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Wien, 9. Jan. Der Krainer Landtag wurde gestern mit großen Lärmszenen eröffnet. Die Slowenen überhäuften: den Laiwespräiioenten Baron Schwarz wegen der blutigen Lai'- bacher Exzeise im November v. I. mit Schimpfnamen, wie Mörder, Lump usw. Ein Abgeordneter vielt ihm eine blutige Manschette, vor mit dem Ruf: „Das ist das Blut Ihrer Opfer." Der Lärm! dauerte während der ganzen Erüfsnungsszene fort, bis schließlich der Vorsitzende die Sitzung unterbrach.
Stockholm, 9. Jan. Sven He bin erklärte gegenüber/ dem Vertreter des „Svenska Telegrambyran" in Moskau, er glaube in Tibet bemerkt zu haben, daß die Stellung Englands dort seit der Thassaexpedition bedeutend ungünstiger sei., Tie Tibetaner, besonders die Geistlichen, seien den Engländern,' feindlich gesinnt, während anderseits der chmesische Einfluß wachse.
Newpork, 9. Jan. Der Kongreß beginnt den Kampfs gegen den Präsidenten Roosevelt. Der Senat beschloß eine Untersuchung darüber, weshalb der Präsident die Verschmelzung des Stahltrustes mit der Tennessee-Company erlaubte., Tas 5)aus verweigerte die Annahme von Botschaften, die nicht in achtungsvollem Tone gehalten sind. Die weitere Entwickelung der Tinge wird mit Spannunng erwartet.
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Die seit dem 1. Juli 1877 erscheinenden Patentschriften über die vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin erteilten Patente, beginnend mit Nummer 1, können bei der Bibliothel der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe, Darmstadt, Neckar- straße 3. wochentägltch von 10—12'/, und 3—5*/, Uhi ^Samstag-Mittag ausgenommen) von jedermann unentgeltlich eingesehen werden.
Darmstadt, int Januar 1909.
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Tie Rettnngsarbetten nehmen ihren ^rtgang. Soldaten zogen gestern eine junge Mutter mit zwei Kindern aus den Trümmern hervor. Alle drei waren am Leben und gesund. In den 9tuinen der Danca Jtaliana entstand ein Brand, der aber bald gelöscht werden Tßnutc.
Ter Tamvfer Bayern des Norddeutschen Lloyd fuhr gestern früh von Civitavecchia mit dem amerikanischen Botschafter und der amerikanischen Hilfs-Expedition nach Messina. ___________________________________________
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Jede Parzelle stößt auf die Frankfurter Straße. Das Ganze liegt in schönster Lage Gießens.
Gießen, den 7. Dezember 1908.
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befahl seinem deutschen BaghtschewaN, er möge sich beS unter einer Regierung üblichen Fezes bedienen, der sich von der Form des anderen für den Kenner wahrscheinlich wesentlich, für den Uneingeweihten aber kaum wirklich unterscheidet. Aber Vater Wentzel kümmerte sich um den hohen Wunsch wenm, er trug seinen alten Fez nach wie vor ruhig weiter, bis der Sultan schließlich nachgab und den schnurrigen Deutsck)en, der seinem Willen zu trotzen wagte, ruhig gewächren ließ. Jedes zweite Jahr trieb das Heimweh den alten einsamen Ncann in das ferne Pommernland unb von dort wieder zurück in den Orient zu seinen geliebten Plantagen. Aber in der Heimat hoffte er zu sterben und in deutscher Erde zu ruhen. Beide Wünsck>e sind ihm nun, wie so viele andere im Leben unerfüllt geblieben.
meine TagcSchrontL.
Während eine (Seriditstommiiiion m Prag und dem benach» barten One Ra de sch ow itz wegen eines vorgestern dort verübten Ltlstmordes eine BeiichUgunfl voruahm, wurden in demjelben Orte zwei Heine Kinder auf ähnliche Weile ermordet.
Die H u u g e r s n ot in einigen Provinzen Anatoliens nimmt bedeukUcke Ttmensionen an.
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* Ein Konstantinopeler Original. Man schreibt der Boss. Ztg. ans Mnstantinopel: Am Weihnachtstaye starb in seinem 81. Lebensjahre der kgl. Gartenbaudirektor Fritz Wentzel. Der Berschiedene, der gleichzeitig auch Baghtschewan .Gärtner) des Sultans war, gehörte zu jenen Originalen, die immer seltener werden, und die man nicht vergessen kann, wenn man ihnen einmal begegnet ist. Als ich den guten Alten vvr einigen Jahren auf einer Bosporusfahrt kennen lernte, fiel er mir zuerst durch die Eigenart seiner Kleidung aut. Ich hätte ihn viel djer für einen pensionierten ehrwürdigen Rästberhäuptling gehalten, der durch Lange Tatenlos igleit in etivas derangierte Toilettenverhältnisse gelommen war, als für den biederen kernigen Pommern, dessen größte Freude es war, verzweifelten Landsleuten, die sich in dem bunten Völkergetümmel und dem orientalischen Sprachengewirr nicht zurecht finden konnten, mit Rat und Tat beizustehetu Eine unwandelbare deutsche Gesinnung und eine weitgehende Hilfsbereitschaft, die and), nach Atöglichlcit. ausgenutzt wurde, waren die Grundzüge seines Chaxatters. Er selbst gönnte sich cistteßltch kaum .ch das tägliche Brot und lebte rote ein echter So.werling in einer ^chst primitiven Behausung inmitten seiner Gärten, die er bis zuletzt beaufsichtigte. Wentzel stammte aus Schrevetvein und war ein Jugendgesviele Virchows. Sie waren Nachbarskinder, aber der ältere und stärkere Rudolph behandelte den kleinen Fritz nickst gerade -örtlich, sondern „verkeilte" ihn, wie dieser oft und gern erzählte, ganz tüchtig, wenn er ihm nicht den Willen tat. 9cach Konstantüioepl war Wentzel vor etwa 50 Jahren, nach den be- mfceten Krimkriegen, als ehrbarer Färbergejelle gekommen. Das Schicksal ließ chn aber seinem Gewerbe untreu werden und führte ihn in das Haus des damaligen Gartenbaudirektors, als Erzieher von dessen Kindern. In dieser Zeit erwachte seine Liede ;,ur Gartenbaukunst, in der er sich in seinen Freistunden unterweisen ließ, bis er sich schließlich als selbständiger Gärtner bei yiüufLantiitopel niederließ. Jahrzehnte hindurch verwaltete er daneben den Bvtschaftsgarten, snoie einen Teil der dem Sultan gehörenden Gärtnereien im Dildiz Kiosk. Sein größter Stolz war, mir er anlälftich des Kaiseroesuches im Jahre 1898 einen preußischen Orden und den Titel eines königt. preuß-isck^en Gartenbau- direkwrs erhielu Zu seiner Freude wurde es ihm vom Kaiser auch nickst verübelt, daß er als Angestellter des Sultans den Fez trug. Dieser Fez hatte im Leben Wentzels schon eine große Rolle gespielt und ihm beinahe die allerhöchste Ungnade des Sultans zugezogen. Er hatte cs sich nämlich in den Kopf gesetzt, dem Fez alten Stils, den man zu der Zeit getragen hatte, als der Vater des gegenwärtigen 5)errsck)ers am 9iuöer war,
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