Ausgabe 
24.2.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

vezngSprei-r monatlich 75 Pf., viertel­jährlich Mk. LLO; durch Abhole' u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Dtk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pft auswärts 20 Pfennig.

verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuille-

Entgegen der Meldung derGermania" hört die Tägl. Rundschau", daß Unterstaatssekretär im Reichs- schatzamt Twele im Amte verbleiben würde.

Stuttgart, 22. Febr. Der kommandierende General Fallois reichte sein Abschiedsgesuch ein.

. . Cuxhaven, 23. Febr. Heute nachmittag fand die feierliche Eröffnung der neuerbauten Fisch- markthalleu statt. Die Stadt und der Hafen hatten reichen Flaggenschmuck angelegt.

Und wir lachen, lachen allesamt aus vollem Halse, wenn wrr uns das Grausen über die Ungeheuerlichkeiten des Wedekindes ab- geschüttelt, wenn wir ob des ernsthaft tieferen Sinnes uns mit uns wieder in Einklang gebracht haben; wir lachen nrcht sowohl nut herbem Spotte über diesebeste aller Welten", als wenigstens über dieserTragödie" (!) burlesk-komischen Schlußakt. Ter er­innert nut seinem hülbdutzendweisen Aufmarsch von Liebhabern der Nimmersatten modernen Messalina gar sehr an studenlischc Mimiken und Biersprele, an Wedekind den einstigen Obersten des MünchenerElf Scharsrichter"-Ueberbrettls, der hier, wie von einem Veitstanz konsulvisischer Leidenschaften befallen, einen neuen brunsloollen Astartekilll herauibeschwört unter wilder, krait° genialischer Verzerrung des realen Lebensbildes.

In bunten Bildern wenig Klarheit, Viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit" möchte man mit Goethes Lustiger Person tmFaust" als Gesamt- urteil über WedekindsErdgeist" ausrufen, und man möchte die Worte des Herrn im Prolog im Himmel hinzusügen:

Wenn er mir jetzt auch nur verworren dient, So werd' ich ihn bald in die Klarheit führen" als frommen Wunsch für Wedekinds endliches Hinauswachsen aus der überlange andauernden Epoche wilder Gärungen.

Was mir am Samstag Abend mit am besten in unserem Stadltheater gefallen hat, das war das Publikum. Es zeigte ge­nügend literarische Schulung und ernsthaft kritisches Verständnis für die Absichten des Autors, für seinen geistreichen Dialog und seine eminente Eharakterisiernngskunst und Straft. Es wußte, daß es im Theater nicht eine Stätte für abspannende Erholung und flaches Amüsement zu erblicken hat. Kurzum, sieghafter Beifall durchbrauste wiederholt das Haus, ein Zeichen des Taktes und der Duldung jeglichen literarischen Genres, in Erinnerung an den Voltaireschen Ausspruch:Tous les geures sont bons, hors le gerne ennuyeux".

Unbestritten gelobt und bewundert zu werden verdient der größere Teil des Hamburger Ensenibles. Bet dieser Dichtung kommt natürlich alles au' die Darstellung an. Wenn sie sich ver­greist, ist der Mißerfolg sicher. Die Aussührung ist ein Werk her­vorragender Neglekunsk. Alan Hal Respekt vor dieser Meisterung des Zusammenspiels und der Herausarbeitung des geistvoll cynischen, kunstvoll nachlässigen Dialogs, um so größeren Respekt, wenn man sich vorhält, daß die StünfUer fast allabendlich seit Monaten den Erdgeist" mimen, trotzdem aber nur zum kleineren Teile, wie der Darsteller des Prinzen Escemy und, in gewisser Weise, der, übrigens für seine Rolle viel zu alte Darsteller des Malers, in gelangweilt routinierte Manier verfallen.

Die Rolle der männermorbenben holdenUnholdiu gibt Emmy S ch r o t h. Sie nahm keineswegs josart gefangen, zumal sie als

Zur Lage in Maroiko.

Casablanca, 21. Febr. Der RückzugdesGenerals d'Amade scheint verursacl>t worden zu sein durch das Schicksal der Kolonne von Born Znika, das zu ganz falschen und absolut- unbegründeten Gerüchten Anlaß gegeben hatte. Es werden be­deutende Zusammenrottungen in der Richtung von Azemmur gemeldet, die auch in bisher neutral gebliebenen hegenden eine erregte Stimmung hervorzurufen säumen.

Paris, 22. Febr. Aus Mazagan erhält die Agence havas die Meldung, daß der Bote der deutschen Post am 18. Februar angehalten, aber wieder freigelassen wor­den sei, als es sich herausstellte, daß er nicht zur französischen Post gehörte.

Admiral Philibert telegraphiert, daß in Mazagan Md in den anderen Häfen Ruhe herrscht.

Tanger, 23. Febr. General d'Amade kehrte am 19. Febr. nach Berroschid zurück. Die Franzosen planen nach einigen Ruhe­tagen einen neuen Vorstoß. d'Amade wird wegen der zu großen Zersplitterung der Truppen getadelt. In Ulez Said ist ein neuer heiliger Bunuala aufgetreten, er hat großen Zulauf und plant die Vertreibung der Franzosen. Im Lager Muley Ha- iids sind bie.Köpfe von zwei französischen Offizieren als Trophäe aufgestellt worden, worüber d'Amade sehr aufgebracht ift.

. 24- Feör- Die gestern eingetroffenen Rachrichten

der Parrfer Korrespondenten, die sich bei den Truppen d'A m a de s in Casablanca befinden, lassen die Situation recht bedenklich erscheinen. Der Zweck der Expedition, die Unterwerfung der Ndakra und Nzao ist keineswegs erreicht, röhrend im Ministerrat am Samstag noch Pichon die Lage ticl Künftiger beurteilte, hat man hier den Eindruck, daß trotz ter zremlich bedeutenden Truppenmacht von 8000 Mann, die zur- mt m Marokko ist, die Absendung von Verstärkungen notwendig Derben wird.

Deutsches Resch.

Berlin, 22. Febr. DerReichsanz." gibt die Ent- üssung des Staatssekretärs des Reichsschatz-- rmtes Frhrn. v. Stengel unter Verleihung oes Groß- lreuzes des Roten Adlerordens sowie die Ernennung des ^^^^^^'btärs Sydow zum Staatssekretär des Re ichs- ^chcchamtes bekannt. DerStaatsauzeiger" gibt ferner . Ernennung des Staatssekretärs Sydow zum Staats- mmlster und Mitgliede des Staatsministeriums bekannt.

-KarLasnetttarisches.

Berlin, 22. Febr. Das preuß. Abgeordneten­haus nahm zunächst den Gesetzentwurf betr. Herstellung einer Eisenbahn-Dampffähren-Verbindung zwischen Saßnitz und Treckeborg in 3. Lesung ohne Debatte an und setzte dann die Beratung des Kultus-Etats fort. Nach Vor- bringung mannigfacher Spezialwünsche wurde das Kapitel Kunst und Wissenschaft erledigt. Stach Erledigung zweier weiterer Kapitel vertagte sich das Haus auf Montag.

In der Budgetkommission des preuß. Ab­geordnetenhauses wurde Uebereinstimmimg darin er­zielt, daß eine dauernde Erhöhung derEinkommen- steuer nicht zu billigen sei.

Nürnberg, 23. Febr. Der Nestor des LandesauA- schusses der freisinnigen Partei Bayerns, der achtzigjährige Oberlandesgerichts Präs ident ©tröffen reu H; er ist ge­storben. St. war seinerzeit Untersuchungsrichter gegen Küll- mann, der das Kissinger Sittentat auf Bismarck verübt hatte.

Pierrot den Absichten der $erf(eibung nicht gerecht wurde. In den folgenden Akten aber glaubte man auch ihrer äußeren Er- fcheimmg die Etrce, die so viel Aienschenopfer fordert; die acht oder neun Kostüme, die sie im Laufe der Vorstellung trägt, sind so ge­wählt, daß sie sich immer vorteilhafter, bestrickender präsentiert. Und ihr raffiniert pikantes Spiel verfolgt die innersten Vorstellungs­reihen des Dichters mit erschöpfender Einsicht. Freilich m. E. mit zu durchsichtiger Schlangenschläue, mit zu ostentativer Kalkulation und Kombination. Sie ist zu wenig unberechnend triebhaft, zu be­wußt sieghaft, ein von innerer Lebensenergie und unfehlbarer Weibesklugheit sowie durch die freiwillig unfreiwillige Versklavung der Männer zu ausschweifenden Ueberlölpelungen der Mannheit getriebenes Geschöpf. So steht sie denn eigentlich tnehr über, als m der Rolle. Wenn man also gegen die Auffassung wohl Ein­wendungen machen fann, w i e sie ihre Ausfaffung zum Ausdruck bringt, das ist bewundernswert. Ihr Girren und Kosen berückt, und der echte Eva-Umschlag au? den Augenblicken leidenschaftlicher Erregung zu kalter Gegenwartsbrutalität bedeutet Gipfelpunkte darstellerischer Kunst. Die Lulu der Emmy Schroth ist nicht nur vollendete Grisette, sondern personisizierte Sexualmacht, und damit restlose Erfüllung einer der Absichten deS Dichters. Sie ist aber nichtdas wahre Tier", das,von Anbeginn gefräßig", insüßer Unschuld"

. . . ward geschaffen, Unheil anzustiften, zu locken, zu verführen, zu vergiften".

Den grandios stilisierten Tr. Schön, den zuweilen Wedekind selber auf die Bühne stellt, spielte Emanuel Stockhausen, so viel ich weiß, ein Sohn des großen Frankfurter Gesangmeisters, em auch als Rezitator bekannter Künstler. Dieser von der Schlange mit starkem Druck umringelte Tiger" ,st eine fleißige Studie Stockhausens, aber ein wenig monoton und steif und auch ein wenig theatralisch, aber doch die imposante Gestalt eines impo- fanten Künstlers. Eine Figur in Goyas Warner, fesselnd m ihrer umheimlichen Häßlichkeit, darstellerisch von vollendeter Kunst, ist der alte Lump Schigolch, wie ihn Weil hinslellt. Auch der Mebizinal- rat Dr. Goll m der Taistellung Du Bois-Rey monds kann sich sehen lassen. Ten Prolog sprach wohl nicht, wie der Zettel angab, Stockhausen, sondern der Darsteller deSstärksten WanneS der Welt", und in der unmöglichen Langhaarigkeit wie im Aus­druck ziemlich verfehlt, ganz ohne die Allüren des echten Warft- schreterS.

Wan mag die ästhetische Berechtigung eines solchen Werkes an- zweifeln, wenngleich man damit den Selbstzweck der Kunst leugnen wurde; man mag es als abscheuliche Karnkatur perhorreSzieren - man wird trotzdem die wuchtige Dichterkraft Wedekinds anerkennen,' zum minderen ihre sensationelle Wirkung zugeben müssen. P. W.

AarlamenSarZsches aus Hes?ers»

R. B. Darmstadt, 23. Febr. Die Finanzausschüsse beider Ständekammern waren am Samstag nachmittag in einer dreistündigen Sitzung zur Beratung des neuen Staate Haushalts beisammen, an der and) Staatsminister Dr. Ewald, F-inanzininister Dr. G n a u t h und Minister des Innern Dr. Braun, sowie Geh. Staatsrat Krug von Nidda und die Ministerialräte Dr. Becker und Lorbacher teilnahmen. Die Besprechung über die wichtigeren Etatskapitel war sehr ein­gehend. Bei Kap. 3, Weinbaudomänen, das, wie schon früher erwähnt, eine Einnahme von 151500 Mk. und eine Ausgabe von 143 360 Mk. veranschlagt, hat die Negierung den Ausschüssen einen Rentaüilitätsnachweis für die Jahre 19001904 unter­breite., wonach das Domanialgnt in Bodenheim in diesen vier Rechnungsjahren eine Rente von 0,78 Proz., dasjenige in Nackenheim eine solche von 2,17 Proz., das in Oppenheim 5,84 Proz. und schließlich das Weingut von Bingen 0,95 Proz. abgeworsen ljat. so daß also die Weinbaudomänen in den Jahren 19001904 eine Durchschnittsrente von 2,29 P r o z. brachten. Eine größere Rentabilität konnte schon aus dem Grunde noch nickst in Ersck^einung treten, weil ein Teil der erworbenen Weinberge noch Jung- und Wüstftlber sind, die einen Ertrag kaum liefern, während anderseits ständig bedeutende Aufwen­dungen zu machen sind, die naturgemäß erst in späteren Rech­nungsjahren eine angemessene Rente ermöglichen. Man ist mit Recht auch in den Ausschüssen der Ansicht, daß weniger der mate­rielle Gewinn, als vielmehr der hohe ideelle Wert des Unter­nehmens in den Vordergrund zu treten habe, der in der vor­bildlichen Wirksamkeit der Domanialverwaltung für unsere wein­bautreibende Bevölkerung zu erblicken ist. Geh. Kvmmerzienrat Lauteren richtete bei diesem Kapitel an die Regierung das Ersuchen, bei der Steuer einschätzung von Weingutsbesitzern nickst mehr das Betriebskapital als Grundlage zu nehmen, sonder^ den wirklick)en Ertrag der Weinberge, worauf von dem uiegio rungsvertreter entgegnet wurde, daß die jetzige Art der Steuer­einschätzung auf gesetzlicher Grundlage beruhe und eine Abände­rung nur durch Gesetz möglich sei. Dasselbe Mitglied der Ersten Kämmer fragte dann bei Kap. Staatseisenbahnen, ob die unter Kap. 122 gestellte Anforderung von nahezu 3 Millionen Mark für die Erneuerung des Oberbaues der Eisenbahn- brückeüberdenRheinober halb Mainz auch gründlich erwogen worden sei in bezug auf die Tragfähigkeit des ganzen Unterbaus, worauf F-inanzminister G n a u t h erwiderte, daß die Pläne und Berechnungen dafür vom preußischen Eisenbahnmini­sterium veranlaßt worden seien und dieses demnach auch die Verantwortung für das ganze Projekt zu tragen habe. Zn einer ausführlichen Debatte gab dann die Anforderung für Bad- Nauheim Veranlassung. Für die großen Erneuerungs- und Umbauten in Vad-Nanheim werden als 5. Baurate insgesamt 629 700 Mk. im Etat angefordert. Beide Ausschüsse erklärten fid) aber einmütig mit der Regierung darin einverstanden, die Be­schlußfassung über die Anforderungen für Bad-Nauheim solange auszusetzen, bis sich die Stadt Bad-Nauheim zu einem Beitrag von 80 000 Mk. für den Erwerb des Kemschen Kohlensäurewerkes bereit erklärt. Die Mitglieder des Finanzausschusses der Ersten Kammer stimmten im weiteren Verlaufe der Beratung auch

Gießzener SLa-tthserLer.

Der Erdgeist.

Von Frank Wedekind.

(Buchausgabe: 4. Anfl. München, 1906, Albert Langen.) Berits vor zehn Jahren machte Dr. Karl Heine, der jetzige ».verregifieur des Frantfurler Schanfpielhauses, der damals'ein rwendes Ibsen-Theater leitete, das kühne Experiment, in einigen «uycyen ^iädten, wie z. B. seiner Vaterstadt Halle, Wedekinds hnvkx » «uc Aufführung zu bringen. Dieser Vorgang findet jetzt J 005 Personal des Hamburger Thaliatheaters Nachahmung, -ucy zu uns sind nun diese unentwegten Wedekind-Propagandisten onnnen, und der Versuch, uns einen der wunderlichsten 11 n- "vier den deutschen Dichtern der Gegenwart, Vergangen- liewesem ^U Un^ verständlich zu machen, ist nicht ganz umsonst Hf,21Cbsr "Erdgeist", dieses abstruse Literaturproduft, habe ®<pKsr Frankmrter Erstaufführung im August v. I. gesprochen.

vereinigt hier die Auffassung des frauenreichen nordischen Sn*., . ntlbcr9 vom Weibe mit den Sexualempfindungen

e 1 Er haben hier eine Dänwnotogie des Weibes,

; I>e berückend und unheimlich zugleich nur noch der Däne Jonas '"'msV einem bisher wohl noch nirgends aufgeführten Drama ti't 1898' ®- I- Göschen) geschaffen hat. Wedekmd

i- u Das Menschengeschlecht dem Sexualtrieb rettungslos unterjocht.

.^wachere Geschlecht erscheint ihm als das ganz un- hattmsmaßig stärkere. Freilich sieht er im Weibe nur ein Tier, topf.a .Ft rin elegantes Tier, ein Prachtstier", aber der Wael)t fffiinn mte§ der Wann mitleidslos preisgegeben. Tie Lulit- Wn.10 biese vielnamige Heldin, die eben das Weib

d ) ' ruinicrt jeden Wann, der in ihre Kreise kommt, saugt ihm ip Dini ""s.siud jagt ihn in den Tod. Aber nicht absichtlich. Sie r; h, 8" egoistisch, um sich mit Gedanken an andere abzugeben; Ht fr kUt cn oder vielmehr nur an ihren Leib und an ihre £nnpt't0 r em ^er, so welischmerzelt Wedekind, bleibt es in gewissem ir drh. g ]T' baß die Frauen uns himmlische Rosen ins irdische, allzu bo» 7® ^ben flechten. Denn die C.nalen, die der Wann durch S« E« iu erdulden hat, sind ihm zugleich Seligkeit, und seine iteÄ?. niig Ut sein Glück. Darum betet er die Bestie an, die wic bas Weib, so ist die Welt der Wenden nach be Q,!'- vollkommen jenseits von gut und böse, voller beglücken­de le r » n* un> voller bestialischer Roheit, ein Rätsel, das uns Vv s« Ebrost und morgen unter die Füße treten wird. Das ist L. 17v^eil1 / wie ihn Wedekmd sich oder vielmehr uns oorstellt, h^s.s0berne ~.eufelnw(er, der grausige Schilderer der irdischen o mt » kn' cr »Höllenbreughel" unserer Tage. Darum aber, ^ bewahret euch den Humor und lachet über das dumme i ' ö,e*es Swcckloje Nichts, ivemrs euch auch bitter antomiut. *

83 Stimmen erfolgte. Vorher kam es noch zu Lärmszenen, die in Tätlichkeiten anszuarten drohten.

Konstantinopel, 23. Febr. Die Justizreform in Makedonien ist als gefallen zu betrachten. Da­gegen ist die Verlängerung oer Mandate der Zivilagenten und Finanzkontrolleure durch die Türkei auf sreben Jahre bestimmt zu erwarten. Die Differenzen in den Botschafter- Konferenzen infolge der türkischen Opposition konnten nicht beigelegt werden, so daß die Botschafter sich wegen neuer Instruktionen an ihre Kabinette gewandt haben.

Montevideo, 22. Febr. Das Persvital aller @if en» bahnen der Republik ist in den Aus st and getreten.

Matt 158- Jahrgang Montag 2-1. Februar 1908

erscheint täglich, äußer A

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Kl «otafionsto!» und Verlag der SrLhl'schen Unio,v«ch- und SteindruSerei. H. Lange. NedaMsn, Lxpedttion und Druckerei - SchulktraKe 1

ii iw __________________________________ U Anzeigenteil: H. Beck.

ArrsLassH.

Tetschen, 22. Febr. Wie ein hiesiges Blatt meldet, hat das Unterrichtsministerium Vorerhebungen zur Errick)- tung einer katholischen Universität in Salz- Ku rg eingeleitet.

Brüssel, 22. Febr. Der gestern abend hier einge- trofsene marokkanische F-inanzminister El Mokri erklärte einem Journalisten, daß er nicht, wie einige Blätter be­hauptet haben, nach Belgien gekommen sei, um Uuterhand- lungen wegen Ausnahme einer marokkanischen Anleihe auzuknüpfen. Bezüglich der .Haltung Frankreichs ge­genüber Marokko erklärte El Mokri, die Verwaltung sei vollkommen loyal und der Sultan sei mit ihr volö ständig einverstanden. El Mokri begibt sich morgen nach Älntwerpen, um dort die Hafenanlagen zu besichtigen.

Die Demission des Ministerpräsidenten S ch o - la er t und des gesamten Kabinetts steht für die nächsten Tage zu erwarten, falls der König nicht den von der Regierung als Desinilivum beschlossenen Text des Kongo­vertrages al^eptiert. Der König verließ die letzte Miuister- ratssitzung, in der es sehr stürmisch zuging, in sehr brüsker Weise und nahm seitdem in Ostende Aufenthalt. Der üble Eindruck, den die gegenwärtigen kongofeindlichen De- nwnstrationen in allen Kreisen Belgiens Hervorrufen und das Nationalgefühl verletzen, kompliziert die politische Lage des Weiteren.

L o n d o n, 22. Febr. Daily Telegraph meldet aus Lissa­bon, daß ein neues Komplott gegen die bestehende Regierung entdeckt worden sei. Es bestand die Absicht, eine Erhebung der Armee herbeizuführen. Die Regierung hat die weitgehendsten Vorsichts-Maßregeln dagegen ge­troffen.

Petersburg, 23. Febr In Zarskoje Selo wurden zwei als .Hoflakaien verkleidete Revolutionäre ver­haftet. Der anläßlich der jüngsten Attentatsaffäre verhaftete italienische Zeitungskorrefpondent Calvini wurde als gänzlich unschuldig aus der Haft entlassen. Das Befinden der Zarin ist wieder vorzüglich. Sie unternahm gestern bereits eine Ausfahrt.

Bezüglich der immer von neuem auftauchenden Ge­rüchte betr. Verhandlungen über eine neue russische Aus­ländsanleihe wird derFrkf. Ztg." wiederholt ver­sichert, daß die gemeldeten Rußlanosreisen verschiedener französischer Finanziers ausschließlich mit der Angelegen­heit der Rufsftch-chmesischen Bank Zusammenhängen. Auch die Reise des Herrn Fischel nach London habe mit der russi­schen Finanzftage nichts zu tun gehabt, was schon daraus hervorgeht, daß sein Aufenthalt in London nicht einmal einen ganzen Tag gedauert habe.

V e l g r a d, 23. Febr. Trotz heftigster Gegnerschaft und trotz der Erklärung des Kronprinzen, daß er keine Apanage aitnehme, bestand die Negierung doch in der Skupschtina auf Votierung der Apanage, die gestern mit

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Ich zeichnete bieh wörtlich, um angel- zelnen der Ehrenri-b rhalt ist allen befr Malßan und üerle soll ich dazu fo? Inwabrheit l echolt hat, von f1" nächtigt. Wer oft ytShof habe mich w chweigi, daß das -- ,z gemeiner»»

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