Ausgabe 
5.4.1909 Zweites Blatt
 
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- DaS Landgraf-LudwiqS-Gymnasium zu Gießen hatte im Schuljahre 1908/09 einen Lehrkörper von 23 Herren, darunter 3 Vorschullehrer und 4 außerord. HilfS- lehrer. Die Schülerzahl betrug 368, nämlich im ®om- nasium 272 und in der Vorschule 96. Don den am 15 Mar vor. Je. in der Schule befindlichen Schülern waren 288 evangelisch, 32 katholisch und 35 israelitisch; 275 waren ou9 Gießen, 62 aus anderen hessischen Orten und 18 aus anderen deutschen Staaten. In dem für ihre Klaffen normalen Alter waren 274 Schüler, 65 waren ein Jahr, 20 zwe, Jahre und 6 drei und mehr Jahre älter als normal. Un'"r der Schülerzahl befanden sich 5 Schülerinnen. Von den 20 dies­jährigen Abiturienten des Gymnasiums haben als Beruf er­wählt 6 Heilkunde, 2 eo. Theologie, 2 Naturwissenschaft, 4 Rechtswissenschaft, je einer die höhe.- Postlausbahn, Ossi- zierSlaufbalm, Staat wisiensch ft, Phi ogie, cAu Phikokogie und Jngenleurwissenschaft. DaS neue chuljahr beginnt am 19. April.

Die Volksschulen Hessen? schlossen am San-Stag daS Schuljahr 1908/09 mit der Entlassung der Nonfirmanden. Die Konfirmation »indet in den meisten Landortcn Oster­montag oder Sonntag noch Ostern statt. Tas Schuljahr 1909/10 beginnt am 19. April.

* Frühling. Das mildc, sonnige Getter beginnt die Natur tu beleben. Gärtner und Arbeiterinnen sind bemüht, nie i'ldbtbdKTi Anlagen und die schmucken Dorgärtchen der Privat hduier in Ordnung zu bringen. Hier und da blicken hinter bin Decken du Schneeglöckchen hervor. Tulpen, Primeln und Narzissen erheben ihre Zlovicben langiam über den Erdooden. Rosen. Jo- l^anms- und Stoch-lbcerfträud>et entwickeln bereits kleine Bl.irtchen, die MnolDtn der frühen Obsttorten stehen vor dem Auibrcche: und iverbm nur noch hon den harten Nachtfrösten zurückgehalte'- Die Heinen Sänger sind mit ihrem Nestbau vollauf beschäftigt. Die seitherurücf gehaltenen Gartenarbeiten setzeii jetzt mit Eifer ein, überall lieht man Die SVoten in Bewegung, Salat, Spinat, 3toicbeln, Ti<frout.; usw werden gesät. Wohl noch in keinem Jahre roar-n die Feldarbeiten so zurück als in diesem Frühjahr. Da tn unfern Gegend meist Aont gepilanzt wird, so itehen die 2£uucriaalen gut. Bon den Landwirten wird letzt eifria Mist und Jauche gefahren, hier und da auch schon gepflügt. Auf den sich bereits grün färbenden Wiesen weiden schon die Schafherden.

liebet dtcReichsversicherungsordnung" wird bei auf dem Gebiete des sozialen Versicherungswesens als Autorität bekannte Justizrat Dr. Fuld aus Mainz in einer am 20. April 1909, abends 81/, Uhr in Offenbach (Main) slattstndenden Versammlung des Hessisch-Nassauischen Zwcigvereins der Gesellschaft für Soziale Reform referieren. Zu der Versammlung werben auch auswärtige hervorragende Fachmänner, Sozialpolitiker und Politiker erscheinen.

- Sterbekasse be6 Gewerbevereins. Am 18. b. Mts. findet die Delegierten-Versammlung der Sterbe- lasse für Mitglieder beß Hessischen LanbeSgeweibevereinS im HotelGroßHerzog von Hessen' hier statt. Zu dieser Ver­sammlung sind alle anderen Mitglieder willkommen. Die Mafte hot einen Mitgliederbestand von rund 1200 erreicht. DaS Vermögen beträgt nmb 100 000 Mk., das Versicherungs­kapital rund 660 000 Mk. s2ln Sterbegeldern wurden bisher bei 196 Sterbefällen 93 920 Mk. auSgezahlt. Die unter Aufsicht beß Kaiser!. AufsichtSamteS für Pcivatversicherung stehende Kasse, die sich durch billige Verwaltung, billigen Prämiensatz mit Dividenbenbezug und günstige Zahlungs­bedingungen auSzeichuet, kann als die günstigste VersicherungS- gelegenheit für die Mitglieder Deutscher Gewcrbeoereinc an­gesehen werden.

** Turnverein Gießen. Zur fünfzigjährigen Jubelfeier des 9. Turnkreises Vttttelrhein Halle sich am Samstag abend eine stattliche Anzahl von Mitgliedern und Gästen eingefunden, die der sehr geschmacivoll und ab- wechseluiigsreich gestalteten Bortragsjolge mit großem In­teresse folgten. Nach der Begrüßung dilrch den 1. Spreck-er, Redaktenr Heß, der in kurzen, scharfen Sätzen die Bc- deuning des Festes hervorhob und das Gnt Heil auf Vater­land, Kaiser nnb Großberzog aiisbrachte, hielt Stadtver­ordneter Di Edel die Festrede. Der Vortragende gab einen lebendigen Ucbcrblirf über die geicnichtlichc Bedeutung und iibci die Entwicklnng des TuriiwesenS und besprach den großen Einfluß, den das Turnen auf die Entwicklung des Einheitsgedanlcns und die Gründung des Reiches gehabt hat. Wenn kürzlich ein Reichstagsabgeordneter behauptet habe, daß man seinerzeit das Deutsche Reich durch Singen und Durnen habe grnnbcii wollen, so sei das eine arge Verkennung, denn daß das nicht der Fall gewesen sei, das habe auch damals schon jeder Bernünstige gewußt. Die Absicht des Vaters Jahn nub seiner Schüler sei es ge­wesen, das Nationalbennißlsein der einzelnen deutschen Stamme zu heben und durch planmäßige turnerische Hebungen den Körper zu stahlen und zu kräftigen, das

Giejzener Stadttbcater.

Fohanuisseuer.

Schauspiel in vier Aufzügen von Herrn. Sudermann

Das schon zu Beginn bet Spielzeit angekundlgte Schau spiel ging nun kurz vor Schluß gestern nachmittag doch noch über unsere Bühne und fand dank seiner guten Dar. stellung einen sehr starken Beifall

Die geschickt erfundene und tlug gesteigerte Handlung, die sich uitnt immer frei von Rührseligkeit hält übte hier tote anderwärts nicht nur eine große Anziehungskraft aus, sondern vermochte auch einen tiefer gehenden 'JLnieil zu wecken und feftyihalten, ein echter Sudermann, über dessen Eigenart ich mich kürzlich bei Besprechung des Blnmenbootes eingehend auSaesprocken habe. ?lnd) beim Johannisfeuer wird man den Eindruck nicht los, daß der Dichter fein Werk ün Widerstreit zwischen Herz und Hirn gcfdkihcH habe, denn von der mit lebendigem, warmblütigem vlefühl er­faßten und großzügig burrngefuhr.en .Handlung heben fiat die einzelne»! Ebaraltere seltsam ab, und scheinen aus der Handlung konstruiert zu sein. Richt die Menschen bestimmen die Handlung, sondern die .vanblung bestimmt die Menschen, und wenn es dem Dichter Spaß machte, konnte sich genau das Gegenteil von dem ereignen, was sich ereignet. Was er bringt. > » indit zwingen), aber tote er es bringt, das rst nach Goethes Wort das entscheidende Merlmul des Dichters voll dramatischen Ledens und voll großzügiger Wucht. Allerdings, Sndermaun ist nickt für ieb.en, aber wer ein reiches Innenleben hat und >ver das Leben mit verständigen Augei» oe rächtet, dem wird et dadt r.h geben, daß er feine Ideen fick ut ihm weiter enltoidetn laut, daß ir anregt und fordert.

Die Handlung ist an ganz unbedeutend, ja belang los. denn was ist < seltsame bm; sich -mei ..«iensweu lieben, obschon ein drittes Wesen oazwis^n steht, int e egen teil, hier, wo dieses dritte tut tzmumes, liebes Gänscyen

Selbstbewußtsein. des^nur aus feine "rast vertrauenden Mannes zu ftdricn und die freiheitlichen Anschauungen der neuen Zeit gegenüber einer reaktionären Regierung geltend zu machen. Mit Singen und Turnen sei das ireib.ch nicht gesäte heu, aber einen großen Teil der Erfolge sind da durch doch erreicht worden. Länder habe mancher geglaubt, daß mit der Gründung des Reiches die Ausgabe des Turn wesens erledigt sei und es sei deshalb ein großer Ruck schlag eingetreten, der allerdings nur von htr. r Dauer gewesen sei, und heute sei niemand da. der das Turnen nicht als eine der wichtigsten Aufgaben des modernen Men­schen betrachte, der durch die Stählung des Kvrpcrs ein Gegengewicht schassen müsse, gegen die starken Änsvrüche des aufreibenden mobemm Lebens Jubelnder B.isall folgte den Sorten des Redners, der mit warmer Begeisterung gesprochen hatte. Rach einigen Musikstücken sprach Seine Magnifizenz der Rel.or Prof. Dr. Strahl im Namen der Gnste. Erschienen waren für die Provtnzialdirekrion die Regierungsrate Weicker und Merck, die S.odt Bei­geordneter Ädlcr nnb mehrere S adtverordn.te. für das Regiment Hauptman" Ko tschau uno für die Universität auHec dem Retlvr Geheimrat Behaghel. Alsdann gab das Vorstandsmitglied Paubel de Ernennung des Geh. Justizrats Bai st unb des Ztoium.r,ienrats Seigeorbneten Georgi, ben urankl^eit am Ersche tun verhiud.rte, unter allgemeinem Jubel zu Ehrenmitgliedern bekannt, wür­digte die Verdienste der also Ofceijrten mit begeisternden Worten und überreichte die Ehrenurcunden. Rach sehr exakt ausgeführten Frei.ibu: g:n der ak.ivcn Turner dank.e Geh. Justlzrat Baist für Die Ehrung und de prach in launigen, durch Beifall o.e.sach un erbrochenen Worten die Gründung und das Aufblühen des hiesigen Turnvereins, dem er nal^ezu 50 Jahre angehört. Es folgten turnerische Uebungen am Reck, die nicht nur sehr geschickt, sondern auch ungemein schön und präzis ausgeführt wurden und sehr viel Anerkennung sanden. Rack oem dritten gemeinsamen Lied veranstaltete die Fechtabteilung unter Leibung des Bor- sechters 2L Noll ein Schulseüste-, das die tüchtige und eingehende Schulung der Fechter bezeugte. Es folgten bann nach einem Musikstück Keulenübungen cer Männerabteiluna, benen sich ein von Redalleur Heu ver aßles L.co anschwtz, das stürmischen Bcifoli fanb. Auch das K^rsechten und die sehr gut ausgesuhr.cn '4?rammen nx-rhen leohasc betoa.fdjt, und sehr starker Beifall wurde auch dem gut gruppierten lebencen BildeHuldigung an Jahn" zuteil, an dem auch die Frauenabteilung beteiligt war. Aus den mit so vielem Beifall aufgenonimenen o,,iziellen Teil folgte eine sehr vergniigle Fiduliras, bic dem glanzvoll verlaufenen Menb einen fröhlichen Schluß gab. N.

** Der Gabelsberger Stenographen Verein (gegr. 1861) hielt am Samstag abend seine ordentlich- Haupt- versanimlung un Cafe Ebel ab. Der von dem I. Scyristsubrer erstattete Jahresbericht gab ein erfreuliches Bild über den Werde­gang des Vereins innerl^lb des vcrslolscnen Geschäftsiahrcs, das als eines der besten bezeichnet werten tarnt Der Verein hat in dem abgciaufenen Jahr eine Mitgi-ederzabl erreicht, wie nie zuvor, konnte doch das 200. Mitglied ausgenommen werden. Es fanden 13 Vcreinsabendc statt mit einer Durchschnittsbesuchszahl von 47 Mitgliedern. Dieser rege Besuch der Vercinsabende mag tooht dem Umstande zuzuschrciben sein, daß säst mit jedem zweiten Vereinsabend ein Vortrag verbunden war. Ini ganzen rourden 5 Vorträge gehalten und zwar je zwei von dem l. und 2. Vor­sitzenden über stcnoar. Themata und ein Vortrag über den Mond von Prof. Zvoob. Auf der Frühjolus- und Herbst Bczirksvertteter veriammlung, sowie auf der Verbands-Vertreter Versammlung in Aschasfeiiburg war der Verein durch eine entspr. Anzahl Delegierte vcrtreten. Anfangerknrse wurden 3 abgchalten, ein I. beimöft sick noch im Gang; ferner fanden zwei Fortbildungskurse, ztvei Diktatkurse und ein Redefchri'lkuisus statt. Außerdcni wurde der Verein durch die Lpferwilligkeit einer Anzahl Mitglieder in beit Stand gesetzt, eine Schreibmaschine zu erwerben, um den Mitgliedern nunmehr auch Unterricht im Maschinenschreiben bieten zu können. Tie Teil nähme an den Preiswettschreiben des Be­zirks bzw. Verbandes war sehr rege und der Erfolg ist auch insofern alö sehr gut ,ui bezeichnen, als von 11 Mitgliedern 30 erste Preist-, 10 zweite Preise, 4 Dritte Preise, sowie zwei Ehrenpreife errungen wurden Tie Mitgliederzalst loeiü gegen das Vorialr ein Plus von 1<4 aus unb betrug am Schlüsse des Geschästsiahres 215. Festlich begangen wurde der Gründungstag (13. August) des Vereins, sowie Der Okburt»tag Meister Okibclä bcrgcrs. ußerdcui fanden iwch eine Weihnachtsfeier unb eine karnevattnischc 2U»euduntcrhalning statt. Ter Nestor des Vereins, Direktor Bergen, konnte am Schluffe Deo vorigen Monats auf eine öOjälnigc Zugclwrigkeu zu dem Augsburger Verein, Dessen Ehren Mitglied er ist, zurustblickcn Der Bericht des langiähngni Rech ners wies cbenrallo ein günstiges Ergebnis auf und es wurde ihm Enttaßuna erteilt; der von dem Rechner vorgelegte Voran schlag für das Jahr 1909 10 wurde genehmigt. Bei Der Vorftands- roabl wurden Die seitherigen BornanDsmitglieder wiedergewahli und drei neugefchaffene Vorstandsäniter durch Hinzmoahl Dreier Mit­glieder besetzt Weiter nrnrhe beschlossen, regelmäßig am Schluffe eines Bst-rtelialnes ein Preiowettfckreiben und ein Preis-Schon und Richtigichreibcn nb.uihalten und zu Diesem Behuse 3 Preis richt er gewählt. Gleichzeitig sei aus den demnächst beginnenden AnsängerkurS aufmerfiam gemacht. (S. Jnierat.)

- Fernsprechwesen. Bei dem hiesigen J^rnsprech* VermittelimgSamt wirb von letzt ob zur Vcreinfachimg und Beschleunigung be3 LnSverlchve Die Beamtin der anrufenben Sprechsiellc die bisher erteilte '2(!Üwort ,Jch ioerbe rufen* nicht mehr geben, sondern nur die Nummer des gewünschten Anschlusses ivicderholen.

** (Siebener Bot ksbad. Ir.: -iärz würben 8453 Bäder verabreicht gegen 7600 im Acbu.ir I.*J9 unD MM1 »in März 1908 oder im Durch.'.nm pro 'a.i -78 Bäder regen 271 un 3ebniar 1909 und 259 tm Aiarz 190». Ter Bestich txtt sich im einzelnen wie folgt veneiir:

Schwimmbad: 3340 Manner, darunter 674 zu 10

, 844 Franc . , 143 , 10 ,

Wannenbäder I. klaffe 245 Männer, 74 Frauen.

, 2. . 779 , 44"

Brausebäder 1. Klasse 974 Männer, 138 Frauen,

, 2. , 1250 , 159 .

Dampf- il Heißluilbäder, kowie Massage zus. 187 Tlänner, 20 Frauen. Tie Perlo.ienwage wurde von 220 Perwncn denuyt und Dal Bad neu desichrigk.

M C e f I e n 11, d) c Lesehalle. In, März wurden 2 7 9 8 Baude a n S g e 11 e h e n. Davon lonimen aus: Erzädlende Ülleralur 1410, Zeitschriften 418, Jiigendschristen 3aü, Per»- dichiungeii unb Tramen 92, Literatur geschickte 20, Väuber- und Völkertunde 110, Kulturgeschichte 41, Geich.chie und Biographien 144, Kun igeschichle 11, Nalnrwrfsenschast und Dechnologie 117, Peer- und Seeiveleii 19, paus- und fandwinschn i 15, uleiunb- bcnolfbrc 14, Religion »ind Philosopdie 13, Slaalsivissenschau 19, Sprachwissenschaft 10, FrenidsprachlicheL 6 Bände. 'Rach au<- ivärts famcn 133 Bände.

- Eine alte Bekannte. Avr einigen Tagen benutzte Dbtntgifieur Bakos einen freien Nachmittag, um mit Fran und Kind einen Spaziergang nach BZieseck zu machen. Mitten un Torf wurden sic vom Regen überrascht und traten, um Schutz zu finden, an den Türemgang beS ersten besten Hauses. Doch die Tür wurde von innen geöffnet die Frau des Hauses lud die Familie zum Nähertreten ein und führte sie lieben*« würdig in die Stube, hier zum Ablegen und Platznehmen einladend.Aber, liebe Frau,* meinte bet Künstler,Sie sind ja seht liedenSivürdig und kennen uns ja nicht einmal.* ,Ach,* erwiderte die Frau des Hauses, ,roir sind ja alte Bekannte, Herr Wallenstein!* Lächelnd meinte aber der nut Wallenstein Angeredete: /Safof ist unser Name.* .Ich weiß ja, Herr Bakof, denn wir kommen oft nach Gießen ins Theater unb da muß ich Sic doch tonnen.* Es dauerte nicht lange, da stand die dampfende Kasieekannc auf dem Tisch, auch der Hausherr hatte sich inzwischen cinqrfunbcn und man nahm gemütlich am fiaffechfd) Platz. Es hatte längst zu regnen aufgehört und der Abend brach bereits herein, als Herr Bakof mit Familie feine alte Bekannte ver­laßen durste, nicht ohne die freundliche Einladung, recht oft wiederzukommen, was für die konnnendc Spielzeit bestimmt versprochen wurde.

Pferdezucht T<r Landwunchajlskaimuer Ausscdud für Lberhessen hält auf Grund des Schauplanes ui Verbindiuig mit den Pferdelörungen der Landivirtjck>aftskammer im April o. Js. in narfibfiinnnlcn £rtt-n Beurksi»',rDejckauen ab und zwar: am 20. Avni vorm. in Lick, natbm in Bad-Satzhauicn, am 21 April vorm. in Hirzenhain, am 22. 2(pnl vorm tn Kirtorf und nachmittags in Homberg a. Ohm Tie bei dreien Schauen in Betracht kommend en Orte, sowie Bestinunungen über Zulan'iuig und Preisbewerb sind aus bem in Nv. 14 b»-r lattbiP. 3at)(bnn erschcinenden Ausschreiben ersichtlich. Da der Pferdezucht ein stets wachsendes Interesse entgegengebracht wird, ist zu criuartni. Da); Vie Schau ;ahlreich und gut beschickt wird nnb die Besucher Icgenhi-U haben, sich über den Srand Oer Pferdezucht zu m form er en

X Heuchelheim, 4. 2lpril. 25 Jahre sind es |cgt her, seit Lehret Schneider tn unserem Otte tätig ist. Trotz feiner 46 Tienstjahte versieht Herr Schneidet sein Amt noch mit großer Frische .Vom Großherzog wurde er bereits mit einer Ordensverleihung bedacht.

i. K l e t n-L i n de n , 1 April Ter Tu tut» rein bc- schloß gestern abend in seiner Okneralvmämmlung in der falle, tm Juli sein 20|ährtges Bestehen durch ein Imihit begehen. Es wurde zum Fcüplatz der schon gc egene und gadum-a Gartenzur Burg" bcitunml. die v'ießcmiHtflu. n.ssayri. wird voraussichtltch tonzerueren Tie Feier findet Samsiag abend unb Sonntag statt bet iiitmradHn Aujsübeungcn, Emzet und Riegenlurnen, (^esangsvorträgen der Gesangvereine, Aonzen unb Feuerwerk. Äußer den btengen Vereinen wlien auu) Die Tiiriwereinc aus Gießen und den Nachbarorten cingttaden werden.

= Großen-Lin den, 4. April. Die Kaninchen- und Geflügelzucht-Ausstellung sindct nm 5. und 6. Juni statt. Die ersten, ziocilcn und dritten Preise werden an Geld voll auSbczahlt. Ter ?bimdbc(d)hiB i auf den 20. Wlai festgesetzt.

: Sioii'cnberg, I. April Größere ^rhallungs- arbeiten sotten tm Laufe dieses Jahre» an unterer Burgrutn» torgiiivmmen werden, die Größt Jrnn-lteneigenttnu ist. Enr Vertretet des Hoä'bauanils weilte picsrt Tage zur Bestchitgung der Ruine bter.

ist, das mit seinen blonden Zöpfen nock um die Sette tanzt, hier wäre es gerudezu ein Wunder, wenn der ernste, statkwilligc Bräutigaui anstatt des I.ichtser.igcn Getändels nicht das rassige ßctb bevorzugte Daß sw sich in bet Johannisnachi finden, am Tag» vor her Hochzeit iüeorgs, das ist unwcsentlick, ober daß beide mit allen Fiebern zu fammenbrängen und aud) zusammen kommen, das ist von allem Anfang an Har. Unklar aber ist bei versöhnliche Ausgang, Der, wie man sagt, nur dadurch veranlaßt wurde, daß es Sudermann vermeiden wollte, sein Johannissener Max HalbesMutter erbe" anzuglelcken, dos den gleichen Borwurs behandelt und cigenihd) die einzige Möglich­keit tragisch schließt Tenn was wird au:« G.org, dessen wilde Wünsche Mart fr in der Nacht vor seiner Hockzz it mit den Wundern tnrea Leibes besänftigt und was wird aus tm selbst, bet so tics angelegten, großen Frauen^ gestalt'? Das süße Gansckfen Trude Hätte nach ein vaar Monaten bei Trauer seine spielerische Liebe sicher über­wunden unb der Dank gegen Vogclrcutcr tft nur der wenig stichhaltige Grund, um den versöhnlichen Ausgang tn cktvas zu rechtfertigen.

Tic Aufiubrung selbst unir, wie ichon erwähnt, durchaus gediegen unv woltt vorbereitet Im Mtt elvunkt ft ino na ui üd) Anni Robe i und Erick Wein gärtner. Die sich verabschiedeten. Ick muß geftehen, bar> ich beide mit Bc dauern von hier scheiden sege. Denn wtr i csaßcn in ihnen zwei Künstler, Die alle ihre Ansga en mit grurter Sickcr bett erledigten unb eis Durch mc verständnisvoll durch- getstigte Art ihres Vortrags erfreuten.

Ericki Sfingärinrr mific hin nd imcD r etwas icinpcrautcntvolh i »ein durf n . b. hie vm / -imtr gt schmactvollc Sprache unb hu allem Marztsu r i rischen ao holde Darsieilung Zeigten ihn n!e änew Künstler, der sich tn einer strai'en 2d)u ung sickerlim geoeihlim n»aier ent wickeln wirb.

Anni '.Kober spielte gestern die Marille mit all der lebendigen Giut und dcc aiimuicnden feelijchen Itrginnoung,

der sie in so reidicm Maße sühig ist unb die sie zu einer bei vielseitigsten 'Persönlichkeiten Hilf er er 5 filme machte. ES ist bedauerlich, bau diese ivirtltckc Künstlerin unserer Bühne nicht erhalten bleiben konnte.

Erich Weingartner svictte den >?ilfeprebiaac, btf beste ('kfralt des Stuckes, hüt inniger Schlichtheit unb l'eelenoollcr Hobelt, die auch durch die nom Dichter vorg. idiriebcne unschön.- Mundart nicht l»ecintrachltgt wurde.

Der Bogelrculer wurde von Hermann Bakof, der and) dic Leitung gewohnter Umsicht buidiiuniie. mit der vorzüglichen Raumreuc und Lc 'iswahrbttt darg.'stellt, df man von dem erfahrenen «tiinftlcr gewohnt ist, der erfreu- Itcherweise auch für das nackskv Jahr verpflichtet ist. Seine wackere Gattin sand in Grete 5)öckcr, bet iüchtigen Dar- fielleiin mütterlicher Rollen, eine vafsende tki.rctcrin

Dorle Maisartd war als kindlich unschuldiges Bräutcken Trude von rutircud r Jnniglcit unb holderAn­mut Ihr eigenwilliger Bräutigam Georg würd' von Cle­mens Roben mit ansg.'zcickucter Ber.nnerlichnng g.-g ben. die Don einer erwärmenden Beredsamkeit wirkungsvoll un»crstutzt wurde. Die weise Mäßigung, die er bi t der Darstellung dieser schwierigen, weit zwiespältigen Rolle walten lieg, verbürgte den staiken. ehrlichen Erfolg, her ihn auch in seinem neuen Wirkungskreis begleiten möge.

Dic Wetzkalncnc wurde von Ada Panin, ct auch für die nächste Spielzeit gewonnen ist, gut bargestrllt.

Am Abend beschloß eine Wfderyolung ixr kürzlich bc* fprodicucii Hamletauffubruug, Der ch 'eider nicht bei­wohnen tonnte, die Spielzeit mit einem abermaligen ü arf.it eriolq. Lieber den Verlauf her Spiel;.it. Dir uns mamths wertvolle braditc, werbe ny dcmnöchh berichtenAuf v,cl- iacken Wunsch ;eiü »ch bcuic noch nültctlcu. da», «»ugcr den bereits genannten Mirgli.bcrn nn.crer Bühne, soweit cs schon icMkvt. nock solgendc hier verbleiben: »udolf 0- oll, eenj. a nlpL -tarl «old, Alocrt R u ch. Het- Uttmn Stichel, Lore Scholz und Herrn.ne G11 z i II g c r.

Karl Neurath.