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29.6.1908 Erstes Blatt
 
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Nr. 130 Erstes Blatt - 158. Jahrgang Montag SS. Juni LV08

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General-Anzeiger für Oberheffen MW Lnnahme von Anzeige« -cy V ö 5 I u.Land- undGerichts--

Si oo^magTiTu^ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'scherr Univ.-Vuch- und rieindruckeret. K Lange. Redattkon, Expedition und Druckerei: Lchuistratzs 7. Au!^'gentell^^?B^ck.

Vom persischen Staatsstreich.

Der Schah hat von neuem die Konstitution be­schworen. Die Bevölkerung mißt aber dem keinerlei Bedeutung bei. In Versammlungen wird der Schah nur als gewöhnlicher Bürger bezeichnet. Man betrachtet ihn als entthront. Mit größter Begeisterung wird allerorts ein -in Tausenden von Exemplaren verbreiteter Brief Silli-es- Sultans an den Schah gelesen, in welchem die Beschießung des Modschlas durch den Schah mit den schärfsten Worten verurteilt wird. Zurzeit wird ein Aufgebot von 1000 Frei- rvilligen, darunter 400 Reitern, gebildet.

Der Schah folgte den Ratschlägen seiner russo- fphilen Umgebung und gab seine Zustimmung zur Be­rufung russischer Truppen zum Schutze der Euro­päer bis zur Herstellung der Ordnung. In einem besonderen Firrnan hebt'der Schah hervor, die Endschumenmitglieder hätten zu den Waffen gegriffen und mit Schießen und Born- benwerfen begonnen, wobei mehrere Kosaken und Regie- jrungsbeamte getötet worden seien. Um der Revolution ein Ende zu setzen, erklärt der Schah die Stadt Teheran in den Kriegszustand.

Das Schießen in Täbris dauert mit Unterbrechungen fort. Die' Plünderungsfälle nehmen zu; so wurde das Haus des reichen Hassanaga geplündert. In der Stadt herrscht völlige Anarchie.

Aus Rache für zweitägige Plünderung drangen in Tä­bris Reaktionäre in den Stadtteil Hiabcm ein und töteten zwei Gegner, die vorher grausam mißhandelt wurden. Ge­werbetreibende und Kaufletlte sind durch Raubüberfälle stark

geschädigt.

In Täbris ist ferner die Nachricht eingelaufen, daß der 'Räuberhauptmann Rachim Khan aus die Seite des Medschlas tritt und 3000 gut bewaffnete Reiter ins Feld stelle. Rachim Khan zieht mit seinen Reitern nach Täbris. Am Samstag wurde ein Attentat gegen den Komma n- danten der Truppen, Jgri Khan, verübt, der ver­wundet wurde. Die Revolutionäre erklärten das Attentat

ArrsLanö.

Fva.nzösis cheLandwehrleute haben wieder einmal gen:entert. Wie und am Samstag mittag aas Montpellier drahtlich gemelder wurde, machten Landwehrleute des 121. Regi­ments den Versuch, bcn Jahrestag der Meuterei des 17. Jn- fanterie-Regimews zu feiern. Ein Major wurde, als er ein­schreiten wollte, von seinen Leuten insultiert. Patrouillen zwangen aber die Manifestanten, nach der Kaserne zurückzukehren.

Die Absich t Abduls Astis betr. die Aufnahme einer Anleihe von drei Millionen Franks ist von den Pariser Finanzleuten günstig ausgenommen worden, da als Garantie das (Eigentum des Maghzen in Rabat, Tetuan und Saffi angeboren worden ist Der Eingeborene, der den Engländer Kennedy g-eif.au gen hält, ertlärte, ihn nur auf besonderen Befehl Mulay Hafids sreigeben %u dürfen. Charakteristisch für die Stimmung des Auslandes ist das blödsinnige Gerücht, daß der deutsche K-o n s u l a r a g e n t in Tetuan die Ve r h a s t u n g ver-anlaßt habe, weil er an einem Ländcreiankauf interessiert gewesen wäre und die Konkurrenz Kennedys gefürchtet hätte.

Der itali-cnische Deputierte Santini, der jüngst durch den Zuruf: Ihr Feiglinge! den Jour­nalistenstreik in der Kammer hervorgerusen hat, er­klärte am Sonntag die Ni e der-l e gu n g seines Mandats. Dst Kammer lehnte aber die Demission ab.

Bei der Abstimmung über den Unterrichtüctat im ö st er r. Hevrenhause entfernte sich ein Teil der Mittelpartei und fast die ganze konseroative Rechte, um damit ihre Unzufrieden­heit über dir Haltung der Regierung in der Hochschulfrage und die Wahr mund- Angelegenheit Ausdruck zu geben. Graf Thun behauptete, an den bedauerlichen Ereignissen, durch welche Oesterreich ganz Europa ein trauriges Zeichen seiner Hochschul- verl)ältnisse gäbe, seien auch manche Professoren und Rektoren mitschuldig. ,Dr. Grabmyr meinte, so lange Dr. ikRarchet an der Spj.de der Unterrichtsverwaltung sei, bestehe für die Freiheit der Forschung unb Wissensck-ast feine Gefahr. Er sprach sich gegen den Generalstreik der Hochschicken ans und äußerte sein Bedauern Über die an den Hochschicken herrschende Jnwleranz.

Das öftere. A>b.geordnetenhaus hat das Budget erledigt. Es geschah nach 6 Jahren zum ersten Mal, daß das Budget vom Parlament erledigt wurde. Eine von der christlich- sozialen Partei, eingebrachte Resolution, welche die Regierung auf» forderte, Erhebungen über baä Zchst sternw e rchä-lrwi s be^

Die Geistlichen vor dem preust. Abgeordnetenhaus.

In der Sitzung des preuß. Abgeordneteirhauses am letzten SamStag wurde zunächst bekannt, daß 354 Wahlen einstreilen als gültig gelten. Durch Zuruf wurden v. Kröcher zum Präsi­denten und Dr. Pvrs ch (Ztr.) und Dr. Krause-Königsberg (ntl.) zu Vizepräsidenten gewähtt.

Auf der Tagesordnung stand dann der Gesetzentwurf betr. die Erhebung von neuen. Umlagen Ur Zwecke der Landes­kirchen.

Kultusminister Dr. Hol le begründet die Vorlage.

Abg. Dr. Wiemer hat erhebliche Bedenken. Es sei nicht angängig, die Geistlichen anders zu behandeln, als aobere Be­amte. Durch die Verzögerung der Beamtenbesol- dungsvorlage sei ohne ine Mißstimmung genug hervor- gcrufen worden, die durch die Vorwegnahme dieser Vorlage noch erhöht werden würde. .Daß ein besonders dringendes Bedürfnis für diese Vorlage vorliege unb daß sie vor anderen gesetzgeberischen Äiaßnahmen erledigt werde. Es sei ein dringendes Bedürfnis, daß nicht durch Bevorzugung der Geistlichen Mißstim­mung hervorgerusen wird. '

Abg. Wrnckler (kons.) erklärt namens seiner <yreunbe die Zustimmung zur Vorlage. ,

Abg. St.röbel (Soz.) erklärt sich namens seiner Partei gegen die Vorlage. Die Ausgaben für die Kirche beliefen sich im Etat für 1908 auf 6 800 000 Mk. Das sei nur ein Teil. Wenn man die Gehälter der Minister, Bankdlrektoren usw. mit Den Gehältern der Geistlichen vergleiche, so seien sie sehr mäßig. Vergleiche man sie jedoch mit dem Einkommen anderer wichtiger und vielleicht wichtigerer Beamten, so seien sie recht hoch. Die Leh­rer ständen erheblich schlechter. Mann solle vorerst an eine Aufbesserung der Lehrergehälter gehen.

Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben widerlegt zunächst )eine Bemerkung des Vorredners, daß die Sozialdemokratie in Bezug auf die werktätige christliche Nächstenliebe über den anderen Parteien stehe. Die Praxis habe gezeigt, daß b-e werktätige Näch- stenliebedcr Sozialbemokratie immer bann versagte, wenn jemarrd sich dem Despotismus der Sozialdemokratie nicht fügen' wollte. Wenn der Vorredner den Mut gehabt habe, von Terror bei den Wahlen zu sprechen, rufe er (Redner) alle Parteien zum Zeugen auf, auf wessen Seite der Terror geübt worden sei. .Ec bittet den Redner dringend, vor der eigenen Tür zu kehren.

Der Gesetzentwurf wird darauf in erster und 22. Lesung «genehmigt.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Das Uaiserpaar in Ml.

Am Samstag verließ der König von Sachsen Kiel nach herzlicher Verabschiedung vom Kaiser. Bei diesem fand am Abend Tafel statt, zu der u. a. geladen waren die britischen, französischen, amerikanischen und russischen Ma- rineattachös, ferner Sir Max Maechter (JachtShemara"), Max John Fergusson (JachtSicilia"), G. Cecil Witaker Esq. (Cicel"), Geh. Regierungsrat Prof. Busley, Mr. Allison v. Larmour (JachtUtowana"), M. v. Bernuth, Präsident des belgischen Jachtklubs (JachtPas up"), I. Valton (franz. JachtNarnara"), N. William Martin (Punch"), Geh. Hofrat Professor Dr. v. Oechclhäuscr, Geh. Regierungsrat Professor Dr. Lotzen (Wannsee).

Am Sorrntag früh traf die Kaijerin in Kiel ein. Um 9 Uhr 30 Min. hielt der Kaiser Gottesdienst an Bord derGermania". Zur Teilnahme an der Segelfahrt waren außer den Admiralen geladen: Bürgermeister Dr. Burchard- Hamburg, Generaldirektor Ballin und Mr. Arrnour. Um 11 Uhr 35 Min. begann die große Wettfahrtdesdtord- deutscheu Regattavereins auf der Kieler Föhrde. Gemeldet hatten 30 Jachten. Mit deinMeteor" starteten Hamburg" undGermania",Hamburg" übernahm als­bald die Führung.

Am Abend fand beim Käiserpaar an Bord derHohen- zollern" Tafel statt, und um 91/4 Uhr Tee.

Seine Nordlandreise wird der Kaiscrvon Trave­münde aus vor Ablauf der ersten Juliwoche antrcten.

für ihr Werk und veröffentlichten eine Proskriptionsliste, Die eine Reihe von hochstehenden Persönlichreiten umfaßt.

Depeschen aus Urmia melde::: Kurden dringen immer weiter vor und plündern alle Ansiedlungen auf ihrem Wege. Die Bevölkerung fueljt in panischem Schrecken in die Berge.

Deutsches Reich.

Kaiser Wilhelm und König Haakon von Nor­wegen sollen, wie engl. Blättern aus Drontheim gemeldet wird, dort ungefähr am 15. Juli zusammentreffen.

Heber einAiner, das der R e i ch s k a n z l e r zu Ehren des neuernannten amerikan. Botschafters David I. Hill gegeben hat, erfährt dieBerl. Univ.-Korr." von einem Teilnehmer folgende Einzelheiten: Allen Anwesenden fiel die überaus herzliche Art auf, mit der der Reichs­kanzler den Botfchaster behandelte. Lange unterhielt sich Hill mit Staatssekretär v. Schön. Der neue Botschafter hat durch sein gewinnendes Wesen allgemein Sympathien erweckt; seine Unterhaltungsweise ist die eines Gelehrten.

In Straßburg i. E. verloren bei der Wahl des Gemeinderates die Sozialdemokraten sämtliche bisherigen 16 Sitze an die vereinigten Bürgerlichen, die 35 Sitze glatt besetzten. Nur eine Nachwahl ist nötig.

Der bayrische Landesverband des Deut­schen Flottenvereins hielt'etne Telegicrtenversamm- lung ab, in der von allen Rednern die Uebereinstim- mung mit den Beschlüssen der Danziger Tagung ausge­sprochen wurde. Prinz Rupprecht von Bayern hat sich in einem Schreiben erfreut darüber geäußcrt^ daß dte Danziger Verhandlungen in versöhnlichem Geiste geführt worden seien. Da jedoch erst die Zukunft zeigen könne, wie das neue Prä­sidium feine Aufgabe auf Grund der Danziger Beschlüsse auffaffe und in welchem Sinne der Verein künftighin geleitet wurde, sei er zurzeit nicht in der Lage, sich über die Wieder­aufnahme des Protektorates auszusvrechen. Ter Prinz stimme völlig überein mit den Anschauungen, die Prinz Heinrich von Preußen in seinem Telegramm an die Danziger Tagung ausgedrückt habe.

DerParteitagderbayrischenSozialdemo- traten hat am Sonntag in München begonnen. In dem Geschäftsbericht wird mitgeteilt, daß die Mitgliederzahl innerhalb zwei Jahren von 35 000 auf 47 000 gestiegen ist.

Eine Versammlung der Tabak-Berufsgenossen­schaft und des deutschen T a b a k v e r e i n s, die am Sonn­tag in Köln unter Ausschluß der Oesfentlichkeit ftatt- fanb, nahm eine Resolution au, wonach die durch die Welt­marktlage für Tabak fortgesetzt sich verschärfenden Erschwe­rungen der Versorgung des deutschen Tabakgelverbes mit Rohtabak ernstliche Bestrebungen zur Verbesserung des deut­schen Tabakbaues seitens der Regierungen der beteiligten Einzelftaaten und des Reiches, und nachhaltige Förderung vorsichtiger Tabakbauvcrsuche in den deutschen Schutzgebieten durch das Rcichswlonialamt dringend wünschenswert er­scheinen lassen. Die diesbezüglichen Anregungen haben an den betreffenden maßgebenden Stellen bisher erfreuliche Beachtung gefunben. Weiterhin sprach sich die Versamm­lung einstimmig gegen jede Mehrbelastung des Tabaks aus.

Die 59. Hauptversammlung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft hat am Sonntag in Stuttgart ftattgefunben. Nach dem Jahresbericht betrug die Mitgliederzahl am 1. Januar 1908 1604 Mitglieder. Die Einnahmen betrugen 1526 957 Mark, die Ausgaben 1345114 Mark. Als Orte der Wanderausstellung im Jahre 1911 schlug der Gesamtausschuß vor, Frankfurt zu wählen, aber auch mit Cassel zu verhandeln, um ev. dort die Ausstellung abzuhalten. Zum Präsidenten für die nächstjährige Wanderversammlung, die in Leipzig statt­findet, wurde Prinz Johann Georg von Sachsen gewählt.

jüdischen zu den christlichen G ymna s i a l s chül ern an> zustellen, wurde mit 205 gegen 162 Stimmen abgelehnt. \

Der bekannte russische Journalist Fürst

M e n s ch i k 0 w w a r u t vor einem d e u t sch - r u s s i sch e n Ko u - flikt und tritt scharf für die Befestigung der deutsch-russischen Beziehungen ein. Die englische Einkreisungspvlitick! mich'e notwendig den Weltkrieg herbeiführen, bet dem außer! den TreibmDmächten auch.Schweden, Rumäu.ien und die Türkei auf Deutschlands Seite stehen wiirdm. Das franzäslsch-russtsch^ Bündnis stehe nur auf dem Papier, der in Frankreich herrschende Radikalismus hasse die russische Regierung. Daher werde Ruß-s land bei einem englisch-deutsche7l Kvnflikt allein die Zeche bezahlen müssen, und nur die radikalen. Parteien lüußlands. sowie die Polens hätten ein Interest ean der Herbeifühnlng eines deutsch-rusfischest Krieges.

Dre muestm Schlägereien an der Wiener Mivrrfität) von denen in derSU. Tageschr. in vor. Nr. die Rede mar,, wurden dadurch hervorgerusen, daß in der Nacht von Mitt-^ woch auf Donnerstag ein freiheitlicher Student von sechZ! klerikalen Studenten in Couleur überfallen unb so arg zugerichtet worden war, daß er von Wachleuten ins Spital gebracht werden mußte. Infolgedessen wurden die Klerikalem am Samstag auf der Universität mit Pfuirufen empfangen uni) mit Schmähungen überhäuft. Sie wurden in der Aula von deutschnationalen Studenten eingeschlossen, worauf eine wüste Schlägerei entstand, bei der ein Deutschnationalerst durch einen Kopfhieb schwer v erletzü wurde. Als Rektor Ebner intervenierte, wollten die DeutsH^ationalen den.Kleri­kalen den Abzug nur ohne Kappen und ohne Bänder gestatten. Darüber kam es von neuem zu Schlägereien, worauf der Rektor mit strengsten Maßregeln drohte.

Auch in Graz wurde am Samstag eine Schlägerei da­durch verursacht, daß die freiheitlichen Studenten den Abzug, der Klerikalen nur ohne Wappen und Bänder gestatten wollten. Hierauf verfügte dec Rektor sofort die Schließung des Sornmersemesters, unbeschadet der Vornahme der Prüfungen^ Der Versuch des Rektors, die katholischen Studenten aus berj Universität zu geleiten, scheiterten, weil die Freiheitlichen auf! die Katholischen einstürmten, so daß diese sich in die Rektorats-, kanzlci flüchten mußten. Erst am Nachmittag verließen die katholischen Studenten unter Führung des Nettors die Universität; vor dem Ausgang wurden sie von den Liberalen angegriffen; nach einer kurzen Schlägerei zogen sich diese je-, doch ivieder zurück.

Der Heidelberger Studentenausschuß richtete! eine Sympathiekundgebung an die Wiener österreichischej Studentenschaft wegen ihres Eintretens für die schwer bedrohte akademische Lehrfreiheit.

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EchMgMsvemnGleiberg".

th. Gießen, 29. Juni.

Am Samstag wehte die schwarz-weiß-rote Fahne von der Plattform des Bergfrieds des Gleiberg, ihren Gruß Den Burg-> Herren entbietend, ine am Nachmittag aus allen Himmelsrich­tungen des weiten Tales zur Burg gezogen kamen, um als Mitglieder des Gleibergvereins in den gastlichen Räumen des> Nass auer Baues der alljährlichen .Generalversammlung- beizuwohnen. ,

Die Eigentümer der Gleiburg staunten nicht wenig, als sie schon auS der Ferne wahrnahmen, daß man den über 1000 Jahre alten Bergsried anscheinend mit einer Bedachung versehen hatte, der die Form eines Zuckerhutes zeigte. 9)ian war sich, sofort klar, wie die spätere Beratung auch zeigte, daß mit Diei end spitzen Dach nicht nur die ©illjoucttc der Ruine, sondern unsere^ ganze heimische Landschaft mit den beiden Burgresten Gleiberg und Vetzberg verschandelt war., 2lls man näher zur Burg heraniam,' atmete man erleichtert auf, denn man nahm war, daß die spitzes Bedculmng nur ein aus Holz und Stoff hergestelltes Modell war,« um damit die Wirkung eines eventL zu errichtenden Daches zup

Anschauung zu bringen.

In dem stimmungsvollen Luxemburger Zimmer eröffnete dett Vorsitzende Geheimerat Dr. B r e i i> e r t gegen 5 Uhr die General-) Versammlung. Er begrüßte die Erschienenen, Darunter Landrab Dr. Sartorius-Wetzlar, den Vertreter der preußischen Anfsichts-^ behörde, die Mitglieder des Provinzialausschusses für Ober Hessen- die Vertreter des Kreisausschusses für Wetzlar usw.

Aus dem Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr ergab! sich, daß der Verein bedauerlicher Weise nut vier neue Anteil-! scheine an den Mann bringen konnte. Die Zahl Der Beitrag leistenden Mitglieder beträgt 160 (154 ordentliche und 6 außer-! ordentliche). An freiwilligen Beiträgen gewährten: der hessische. Staat (anS dem Fonds für öffentliche und gemeinnützige Ztvecke)s 300 Mk., die Kreise Gießen und Wetzlar je 200 Mk., die Stadt Gießen 100 Mk., die Rheinprovinz 500 Mk., der preußische Staat 600 Mk. ein ungenannter Geber 400 Mk. Der Kaufmann Will». Hornberger hat für die Burg drei neue Fahnen gestiftet. Der Verein verfügte über eine Einnahme von ca. 3600 Mk. Unter den Ausgaben Dürfte interessieren. Daß 432.12 Mk. für Zinsen auf eine auf der Burg ruheirde Hypothek der Kreisspar- käste Wetzlar bezahlt wurden, und daß weiter 2857.47 Mk. für Bauten, Erneuerung des Mobiliars, Steuern usw. aufgeroenbeb, wurden. Die S ichernngsarb eit en bestanden im a6gelaufenen Jahre in der Hauptsache in der überaus schwierigen Sicherung des Bergfrieds, dessen Mauerwerk durch die darin ungestört nistenden Naben sehr beschädigt war. Ferner wurde neues Gartenmoblliar angeschasst. Die Anbringung eines übersichtlichen Situation^. planes der Burg unter GlaS im Innern des Burghofes dürfte von allen Besuchern des Gleibergs mit Befriedigung ausgenommen werden. Die Sicherungsarbeiteu der Ruine iverden int lausen-/ den Jahre fortgesetzt werden und erfordern weitere bedeutende- Mittel. '

Burgbaumeiftxr Baurat St i ech l ->Wetzlar wies Darauf hin, daß die Plattform des Bergfrieds, die vor ca. 16- Jahren in Holz­zement gedeckt wurde, schadl)aft fei, und Ersatz geschaffen werden müsse. Daher sei man der Frage-näher getreten, den Turm mit einem Dache zu versehen, _ das bau künstlerischen Ansprüchen mehr entspräche, als die seitherige Bedachung. An Soantx Bekrönung des Bergfrieds, wie sie das Modell zeigt, historiscy Die richtige Bedachung darstelle. Man müsse sich natürlich Dtefen Helm in Schiefer .ausgeführt denken. Dann würde die Wirkung ganz anders fein. Es lasse sich nicht in- Abrede stellen, daß