Ausgabe 
6.7.1909 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

tetr, den Grundsätzen der Sefbuocrivaltung und der Notwendig-- feit ausreichender i ozialer ,"vünorgc nickt völlig gerecht rrerben. Ter 'Sarteitag rriucht daher alle Crtsocrcinc der Partei, der Reichs- hmi(i?crung5oronuTiq ihr lebhaftes 3nteraic imurornbcn und enk- fprcdienoe Beschlüsse der Parteileitung zu übermitteln.

Zr nächst - Parteitag soll sich u. a mit der Agrarfrage beschäftigen. Mit Tankcewortcn für die sichere Leitung brr Per Handlungen durch den Äbg. Schrader fand oct Parteitag fein (htoc.

»

Don besonderer Seite wird uns geschrieben:

Aui dem Delcglcrtcntag wurde bei der Diskussion über die nol'.li'ck Lage auch Dessen berührt. Di. Strecker teilte üb' Bifncdiguilg Naumanns, daß der Riß, der dm Block ge'valtrn i', rechts von den Rational iberalen entstanden iet, rooburta Di ie jetzt einmütig mit dem übrigen bürgerlichen Liberalismus gegen die Reaktion ständen. Umso charakteristischer und beoauer reb-.r sei die Situation in Hessen, wo der Ritz durch die Nationen - iib-ralen selbst mitten hindurch gegangen sei. Während sich die Abgeordneten Osann und Haas für btc Erbanfallsteuer ausg.- 'orocki!i hätten, wiise man von Criola und Hehl, daß iic keine (irclmbe davon seien. Falls sich die letzteren der Hofinung hin gaben. Durch möglichstes Zuruckhalten ihren Wählern gegenüber di ie Stellungnahme zu verschleiern, und ne bis zur nächsten Wahl öerge -en zu machen, io werde sich diese Rechnung sicher als salich erweisen. (5s iet eine ernste jcit, in der man feine Halben und Mxanten brauchen könne Wenn diese Herren selbst nicht io viel politisches Änstandsgesühl haben sollten, 'ick nun endlich als oas zu bekennen, was sie find, - nämlich konservativ, oder dock nnnbctcn-j ireikonservativ so würde jetzt wohl unter den Wählern allen Anzeichen nach die richtige Erkenntnis oieier Tatsache wach Tiefe Gründung einer konservativen Gr ppc in Hessen, iür die es auch außer den genannten Herren als Führern nicht an (Elementen Z. B. bei den großen Grundbesitzern, bei den positiven Geistlichen, Irt den hohen Beamten usw.l fehle, würde für das voliti'chc Leben in Helfen mit Freude zu begrüßen sein, weil das zur Gc'undung im Sinne der Klarheit uiid Ehrlichkeit beitragen würde. Bei der Ausscheidung bcu konservativen Elemente würde der Natwnal- l'betalismus auch in Hessen manchem liberal denkenden Mann wieder brauchbar erscheinen, dem man es heutzutage wahrlich nicht verargen könne, wenn er den Liberalismus derer um Hehl und 'rtola nickt ganz zureichend fände. Für die Zukunft unseres Vaterlandes fei cs geradezu Bedürfnis, daß zwischen den Extremen zur Rechten und zur Linken eine starke wirklich liberale Mittel- vartri stünde, zu der sich die Freisinnigen mit den noch wahrhaft liüerah ii Nationalliberalen sehr wohl einmal zusammenfinden könn­ten und müßten.

politische Tagesschau.

Reichssmauzreform und Kanzlerwechsel.

öeflemiber der Meldung, daß die Frage der Rach- folgcschaft des Fürsten Bülow bereits entschieden sei, kann das Berliner Tageblatt mitleiien, daß zuin min­desten bis borgestern abend eine Entscheidung noch nidjl getroffen war. Die größten Chancen scheint nach wie vor der offizielle Kandidat, Herr von B c t h m a n n -/H o l l weg, zu haben, für den man auch in den Kreisen des Bundesrats cintritt. Für Herrn von Rheinbabcn ist von anderer Seite auch stark gearbeitet worden, aber vermut- Ml, ohne Erfolg. Die Ernennung dieses reaktionären Ministers zum Reichskanzler würde Nichts anderes bedeuten als den absoluten Triumph des preußischen Junkertums. Graf Wedel beharrt bisher auf seiner Weigerung.

In parlamentarischen Kreisen wird als Nachfolger des in absehbarer Zeit seinen Posten zerlassenden StaatS- sclretars Sydow D c r n b u r g genannt.

Bei der Bundesratssitzung, die heute vormittag in An- Wesenheit der eiuzelslaatiichen Finanzminister im Reichs- tagsgebäude stattfindct, nehmen auch alle Kommissare teil, die im Bundesrats-Äusschuß bei den Beratungen der Finanzrcform beteiligt waren. Wie verlautet, liegt es in der Absicht der verbündeten Regierungen, zum Ersatz für die vonl Reichstage in zweiter Lesung bereits angenom-« uienc Kolicrungssteucr eine E 0 upvnsteuer vorzu- jchlagcn. Außerdem steht heute noch ein anderer Steuer- plan zur Beratung, der einstweilen noch geheim gehalten wird. An die Beratung des Bundesrats dürften jidi als­bald die Verhandlungen mit den Führern der neuen Mehr heit des Reichstages anschließen.

Die Führer Der freisinnigen Fraktionsgc- mcinlchaft sind übercingekommen, daß gegen das Zu­standekommen der Reiches iuauzresorm L-bstruklion nicht angewcudet werden soll.

*

Die freisinnige Einigung.

Die freisinnigen Versammlungen oabt n fidr am Sonntag mit der Frage ihrer Bereinigung, ihrer Verschmelzung, be- schästigl. Wenn diese Verschmelzung eintreten soll,' muß I12 nicht nur die Freisinnige Volkspartei und die Frei­sinnige Vereinigung, sondern auch die Süddeutsche Volks- Partei umfassen, tb Die Voraussetzungen für die Fusion bereits uorbanben, inwieweit Bedingungen für die Ver­schmelzung mit begründeter Aussicht, daß sic dauerhafter wird, als die vom 3. März 1884, zu schaffen sind, werden Vertreter der einzelnen Gruppen in näd)|tcr Zeit ge^ n i.ssenhaft m gcmeinsame r Arbeit prüfen. Zu diesen Beratungen find bestimmt die Lbgg. Ar. Wiemer, Tr. Müller- Meiningen, Payer und Schrader.

Ausland.

Die der Pforte, zu uöerreichenDe Note der vier Sckutz- mäckte Kretas ist berüs vorbereitet wt? den Rnbniettm zur <Genehmigung unterbreitet worden Die Mäckte erklären m fcieicr Note, daß über drs deiinitiv' Regime der Insel ;u en gemessener Zeit verhanbNr mrO Soll! n die dreier Unmhen provozieren, würden die Mächte die notwendigen Maßnahmen treffen.

Ertviderung auf die Vorstellungen des englischen und br;- russischen Abgesandten iiat Sipabdar mehrere Forderungen, invfceionbcrc die Räumung des p e r s i > ck e n Gebiet c s durch di? russischen Truppe n, sowie die Bildung um-? liberalen 8 adinettes^ gestellt. Die briindv- und die russisch' Gesondtfchait we Den morgen antworten, daß iic zur,ei' wegen der Forderungen Swai'dars beim Schah nichts nntenubmen könnten.

Großbritannien, Eeücneitf Ungarn und die Bereinigten Staaten haben zur Memunis der dnnemeben Regierung geb tackt, daß sie das russisch chiiieiijche Abkouimen über die Verwaltung der russischen E1 s e n b a h n z 0 n e i n der Mand­schurei nicht anerkennen, da die Bestimmungen. ü; das An- sieoelungsrecht internationaler Niederlassmlgen in l1 bma be rühren, aus dem Vertrag der Mächte hervorgehen müßten.

Die Prüfung öer vorschuhberechnung der Gber-Noastädtcr Kaffe.

tb. '.iibba, 5. Juli.

Ler heute nachmittag vom Amtsgericht "Rrdba anbevaumte Term in in Lacken der ui^Honfurs geratenen L her Machst ädter »lasse, der im Krastschen Saalbau statt fand, war von ca 250 Mitgliedern der Kasse, darunter auch zahlreichen Frauen, besucht

Gerichtsassessor L a n z wies als Vertreter des ^onkursgerichts darauf Hin, daß irach § 147 des iRnroisewchaf ts-<^eietz's der Man kursverwalter, nachdem er die Bilanz ausgestellt Hat, eine Var schuß Berechnung vorznlegen Hat und der sich danach ergebende Fehlbetrag durch Zuschus'c der Mitglieder gedeckt werden müsse.

Konlursvcnralter Reck rsanwalt S a n d m a n n Hungen legte dar, wie inait seit Juli vorigen Jahres tätig gewesen sei, die naik in Verwirrung geratenen Bücher der ...issc wieder 1:1 CrDnung zu bringen, daß daraufhin die Bilanz für das Jahr 1907 und dann eine solche bis zum 29. Februar 1908 her-gestellt wurde, um danach die Zuschüsse der einzelnen l^enofien zur Deckung b j Fehlbetrages festseien ,m können. Für jedes Mitglied sei ein Betrag von 2500 Mk. zu leisten, womit man aller Wahrscheinlichkeit nach auskommen kann, um all ? Verbindlichkeiten der Genossen - chaster erfüllen zu können. Allerdings könne nicmanb bestimmt zunchern, daß nicht später eilt kleinerer Nachschuß verlangt locrdcn müsse: es sei aber ebensogut möglich, dost die 2500 Mk. zu reidy- lick bemessen seien und sich ein Heiner Uebersckuß ergeben würde, der bann selbstverständlich jedem Mitgliede wieder zufiele.

Der Gläubiger Ausschuß und die Konliirsocnvaltuiig waren gerne infam der Ansicht, daß man tunlichst vermeiden müsse, mit einer Nachrechnung ;.i kommen habe ein Teil des Gläubiger-Ausschusses einen Zuschuß von 301)0 Mk. für das Mitglied verlangt, nad) anderer Ansicht glaubte man mit einer geringeren Summe auszuwmmert und so sei denn das Kompromiß entstanden, oatz 230.) bezahl: iverben soll:en. Zur Begründung des verlangten Zuschusses pellte Rechtsanwalt Sandmann folgende Redmiliig aus:

Fehlbetrag 373 773 Mk. abzüglich 152519 Mk. doppelt an gemeldeter Wechselforderungen, io daß 421 263 Mk. zu decken find. Hierzu li'nimcn 25 Prozent Aussall der vorhandenernAus Nande mit 336 398 Mk., so Satz der gesamte Ausfall 737 661 Mk. betragen wird.

Tic Kasse zählt 423 Gciwifen, von denen sämtliche zur Deckung der Summe von 2300 Mk. herangezogen werden sollen. Dabei sei mit einem Ausfall von 23 Prozent zu rechnen von Mitgliedern, bei denen ent» iier nid t , erlangen sei. Richt berücksichtigt seien Die Außenstände bei Wert - hei nur u. Eo. 1 Büdingen , Fr.-Schreiber Hanau, und bei d.r Firma Thoniae <Vor-:bad' , ebenso and) die Zinsen, den Eni gängen aus diesen 'AußenstandSi, Mmt Höh: auch nicht annähernd zu beziffern sei, sowie der Summe, die sich aus den Zinsen er­gibt, neheil aber gegenüber b:i .stosten des Zwnkursverfahrens uiid oic Holten der Prozesse, die sich unvermeidlid) ergeben, ivciui man das Verfahren zu Ende führen will.

Vorstandsmitglied Bürgermeister Birken ft 0 ck crH irt, daß die hier angegebene Summe des Fehlbetrages nicht stimme. Ter Ausfall von 23 Prozent bei den Ausständen fei uici zu hoch gegriffen. In der Abrechnung für den verlangten Mitglieder- zufchutzzufchuß hatten enthalten und berückfichtigt werden)).n der mutniaßliche Eingang der ^Beträge, die aus dem Montuqe Wertheimer, von der F-irma Schreiber und von Thomae ein gehen, das Mancngcbäube mit 10 000 Mk., whle ebenfalls unu and) 20ÜUO Mk. von den Vorstandsmitgliedern vermifsi er. Tie Zinsen, die der Masse zugut lonimen, beliefen iid) bis zur Be endigung des Houtline», dec schon - < Jahre dauere und noch mindestens 1 Jahr dauern würde, auf mehr wie 100 000 Mk. Berücksichtige man alle diese Posten, 10 reduziere sich oec Fehl­betrag erheblid) uuo mache nur >02387 Ml. aus. Um d.eien 'Betrag zu beden, genüge eine Zahlung von 1300 Mk., er stelle den Antrag, btc Aufstellung in dem von ihm angegebenen Sinne zu berichtigen und ben verlangten Zuschuß zur Deckung der Ver vilid-tungen aus 1300 Mk. sestzusetzen. Reich: der Betrag ipoier »idji au.-, so tonne man ja nod) einen Rach emforoern.

Notar M etz- Ribba erklärt namens oes Güiubiger Ausschusses, baß unter allen Umständen der Zuschuß von 2500 Mk. gefordert werden müsse. Das Gesetz verlange diese Deckung und man habe einstimmig diese Summe im Gläubiger Ausschutz beschlossen, die gleiche Ansicht habe der Konkursverwalter vertreten. Eine Herab letzung liege gar nicht int Interesse ocr GeiMsscn, da dann jp.iter bock ein JiadridjuB verlangt werben muß mib ivätcr Schwierig­keiten erwachsen, diesen Nachsckmß von der Dl hrs t i beijubringcii. Rechtsanwalt S 0nthcimer Gelnhausen ist als Vertreter eines Teils der Mitglieder der Kasse der gleichen

Ansicht wie Bürgermeister Birkenst«5 Er erhebt ben Einwand, daß eine Zahlung von 2500 Mk. aie.ckbedeutend sei mit rin-'r AuUagenehmung von Kapitalien, die ,ur D-crkunr des Fehl- derragrs nicht nötig sind Der Vorschlag der lötn Mk. oder einer nicht viel höheren Summe scheint ihm annehmbar. Er müsse entschieden eine Hthrmtng der (kmonen reNan-ren, selbst au> die Geiadc eines Rachsch'isses hm Die Mehrzahl der (neiwücn werde frei einem Verlangen von 2500 Mk w'rtscka'tlick nnnirr-, wäHrenb eine Zahlung von 1.500 Äk. jidi eher möglich mccheit lasse. Mon^ solle dock daran denken, daß die Mehrzahl der üiniu auch noch Schuldner der Kasse seien

Karl .H c. Dauernheiw ist der Ansicht, daß augenblicklich der Fehlbetrar ia nod) gar nuln sc st steh c, er halte daher die Vor- idniEbendytung im lepigen Stadium des RorJuric-o rür verfrüht und beantrage, sie später, wenn mehr Klarheit über die eutylnet Posten gefctarfeii sei, neu auizumacben.

iverickUsasfessor Lanz bemerkt, daß der Konkursvernmlter vcrpflicktct sei, die Bilanz nach Ausstellung der Vorickußberechnung auszumachen. Er verkündet als Konkursricktrr Beschluß, daß der Einwand Heck zu verwerfen sei.

RcchtsamvaU Sandmann crETärt, baß er beabsichtige, von dem bis zum Herbst cingeqangcnni Gelde eine teilweise Be- fncinguug der Gläubiger vorzuiictmien Er sei als Kontur»* i-erweiter rerptlidnct, nicht nur das Interesse der Schuldnci. sondern auch dos her Gläubiger zu wahren, es handele 'ich bei den lc| tcren teilweise um sehr große Summen, man wu'>e audi den Leuten gerecht zu werden ,'ud«i. die an Zinsen mehr ocrlwrer.. als hier von dem einzelnen Gcnosüm Derlangt w.«d Ct wolle:

nöglich beenden. .'.Ern werde den 3u- 'ckuß in Raten leisten könncir. iveiut es nölig sei, und aichcro -.assen in Anspruch nehmen, um den Leuten die V^öglichkerL der Erilienz zu belassen.

Rcd:tsanwalt Metz-Nidda verweist auf die gesetzlichm Be­stimmungen und die dazu gegebenen stonrmentarc.

Rechtsanwalt 5ontbcimer verweist darauf, daß mefentliehe Teile des Vermögens tu der Äbrrchnimg, hie b,7 Vorfcwißdercch- nun-i zugrunde liegt, fehlen, daher fei die Bilanz nach kauf- ntänniidKn Begriffen nicht richtig und führe zu ialidien Sastüjfcn, cs gehe daher nicht an. den Zuschuß her Genoffen anr 2300 Mk. scstjusctzen Dröhnender Bcuall folgt dicicn Ausführungen.

Gcrichtsaffeffor Lanz erklärt, man befinde sich hier nicht in einer Volksvcrfammlung, fonden, cs handle sick um einen gerichtlichen Termin, in dem er barlrgcn mußte, daß cs ernst zu- gchc. Das Vorgehen des MonhirdVeriDaIter-5 entfprecke dem (Gesetz. Der Konkurs der Mafic fei ein großes ll 11 glück, icbcr, der in dem Verfahren mit zu wirken hat, habe hie Pflicht, alles zu tun um btc Interessen der Genossen .yt wahren. Er iei überzeugt, haß ber Montur»ucrivaltci bei Einziehung ber Zuschüsse nickt rigoros Vor­gehen werbe und in jedem einzelnen Falle bestrebt sein werde, ben Genosien die Epistenzm.'glichkeit zu wahren

Rechtsanwalt M c i l Büdingen, Mitglied beS Gläubiger Aus­schusses, verweist darauf, daß bisher 1)0 000 Mark ".luBCufUinbc cingcgaiigen find. Diese werfen bod) nicht erhebliche Zmien ab, um io weniger als die Summe bald verteilt werden foll Die Zufchüfsc der Mitglieder werden auch nicht fo prompt geleistet werden, fo daß aurij hierfür große ZinSeinnnahmen ntdu zu er­warten fein werden.

Gerichtsaffessor Lanz veranlaßt den Gläubiger Ausjchuß, zu beraten, vb man nickt mit einem geringeren Betrage als 25m Mark ben Vonei ber Genossen bemessen kann.

Rackbcm der Gläubiger Aussckiuß längere Zeit beraten hat, teilt Rechtsanwalt M c tz mit, obgleich man vor wie hart) ber An - fickt ist, baß 2500 Mark nötig finb, daß man ben verlangten Zu­schuß auf 2300 Mark ermäßigen will

Bürgermeister Birken stock unb Recktsanwait Spntheimer erklären übereinstimmend, baß sic im VcrgHichswegc bereit feien, einer Vorschußsumme von 2<)00 Mark ihre Zustimmung zu geben.

Rachbcni Gerichtsaffessor Lanz vergeblich verfuckst hat, bic Parteien zu bewegen, »ich auf 2200 Mark zu einig n. verkündet: er ben Gerichtsbeidstuß, baß Bilanz unb Vorfchußb, rccknnng zur Berichtignug 1111b Prüfung an ben Konknesoerwalter zuruckzuver- weifen feien unb später ein neuer Termin anzusetzen in. Auf Auffvrdermig erleben eine ganze Reihe von "Lcnmv u Ctnrociu bungen wegen ihrer Zugehciigkeit als Mitglied zur Cb. r Mvck- ftätter Kasse.

Aus Stadt imö Land.

Gießen, 6. Juli 1909.

** Bestätigung. S. K. H. der Großber.zog yat die Wiederwahl des feityerigeu unbejoicctcn Beigeordneten, OrtSgerichtsvorstehers und Kaufmanns Reuidurd M n i c - c 1 c m und die Wahl des L rtsgcritytsmanns und Kauf-- manns Bernhard Lentz zu Bad Rau heim zu uubefol- deten Beigeordneten ber Siadt Berd Aauhcun bestätigt.

** N c u c F 0 rftmcifrcr. S. K. H der Großycrzog hat dem Oberförster und iorfncdmifdicti Beamten bei bem F0rslvermeff 11 ngs- und Taxationsbureau, Dr. Karl ll r- U a d t zu Darmstadt, beni Cbcrförfter ber Cbcriörflerci Groß-Stcinbeini, Wilhelm Fuchs, bem Cbcrförfter der Cberfärftccei Beerfclbcn, Georg Kammer, oem Cb. 1* " erster ber Lberförsterei Lampertheim, Wilhelm Schaaf, bem Oberförster ber Overförfterei Wahlen, ugo Kiraj^ n cr, dem Cbcrförfter ber Cbcrföritcrei Aindlauien, Ernst Mettenheimer zu 'jiomrob, ben Eharalnc alsForst­meister" verliehen.

** Erledigte Lchrcrstellc. Erledigt ist die mit* einem tatholischcn Lehrer zn beictzcnoe Lci/rerftelle ^u Trais. Mit Ber Stelle ist Crganincndtenst verounden.

** Der Reichstagsabgeordnete Graf C riola veröffentlicht in der Deutschen Tageszeitung eine- Erklärung, worin er beaauert, daß ourdi die Reichsfinanz- reform eine Krise zwisdien den Rationalliberalen und denr

2Ucittcs Feuilleton.

21 n l ä 6 l i co bei Festlichkeiten z u Ehren der 4 0 0. Wieder ke h r des Geburtstages des R e f 0 r - m a t 0 i -j Ealvln fand im Reformatlonssaale in Genf eine F estsitzung statt, in der Aboidnungcn aller bürgerlichen und Vertretungen aller pro icitantifd 11 K11 cheii der Wci: tcilnahnfcn. Unter anderen hielt ber Vorsit lide d Cberfirdjenratd ber coaiigclisckeii Kirchen Preußens, Ezzcllen; Tr. Voigt, eine Ansprache namens der Zeiitralkoinmisiion ber proleslantifchen MirdKn Dcutschlmids.

- Anläßlich bei Calvin Z-eier entaiuuc bic Uniüeiniat Bern den P fairer Schlosser in Wiesbaden zum El)rcn- b 0 f 10 i.

Richard Muther hat, wie bem B. T. mitgeteilt wird, Noch^ wenige Wochen vor seinem Tode ein Werk vollendet, bas btc Summe feiner Lebcn-.e> beit bilbeit sollte: eine umiaiienbe neue Geschickte der gesamten Malerei vom Auftommen be-.- Ehiisten runiv bis zur Gegenwart, bic in brci Bänden mit enva 230«) Ab- Vilbungcn in Konrad Grcttstcms Verlag in Leipzig ersckeinen wirb.

- Die Reife ins Paradies. Ein Reiseboku-- utent ganz mcehöfirbiger An wurde, nach der Bad Landes-Ztg.. den.Besucherinnen bei MäbckcnhandclSschnle m Feldkirch von Klosterfd ivcstcril kürzlich in die L»aud gedruckt Tie Zettel hatten folgenden Inhalt: ..Billette für bic Reife ins Para dies! Zeit ber Abfahrt: Iebc Stunbe gebt ein Schnellzug. Ankuiiit: Wenn Gott will je uadjbcni. Preise bei Plätze: 1. Kiastc: Unschuld obci Buße unb Crdenspwfeß nm ben v>c lübben bei Ai mut, bei Keuschheit unb des Gehorsams. II. Klasse : Buße unb Vcitrauen aus Gott mittels eines frommen unb keuschen Leben-.. 111. Klasse: Vollkommene Reue unb Ergebmig ui den gelt licken Wille,'. 'Beobachtung der Gebote Gottes und imülhing ber 2tanbipflid^it im Ehe ober Witwenstanbe. B.iierk- u 11 g e n 1. Retourbitlcns 1 verben keine aitogeg-ben. 2. Vci gnügungszüge gehen nicht ab. 3. Kleine unvernünftige Kruder

bezahlen nichts, wenn sie sich nur im Mutterschoße

Indien Kirche) befinden. 4. Die Passagiere werben gebeten, Lin anderes Gepäck, als gute Werke mit sich zu nehmen, nenn ue nicht ben Zug versäumen ober auf ber vorletzt n Station. Feg feuer genannt, wo tebcs anbere Gepäck abgelegt weiden muß, eine un liebslnne Verzögerung erleiden wollen. 3. Reifende werden auf allen Stationen ber ganzen Lime ausgenommen. 6. Icbes Billett muß bcu^ Stempel her heiligmachenden Gaab, tragen, entweder seit der Taufe, ivcun verloren, durch das !>!. Bu'':sa'ramem neu visiert. 7. Jeder Reisende kann während des Weges, ivemi er einen größeren Preis nachzahlt, von einer niederen in eine höhere Klasse umiteigcn, hingegen mutz das Uiintcigen in eine nicbcrv Klasse als kbcn-ogefubrlid) burdiaue- mißraten werben." Dieses Kulturbokument, bas sich audi burd) seinen Stil aus- seid:nct, ist im Jahre 1909 in der Bonifaziu^ Druckerei zu Pader­born facrgcitcilt worben.

- Eine mitfühlende Seele Em Meister der Reklame i'i offenbar ein Gastwirt, der, dem B gangsportale des Friedhois eines Heinen, natürlich amerikanischen Ltäbtchens in Riescniettern den Besuchern der Rithenätte ihrer Toten btc tröftlidje Rachrickt m komm en läßt:Für ^y'.ternDc! Ten verehrten Herrschaften, bic oen Vertust eines lieben «nmitlien- mitgliebeß ober eines Freundes zu beklagen haben, erlaube ich mir in meinem Hotel, das in nächster Mhe des Friedhofs gelegen ist, bcionfcic Zimmer anzubieteu. wo fie sich ausruhen und un­gestört von Iniäfngelü-en, neugierigen Blicken ihrem Schmerze nadil)üngen können Diverse -Aeme und Liköre!" Wer denkt da nickt an Wtihelni Buschsfromme Helene",iver Sorgen bat, hat auck Likör?" Jedenfalls zeigt dieser HotetwiN eine raffinierte (^csckicklickketi, Freud und Leid des Lebens für fich aus.'.mutzeii unb eme ntd't unbeträchtliche Menn tu i des menfcklickcn Herze.ts

Tictraurige n 'W 11 roc n". Bei dee»<. Ausführung brrLustige,^ Witwe ' in Lissabon erleb! das Publikum ein eigenartiges Schauspiel Ter Eintritt ivar^ fret und o<-Haus überfüllt. Als nach der CuDcrlüic un Trmbalc Thcatcr iki

Vorhang auiginq, jähen die uberrafd trn Zu.dxruer auf ocr Buhne eine lange Laiel, an der lünjig alte schioarz'icklc,hetc Frauen ängstlich und verschüchtert burd) die ungcirohnte UmgeJuiig »atzen: traurige Witwen, ötc nun durch die berühmteLuitigc" eine Freude erleben sollten. Die Larfleller beschenkten btc armer »rrouen mit Geld unb aller lei Gegenständen, das Publtkuin luibm, daran teil und erst nach Ausübung dieser unprootiirrten Milt>- tätigten lngann das Spiel.

Diehnmori st ischen Spartaner. 5t3.irr hat mart bic alten Spartaner traouiondgcnui! jur hocku ernsthafte unt> raube Herren gehalten All cm wie hu nunmehr beendeien Aus­grabungen dcs englifcken archaologucken Instituts im Tempel» bezirk der Artemis Lrthia zur - antifen Bewohner bei Nasfiickc-n Stadt nicht wenig 2um jur leichtes Spiel, zierliche Kunstübungen unb guten Humor. Man. hat nicht weniger als fied-igtaufend Blcingurckwn auiflcTunben, die Göttinnen. Kricgcr, Sphinxe, Kentauren >cnnc Kranze. Bweige- Sd-nollcn unb zahlrcicke (Gegenstände roribitdi.-n Schmuckes oar- ftcllen. Auck btc aurgehmbrnfn Tonmasken bfiincm sich auf mehrere Tausende, manche find so klein, als wenn sie für ein Puppen: In ater bestimmt geiorjcn wären. Reben den ernsten Maöieil bilden die kornnckjen, »ehr rcalnnsch gehaltenen die Mehrzahl; hier tritk brr herbe Humor der Spaitencr besonders lebhaft hervor. Schließlich wurden noch, wie dieAntiquitäten Rundsck." muteil!. Hundert von Vasenteilen und gegen taufend Basrclirß. auf Knocken, (iiienbcin und Bronze luogegrohnt. Tie Funde finö> für die Kunst- und Kulturgefchichtc der alten Spartaner höchst wichtig.

- Eigenartige Bedingungen stellt das Gut Tcscken- dort Kreis Labes- seinem Racktn-äckter. wie iofgenDe» Inserat in der Kreis (fcuung zeigt ..Tom. Tesck ndors sucht einen nuch- tcnnn Rachtn ick.tcr Derirtbc darf mindestens des Aackis nicht selber vedlen, keine vunr nuenidlen und iitdit den anderen Svttz« buben bkini Wegfchafjen tkr genohlrncn Sachen bchu l.ch jeuk'4-