die verfäng-
cinanber ver-
fc. Cassel, 23. Febr. Am vergangenen Sonntag entfernte sich die 56 jährige Witwe L. Müller ans der &er- sorgungsanstalt in der städtischen Kaserne, und am Montag morgen wurde ihre Leiche aus der Fulda gelandet. Naa einigen Tagen fand die Beerdigung statt. Wie erstaunt wa:
vorzubehalten.
Die Aufführung war recht nett und wird wohl bei Wieder- Holungen im Tempo noch gesteigert werden. Zufällige technische Umstände, wie Erkrankung der Souffleuse :c., dürften allem es verlangsamt haben. Doch ist es hier von Wert, daß. wie der Pianist den Mmutenwalzer von Chopm übt, möglichst zwei Stunden Spielzeit nicht überschruten werden. TaS mutz nur so herunter- prasseln; dem Zuschauer mutz es so wirbelig werden wie dem Helden — so geschwind muß das alles gehen.
Goll sah sehr stark 42jähriq aus und war von zwangloserMunter- keit und liebenswürdig, harmlos gemütlicher Diskretion selbst m seinen heikelsten Szenen. Elivas mehr Eleganz hatte ihm freilich sehr zu großem Vorteil gereicht. Tour Sylva und er aber spielten reizelid zusammen, sie, in talentvollem Toiletteiiprnnk, tragend, binciib, bettelnd, dann von hüifchmelzender Liebe ganz erfüllt, er immer jokos und fidel, beide zufannnen von mitreißender Fröhlichkeit. In besonderem Maße aber gewann sich am Sonntag v. d. B e ck e die Gunst des Publikums durch die köstliche Komik, ivie er, namentlich im 2. Akte als maßlos Uebermüdeter, Andrss Freund, den gutmütigen Hohlkopf Pernard, zu ergötzlicher Wirkung brachte. Das Ehepaar DuprL spielten Helene Schumann
und N e i ni e r - S ch t e g e l ga»iz anerkennenswert, und W e i n - Wirklich jebex?. Doch wohl. Denn der Schwant ist bei gärtner brachte den steifeu Engländer in seiner Sprechweise und
Aus StaM und Land»
Gießen, 24. Febr. 1903.
waren, und ließ zum Schlüsse zu deren Gunsten eine Sauunel« büchsc rund gehen. Der Vorstand wurde einstimmig >v>eder- gewählt und das diesjährige Kriegerveibandsfcft M Battenberg auf den 12. Juli festgesetzt. Am Mittagessen nahmen 80 Persons teil. Während der Tafel konzertierte die Musik, die die auswärtigen Vertreter um 4 Uhr auch wieder zur Bahn geleitete. Unser Kriegerberein feierte am Abend bei Konzert und -um? sein 34. Stiftungsfest in bester Stimmung.
[] Marburg, 23. Febr. Die katholische Gemeind, hielt heute aus Anlaß der 25jährigen Amtsjubil.aum§ des Pfarres Dr. Weber in den Stadtsälen eineFestfeicrab.
wahrhaft klassischen Ruhe zu vorzüglicher Geltung. Von den üb' ngen Darstellern seien noch Marie Lautermann uw Schmidt > Pauly mit Anerkennung genannt.
Die Regie (Dir. Steingoetter» halte für ein gutes Zusammen' piel gesorgt. Die wiederkehrende Dekoration des ersten Aktes v« em reizvolles Interieur, und sehr hübsch war das im 2. Akte |tö zeigende Alpenpauorama. Das Publikum war mit dem Ganze« ehr zufrieden und spendete nach allen Akten reichlichen Beiwll.
fischupterhaltung ist. . .
Ein liebenswürdiges, graziöses und verwöhntes kleines Fräulein, Josette Tuprch wickelt ihren guten Patenonkel Andre um den Finger. Und damit sie die verrückte Erbschaftstlausel einer schrulligen alten Tante erfüllte, da vor schreibt, daß sie mit 18 Jahren verheiratet sei, widrigenfalls sie des großen Tantenvermögens verlustig geht, heiratet sieden Paten, obgleich sie einen anderen ließt Ter ober hat gerade am Tage vorher zufällig eine unaufschiebbare kleine Weltreise anzutteten und ist daher augenblicklich leider nicht hochzeitsfähig. Josette, die flotte Jungsrau, und Andrch der flotte Junggeselle, gehen also eine Scheinehe ein. Sie bleibt für den Bräutigam reserviert. Nach einem Jahre soll Andrs Frl. Josette, seine Frau, an Joe Jackson, den Weltreisenden, unversehrt abliefern. Abeer ungestraft ist man nicht andauernd mit einem so
| aller Ungeniertheit doch lustig und gehört nicht zu den be- denklichsten seiner Art, wenn er auch teilweise eine ziemlich eindeutige Sprache spricht. Das Recht auf Uebermut muß man aber einer gewissen Gattung von Bühnenproduktionen nach dem Vorbilde aller Zeiten (Aristophanes, Plautus!) einräumen. Gewiß, es werden mit artiger Unart Dinge zur Sprache gebracht, die bei der Tafel der guten Gesellschaft nicht serviert zu werden pflegen. Aber daS geschieht nur stellenweise. Im übrigen entwickelt sich die Geschichte ganz sittsam und sauber — nicht jeder - Franzose hält so rein. Es ist ja frellich ein altes Motto,
das von der stellvertretenden Ehe, uttb es sind die alten Puppen der gallisck-en Lustspielphantasie, die in amüsantem Wirrwarr ' durcheinandergeschüttelt werden. Aber es ist doch eines jener ; seltenen Werklein, die den außerordentlichen Vorzug haben, sich : beständig zu steigern und die besten Trümpfe den letzten Akten
reizenden Frauchen auf Kündigung vermählt. Ter Hilfsehemann wird vor sich unb der Welt zum Hansnarren — von weiteren
♦* Ein ungewöhnlich günstiges Ergebnis hatte die Verpachtung dcr Ja g o int Domauialwald Schis- senberg. Während der seitherige Pachtpreis 1340 Mark betrug, wurden bei der gestrigen Verpachtung 2700 Mark erzielt. Die seitherigen Jagdpächter, die Herren Felsing und Möser, machten das zweithöchste Gebot.
"Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses findet am Samstag, 29. d. M. vorm. 9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Ortsarmcnveibaudes Slorndorf gegen Ortsar'meuverband Liederbuch wegen Unterstützung der Kinder von Johs. Roth, Eheleute. 2. Aufbringung der Kosten des Geländeerwerbs für die Nebenbahn Friedberg-Friedrichsdorf. 3. Rekurs des Leonhard Jüngling zu Usenborn gegen einen ‘ Polizeibesehl Gr. KreisamtS Lüdigen wegen ttntauglichmachung tincs Brunnens.
" Major a. D. Scriba -f-. In Darmstadt starb am Samstag vormittag ein alter hessischer Offizier, der Major a. D. Scriba, im 86. Lebensjahr, nach längeren Leiden. Der Verstorbene war nach seinem Weggang vom Militär vom 1. Januar 1870 bis Ende Oktober 1879 Direktor des Landeszuchthauses Marienschloß und bis 1874 militärischer Kommandant desselben. Die Beerdigung findet heute nachmittag in Darmstadt statt.
** Der Ball dcr Unteroffiziere. AuS der Bürgerschaft gingen UNS einige Zuschriften zu über einen Borfall, der sich am Samstag abend bei dem Ball der Unteroffiziere des 2. Bataillous zutrug, von denen wir nachstehend eine, die uns sehr objektiv gchallcn zu fein scheint, wieder,
-ch Rod heim a. d. Bieber, 23. Febr. Im festlich geschmückten Saale des Gastwirts Schlierbach tagte heute die 2 4 Vertreterversammlung des Kreis krieg erver- b an des Biedenkopf. Die meisten Vertreter, vor allem die aus dem Battenberger, Biedenköpser und Gladenbacher Bezirl trafen mit dem 11 Uhrzug hier ein. Der hresige Knegerverein stand mit der Vereinsfahne zum Empfang am Bähnchen bereit, unb unter den Klängen der 116 er Kapelle bewegte sich ein statt- licher Zug durch unsere Ortssttaßc Der Vorsitzende de- Verbandes, Landrat Dr. Daniels-Biedenkopf, hieß die Vertteter willkommen und brachte das Hurra auf den Kaiser aus. Bürgermeister Bechtold hieß alle Erschienenen besonders deii Ehrenvorsitzenden Kammerherrn von Heimourg-Wiesbaben herzlich luilb kommen Bevor zur Tagesordnung über geschritten wurde, gedachte der Vorsitzende des gestern verstorbenen langfähngen Vor- standsmitgliedes, Kaufmann Hahn aus Biedenkops, dessen Andenken durch Erheben von den Sitzen die Versammlung ehrte. Die Feststellung der Vertteter ergab, daß von 99 66 antotW waren. Jacobi-Biedenkopf verlas das Protokoll der 23. Verttctei- Versammlung in Wollau. Aus dem Geschäftsbericht ict erwähnt: der ihcUoerbanb zählt in 80 Vereinen 3293 Mitglieder, baruntcr 360 Kriegsveteranen und 118 Ehrenmitglieder. Die ^ahrcs- rccfjnung ergab 3273,61 Mk. in Einnahmen und 3233,07 Ml. in Ausgaben; das Vereinsvermögen ist auf 900 Mk. gestiegen unb die „Parole" wurde in 93 Exemplaren gelesen. Lehret Burk-Biedenkovf hielt sodann einen Vortrag über das wesen im Anschluß an die Devise: „Edel sei der Mensch, hilsrcuu und gut". Er berichtete über unsere 4 Kriegerwaisen-
Die Nebenbahn Lich—Grünberß.
Der Butzbach-Licher Eisenbahn-Aktiengesellschaft rst dte lcnrdesherrliche Konzession zum Bau und Betrieb einer mittels Dampfkraft zu ^betreibenden und für die Beförderung von Personen und Gütern im öffentlichen Verkehr bestimmten Nebenbahn von Lich nach Grünberg unter folgenden Bedingungen verliehen worden: Die Bahn von Lich nach Grünberg ist mit der bestehenden Nebenbahn von Butzbach nach Lich als ein einheitliches Unternehmen zu be- trerben. Die eintretendenfalls zu zahlende Konventionalstrafe und die zu leistende Kaution wird auf 70000 Mk. bemessen. Für die Gesamtstrecke Butzbach—Grünberg ist ein Erneuerungsfonds und ein Reservefonds zu bilden. Solange die nötige Verzinsung des Baukapitals nicht erreicht wird, wird auch nach Ablauf der festgefetzren Betviebszett die Äufsichtsbehövde auf den Antrag der Gesellschaft gestatten, daß nur drei der Personeiibeförderung dienende Züge in einer Richtung befördert werden, wenn es jtd) zeigt, daß ein Bedürfnis für vier Züge nicht besteht. Für die Gesamtstreüe Butzbach—Grüuberg ist nur eine Betriebsordnung auszustellen. Die Konzession erlischt mit dem 30. September 1957. Vom 1. Oktober 1928 an steht es der Großh. Regierung jederzeit frei, den Betrieb der Nebenbahn Butzbach—Grünberg für Rechnung des Hessischen Staates oder der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft zu übernehmen oder auf die Verwaltung dieser Gemeinschaft zu übertragen. Die neu auszugebenden Aktien sind von der Firma Lenz u. Comp. G. m. b. H. in Berlin zu übernehmen, soweit sie nicht von anderen Interessenten gezeichnet lucrben. Die Beschränkung der Verkäuflichkeit iv.rd auch aus die neu auszugebenden Aktien, soweit sie von der Firma Lenz u. Eornv. G. m. b. H. in Berlin übernom- uten werden, mit der Maßgabe ausgedehnt, daß die fünfjährige Frist mit dem Tag der Betriebseröffnung der Strecke Lich—Grün berg zu laufen beginnt.
Ws unb dem 4 Jahre alten Kind ins Gesicht. Tas Kind wurde im Gesicht nicht unbebeutenb verletzt, zum Gluck sind die Augen des Kindes unverletzt geblieben.
U Friedberg, 22. Febr. Das S ch u l l e h, r c r ]je in in ar bat in dem jetzt zu Ende gehenden Schnsiahr einen o hohen S ch n l c r st a n d wie seit Jahrzehnten nicht, es zahlt runb 200 Seminaristen und umfaßt 5 Klassen, früher waren es nur 3 Klaßen, ^ie Oberklasse, die in 2 Parallelklasien geteilt war, ist letzt ent- lassen worden. Der Entlassungsprnsnng w^nte Großh. Oder- chulrat Scheuermann aus Darmstadt bei. 69 Schulamtsaspiranten haben das Seminar verlassen und schon zum -r.eil Verwendung im Schuldienst gefunden. Von den rund 200 Seminaristen sind 17^ evangelisch; 146 wurden in Präparandenschulen vorbereitet. Aus Oberhessen sind 126, aus Starkenburg 32, aus Rhemhesien 22; Nicht Hessen sind 12.
4- Meckesheim, 23. Febr. Das hiesige Braunkohlenbergwerk soll eine beträchtliche Betriebs- er Weiterung erhalten. Verflossene Woche ist ein mächtiger Dampfkessel von 400 Zentner Gewicht angekommen, der zur Preßklvtzefabrikation dienen soll. Das Bergwerk weift nach geologischen Untersuchungen Kohlensiager von 30 und mehr Meter Dicke aus und wird noch auf mehrere Jahrhunderte Kohlen liefern. f . a
n Büdingen, 23. Oft. Tas seltemr Schauspiel eines Q i q eunerbegräbnisses lockte geltcrn t-.iie zahlreickie Schar Neugieriger an. Ein jugendliches Nritglied einer Zigeuner- qesellschast. die hier und in der Nachbarschaft einen^nzbrnen sehm ließ, mußte wegen Lnngenentz-undung das Mathildenhowi- tal ausiuchen, wo er nach einigen Tagen üarb. ycur vm Paar braune Söhne der Pußta folgten dem^ Sarge. Syrern ^Änftche, daß Schulkinder am Grabe fingen mochten, wnnte nicht wch- fabrt nstrjxn. Dagegen hatten sie eine Musikkapelle^ aus der Stadt aufgeboten. Zwei Geldrollen zu Haupten und <yufcn des Sarges wurden ins offene Grab geroorfm. lieber bau bt muß die Gesellschaft über bedeutende.Mittel berfugen: ein mertbj> Grab kreuz wurde bestellt und im Voraus bezahlt. Das Alter des Verstorbenen, der „irgendwo" zwilchen Köln und Mainz geboren loar, „schätzten" seine Angehörigen auf 18—19 ^ahre. Er war grieckftsch-katholischeu Glaubens.
V Offenbach a. M., 23. Febr. Die Stadtverord- neten-Versammlung war gestern mittag zu einer nichtöffentlichen Sitzung einümifen worden. Es wurde mitgetecki, daß die Bürgernveisterei bei dem Großh. Ministerium des Innern die Suspension dos Stadtrechners Grebe beantragt habe und daß noch bei zwei weiteren Kassen Unterschlagungen in Höhe von 2700 und 1800 ML festgestellt seien. 2700 ML ■ fehlen "in der Küsse, dieStadirechner Grebe über Slraßenbeitrage : und bergt führte. 1800 Wik. hat der ^>ttuererhobegehilie Am- ' berg veruntreut, der geständig ist und in H a f t genommen iimrbe. Somit befinden sch nun der Rendant Grebe feit, bet . Oberbuchhalter Grebe jr. und der Steuererhebegehifte Aniberg in Untoriuchungshaft. Tie Stadtverordneten-Versammlung. hat weiterhin beschlossen, sämftickft^ stadttsck)e Küssen und Gcheber- stellen einer grüitdlichen Zievisiou zu unterziehen.
idem Beschluß des anderen Ausschusses zu, die Nachttagsforderung Don 100 000 Ml. für die Errichtung eines neuen Kreisamts- aebäudes in Offenbach bis zur Vorlage genauer Baupläne und Kostenanschläge zurückzustellen. übrigen kann ttmstatiert werden, daß zwischen den tziden Ausschüßen über den neuen Staatsvoranschlag keinerlei Differenzen bestehen und darnach auch mit Bestimmtheit eine glatte Erledig ung des Etats in beiden Kammern erwartet werden darf.
Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hatte schon am Samstag vormittag eine längere Beratung unter Beteiligung des Ministers Braun und des Nttnistenatta^ -t>r. B e st abgehalten und sich hauptsächlich mit der Regierungsvorlage in betreff der Fürsorgekasse für die Beam ev: der Landgemeinden und weiten Konimimalverbande beschafttgck In Der Beratung des 55 Arttkel umfassenden Gesetzes für das Abg. Dn Osann die Berichterstattiuig übernommen hat, würbe: etwa■ bje Hafte.des Gesetzentwurfs erledigt, wagend die Beratung über die zweite Halste am nächsten Dimtslag erfolgen soll.
Beratung wurde zu gunsten der Burgerineister w a. eine Verständigung dahin erreicht, daß nicht allein solche B arger in e i ft c r , die in ihrem Amt als Hauptberuf ein Mindesteinkommen von 1000 Mk. haben, sondeni schon solche rmt nm 8 0 0 M k. E i n k o m m e n im Hauptberuf eine Berechtigung zml Beitritt zur Fürsorgekasse hüben sollen. Des wetteren soll die Ausübung des Rechts zum Beitritt in die Fürsorgekasse nicht von der Genehmigung des Gemeinderats abhängig gemacht w-erden. Der Ausschun erledigte auch noch verschied?ne von den maischen wieder zahlreich eingegangenen Vorstellungen einzelner Beamten- tategorien um Gehaltsaufbesserung.
— Eine Stelle aus der „Naturgeschichte ber 5rauen von Bogumil Goltz fei hier zitiert, weck sie eine intciesjan- Parallele zu Webekinbschen Ansicht e n bietet:äa mutz mit den Frauen zu verkehren wißen wie mit Feuer, b-asst- und Wind, mit Licht und Lust. . . Sie zeigen Qde^16 Würdigkeiten und Schrecken der elementaren Natur. Sie \w diviuatorisch, phantasiereich, naiv, bildkrästig, erfinderisch, graziös', aber zugleich wetlerwendig, farbenwechselnd und in ""9^' blicken so egoistisch, verhüllend, listig, unwahr und unbarmheiftii als die Natur, als die Sinnlichkeit, welche in ihren MetamorplM ein Ringen nach Einheit und Riihe, nach dem oernünitigeii ^ei!- batlcgt, den sie erst im Mann erlangt . . . Wer kann Feuer i> Wasser dämmen, wer faim Soniienstrahlen fontrotlieven, roer ia die Lust iest machen? Aber was da wächst und blüht, was ou'le^ sich bildet und färbt, das gedeiht unb wird so: durch die elenie tarc Natur. Sie zeitigt allerlei Samen, allerlei Blüten, jupe UL, herbe Früchte, Disteln und Trauben; sie zeugt Fledermäuse w Singvögel in demselben Schoße; und so schafft sie and) im' Rosen unb Dornen. In den Aitgen, den Gebärden der Frmt« in ihrer Liebe liegen Himmel und Hölle. Es ist nichts fitßer,ni^ bitterer, nichts beseligender, nichts danionischer als ein Weib. 5 kann alles, sie ist alles, sie verwandelt sich in alles." wttetow widerrust Goltz diese Charakteristik des Weibes in seiner „Gcsm-a neb Charakteristik bes bcntjd)en Genius" (Meyers Volksouw 1432—1437) zum großen Teile unb sagt m dem Kapitel „Parau zwischen deutschen nnb französischen Frauen" alles Böse ber draiijöi nach und macht der deutschen Frau viel Komplimente.
seelischen unb physischen Höllenqualen zu schweigen. Jedenfalls bringt diese Ehe, die keine Ehe ist, beiden tausend Unge- legenheiten und vcrfänglick>e Situationen, und lichste ist, daß sich die platonischen Eheleute in ... lieben. Tie anfangs iwch beiderseits unbewußt emiporwimende Neigung stören zwar imi besten Moment die dazwischenkommen- den bummien Schwiegereltern, aber da Herr Jackson inzwisckwn selber Josetten untren geworden und sich ausgerechnet mit bet Tochter des Gwßvczicrs von Sansibar vermählt hat, kommt es wie es in einer Ehe kommen muß, -- „und jeder geht zw- frieden aus dem Haus".
aebeu- DaS UnterofsizierkorpS des zweiten Satainonfl 3nfantene^cg> 1 ment« Kaiser Wilhelm II. Nr. 116 feierte gesiern abend in der „Turn* halle" sein Übliches Winterfest, das in der Regel immer ^en sehr gut 1 m; erlauf nimmt, und versprach auch diesmal gegen dre vorhergehend Festlichkeiten nicht zurückzustehen. Die Osfizftre deS Bataillons, Ange- böriqe ber Unteroffiziere, die teilweise größere Reisen unternommen hatten, um mit ihren Verwandten das Fest verherrlichen zu helfen waren erschienen ebenso waren viele Gäste auS Bürgerkreisen, an die Einladungen ergangen waren, anwesend. In der prachtvoll belonerten Turnhalle zcwte sich dann auch von 8 Uhr ab ein reges Lebern daS darauf lieft, daß alle die nötige Feststimmung nntgebracht hatten — Gegen »/IO Uhr, als das erste Theaterstück in Szene ging, trat aber plötzlich enc Störung ein, indem ber Regimentskommandeur das Bataillon alarmieren ließ; wohl oder Übel mußten die Offiziere und^Unter. offlziere, soweit sie nicht anderen Bataillonen angehdrten, die Festlichkett verlassen. Von vielen Seiten wurde anfänglich geglaubt, es handle sich um einen Fastnachtsscherz, unb den flotten ^anzermnen wäre eS am liebsten gewesen, wenn sie mit alarmiert worden waren, atec tS Jjar anders. ^Nach dem Alarm durften die Unteroffiziere die Kaserne nicht mehr verlassen und mußten ihre Angehörigen im Sttche laßen welchen Eindruck dies auf die Anwesenden gemacht hat, laßt sich leicht denken. Was ben Regimeittskomilianbenr dazu beftmunt hat, ui dieser Weile eine derartige Festliclikeit zu stören, läßt sich leicht erklären, aber so viel ist sicher, baß burch solche Maßnahmen bie Lust unb Liebe zum ©olbateu- ^tCin(go?bie'^uJd'rift. Wir wandten unS mit dem Ersuchen um Ausklärung an daS Regimentskommaudo unb erhielten bie Auskunft, baß der Regimentskommandeur die Beseitigung des Wentzwanges, der infolge einer Abmachung mit den Witten bei derartigen Festen hier üblich sei, gewünscht habe. Da die Unteroffiziere sich diesem Wunsch nicht gefügt hätten, habe er den Alarm angeordnet. .
** Ein heftiges Unwetter tobte in ber Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen 11 unb 1 Uhr. .Aturm unb Regen Donner unb Blitz schienen bas Herannahert bes Frühlings an- zukünbigen; hoffentlich gibt ihnen bie Witterung ber nächsten Wochen recht. Auch in ber Umgegenb, in ber Gcgenb von Marburg unb in ber Wetter an machte sich bas Unwetter bemerkbar.
** Aus bent Bureau best Stabttheaters schreibt man uns: F-räulein Angelina Gur litt, bie in dieser Woche in dem Lustspiel von Esman „Vater und Sohn" als C'thel Holm gastiert, hatte in Berlin im Kleinen Theater" mit dieser Stolle einen bemertenswerten Erfolg. Sämtliche Berliner Zeitunaen sprechen fich über bie junge, interessante und bildschöne Künstlerin aufs Günstigste aus. In einer Rezension heißt es:
,Dre moderne junge Frau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck von Angelina Gurlitt war eine IjerDorragenbe Leistung. Wie sie Ijerumging unb zwitscherte, wie sie schelte unb lachte, das war so anmutig, so vornehm, so ursprünglich unb fttbst- verstänblich, baß bie Darstellerin mehrmals auf offener Szene Beifall erlebte."
** Kolosseum. Die Kämpfe ber internationalen^amen- Ringkampf-Konkurrenz finben großes Interesse. Der 6. -tag mar wieder einer der interessantesten ber bisherigen Kampfe, mit größter Spannung folgte ber dicht besetzte Saal ben Vorgängen am ber Buhne. Als erstes Paar rangen Frl. P h il l 1 p p i -Aachen gegen Frl. v. b. Slraalen-Holland, erstere siegte durch Halbnelson -tun Boden in 6,13 Mt. Der zweite Kamps war der zwischen Frl. S i m s 0 n - Hannover und Frl. B 0 s l 0 w S k y - Ostpreußen, der Kamps war reich an Aufregungen, bas Publikum folgte mit lautloser Spannung, zeitweife in laute Bravo-Ausruse ausbrechend dem interessanten Kampse, das Ringen mußte nach 20 Aimuten als unentschieden abgebrochen lüetben. Als letztes Paar rangen Frl. H a n 10 n - Elsaß gegen Frl. Berg- Berlin, erst mit 19,4o Alt. konnte Frl. H a n l 0 n über die gewandte Berlinerin den Sieg durch Hüstenschwung davon tragen. Von heute ab finden täglich Schluß- und Entscheidungskämpse statt.
** Kaiserpanorama. Ein Geograph vom hiesigen Gymnasium schreibt uns: Das Ka i ser - P a n 0 r am a, bas feit dem 1. Februar in wöchentlich wechselbaren „Runbretfen Gebiete aus landschaftlich besonders reizvollen Teilen Europas brachte tfür später hier auch die anderen Erbteile in Aussicht genommen) erfreut sich anbanernb eines guten Zuspruchs, unb nut Recht, denn bas Unternehmen verdient bas größte Interesse, das man ihm von vielen Seiten entgegenbringt. Die Bilder sind so plastisch unb naturwahr, bie Perspektive ist so treffenb, baß man' das Siaijervanorama mit gutem Gewissen als ein erstklassiges ttn- chauuiigsmittel für den geographischen Unterricht bezeichnen kaum Aber nicht nur Schülern unb Schülerinnen ist ber Besuch des wissenschaftlich hochstehenden Instituts zu empfehlen, sondern überhaupt allen denen, die ihre Kenntnisse ber betreffenben Gegenben auf anmutige Art bereichern unb vertiefen wollen, ober solchen, bie sieh diese, wenn sie sie bereits aus eigener Anschauung fennen, unu yill , UV11W,^ __ — .. . . .
in ihren charakteristischen Eigenschaften im Bild nochmals ^Käufer, in denen im letzten Jahr 944 Kinder untergebracht Augen sichren möchten. Wer einmal dort war, kommt regel- s - ' ~ -------- -
mäßig. Erfreulicherweise bleibt das Panorama noch einige Zeit hier; diese Woche bringt es „Die Riviera von Genna, Ätonaeo bis Cannes", die nächste „Das Flottenmanöver von ^wine-
** Unfall. Ein recht bedauerlicher Unfall ereignete sich gestern Morgen in ber Turnhalle. Das Unlerofsizierkorps des 2. Bataillons hiett aut Samstag Abend in der Turnhalle sein übliches Winterfest ab. Ein Unteroffizier gebrauchte beim Vortrag auch einen Revolver und hatte ihn mit Platzpatronen geladen. Als plötzlich gegen 101/, Uhr das 2. Bataillon allarmiert wurde, ließ der Uiileroifizier den geladenen Revolver in der Bühnengarderobe liegen, einesteils wohl in der Eile, audernteils auch wohl in der Erwartung, bald wieder zurückzukehren und die Vorträge fortsetzen zu können. So kam es, daß der Revolver in der Garderobe liegen blieb. Hier spielten nun gestern früh die Kinder des Vereinsdieners, der in der Turnhalle »vohitt. Ein Kind machte sich mit dem Revolver zu schaffen, der Schutz ging
Fräulein Josette — meine Frau
Lustspiel in 4 Akten von Gavault unb Charvey.
Ein amüsant unliterarisches Stück, diese franzöfische Komödie Mit dem verfänglichen Titel unb bem Gedankenstrich mittenbrin. Dieser Strich gibt dem gespannten Zuschauer von vom herein zu benren. Da werden sich die beiden Verfasser — seit Scribe mit seinen vielen Mitarbeitern ibmimen namenütd) in Frankreich die Lustspielbichter zumieist paarweise auf die Welt, wie bie Handschuhe — was ganz Tolles ausgebacht haben, so meint wohl mancher. Nun, gar so schlimim ists nicht, wenn es auch nicht gerade eine Back-


