie Arbeiten sollen un Früh- fahre zeitig begonnen werden. Die Einwohnerschaft erwartet iehnlichsl die Fertigstellung der Leitung.

C> Sc den bad), 7. Ian. Gestern abend fand in der Gastwirtichaft zur Rabenau zu Ehren de» unerwartet nach Mainz versetzten Pfarr Verwalters He derer eine Abschieds- feier statt, die Zeugnis ablcgle, welcher ansierordentlichen Be­liebtheit sich der junge Geistliche in den 4 Gemeinden des Kirchspiels erfreute. Der von uuserein früheren Pfuiiverwalicr Böctncr gegründete St 1 r d) e n d) 0 r trug unter Leitung des .Jesus meine Zuversicht' sehr eindructsvoll vor. Laun hu 1 Lehrer Volk eine längere AbschieeSrede, ui der er die Irene Wirksamkeit und die friedliebende Gesiunung des Scheidenden besonders hervorhob und ihm alles Gute m seiner neuen Stelle wünschte, daran die Hoffnung knüpfend, daß er auch

in der Ferne seine ihm ergebenen Gemeinden nicht vergessen mochte. Auch Lehrer Weber feierte den Herrn Pwrrer als Freund der Lehrer und reges Mitglied des Kirchenchors. Rach herzlichen Tankesworten deS Geistlichen für die große Ehrung und Unterstützung in seinem Amte, die ihm all­gemein entgegengebracht worden sei, trug der Kirchenchoc noch einige schöne geistliche und weltliche Lieder vor. Die Pausen füllte Lehrer Weber von Höingen durch Klavier- und Diolm- üorträge und Lehrer Bolt durch humoristische Deklamationen und Eezählnngen auS.

fc. Gedern, 8. Ian. Daß Gedern der Geburtsort des berühmten Generals v. Fransecky ist, daS ist bekannt, dasi aber Leuchten der Wisiens'chafl in dem .VuggelSbergk*. Städtchen das Licht der Welt erblickt, ist nur wenigen, kaum mer, bekannt. Am 17. Januar d. I. sind 160 Jahre ver­flossen, seitdem em hervorragender Rechtsgelehrter, Ioh. Ernst Friedrich Tanz, der Sohn deS 1780 hier gestorbenen Gräfl. Stolbergijchen KanzleidireltorS Friedrich Georg Danz, im sog. Prinzcfsiimenbau geboren wurde. Tanz, der von 178592 in Fürstlich Wiedschen Diensten in Neuwied gestanden, trat, iachdem ec einige Zeit in Glesien privatisiert, später in die Tlensle der Freren Stadt Frankiurt a. Dl., die ihn 1806 zum .'lppellationsgerichtsrat beförderte und ihm die Vertretung hrcr Interessen auf dem Wiener Kongreß anvertraute, wo er Die BundeSakle mit unterzeichnete. Als 1816 bie Bundestags- Versammlung in Franlsurt a. M. eröffnet wurde, nahm Danz .115 Frankfurterischer BundestagSgesandter an ihr teil, welche Funktion er biS 1832 versah. Er starb am 2. Januar 1838 m Franlsurt. Schriftstellerisch ist Tanz auch heroorgelreten. Zwei jüngere Brüder, Georg Jriednch, geboten 1768, ge­worben in Gießen 1793 als Professor der Medizin, der bahn- lechend auf dem Gebiete der Geburtshilfe gewesen, und lljilhelm Llugust Friedrich, geboren 1764, gestorben in Stutt- art 1803, em bedeutender Jurist, waren ebenfalls in Gedern jeboren.

Mainz, 8. Jan. Wie dasM. I." erfährt, hat der Derhastcte Joseph Ralle in der lUilersuchungshail auf Ver ailaffung der Staatsanwaltschaft seinen Lebenslauf und jic Einzelheiten seiner Tat mit größter Ausführlich teil stedergefchriebcn. In den imchsten Tagen wird der Ver- /astete voraus,ichtlich nach Gießen und vielleicht später .och einmal nach Heidelberg zur L>cobachtung veroracht. Als techtsbeistand steht ihm auf Ersuchen der Verwandten ^uftizrat Dr. Schmitt zur Seite.

W 0 r ms, 7. Jan. on dem ersten vollständigen Be- .riebsjahr der städtischen elektrischen Straßen- vahii betrug der fläo^jche Zuschuß nur 20 000 Mk. gegen vorgesehene -14 000 Mk. Die Straßenbahn beförderte 1380 000 Personen. Tie Staotverivaltung läßt zurzeit in größerem Umfange Arbeiten, die im Sommer zurullgestellt werden, als Rotstandsarbeiten ausfüyren.

Griesheim a. M., 8. Jan. Der BallonZieg- ler" ist heute bei der Füllung jortgcflogeiL Der Frank» inner Verein für Luf.sllnf,ai,r^ <a.ie urfpranglich |ür heute ,.1) eine Fahrt mit Wasserstoffgas von der Chemischen oabrit Griesi-eim Elektron aus beabsichtigt. Wegen des ungünstigen Wetters war die Absicht jedoch auf gegeben wor­den. Tnrch ein Mißverständnis am Telephon luurae demwch gestern abend mit der Füllung begonnen, die infolgedesfeii nicht in Gegenwart eines X>eaii|trauten des Vereins, sondern unter der Leitung eines Monteurs geschah, der bet der Luftschiffer Abteilung gedient haUe und für die Ballon- .ülliing in Aussicht genommen war. Ein krustig einsetzender Sturm riß den erst yalbgesnllten Ballon los und entführte chn in nordwestlicher yiiujUng. Tie Hit.smann,chast tonnte trotz großer Anstrengung den Ballon nicht halten. Ueber den Verbleib des Ballons fehlt zurzeit jede Nachricht.

-- Kinzenbach, 7. Ion, Die hiesige Dampf­ziegelei hat in diesen Tagen wieder ihren vollen Be­fried ausgetiommen. Es werden etwa 50 einheimische Ar- oeiter dort beschäftigt. Prolurist Ang. Muller gehört dem Unternehmen nunmehr 30 Jahre an. In den Raumen der alten Schule soll eine zweite Zigarrenfabrik eröffnet werden. Die Firma Daniel .idaas ist Dillenburg beschäftigt in ihrem hiesigen Betrieb 100 Arbeiter; sie hat eine welkere Fabrik m Offenbach bei Herborn eröffnet.

** Kleine Mitteilungen aus Lessen und den Nachbarstaaten. Der Bürgermeister von Zahmen, Hch. Beyer, tft in der hiesigen Nstuit geflorben. Er rouvbc 62 Jahre alt. Erschauen hal sich im Schlosigartcn zu Weil­burg das Lljahrige Dien fi in aöa>en Mlnm Miaus.

Lietzener Ltraftammcr.

Gießen, 8. Jan.

Freisprechung erzielte

der Maurer K. G. von Ruppertenrod, der vom Schöffen­gericht Grunberg wegen Diebstahls zu drei Tagen Gefängnis verurteilt ivorden war. Rach den Feststeltungen des Schössen- gcrichls hat.e ein Landwirt im Frühjahr lnO6 Schweine in einem Pferch aui dem Markt zu Ruvöerienrod ausgestellt, und da er die Säüvcine in einem Nachbarorte verkauft batte, und diese dorthin bringen mußte, den leeren Pferch aus dem Marktplätze vor dem Laufe des Angeklagten iurüdgciaffen. Bei feiner Rück­kunft war der Pfsrch vecfchwunden, und alle Rachforfchungcn nach ihm blieben ohne Erfolg. Aus einem späteren Markt sah der Eigentümer, dasi der P,erch von dem Angeklagten benutzt wurde, und auf Vorhalt gao er an: es sei seineczeu eine Frau in feiner Abivesenhett in sein Haus gekommen und habe gebeten, ihren LäMciuen, Die sie gekaust haoe, so lange Umerlunit zu gewahren, bis der Wagen anlomme uui die Tiere abzuholen. Ta es Regciuvener gewesen sei, wurde der Bitlc nachgekommen. Beim Abholen der Tiere fei der Pierch zurüllgeblieven, und da biet- Dura) der Platz versperrt war, habe er Den Pferch abgeschlagen und bciieitc gestellt _m der Annahme, der Eigentümer werde fich schon melden. Da sich aber niemand gen leidet hat, habe er den Pferch auf den Markt gebracht, um so dem Eigentümer Gelegenheit zu geben, wieder in den Besitz feine- Pierchcs zu kommen. Bon einem Ortsgespräch über das Berschwiirden des Pferches wolllc er nichts iviifen. Da die Frau, die in der Wohnung Des Angeklagten gewesen fein soll, nicht zu cimuiem war. Der Angeklagte auch von Dem Zurückbleiben Des Pserches niemand Mulcitung gemacht hat, sogar Der Gendarmerie, Die t-dnach forfduc, Dieses vor em hielt, nahm Das Sckwi senge richt an, der 'Jlngcllagtc Hape Den Piercy vom Marttptatze gestohlen unD uer» urtellte ibn wegen Diebstahls. Jnioige feiner Berufung fand eine ummngreiuie Beiveisau,nähme stall. Die Staa.sanwaltso»att hielt zum mindesten eine unterlch-lagung sür naäigewicfen und beantragte eine Geldstrafe von 25 Mk. Trotz iauverivu-geuder JnRzien e»nfd)ieD Die Straftammcr zugunsten des Ängcllagicn.

lluie roue Lai

verübten die T i e n fl f n e dj t e G G. und Hch. K. aus Dor- beim, «ie waren am Drillen Piing,l,cicr.ag nach:- in einer ^inidjajt mit einem ^^iveizer von Mmlnhaujec L'ji in einen oiliucu,lel geraten u.<j oecaulatz.en oen isiri, letzteren aus Dun Lotat zu eiUjcrneu andern,Mu; |i. hm sie Wiri,t^a,i nicot mehr befreien ivurocu. .tachdem D.e ^uitvcizer vor Die Sture g oraat >.or».en war in er Den Wag unu> Dem Hof ungetreuu uatic, ivutue er von u. uceiolgL RnpLS Gutes ahnend, üuriicaic er sich aus einem Rartoneiader, doch G. sand chn, fchlug und

trat chn mir den Füßen, daß er kaum noch in der Lage war, fid) amzurichten. Nun veranlaßre ihn G. mit ihm auf die Bürgermeisterei zu geben und nachdem er ihm sein Messer au5 Der Hosentasche genommen hatte, trafen sie K., dem G. müteiltc Der Sduveizer habe ihn mit bem Messer bedroht, er habe eS chm a^ctunnmeit und wolle mit ihm auf die Bürgermeisterei. Tarauf id:lugen beide Angeklagten auf den Verletzten ein und schleppten ihn in den Hoi des Bürgermeisters. Als dieser nicht aurmaebte, schleppten sie Den Verletzten an einen Bach und wuschen ihn ab. wobei sie ihn nochmals arg mißhandelten. Tann brachten sie ihn Dem Nachtwächter auf die Wachtstube, und G. gab an, der Verletzte habe chn mit feinem Diester verfolgt, er habe chm das- Mesi'er abgtnommcn und chn dafür schönvermöbelt". 2lm andern Tag wurde der Verletzte in das Friedberger Spillll ge­bracht, wo er vier Wochen bettlägerig war, um bann wegen einer bei der Mißhandlung erhaltenen Verletzung eines Auges Die hiesige Klinik auizusud>en. G., der sich an Den Mißhand­lungen am meisten beteiligt halle, wurde vom Schöffengericht wegen llörperoerleyung zu fechrs Monaten Gefängnis verurtellt, während fi. mit zwei 'JJiönaten durchtarn. Tie Angeklagten ver­folgten Berufung, indem sie dionvebr vorsdmtzten ipid Frei- fprcdsung bezw. Strafmttderung verlaugten. Es stand sedoch fest. Daß sie aus purer Rauflust Die Tat verübt haben. ES bestand für die Strafkammer kein Anlaß, eine Aenderung der Strafe cintreten zu lasten, zumal sesisteh:, daß der Verletzte zurzeit noch innerlich Schmerzen spürt, die von den MißhanDlungen herrühren. und auch eine Minderung der Sehkraft auf dem einen Auge eüi- getreteu ist. Tas Urteil mußte^ fonadi bestätigt werden.

Ruhestöruagea

verübten der Knecht W T. in Dorheim und der Taglöhner I. G. hier. Ersterer hat auf der Ortsstraße in Dorheun mit iiersicher Stimme geschrien, weshalb er einen Straibeiehl über 6 Mark Geldstrafe erhielt. Auf seinen Einspruch, Den er damit begründete, er sei angefaUcn worden und habe deshalb schreien muffen, erhöhte das Schöffengericht die Strafe auf 10 Mark, da sich dies als unwahr ernstes. Er versuchte es mit Berufung bei Der Strafkammer; da er aber auf Grund des Referats ein- fal), daß Die Sache sür ihn ungünstig steht, zog er es vor, feine Berufung zurückzunebmen.

G., Der manchmal abends einenschweren" nach Hause zu tragen hat, wobei er regelmäßig skondoliert, bat in seiner Woh­nung am Schistenbcrgcrtal Derart geschrien, daß cm Menschen- auf lauf entftanD und die Nochbarsdiott sich genötigt sah, einige Sdsutzleute l-erbcizuholen, um Die Frau, mit der er es zu tun hatte, aus ihrer schlimmen Loge zu befreien. Er bekam einen Strafbefehl über 10 Mark Geldstrafe^ dessen Einspruch vom Sdwifengericht zurückgewiesen wurde. 5eine Berufung begriutbetc Der Angeklagte Damit, er Hobe \tV$t schledsten Verdienst und könne Die GelDstraie nicht bezahlen; die Evenmalstrafe von sechs "Tagen zu verbüßen, sei nicht angängig, da sonst feine Familie mit fed» MinDcrn darben müßte Ta der Angeklagte aber Ruhestörung verübt hat und dies öfters vorkommt, was daraus heroorgehl, Daß ein Zeuge bekundet hat, die Bewohner des Schistcnbergerlals feien froh. Daß der Angeklagte von dort weggezogcn ist, bestand kein Anlaß, die Strafe hcradzusctzen.

<ficrid?uiaaL

s. T armstadt, 7. Jan. Tie Zivilkammer I ver­bandelte eine Klage des RechlsanwcttieS Schäler au« Brückenau in Bayern gegen Den Vertreter des Erbgraten Erae in u 6 z u Erbach-Erbach auf Zahlung von 4680,84 Mark. Rechisanivatt Schä'er bean|prud)t Diele Summe alb Auslagen für Resten und Honorar fiir Koisierenzen je Ter Beiklagie beiiriit Die Rechtsgülngkeu des Anspruches, erklärte sich jedoch bereit, 300 Diaxt als Erjaiz der Auslagen zu zahlen. Ta» Gericht schlägt vor, 500 Mark zu geben und damit bie Angelegenheit aus der Welt zu ichaffeu. Der Beklagte erklärte sich Damit eiiwecftauDen. Tic Anlioort des Klägers steht noch aus, da er bei Der Verhandlung nicht selbst aiuvejeuD war.

-I-Marburg, 8. Jan. Der 7 9 fShrige Hermann Wind aus Borken wurde heute von der Strafkammer wegen S i t t l 1 d> keitsverbrcchens, l>egongen an einem 10 johngeu Mäddxrn, jU 6 Monaten Gefängnis verurtellt. Der schon vielfach vor ueftrafle Metzgergeseile M efserfchmccd aus Gocha, der üt Biedenkopf eine Tamcmihr gestohlen Halle, wurde zu l/i Jahren Zuchthaus verurteilt

fc. Frankfurt a. M., 8. Jan. Bei dem M i l chhä n bl e r Josef Halb ig aus Petterweil, fireis Friedberg i. H., der täglich 600 Liter Milch aus der Lsielterau hierher liefert, ent- n-alym an zwei Tagen im vergangenen Lkw der die Polizei Miich- prvbcn. Tie Proben zeigten einen geringen Fettgehalt und starke Ueberitiedung". Tas hiesige Schöffengericht verurlellle beiuc Halbig wegen nststenllickier Nahrungsmillelfälschung zu einer Geld strafe von 300 Mark.

Weimar, 8. Jan. Ter S chr if t sl e l l e r Dr. W e r ns- Dorf ist wegen Beleidigung wenuarischer Justizbeamteu Durch die BroschüreBlau II ber Rachlatzakten' zu einem Jahre unD neun Monaten Geiängrn» verunellt worben. Die Trucker Seüert & Köstritz erhielten je 100 Mark Geldstrafe. Der Dialer Freitag wurde sreigefprochen.

Vie Entdeckung der Leiche der Leutnant; Zoertfch der nebst dem Leutnant Lümmel mit dem Ballon Her- gesell des Oberrheinischen Vereins für Lustschissahrt afif der Nordsee uulergmg, wird uns gemeldet Ein Telegramm sagt uns darüber:

Hamburg, 8. Jan. Ter in ber vergangenen Nacht von einer Fijchreifc nach Geestemünde zuruckkehrende TampferL r i 0 n" fischte am 6. Januar in der Norosec die Leiche des bei der B-allon-TauerVettfahrt verunglückten Leutnants F 0 e r t s ch auf. Tie stark in Verwesung über­gegangene Leiche wurde in dem Meer bestattet, nachdem aus den Vorgefundenen Ausweisen die Persäillichkeil un­zweifelhaft fe,tgeslcllt war.

Leutnant Foertsch Halle dem 136. Jnfanterie.Illgiment in Straßburg angehört, und war am 12. Oktober in Ge­meinschaft mit dem Leutnant .Hummel vom 9. Rhein. Hu- ,aren-Dlegiment 111 Bcr.ül au,ge,ll.gen. Ter Ballln "wurde neben einigen anderen in die Noro,ee g-trieden. Wahrend die andereii Ballons aber gerettet wurden, fand der Fisch DampferNaddod" drei Tage 1 ach der Aosahrt der Ballon^ die halbentleerte Hülle desHergesell" 100 Mellen oou Helgoland.

Das Lrdbcden in Süöitalien.

General Manza telegraphiert an den Ministerpräsideatkn Grolllii, daß es gelingen werde, alles Geld und die öffentlichen Bureaus aus den Trümmern von Reggio z u bergen. Die Eisenbahnverbindung zwr. scheu bicggio und Neapel werde binnen drei Tagen wieder hcrgeftellt sein.

.«ach F-eststeuung des Geologen Tr. Gravelitz in Jena bat sich die Ticie ber Meerenge von Messina burch bas Erdbeben um 500 Meier verringert

Bon den kanarischen Inseln wirb ein erneutes Erd­beben von beträchtlicher Heftigkeit gcmcloet. In der Ortfchast Agadtc stürzten zahlreiche »auscr ein. Tie Be­völkerung konnte sich rechlzei.ig retten.

Tas deutsche H i 1, s t 0 ni 11 c e hat bis jetzt etwa 300000 Man guammdt 2UUUJU Mari find dem chpten streu; ;ui B«-r 1: nuig gestellt worocn. Ter Reu ist an cas deutsche Gene - ralloniulat übetivufcn worden.

-1C y k *- - n dauerten Ivährenb der

ginz«il iacyt svre. Giuigc utaaube, Die noch nicht voll- a..Dig . r tL.r« rv^r.n, c.i.t^c.i n^u2 < « f««,ud.gangen. Tie ' an dcr Ejscnoahnll..ie werden

c«>f.g ivi:tgcl.yL ;.iuu) aus Brancaleons, üatau- i a 10 und P almi werden Erdbeben geweidet