Ausgabe 
9.1.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 7 Zweites Blatt

139. Jahrgang

Samstag 9. Januar 1909

Erscheint »Lgllch mtt Ausnahme des Sonntags.

DieStetzenn LamNiendlStter" werden dem t9lnactflcr* viermal wöchentlich beigelegt, das Krctsbkrti für den Kreis Gletzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- frage«" erscheinen monatlich zweimal.

Ketzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Rotationsdruck und Verlag der BrühNsche» Unwersttäts - Buch- und StembrudeveL R. Lange. (Ließen.

Redaktion, Ecvedition und Druckerei: Schuld ftraße 7. Exvedrtron und Berlag: e^&L. Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen.

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parlamcntarifd?cs aus Weisen

edjant Klingel Höffer zu Lrch; im Dekanat Lauterbach

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** Vom Großherzoglichen L>o fc. Prinz Lud' wig von Battenberg reiste nach derDarin,l. Ztg." gestern mittag 1 Uhr 4-1 Min. k i.bec nach England.

** eichstagscrsatzwahl Bingen - Alzey. Pfarrer o teil hat die ihm von der frcistnnlgen Partei angetragcne

Deutsches Ueich.

Bürgermeister (scyucting. Der Regierungspräsident Schlesivig hat fid> nun mit der Amtsniederlegung des Burger meilters Schüaing einverstanden erklärt.

Die Elektrizitätssteuer wird nicht zurück g e - 608 en! Unterstaatsjekrctär Twele erklärte, daß im Rcichsschatz- amt von einec^Zurückziehung der Elektrizitätssteuer-Vorlage nichts betonnt ist. Schade!

Protest gegen das Branntweinmonopol. Der Verein der GroUrestlllateurL Sachfens protestiert gegen das in Aussicht stehende Branntweinmonopol des Staates. (Line dieser titage in Leidig abgehaltene Versammlung bezeichnete den Entwurf als ^inannehmoar und beschloß, sich vollstzindig dem Vorgehen und den Vorschlägen d»es Vervanües .Deutscher Spiritus-Inte­ressenten anzuschließen.

Aus Stadt undaud.

(ließen, 9. Januar 1909.

Gedenket der hungernden Vögel!

** Tageskalender für Sonntag, 10. Jan. Stadt- t Heater. Rachmittags 3 Vs Uhr:Die Pfarrerin"; abends 7y2 Uhr:Vis früh um fünfe".

Ko nze r t v e r e i n. 2. ^.oiistcnabend: Das Berliner Lokal- Quartett. Abends 64^ Uhr in der Neuen Aula.

51 o l o s s e u m. Täglich Vorstellung.

K i n e m a t o g r a p y e n - h e a t e c. Pwgrammwcchscl.

Kaiser-Panorama. Pvogrammwechjel. Deutsche Nord- seebäder.

M ilitärkonzert der RegimenlSmusik auf der Liebigs- höhe. Anfang ö Uhr.

Konzert im Restaurant Metropol. Anfang 7 Uhr.

A-nlagemusik tuet günstiger Witterung) um 11 Vs Uhr in der Süd-Anlage. Spielpian: 1. Ouvertüre ^uSinibehn von ö^toiv; 2. Mein Traum, Walzer von Waldteufel; 3. Pot­purri a. d. Afrilarcise von Suppe; 4. Ärmeemarich Nr. 2üu von Voigt.

Zunächst sprach Prof. Dc. Nathusius M seinem Thema: Die Pferdezucht." Als Autorität auf dtescin Gebiete, mit reichen Erfahrungen zu Seite, schilderte er die Pferdezucht im Allgemeinen. Er konstatierte zunächst, daß die Pferdezucht in Deutschland durchaus nicht die Fortschritte gemacht hat, ime viele annehmen, sondern daß es mit ihr noch recht schwach bestellt ist, oa im Verhältnis zur Einwohnerzahl die Zahl der Pfecoe um 5 Prozent abgenommen hat. Die V^lfte unseres Pferdeoeoarsts beziehen wir bis heule noch durch das Ausland, wo alljährlich 20 Millionen Mark für Pferdematerial hanvandcrn. Redner wLerlegt die Airsicht vieler Pferdezüchter, die Pferdezucht sei unrentabel und führte als Grund an, daß die Züchter selbst an der Unrentabilität dieser Zucht schuld seien. Ter Grund fei darin zu suchen, daß Pferde gezüchtet werden, die für ihren Betrieb garnicht paffen. Bei der Pferdezucht würde vielfach der Z-eh.er gemacht, daß die Mutterstute in erster Linie als Arbeils.ier be­trachtet wird, und in zweiter Linie erst als Zuchttier; diis sei völlig zu verwerfen. In erster Linie Ijabe eine Muttccstute als Zuchttier zu gelten, unb in zweiter Linie erst soll sie zur Arbeit lerangezogen werden. Hierauf wurde das Trächtig- ouer Nicht- trachtigbleiben der Mutterstute mit treffenden Beweisen und Bci- ipiclen naher beleuchtet und angeführt, daß die zahlreich zu be- km-getlden Mißerfolge vielfach durch b^e Züchter selvst veifchuldct feien. Ter Referent Baut nun auf die Hcngsthaltungen zu sprechen, behandelte unb verglich die Haltungen der Staaisgeslliten und Genossenscl-asterr. Auch die Fütterung befprach er ausfuhriicl) unb er empfahl besonders, von der frühesten Jugend an bis zum 1. und 1 Vs Jahren nicht mit dem Futter zu sparen, denn bomn tterbc das Fundament für die spätere Leistungsfähigkeit des Tieres gelegt. DaS belgische Pferd ist ein guter Futtecverwertcr und anspiuchsloser Fresser gegenüber den Luxuspjeroen Norddeutsch wnds. Zuletzt nun kam Herr Professor T-r. van Nathusius aus die Bedeutung der Weide, für die Pferdezucht zu spreck-ru unb erläuterte nut schlagendelt Beivcifen, w.e unbedingt notwendig gerade die Weive für die Zucht des Pferdes ist. Die iiueresjanteii unb äußerst lehrreichen Ausführungen dieses ersahrenen pnch mannes aus dem Gebiete der Pferdezucht fanden außerordentlichen Beifall.

Aber auch nicht minder wurden die Ausführungen des zweiten Referenten des Tagcs, Prof. Dr. Gisevius begrüßt, der das Thema behandelte:Die neuzeitlichen Grund f ätze für eine erfolgreiche Bvdenbearbeitun g.^ Durch rech! praktische und einfache, dabei aber doch sehr überzeugeltden Erperll menten belegte nun der Referent seine ganzen Ausführungen. Zunächst wurde die Bo de n b e s cha f s e n h e i t in Bezug auf feine Zusammensetzung erklärt und besonders auf die Wichtigkeit der sogenannten Schiammteilchen hingewiesen. Es folgten bann längere Ausführungen im Vereine mit praktischen Vorführungen über den Wert des Wassers im Boden für die Pflanzen. Ta die Pflanzen keine Kauwerkzeuge wie Mensch und Tier bi- fitzen, um ihre 9iahrung zur Aufnahme ovrzuoereilen, so müssest die Pflanzen dieselbe im Boden in einer gelbsten Form vor- finden, diese Lösultg wird durch das Was.er bewirft. Auch für Oie Gare des Bodens ist vas Wasser von großer Jc^-utung. Aver auch die Luft steht im Dienste der Pflanzenernährung,- da sic den für das Gedeihen der Pflanze so wichtigen Stiastoff in reichem Maße enthält, den wir uns durch den Anbau von Grirn- büngungsljlanzen aus dec Lust holen können. Auch der Sauer- iboff dec Lust ist zu gewissen Vorgängen im Loden unbedingt notwendig. In driiter Linie behandelte yiebner die Bakterien als sehr wichtige Bestandteile des Bodens; ging dann weiter au oie wasserfassende Kraft de§ Bodens ein. Es folgte nun Oie Besprechung der mechanischen Bodenbearbeitung mit Pflug, Egge, Walze, Grubber etc. und wurde auch dieses mehr praktische Gebiet recht ausführlich und verständlich behandelt.

In der naclMittags erfolgten Diskussion, die unter Leitung Oes stellv. Vorsitzenden der Landwirtschastskammer, Landtagsabg. Bahr stattsand, erhielt das Wort zuerst Neichstagsabg. Köhler der über die Bedeutung der Fortbildungsschulen Mitteilung machte. Tie beiden Referenten, Professor Dr. v. Nathusius und Pro­fessor Dr. Gisevius wurden stark in Anspruch genommen durch den Eingang sehr zahlreicher Fragen. Besonders stark dis­kutiert wurde über die Farben frage dec Pferde und die Schaffung von Unterorganen des Landespfecdezuchtvereins in Gestalt von

beamter angesl .

über die Abschnitte Bergbau, Verkehr, Handel und Gewerbe knüpften sich längere Erörterungen. So tarn bei den ge­werblichen Unterrrchtsanstalten, für die die Ausgabe 246 100 Mark beträgt, der schon oft geäußerte Wunsch der Geist­lichkeit zur Sprache, den Unterctcht der Fortbildungsschulen vorn Sonntag auf die Wochentage zu verleget:. Im Aus schuß wurde jedoch gegen oteses Verlangen heftiger Wider> fpcuch erhoben, da besonders die ländlichen Schuler nach der Lage der Verhältnisse nur an den Somttagen die nötige freie Zert für den Besuch des Unterrichts zur Verfügung Hüttern Abg. Ulrich hatte vorzugsweise über Kapitel Za, Brauntohtenwerk Lud w i gS h o n u n g, sowte über Lapttel 8, Salute, Badeanstalt und Tiesbauanrt Bad-Nau­heim unb Badeanstalt Bad-Salzhausen zu referieren. Die Gesanttfumnte für Bctd-Nouheim stellt sich in Einnahme auf 1368000 Ml. unb in Ausgabe auf 1237 337 Mll, für Bad-Salzhausen Einnahme 21412 Mk., Ausgabe 62075 Mk Wahrend sich Bad-Nauheim auch nach ben großen Erweite­rungsbauten resp. neuen Badehäuseranlageu fortgesetzt in erfreulicher Entwicklung befindet und immer mehr steigende Ueberschusse erwarten läßt, bleibt die Situation in Bad- Salzhaujen vorerst unsicher, da die dort seit längerer Zeit erfolgenden Bohrungen noch lein befriedigendes Resultat ergeben haben. Die Bohrungen sind jetzt auf 645 Meter Tiefe bei 40 Grad Wärme angelangt, aber noch nicht zunr Abschluß gelangt. Da die einz-elnen EtatsiapAel im neuen Budget nur geringe oder gar keine Veränderungen gegen bas Vorjahr aufweisen, war es möglich, die gemeinsame Besprechung Über sämtliche Positionen der beiden genannten Referenten heute zum Mschluß zu bringen. Die Beratungen des Ausschusses werden am nächsten Dienstag fortgesetzt.

Obcipfarrcr Sei) mibt zu Schlitz u. Pfarrer Tür-k zu Frisch- vorn; nn Dekanat Wtööa Pfarrer Fischer zu EtchelSdors and Pfarrer Hildebrand zu Echzell; im Dekanat Rodheim Pfarrer Orth zu Rieder-Wöllstadt und Pfarrer Vetter zu SUcin-Siatben; un Dekanat Schotten Pfarrer Münch zu Schotten und Pfarrer Volp zu Laubach.

* * S p a n i i ch e r .ü o n , u l. v.uf Grund Entschließung S. K. H. des Großherzogs ist dem zum Honorar-Vize- tonsnl für Spanien in Mainz ernannten Jules Beaury das Exequatur erteilt worden.

Stadttheater. Die neue Posse ,Bi8 früh um fünfe*, die morgen abend zum nftenmale hier gegeben wird, nt besonders durch Paul Lmke's Üttustk bekaunt geworden, von der verschtedcne 9lummern, wie ine »Gavotte* und »Bis früh um fünfe* bereits populär geworden sind. Tie Musik wird von der Kapelle deL hiesigen JnfaMerie - Regiments gestellt.

* * Konzert-Verein. Sonntag, 10. Januar. Das Berliner Vo tal-Quartet l. Zu den besten der sich tu den letzten Jahren zufatamengefchlossenen zkünstler-- gruppen, soweit es sich um Gesangsvereinrgungen handelt, zahlt unstreitig das Berliner Volal-Quartett. Von den hwrztl' gehörenden 2 Damen m.'d 2 Herren ist wohl der Mehrzahl unserer Leser nur Fräulein Le-ydhecker persön^ lrch betannt Da sich aber '.ie so hervorragende Sängerin nur mit gleichwertigen Künstlern verbinden tann, so ist diese Tatsache eine vollwertigere Empfehlung für die Mit- mirlenden, als ein Schwall von schönen Worten. Das Pro­gramm ist ein durchaus künstlerisches einheitliches, aber dabei trotzdem sehr abwechslungsreich; daß hierbei Altmeister Braljms neben Mozart, Schumann, Bennet und Haßler an erster Stelle steht, muß feder mit Freude begrüßen.

* Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstaltet ihren 5. und sür diesen Winter letzten Vortrag am Donnerstag, 21. Jan., abends 87* Uhr. Herr Dr. Gg. Wegener aus Berlin wird über das Thema sprechen: Auf unbetretenen Pfaden in China." (Mtt Licht- bilbern.)

* Oberhess. Gesellschaft für 9latur> und Heilkunde, narurivrssenschastliche Abteilung. Am Donnerstag, 14. Januar, wird Professor Dr. Larl Fromme einen Vortragüber den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse von der Sonne" halten. Zahlreiche Lichtbilder werden die Worte des Vortragenden anschaulich machen. Da die bisher abgehaltenen allgemeinverständ­lichen Vorträge sich eines sehr guten Besuches erfreuten, darf die Hosfnung berechtigt erscheinen, auch diesem Vorträge werde allgemeiner Zuspruch zuteil werden. Er findet in der alten Aula der Universität statt.

Kunst verein. Die gegenwärtige Ausstellung, die sich immer noch eines regen Besuches zu erfreuen hat, ver­bleibt noch loeileie 8 Tage ausgestellt. Von Älontag den 18. d. Mts. ab wird dann em vollständiger Wechsel dec Gemälde oorgenommen.

** Oeffentliche Versammlung. Tas Deutsch­tum im Auslande, seine Geschichte und seine jetzige Lage, ins- besondere im slawischen Osten, wird in einer öffentlichen Versammlung nächsten Mittwoch abend im großen Saale von Steins Garten besprochen werden. Zwei angesehene Redner haben sich in überaus dankenswerter Weise dazu bereit gesunden. Der Vertreter der neueren Geschichte an der hiefigen Universität, Herr Professor Nach fahl, wird die Frage behandeln, wie der deutsche Osten und Oesterreich deutsch geworden sind, der bekannte Forfchungsreisende uno begeisterte Anwalt des Deutsch­tums, Herr Geheimrat Theobald Fischer aus Mar­burg, über die gegenwärtige Lage des Deutsch­tums in Oesterreich fpreajen. Die jüngsten Prager

9L v. Darm st ad t, 8. Jan. Der Finanzaus­schuß der Zweiten Kammer hat gestern und heute feine Etatsberatungen eifrig weiter gefordert. Nachdem gestern die Ausschußmitglieder unter sich eine allgemeine Erörterung über die Etatscapitel abgehalten hatten, über die die Avgg. Dr. Osann und Ulrich das Referat zu erstatten haben, erfolgte heute eine gemeinsame Beratung über dieselben Kapitel mit der Negierung, für die Staats­minister Dr. Ewald, Finanzminister Dr. Gnauth und Mi­nister Dr. Broun, sowie die Geheimräte Milbrand, Best unb Weber und die Ministerialräte Dr. Usinger und Süsfert erschienen waren. Abg. Dr. Osann referierte zuerst über die üopitel 2329 des Ministeriums des Innern, Zentral Verwaltung; hier wurden keinerlei Anstänoe erhoben. Die persönlichen unb sachlichen Ausgaben für das Ministerium inb von 283 260 Mk. im Vorjahr auf 290 770 Mk. ge- tiegen; zur Bewältigung der Arbeitslast soll ein neuer sechster) Mmisterialrevisor unb ein vierter Buchhaltungs beamter angestellt werben. An das Referat Dr. Osanns

Bezirks-, Kreis- und Provinzialpferdezuchtvereinen. An diesem, äußerst interessanten Meinungsaustausch beteiligten sich Lber- landstallmeister v. W i l l i ch , Landtagsabg. K o r e l l, Beigeord­neter Eifer und Oekonomierat Fritsch. Der Neserent gab daraus, gestützt auf reiche Kenntnisse und Erfahrungen, ferne immer mit großem Beifall aufgenommenen Antworten. Nach Beendigung der Diskussion des ersten Themas ersuchte der Bor- jitzende die Anwesenden zum Dank für die schönen und lehrreichen Ausführungen des Referenten am. heutigen Tage, sich von den Sitzen zu erheben, was geschah. Auch der zweite Referent, Pro- fefsor Dr. Gisevius, hatte feine leichte Aufgabe, denn auch er hatte eine Menge Fragen zu beantworten, die gleichfalls ver- ichiedentlich diskutiert wurden. Er gab viele auf seine, auf reichen praktischen Erfahrungen gestützte Ratschläge.

Die sämtlichen Verhandlungen dieser vier Tage haben ge­zeigt, welch großes Interesse und welche Sympathien dieser, von der Landwirtschastskammer alljährlich abwechsemd in verschiedenen Städten Hessens abgehaltene Vortragskursus bei den Landwirten gefunden hat. Der Vortragskursus hat den Landwirten Wege gezeigt, die bei richtiger Anwendung dem landwirtschaftlichen Be- mfe nur zum größten Segen gereichen Lmieu. Mochte nun diese geistige Anregung dieser Kurse von recht nachhaltigen Ein­flüssen fein und unserer gesamten hessischen Landwirtschaft zum Nutzen gereichen.

Vorgänge haben in erschreckender Weise gezeigt, was tschechische Anmaßung sich herausnimmt. Gerade die Be­wohner einer Uniücr)^ftabt muß solche Heraus.orderung zur Unterdrückung deutscher Bildung, Sprache und Sitte im innersten empören, und die Zahl und Macht der Gegner, nicht nur in Oesterreich, ist vielfach im Steigen begriffen. Der Verein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslände (Allgemeiner deutscher Schulverein) hat die Sicherung unseres nationalen Kulturvejitzes und mit ihm unserer politischen unb wirtschaftlichen Stellung in der Welt zur Ausgabe: in jetzt 2«jähriger Tätigkeit hat er an seinem gropen Ziele erfolgreich gearbeitet. In einer von der hie- ligen Or.sgrttppe dieses Vereine veranstalteten Besprechung, in der Angehörige aller politischen Parteien und Gesell-- schaststreife zahlreich anwesend waren, wurde beschlossen, durch eine allgemeine Versammlung alle deutsch gesinnten jLiei|c unserer Stadt, Männer und Frauen, für un(ere ge- iäl}roeten Voltsgenv.sen zu erwärmen uno zur Mitarbeit an dem großen nationalen Werre aufzurafen. Sicherlich werden tue Freunde der deutschen Saa)e recijt zahlreich zu öiCjer Kundgebung sich zusammen,inden. Die Veranstaltung beginnt püurtlich um 81/4 Uhr.

* Volksunter ha ItungSabend. Der vom Evang. Arbeiterverein geplante VolksunterhaltmlgSabcnd, bei dem das Soziale Schauspiel in 4 Akten; ,Dte Söhnc^

Ausland.

Neue Demonstrant, m Prag. Allem Anscheinc nach wird es dm morgigen Sonntag in Prag zu neuen Demon­strationen Iber Tschechen gegen die Deutschen kommen. Bei der Post wurden bereits Telegramme beschlagnahmt aus Belgrad an die nationalsozialistifche Jugendorganisation, welche Geldfen­dungen für die Prager Demonstranten ankündigten. Am Sonntag vormittag sind neue Ruhestörungen angesagt. 1500 Gendarm er. wurden in Prag zusammengezogen.

Friedenskonferenz. An der gestrigen Sitzung dcs Exekulivkomickes der interparlamentartschen Friedensronfercnz i>. Brüssel nahm für Deutschland der Reichstagsabgeordnete Eillho,! teil. Im Nächsten Jahre findet die Sitzung in Brüssel statt al-> Sitz beS neugeschaffenen Bureaus.

Der österreichische Botschafter in St. Petersburg Graf Bernhold wird vorläufig nicht nach Petersburg zuruckiehren.

Blutige Kämpfe. In Mossul (asiatische Türkei) ist es Morschen Vork und sJJlilitac zu blutigen Kämpfen gekommen. Es waren 30 Tote und 40 Verwundete zu verzeichnen.

Anarchie in Persien. Wie der Perersourger Tcle- Srapl)eii-Agentur über .Dshulfa aus Täbris gemeloet wirb, hat Satlac Khan die Kv n s i s k a t i 0 n d e r dem Schah gehörenden Besitzungen inAserbeidshan angeordnet.

Präsident Roosevelt veschutdigr den Serrator Tilman, der Beleickgung an Landschwindeleien. Die Spannung zwi>ckMl dem Präsidenten und dem Kongreß wird immer größer.

Dortragstur|us für prattifche £anöroirte m Gießen.

Auch yer Dritte <Aig ra^e u^n ZkurfustLiutehmern sehr vie^e und neue Anregungen. Geh. Negierungsrat Prvfefior Dr. Wer­ner-Berlin sprach zuerst über:Die Buchführung als Grundlage für die Betriebseinrichtung". In ca. 1^2 stündiger, sehr interessanten und lehrreichen Ausführungen wies Redner an dec Hand tricler Beispiele aus dem praktiscl-en Leben auf. die Üiotlvendigkeit der Buchführung im landwirtschaftlichen Betriebe hin.

Hieran, luurben unter Führung des Schlachlhvsdirektors Modde die sämtlichen Anlagen und Einrichtungen des Gießener Schlacht Hofes befiajligt. Es wurden unter anberen die ver­schiedenen Schnrchtmethoüen gezeigt, tvooei be,onderS oas Sck>üchten dec Teere, weit Tierquälerei, sehr mißbilligt wurde.

Bei dec DiStuuwn am ^iawmitmge uvautnwtiete der Referent des Vormatagsv^rt.rages ausführlich vie ihm vorgelegten F-ragen.

Nach biefer Dismision wurve, auf Eilckadnng ms Proieiiors Dr. Gisevius, das.landw. Institut veiicht^gt, des,en Ein­richtung uno Leistungen allgemein anerkannt tourueit. ^Hieruoer wurde schon berichtet.)

Ter 4. uno le^te Tag des Vortragskursus für praktisck-e Landwirte in Gießen war augerornentiici) zahlreich besuckst von Larrdwirten ans Ooerlstsferi, Starkenourg, Rheinhessen uno Bat-ern. Wohl gegen 300 Hörer lauschten den fpatmenben Ausfuhruirgen der beiden heutigen Referenten.

Kandidatur abgcll'hnt. Als nationallibcraler Kandidat wird neuerdings Brngcrlneister Wolf m Albig genannt, der zweite Vorsitzende des Bundes der Landwirte für Rheinhessen.

* Dekanatswahlen. S. K. H. der Groß Herzog hat die durch die evang. Dekanate des Landes vorgenommenen W<ahlen der Tekane und rhrer Stellvertreter bestätigt. In Oberseiten wurden gewählt: Im Dekanat Gießen Pfarrer 2 track zu Lcil>gcslern als Dekan und Pfarrer Glück zu Heuchelhenn als Stellvertreter des Telaus; im Dekanat Als­feld Pfarrer Sauerwern zu Lllsfeld und Pfarrer Drei en- b ach zu'Eudorf; im Dekanat Büdingen Krrchenrat Ellen­berger zu Orlenbcrg und Pfarrer Büchner zu Selters; un Dekanat Butzbach Kirchenrat Schrrmp s zu Butzbach und Pfarrer Wahl zu Beienherm; un Dekanat Grünberg Pfarrer Wagner zu Grüuberg und Pfarrer Georgi zu Ermenrod; un Dekanat Hungen Pfarrer Harner zu Hrrngen und Stifts-