Ausgabe 
27.1.1908 Erstes Blatt
 
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Handel

des

. . 105.75

Obexsehles. Eisen-Industrie 99.50

87.00

198.70

an

ein fortreißendes Temperament.

Dr. P. L.

Geist aufs Neue in

uns

Prof. A. Ammann.

aus Berlin: Emil Strauß, der

Man schreibt

uns

in seiner feinen Knabengeschichte vorn

der

4% Öesterr. Goldrente.

41/b % Oesterr. Silberrente

4%°/0 russ.Staatsaul. 1905 4%°ln japau. Staatsanleihe 4% Conv. Türken von 1903

Laurahütte . .

N'ordd. Lloyd .

123.00 106 90 207.75

183.80 119.10 202.60 219.50

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . Esch weil er Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg - Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. .

. 27 00

. 145.10

. 118.50

Daß Und Hast

Der

4%

4%

3% 3-6

. 146.60

. 49.40

. 86.00

. 65.20

. 95.75

Reichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . .

Oberhessen

3>6°/e 3-6 3ya °/c 3-6

W/< 3 >6%

sich des Irrtums Trugbild offenbare, an der ew'gen Wahrheit Weihaltare deines Geistes Kraft du hingegeben.

Pfaffen und der Finsterlinge Wüten

Türkenlose.....

4-6 Griech. Mouopol-Anl, 4-6 äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner . .

4>6 *7o Chinesen . . .

Aktien:

Bochum Guss ....

Buderus E. W. . . .

Tendenz: schwächer.

inneren Entwicklung resultierenden Taten int Lichte des Theaters unverständlich brutal werden. Daß er wirklicher Dichter, nur kein Dramatiker ist, zeigt Strauß in dem schönen vierten Akte, in dem die Stimmung aus der kleinlich niederen Enge des Alltags ins phantastisch Märchenhafte sich erhebt und die beiden Liebesleuten in einer innigen Zwiesprache ursprünglich reinsten Fühlens ihr Glück erleben. Nach uralter Germanensitle springen sie zum Zeichen ewiger Treue dreimal diirchs lodernde Herdfeiler. Aber so feine und zarte Gedanken eines dichterischen Gemütes gingen unter iu der Langeweile der Szenenführung, der Leere der Gestalten und, wie schon viele vor ihm und nicht die schlechtesten, scheiterte Strauß an der harten Realität des Theaters, das Handlung verlangt und

Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . .

Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . . . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbuhn . . Prince-Henri-Eisenbahn

Daoiö Friedrich Ztrautz.

Zum 27. Januar 1908.

(Originalbeitrag des Gieß. Anz.)

Von Wiffensdurst beseelt tratst du ins Leben, Begeistert für das Schöne und das Wahre; Zur Höhe drängte gleich dem kühnen Aare Dein Heldenstnn in edlem, lautrem Streben.

Voll Mut und Stolz ließt du dein Banner schweben,

Teäefonüsc^e äCursfoerecMe

Giessener Anzeigers, mitgeteiit von der Bank für und Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse, 27. Januar. 1.15 Uhr.

. 157.20

. 126.40

. 234.80 . 139.80 . 173.20 . 139 00 . 201.60

Buffalo. Am fühlbarsten wird sich diese Kombination von Kanälen! in unserem Handel mit Südamerika und bem fernen Osten machen, und das dürfte besonders deutsche Exporteure nachdenL- lich machen, Stahl aus Pittsburgh, Getreide aus Iowa und Maschinen aus Chicago werden nach irgend einem Lande der Welt genau so billig transportiert werden können, als wenn diese Städte und Staaten am Ozean lägen."

C. K. Ein französisch es Geschenk an den Kais er. Ein französischer Offizier, Major Moll, der Leiter der deutsch­französischen Grenzkommission für die Festlegung _b?r Grenzen zwischen dem französischen Kvngostaat und Deutsch-Kamerun, hat von seiner Regierung die Erlaubnis erhalten, tem deutschen Kaiser ein Geschenk zu machen. Tics Geschenk besteht in einem kostbaren Album von Photographien, in denen das Leben und die Landschaft dieser Grcnzbezirke fcstgchaltcn ist. Tie Photo­graphien sind auf Seide aufgezogen und das Album ist in einen wundervollen Eiuband aus marokkanischem Leder gebunden, einem Meisterwerk der Buchbinderschulc von Nancy, der mit dem Wappen des deutschen Kaisers geschmückt ist. Tas Album wird in nächster Zeit dem Kaiser erreicht werdm. Ein ähnliches Album ist soeben dem Präsidenten Falliöres überreicht worden.

Kleine Tageschronik.

Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger hat Graf L Y n a t sich entschlossen, keinerlei Rechtsmittel gegen den Urteils­spruch zu ergreifen, also keine Berufung einzulcgen. Tas Urteil wird deut Kaiser zur Bestätigung vorgelegt.

Auf die 29 jährige Tochter des Landwirtes.Widdcll wurde bei R a t t i n g e n (Rhl.) von einem 20 jährigen Knechte ein Lustmord versucht. Ter Uebersallenen wurden vier Zähne ausgeschlagen. Sie erhielt außerdem zwölf Messerstiche in Ge­sicht und Hals. Ter Täter wurde verhaftet.

93.30

82.55

93.75

82.50

92 10

92.00

98 70

99 50

94 40

104.10

62.60

63.60

94 80

88.60

95.60

. 219.60

. 27.00 . 105.50 v 146.60

Kleine K u n st ch r o n i k. In 9t ewyork ist der Kom­ponist und Pianist M a e d o w e l l gestorben. Edward Alexander Macdoroell war 1861 in Newyork geboren. Seine Studien machte er in Paris und Frankfurt a. M. 188184 war er Lehrer am Darmstädter Konservatorium, 188488 wohnte er in Wies­baden. Dann ließ er sich in Boston nieder und seit 1896 wohnte er in Newyork, wo er bis 1904 als Professor der Musik an der Columbia-Universität wirkte. In Berlin wurde am 25. Jan. auf Allerhöchsten Befehl in der Kgl. Akademie der Künste eine A u s st e l l u n g v o n W e r k e n älterer e n g l i j ch e r K u n st eröffnet Unter den geladenen Gästen bemerkte man die Minister Holle und Frhr. v. Rhenibaben, Staatssekretär v. Schön und den engl scheu Botschaster Lascelles. 9)iit dem Kaiser waren erschienen die Kaiserin, Prinz Heinrich, Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen rc. Am 26. dS. Alts, fand im neuen Köuigl. Opern- thealer zu Berlin auf Befehl des Kaisers die erste Vor­stellung für die Berliner Arbeite rschait statt. An­wesend waren der Kaiser und die Kaiserin, die taiserl. Prinzen, Prinzessin Viktoria Luise, Prmz Heinrich und das Großherzogs­paar von Hessen. Gegeben wurde KleistsPrinz Fried­rich von H o m b u r g". Frieda Strindberg , die ehe­malige Gattin des schivcd. Dichters Augiist Etriudberg, ift aus Wien flüchtig. Gegen sie schweben gerichtliche Anzeigen ivegeit Erpressung, gefährlicher Drohung, Veruntreuung unb wegen Betrugs, weshalb die Erlassung eines Steckbriefes bevorstehl. Sie lebte seit 1903 in Wien und soll sich jetzt in Paris oder London beftnden. Die Romanschriftstellerin Ouida ist am 25. d. 9)1. im Alter von 78 Jahren in Viaroggio verschieden. Sie hinterläßt viele unveröffentlichte Arbeiten, daruiiter ein Tagebuch. Tas Reise­komitee des Brooklyner G e s a >i g v e r e i n s91 r t o n" be­richtet, daß der Verein vor dem deutschen Kaiser, falls es diesem genehm sei, nach dessen Rückkehr von der Nordlandretse in Kasfel singen werde. Tie Konzertreise dcS Verems durch Deutschland schließt am öl. Juli in Köln.

schwäbische Dichter, der in seiner seinen Knabengeschichte vom Freund Hein" ein episch reiches Talent offenbarte, hat sich in einem Drama versucht. Sein soeben bei S. Fischer als Buch er­schienenes SchauspielHochzeit" mürbe dieser Tage zum ersten sDlale in denK a m m e r s p i e l e n des DeutschenT Heaters" auigesührt. Was an dem Rqmandichter und Novellisten so anzoq, die schwäbisch enge Behaglichkeit des Milieus, der enthusiastische Idealismus jugendstolzen Fühlens, die aus Träumerei und Liebes-' fehusucht gewobene lyrische Stimmung, all das leuchtet wohl auch hie und da m dem Drama auf, wie eine schüchterne, nur leise anklingende Melodie, aber all das geht unter in der Hilflosigkeit den Forderungen der Bühne gegenüber, m dem Mangel drama­tischen Temperaments. Tie große Frage dieses Stückes ist die: Wird der alte Onkel Liesegang die junge Emmy Ueing kriegen oder der junge Neffe Bartel? und das ist eigentlich gar keine Frage, beim natürlich bekommt der junge Bartel die junge Emmy. Aber auf Umwegen. Sie heiratet erst den Alten aus Dankbarkeit und Aufopferung für ihren selbstsüchtigen Vater; sie folgt bann dem Neffen aus dem Hochzeitshause des Onkels unb leiert mit ihm Hochzeit in einer alten romantischen Heidenhöhle; sie kehrt dann noch einmal zu dem Onkel zurück und geht am Schluß des 5. Aktes noch einmal mit dem Neffen ans und davon; wie wir wohl annehmen dürsen, mm definitiv. Es ist em Verkennen aller dramatischen Wirkung und Technik, roenn man auf so unsruchlbaren Motiven, auf einer so eintönig int Zick-Zack ziellos hm- und herlaufenden Handlung ein Bühnemverk umbauen will. Strauß will die allmähliche seelische Loslösung eines erwachenden Mäbchencharakters von hem­menden niedrigen Einflüssen der Ronueiitioit, sein Wachsen und Reuen in Liebe und Stolz darslellen, aber er tut das mit epischen Mittel» der Schilderung durch Dritte, während die auL solcher

Ungar. Goldrente . .

Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I Portugiesen 1II

feine einheitliche. Von Fonds sind Ruffen unb Serben bester bezahlt worden, Japaner lagen matter. Banken zogen etwas an ebenso Schiffahrtsaktien. Bahnen dagegen teilweise schwächer, auch Montanpapiere weisen teilweise Kurs­verluste aiü. Von anderen Jndustriepapiere n verloren Blei- uiid Silberhütte Braubach auf den zu erwartenden Betriebsverlust 12 Vroz., höher finden wir dagegen Scheideanstalt 11 Proz., Kleyer 7 Proz. und Westdeutsche Jute 6 Proz.

Börsenwochenbericht.

Frankfurt a. M., 24. Januar.

Auf dem internationalen Geldmarkt haben die Verhält­nisse sich günstiger gestaltet, als man noch vor kurzer Zeit glauben mochte. In Amerika scheint man über die Kalamitäten mm völlig hinaus zu sein, die Bank von England ging mit ihrer offiziellen Rate auf 4 Proz. zurück, die Bank von Frankreich auf 3 Proz., Prioatdiskonto stellt sich in London auf 3n/16 Proz., in Berlin hielt er sich bis jetzt noch auf 43/t Proz. und Ultimogeld stellte sich dort auf etwa 5 Proz. Das sind niedrige Sätze, roenn man sich ver- qegenroärtigt, wie teuer das Geld noch vor roenigen Wochen ge­wesen ist. Die Reichsbank ist unter diesen Umständen mit ihrer Rate am Samstag roohl gleichfalls herabgegaugeii, roenn auch in Deutschland Geld sich nicht in dem Maße verbilligt hat, rote in England. Ausfallen muß allerdings, daß gerade in England die Emissionen einen so schlechten Erfolg haben, roaren doch von der jüngst aufgelegten Transvaalanleihe nur 10 Proz. genommen morden. In Deutschland sind die Emissionen der verschiedenen Bundesstaaten besser gegangen, aber es sind noch so viele Geld- bebürfnific von Staaten, Städten und Jndustriegesellschafteii zu be° ' friedigen, daß man billig daran zweifeln darf, daß der Kapital­markt sich dafür schon genügend gekrästigt erweise,! wird, zumal unsere Industrie noch immer erhebliche Mittel in Anspruch nimmt unb noch stark an die Banken verschuldet ist. Die Erleichterung auf dem internationalen Geldmarkt hängt ja zweifellos mit dem scharfen Rückgang verschiedener Stahlprodukte, insbesondere der 'Metalle zusammen, ferner mit dem geringeren allgemeinen Bedarf der Industrie. Das Tempo derselben lstck sich verlangsamt, in Amerika ist es erheblich schlechter geworden, wofür auch die schart abfallenden Eisenbahneinnahmen sprechen, bei uns wetzen die Eisenbahnen noch immer eine Besserung gegen die vorjährigen Vergleichszistern auf, aber es unterliegt doch feinem Zweifel, daß die Industrie abgeflaut ist. Jene Branchen, die von dem Rück­gang bisher noch verschont gebtieben waren, verspüren ihn all- inählich auch mehr; so sieht es augenblicklich in Der Textilbranche recht ungünstig aus. Freilich möchten wir damit nicht sagen, daß unbedingt weitere Kursrückgänge in Jndustriewerten eintreten müßten, denn es ist ja bekannt, daß die Börse stets in die Zu- kunst zu blicken pflegt; sollte der Zinsfuß etwa weiter zurückgehen, dann würde sich auch der Konfum wieder heben unb so konnte von ber Börs e eine Besserung schon wieder eskomptiert werden in dem Augenblick, in dem die Industrie noch lebhafte Klage zu führen hatte. Die Kursbewegung in der verflossenen Woche war

iArrtzerordeullicher 8. Kongreß der Freien Bereinigung Deutscher Gewerkschaften.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

S. u. H. Berlin, 24. Januar 1908.

Im weiteren Verlauf des Kongresses beschäftigt sich dieser mit den Einigungsverhandlungen, wie sie in dem Beschlüsse des soztal- demokratischen Parteitages in Esten vorgeschlagen wurden. -ta-> Referat hat der Vorsitzende ber Geschäftskommitzion Fritz Kater übernommen. Er verlas den Beschluß des Essener Parteitages, ber dahin geht, daß der Parteitag beauftragt wird, die Eimgnngsver- handliiugen mit den lokalistischen Gewerkschaften 'ortzusetzen. ~cr Parteitag verurteilt die im Gegensatz zum Parteiprogramm be­triebene Agitation und fordert die Lokalisten zu emer einheitlichen Organisation in dem Zentralverband auf. Die freien Gewersichctzten haben seit ihrem Bestehen, also seit 1897, ba§ roeniglte am die Form der Organisation, das Hauptgewicht aus die Prinzipien gelegt. Run hat sich die sozialdemokratifche Partei gewandelt, indem sie die eigentlichen grundlegenden Bestimmungen des Erfurter Parte,tage^ auiqegeben und nur die taktische Ausführung und den parlainenM- rismus noch anerkennt. Auf ähnlichem Standpiinkte standen uc internationalen Kongresse, zuletzt noch der Stuttgarter, denn es war immer nur Die Rede von politischen Erfolgen, die sich durch grope Mandatcnzahl ausdrückt. Der sozialdemokratische Parteivor- ftand hält es für richtig, daß die Arbeiterbewegung in eine politische und gewerkschaftliche gete,lt wird, wir sind anderer Ansicht. Dann kann man das Gesetz, wo politische Vereine miteinander in Verbindung treten tonnen. *,ie Kentral-Verbände und die Partei konnten sich verichmelzen, aber die Gewerkschaften blieben neutral. In Mannheim ist auf dem sozialdemokratischen Parteitag die Einigung mit den Gewerk­schaften vollzogen. "Aber die Partei hat die Grimdanfchauungen und Bestimmungen der Gewerkschaften angenommen unb nicht umgekehrt. Wie stehen wir nun zur politischen Betätigung? Wie sollen einmal bie Ketten des Proletariats gebrochen werden, ob durch Parlamentarismus ober bieaction directe ? Mit Dem Parlamentarismus allein kann immöglich bie soziale Frage gelost werben. Wir halten als wichtiges Milte! geeignet hierzu auch ben Generalstreik. Kein Zweifel besteht darüber, daß der Maffenstreik von den schaffenden Proletariern gegen bas kapitalistische Unternehmertum geführt werden muß. Wir sagten uns, der erste Schritt ist getan, das übrige muß folgen. Ter Referent berichtete sodann über bie Verhandlungen mit dem Parteworstanbe. Das Zerwürfnis habe sich nach bem Stuttgarter Kongreß und dem Essener Parteitage immer mehr verschärft. Zur Beratung steht zu diesem Punkte, ber Antrag der Freien ^Bereinigung der Maurer Deutschlands auf Auflösung der Freien Vereinigung. (Psui-Ruse). Der Referent schließt: Waschen wir unsere Wasche so rein wie möglich, damit man uns später nichts anhaben kann und damit auch nicht ein Titelchen an uns hängen bleibt. (Lebhafter Beiiall). Man trat bann in bie Diskussion ein, bie in dieser Sitzung jedoch nicht mehr zum Abschluß kam.

<$erid?MaaL

Köln, 23. Jan. Das Schwurgericht verurteilte den Kauf­mann Karl Otto B r a h m aus Weida in Sachsen-Weimar wegen des am 16. Dezember vorigen Jahres an bem ©elbbrieftrager Adel in Köln verübten Raubmordoersuches zu 12 I ah r e n Ziichthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizei­aufsicht.

h. Münche n, 23. Jan. Heute abend 61/. Uhr wurde im Prozeß gegen den Restaurateur Wölfl und besten Frau folgendes Urteil gesprochen: August Wölfl wird gegen eines Verbrechens der fortgesetzten Urkunbefäischung unb wegen bes Verbrechens der fort­gesetzten Erpresiimg zu 5 I a h r e n Zuchthaus unb -000 Mk. Geldstraie eventl. weitere 200 Tage Zuchthaus, sowie zur Aberken­nung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren, Josefine Wölfl wegen Beihilfe zu eine Verbrechen ber fortge- etzten Erpressung zu einer Gefängnisstrafe von 4 Jahren und yiberfcmiung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt. Die Kosten des Verfahrens und der Straf­vollstreckung fallen beiden Angekagten zur Last. Die Angeklagten nahmen das Urteil gelassen auf. Tie Annahme der Strafe behielten ie sich vor. ____________________________

vermischtes.

C. K. Gewaltige K analb a u tcn in Nordamerika. Außer dem gigantischen Nnternchmen des Panama-Kanals, dessen wirtschaftliche Bedeutung nicht gut überschätzt werden kann, be­schäftigt die Amerikaner gegenwärtig noch besonders ein anderes riesiges Kanalproblem: die Verbindung der großen Seen mit dem Golf von Mcriko burd> den Mississippi. In einer Kvrrespondent aus Pittsburg, die der von Prof. Äinnebcrg herausgegebenen Internationalen Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik zugeht, werden über diese Pläne interessante Einzelheiten. mit- geteilt, denen wir folgendes entnehmen: Dem amerikanischen Parlament liegt zurzeit eine Bill vor, die 500 Millionen Dollar für den Ausbau von Wasserstraßen fordert und die zu einem großen Teil auf diesen Plan eines Wasserweges vom äußer­sten Norden nach dem äußersten Süden der Vereinigten Staaten bezugnimmt. Es handelt sich um die wirtschaftliche Erschließung der Mississivpi-Staaten, bereit jährliche Produktion gegenwärtig einen Wert von zehn Milliarden Dollar hat, während 40°/o dieser Länder von zureichenden Marktmöglichkeiten abgeschlossen sind und eine umfassende Ausbeutung der Bodenschätze kaum in Angriff genommen ist. Im Tale des Mississippi sind nicht weniger als 15 000 englische Meilen von Stromläufen, und zur Herstellung einer direkten Wasserverbindung von Chicago nach Neu-Orleans sind fünf Känalstrecken zu bauen, von denen ein Teil, von Chicago nach Joliet, bereits von der Stadt Chicago für 55 Millionen Dollar fertig gestellt ist: die Gesamtkosten für die noch übrig bleibenden Strecken würden sich aus 125 Millionen Dollar belaufen.Zwei­fellos wird dieser Kanal gebaut werden, und seine Rückwirkung auf Industrie unb Landwirtschaft ist kaum auszumalen. Man wird die Kvhle aus Pcnnsylvanien billig tausende von Meilen per Ohio oder Mississippi verschiffen können und damit Industrien anpflanzen können, wo sie lohnend erscheinen. Tie Häfen des Golfes von Mexiko werden in bitefte Verbindung gebracht mit Memphis, St. Louis, Chicago, Duluth, Detroit, Cleveland unb

Lieh bir des Märtyrtumes hehre Krone.

Doch die Ideen, die deinem Geist entsprühten,

Beschenkten dich mit heiß erkämpftem Lohne, Und des Triumphes Siegesflammen glühten Des Schwabenlandes ruhmbekränztem Sohne.

Deute sind cs hundert Jahre, baß Tavid Friedrich Strauß geboren wurde, einer der größten Gelehrten, der tiefsten Denker, der hervorragendsten Charaktere des vorigen Jahrhun^rls, einer unserer letzten klassischen Schriftsteller und einer der bedeutendsten Söhne des wackeren Stammes ber -Schwaben. Welche Verdienste er sich auf dem Gebiete der theologischen Forschung ertooroen hat, ist weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus bekannt; er hat den Mythusbegrisf auf b'.e Geschichte des Lebens Jem an­gewandt unb sich hierbei als der scharfsinnigste Kritiker erwiesen. Tie rasenden, gehässigen Anfeindungen und Angriffe, die er erfuhr, verbitterten seinen Lebensabend, unb aus trüber, b-ergriun- ter Stimmung entsprang sein letztes Werk, der alte unb ber neue Glaube.

Unübertrefflich steht er als Biograph da; sein ßeben Vol­taires, das demnächst in neuer Ausgabe erfdjeinen wirb, ist eine Mustcrlcistung ersten Ranges von Biographie. Wie sorg- fälllig und gewissenhaft benutzt er alle ihm zu Gebote stehenden -Quellen, wie maßvoll und bcsonucii ist r in ber Beurteilung ber Manner, bereit Lcbcnsgang zu erforschen unb zu schildern ichn ein Herzensbedürfnis getrieben hatte!

Als Stilist ist Strauß mustergültig; er schreibt totreit, tlar, ^estmWt, schöst ,i& bes vollen Bedeutung dieser BeLLichnungeli,

Berufswechsel. Auf die fetten Jahre folgen die mageren, dem Aufstieg im roirtschasllichen Leben das Äbsteigeii. Allgemeiner Auf- schioung der Geschäfte führt zur Geldknappheit und Geldtsuerung, und diese in ganz natürlicher Entwickelung zum Abflauen der Ge­schäfte. Augenblicklich befinden wir uns zweifellos im Beginn einer Zeit des Niederganges, der bei dem innigen Zusainmenhang des wirtschaftlichen Lebens allen Kreisen der Bevölkerung fühlbar wird. Eine wachsende Zahl von Männern aus allen Schichten unseres Volkes wird sich daher nach einem anderen, besseren Erwerb Um­sehen, der Industrielle, der Kausinanu, der Handwerker, der An­gestellte, der Arbeiter. Ihnen allen steht ein Berus offen, der seinen Mann in schlechten Zeiten ebenso gut ernährt rote in guten, bet Außendienst im Versicherungswesen. Die Erfahrung lehn, daß bet wirtschaftliche Niedergang w gut wie gar keinen Einfluß auf das Versichcrungsgeschäft bat. Schlechte Zeiten zwingen zur Selbsteinkehr und mahnen zur Vorsicht, und das ist die Stimmung, die der Ber- sicherungsnahme geneigt macht. Stellung und Einkommen sind int Versicherungs-Autzenbienst ebenso verschieden, wie im allgemeinen kaufmännischen Leben. Atan kann .Hunderte, Tausende, Zehntausende verdienen, man kann eine große Zahl von Mitarbeitern unter sich haben, man kann aber auch in regelmäßiger täglicher Kleinarbeit schlecht unb recht feinen Unterhalt erwerben. Die besten Chancen bieten sich bei der weitaus größten deutschen Versicherungsgesellschaft, bei der Victoria, die fast alle Verstcherungszwcige führt. In einem kleinen BüchelchenDer Außendienst bei ber Victoria, eine Orientierung für Bewerber", bespricht sie offen die Licht- und Schatten» feiten des Berufs. Wer seinen Erwerbszweig wechseln will ober muß, prüfe selbst vorurteilslos die Krage, 0(j daraus rechnen kann, bei oer Victoria das Gesuchte zu flnden.

unb diese glänzende Eigenschaft, verbunden mit dem gediegenen Inhalt seiner Werke, haben ihm den Namen eines Klassikers unserer Sittevatur für immer gesichert. Leider muß an dieser Stelle mit allem Nachdruck hervorgelwoen werden, daß es den meisten unserer heutigen philosophischen Schriftsteller dringend nottut, an Straußens Stil schreiben zu lernen.

Strauß war auch ein Mann von der vieljeitigsten Bildung; er war begeistert für die Musik unb hatte ein tief poetii"^ Ge­müt- Seine zahlreichen Gedichte, bie er nur so nebenbei bei äußeren Anlässen verfaßte, sind alle formvollendet unb tragen das Gepräge echt dichterischer Empfindung. Sein edler, lauterer Charakter wird am deutlichsten ersichtlich in der von Zeller herausgegebenen Sammlung seiner vielen Briefe. Strauß hatte ein lebhaftes Freundschastsbedürfnis, wie Schiller. Möge sein lebendig werden und wirken.

handel.

Di e Gesamt-Roh ei sen-Erz eugung des Jahres 1907 betrug 130 457,60 Tonnen gegen 124 730,67 Tonnen in 1906. Die Verteilung auf die einzelnen Sorten stellt sich pro 1907 gegen 1906 wie folgt: Gießerei-Roheifen 225 941,6 Tonnen (210 368,4 To.); Bessemer-Roheisen 471 355 Tonnen (482 740 To.); Thomas-Roh- eisen 849 422,6 Tonnen 808 853,4 To.); Stahl- und Spiegeleifen 103 465,0 Tonnen (934 573 To.); Puddel-Roheifen. 786113 Tonnen (854 834 To.) Unter den Erzeugungsbezirken nimmt Rheinland- Westialen nach wie vor die erste Stelle ein, es erzeugte 1907 544 612,4 Tonnen gegen 514 278,3 Tonnen in 1906; im Siegerland, Lahnbezirk und Hessen-Nassau betrug die Erzeugung 889 906 Tonnen (851,020 To.). In immer steigendem Maße wird in Deutschland Thomas-Roheifen, hauptsächlich in Rheinland, Westfalen und Luxemburg, erzeugt. Gestiegen ist auch die Produktion des Gießerei- Roheisens für säst dieselben Bezirke, neben welchen Siegerland und Pommern vornehmlich üt Betracht kommen. Auch Stahl- und Spiegeleisen tft in der gewonnenen Menge gestiegen, während der Rückgang des Puddeleisens, das hauptsächlich in Schlesien und im Siegerland erzeugt wird, auch im vergangenen Jahre angehalten- hat.' Die Prodliktion von Bessemer-Roheisen hat sich wenig ver­ändert.

W. Bremen, 24. Jan. Die kleine hiesige TabakstMportfirma Gräuel & Eo. befindet sich in Zahlungsschwierig­keiten. Der hiesige Platz ist nur mit Bankforderungen, welche überdeckt sind, beteiligt; dagegen sollen Antwerpener und New- Porter Firmen ungedeckte Forderungen haben.

Berliner Börste, 27 Januar. Anfangskarse. Canada E. B...... 157.30 I Harpener Bergwerk. .

Darmstädter Bank . . . 126.40} Laurahütte . . « . Deutsche Bank .... 234 501 uembarden E. B. . . Dortmunder-Union C. . .I Nordd. Lloyd . . . . Dresdner Bank . . . 139.001 Türkenlose.....

Tendenz: schwächer.