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27.3.1908 Erstes Blatt
 
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traut. Seine Volksschulbildung vervollständigte er auf der hiesigen lanbro. Winterschnle.

w. Frankfurt a. M., 26. Marz. Für den ersten inter­nationalen Kongreß für Rettungswesen, der in der Psingstwoche hier tagen soll, bewilligte die Stadtverord- ncten-Versammlung heute einstimmig einen Zuschuß von 5000 'Mk.

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sd. D arrnstadt, 26. März. Wegen Betrugs in 3 Fällen, Mißbrauch der Dienstgewalt, Ungehorsam, schwerer Privat-Ur- kundenfälsch-ung und Urlaubsüberschreitung stand heute der Ser­geant Julius Gerhardt von der 11. Komp. Inf. Regt. Nr. 116 aus Kempfeld unter Anklage. Er hat, trotz eines entgegen­gesetzten Befehles, einige seiner Untergebenen veranlaßt, ihm Geld­beträge zur Weitergabe an den Feldwebel zu überlassen, die sie über die Summe von 6 M. bei sich trugen. Es wurden ihm auch 20 M. und 5 M. überlassen, welche er aber nicht ablieferte, sondern für sich behielt und verausgabte. Er hat Wetter von sechs Untergebenen je 1 M. eingenommen und verausgabt, welche er als Vorschuß für zu liefernde Bilder an einen Photographen ab- liesern sollte. Er ist geständig und wird ihm $u gute gerechnet, daß er in Notlage war, da er für die Folgen eures Verhältnisses Alimentationsgebühren zu zahlen hatte. Er erhält eine Ge- sängnisstrafe von 6 Monaten, wird degradiert und in die 2. Klasse des Soldatenstandes versetzt.

Der Musketier I. Eis löffel von der 12. Komp. Inf. Regt. Nr. 118 aus Obergleen hat gelegentlich eines Tanz­vergnügens in Bürgel einem Kameraden ein Portemonnaie mit 4 M. Inhalt, das er gefunden, unterschlagen. Trotz seines Leug­nens wird er fürüibersührt erachtet, da er aus dem Portemonnaie seine Zeche bezahlte und wird zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt.

s. Marburg, 26. März. Das Schwurgericht be­schäftigte sich volle 2 Tage lang mit einer Totschlags- g e schichte, die sich in Neustadt zutrug. In der Nacht zum 9. September sand dort ein Kriegerball statt und am anderen Morgen sand man auf der Straße den 26 Jahre alten Maurer Richard Keßler mit einem tiefen Messerstich liegen. Er sagte, der Rottenführer &. Balzer sei der Täter, nachher ist Mßler in der hiesigen Klinik gestorben. Es stellte sich l^eraus, daß Keßler und ein Mann namens Kappel den Balzer überfallen und mißhandett hatten. Letzterer, der mit Kappel angeklagt war, be- stritt, das Mester benutzt zu haben, während der Mitangeklagte dies behauptet. Balzer wurde schließlich freigesprochen und Kappel wegen des llebersalles zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

Kirche und Schule.

Die Sterbekasse des hessischen Pfarrvereins hielt kürzlich in Frankfurt ihre Hauptversammlung ab. Dem Jahresbericht eiiMehmen mir, n. d. Tarmsn Zig., daß die Zahl der Versicherungen sich nunmehr auf 130 beläuft mit einem Versicherungskapital von 106 200 Akk., das Kapitalvermögen auf 22 631 Dik., die Jahresprämien auf 3172 Mk., die »erteilte Divi­dende von 19 pEt. auf 432 Mk. und daß nach jeder Hinsicht Sin Fortschritt zu verzeichnen ist. Es wurde auch für die nächsten 5 Jahre die Verieilung einer Dividende von 19 pEt. beschlossen, sowie die Erhöhung der Versicherungssumme von 1000 auf 2000 Mk. Ausdrücklich bemerkt sei, daß die Sterbekaste auch Nichtmitglieder des Pfarrverems auhiimnu. Im Anschluß an die Hauptversamm­lung der Sterbekasse sprach man sich noch über eine zu gründende Pfarrtöchterkasse ans, um für alle unversorgten großjährigen Pfarrerstöchter in Zukunft eine feste jährliche Rente zu ermöglichen. Ter Vorstand der Sterbekaste, der hierfür schon bedeutende Vor­arbeiten geleistet hatte, wurde beauftragt, sich mit den Vertretern verwandter Vestrebungen (stöhler°Schmul-Habichl°-Stiftung, Piarr- waijenverein, Feuerversicherungsverband) ins Benehmen zu setzen und bis zur nächsten Hauptversammlung des Piarrvereins diese dringende und Hoffnungsvölle Angelegenheit weiter zu verfolgen und dort über seine bisherigen Beratungen Bericht zu erstatten. Manche waren der Ansicht, sich jetzt schon an die weitesten Kreise der hessischen Geistlichkeit zu wenden, schließlich aber hielt man diesen Zeitpunkt erst dann für getommen, wenn sich die Sache erst mehr geklärt habe und die Gedanken greifbarere Gestalt angenommen haben würden. Sobald das der Fall sein wird, gedenkt man an alle hessischen Geisilicheir cme Einladung zu einer Versammlung ergehen zu lassen, um die Sache auf ine breiteste Grundlage zu stellen, da sie eine Angelegenheit aller hessischen Pfarrer ist, die nur von ihrer Gesamtheit befriedigend gelöst werden kann. An- irageii und Wünsche in dieser Sache bittet man an P'arrer Nebel in Laubach zu richten, der auch Anmeldungen zur Sterbekasse ent- gegennlmmt.

vermischtes»

* AuseinerkleincnRcsidcnz. Der bekannte Schrift­steller August Niemann aus Dresden, der in Gotha unter der Regierung des Herzogs Ernst II. Redakteur des Gothaischen Al­manachs geivesen ist, gestattet demHannov. Cour." aus jener Zeit eine Reminiszenz aus Gotha zu veröffentlichen, bei der es sich um einen eigenartigen Etiquettestreit am Hose des Herzogs handelt. Die Geschichte spielte int Jahre 1876 und lautet in der Darstellung Niemanns wie folgt:Die sächsischen Herzöge sind Lischöfe ilirer Landeskirche und können eine Scheidung vor­nehmen. Herzog Ernst II. schied einmal eine Dame, von der man anuahm, daß sie seine illegitime Tochter war. Der Herzog schied ic von ihrem zweiten Manu und verheiratete sie mit einem dritten, der Reisender für ein Wäschegeschäft war und bann vom Kaiser Wilhelm I. geadelt und vorn Herzog Ernst zu einer der ersten Hofstetten befördert wurde. DieGesellschaft" in Gotha billigte diese Sache nicht und brüskierte das Ehepaar. Ter Herzog versetzte es deshalb nach Ko bürg und reiste selbst nach Nizza. In Koburg residierte der präsumtive Thronfolger Verzog von Edinburg mit seiner Gemahlin, Schwester des Zaren Älexauders III. Der Herzog von Edinburg war ein Engländer,

der zufrieden war, wenn er ruhig die2ime5,z lesen konnte. Seine Gemahlin sorgte für alle, Geschäfte und später für die Re-f gierung. Sie billigte das Verfahren des Herzogs Ernst ebenso­wenig wie die Gesellschaft in Gotha und lud zu einem Balle ein, indem sie das vom Regiereirdm beschützte Ehepaar weglicß. Das war um so deutlicher, als der Herr gemäß seiner Charge die Ein­ladung selbst hätte anfertigen müssen. Dieser telegraphierte in­folgedessen eine Beschwerde nach Nizza. Der Herzog Ernst de­peschierte an die Großfürstin das Verlangen, das weggelafsene Ehepaar noch einzuladen. Die Großfürstin antwortete, zu ihrem Talle lüde sic ein, Iver ihr passe, und dieses Ehepaar paffe ihr nicht. Der Herzog depeschierte an den Staatsminister, niemand von feinen Beamten dürfe den Ball besuchen! Die Herzogin von Edinburg sah ein, daß ihre Säle leer bleiben würden, packte ihre .Koffer, nahm ihren Gemahl mit sich und fuhr nach Berlin, wo sie dem alten Kaiser alles erzählte. Die Thronfolge kam in Frage. Aber der Kaiser schätzte seinen altm Freund Herzog Ernst sehr hoch. Er redete der Herzogin zu, wieder nach Kvburg zurückzukehren, und vermittelte dahin, daß der Herzog den in seinen Herzogtümern mißliebigen Hofbeamten auf eine seiner in Oesterreich liegenden Herrschaften schickte.

Kleine Tageschronik.

In Hannover wurde nachts in der Wohnung des ver­storbenen Großindustriellen Schwarz im Zimmer, wo die Leiche stand, ein großer E i n b r u ch 2 d i e b ft a h 1 ausgeiührk. Der Silberschrank wurde feines wertvollen Inhaltes beraubt, der 10 000 Alk. beträgt Alle Anhaltspunkte für diesen gemeinen Raub fehlen.

In T a r n o w i tz kOberschlefien) erhielt der Gymnasial- Proseisor Decker mit der Post eine Höllenmaschine, welche aber dank der schlechten Beschaffenheit der Zündschnur nicht cxplodirte. Da man glaubt, daß es sich um einen Racheakt von Schülern handelt, wurden einige Gymnasiasten verhaftet.

In Lentschau, einer Stadt im nördlichen Ungarn, entstand während einer Gerichtsverhandlung unter dem Podium, auf welchem die Richter faßen, Feuer. Mit unheimlicher Schnelligkeit stand das Podium in Flammen, sodaß die daraus befindlichen Personen sich nur mit größter Mühe in Sicherheit bringen konnten.

In Paris sand am Abend des 28. März eine zahlreich be­suchte Versammlung von Aktionären der R o ch e 11 e'schen Grün­dlingen statt. Die Versammlung, in der es stürmisch zngtng, pro­testierte gegen die Verhaftung Rochelte's, der sie die erlittenen Verluste zuschrieb. Sie Krderte die vorläufige Freilassung sowie die Fortsichrung der Unternehmungen, bis Röchelte sich recht- fertigen könne. Röchelte richtete ans seiner Gefängniszelle ein Manifest an seine Beamten, worin er ihnen für ihre Anhänglichkeit und Sympathie-Kundgebungen seinen Dank ausspricht. Er be­zeichnet sich als das Opfer der haute finance, die aus Neid den Rum seiner Unternehmungen unb seiner 50 010 Klienten beschlossen habe. Er fordert die Beamten auf, alle Klienten zu beruhigen.

Am Lötschberg wurde beim Bahnbau in einem kleineren Tunnel bei Nanon - Wallis eine Anzahl italienischer Arbeiter durch Erdeinsturz verschüttet. Ein Toter und mehrere Schtver- oerletjte wurden geborgen.

In Bukarest wurde der Arzt Adolf von Petelenz wegen Verbrechen gegen bas keimende Leben verhaftet. Die Unter- suchung führte zu dem ebenso überra,cheuden wie entsetzlichen Resultat, daß der Verhaftete seine verbrecherische Tätigkeit schon seit vielen Jahren ausübte unb ben Tob von 30 Frauen unb Mäbchen, bie sich ihm anuertraut hatten, verschu 1 bet hat.

Prof. Mahrmund vor Gericht.

Wien, 26. März. Vor bemi Preßsenat des Wiener Landes­gerichts fand heute die Einspruchsverl7andlung üoer die Konfis­kation der Broschüre des Professors Wahrmund:Katho­lisch e W e l t a n s ch a u u u g u n d f re i e W i s s e n s ch a f t" statt. Staatsanwalt Dr. Pollak verwahrt sich gegen den Vorwurf, daß die Staatsanwaltschaft an dem Bollwerk der Staatsgrundgesetze rüttelte, die Meinungsfreiheit kneble und die Freiheit der Wissen­schaft unterbinde. Die preßgesetz,liche Maßnahme wollte einen publizistischen Exzeß treffen, um dem Schutzgefetz für eine staatlich anerkannte Kirche Geltung zu verschaffen. Die Broschüre Wahr­munds sei zur Massenverbreitung bestimmt, der agitatorische Zweck also ersichtlich WahrnMnd kämpfte mit Waffen des Hohnes und des Spottes gegen die katholische Kirche. Der Staatsanwalt er­sucht daher um Zurückweisung des Einspruches.

Anwalt Tr. Postelbevg sucht zu beweisen, daß Prof. Wahr­mund den Gegensatz zweier Weltanschauungen charakterisieren wollte; er wollte nichts anderes als die Wortführer des Zentrums in Deut,a)land, nämlich: Freiheit der religiösen Betätigung.

Prof. Wahrmund führte u. a. aus: Der Vortrag und die Broschüre haben nicht die Bedeutung eines Angriffes, sondern die Bedeutung der Abwehr. Ter Kamps für und wider die katl)olische Weltanschauung hat mit der Religion nichts zu schaffen. Die katholische Weltanschauung sei gleickchedeutenö mit Ultramantanis- mus, und diesen wollte er als religions- und kulturfeindlich treffen. Die Ultramontanen harren des Aioments, um zum Todes­stoß gegen den Rechtsstaat Oesterreich aubzuholen.

Nach ernstündiger Beratung fällt der Gerichtshof die Ent­scheidung: Der Einspruch hinsichtlich der Stellen über Gottes- begriff, Dreieinigkeit und des Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens ist zurückgewiesen. Hingegen wird ihm hinsichtlich der Stellen über Wunder und Reliquienglauben und Hexenaberglaube Folge gegeben. In der Begrün­dung des Urteils wird ausgeführt, daß Wahrmund den Vor­trag nicht in Ausübung seines Lebramtes, sondern freiwillig vor einem Laienpublikum gehalten habe, wodurch die objektive Möglichkeit gegeben war, daß ber Inhalt d.s Vortrages auch Anhängern der katholischen Weltanschauung zur Kenntnis kommt, was diese in ihren religiösen Gefühlen verletzen müßte. Bei d-r Kftitik des Kampfes zwischen Glauben und Erlenntnis fei ber Verfasser über den Rahmen wissenschafllicher Kritik hinaus­gegangen.

Eingesandt.

Wer an sonnigen Frühlingstagen schon den Weg gegangen ist, ber am sübwestlichen Saume bes Philosopheuwalbes entlang von ben Wiesen nach bem Trieb unb ber Liebigshöhe führt (ben so­genanntenNizzaweg"), ber wirb gefunben haben, baß es auf weit unb breit kein schöneres unb wärmeres Plätzchen gibt.

In ber geschlossenen Walbecke spürt man kein Lüftchen, bie Sonne wirkt mit voller Macht, erwärmt bie Luft unb ben Boben, so baß man sich ans bem strengen März in Mai ober Juni ver­setzt fühlt, unb ber Anftnthalt an biejer Stelle fast einer Heilstätte gleichkommt; ein Plätzchen, wie c§ für Erholung Suchenbe, für Genesende, für Kinber unb alte Leute nicht schöner gedacht werden kann.

9lur findet sich dort so wenig, das den Ermüdeten zum Bleibeir einläb. Die eine Bank, bie für bie Connesuchenden noch nicht einmal günstig steht, wirb an solchen Tagen nicht leer, und bie zweite Bank in ber Nähe ber Liebigshöhe ist in einem so bedenk­lichen Zustande, baß man einen schweren Körper berfelben nicht ohne Gefahr anvertrauen kann.

Eine bankenswerte Aisigabe für unsere Stabtverwaltung dürfte es sein, dort noch einige Bänke aufstellen zn lassen, und ber Ein­sender glaubt bem Wunsche von gar Vielen zu entsprechen, baß er biese Frage hier angeregt hat.

Märkte.

(!) Friedberg, 26. März. Gestern war hier Schweine­rn a r f t. Der Auftrieb an Tieren war sehr stark, es wurde viel gehandett, doch waren die Preise nicht so hoch wie seither. Auf dem Krämermarkt herrschte reges Treiben.

lc. Fran, tun a. M., 27.März. Heu- und Strohmarkd (Org.-Töl b. Gieß. Anz.) Angefahren waren 12 Wagen Heu, 5 Wagen clrof). Bezahlt wurde für Heu Mk. 3.203.50, für Stroh Mk. 2.502.70, Alaschmen-Langslrol) Alk. 2.102.20. Alles für 50 kg. Tendenz fest.

Gießener Wetterdienst.

DoranSsichtlichc Witterung für Hessen am SamStag ben 28. März: Zunehmende Bewölkung, zunächst noch trocken. Am Tage wärmer, nachts kühl. Auffrischende südliche Winde. In ben nächsten Tagen Witterungswechsel.

OriginaL-DrahtmeLdunge«.

Hamm, 27. März. In der neuen Pulverfabrik wurden durch eine Pulverexplosion drei Arbeiter getötet.

Rellinghausen, 27. März. Oberingenieur Meper von den vereinigten Essener Steinkohlenbergwerken fiel beim Ueber- schreiten einer Ringofenanlage in den brennenden Ofen, wurde schwer verletzt und starb bald darauf int Krankenhaufe.

Hamburg, 27. März. Der präsidierende Bürger­meister Dr. Mönckeberg ist heute Nacht verschieden.

Rom, 27. März. Ter König und Tittoni sind heute früh aus Venedig hier ivieber emgetroffen.

Rom, 27. Marz. DerTribuna" zufolge betonte der K a i f e r_ in einer seiner Ansprachen seine große Freund­schaft für bie Tür kei, ferner feine feste Absicht, bie Al­geeirasakte aufrecht zu erhalten, und die Unabhängigkeit Marokkos möglichst zu wahren. Auch ließ er angeblich seine Berettwlllig- keit durchblicken, bei der Pforte Italiens Absicht einer fried­lichen Durchdringung von Tripolis zu unterstützen. Osservatore" bringt einen Artikel zur Begrüßung des Kaiser­paares, worin es heißt, das bedeutendste Faktum sei, daß der Kaiser sich so lange von Berlin entferne. Das beweise sein vollständiges Vertrauen in den Weltfrieden. Die Tribuua" erfährt noch, binnen 14 Tagen werde Bülow tn Venedig sein, um mit Tittoni zusammenzutreffen.

Rom, 27. März. Allgemein fällt auf, daß diesmal kein amtliches Kommunique über die Unter­redung Kaiser Wilhelms mit König Viktor Emanuel veröffentlicht worden ist. Die Blätter fahren fort, zu berichten, daß die Zusammenkunft von großer poli­tischer Bedeutung sei.

Wien, 27. März. Der feit langem angekündigte Gegen­besuch des Fürsten Bülow beim Minister des Aeußem, Baron Aehrenthal, wird bereits an diesem Sonntag er» olgen. Fürst Bülow wird zwei Tage sich in Wien aushalten und am Dienstag die Rückreise nach Berlin antreten, da sich die Reise des Reichskanzlers nach Italien nicht unmittelbar anschließt.

M a r i e n b a d, 27. März. Wie es hier heißt, wird König Eduard seinen hiesigen 5turauienlhalt im August auch dazu benutzen, Kaiser Franz Josef in Ischl zu besuchen und ihm zu seinem 60jährigen Regierungs-Jubiläum seine Glückwünsche darzubringen.

Paris, 27. März. Der Unterstaatssekretär des Krieges teilte bei einer Besichtigung der Garnisonen der Ostgrenze fest, > das dort den Truppen gelieferte Fleisch von krauten Rindern lammt Mehrere Sergeanten sind verhaftet worden.

Lono on, 27. Riärz. Der hiesige Gemeinderat be- chloß, den Präsidenten Falliöres zu einem Besuch für den Monat Mai einzulaben.

Petersburg, 27. Marz. Die Antwortnote der öster­reichischen Regierung auf ben Reform Vorschlag Ruß- lanbs für Mazedonien ist bereits im Auswärtigen Amt ein- getroffen und lautet, wie cs heißt, zustimmend. Die Ant­wort wird hier mit größter Genugtuung ausgenommen.

Teheran, 27. März. Der Prinz Silli es Sul­tane h, der bekanntlich als Gegner des Schahs galt und sogar verhaftet wurde, ist zum Gouverneur von Schiras ernannt worden. Allgemein herrscht große Ueberraschung über diese Er­nennung, die aber als eine Bürgschaft für die Ruhe im Reiche angesehen wird.

Ardeitsvergelmttg.

Die zur Umänderung von Türen in ben Schulgebäuden in »er Schillerstraße unb Westanlage erforderlichen Schreiner-, Lchlosscr- und Weißbinbcr-Ärbeitcn sollen

Mittwoch, oen 1. April d Js., vorm. 11 Uhr

iffeiuiid) vergeben werben.

Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bet uns zur Linsicht offen. Angebote auf Vordruck, ber bafelbit erhältlich, sind zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsirist 14 Tage.

Gießen, den 25. März 1908.

Städtisches Hochbauamt.

_____________Gerbe 1. _____________________B/3

Bekanntmachung.

Der Feldweg südlich deo neuen Fricdbo.v zwischen Ver­waltungsgebäude und Main - Wctcrbabu wird wegen vorzu- neljmenber htanaliiationöarbeiten non heute ab bis aus weiteres gesperrt.

Gießen, ben 26. März 1908. B/s

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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