Zweiter Lehr
zang: Lt. v. Reichenau, Hess. F.-R.
o.
101.2 Uhr er-
Tie für heute vorgesehene Eröff- L i ch — Ettingshausen — Grün- luerbcn, da infolge des anhaltenden
Karl Behling 41., 42., 48. meter lang.
— Lich, 5. Juli, nung der Bahnlinie
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch dem 7. Juli: Veränderliche Bewölkung. Regenschauer. Mäßig warm. Westliche Winde.
Wittibe der Smibmirte ausgebrochen sei, so daß rhrn die Möglichkeit zu weiterer Tätigkeit genommen sei, da die Fraktion gemeinsam abstimme. Auf eine Mitteilung des Bundesvorstandes hin, wonach seine Stellung als Vor- s-ncnder siir Hessen mit seiner Zugehörigkeit zur natincü- Iiberaten Partei unvereinbar sei, sehe er sich gezwungen, -ii seinem lebhaften Bedauern ans der nationalliberalen ihraltion auszujcheiden, mit der ihn die herzlichste Freund- Ichaft verbände und der er so lange angehört habe.
. , ** Nach Berlin. Staatsminister Ewald und ,Finanzminister Gnauth haben sich heute zu den Bera- Hingen des Bundesrates über die Reiä)ssinanzreform nach Merlin begeben.
•• Aus dem Militärwochenblatt. Zum Besuch ■?cS ersten Lehrganges zur Feld-Artillerie-Schießschule kommandiert: die Obersts, v. Strzcmi e czny, v. demKnefe-
'b eck im F.-R. 25. — Zum Besuch der Lehrgänge 1909/10 üc Leutnants zur Feld-Artillcrie-Schießschule kommandiert: :t. Baron v. der Recke, Hess. F.-R. 25. Zweiter Lehr-
Vcrnrrschtes.
* Zum Eulenvurg-Prozeß. Uebermorgen soll der Eulenburg-Prozeß in zweiter Auflage beginnen, und program mäßig kommt heute die Meldung, daß seit vorgestern in dem Befinden des in seiner Berliner Wohnung befindlichen Fürsten Philipp zu Eulenburg eine bemerkenswerte Verschlimmerung eingetreten sei. Der Fürst, der in den letzten Tagen täglich Ausfahrten unternommen l>atte, konnte Samstag und Sonntag das Bett nicht üer> lassen und Hal mebrsach schwere Herzkrämpfe und Ohn- machtsanfälle erlitten. Medizinalrat Dr. Hoffmann ist gestern an das Kreusteulager Eulenburgs gerufen worden. Äugenbliälich sei das Befinden des Fürsten so schlecht, daß er, wenn feine Besserung eiutriit, übermorgen kaum an Gerichtsstelle wird erscheinen können.
jileinc Tageschronik.
Ter Awtor des Ftugavparates Orvillc Wrights versagte bei Jovi Wi i), c v plötzlich und die Flugmajchlne stürzte zur Erde. Cvvilic Bright tarn icoodj nut leichteren Verletzungen davon.
18., 34. Wilhelm Scharmann 30., 31., 46. Hünermund 32., 47. Die durchflogene Strecke mar 204 Kilo-
Sechs von den Deserteuren von Casablanca, deren Angelegenheit vor mehreren Monaten das Schiedsgericht im Haag beschäftigl Hal, wurden gestern mittels! eines Transportschiffes von Easablanco r.afh Cran gebrächt. Der siebente der Deserteure, namens Fritz Reber, stürzte^ bei der Einschiffung in Cn ja binnen so unglücklich hin, bay' er schwer verletzt in Easaolanca zurüctgetassen werden mußte.
Zn dem Orte Greil (Tepaitement Life) st a r b c n von einer , niis 8 Personen bestehenden Familie nach dem Genüsse von' Pilsen 5 Personen. Ter Zustand der übrigen 3 ist hoffnungslos.
Gestern nachmittag gegen 5 Uhr hat eine Springflut in • P a r in a großen Schrecken hervorgeriiien.
berg mußte verschoben RcgemvetterS noch einige Arbeiten unterbleiben mußten. Rach Mitteilung der Firma Lenz & Eo. findet nunmehr die
Der Nleiderluxu;
des Mittelalters in Deutschland.
Von A. K.
Ein sehr selten gewordenes Schristchen: „Trenhertzige War- nung, Wieder die Hofsertige und überaus ungestuttc Mlcibunj, jtziges Weibs und Manns Personen. Jefaias XIII. E. • Gedruckt zu Erffordt durch Martin Wittel, wohnhästig zum gülden Engel. 1586." Drei Bogen in Quart fassend, gibt uns Nachrichten über die Modc und den Kleiderluxus gegen Ende des sechszehnten Fahr- Hunderts, wogegen damals öffentlich, und besonders auf den Kanzeln, leider vergebens, gekämpft würbe« i
Es ist für unsere Zeit mit ihrer übertriebenen Modesucht interci’ant und lehrreich, die Mode der damaligen Zeit kennen zu lernen. Gilt doch das Urteil des anonymen Verfassers — natürlich modifiziert — teilweise auch noch heute. So mögt denn ein kurzer Auszug — nur in der Rechtschreibung geändert — zur Unterhaltung und Belehrung der Leser folgen: Asto wollen wir ein wenig mustern und betrachten
die Kleidung der Weibspersonen.
Tie haben jetzt von Welschland hcrübergckommene kleine samattne Hütlein, nicht zu bedecken das Haupt, sondern allein zur Zierde und Hoffahrt: die sind so klein, daß sie nickst, den vierten Teil des Hauptes bedecken mögen, uitb sieht aus, als wenn ein Weib einen Apfel auf den Kopf setzte und spräch: Das ist ein Hut.
Darnach, um auch Hoffahrt zu treiben mit dem Haar, machen I Die Weiber daraus einen Säuhag. Tenn die Haare müssen über sich gezogen werden, über einen Draht, gleich wie man in den Säuhagen die Ruten über die Tremel zieht: und das soll hübsch fein! Möchte man doch ein Kreuz schlagen, wenn man so etwas sieht, wie gegen ein Gespenst. Tas nennen die Weiber aber eine
Orsginal-Drahtmelduiigen.
Neustadt, 6. Juli. Ter vom Bund der Landwirte und von den Nationalliberalcn ausgestellte Reichstags-Kau- bibat Buhl ist von seiner Kandidatur zurückgetreten. An seiner Stelle kandidiert Dr. Gustav Oe hier t.
Niel, 6. Juli. Der niederdeutsche Dichter Joachim Mahl ist gestern im Alter von 82 Jahren in Segeberg g e st o r d en.
London, 6. Juli. Die Firma Henry ^chrodeL stiftete 20 000 Pfund St zur Errichtung einer Prosejsuv für deutsche Sprache an der Universität zu Eam-,
** Großfcuer. Gestern abend gegen tönte Feuerlärm und gleichzeitig sah man weithin über )ent Zentrum der Altstadt eine glühende Lohe zum Himmel chlagen, die durch einen Funkenregen belebt wurde. Bon il(cn Seiten der Außenstadt kamen Ströme von Menschen ,ur Brandstelle. Wenn man vom Seltersweg her sich dem ircuzplatz näherte, hatte man einen Anblick, den man so eicht nicht vergessen wird. Tie Giebel und Dächer der itten Hauser des Platzes wurden durch das Feuer in der iahen Rittergasse magisch beleuchtet. Gegen 3 dl Uhr beraten wir die Brandstätte in der engen Rittergasse. Ein
Eröffnung der Teilstrecke Lich—Bessingen—Münster— Ettingshausen—Harbach—Oucckborn am 15. Juli und bei Reststrecke Queckborn—Grimberg am 1. Augn st statt.
§ Ruppertenrod, .5. Juni. Gestern hat unsere Gemeinde ein schönes „G ustav Adolfs-Fest" gefeiert. Ter Ort prangte im Festschmuck und ebenso reich war das Innere der Kirche geschmückt. Um ’ ?2 Uhr begann der Festgottesdienst. Tie Kirche vermochte nicht alle Besucher aufzunehmen. Den Allaroienst versah Pfarrer I u n g- Lber-sOhmen, die Festpredigt hielt Pfarrer S t a u b a ch Groß-Eichen. In der eindrucksvollen Rede schilderte der Festprediger die Arbeit des Gustav-Adotf-Bereins. Chor- geiaug der Oberklasse der Schüler verschönerte den Fest- gottesdienst, an dessen Schluß Pfarrer Schmidt-Grünberg beit Rech enjchaftsber ich t des Vereins verlas. Um 4 Uhr begann in dem Garten der Brückenmühte, einem idealen Festplatze, die Nachfeier, zu der sich eine sehr starke Zahl von Besuchern eingesunden hatte. Ein Ehorgesang der Schüler unter Leitung des Lehrers Strack eröffnete die Nachfeier. Ein geschichtlicher Ueverblick zu Gustav Adolf von Pfarrer Jung leitete über zu Einzeivorträgen von Schülern der Oberklasse, die wie ihre Gesänge allgemeinen Beifall fanden. Tann hielt Pfarrer Bolt aus Galizien eine über eine Stunde dauernde Rede. Darin zeichnete er ein kulturelles, religiöses Bild voll so interessanter Einzelheiten und schilderte die Not der Evangelischen in Galizien mit solchem Feuer der Begeisterung, daß jedermann gekannt ihm zuhörte. Eine Ansprache des Dekans Wagner-Grünberg, worin er in herzlichen Worten der Gemeinde dankte, die cd verstanden, in solch schöner Weise ein Gusiav-Adols-Fest' zu feiern, und der Gesang der Fest- gemeinde schloß die Feier. Auf welchen fruchtbaren Boden das Fest gefallen ist, zeigte die Kollekte von 164.14 Mk., sie wurde zum Teil für Rockenberg, zum Teil für Galizien
iltes, nicht mehr als solches benutztes Lagerhaus der Firma Zakob Heilbronner brannte, ein uraltes Lehmfachwerks- zebäude, in dem Kohlen und Kisten sowie altes Berpackungs- nalerial aufbewahrt wurden. Tie Feuerwehren, die gestern wend Ucbung hatten, waren sehr schnell zur Stelle, und nenn die Mannschaften wegen der Straßenbahnarbeiten auch !vohl ihre Last hatten, die Schläuche au die Wasserleitung ^nzubringen, so wurde doch rasch auch diese Schwierigkeit überwunden. An dem brennenden Gebäude war nicht viel -u retten. Es galt die Nachbarschaft zu schützen, und mit "lufgeboi unendlicher Wasser mengen — lö Schläuche gaben ärmliche Fluten auf ben Brandherd ab — gelang es in '..stündiger harter Arbeit, das Feuer zu dämpfen, während 3 Mann der Feuerwehr noch mehrere Stunden in Tätig- leit blieben, um ein Aufflammen der Gluten zu vcrhin- iijern. Interessant war es, mit welcher Schnelligkeit ein Klad)bargebäube des Hofwhnkutschers Huhn ausgeräumt Hvurde. Der betreffende Fachwerksbau stand in Gefahr, tont Feuer erfaßt zu werden. So schnell und prompt inie heule nacht die Schlitten ans diesem Bau herausgeholt limrbcn, ist es wohl nie, selbst beim größten ersten Schneeball geschehen. In der ganzen Rittergasse, die wie für ein großes Schaden,ener angelegt ist, herrschte Furcht wegen Ausbreitung des Brandes. Ein junger Mann hatte viel Mühe, einen wertvollen Bernhardiner ans einer Stallung icrauszubetornrnen. Das Tier war durch die Menschen und den Lärm so aufgeregt, daß es wütend bellte und schwer ■ ii regieren war. Aber auch humorvolle Szenen gabs. In »er Marktstraße war ein Schlauch geplatzt, gerade als ein j.mges Mädchen darüber stand. Das Mädchen schimpfte, »während ringsum alles lachte. Beim Feuer erschien ein bekannter Oberkellner aus einem Hotel in tadelloser Wäsche imb im Frack als Pslichtfeuerwehrrnann, ein Koch war in neißer Jacke üftb" Mütze direkt vorn Herd weg goto armen, vm als Feuerwehrmann seine Pflicht zu tun. Das Ebelsche 8)aus mußte im Dachgeschoß geräumt werden, da die Hitze das Verweilen von Menschen unmöglich machte, lieber LO Kinder, die im Schlafe gestört waren, brachte man in rer Nachbarschaft unter. Das Restaurant Felsing in der Marktstraße glich einem Althändlerladen, denn nach hier Tattcn in der Angst und Bestürzung einzelne Bewohner «ns der Rittergasse Teile ihrer Habe gebracht. Ein Glück, Laß das Feuer bei Windstille und nicht mitten in der Nacht <11111 Ausbruch kam, denn dann wäre das. Unglück groß »eworden. Einem Mann, dessen Möbel auf die Straße gebracht und teilweise geworfen wurden, ist erheblicher Schaden entstauben, da er nicht versichert war. — Aus <wuerwehrkreisen gehen uns Klagen zu, daß das Publikum, Las lediglich feine Neugierde zu befriedigen suchte, das Rettungswerk der Wehr außeroroentlich störte und hemmte. Wir sehen von der Wiedergabe des betr. Eingesandts in der Hoffnung ab, daß dieser Hinweis genügt, um Wandel zu fjchaffeu, damit den Feuerwehrleuten ihre schwere und dabei Freiwillige Rettungsarbeit nicht durch Gedankenlosigkeit und Anverstand erschwert wird.
beftimmt.
□ Alsfeld, 5. Juli. Der „Liederkranz" hier beging gestern und heute sein 70 jährig es Jubiläum unter allgemeiner Beteiligung der Stadt und der Nochbar- orte. Auch die staatlichen und städtischen Behörden nahmen teil. Es waren etwa 600 auswärtige Sänger erschienen, darunter Vereine ans Grünberg, Laubach, Lauterbach, Schlitz, Romrod u. s. w. Die Stadt hatte reichen Flaggenschmuck angelegt, dem Festplatz hatte man mit elektrischem Licht versehen. Die Kapelle der 168er aus Offenbach konzertierte. Nach dem Festakt schlossen sich Masfenchöre und Einzelgesänge der Vereine an. Neigenfahren, Volks- und Jugendspiele, Tanz und Konzert füllten den Festtag aus. Dem Jubelvercin wurden von verschiedenen Seiten Geschenke, übergeben.
ch W e i 1 a r t s h a i u, 5. Juli. Tas B e z i r k s r r i e g c r f c st des Hasfiabezirks Grünberg fand gestern hicr^statt. Urner Kriegerverein verband damit sein 25jähriges ^nbiläum. An den Festgoltesdienst schloß sich der Empfang der Vereme. Um . Uhr zog ein Festzng von über 30 Vereinen durch das geschmückte Dorf. Der Vorsitzende Schmidt hielt die Begrüßungsrede, Regierungsrat Weicker-Gießen übergab die vom Kaiser gestiftete prachtvolle Schleife mit Fahnennagel. Auch das Präsidium der Hasfta hatte in der Person des Schatzmeisters 5)auptmann Waldecker-Darmstadt einen Vertreter geschickt, der dem festgebenden Verein die Ehrentafel der Kriegerlameradschaft Hastla für treue Mitarbeit übergab. In der Festrede schilderte Psarrer Frank Merlan die Ziele der Kriegervereme und die Wiedervereinigung der deutschen Stämme. . .
Frankfurt a. M., 3. Juli. Bei dem gestrigen Wettschwimmen quer durch Frankfurt wurde aus dem Main von Schwimmern die Leiche des Malers Richard Woitle ans Berlin gelandet, die etwa 16 Tage im Wasser gelegen hatte. __
Gerichts?aal.
sh. Berlin, 5. Juli. Tie Verhairdlungen gegen den Geh. Legationsrot Hani mann nahmen I)cute vormittag im großen Schwurgerichtssaale des alten Kriminaigertchtsgebäudes ihren Anfang. Das Publikum hatte sich nur spärlich emgefundeit, da der frühzeitige Beginn des Prozesses nicht bekannt war. Punkt Laib 9 Uhr erschien der Erste Staatsanwalt Dr. Preuß und fein Substitut Staatsanwalt Dr. Porzelt. Prof. Schmitz ist mit feinem Reck tsbeistande Justizrat Bernstein schon im Laote amuejenb. Zugleich mit dem Gerichtshöfe nimmt der Angeklagte auf der Antlagebaiik Platz. Vorsitzender Landgerichtsdirektttr ttanzow eröffnet die Sckwurgerichtsperiode. Es folgt die Auslvstuig der EK- schworenen. Von deut Ablehnmigsrccht macht der Ltaatsanwalt feinen, der Verteidiger des Angeklagten in vier Fällen Gebrauch. Cs folgt die Vernehmung des Angeklagten über seute Perwnalien. Unter den Zeugen befinden sich: Kammergerichtsrat Dr. Limson, Untersuchungsrichter Dr. Schmidt, Professor Besel, Frau Geheimrat Hannncntn, in sehr eleganter Toilette, und eine Reihe von männlichen und weiblichen Persvneii, ine von Professor Schmitz zu Beobachtt'.ngszweckcn engagiert worden sind, ilcack dem ErösfnungS- beschluß soll der Angeklagte am 17. Oktober 1903 einen Eid geleistet haben, der nach § 157 St. G. B. anfechtbar ist. Prolesfvr Schmitz ist auf Grund des Abs. 2 § 435 der Ltrafprozeßordumig nls "Nebenkläger zugelassen. Die Verhandlungen finden unter Ausschluß der Oefsentlichkeit statt. .
Dresden, G. Juli. Das Landgericht Zwickau verurteilte den Bergarbeicker Beyer, der das Grubenunglück im Wilhclmsschacht bei Zwickan am 24. März, bei dem 24 Bergleute verunglückten, teilweise verschuldet hat, wegen Körperverletzung zu 200 Mk. Geldstrafe.
Paris, 3. Juli. Der TiamAiltfavrikant Lenloiue wurde heute zu sechs Jahren Gefängnis und 3000 Franks Geldstrafe verurteilt. Außerdem wurde er für ine Dauer von fünf Jahren des Landes v e r w i e f e n.
Hauptzierde.
Viele bestreichen die Angefichtcr und färben sich; da haben sie die Häßlichkeit sur'S Alter im Sacke gekauft.
So haben die Weiber auch, aus fremden Landen bekommen große, lange, breite, dicke Krösc, die sie um den Hals machen, aus köstlicher, zarter, teurer Leinwand. Diese müssen gestartet und mit heißen Eisen ausgczogen werden. Dennoch ist nichts zierliches daran, jo, daß ehrliche Leute eine Unlust bekommen müssen, sie zu sehen. Denn cs sieht eben nicht anders aus, als wenn man malet das Haupt Johannis des Täufers auf der Schüssel. Aber, mein Gott! Tas wissen ja die Alten, daß man niemals eher solche Krösc getragen hat, als bis Gott die abscheuliche Krankheit der Franzosen in das deutsche Land geschickt hat: welcha Krankheit umhergreift, wie eine Pestilenz. Ta nun dieselbe nebst dem Leib auch den Hals angegriffen, hat man, da sic häßliche Malzeichen hinterließ, sie zu verdecken, die Krösen erfunden.
. So ist auch zu tadeln die Hoffart des Reifes an dem weib* lüften Körper. Läßt sich nicht gut darinnen sitzen und sieht sonderbar aus. Wenn sonst ein Schalksnarr zu cmer ehrlichen Frau ober Jungsrau hinzuging, und hüb ihr vorn die Kleider so hoch auf, so gab' man ihm eine oder drei Maulschellen, daß ihm Mund und Nase blutete: und das wäre recht. Nun aber, da wir die Kleider selbst so machen lassen, daß sic sich vorn austun, solls eine hübsche Zierde sein, und ist's nicht. ..... ,
Ta gibts auch vorwitzige Weibspersonen, die lauen sich hohe Pantoffeln und Schuhe machen, und glauben ine Mannspersonen zu betrügen, als wären sie lang gewachjen. Gingen sie doch schicr auf Stelzen, nm noch länger zu fein. Jedoch vernünsttge Leute werden sie damit nicht betrügen. .
DaS alles ist der kleinste Teil von dem, was noch über bicjc Kleider Hoffahrt zu sagen sein möchte. Sie ,hilft den Männern übel haushalteit uni> bringt sie an den Bettelstab. Aber auch
d i c M a nn s p c r s o n e n ..
sind ganz in der Hofsart ersoffen. Um die Hüte tragen sic güldnc Spangen mit Rinken, wie die Weibergürtel. Dadurch geben fie । zu verstehen, daß sie ein weibisches Herz haben, das chr Manucs- herz vertrieben hat. Tie Haare müssen also gcstrobelt sein, wie bei einer bösen Sau, und hinten sind sie zottig, als hätten die • kleinen Katzen daran gesogen. Sehen aus wie ein polnud)ec' Bauer, der Morgens aus dem Stroh kriecht. Tazu tragen |ie auch Weiber-Krösen, und darüber hängen goldne Halsketten herab, als^ müßte cs so sein. Tic Aermci aber wurstig und dick, datz
sie aussehen wie die Kommiß-Säcke. trugen sic sonst die
Narren, und eine Schelle daran. \
Und wie abscheulich sehen dic hätzlichcn, langen ausgefulltcn Gänscbäuche aus, die oben unter dem Halse anfangen und herab- hängen bis unter den Bauch, welche die Menschen so häßlich oer- stcllcn und deformieren, daß es nicht zu beschreiben ist.
Tie Mäntel reichen kaum bis auf den Gürtel, und aut; Pantoffeln fchlirfen und klappern sie einher, wie die Weibsbilder.
Sagt mir nur, was ich davon halten soll? Das kann zu nichts^ Gut^m sühren, und kann nichts Gutes werden. Der HERR behüte) alle teine Ehristen, und führe sie nicht in Versuchung zu solchen^ Greuel und Unwesen! usw. j
Märkte. 7 m , J
le. Wiesbaden, 5. Juli. Viehmarkt. Zum Verkauf; standen: 48 Ochsen, 39 Kühe, 348 Schweine, 64 Kalber, (Darunter 00 Mastkälber, 64 Landkälber), 55 Hammel und Schate., Bezahlt wurde für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. § 75,00-77,00 Mk., 2. Qual. 73,00-75,00 Mk^ Kühe 1. Qualilat^ 64,00-66,00 Alk., 2. Qual. 00,00—00,00 Mk. Bezahlt wurde sur 1 Kilogr. Schlachtgewicht. Schweine, vollfleischige, 1,38—1,40 WH., Sauen 0,00-0,00 Alk., Eber 0,00-0,00 Mk.: Kalber: Mastkalber 0,00-0,00 M., Landkälber 1.42-1.58 Mk.: Hammel und Schafe 1,48 bis 1,56 Mk. — Rinder notierten: 00-00 Mk., Ferkel das Stuck: 00—00 Alk. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend,bei Kleinvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend. ~ie Zufuhren stammten aus den Kreifen Wiesbaden-^.and, Uuter^ tahnkreis, Limburg (145 Schweine imb 24 Kälber) und Lauterbach in Obeihesfen (51 Schweine und 16 Kälber).
Ms
Hag be
«Ubafcx
Jaltc her
ß bc- ^Urii
KMr ^^esse 'Unmei., K£.N bet §langi üjub a^ren, 5"- Mw volle S nötig
* * Wg
1 bic L ^Aerech- ühre $u ^ach laus-
sria- lī
W Mark jlubcnftänbc ii<f)t erhebliche jniien ab, Dericilt iueibcn soll. M nidjt so vrompl geleistet scuinnahmen nicht zu ci-
1 Wubigcr-Ausjchuö, zu cn Äciragc als Ä00 Mark nm.
längere Zeit beraten hat, nen vor wie nach der Än- > man ben verlangten Zu-
Rcchisaiiivalt Lpniheimer ürglcichswcgc bereit seien, 1 Ijre Zuslirnmung zu geben, ergeblid) Dcriudjt Hai, bie i ’arf zu einigen, üerfünbet i b Lorschußbercchnimg zur ’ !iirsoematter zuiüäzuver- : ■miit munWii fei. Äus von Kriorreu Crilwcn-
Diitglicb zur Ovn-NoL j
• • 19. Jahrhundertfeier derHcrmannsschlacht. r5ie zweite Aufführung der Hermannsschlacht am Mittwoch «habet in Rücksicht auf dic Tagung des Gustav-Adolf-VereineS «ist um 71/2 Uhr statt.
♦* V o nt Intime n Theater M a n n h e i m, das ,,zurzeit nur noch wenige Tage im Kolosseum gastiert, wird 'mitgeteikt, daß Frl. Meta Marfelli, Konzertsängerin zu Frankfurt a. M., heute mit ihrem Gastspiel begonnen hak. Der yier mir so Diel Beifall aufgenommene Schwank: „Sie -oat keinen Geliebten", wird Yente znm letzten Male zur ..ufftthruug gelangen, um dem in Wien und Berlin bei D0 ausverkauften Häusern gegebenen Schwank: „Der Geldbriefträger" Platz zu machen. Tic Vorstellungen beginnen mit dem heutigen Tage erst um i »9 Uhr.
• • Ortsgerichtliches. Anstelle des verstorbenen Rentners Keller wurde Stadtv. Troß zum Ortsgerichtsmann -ernannt; ferner Rentner Leo zum stellv. Ortsgerichtsmann.
• • Schülerkonzert Kruse. Der eine m dem gestrigen Bericht erwähnte Solist heißt Bingel (nicht Brügel, wie es infolge eines Druckfehlers heißt).
** Kleine Ursache, große Wirkung. Gestern abend passierte ein älterer Herr den Lindenplatz und sah, wie ein Kino an einer sog. E'swafsel aß. Ta er dies für gesundheitsschädlich hielt, nahm er dem Kinde es ab und io!! es weggewvrfen Haven. Andere Kinder und Frauen protestierten dagegen und im Nu war ein ganzer Men- |d)enauflauj vorhanden. Als zwei Schutzleute hinzukameu :.iitb die Leute zum Auseinaudergehen aufforderteii, zeigte lieft ein Arbeiter derart renitent und fortgesetzt lärmend, daß er schließlich, um der Sache ein Ende zu bereiten, ieftgenommen werden mußte.
" Ter B r icf tau beutln b Gießen veranftalleke kürzlich ein W e t l f l i e g c n von Sangerhausen aus. Von zwöli l'litglieDcin fliegen 147 Taubsn auf. Es gab 49 Preise. Ter tluflaö erfolgte morgens 7 Uhr 55 Min. Tie eilte Taube kam il Uhr 3 Aliu. an, Die letzte Preislaiibe 4 Uhr 21 Alm. Am erstell ^age kamen 56 Tauben an. Preise erhielten: Heini. Tewel 4'43 icfect) 1-, 2., 4., 22., 27., 49. Karl Wessertte 3., 5., 10., 11., 14., 15., 20., 25., OG., 40., 43., 44. Heinrich Henlcl G., 37. Hans Kari '( leiser 7., d., 12., 19., 23., 24., 29., 39., 45. Geoig Han back) 9., 16., 27., 26., 35. Karl Rculmg 13., 21., 2ti., 33., 38. Konrad Reujch
Land.
eyen, tz.Juli 1909. der lüroßherzog hat die sollctcii Beigeordnete^ INNS äleinharb Knie- ciastsmanns und .haus- Nauheim zu unbcsol- 5ab Manheim bestätigt. . t H. dec Großherzog ischcn Beamten bei dem [jureau, Tr. M'l llr- pritcr der £bcr|or|terei dem Oberförster der jammer, dem Ober- M, Lilhelm Lchlen, W.
terei Windhaustn, m ii (fharültcr als „6^1^
c Erledigt ist die nut cnende Üeijreritclie zu inendicnst verounden. LASS
'd,löar$9i maüuiig laßkn: icurohiste ^9^ ,, cuie berühmte er beichenA
KZHer Hel
rta st!
nW
-SPÄSi
i«1111“ Mb I» »liS » M
bringe.


