bet Turin mit dem in Aussicht' genommenen neuen Dach viel besser wirke, als in der heutigen abgestumpften Form. Tr. Seib- Krofdorf sprach sich dagegen aus, das; man das Bild des Turmes durch das Aufbauen eines solchen Helmes verändere. Bürgermeister Stahl-Friedberg ist auch der Ansicht, daß man den Turm so belassen solle, wie ev ist. (Line Schieferbedachung sei überhaupt leicht zerstörbar, wenigstens sollte man, wenn man schon etwas schaffen will, an Kupfer denken. Prof. Tr. B i erm er tritt entschieden dafür ein, das; man die Plattform so wie sie ist, belassen soll. Er sei ein Geyner radikaler Burgcrneucrung. Der Bergfriet sei ohne diese Spitze eine erworbene Gewohnheit und die Gegenwart habe ein Recht, zu verlangen, daß die Ruine Gleiberg so wie sie ist, erhalten bleibt. Winn erst in der Gegend bekannt würde, daß man den Turm mit diesem Dache versehen wolle, dann wurden sich die Mittel finden, um die jetzige flache Bedachung in dauerhafter Weise herstellen zu können, als dies bisher geschehen konnte. Man solle die Sache verschieben bis sich später ein Geber fände, der eine Knpferabdcckung spendet. — Stadtverordneter Hauba ch-Gießen ist derselben Ansicht, er erklärt, daß die Leute, die das Modell auf der Höhe des Turmes gesehen haben, förmlich erschrocken erklärt hätten, das würde hoffentlich doch nicht so bleiben. Fr. Kühn-Gießen verweist auf die Plattform des Bergfriets der Burg Münzenberg, der in Asphalt abgedeckt ist, was sich sehr gut erhalten hat. Lehrer Lochau- Gleiberg bemerkt, daß die Bevölkerung in und um Gleiberg einmütig sei, in der Verurteilung der in Aussicht genommenen Veränderung des Turmes. Geh. Justizrat Prof. .Dr. Schmidt- Gießen führt aus, daß der Gedanke, den Turm mit einem Helm zu versehen, auf Anregung des Provinzial-Kvnservators der Rheinprovinz, Prof. Clement, entstanden sei. Die Ausführung des Planes sei jedoch frühestens int Jahre 1909/10 möglich, so daß erst die nächstjährige Generalversammlung sich darüber schlüssig ■3u machen haben wird, ob das spitze Dach ausgeführt werden solle .ober nicht. Baurat Stiehl- Wetzlar bemerkt, daß es keines Falles seine Absicht sei, der Versammlung etwa den Helm als Turmbekrönung aufzudrängen. Er wolle zugestehen, daß die Macht der Gewohnheit im vorliegenden Falle eine große Rolle spielt. Ein flacher Turnt wirke immer häßlich, wogegen ein Helm auf einen solchen ästethischer wirke. Professor Tr. Biermer führt aus, daß die Hauben auf den Türmen alter Abbildungen solche mit latenten sind, die schon besser wirken als das Modell, aber selbst wenn der Gleibergturm eine Bedachung mit Laterne bekomme, finde er sie nicht schön. Landrat Tr. Sartorius ist der Ansicht, daß die int Modell vorgeführte Turmbedachung von Gießen her viel zu steif sich ausnimmt, die Wirkung würde eine bessere sein, wenn der Helm etwas flacher, gedrückter ausgeführt werdeit würde. Er schlage vor, zu beschließen, daß im kommenden Jahre der Generalversammlung eine dahin gestaltete Turmhaube int Modell vorgeführt würde und dann erst ein Beschluß gefaßt weroen solle. Ter Antrag wurde mit einer Mehrheit von wenigen Stimmen zum Beschluß erhoben. Ein Rundgang durch die Burg zeigte, daß die Sicherungsarbeiten an der Ruine feljr weit vorgeschritten sind, daß aber an dem ältesten Pallas (von Otto dem Salier erbaut) noch viel zu tun ist. Tas neu beschaffte Garteninventar, das seinen Platz unter den Bäumen des Vorplatzes am Eingangstor der Burg erhalten hat, gibt dieser Stätte der Erholung ein überaus vornehmes Gepräge. Zu wünschen wäre nur, daß unsere Bevölkerung mehr, als dies bisher geschehen ist, den Gleiberg aufsuchte. Ein geselliges Zusammensein der Mitglieder bildete den Schluß der diesjährigen Zusammenkunft der Burgherren auf dem Gleiberg.
' Aus SLa-t und Land.
Gießen, 29. Juni 1908.
Die Hefsengloüe.
Bei Dr. W. Merck, dem Vorsitzenden des Komitees für die „Hessenglocke", sind Freitag abend folgende beiden Tele- gramme aus Kiel eingelaufen:
„Dr. Willy Merck, Darmstadt. Hessenglocke soeben eingeweiht, alle erfreut über Klang und Ausführung, welche wunderschön ausgefallen sind. Herzlichen Gruß meinem heben Heimatland — Irene."
„Dr. Willy Merck, Darmstadt. In Gegenwart der ' Frau Prinzeß, tvelche die ersten Schläge tat, wurde die schöne Glocke des Großherzogtums bem Linienschiff „Hessen" heute vor versammelter Mannschaft übergeben. Mit Empfindungen wiederholten Dankes — Heinrich von Preußen."
■ ,v Die „Hessenglocke" ist bekanntlich aus Beiträgen des ganzen Landes dem Linienschiff, das den Namen unseres 'engeren Vaterlandes trägt, gestiftet worben. Leider war der Guß viermal mißlungen, und erst nach wiederholter längerer Verzögerung ist es dem Bildhauer Prof. Habich gelungen, einen schönen, einigermaßen tadellosen Guß fertig zu stellen. Die Glocke konnte leider nur kurz in dem Kunstgewerbemuseum ausgestellt werden, da sie unbedigt Ende Juni nach Kiel geschickt werden mußte. Die eine Seite der .Glocke zeigt im Relief einen pflügenden Bauern mit zwei .Pferden, im Hintergrund die Konturen der Bergstraße mit den Türmen de§ Auerbacher Schlosses angedeutet. Auf der anderen Seite stehen die von einer Darmstädterin verfaßten Worte:
Ernst, treu und gut,
So ton ich in die Welt
Und künde, daß sernab int grünen Feld, In Wälder», still, an schönsten Stromes Flut Ter Hessen Heimat liegt
Ernst, treu und gut.
> > " *
- ** Postalisches. Der verdiente langjährige Vor- !sheher des Postamts 2 in der Schulstraße, Rechnungsrat Bernhardt, tritt am 1. Juli in den Ruhe st a n d. Vom gleichen Zeitpunkt ab wird das bisher selbständige Postamt 2 dem Postamt 1 unterstellt. Zuschriften usw., die den Tienftbetrieb bei dem Postamt 2 betreffen, werden daher zweckmäßig an das Hauptpostamt zu richten sein.
* • Libera lismus und Volksbildung. Wir weisen auf den Vortrag hin, den Oberlehrer Dr. Klein 'am nächsten Dienstag in der ersten gemeinsame»; Mitgliederversammlung des freisinnigen und des nationalsozialen Vereins halten wirb. Das Thema betrifft das Gebiet, auf dem der Liberalismus seine schönsten Erfolge selbst in Zeiten politischer Schwäche errungen hat, weil die besten Männer des Liberalisrnus politische Arbeit stets als Erziehung des Volkes ju selbständigem Denke»; und Urteile»; aufgefaßi haben. — Alle Freunde eines entschiedene»; Liberalismus sind herzlich willkommen, die Beteiligung vo»; Dame»; an Versammlung und Diskussto»; ist besonders erwünscht.
x <** Landesversicherungsanstalt. Die Näh r- mitteltäfel (Nährgehalt der gebräuchlichste»; Nahrungs- ,mittel), von der vor einiger Zeit in unseren; Blatte die Rede iwap ist nunmehr erschienen und es sollte deshalb diese Tafel in jede»»; Haushalt, in den Schuten, Krankenanstalten, Krankenkassen, eingeschriebene»; Hilfskasse»; und Sanitcits- vereine»; re. vorhanden sein. Die Tafel erklärt in anschaulicher verständlicher Weise, aus »velche»; Bestandteile»; sich die einzelner; Nahrungsmittel — es sind ihrer 30 verzeichnet — zusäinmensetzen.
" Burschenschaftsfeier auf dem Niederwald. An; 4. und 5. Juli veranstalten die Vereinigungen alter Burschenschafter von Bingen, Darmstadt, Frankfurt a. 9)L, Kreuznach, Mainz und Wiesbaden im Verein mit bei; aktive»; Burschenschaften von Bonn, Gießen, Heibelberg, Marburg rtinb Straßburg zur Erinnerung a»; die vor 25 Jahre»; er- otgte Einweihung d e s Nie deriv alb den kn» al es eine Burschenfeier auf den; Niederwald.
* * Die Verbindung kath. deutschen Studenten „Hasso-Nhenania" wird in bei; Tage»; von; 17.—20. Juli, wie man uns schreibt, in größeren Veranstaltungen ihr 25jühriges Stiftungsfest begehen.
* * Ei»; Jubiläum. An; 22. Juni wäre»; es 20 Jahre, baß Herr Guldan in allbewährter Treue und Anhänglichkeit seine Dienste dem Gießener Schützenvereir; widmete. Anläßlich des Jubiläums veranstaltet der Schützenverein heute eine Feier, bei welcher Gelegenheit den; Jubilar eine Geb enkta fel nebst einem Gelbgeschenk überreicht wirb. Die Mitglieber ließe»; es sich nicht nehmen, außerdem auf der ausgestellte»; Geschenktafel kleine Andenken niederzulegen. Am Abend findet ei»; gemütliches Zusammensein auf dem Schützenhaus statt.
• * Kirchengemeindewahlen. Am 16. Juli sollen die Erneuerungswahlen für die Gemeindevertretungen der vier evangelischen Kirchengemeinden vor- genomme»; werden. Die dabei ausscheidenden Mitglieder können sämtlich wiedergewählt werden. Es werden ausscheiden in der Matthäus gemeinde: Bautechniker Altvater, Glasermeister Bier au, Kutscher Lat her, Weißbindermeister Neuling, Zeugivart Niebel, Landgerichtsrat Schmeckenbecher, Kaufmann Gustav Windecker. Außerdem sind noch vier durch Tod u. s. w. abgegangene Herren durch Neuwahl zu ersetzen. — I»; der Ni arkusgemeinde scheide»; aus: Schuhmachermeister Benner, Spenglermeister Faber, Gymnasiallehrer Haggemüller, Kaufmann Kinkel, Spediteur Lynker, Buchbinder Steinhäuser, Schlosser Zeidter. Für drei weitere sind Oieuwahlen vorzunehmen. — I»; der Lukasgemeinde scheide»; aus: Posl- direktor Ritsert, Oberbriefträger Keßler, Gelbgießer Rinn, Geh. Justizrat Dr. Schäfer, Werkmeister Schilf ft, Geh. Kirchenrat Tr. Krüger, Kaufmann Schuchard, Ober- ftaatsanivalt Theobald, Obersteiger Ni e»; g e §, Rcchnungs- rat Menzel. Neu zu wähle»; sind vier Herren. — In der Johanne Sgemeinde scheiden aus: Prof. O. B a l d e n s p e r g e r, Bureauvorsteher Bruchhäuser, Bauunternehmer Becker, Stadtrechner Döpfer, Glasermeister Luh, Staufmann Nassauer, Weißbindermelster PH. Schäfer, Stadtgeometer Wißner, Oberposlsekretär Fischer, Landgenchts- direktor Prätor ins. Neu zu wähle»; sind zwei Herren.
* * Die kirchlich-positive Vereinigung für das Großherzog tun; Hesse»; hält ihre Hauptversammlung heute i»; Darmstadt ab. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Nachniittags-Versammlung, i»; der der bekannte Geh. Kirchenrat D. Lemme, Professor in Heidelberg, einen Vortrag über das apostolische Glaubensbekenntnis halten wird, eine öffentliche ist und also Jederniann Zutritt zu ihr hat.
• * Von; deutsche»; Zurufe ft. Gesten; fand in; Mittelrheinkreis a»; verschiedene»; Plätzen das Vorturnen zu den; allgemeine»; Wetturnen statt, das dazu bestimmt ist, minbergeübte Turner vom allgemeine»; Wetturnen abzuhalten, Die Turner beS Gaues Hessen turnten in Frankfurt a. M. Nach bei; erzielten Punktzahle»; werbe»; zwei von ihnen zum Sechskampf zugelassen: Müller-Gießer; (Turnv.) unb Schneiber-Wetzlar.
* * Der P o st u»; t e r b e a m t e r; - V e r e i n Gießen hält am Sonntag, 5. Juli, in dem Garte»; und in den Räumen zur Schönen Aussicht bei schönem Wetter seit seinen; zweijährigen Bestehen sein erstes Sommerfest ab, bei dem er dem Publikum durch Konzert, Tanz, Kinderspiele, Preisschießen, Karussell, Aufsteigen eines Luftballons usw. einige gemütliche Stunden zu bereiten gedenk». Da unsere Stephansbrüder zwischen Publikum und Verkehr die nächsten und vertrauenswürdigsten Personen sind, so darf gehofft werden, daß der junge Verein durch zahlreichen Besuch seiner Festlichkeit unterstützt und erfreut wird. _ _
* * Kolosseum. Vor gut besetztem Hause hatte»; die Tarnen - Ring kämpfe des 12. Tages folgendes Resultat: Frl. Haag-Stuttgart blieb gegen Frl. Schönburg- Wien Siegerin durch Kopfzug aus dem Stand in 5.26 Min. Ter nächste Kampf Frl. Richter-Schlesien gegen Frl. Hanlon- Elsaß verlief ohne Entscheidung. Mit voller Erwartung trat nun der letzte Kampf in Aktion, die Entscheidung zwischen Herrn Schaumburg-Gießen und Frl. Muranky-Ungarn. Beide Käinpen setzte»; mit voller Wucht und Energie ihr ganzes Können in die Wagschale, ein ganzes Register von Griffen und Parade»; wechselte in steter Reihenfolge, plötzlich setzte Frl. Muranky einen Rackenhebel ei»;, und drückte zum Ergötzen und Staune»; des Publikums Schaumburg auf beide Schultern. Zeit 28.35 Min. Tie Kämpfe der Sonntag-Mittag-Vorstellung hatten folgendes Ergebnis: Frl. Haag-Stuttgart siegte gegen Frl. Pabau-Belgien in 14.26 Min. Schulterdrehwurf. Hartnäckig gestaltete sich der Kampf Frl. Schönburg-Wien gegen .Frl. Manuela-Spanien, bei der die Wienerin als Siegerin nach 15.35 Mi»;, durch Armdurchzug am Boden hervorging. Tie Abendkämpfe hatten folgendes Resultat: Frl. Muranky-Ungarn siegte über Frl. Nelson-England durch Nackenhebel am Booen. Zeit 14.45 Min. Die Entscheidung zwischen Frl. Philippi-Aachen und Frl. Hanlon endete zu Gunsten der Aachnerin, die die Berlinerin" durch Armfallgriff aus dem Stand nach einer Zeitdauer von 48.26 Min. besiegte. Frl. Pabau-Belgien und Frl. Schönburg-Wien lieferten ebenfalls einen guten Kampf, der manch interessante Griffe bot, nach 4.20 Mm. bliep Frl. Pabau Siegerin. Zu den heutigen Kämpfe»; hat sich ein Gießener Herr gemeldet, der seinen Namen jedoch nicht nennen will.
Tragisches Ableben. Ter seit vielen Jahren in der Silbereisenschen Essigfabrik beschäftigte Werkmeister Wilhelm Seng fiel am Samstag nachinittag im Hofe der Fabrik so unglücklich vor; einem Rollwagen, daß er auf de»; Hinterkopf fiel und bewußtlos liege»; blieb. Er wurde durch Mannschaften der Sanitätskolonne nach der Klinik überfuhrt, wo'er nach etwa zwei Stunden verschied.
* * Ei»; roher Akt. In dem Neubau Ecke des Wetzlarerwegs und der Friedrichstraße wurde die fertige obere Wohnung, der Korridor, 4 Zimmer, Decken, Fußböden und Türe»; derartig mit schwarzer Farbe bespritzt, daß sie neu hergerichtet werben müssen und dem Besitzer ein erheblicher Schaden verursacht »vurde. Anzeige wurde erstattet.
* * Die Bank für Handel unb Industrie (Darm
städter Bank) hier hat m Lauterbach, Oberhessen, eine Agentur errichtet.
+ Großen-Buscck, 26. Juni. Hier regen sich zur Zeit schon viele Hände, um die Vorbereitungen zu dem an; 11., 12. und 13. Juli l. Js. hier slattfindende»; Turnfest mit Fahnenweihe zu treffen. Eine größere Anzahl Jungfrauen haben bereits turnerische Aufführungen eingeübt, um diese beim Fest vorzuführen. Nicht minder wird der Turnverein, der schor; bei vielen auswärtigen Turnfeste»; mit höhere»; Preisen ausgezeichnet rvordcn ist, glanzvolle Darbietungen bringen. I»; dankenswerter Weise »verde»; der Radfahrverein, die vier Gesangvereine, Kriegervercin unb die freiwillige Feuerwehr bei dem Feste mitwirken, durch Aufführung von Neigen, GesangSvorträge»; nsiv. Eine größere Anzahl auswärtiger Turnvereine hat bereits ihr Erscheinen zugesagt. Die Feslmusik wurde der hiesigen Kapelle OHcoIai und die Festwirtschaft dem Gastwirt Brück hier übertragen. Nach alle»; bis jetzt getroffene»; Vorbereitungen verspricht da3 Fest, wenn c§ der Himmel mit ihm wohl meint, recht schön zu werden.
— Wenings, 27. Juni. Heute sind es 140 Jahre daß unser Städtchen seinen Hagelfeiertag zum'-ersten Male feierte. Den»; ei»; Jahr vorher, am 27. Juni 1767, hatte ein furchtbares Hagelwetter i»; den Jsenburgische»; Aeniter»; WenmgZ und Birstein gehaust und alle Ernte total vernichtet. Der damals regierende Fürst von Jsenburg-Bw- stein, Wolfgang Ernst II., der gerade in dem Unwetter »var, „als er nach der Wolfshütte" gewollt, ordnete für die vor; der Katastrophe betroffenen Landesteile einen jährliche»; Hagelfeiertag an.
Offenbach, 27. Juni. Die Eisenbahnverwaltung ist dem Gedanken nähergctrelcn, den Hauptbahn Hof Offenbach um etwa 1000 Meter in südlicher Richtung zu verlegen. Die Handelskammer hat die Ausführung dieses Projektes dringend befürwortet. Die Stadtverordneten sollen nun ebenfalls ihr Gutachte»; abgeben. Die Debatte hierüber kam in der letzten Sitzung nicht zum Schluß; die Ausführung der geplanten Verlegung erscheint gesichert.
X Nodheim a. d. Bieber, 29. Juni. Die Schüler der Gewerbeschule besuchte»; am gestrige»; Sonntag unter Führung ihrer Lehrer die Kunst-Ausstellung in Darmstadt und dere»; sonstige Sehenswürdigkeiten. Der Aufbruch zur Reise erfolgte kurz nach 2 Uhr nachts nach Bahnhof Gießen und die Rückkehr nach dorte»; abends 11 Uhr. An der Fahrt nähme»; auch mehrere Mitglieder des Gewerbevereins teil. — Der Vorsitzende unserer Lokalabteilung, Schreinermeister K. Schlierbach wird am nächste»; Montag in Weilburg bei der nächste»; Generalversammlung der Gewerbevereinc Nassaus folgende»; Antrag einbringen: „Die Generalversammlung wird ersucht zu beschließen, den Vorstand zu veranlassen bei der zuständigen Behörde dahin zu wirken, daß der geplante»; Weiterführung der Biebertalbahn (Gießen-Bieder) bis Hohensolms als Schmalspurbah»; die Genehmigung als solcher versagt wirb und dafür eine Vollbah »; gebaut wird, die ihre Einmündung i»; Bischoffe»; (Strecke Gladenbach- Herborn) erhält. Der Antrag ist bestens begründet und wird auch durch einen Vertreter der Bürgermeisterei Hohensolms nach Kräften unterstützt werben.
rv. Wetzlar, 28. Juni. I»; dem Vorort Nied er - girmes »vurbe heute der General-Appell des Kreis- Kriegerverbandes abgehalten. Gegen 21/i Uhr setzte sich vo»; der Hermannsteiner Straße aus ein stattlicher Zug mit etwa 60 Fahne»; unter den Klängen der Kapelle des Großh. Hess. Infanterie-Regiments Nr. 116 in Bewegung. Auf bei»; »veite»; Festplatz der. Lahmviese»; angekommen, begrüßte der Vorsitzende des Kreisverbandes, Generalmajor z. D. C a st e n- dy ck-Braunfels die aus allen Teilen des Kreises erschienenen Kriegervereine. Nach dem Hurra auf den Kaiser wurde die Nationalhymne gesungen. AuS den; erstatteten Rapport sei erwähnt, daß der Kreis-Kriegerverband Wetzlar in 65 Vereinen 3234 Mitglieder zählt. Im Anschluß a»; den Appell feiert der Kriegerverein Wetzlar-Niedergirmes morgen fein 30jähriges Stiftungsfest.
F. C. Wanfried, 28. Juni. Au; 26. und 27. Juni wurde hier der 19. hessische Städtetag unter Vorsitz bes Oberbürgermeisters Gebeschus - Hanau abgehalten. 54 hessische unb 4 »valbeckische Stäbte sinb jetzt in; Städte- bunbe vereinigt unb sind jetzt Verhanblungen im Gange, auch die Städte des Regierungsbezirks Wiesbaden einzubeziehen, um eine»; gemeinsame»; hessen-nassauischen Städtetag zu konstituieren. Es referierte»; u. a. Bürgermeister Rößler- Schmalkalden über „Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden" und Professor Dr. Stein- Frankfurt a. M. über die „Stellung der Gemeinde»; zur Jugendfürsorge". An de»; letzte»; Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Diskussion. Folgende Resolution gelangte zur Annahme: „Der hessische Städtetag hat mit großen; Interesse vo»; den Ausführungen des Prof. Dr. Stein-Frankfurt a. M. Kenntnis genommen und empfiehlt de»; zum Verband gehörigen Städten dieser Fürsorge ihre fortgesetzte Aufmerksamkeit zu schenken und insbesondere auch der Errichtung von Lehrlingsheimen, da wo es immer angängig ist, näher zu treten". Für das nächste Jahr wirb der Städtetag in Biebrich a. Rh. abgehalten für den Fall, daß die Verhandlungen auf Abhaltung gemeinschaftlicher Hesse»; - nassauischer Tagungen zum Ziele führen, 1910 wird er in Fulda statt- finden.
w. Frankfurt a. M., 29. Juni. (Tel.) Ein Bier- Automobil einer hiesigen Brauerei kehrte gestern von einem KriegervereinSfest in Ruppertshain i. T. zurück unb nahm unterwegs 20 Personen mit. An einer Kurve geriet daS Auto ins Rollen unb fiel um. Drei Personen wurden getötet und mehrere andere schwer verletzt.__
verband zur Wahrung der Interessen der betriebe trankeniassen Süöwestdeutschlandr.
Mannheim, 27. Juni.
Hier tagte heute.eine Versammlung friint Zwecke der Gründung, eines Verbandes zur Wahrung der Interessen der Betriebskranken- kassen Südwestdeutschlands. - , ,
Herr Harth, Vorsitzender der staatlichen Betr;ebskranken- kasse Darmstadt verwies auf die Gründung eines Verbandes zur Wahrung der Jnteresseii der deutschen BetriebStrankenkasfen mit dem Sitz in Essen. Bon den 7700 in Deutschland bestehenden Becriebskrankenkassen mit 2 800 000 Versicherten, haben sich bereits über 1300 Betriebskrankenkaffen dem Verbände angeschlofsen »mt 1200 000 Versicherten. Ta das SchwergewiM des Zusammen^


