Ausgabe 
27.3.1908 Erstes Blatt
 
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Studenten, nach Deutschland. Die hingen Leute bleiben als Gäste der deutsch-französischen Gesellschast zu Studienzwecken eine Woche in Berlin.

Hamburg, 26. März. Ueber das Befinden des er­krankten Bürgermeisters 2r. Mv n k e b e r g besagt das heute nachmittag ausgegebene Bulletin, daß, bei anhaltender Be- wußttosigkeit die Kräfte in rascher Abnahme begriffen sind.

AurLand.

Luxemburg, 26. März. S t a a t s m i n i st e r Eyck en teilte in der heutigen Kammersitzung mit, daß die sinkenden Kräfte des Großherzogs die Einsetzung einer Statt­halterschaft nötig machten, für die die Großherzogin vom Groß Herzog bezeichnet wurde.

TasBerl. Tagebl." meldet an§ dem Haag : AuS Batavia kommen Nachrichten von einer ernsten Gährung unter der Bevölkerung. In Padang wurden Proklamationen gesunden, die bte Bevölkerung zum heiligen Kriege aiihiheit. Auch aus dem Fort de Kock und aus Lubu Basung trafen Nachrichten von einer kräftigen Widerstandsbewegung unter der Bevölkerung ein.

Simferopol, 26. Marz. In Livadia erschoß heute ein russischer Gemeiner des 16. Schützenregiments auf dem Exer­zierplätze z »v e i Offiziere. Tas Bataillon bat dringend den General Tumbadsc, den Schuldigen sofort erschießen zu laßen.

Konstantinopel, 26. März. Ter S ttl t a n sandte den, König von Italien ern Telegramm, in welchem er seinen herzlichsten Dank dafür ausdrückt, das; der König einen so ausgezeichneten General seiner Armee wie R o b i l a n l z»lm Nachfolger Teaiorgi Paschas ansersehtn habe. Ter Sultan spricht gleichzeitig den Wunsch aus, daß der neue mazedonische Gendarmerie-Inspekteur so schnell Vie möglich sein Amt übernehme.

Port au Prince, 26. Marz. Die Negierung von Haiti teilt mit, daß heute alle in den Gesandtschaften geflüchteten Personen diese verlassen müßten, widrigensalts sie unverzüglich aus dem Lande gewiesen würden. Pvctschent Alexis erklärte fernen Freunden gegenüber, daß leine weiteren standrechtlichen Hmrick)- tungcn stattfinden werden, drß die Verfassung geachtet wird und daß alle Fälle und Komplottbeteiligten von den gewöhn licken Ge­richtshöfen abgeurieilt werden. Ter Präsident fügte noch hinzu, wenn die betreffenden Gerichte die Angeklagten für schuldig er­kennen würden, so ivürde die Todesstrafe jedenfalls ausgeführt werden. Gs fei seine Pflicht, die Ordnung aufrecht zu erhalten und die Verschwörer zu verhindern 2000 und vielleicht noch mehr Personen zu tören, wie dies am 15. März bcabsrchrigt gewesen war.

Aus Statt mit Cant.

Gießen, 27. März 1908.

Zur Eröffnung der Ausstellung.

Morgen, Samstag, soll hier in Anwesenheit I. I. D. D. deS Fürsten und der Fürstin von Solms-Hohenfolms-Lich in der Turnhalle des Turnvereins an der Rorb-Anlage eine große Fachausstellung für das Ga st wirt ege werbe feierlich eröffnet werden. Das Gaslwirtegewerbe hat hcut- zutage wahrlich keinen leichten Stand. Eine schier unüberseh­bare Konkurrenz zwingt zu immer erneuten Anstrengungen. Die Ansprüche des lieben Publikums sind oft so weitgehend, daß auch der gewiegteste und aufmertsamste Fachmann empfind­lich werden kann. Wie war das Anno dazumal fo ganz anderst Es hat schon im Mittelalter Gasthäuser gegeben, und die Fremden waren keineswegs, wie zmveilen behauptet wird, nur etwa auf die Gastfreundschaft der Burgen, Klöster und Bürgerhäuser angewiesen. Aber man mußte damals froh fein, daß man überhaupt eine Unterkunft fand. Nörgeln und tadeln gabs nicht. Der Gast, der das versucht hätte, wäre bald wieder auf der Landstraße gewesen. Allerdings, bereits im alten Deutschland mußten sich Wirte und Gäste in manche einschränkende obrigkeitliche Bestimmung fügen, und daS war auch in gewisser Weise ganz gut so. Da wandten sich weise Verordnungen gegen das Waffentragen in der Wirts­stube. Wenn die Bierglocke ertönte, mußte man, wie heute aufs Geheiß der die Wirtschaften durchivandernden Schutz, (eutc, brau nach Haufe gehen. Ueberhaupt sollte alles über­mäßige Trinken unterbleiben. Zumal an Sonntagen und in der Eharwoche gabs noch, wie jetzt in England und Amerika, Extra-Einschränkungen. Im Laufe der Jahrhunderte hat auch das deutsche Gastwirtegewerbe seine Wandlungen gehabt. Besonders bedeutsam ist es, daß sich, wie in anderen Berufen, auch hier mehr und mehr daS Standesbewußtsein, das Soli- darUätsgefühl aller Beteiligten gehoben hat. Auf diese Weise wird ein wirklich solider Wetteifer angeregt und praktisch er­möglicht. Die gegenwärtige Ausstellung wird zeigen, was Technik und Intelligenz unter solchen Umständen vermögen. Die hohe Ehre, daß Ihre Kgl. Hoh. die Frau Großherzogin in den nächsten Tagen die Ausstellung besuchen wird, wird allseitig gewürdigt werden. Es muß Freude erregen und ein bleibender Ansporn sein, wenn man sieht, wie auch Hessens Fürstin für jede Betätigung ehrlichen, gediegenen Strebens warmes Interesse bekundet. Die Fachausstellung für das Gastwirtegewerbe möge unter dem Blick der hohen Herr­schaften wohlbestehen! Mögen auch alle anderen Besucher von dem Gebotenen reichlich befriedigt werden! Das wird den Ausstellern sicherlich der schönste Lohn für all die Mühe­waltung sein. Willkommen und Glückauf! -o.

Aus der Stadtverordneten-Versammlung.

Die gestrige, übrigens von unseren Sladtvätern rech; gut besiichte Sitzung der Stadtverordneten hatte in der öffent­lichen Sitzung nur wenige Gegenstände zu erledigen, so daß sie recht bald zu Ende war. Zum vierten ober fünften Male wurde über den Schutzstreifen an der Irrenanstalt verhandelt, da die staatliche Baubehörde es nicht Wort haben wollte, daß sie bei der Durchforstung eigenmächtig vorgegangen ist. Mit erfreulicher Einmütigkeit blieb aber die Ver­sammlung auf ihrem, die Rechte der Stadt wahrenden früheren Beschluß bestehen. Die in der letzten Sitzung an­geregte Reviiion der Sch ul Häuser wegen ihrer Feuer- sicher heit hat inzwischen stattgefunden und ergeben, daß an einigen Gebäuden die nach innen gehenden Türen in nach außen sich öffnende umgewandelt werden sollen, wofür die nötigen Gelder selbstverständlich debattelos bewilligt wurden. Die Art und Weise der Ueberwachung unserer Vieh- märkte wegen Verhütung von Tierseuchen bietet schon lange Anlaß zu Klagen, die vom Stadtv. Plank gestern in zwei­facher Richtung zur Sprache gebracht wurden. Wie der Oberbürgermeister ausführte, ist bei den in Hessen herrschen­den Grundsätzen z. Zt. auf Abhilfe nicht zu hoffen, trotzdem die Klagen an sich berechtigt sind. Wie er mit bitterer Ironie meinte, unterliegen die Tiere in Hessen anscheinend mehr der Seuchengefahr wie in Preußen, denn fönst wäre es nicht gut einzusehen, warum z. B. Schweine, die in Wetzlar und Herborn anstandslos zum Markt gebracht werden können, bei uns wegen Seuchenvervacht ausgeschlossen werden.

Die nichtöffentliche Sitzung brachte unferen städtischen Beamten und Bediensteten endlich die seit langem ersehnte

und in Aussicht gestellte Gehaltserhöhung und zwar mit halbjähriger Rückwirkung, worüber sie nicht gerade un­gehalten sein werden.

Die Gehaltserhöhung erfolgt bei den Beamten und Be­diensteten in solcher Höhe, daß die Gesamterhöhung ungefähr den Betrag erreicht, den bei den Staatsbeamten der ihnen ab 1. April gewahrte Wohnungsgeldzuschuß ausmacht. Die Lehrergehalte werden so aufgebessert, daß die seminaristisch gebildeten Lehrer, die Schulverwalter und Schulverwalterinnen dasselbe Gehalt bekommen wie in Darmstadt, während die Lehrerinnen denen in WormS gleichgestellt werden. Gleich­zeitig wurde das Wohnungsgeld der Lehrer erhöht, so daß die verheirateten Lehrer jetzt 600 Mk., die uiwerbcirateten Lehrer, die Lehrerinnen und verheirateten Schulverwalter 350 Mk. und die unverheirateten Schulverwalter und Schul- üerroaltcrinnen 250 Mk. erhalten. Die Gehaltsskala beträgt nunmehr für die Lehrer 15003500 Mk., für Lehreri nnen 14002350 Mk., für Schulverwalter 13001550 Mk., für Schulverwalterinnen 11001400 Mk. und für Handarbeits­lehrerinnen 11001850 9)1 f. Die erhöhten Bezüge werden vom 1. Oktober 1907 ab nachbezahlt. Wie Oberbürgermeister Mecum mitteilte, konnte die insgesamt jährlich 41 000 Mk. ausmachende Gehaltsaufbesserung vor- genommen werden, ohne daß hierdurch eine Er­höhung der städtischen Steuern eintritt, da die Steuerveranschlagung etwa 58 000 Mk. mehr wie im Vor­jahre ergeben hat und damit zum erftenmale der Ertrag der siädtischen Steuern die 2)liüion übersteigt.

*

* Tageskalender für Freitag, den 27. März. Stadttheater: Flotte Weibe. (Benefiz - Vorstellung füi Reimer-Schlegel.) Anfang 8 Uhr.

Kolosseum: Letztes Gastspiel von Danny Gürtler. Anfang 8 Uhr.

** Vom Großherzoglichen Hofe. Die Fürsllich Lichschen Herrschaften mit der Prinzessin Dorothea zu Solms-Lich, sowie Gras und Gräfin zu Dohna-Sch lobitten reiften nach derDarmst. Ztg." gestern abend nach Lich bezw. Potsdam ab.

** Lehrerinnen-Prüfungen. Am Montag und Dienstag fairden die mündlichen Prüiungen der Anwärterinnen für baj L. hramt an höheren Mädchenschulen u.ite$ V^r- H0 des Herrn Gcheimerats Dr. Eisenhuth statt. Von 28 Schülerinnen konnten 26 die Befähigung als Lehrerin an höheren Mädchenschulen erhalten, zwei Prüstinge bestanden die Prüfung nicht. (Darmst. Ztg.)

* Das Staatsexamen für den höhere n Zustiz- und Verwaltungsdienst hat am Montag begonnen. 29 Kandidaten nehmen daran teil.

** Der 3. landwirtschaftlich eUnterrichtskursuS für Volks schullehrer an Fortbildungsschulen |oli in diesem Sommer stattfinden. Eine Anzahl Gemeinden i)t auf­gefordert worden, einen Lehrer für den Kursus zu entjenben.

** Ernannt wurde der Steueraufseheraspirant Gesangen- anfseher an der Zellenstrasanstalt Butzbach Adam Eisenhauer zum Steuerausseher.

** Heimarbeitsausstellung in Frankfurt a. M. Die seit anderthalb Jahren vorbereitete Heimarbeitsaus­stellung in Frankfurt a. M. wird am 1. April d. Js. feierlich eröffnet werden. Sie soll ein Bild der technischen und sozialen Zustände der Hausindustrie und Heimarbeit des ganzen Maingebietes, des Großherzogtums Hessen, der preußischen Pro­vinz Hessen usw. entr'olleh. Dienstag, 31. März, 11 Uhr wird die Ausstellung den Spitzen der Behörden gezeigt. Die Pro­vinz Ob-erhessen und die Landesuniversität wird u. a. dabei Oas Mitglied des Zentralausschusses der Ausstellung Prosejsor Tr. M. Biermer vertreten. Professor Dr. Biermer ist auch Mitglied desWissenschaftlichen Ausschusses" dieser höchst inte­ressanten Veranstaltung, die hoffentlich diejenige Beachtung findet, die sie verdient.

Das beginnende Frühjahr bedeutet für die Vergnügungslokale gewöhnlich den Beginn der toten Saison. In unserem Kolosseum wird dies aber nicht der Fall sein. Es ist Direktor Rappmann gelungen, für die nächste Zeit einige interessante Engagements zum Abschluß zu bringen. Das Programm der ersten Aprilhälfte wird z. B. als Clou das Auftreten der hier schon bestens bekannten Schauspielerin Minni di Cerenotti-Strauß bringen, während für später das Auftreten von Cleo de Wie rode und des bekannten Humoristen Maxstadt in Aussicht steht. In dem geräumigen Kolosseumgarten wird in den nächsten Wochen eine Sommerbühne errichtet werden, um das Auf­treten von Spezialitäten zu ermöglichen. Damit widerlegt sich das in der Stadt kolportierte Gerücht, Direktor Rapp- niann wolle Gießen am 1. April verlassen.

* Dienstbotenfrage. Um vielfach aufgetauchten Zweifeln zu begegnen, insbesondere um die weit verbreitete Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen der Gesindeordnung zu beheben, erläßt das Großh. Polizeiamt in der heutigen Nummer eine Bekanntmachung, die für Dienstboten und Herrschaften in gleicher Weise von hoher Wichtigkeit ist. Es handelt sich nämlich um die Auslegung der Art. 6 und 7 der Gesindeordnung, die, wie bekannt ist, durch ein Orts­statut für Gießen abgeändert sind. Anstelle des gesetzlichen Dienstjahres und de§ gesetzlichen Dienstmonats ist hier näm­lich statutarisch das Kalendervierteljahr mit vierwöchiger Kündigungsfrist gesetzt. Das Nähere ist aus der Bekannt­machung zu ersehen.

** Vorsicht. Ein ganz raffinierter Betrüger tritt zur Zeit in Garnisonstädten auf. Er erscheint in einem der vor­nehmsten Hotels, stellt sich als Offizier mit gutklingendem Namen vor und mietet für sich und seinen Vater, der auch angeblich abends eintreffen soll, ein Zimmer, erzählt bann, daß er abends in das Offizierskasino gehe, wo er von den Offizieren erwartet werde, telephoniert dann auch zum Schein an das Offizierskasino und meldet fein Erscheinen an. Alles dies geschieht in Gegenwart des Oberkellners; auf einmal geht er diesen um ein Darlehen an, das ihm gewöhnlich be­reitwilligst verabfolgt wird und verschwindet dann spurlos. Dieser Trick gelang dem Gauner, soweit bis jetzt bekannt ist, in Lüneburg, wo er sich Leutnant von Minichroder, und dann in Braunschweig, wo er sich von Trotha nannte, und auch in Magdeburg ist ihm der Betrug gelungen. Hier ist von seinem Auftreten noch nichts bekannt geworden, ob­gleich der Halberstadter Zeitung zufolge von ihm ein Brief aus Gießen an eine dortige Firma gelangt sein soll.

* Stempel st euerlicheBehandlung der Liefer­ungsverträge. Wie von deiii Flnanzminisler in der Sitzung der 2. Kammer der Stände vom 20. März d. I. erklärt worden ist, sind die preußischen Behörden ermächtigt worden, zu Lieferungsverträgen über Mengen von Sachen

oder Waren, die in einem zwar nicht im Geltungsbereich be£ Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895, aber boch im Deutschen Reiche belegenen Betriebe eines ber Vertrag, schließenden erzeugt ober hergestellt sinb, bie Nieberschlagung ober Erstattung ber gesetzlich erforberlichen Stempel anzu- orbnen. Durch diese Regelung ber Angelegenheit ist eine Gleichstellung preußischer und nichtprerißischer beutscher Lieferungsiinternehmer hinsichtlich ber stempelsteuerlichen Be- Handlung ber Lieferungsverträge erzielt und bamit allen Klagen von Unternehmern ber letzteren Art ber Boben ent- zogen worben. Stempelsteuerbeträge, die infolge des Ur­teils des Reichsgerichts vom 1. Mai 1906 und entgegen ber neuerlichen Anordnung bezahlt worden sind, werden auf An­trag zurückerstattet.

** Eine Sanitätskolonnen Versammlung tagte am Sonntag nachmittag in Mainz: Vertreter von 20 Sanitäts­kolonnen berieten über die anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Mainzer freitoil'L Sanitälslolonne geplante größere Hebung. Tie Versammlung beschloß, daß am 10. Mai die Tätigkeit ber Sanilätsiolonnen in Friedensübungen gezeigt werden soll. Auf Antrag des Mannheimer Kvlonnenführcrs wurde die Uebungs- (citung Kvlonnensühixr Wallau-Mainz übertragen und die Leitung der einzcknen in fünf Etappen zergliederten Hebungen in bie Hände von fünf Kvlonnenführern und Aerzten gelegt. Bei der Hebung soll vergeführt werden das Verbinden der Verwundeten und ihre Verbringung vom Hauptverbandsplatz in das Feld- und Kriegs- la^.rett, die Errichtung von Verpslegungsstationen, das Ein- und Ausladen in und ans Eisenbahnwagen, in Schiffe usw., wozu bas Gelände vom kleinen Bruch bis zum Rhein unterhalb der Straßen­brücke in Aussicht genommen ist. Tie Kolonne Frankfurt a. M. wird ihre Feldluck-e in Betrieb setzen und oeim Vorstand des Alice- Frauenvcrcins wird die Mitwirkung der Krankenschioestern er­beten werden. Von den bei der Eisenbahnverwaltung erbeten wer­denden Wagen haben die Kolonnen Ludwigshafen zwei für mobilen Begleitzug, Gck e ße n und Hochheim je einen gewünscht, die Kv- tonne Geisenheim wird das Beladen eines Schisses, die Kolonne Mannheim das Enttaben eines Schisses vorsühren. Tie Kolonne Spey.r iv.rd z.vei mobile Kolonnenivagen vorsühren. Tie Hoch­heim r und Mainzer Kolonnen werden auch Möbelwagen mit Vageriteilen ausrüsten. Tie Kvlonne Worm-s wird den Fahrrod- tra. spert zeigen. Tie Hebungszeit wurde auf nachmittags festi­ge setzt, sie iviro ums 1 oder 2 Uhr beginnen. Mögen der Hebung am 10. Mai in weiteren Kreiien ber Bevölterunb Sympathien für das Sanitätstotonnenweien erwachsen, zumal die Hebung da­rauf gerichtet ist, die Kvlonnenmitglieber mit den Funktionen ver­traut zu machen, bie int Kriegsialle in großem Umfange an sie heran treten würden, wie es der Krieg 18 <0/71 gezeigt hat.

* * Für bie Beförderung von Kranken auf der Eisenbahn kommen besonders hierzu eingerichtete firan> f e it 11 a g b e 11 e it zur Verwendung, durch deren Einführung cm bedeutender Fortschritt auf dem Gebiete der Kranken - Be- iorberung geschaffen ist. Diese Kraickentragbetten, von welchen un Eiscnbahiidiretlionsbczirk Frankfurt a. M. je eins auf den Bahn- höien Gießen, Limburg und Frankfurt a. M.-Hptbhi. auigefteUt ist, sind derart eingerichtet, daß oer Kranke darin von der Wohnung ober von der Unsallstecke abgeholt, ohne Umbettung m einem Eisen- babnnbtetl, m welches das Tragbett hineingestellt wird, weiter be- Ördert und auf der Bestimmungsstation vom Bahnhof wieder bis an d.e neue Lagerstätte (Krankenhaus, Klinik, Wobnung usw.) ge­tragen werden taun. Tie Tragbetten können von allen Stationen und Haltestellen nötigenfalls telegraphisch angefordert und nach sämtlichen Stationen und Haltestelle>r der Preußisch b Hessischen Staatsbahn verwendet, werden; bie Beförderung erfolgt in den Abteilwagen 3. Klasse. Für die Be- ntitzimg sind zwei Fahrkarten 3. Klasse für den Kranken und je eine Fahrkaite 3. Klasse für jeden Begleiter zu lösen. Weitere Ge­bühren, attch für Rücksendtmg und Tesmsek.ion des Tragbettes, kommen nicht zur Erhebung. Nähere Auskunft erteilen bereit- willigst bie Bahnhoisvorstände.

1' ** Di stelrafen tu nnel. Der Bau eines Distelrasen­tunnels (zwischen Flieden und Schlüchtern) ist nunmehr im Prinzip genehmigt, er wird 3,5 Kilometer lang und somit einer der größten im Deutschen Reiche werben. Die Strecke Frankfurt-Bebra wird dadurch gegen 12 Kilo­meter abgekürzt. Sobald das neue Projekt zur Aus­führung gekommen sein wird, werden, um den Verkehr der Elm-Gemündener Bahn aufrecht 511 erhalten, von Elm nach Schlüchtern und Flieden nur noch Lokal- oder Pendelzuze verkehren.

? Allendorf a. d. Lahn, 26. März. Gestern abend hielten hier in den Lokalitäten der Wirtschaft »zur Linde^ Oberlehrer Dr. Werner und Herr Reuther aus Gießen einen Vortrag im Sinne der Antisemiten. Das Thema der Redner war:Die politische Lage und die letzte Reichstags­wahl a.

(!) Friedberg, 26. März. Am Predigerseminar sand gestern die Entlassung von 14 Pfarramtskan­didaten statt. Oberkonsistorialrat Dr. Petersen- Darmstadt und zahlreiche Geistliche nahmen an der Feier teil. Direktor Professor D. Eger überreichte die Entlassungsscheine an die Kan­didaten.

Aus dem Kreise Büdingen, 26. März. Der K reistag hat sich nun auch mit der Nutzbarmachung der Wasserschätze Oberhessens befaßt. Proomzial- direktor Geheimerat Dr. Breidert machte eingehende Mitteilung über den Stand der Unternehmung eines Wasserwerks zu Inheiden und eines Elektrizitätswerks in Lißberg, die Pläne werden gegenwärtig vom Ministerium geprüft und in Kürze den Provinzialtag für Oberhefsen beschäftigen. Die Aus­führung beider Werke soll 1909 beginnen. Der Kreistag brachte feine Zustimmung zu den großzügigen Projekten er­neut zum Ausdruck. Die Errichtung einer Kreisfainmet­wa f e n m e i st e r e i hat der Kreistag in Aussicht genommen. Im verflossenen Jahrzehnt wurden vom Kreis löStraßen- neubauten und mehrere Umbauten ausgeführt.

R.B. Darmstadt, 27. März. (Tel.) Der Rechtsanwall und Notar Rudolf Link in Dieburg wurde gestern nachmittag wegen Unterschlagung von Nachlaß- und Mündelgeldern in Höhe von 20 000 Mk. durch den Oberstaatsanwalt ver­haftet und in das Untersuchungsgefängnis in Darmstadt ein­geliefert. L., ber geftänbig ist, war früher einige Jahre Rechts­anwalt in Nidda. Er befand sich in den letzten Jahren in zer­rütteten Vermogensverhältnifsen.

Wetzlar, 26. März. Die auf Anregung des Frauenoereins im vorigen Herbst auf dem Kornmarkt in§ Leben getretene Milch küche hat sich bereits aufs beste be­währt. Sie sucht der Kindersterblichkeit entgegen zu wirken, steht unter der Aufsicht des Kreisarztes Braun und liefert den Rlinderbegüterten gegen ein geringes Entgeld gute Kinder- milch. Dazu können minderbegüterte hoffende und stillende Mütter allwöchentlich einmal die vom leitenden Arzt fest­gesetzte Sprechstunde unentgeltlich besuchen. ,

I Weilburg, 26. März. Die Norstereitungen zur nächsten Landtagswahl werden im Oberlahnkreis eifrigj betrieben. Es wird überall in Stadt und Land Bürger­meister Hepp aus Seelbach als Kandidat gewünscht. Er i|t als Sohn eines Bauern aufgewachsen und daher mit den landwirtschaftlichen Verhältniffen der Gegend aufs beste ver-

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