gedanke des Antrags einen gesunden Kern enthalt. Jede weitere Ausbildung unseres Volkes und ganz- besonders die Erhöhung und Bereicherung aller für die Landwirtschaft notwendigen Kenntnisse kann nur mit Freuden begrüßt werden, denn Bildung macht frei! Und daß unsere zweite Kammer diesem Bildunasbestreben wo nur immer möglich völlige Förderung zuteil werden läßt, das hat sie schon in zahlreichen Fällen bewiesen. Gegen den in Vorschlag gebrachten Weg, die landwirtschaftliche Bildung zu heben, scheinen dem Ausschuß indes große Bedenken obzuwalten. Denn erstens glaubt der Ausschuß, daß in der militärischen Organisation große Hindernisse vorliegen werden. Zweitens liegt die Befürchtung vor, daß, wenn einem Berufe eine so weitgehende Unterstützung gewährt wird, die anderen mit gleichem Recht die gleiche Förderung verlangen werden, was doch zu unerträglichen Konsequenzen führen müßte. Drittens scheinen dem Ausschuß noch nicht genügende Erfahrungen und Unterlagen für das ganze Unternehmen vorzuliegen, die ganze Frage noch nicht spruchreif zu sein, so daß bis heute ein zustimmender Beschluß nicht gefaßt werden kann. Der Ausschuß beantragt daher, den ^Antrag Köhler für erledigt zu erklären.
Mg. Köhler begrünoet seinen Antrag. Er wird jedoch abgeiehnt uno der A u s s ch u ß a n t r a g angenommen-
Zur Vorstellung der Bürger von Hofheim, Bürstadt und Lampertheim, betr. die Aufbringung der Betriebskosten für die Entwässerungsanlage ninden drei Gemarkungen wendet sich Abg. Hi r> ch el scharf gegen Vorwürfe, die in der „Worms. Ztg." gegen den Finanzausschuß bezügl. der Behandlung dieser Angelegenheit er» !hoben wurden.
Abg. Seelinger bedauert die Angrisfe in dem genannten Blatte und befürwortet dann die Eingaben der drei Gemeinden, indem er näher auf die lokalen Verhältnisse eingeht. Er beantragt, die Vorlage an den Ausschuß zurüct- zuverweisen und zur nochmaligen eingehenden Beratung zu bringen.
Abg. Uebel hält im Gegensatz zu der Ansicht des Ausschusses und der Regierung d.e damalige Versammlung (24. 2. 07) in Lampertherm für eine sehr bedeutsame Kundgebung. Von der jüngsten Versammlung aber, von der die „W. Z." berichtet, kann das nicht gejagt werden, sie sei vielmehr im Interesse der Sache tief zu bedauern. Er halte es sür frevelhaft, die tiefgehende Erregung der Bevölkerung politijch für Partcizweae auszuschlachten. Das allein sei die Absicht der Versammlung gewesen, was aus dem Bericht deutlich hervorgehe. Man wollte weiter nichts, als die dortigen erregten Bauern zur „Heylsarmee" einmarschieren zu lassen. Redner hofft ebenfalls, daß die Angelegenheit nochmals eingehend geprüft und beraten werde.
Finanzminifter Gnauth meint, es müsse den Herren sehr schwer geworden sein, aus der kleinen geringen Beteiligung des Finanzminisieriums diese große Aktion zu konstruieren. Es handelt sich bei dieser Sache um 350 000 Mk., von denen nur etwa 2800 Mk. aus die Pächter abgewälzt worden sind. Redner habe gegen eine nochmalige recht gründliche Beratung der Anlage nichts einzuwenden, wenn er auch die Vorwürfe gegen oc» Finanzausschuß sür unangebracht und unberechtigt halte.
Abg. M o l t h a n nimmt ebenfalls den Finanzausschuß gegen die Vorwürfe in Schutz. Er hält vie Zurüctoer- wersung für ein Mißtrauensvotum gegen den Fmanzaus- schuß und bittet, sie abzulehnen.
Mintster des Innern Brau n schließt sich den Bemerkungen des Finanzministers an und rst der Meinung, daß auch bei einer nochmaligen Beratung int Ausschuß nichts anderes Herauskommen weroe. Der Ansicht des Abg. ©dinger, daß zu ,bem Projekt eine Staatshilse in Aussicht geworden war, müsse Reoner entgegentreten, das sei nie der Fall gewesen. -Das Prvfett sei auch den Gemeinden nicht aufgedräugt worden, sondern es sei auf Grund der Vorschrisren des Bach- 'gesetzes in Angriff genommen, nachdem em ganz genauer Voruaschlag ausgestellt war. Interessant ist, da ßeinige ! i—w ■mmwuw pamaa
Tage vor der Versammlung das Verwaltungsstreitver- sahren durch Vergleich vor dem Kreisantt Bensheim eingestellt war. Davon habe man auf der Versammlung fein Wort gesagt. (Hört, hört!) Schließend spricht sich Redner gegen den Rückverweisungsantrag aus.
Abg. Bähr bittet hingegen, den Rückverweisungsantrag anzunehmen.
Abg. Noack bittet den Antrag abzulehnen, schon um damit zu bekunden, daß man dem Bericht der „W. Z." keinerlei Wert beimißt.
Abgg. Uebel und Dr. Osann sprechen für den Rück- verweisungsantrag.
Der Antrag wird sodann angenommen.
Das Haus erledigt noch eine weitere Position ohne öffentliches Interesse; die Sitzung wird dann um li/i Uhr geschlossen. Nächste Sitzung Dienstag 10 Uhr.
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Der Gesetzgebungsausschußder zweiten Kämmer sollte heute, Freitag, nachmittag zu einer Sitzung zusammentreten, um über die neuen Vorschläge des Gesetzgebungsausschusses der ersten Kammer bezüglich der Ver- sassungsarillel tn der Wahlrechtsvorlage zu beraten. Infolge einer ernstlichen Erkrankung des Abg. Dr. Gläs sing, der auch n.cht an dem ge^rigen parlamentarischen AtAnd teilneymen konnte, i|i die Ausschußsitzung in letzter Stunde au, nächste Woche verschoben worden.
ttleiue Tageschrouik.
In Dresd en sind der König der Geldschrankdiebe Kirsch und jem Geyille Gorski von den Gerichtsbehörden iür irrsinnig erklärt worden uiid werden nach einer preußischen Irrenanstalt überiührt werben. Kirsch war der Führer einer Gesell- Ichast von Verbrechern, nut denen er Strenzüge diirch ganz Deutsch- laiid iiiilernahni.
Das aus der Notre-dame-Kirche in Gourtrai (Belgien) g - floh lene, auf eine halbe Million geschätzte van Dyck-Gemälde, Darstellung der Errichtung dcs Kreuzes, wurde auf einem Rollwagen in Arooye w ie de r g e f u n d e n.
In Großwardein wurde wegen Fälschung vierprozentiger K ro nenr e nten-Obligatwncn der Gewerbeschulprofessor Molnar verhaftet.
In Paris brach in der Zentral Markthalle Feuer aus, das in b.r elettrijchen Krastjtation ansing und eine große Panik vervreckete. Das Licht erwsch und dichter Nauck) erfüllte die Halle, während Schreaensru,e von allen Seiten ertönten. Die Arbeiter der elektrischen Station gaben sofort Alarm, ignal und verfuchten sich dann zu retten. Man hofft, daß alle mit dem Leven davongekommen sind. Ter Materialschaden wird auf eine Million Franks beziffert. Durch Vernichtung der Kabel ist ein großer Teil des Opernvierteis in Dunkel gehüllt.
Aus N e u y o r k wird gemeldet, daß die Schauspielerin M a y Clark in einem Restaurant zu einer Zeit, da das Lokal mit den vornehmsten Gasten angesüllt war, emen Mord und darauf Selbstmord verübte. Das Opfer des Mordes war em Kaufmann namens John Brady. Tie Schauspielerin stürzte sich auf ihn und enchoß ihn, wahrend er fein Diner einnahm. Darauf er,choß sich May Clark felvst. Beide lagen tot auf dem Fußboden des Restaurants. Eine Panik entstand. Brady stand friUjer in näheren Beziehungen zu der Schauspielerin und hatte sie verlassen.
Die Untersuchung gegen einen in New-Port kürzlich verhafteten Manu namens Giordaui, der zur Unterstützung der revolutionären Bewegung in Haiti unö St. Domingo falsches Geld an* aeieriigt halle, hat den anierlkanischen Konsul in Si. Mare auf Haiti derartig bloßgestellt, daß er ,euies Amtes enthoben worden ist. Tre Untersuchung gegen Giordam hat zur Beschlagnahme von 2000 Stück Gewehren und von 800000 Dollars Falschgeld geführt.
AvSsüh m dru ^ifln6tßflüdßrfyi|inu on AlM idtttzku.
Aufgebote.
Januar. 18. Karl Rohrbach II., Hüttenarbeiter in Lollar, mit Elisabeth Jung dahier. 21. Heinrich Georg Gerbig, Sergeant dahier, mit Maria Becker in Schwarz. 21. Blllhelm Rum, Kernmacher, mit Marie Kehrum, beide dahier. 21. Otto Degenhard, Kaufmann, mit Emilie Rujag, beide dahier. 22. Andreas Stieler, Telegraphenarbelter in Rainrod, mir Luise Trehwald in Großen-
i twiih— i>TTiiTn~raiTi—nfinnrniiTmi t i mn i iiinniMiMiiiin in» i ■ ■ IIIMM—■ I u—uj
3n den LordMeren und Ecuador.
Besteigung des Chimboraffo und Cotopaxi.
So (outete das Thema, über das am legren Donnerstag Prof. Dr. jur. et Phil. Hans Meyer ans Leipzig, Ehrenooitor der philos. Fakultät der Ludoviciana, vor oer Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde zu Gießen sprach.
Professor Hans Meyer, der jetzige Leiter des Bibliographischen' Instituts in Leipzig, der Herausgeber von Meyers Konversationslexikon, ist der berühmte Besteiger des Kilimandscharo. Er steht heute bereits im 50. Lebensjahre, macht aber den Eindruck eines flotten Dreißigers. Die ungeheueren Strapazen, denen er in den Gletscherregionen Jnnerasrilas und Südamerikas sich mit bewundernswerter Kühnheit und rastlosem Forschereifer aussetzte, haben ihn also nicht, wie man anneymen sollte, früh altern lassen, sondern vielmehr jung erhalten.
Pros. Meyer ist ein Meister des wissenschaftlichen Vortrages. Klar und kirapp und von wohltuender, ausge- glicyener Ruhe und zugleich bescheidener Sachlichkeit in seinen Ausführungen steht ihm ein prachtvolles Organ zur Verfügung, dem er stets die rechten Maße angedeihen lägt.
Eine eminente wissenschaftliche Tat war seine im Jahre 1903 mit dem Müncyener Aquarellisten und Alpinisten R e s ch r e i t e r ausge, ührte Besteigung der gewaltigen Schneeriesen Ecuadors, eine Tat in erster Linie aus geführt im Dienste der Glazialforschung.
Prof. Meyer gab im Eingänge seines von Prof. Dr. Wilh. Sievers mit betoiUtommnenöen Worten eingeleiteten Vortrages eine kurze Schilderung des südamerlla- nischen Landes Ecuador (Aequator), das 20 mal so groß ist wie das Königreich Sachsen, dessen Bevölkerung aber nur ein Drittel der Einwohnerzahl Sachsens beträgt. Tie Cordilleren sind zwei einander parallel lausende v^llanischc Gebirgsketten, die ein durchschnittlich 3u00 Mier Hohes Hochplateau umgrenzen, den Hauptsitz der Bevölkerung des Landes. Währeno die subtropische Andenregion eine reiche Flora ausweist und die Sie|ebenen rechts und links der Gebirge von dichten Urwäldern bedeckt sind, findet man auf den von heftigen Winden fast unausgesetzt heimgesuchten unwirtlichen Hochebenen, die bei ca. 3000 Meter Höhe beginnen, nirgends Wald, sondern nur spärliche Kakteen, Opunzien, Agaven, von 4000 Meter Höhe ab nur em gelbgraues seriöses Gras. Tie Bevölkerung ist fast rein indianisch und trotz repuMiiamfajer Verfassung tatsächlich den wenigen reichen Großgrundbesitzern hörig. Das Land besistt nur eine Eisenbahn, die von der H.l,enstadiGuaYa- quil nach der Hauptstadt Quito zu geführt wird und erst zur Hälfte etwa in Betrieb ist, und nur eine einzige Fahrstraße, sonst nur Saumpfade, die wahrend der halb- jährigen Regenzeit unpassierbar sind, so daß bann aller Verkehr stockt.
Nur wenige Pferoe und Maultiere und ein paar Indianer begleiteten Meyer und Reschreiter auf ihren Besteigungen oes Cotopaxi wie des Eylmborazo. Der erstere der beiden Bergriesen (5988 Meter) ist der höchste tätige Vulkan der Erde, weit höher als Vesuv, Aetna und Stromboli zusammengenommen. Durch Jeme stets urplötzlichen Eruptionen ist er von jeher der Schrecken der Eingeborenen. Wilh. Reiß (1872) und Alsvns Stubel (18 <3; waren seine ersten Ueberwinder, der dritte Theodor Wolf. Alle drei deutschen Forscher fanden die Spitze des Berges stets in anderer Verfassung, eine Folge semer vulkanischen Tätigkeit. Seit 1880 war der Gipset nicht mehr erreicht worden. Der Aufstieg Meyers erfolgte von der Südseite aus, bei andauerndem heftigem -Ostwind, in Begleitung von Reschreiter und nur zwei Indianern. Er erforderte zehn Stundeti. Die Struktur des Berges zeigte, daß seit Jahren keine Eruption erfolgt war. Bei einer Höhe von 5070 Meter zeigte sich im dichten Nebel plötzlich vor den Bergwanderern eine Felswand, die bei ihrer Berührung sich als heiß erwies. Die Schneegrenze befindet sich in etwa 4700 Meter Höhe. Hier hatte man die Tiere zurücklassen müssen. Während die früheren Besteiger die äußerste an lichtblauen Firnen reiche Höhe start felsig geiunoen hatten, beobachtete Meyer hier nirgends Fels. Der ungeheuere Schlund des Gipselkraters hat einen Durchmesser von 750—800 Meter. In eine Tiefe von etwa 100 Meter, die dreifache Höhe des Kölner Domes, vermochte Aieyer hinabzusteigen auf senkrecht abfallenden Firnenstufen. Das lichtblaue Eis hob sich von dem grauen Wasserdampf, der unaufhörlich dem Krater entsteigt, in wirksamstem Kontraste ab. Die Kvaterwänoe waren zum größten Teil überzogen von fingerlangen Eisblättern, die wohl als Kristallisationen des Masterdampfes anzusehen sind, als Bildungen des Rauhsrojics. Es betrug die Temperatur aus dem Gipfel nur —2 Grad. Die beiden Wanderer, der Gelehrte und der Zeichner, hielten sich dort in emsiger Arbeit bis 4 Uhr nachm. auf und mußten sich bann beeilen, um bis 6 Uhr unier die Schneegrenze herunterzukommen, was ihnen auch gelang; noch vor Dunkelewrden waren sie bei ihren Tieren angelangt und konnten in ihren Zelten etwa 1200 Meter unter dem Gipfel übernachten.
Den Chimborazo (6310 Meter) hat Meyer mit Reschreiter zweimal erklommen. Humboldt war 1802 sein erster Ersteiger, indes nur bis etwa 5900 Meter. Stübel blieb 1872 noch etwa 100 Nieter drunter. Der Engländer Whymper erreichte 1880 als einziger bisher seine höchste Spitze. Die hat 1903 nun auch Meyer nicht erreicht. Dieser gewaltige Riese von wundervoller Formation strebt in fünf großen Gipfeloomen zum Himmelszelt und ist von mehr als zwei Dutzend Riesengletschern überströmt. Seit Aeonen ist er nicht mehr als Vulkan tätig. Die erste Besteigung cr- solgte im Juni, die Weite un Anguß. Aus einer Höhe von 3700 Meter erreichten sie eine Hacienda, die höchste menschliche Ansiedelung. Dann zeigt der Berg mir noch
Buseck. 22. Karl Reitz, Fabrikarbeiter, mit Margarete Volk, beide in Watzenborn. 22. Karl Droß, Landwirt in Holzhausen, mit Friederike Katharine Dorlaß dahier. 22. Georg Woli, Kanzlei- gehilie, mit Sophie Fritsch, beide dahier. 22. Heinrich Rockel, Telegraphenarbelter dahier, mit Margarete Eckhardt in Wolf. 23, Heinrich Diehm, Großh. Banrat und Provinzial-Jngeuieur dahier, mit Charlotte Sidonie Elisabctha Johanna Sandmann in Lauterbach. 23. Heinrich Biervert, Schirnvabrikant, mit Thekla Sack, beide dahier.
Eheschließungen.
Januar. 18. Adam Kircher, Aiechaniker, mit Katharina Vomend, beide dahier. 18. Adam Hahn, Unteroffizier, mit Kai Harme Wassern, beide dahier. 18. Karl Pflüger, Kanalarbeiter, mit Jvhannelte Schmidt, beide dahier. 21. Philipp Jakob Gregorlus, Fuhrmann, mit Ellsabeihe Weber, geborene Tepp, beide dahier. 21. Arthur Friede, Kaufmann in Dortmund, nut Ehe Stahlberg dahier.
Geborene.
Januar. 14. Dem Hauplmanu Wilhelm Buhtz ein Sohn, Georg Wilhelm. 15. Dem Oberlehrer Ludwig ttl-cbev eine Tochler, Sigrid. 17. Dem Lokomolivheizer Wilhelm Gisset em Sohn. 18. Dem Kaufmann Nathan Bullenwieser eine Tochter, Fanny. 18. Dem Taglöhner Johann Mettler em Sohn, Wilhelm. 19’ Dem Kulturtechncker Karl Friedel eine Tochler. 19. Dem Eifenbahn- schaffner Johannes Becker em Sohn, Friedrich. 19. Dem Bau- nnternehmer Johann Otto Schneider eine Tochler, Gertrude Maria. 20. Dem Fuhrmann Wilhelm Deibel ein Sohn, Lndivlg. 20. Tein Glaser Hemrick) Röhm eine Tochter. 23. Dem Fabrrtanlen Theodor Lotz eine Tochter, Anna Luise Ätarie.
Gestorbene.
Januar. 17. Henriette Kreckel, geb. Schwarz, 54 Jahre alt, Maigasse 15. 20. Peier Prell, 61 Jahre alt, Reslaurateur, Kreuz- platz 5. 21. Röhm (noch ohne Bornaine), 5 Stunden alt, Eder- Uvaße 18. 22. Heinrich Pitzer, 44 Jahre alt, Oberposlasflilent, Nordanlage 29. 22. Jakob Heinrich Backhaus, 8 Atouate alt, Sandgasse 25. 23. Elisabeth Horny, 2 Jahre alt, Dammstr. 20
Die nach- A a sind Sonntag den 26. Januar
stehenden Avl L & V von 12 Uhr mittags bis 12 ehr nachts nur Iür dringende Fälle sicher anzutreüen. IP’5/,
l>r. (jieyer, Seltersweg 64. — l>r. Klein, Ost-Anlage 37. — ________________lir. Zinsser, Goethestras.se 10._______________ Sonntag, den 26. Januar 1908 H a
nur von 4—9 Uhr nachmittags offen: AJ11 öVlldpUlllCKtJ.
Giessen, den 25. Januar 1908.
tivossh. Polizeiauit, Reinhart. D25/i
TeieioBiiscöie
des Gicssenet Anzeigers, mitgeteilt von der Hank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter tiörse, 25. Januar. 1.15 Uhr.
3%°/0 Reichsauleihe . . 93.40 3% do. . . 82.60 3>$0/0 Konsols .... 93.70 "6% do 82.60
J/4°/0 Hessen.....9210
3>^*7O Oberhessen . . . 92.00 4y^o Uesterr. Goldrente. 98 50 4l/6 Uesterr. Silberreute 99 00 4^6 Ungar Goldrente . . 94 05 4% Italien. Rente . . . —.— 3-o Portugiesen Serie I 61.00 3% Portugiesen „ 111 62.65 4>$0/0 russ.btaatsanl. IOUj 94 8u 4>i °/0 japau. Staatsanleihe 88.75 4-ü L'ouv. Türken von lbu3 95.60 Tiirkenluse 146 40 4% Griech. Iloiiopol-Anl. . 49.40
4% äussere Argentinier . 86.15 d°/0 Mexikaner .... 65.20 4>iv/0 Chinesen .... 95.50
Aktien:
Bochum Guss 199.25
Buderus E. W 112.70
Tendenz: behauptet.
Berliner ifiörse, 25
Ganada E. B 156.20 Darmstädter Bank . . . — Deutsche Bank .... —.— Dortmuuder-Union C. . . — Dresdner Bank . . . —
Tendenz. unentschieden.
Elektriz. Lahmeyer . . . 123.25
Elektriz. Schlickert . . . 107.20 Eschweiler Bergwerk . . 206 oO Gelseukircheu Bergwerk . 187.20 Hamburg - Amerik. Paket». 119.20 Harpeuer Bergwerk. . . 201.75 Laurahütte 218.70 Xordd. Lloyd 106.50 Ubeischles. Eiseu-Iudnstrie 99.75 Berliner dandelsges. . . 157.25 Darmstädter Bank . . . 126.40 Deutsche Bank .... 233.25 Deutsch-Asiat Bank . . 137 00 Dibkoutu-KomuiaudiL . . 173,00 Dresdner Bauk .... 189.30 Kreditaktieu 201.60 Baltimore- und Ohio-
Eiseulahn 87.20
Gotthard bahu — .— Lomuard. Eisenbahn . . 27 60 Uesterr. titaaLshuhn . . . 145.25 l'rnice-Henn-Eiseubahu . 118.50
Januar. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 202 10 uaurahütte 218.70 Lombarden E. B. ... 27.60 Nordd. Lloyd 106.00 l uraenlose 146.40
braungvaues Gvas. In einer Hohe von erwcc 4aOO Meter beobachtete Meyer noaj den Kolibri, voroom noch den Hirsch und Pekari, und noch in der Höhe von 5200 Meter eine alpine Pflanze, Senerio, trotz aller unausgesetzter Stürme. Später ist alles felsiger Schutt, dann Firuruppeln auf rötlichem Steinunterbau. In etwa 5800 Peeter Hohe erfroren Meyer, trotz dickster Pelzyandschuhe, zwei Finger, die später opc» rierk werden mußten. Wieder mußten die Tiere, spürcr auch die eingeborenen Begleiter, zurückgelassen werden. Manche Firnen erreichten Die Höhe von 70 Meter. Ein Ein Schneesturm, der sich erhob, tobte sich zumeist zu ihren Füßen aus, und bei 6050 Meter Höhe sahen sie unter sich die Wollen gleich Schneefluten. Ein weiteres Vordringen war wegen der Späte der Tageszeit nicht angängig, und es mußte die Rückkehr angetreten werden. 'Beim zweiten Aufstiegei m August hatte sich der Firn droben in förmliche Stachelpanzer verwandelt, die sie 7 Wochen zuvor gut hatten besteigen können. Es herrschte eine Kälte von —9 Grad. Diese phantastischen Firnsormationen führen den Namen Penitentes (Büsser), da sie in langen Reihen gleich erstarrten Pilgern fiel) hinziehen, wälzend sie zuweilen gleich schäumenden Schneewellen dahinzufluten scheinen. Meyer beobachtete 20 bis 30 Meter lange Eiszapfen. Bei 6180 Meter Höhe war ihm das zweite Mal vas Weiterdringen im fürchterlichen Schneesturm unmöglich. Beim Abstiege entdeckte er einen neuen, den größten Gletscher des Chimborazo, dem Moränen bis zu 400 Meter Höhe vorgelagert sind.
Prof. Meyer stellte fest, daß der Ausgang des Tertiär und der Anfang des Quartär Anteil an der Zusammensetzung der Kordilleren haben, die übrigens keine streng zusammenhängende, sondeni ost unterbrochene Bergkette bilden, daß sie im späteren Diluvium entstanden juto, daß sie vordem ein größeres Gebiet in anderer, niedrigerer Formation bedeckten. Es unterliegt für ihn keinem Zweifel, daß die südamerikanische Gletscherwelt großen periodischen Schwanmugen ausgesetzt ist, in steter Abhängigkeit von der in Jahrmiliiouen gleichfalls schwankenden Stärle der Sonncnwärme, von der wir winzigen Erdensöhne nur eine leise Ahnung erhalten im forjchenden Anblicke jener Urweltkolosse.
Im Anschlüsse an seinen vortrefflichen Vortrag ließ Pros. Meyer noch eine stattliche Reche von Lichtbildern an uns vorüberziehen, die uns einen sehr lehrrcici-en und zugleich anmutsvollen Einblick gewährien in oie Mannigfaltigkeit der Landschaft Ecuadors, feine Städte und Steppen, seine Urwälder und seine wunderbare Hochgebirgs- welll
— Kleine Ku n sich ro ui k. Ter Kaiser hat Pron-ssor Gabriel v. S c i d 1 aus Allincheii und Proieiior Aiax Bruch' Berlin nach slattgehabier Wahl zu jliuimberechligien Rittern des Ordens pour le m6rite für Wissenschaften und Künste ernannt.


