Zweites Blatt
Nr. «4
Mittwoch S2.?lpril 1908
Erscheint tSßlkch mÜ Ausnahme beS Sonntags.
General-Anzeiger für GberheMn
Deutsches Reich
hat die von den
wurde eine Per
hat sich ein langer Streit entspannen
Wahrscheinlich ebenso ivie das berühmte „erbeigeufreigestellt" und
dergleichen.
Ein
erhalten. (Stürm. Bei- sodann den Geschäfts-
oon des ab=
■ hnm. Der Anführer Ubuf Mohamed Gafle, ein Vetter fibbi Abicher Gafle, von dem die rebellischen Stämme 'argen, wurde gefangen genommen.
Daß deine Sprache sauber bleibt, Tahin sei stets bestrebt, Ein Dleiifd), der „diesbezüglich" schreibt, Verdient nicht, daß er lebt.
Der „Umanerkennende" verdient es auch nicht.
— Kleine Chronik aus Kun st und Wissenschaft.
len Forma , braun n.
Stoffen jW r Sitz :
Preise:
Die „Sietzener Lamtlienblatter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegl, das „Kretsblah für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
158. Jahrgang
Attentat auf den Präsidenten von Guatemala.
Auf den Präsidenten von Guatemala, Cabrera, wurde '^gestern, als er vor seinem Palais in Guatemala au§ dem Wogen stieg, um eine Konferenz mit dem amerikanischen
Apolitische Lagcsscdau.
Hauptversammlung der Bodenreformer in Stuttgart.
Gestern nachmittag iviirde in Stuttgart im 2andesge>vcrbe- I Ttufcum die 18. Hauptversa m m l u n g des Bundes i eulscher B o b e n r e f o rm e r unter starker Beleiligung aiis Iö«in ganzen Reiche eröffnet. Zahlreiche Behörden hatten'Vertreter I cutfaiibt, jo das Reichsamt des Innern den Tirektor Just, das ri i reußische Ministerium des Innern den OberregierungSrat Dr. I Heund. Vertreten sind auch die württembergische, die bayerische ■:nö die schwedische Regierung. Im Namen der ivürttembergljchen !>■ Mnisterien des Innern, der Justiz und der Fuianzen begiußie 2ireltor v. Scheurlen die Bersaninilung. Er teilte dabei mit, daß iciemuäi'tig über die Eiillühnmg der Werlzllwachssteuer Bei- cmblimgeii zwischen den Mmistenen des Innern und ber Finanzen I schweben, sowie daß das Ministerium eiugehende Erhebungen über ‘ Erbbaurecht neuerdings veranstaltet Hane. Hauptgegenstand : -er heutigen Berallingen ist die st a a l l i ch e Z u w a ch 2 st e u e r, i ter die Geheimer Regierungsrat Professor Abolf Wagner-Berlin das Referat erstattet. — Vor der Hauptversammlung hatte eine geschlossene Mitgliederversammlung stattgeiunden, in der eineNeso- . nion einstimmig angenommen wurde, wonach infolge des neuen I iiereiiisgejetzes die bisherige Frauengruppe mildem 1 i) u n b e vereinigt wird.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Universitäts - Buch- und ©teinbnnfereL R. Lange, Dreßen.
für den Ostersonntag geplantes Lowe-Fe st in W orms mußte auf vierzehn Tage verschoben werden. Das Festspielhaus steht wegen notwendiger Reparaturen zur Zeit nicht zur Verfügung. Die Aufführung des Oratoriums „Hiob" findet am 3. Mai in der
«N
iuvel. ™
C 'ValiCQri;: en unfa. 1 c.
sammlung des Bundes der Laiidwirte aus unbetannten Gründen polizeilich auigelöst.
K a u t i o n s p s l i ch t. Wie das B. T. hört, beabsichtigt die Regierung, dem Reichstage m der nächsten Session einen Gesetz- cntwuci beireffend die K a ii t i o n s p f l i ch t der A u s k u n ' t s - iind Jiikasso-Bureaux vorzulegen.
die Versammlung.
Tr. Niehaus-Frankfurt a. M. begrüßte die Versammlung im Namen des Frankfurter nationaljozialen Vereins. Es jeher die Barth-Nau-
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: H2. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
Au8 dem italienischen Somalilande.
Nach einer Depesche aus Mogadrscio vom 14. April £• kitt der Gouverneur des italienischen Somalilandes dem - Minister des Aeußern mit, er habe vom Sultan von Obbia um folgenden Brief erhalten: Den italienischen Residenten, :ron dem Du mir geschrieben hast, hoffe ich ankommen zu 8 chm. Nleine Leute haben in einem zweiten Gefecht die verwische in die Flucht geschlagen, 200 von ihnen getötet mb sich 50 französischer Gewehre bemächtigt. Beim ersten ^ejecht wurden 100 Leute Mullahs getötet und 46 Gewehre ’robert. Ich bereite mich auf den dritten Angriff vor. —
Das ba yrisch e K ul t u sm l n ist e r l u m (,..1 _____....
bayrischen F e u e r b e st a t t u n g s v e r e l n e n beantragte Zu- lassung der Feilerbcstatlung im Königreich Bayern erneut abgelehnt.
Polizeilich a u f g e l ö st. In Beienrode wurde eine Ver
fall.)
Redakteur Wein Hausen erstattete . . . .
bericht und erwähnt, daß seit dem letzten Jahr die Bewegung um 71 Prozent in Vereinen und um 51 Proz. an Vereinsmitgliedern gewachsen sei. Zu beklagen sei, daß die Vereinsmitglieder nur ein Zehnte! aller Beitrüge aufbringen..
Abg. Bankdirektor Rio mm se n erklärt bei Berichterstattung des Kassenberichts, es sei nicht angängig, vor der Oesfentlich-
und Wege finden.
■ferner berichtet der Gouverneur, daß am 3. April eine in ulienischen Diensten stehende Schaar von Eingeborenen eine I Schaar rebellischer Bimals angegriffen und sie zerstreut habe.
Ur Eingeborenen zerstreuten die Feinde und töteten zwei
sitzt der Teiüel auf der Nomi" ist durch die Arbeileu an dem altehrwürdigen Wetzlarer Dom lecher zu schänden gemacht worden. Heber dem Portal des südlichen Langhames des Domes beiand sich bekanntlich ein verwittertes Consol, das in Relieimanter den Teufel zeigte, roie er anscheinend auf den Schtillern einer Frau saß und diese umschlungen hielt. Sage und Volksmund halten aus dieser Frau eine Nonne gemacht nnb io entstand denn der angeführte Spruch auf Wetzlar. Es ist z>var längst feftgeftellt, daß die vermeintliche Nonnen sigur ursprünglich cm bärtiger Manu gewesen ist, der Zahn der Zett aber hatte die Figur so mitgenommen, daß ihr für die flüchtigen Augen des Vorübergehenden nichts charakte- rtstisch Männliches mehr anhaitete, sondern daß sie in der Tat weibliche Geivandung zu tragen schien. Tie Dombauleitung hat nun vorn Bildhauer den bärtigen Mann wieder Herstellen lassen. Der Tombauverein vertritt die Ansicht, daß der vom Teufel Um- schlungene ein Jude sei. Die vom Teufel umkrallte Nonne aber ist nunmehr wohl für alle Zeiten zu Grabe getragen.
— Eine köstliche Blüte des Kanzleistils können wir aus einer Verfügung der Liegnitzer Regierung mitteilen. Es handelt sich darum, daß die Bezüge eines Militärpensionsenipsängers nach allem mit) neuem Recht anderweitig berechnet werden und um das ailszudrücken, brauclst man in dem betreffenden Regiemngs- burcau folgendes strafbare Mittel: „Der ehemalige Unteroffizier X., welcher auf Grund einer 25jährigen aktiven Dienstzeit eine nionatl. Jnvalidenpension von .... Alk. und .... Mk. Tienstzulage bezog, wurde in Gemäßheit des Alannjchaftsverforgimgsgesetzes vom 31. Alai 1906 zu einer Tienstzeitrente von . . . Alk. umanerkannt." „In Gemäßheit" ist schon abscheulich, aber „umanerkannt"!!? Ter Himmel soll den Alami bewahren, dachten wir uns, als wir dieses Lchreckenswort lasen, vor der „Umancrfcniumg" durch eine preuß. Behörde! Aian iveiß nie, waS dabei herauskommen kann. Wir haben aber versucht, über das Wort tiefer nachzudenken, doch gerade deshalb warnen wir den Leser, dasselbe zu versuchen, beim es wird einem dabei nur ganz ivüst im Kopfe. Wenn man nur wüßte, auf welchem Wege sich dieses grausige Wort aebildet hat l
ter ejr!r... jj den 16. April verständigten die arabischen Verräter die 'u ' ■ Berber, worauf sie gemeinschaftlich über daS Lager herficlen,
JSSkannen vollkommen im Schlafe überrascht wurde. Diese Ver-
ÜpL-.y idterei versetzte die Truppen in heftigen Zorn. Man erwartet ul®. ■ bei der Verfolgung der Berber hartnäckigen Widerstand.
Diskussion.
Dr. Cv Heu-Dessau: Herr Dr. Barth hat gewiß, große Verdienste um die Partei. Aber wir müssen die Wahrheit über alles stellen. Es handelt sich nicht um Barth und Gerlach, sondern es handelt sich hier um die Frage: Wie kommt der Liberalismus vorwärts? (Lcbh. Zustimmung.) Herr Barth sagt, es sei nötig, den Schwerpunkt nach links zu legen. Tas heißt, mit der Sozialdemokratie zusammenzugehen. Das will ja aber die Sozialdemokratie gar nicht und ebenso wenig die Mehrheit unserer Wähler. (Sehr richtig. Zuruf: Rcichsverbanh!) Nach dem sehnen wir uns allerdings nicht, höchstens nach einem Reichsverband gegen die Sozialdemokratie und Reaktionäre. Auf dem Wege des Tr. Barth ioird aber ein solcher nicht erreicht werden. Um das einzusehen, braucht man nur t?in poli- tisäjcs Kind zu sein. Die sozialdemokratische Gefahr ist eine ganz eminente geworden. (Lachem) Ich habe es selbst erfahren, wie schwer es ist, freis. Wahlmänner für die Sozialdemokratie stimmen zu lassen. Stärker als politische Ideen sind eben schließlich wirtschaftlicheGegen- s ä tze. (Oho und Zustimmung.) Bleibt also nur übrig, daß wir uns den Parteien rechts von uns anschließen. (Zurufe: nein.) Ebensowenig wie mit der Sozialdemokratie können wir Kompromisse abschließen mit dem Zentrum, das im Abgeordnetenhaus sich nie für ein freiheitliches Wahlrecht erwärmt hat. Wer liberal ist, für den ist ein Zusammengehen mit dem Zentrum direkt unmöglich Was den 8 7 anlangt, so haben die Polen ganz erhebliche Vorteile durch das neue
l'fldei zu nehmen, dir sich ebenso zweifelhaft gegen sie wie ' gegen die Franzosen verhielten. In der Nacht vom 15. auf
mannsche Taktik.
Aiöge der Parteitag Mittel beide Führer für unsere Bewegung zu
Gesandten abzuhalten, von mehreren Verschwörern eine Anzahl Revolverschüsfe abgegeben. Der Präsident wurde nicht schwer verwundet. Es wurde ihm nur ein Finger abgeschossen. Ter Vorfall erregt große Aufregung. ES wurden viele Verhaftiingen vorgenommen. M. Eslrada Cabrera ist seit 1899 Präsident der Republik Guatemala; er wurde 1905 für den Zeitraum bis 1911 wiedergewählt.
Aufruhr in Niederländisch-Ostiudien.
Wie amtlich gemeldet wird, ist das Gebiet von Kloeng- W'oeng auf der Insel Bali in Aufruhr. Ueberall-treffen - e Truppen auf Widerstand. Der Sitz der Häuptlinge in ■ RMgel ist erobert. Von den Aufständigen wurden rudert Mann getötet. Der Leutnant Haramaker ist t " ^fallen, sechs Soldaten, drei Kulis und drei Nichtkombattanten -'neben verletzt. Es würben Verstärkungen nach Kloeugkoeng ’iitjaiibt An dem Tage nach der Eroberung des Häuptlings- iqt5 fand ein weiteres Gefecht statt, in welchem ein Soldat Miet und vier schwer verwundet wurden. — Die Eintreibung ■•C Steuern an der Westküste von Sumatra rief Widerspruch !?CDor. Es wurden Truppen nach Pajckoernboeh entsandt, 'c im der Festung Vander-Kapellen wurden die Genbarmen • den Häuptlingen mit 100 Gewehren angegriffen. Von >äi Angreifern wurden achtzehn getötet und fünfzig verwundet. Ikpit Häuptlinge wurden verhaftet. Zwei Soldaten wurden Wunbet.
Die Franzosen in Marokko.
Der Kamps von El Menabba am 16. b. Mts. war 1 offenbar eine ben Franzosen gelegte Falle. Die Araber von - -idi Mahman schienen für die Franzosen gegen bie Berber
Dreisaltigkeitskicche bort statt. — Die (Srbarbeiten zu einem Neubau am Bingener Technikum haben zu Spuren von utero- vingischen Gräbern gestihrt. Es wurde u. a. ein Plattengrab mit einer frühchristlichen Inschrift anfgebeeft, aus der hervorgeht, baß es sich um einen her ersten Priester in ber uralten christlichen Gemembe zu Bingen, etwa aus bem 6. Jahrhunbert, hanbelt. — In Wien würbe am 21. April in ber Universität b er erste internativnaleLaryngo-unbRhinologenkoiigreß eröffnet. — In Berlm trat am 21. April bie beutfche Gefeit- fchaN für Ehirurgic zu ihrer 37. Tagung unter dem Vorsitz des Wiener Ehirurgen Professor v. Eiseisberg zusammen. — Der Berliner Bildhauer Professor Walter Schott hat im Auftrag des künstlerischen Komitees der Deutsch-nationalen Skulptur-Ausstellung zu New-Tork am 21. b. Al. die Fahrt nach New-Potk angetreten, um für die A u s st e 11 u u g ber beutfche n K u n st l e r geeignete Räumlichkeiten in New - Pork zu sichern unb bie Bildung ber amerrkamfchen Komitees in bie Wege zu leiten. — In Meran ist bei- Historiker unb frühere Direktor des historifchen Instituts in Wien, Theobor von S i ck e l, gestorben. — Tie unter bem Protektorat S. K. H. bes Großherzogs stehende G e f a n g v e r e i n M e I o nt a n e n gn Darmstadt veranstaltet am nächsteii Samstag in der Turnhalle am Woogsvlatz eine Aufführung von Nieber- galls Komödie „Ter tolle HundTie Regie fuhrt Hoi- fchaufpieler H. Knispel. Der Reinertrag stießt dem Slicbcrgall- Fonds zu.
feit die Gelbverhältuisse einer Partei barzulegen. Wenn bie Geschäfte weiter mit Erfolg geführt werben sollten, bann müßte bie Unterstützung ber Parteigenossen eine nachhaltigere fein.
. Reichstagsabg. Schraber erftattotc Johann ben poli< t i sche n I a hre s b er i ch t. Mit bem Abgänge bes '2tbg. Posa- dowsky ist eine Aenberang in der Politik nicht eingetreten. Bezüglich ber Forderung nach Einführung des Reichstaaswahlrechts Dir Preußen würben Verhandlungen zwischen bem Reichskanzler unb ben Politikern gepflogen, aber von ber Aufstellung etneS festen politischen Programms ist nicht bie Rebe gewesen. Im preußischen Abgeorbnetenhause wurde eine Thronrede gehalten, die von liberalen Dingen überhaupt nichts enthielt. Ter Reichstag hat ein Vcreinsgesetz gemacht, bas in verschiedenen Teilen schlechter ist als andere Vereinsgesetzc. Tas Börsengesetz bringt eine Verbesserung. Zu einer Finanzreform ist überhaupt kein Versuch gemacht worden. Ich glaube, in Norberney ist dem Reichskanzler nahe gelegt worden, einen solchen Versuch überhaupt nickst zu unternehmen. (Hört! hört!) Wegen der Erklärung vom 10. Januar wurde ein Mißtrauensvotum! gewünscht. Die Fraktion hat cs für ihre Pflicht gehalten, einen diesbezüglichen Antrag niast einzuvringeu. Auf bas Börsengesetz gehe ich nicht weiter ein. Das Vereinsgesetz ist zustande gc- tommen. Die Fraktion hat cs akzeptiert, indem die Mehrheit ber Meinung war, daß es besser sei, das Gesetz anzunehmen als abzukehncn, ba es immerhin eine große Anzahl Verbesserungen bringt. Es wirb sehr schwer, d t e Fra k t i o ns g e m e i u- schast ausrecht zu erI)alten, roenn niefjt bon allen ©eiten bas Bestreben vorhanden ist, diese Gemeinschaft zu unterstützen. Das ist aber nur möglich bei gegenseitiger Toleranz. Die Arbeit, die unser harrt, ist eine große, so daß wir aller Kräfte bedürfen werden. Wie ich mfth in der Vergangenheit verhalten k-abe, bas wissen Sie. Ich stehe auf dem Standpunkt: Was ist der Partei nützlich? Hätte ich auf Vieler Wünsckst Rücksicht genommen, ich hätte vielleicht manchmal anders gehandelt. (Lebhaftes Hört, hört!) Die <Zraktionsgemeinsck)ast hat keinen Bestand, wenn sie nur dazu bienen soll, dem Reichskanzler das Regieren zu erleichtern. (Hört! unb Sehr richtig.') Mr müssen die Bevölkerung bar an gewöhnen, jelbftanbig politisch zu denken und zu handeln. Solange nicht hinter der Fraktion eine entschlossene Bevölkerung steht, werde:: die Beschlüsse der Fraktion keine Bedeutung haben, wenn eine liberale Partei wieder zur Bedeutung gelangen soll unb zwar, solange nicht hinter der Fraktion eine geschlossene Bevölkerung steht, haben die Beschlüsse der Fraktion keine Bedeutung. Ich glaube, daß bie Beschlüsse her gegenwärtigen Tagung bazu dienen werden, die Frakttousgemeinschaft aufrecht zu erhalten. (Langanhaltender Beifall.)
Abg. Tr. Struve (Frs. Vgg.) berichtet über bas Reichs- vercinsgesetz. Trotz der Schwächen und Fehler des Vereinsgesetzes hat sick) die Fraklioit entschlossen, im Interesse bes Liberalismus für bas Gesetz zu stimmen. Gegen Payer betone ich ausdrücklich: nicht auf Rücksicht daraus, um nicht zurückgesetzt zu werden, sondern lediglich aus Gründen des Liberalismus. (Sttirm. Zustimmung.) Tas Zentrum hat nur darauf gewartet, ben Block lahm zu legen. Es war besser, daß die Kvnservativen gezwungen mürben, mit ben Liberalen zusammenzuarbeiten, als daß sie mit ben Klerikalen zusammengingen. Nichts ist allcroings manchmal leichter, als eine gewisse Prinzipienrciterei. Redner legt sodann in längeren Ausführungen die Vorteile, die das neue Gesetz bringt, bar. Der alte §7 bedeutet allerdings ein reaktionäres Beiwerk. Immerhin bietet aber die neue Fassung gewisse Schutzbestimmungen für unsere fremdsprachigen Mitbürger. Ten Ausschluß der Jugendlichen hat selbst ber Sozialdemokrat Heine gebilligt.
Aleines FeuiUeton.
— Hessische Landes-Ausstellung Darmstadt J0 8. Infolge ber reichen Beteiligung hessischer Meister, bie ;il» auswärts leben, teils in' ber Heimat schaffen, wrrb bie -Teilung für Malerei und P l a st i k Gelegenheit geben, einen 's Erblick über das Schaffen einzelner zu gewinnen. Für heute : leit erwähnt: Von Prof. B nutzer (Dresden) ftnd u. a. folgende ! jkrfe angemelbet: Hessischer Bauerittauz, Hessischer Bauer, aus - ^loatbesiy; von Professor Eugen Bracht (Dresden) eine Reihe bedeutendsten heimatlichen Landschaften, u. a. der Otzberg It ni Odenwald, Taunus unb Main, Eichen im Park von Darm- . M, bie Tränke (Dekoratives Wandbild für die Halle von Alter); 'm St. Raupp (München- eine Folge von Ch:emjeemc>twen; sm Professor L. v. Hofmann (Weimar- außer bei: 6 großen -'Ortbgemälben für eine Musikhalle eine Folge Don Pastellen nie Griechenland unb figürliche Kompositionen, sowie acht -i-nen-Entwürfe zu ben Kammerspielen bes Deutschen Theaters H Lettin; Klyrl Küstner (Guntersblum) Kollektionen hesfifcher Heinlanbschasteu"; O. Ubbelohbc (Goßfelben 6e: Marburg) Düne int Schnee", Rhönlandschaft, Kollektion, Zeichnungen ‘nD iKabierungen; O. H. Engel (Berlin) „Friestnmädäwn' . Karl -ikWoll von Eisenwcrth (Stuttgart- „iLpaziergang" (üalene -Himhcirn; Kollektion farbiger Graphik; PH- £). Schäfer (Müntz k«) Serie dekorativer Gemälde. Aus dem Nachlaß Harbur-
IS unb Heinz Heims werden zum Teil auch noch unbekannte -vkc zur Ausstellung gelangen. Die Bildhauerei nnrb u a. Treten fein durch Habich (Stuttgart) und Gaul (Berlin), \ Baukunst durch- Messel (Berlin), Hofmann (Berlin) .wr W all o t (Dresden) nebst einer Reihe her tüchtigsten etnfjeun.
■nil ansässigen Architekten. Bei ber übergroßen Zahl von an- Meldeten Werken ist großer Mangel an Platz unausbleiblich unb 0 bürste ein großer Teil selbst guter Arbeiten nicht zur Jnnal):ne I Gingen können.
. - Tcr Teufel auf ber Nou >: e. Man schreibt uns: allbekannte Spruch auf Wetzlar: „Zu Wetzlar auf dem Dom
Ausland.
AuS Lemberg wirb gemeldet, daß voraussichtlich Ge- heimerat Bobrzynski zum Statthalter von Galizien ernannt werben wird. — Wie bie Blätter melden, wird bie Lemberger Universität im Sommersemester geschlossen bleiben, da Zusammenstöße zwischen ber \rot» nischen unb ber ruthenischeu Stubenten,chast befürchtet werben.
— Der Kaiser in Neapel. Dem „Messagcro" zufolge ließ ber Kaiser, falls keine politischen Vorgänge den Plan burch- kreuzeu, seinen Besuch in Neapel auf der Rückreise von Korfu für Anfang Mai anfünbigen. Es heißt, sowohl die Königin Elena als bie zurzett in Afrika wellende Herzogin von Aosta würben in stceapel mit bem .Kaiserpaar zusammentreffen.
— Der König u n b die Königin von England sind mit ber Prinzessin Viktoria gcfiern abend in Koben Hagen eingetroffeu
— Der neue französischeBotschafter iuSt. Pete r s b u r g. Aus glaubhafter Quelle verlautet, baß ber neue französische Botschafter Toucharb nächstens abberufen werben wird. Als Vorwand werben vermutlich Gcsunbheits- rückfichten vorgeschoben werben; hoch liegt wohl ber wirkliche G cunb barin, baß sich die hiesigen HosSreise mit einem Manne, ber sofort nach Ankunft in Petersburg erklärt hat, er werbe sich als Vertreter einer Republik und republikanischer iGruudfätze betennen, nicht befreunben können. Die Autrittsaubicnz Toucharbs beim Zaren soll sehr kühl verlaufen sein.
— Universitätsunruhen in Rußlanb. In Kasan sind während ber Ex-aminas ernste Universitätsuuruhen ausge- brocken. Die Professoren waren infolge her Ruhestörungen gezwungen, bie Prüfungen in ben Stahlkammern des Museums fortzusetzcu, bereu biete Panzerwände bie Ruhestörer vergeblich zu sprengen versuchten.
— Vom Kaukasus sind dem Bernehrneu nach äußerst beuuruhigenbe Nachrichten über bas Vorbringen tür kis chev Truppen eingetroffen. Statthalter Graf Wo- ronzow-Taskow ersuchte um bie Mobilisierung ber Truppen.
— Die Soudergesanbtschaft bes Sultans unter Fühnmg Turkhan-Paschas ist gestern an Vorb ber Jacht „Jzze- bin" in Korfu eingetroffen unb Dom Kaiser empfangen worben, bem sie bie Grüße des Sultans überbrachte.
5. Ordentlicher Vertretertag öes Wahlverems der Liberalen.
S. u. H. Frankfurt a. M., 21. April.
In bem großen Saale ber Frankfurt-Loge begann heute nachmittag her 3. orbcullichc Bei trctertag bc5 Wahl Vereins her Liberalen, zu bent sich ungefähr 250 Delegierte, auch einige 20 Tanten aus allen Teilen Teutschlauds ciitgcfunben batten. Weiter bemerkte man Tr. Theobor Barth, Tr. Breitscheib, Reba kteur Mein Haufen, Oberst a. T. Gäbke, v. Gerlach, Geh. Justtz- rat Pros. D. Liszt und anbere.
Gegen 3 Uhr eröffnete Reichstagsabgeorbueter Schraber
1 ' y
i . /»
V, ..
*T . < ...
• ■ .T -I .. ■


