Ausgabe 
21.8.1908 Erstes Blatt
 
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'tttmibe, ben der Menlch gtrr-:;. -ne 2 c'm tycttcS auf Erden cn» künder und besiegelt yat nit seinem kostbaren Blute, der heilige Glaube, den er ferner " rche anoerrrout bat a!S nn beiliges Erbgut. Leider fehlt es mehrfach an der rechten Sern'chävung des Glaubens Ich vrcbigc Licht von denjenigen, die unseren Heiligen katholischen Glauben nidrf besitzen, nicht oon unseren tm Glauben von uns geichredeTren deutschen Mitbürgern- Ich werfe wahrlich keinen Stein auf sie. Wir wollen ont ihnen in treichen leben- Wir beten für sie. T te Glauben-spaltungist ein U n g l ü rf f ü r unser deutsches Vaterland, das darunter leibet Wir müssen es der Vorsehung Gottes überlasten, diese- Lew zu mildern ooer zu beheben. Nein, _id) spreche von unseren katholischen Mitchristen, von denen, die Flciicu von un­serem Meine ~no

selben Mutter, genährt mit ihrer Milch, m.t ihrem tomblut- Die Zeitläufte sind dem Unglauben, dem Ino:'-erenti-mus be­freundet- Eine unbezähmbare Zweifel-- und xriti* siersucht hat iid» dermalen vieler lseistcr bemächtigt- zc» Uebernatürlühe tritt in den Hiiilcrgruno, wird virliach geradezu geleugnet- Ter blaturalismus nimmt überhand. Ist es yu hart geurteilt, wenn ich behaupte, baß auch manche Männer der -lviifen» idjufl ich nehme an: mehr unbewußt von bieiem Zeitgeist »ich haben becinrluffen lassen und nicht mehr io ganz nfl$ seinem vollen Umfange und übernatürlichen (Grunde icststchcn in der Tugend des Glaubens Ich weist es, man spricht von der Wissen- schafl, man fürchtet sich vor einem Zwiespalt mit ihr und dem Glauben- Man meint, ihr rtvn

ist besorgt, die Gebildeten möchten sich vom Glauben abwenden- Furchtsame-, unbedachtes, nichtkatholisches Gerede! Kann denn die Wahrheit der Wahrheit wiocrstrciten ' Ist denn der Heilige katholische Glauben nid# auch vor der Wissenschaft geredst'ertigl? hat denn die Kirche icma l i die Wissenschaft gciürch- t c t? Waren und sind nicht ihre edelsten 3dhnc Kuryphaeen der Wissensdiast? Ich nenne den Namen deS .vetligen Thomas von '21 qu in- Ich glaube ,hn nennen zu sollen, weil er unterer

Kirche iu

der die Grunofragen, auch der obersten rein menschlichen Wissen- schast, der Philosophie, mit einer Klarb'it, einer schärte, einer UeberzeugungSmacht und Sid>erycit enhuidclt, die nad) ihm fein Lehrer, auch unter den aust rkirchlichen erreicht hat, und der darum mit 'Jxedyt von den Päpsten Leo XIII- und Pius X. als Lehrmeister für die höheren katholischen Schulen aufgestellt wor­den ist. Nein, die Kirche fürchtet nicht die Wifen- schafl, sie hebt und fördert sie, und d.s.vegen tritt sie ben Ausschreitungen, die im Vlamen der Wissenschatt verübt werden, in den Weg. Aber die Wissenschaft ist nidst der Glaube, soweit wie der Himmel über der Erde steht soweit der Glaube über der Wissenschaft. Er ist eine göttliche Tugend, die uns tcil- nehmen läßt an dem Wirken Gottes und sich unmittelbar auf ESott stützt sie ist die göttliche Tugend, durch die wir unaugezweiselt sur lunhr halten, was Mott ihr offenbart bat und uns durch seine Kirche im Glauben oorstellt- Gottes Cfjenbarung ist dec Inhalt des Glaubens, sein Bewcggruno die göttliche Autorität, sein Handeln die gvttlid-c Kirche- TaS ist der Heilige Glaube, unserer katholisdw Glaube, unsere Freude und unser Stolz im Leben, unsere Zuvcrsid»! und unser Trost im Sterben, der (Glaube, den St- Suitbertus gepredigt, den zu wahren er uns aus feinem Grabe juruft- So scheiden wir nicht von dieser heiligen Statte, ohne aufs neue zu wiederholen das Gelöbnis des Glaubens! Und halten wir hoch da- Banner des Glaubens mitten in den Stürmen der Gegenwart- Fort mit allen schwächlichen Kon­zessionen mit allein Paktieren gegenüber dein

leist- Unsere Väter sind einfältig und v ldenho

Glauben in den Tod gegangen- Zeigen wir und ihrer würdig! Der Glaube kann verloren gehen, uir haben davon traurige Bei spiele- Wie wirb er gewahrt, erl-alten, gefördert? Ich antworte: Lurch das Leben aus dem Glauben- T-er Akt des Glaubens ist nicht bloß eine Tätigkeit des Verstandes, sondern auch und vorzugsweise des Willens- Wo der Wille nicht in der rechten Verfassung ist, da läuft der Glaube Ckjabr- Namentlich der Stolz, der Gcistcsstvlz «st ein Hauptscind des Glaubens, während die Demut, die nichts anderes alö Wahrheit ist, den Glauben vorbc- reitet und ihn fördert- Der Glaube rotiö bewahrt durch das Gebet und den Gebrand) der zahlreid-en Heil-mittel der Kirche. Der Kardinal ermahnt dal-er die Teilnehmer an ber Wallfahrt um Empfang der Heiligen Kvinrnunion, nid), nur die Frauen sondern and- die katl-olisd-e MännerweU- Je grvszer für den

'1 i eit Mann heute die Gefahren für den Glauben desto mehr entsteht die Pflid-l, bau er bas Heilige Sakrament verlangt, die Anhörung des göttlichen Wortes und das L

Tr. <>i.irr schloß daiui feine Au- suhrungen: Die Unwissenheit in sach n der Religion, die Un­kenntnis ber Heilswahrheit und der Mangel an Verstäubnis er* öffnet der Zweiselsucht Tür und Tor- Wir kommen von ber in Düsseldorf tagenden Katholikenverfammlung, dieser hemid-en Itundgebung katholischen Glaubens- Verspred-on wir am Grabe des grasten Glaubenspredigers st- Suitbertus, dast der heilige katholifdie Glaube stets unser höchstes Gut sein soll, und dast wir nur als treue, demütige, gehorsame Kinder ber Heiligen Kirche leben unb sterben wollen-

Daraus erteilte ber Erzbifclws den knieenden Teilnehment am Gottesdienste feinen erjbifdwflidxn Segen-

Zu der heutigen dritten öffentlichen Versammlung d ; 65 Generalversammlung der Katholiken Deutschlands waren die Teilnehmer wieder in Hellen Sd-aren angerüdt, so dast die groste FesthaUe in gewöhntet Weise wieder bis auf den letzten Platz ge­füllt war. Wohl übet 15 OCX) Menschen hatten sich eingesunden.

; ersten Vortrag hielt Landg richtsdirektor Laarmann Essen über die Wahrung ber katholischen Ibealc bei ber ftubicrciibcii Jugend.

An zweiter Stelle sprad, Prof. Dr. Zahn (Straßburg, über F r a u e n b i l b n n g und F t a u e n b e l ä 11 g u n g. Er führte ans: Die Frauen haben ein offene- Herz unb einen offenen Sinn sül bi großen Ausgaben bei Männer, aber sic erwarten auch, dast ihr eigenes Wirken von beii Rtännern gewürdigt und dast ins i sond rt ihr Streben für B n'ferun i de 51 EmanzipationSfucht mit Hohn unb Spott ub.rschültet wirb, son dern mit ernster Hingabe gefördert werde. Es gibt aber gewisse Forderungen, welche wir immer abgelehnt haben und immer ab­lehnen werden. Wir weisen jeden Versuch ab, die Unterschiede zu ignorieren, die zwischen Frau unb Mann bestehen. Wenn die Frauen alle Männerderufe, Pflichten unb Rechte für sich geltend machen wollen, so crfdxint uns bas als wahres Attentat gegen Gottes Ordnung, gegen Familien- unb Völkerglüd unb nidn zu letzt gegen das Frauenglüd Wenn bic Frauen allgemein bic ehr- würdigen Aufgaben der Hausfrau als etwas minderwertiges von sich weifen, dann wehe um unser Volk. Man wird aber der wischen Strömungen nicht Meister, wenn man nicht gewillt ist, in von- tiücr Mitarbeit die berechtigten Bestrebungen ber Frauen nach materieller und geistiger Hebung ihrer Arbeit zu unterstützen. Ter Redner verweist auf die Statistik der Frau Gnau-Kühnc, wonaaj ui ber Industrie anderthalb Millionen, un Handel eine halbe Mill. Angehöriger des weiblichen GejdilechtS erwerbstätig sind. Taoon viele, die kaum der Derktagsschule entwachsend sind. Es gebe eine ganze Armee ungeschulter Arbeiterinnen, Nubierinnen, Ticnft- boten unb Hausfrauen, und diese Armee müstte abgerüstet werbe». Deshalb stelle er die Forderung einer getverbsbeiufluchen Lehrzeit und einer erweiterten Möglichkeit der Spezialausbildung durch weibliche Fachschulen unb bic Forderung vermehrter Fürsorge für die hauSwirtschasUuhe Vorbildung unb Fortbildung aus. Auch lür die Frauen gelte es, Persönlichkeiten zu erziehen, wozu religiöse Unterweisung und Erziehung notwendig fei

Ter Redner verbreitet sich dann über das Frauenstudium. Bebel habe freilich den Klerus unter bic eifrigsten Gegner des FraucnstudiumS geredniet, aber das geschehe gerade au. Wobt- wollen für bic Frauenwelt, fotveit ein unwisscnidwftliches unb un- kirdlichcS Studium in Frage kommt. In Wirklichkeit gebe es schon eine ganze Anzahl studierender Katholikinnen, wenn ihre Zahl aud) nur ein Zehntel der aller studier.nden Frau-n '.etragc Unb das sei ein Mitzverhaltino. weid ko owohl dem tatnoli'dnii Jinetcssc, rote auch dem ber iWiamtbcit n Zerstreite. Schon darum sollten vermögende katholnchc eitern nut: dagegen sein, wenn ;mc Tochter von guter Begabung, folibct Geinndtzeu unb zu­

verlässigem Eharakter nach höherer Bildung strebe. Redner sprach iid) dann aber gegen die gemeinsame Erziehung ber driden Ge­schlecht er aus unb verlangt iür die Vorbildung »um höheren Studium den Besuch der Mädchengymnasien ober aber ber neu- organi'icrtcn höheren Mäbchen'dulen. Cbne vertiefte Bildung werbe die Frau schwerlich imstande sein, dem gebildeten Manne ein: ebenbürtige töejährtrn zu sein Tas Wirken ber .itrau muiie wesentlich ein charuattves, soziales sein, unb da eröffne Nch^die Frau bas unübersehbare weite F^lo der christlichen CharitaS. ,sur eine Betätigung aus btei'em Gebiete tritt ber Redner mit aller Wärme em: er wendet sich aber gegen die unmittelbare politiNhe Betätigung ber Frau. In dem Recht der Tcrlnidme von grauen an polnischen Versammlungen möchte er keinen Link ichen, dag die Frau ii sich nun tm Laufschritt auf die Wahlurne ftürzen. Er möchte nicht, baß die Frauen im Wirrwarr bet chwülcn politi.dKn Arena die mühsam errungenen Erfolge auf bem Gebiete ber Frauenfrage wieder in Frage stellen unb sich Erschütterungen aus- 'ctzen, di. auch für Familie unb Volk unbeilvoll werben könnten. Redner schließt. Wir sind Feine Frauenieindc. Wir^ können es nicht fein, denn, wenn auch nicht alle Männer eine »yrau haben, io haben sie doch alle eine Mutter, und darum brauchen bic Frauen nicht zu zweifeln an unsexer Ritterlichkeit, ihnen in ihren Bestrebungen zu Helsen. Ganz Unverkennbar zeigt sich eine stei­gende Willigkeit des Mannes, Die Mitarbeit ber Frau Willkommen zu heißen, besonders aus charitatwcm, vor allem aber ^aut io- nalcrn Gebiete. (Stürmischer Beisatt, auch aus der Frauen­tribüne./

Inzwischen ist folgendes Telegramm aus Rom cin- fletroifen, dessen Verlesung von der Versammlung cinitimmig an- fl'fwrt wird: Der heilige Vater hat die Gelöbnisse unb Glück- wüniche ber in Düsseldorf tagenden 55. Generalversammlung der 'tdtbohfen Teutschlands freudig vernommen und bic dem obcriten Hirten unb Lehrer bargebrachten Versicherungen ber Liebe unb Treue unb Ergebenheit mit Genugtuung vernommen. Er lobt aufs höchste ihre Bestrebungeii auf Fötberung der katholischen Sache unter Betonung ber Freiheit ber Kirche unb bcs apostolischen Stuhles. Mcrry bei Dal. Tic Versammlung stimmte unmittel­bar nad) ber Verlesung bcS Telegramms in em stürmisches Hoch aus ben Papst ein.

Hierauf sprach ber letzte Redner der heutigen öffentlichen Ver­sammlung, Lberlanbcsgcrichtsrat Marx (Tüsfeloorü über die Lage der Katholiken Teutschlands in der Gegenwart. Ter Redner führte in seinen hochdcdeutsamen Darlegungen folgen- des aui: In den letzten Jahren ist es stets mehr und mehr unseren zur Gelegenheit gcrooiDcn, darzulegen, wie gut co um die Äatboliten im deutschen Vatcrlande bestellt sei, tn welch hohem h nid, Gleickberechtiguilg von

und Behörden müllt Worben sei unb wie vorurteilsfrei die Katho­liken behandelt würben. Diesen fortgesetzten systematisch sestge- baltcnen Behauptungen, verbreitet von ben sühreuben Göttern liberaler Anschauung, könne sich die öffcntlidjc Meinung nicht rcr- fchtiehen. Behauptungen mit bieser Bestimmtheit beS Tones aus­gestellt, müssen den Eindruck erwecken, als ob sie richtig seien. Tiesc Meinung bat selbst bazu geführt, baß ein Professor v. Sa- vigny im Jahre 1907 schreiben konnte: das Gewölk habe >ich nun­mehr für bic katholische Kirche in Deutschland verzogen. Ist dem in der Tat so, ersreuen jid) bic Katholiken in Teutschlanb tat- lächlid) einer Behanblung, wie wir es verlangen müssen'?. Schon bic Betrachtung ber Gesetzgebung gibt uns barüber einen lwchst nnerirculichen Ausschluß. Ist boch immer in Deutschland noch bas Icsuitcngesctz in straft! (Stürm. Zustimmung.) Zwar ist ber S 2 bes Gesetzes auigeheben, aber welche betrügenden Wirkungen in selbst dieser einfache Hupet Billigkeit nach sich ge­

zogen! Tie unglaubliche konfessionclle Ausregung, bic sich an bic Aushebung knüpfte, ist noch m aller Erinnerung. Bezeichnete doch damals selbst cm so positiv christlicher Mann loie Gras Mollke bic einfache Erfüllung dieser gerechten Forderung als eine schallende Ohrfeige, bic die evangelische Bevölkerung auf ihrer Wange empsinbe.

Tic Aushebung des § 2 hat für uns, so erklärt ber Rebner, R chtsgesühl keinerlei nennenswerte Besserung geschasscn, besteht bod) noch der 8 1 zu Rcdst, wonach Jesuiten und bie ihnen verwandten L rdcn vom Gebiete des deulsdfcn Reiches ausgeschlossen und ihnen die Erricktnng von Niederlassungen un- terjagt ist. Zn Recht besteht noch der Bundesratsbeschluß, roo- imd) die Ausübung jeglicher Ordenstätigkeit besonders in Kirche unb Schule nicht gestattet ist. And) bie Lazzarte seien noch immer ausgcsd-lossen. lPewegung, sehr richtig!) Wozu so gcsährlidic Leute wie bic Jesuiten hier anführen, ist es. mit anderen Crben etwa besser bestellt'? (Sehr richtig!) ES ist schwer, bei ber Bc- hanblung bieser Fragen Gleichmut zu bewahren, wenn man be­denkt, daß nur bcii katholischen Orden diese Fesseln staatlicher Auf­sicht angelegt sind, während bic ähnlichen Einrichtungen in ber evangelischen Kirche sich ber völligen Freiheit von solcher Bevor- miinbung erfreuen. Ten evangelischen Sdnvcstern ist die ?lus- nähme von Mülbern in ihre Anstalten ohne Rücksicht aus bie Konfession gestattet, bcu katholischen nicht. Glaubt man, bem konfesfionellen Fried n zu dienen, wenn man solche llnterscbeidungen macht .-' Kann man sich deS Ausbrucks schmerzlidzcn Bedauerns erwehren, wenn man erwägt, baß bic preußische Regierung bis jetzt nod) immer nicht in bet Lage ist, bem Antrag Fritzen Folge zn geben, wonach solche Beschränkungen unb Erschwerungen inbezug .ins die Krankenpflege seitens ber Mitglicber katholischer Crben ausgehoben weiden? Ter Gründ, den bie Staatsregierung an- ssthrl, baß die katholischen Orden einen Bestandteil der Ber­einigungen darstcllten, ist nicht im geringsten stichhaltig. Tarin

1 Im h ein un;cjtfertiftes Mißttmen Sch ri Zustimmung Es soll anerkannt werden, daß in bcu letzten Jahren unseren Wünschen um Genehmigung von OrbenSnicberlanungcn m weitem Ilmsange entsprochen worben ist. Wir verlangen ober nicht bloß Wohlwollen, ioitbcrn Recht unb bas gleiche RedK loie , . ! n Mitbürger Sturm Bei II Tatsächlich rlaj ungi n in

Nicht nur in Preußen ist es so. Auch m Bayern ist bi.* Errichtung dcrlassung n an bie behördlst

lunbciL In Sachsen Ciirien verfafsungsmäßig keine neuen Kloster enichtet werben In Württemberg unb Baden bestehen überhaupt noch keine Männerorden, Zelt Missionen dürfen aber gehalten wer;

Irchte, mit dem bie Evangclisd-cn Missi

I >oliten lu» dürfen Schi richtig! Lrbh. Beifall Aber nubt nur auf dos Ordensleben bc- schränlen sich unsere noch unerfüllten Wünsche Noch in aller Erinnerung ift die verletzende Behandlung der latholischen Kirche idcgcntlidi deS Toleranz-Antragcs im Reichstage. Auch hier iinb zwar vereinzelte Besserungen ringetreten, aber immer noch bat die MecNenl'urgischc Regierung darüber zu enticheiden, ob ein BedürsniS lür die Abhaltung katholischer Gottesdienste vorliegt. '.Kod) immer besteht in Braunschweig nut über 25000 Katholiken die Bestimmung, baß kaloolische Geistliche zur Vornahme von Amt-- bindlnngcn ber ukncbnuguitg bcS LtaatSmimstcriums bebütjen. Bewegung Unb wie bei der EKsetzgebung so auch in ber Verwal- inun! Tie Besetzung von Beamtenstellen bat nur eine teil- iiKiic Besserung erfahren nach ber Ridkung, baß man auch ka- tholische Beaune ernennt. Aber noch immer ist man ernstlich be­müht. katholische Beamte von höheren Verwaltungsstellen aus- uischlitßcn BesonbciS verleyenb für uns Katholiken ist es, daß man gerade evangelüche Beamte über die Zulassung katholischer iben läßt Welche Gesinnung ver­rät es, daß man beim Höheren Schulunterricht Bücher vorschreibt, durch welche unsere Gefühle auf bas empfindlichste verletzt werben. Borcingenommendeit und Unkenntnis sind bic Quellen bes Halses, den wir gerade t i den letzten Jahren in erschreckendem Maße gegen uns nurlobcrn scheu. Redner wendet sich dann besonders gegen die Angriffe po::letten des Evangelischen Bundes, ber zum Teil in gcrabcui krankhafter Weise gcgni die Kardoliken an kämpfe. Tew gegenüber können wir uns. io fährt der Redner fort, ohne Utbcrbcbunfl unb mit rutr r. C'kroifftn dos Zeugnis ousstcllcn: Wir und es nidn, die den Frieden ber Kvnfestionen im r>cutidxn Datei lande stören. Was war die Antwort out unfcrc FrtedenS- wortc m der Eiicner Versammlung? Höhnische Ablehnung unb sogar Anzweiflung unfexer cbrlidjcn i>eiInnung! lieber Leute

mit solchen Anschauungen können wir getrost zur Tagr?orbminf übergeben. Stürm. Beifall. Redner wendet sich sodann ber Derbr:nung von unwahren Nachrichten über faibolütbe Crden-.

Solche unwahre: .eschichter: .

die öffentliche Meinung, gleichviel welcher Richtung, verurteile«, statt iie watrr zu verbreiten

Ter Redner wendet iidi bann energud) dagegen, daß man die katholi-lch-n Stubenlci: nicht el- aicidjn.mig am txn wolle, unb bas; man e- nage, ihnen schmachvolle «fwedensdebingungen x, dikueren. rcie Gngst in Halle 2ic B.strebungen der Evaniel,, iationsicfell»d>aiten Litten vergütend auf des Zu'ammenarbemU Der beiden Monfniu'ncn gen-rkt- Turd» die Unterstützung der Üo- van Ram-Bc.-.cgung" nut cpengcind m Kapital werde der Zusammenhalt zkriicheu zwei verkündeten Völkern gefährdet. um tonfeiironcllfn Has» . '.-:n irtr über

Tinge, sondern rceil wir der Meinung sind, p wie bisher kann cs nicht nviirrpeben- Ta» Wohl des Vaterlandes verlangt cm ein. muugeS Zn'ammenhaltcn der 9ng<hörigen aller Monioi.jnen- Ter zunehmende Unglaube kann aber nur durch ein solch S Zu'ammcn. arbeiten befämr t nerben- Unb da- ist wiederum nur möglich^ wenn bie 23 Millionen Katboliken Teutiä and- in ihren tdu giöfen Gefühlen nicht r rletzt unb ihre staatlichen Rechte nicht de- einträchtig: iverden- Wir geben gern zu, daß auch aus unserer Seite Fehler unb Sch., -chen tortenden sind- Aber ber teste und ichlageudste Beweis für unsere Sc rke unb Macht ut gerade ter. daß wir uns der Kritik stellen können- Tic RucLfPnbi^kerl bn zlutholiken aus marden Gebieten erklärt sich einfach dadurch, daß man sie Jahrzehntelang zurüklgcdr.uigt hat auf allen Ge, bieten- Ter tatUlu^.K Vottsteil berje einen hohen Schatz nah»- naler und sozialer G iter in sich Unb ein Volkstcil von solcher Bedeutung, loldccn h !.n kulturellen 'lütrm, van. wichen Ver­diensten und den Bestand der staatl-chen unb gesellscha t.ichen Cronung kann nidti auf die Tauer mit Ungercchttgkeit, mu Hoß, tlnoeistuidius und L»eblosigteu gehandelt werben, wenn nuh das Wohl oeS Ganzen großen Nachrctt er leiten soll Darauf rubttte ocr Redner an die andersgluiibiacn Mitbürger die Bitte, eine versöhnliche Gesinnung an Den .tag zu legen und gemeinsam mit den Katholiken 3:1 arbeiten- Sellfwerstanblich mußten aud) die Kaiholikcn diese Gesinnung an den Tag legen- Artikel wie sie vor kurzem in derVera Roma" erschienen, müssen wir vom Sianorunttc deS konscsswncllcn Friedens aul-S nqftc beklagen unb den Wunsch aus prcdicn, daß o.udnärligc Blätter, wenn sie Nicht ausreichend mucrndjtct, sich hgüdxer Einmischung in beutsche An- gclcacnhcitcn cntyalten- Zustimmung Redner schließt mit ber Ausforberung, bem karholiseten VotkSteil bie gebührende Stellung int öffentlichen Leben zu verichafsen, inSoefonberc au' fornmunalcie Gebiete, ebenso in ber Schule In ber Schulirag« hätten es btt katholischen Famitienväter seil,st in b r Hanb, die Gefahren bei neuen Vallssci.ilunterhaltungSgcsZ>*S dadurch abzutrehren, daß sie nur Hüter unb Wächter der .'t miesiionSfchule in bi- zdommunal- Verwaltungen hineinwählen- les sei em unhaltoarcr unb lächer- lid)cr Vorwurf, wenn man in Bezug aus biese Frage von cinn Verquickung von Religion unb Potuik spreche Tie Zukunft bei Kinbcs und seiner religiösen unb juttidjen Erziehung sicher zu- »teilen, fei keine Politik- Der Redner ivendet sich zum Schluß gegen die Tonmunder Lehrerversammlung, weid .* den katholischen Lehrern iold-c Beleidigungen in- Gesicht gefdilcubcrt habe, daß cS nur heißen könne 1 Heraus auo einem joldpn Verein!

bie Staatsgewalt rid<ct brr Rconer bic Ausford.rung, bic Wünsche ber Katholiken zu lerüdfid tigen, benn die Kathollkcil Teutschlands hätten stets in unüerbrüd üdwr Treue zu dein angestammten vor- jchcrl-auic gestanden unb ihre Brust allen Angriffen auf dasselbe entgegengesetzt- '-Ächtung unserer religiösen lleberzeugung unt sttenge Wahrung dcS toniefsioncllen FrieornS, du.- sind die Rvhi« linicn sür unser Vcrl-allen- Wenn sie »nnegehaltcn iverden, wiw cs gut stehen um unser liebes o-t-3 Vaterland- Katholisches Selbstbcwußtsein und niaimbaiti : Eintreten für unfcrc Weitan- ]dxtuuug sei unser GclobniS am heutigen Abend- Stürmischer, langanhalteiider Beisall--

Tamit hatte bic heutige brüte öffentliche Versammlung tk Gnbc crrciil-.- - Am 'Jlbcnb ianb unter Mitwirkung bcS Tüfied borfer VerkehrSocri'iiiS ein Rheinfest mit Freuerwerk und Rheiy ufcrbdti:d),uui und ein Mvrio auf dem Rheine statt- ---------------------- - - ----- politifchc tagc^fcban«

Steuerplänc.

Wie dieFranks. Ztg." von gut unterrichteter Seite erfährt, hat das Rcichsfchatzamt zur Reform der Brannt- iveinbclaflung zwei Ereutualvoilagen ausacarbeitet: Ein­mal ein Branntweinmonopol, das allerdings infolge des Einspruchs Bancrrts eine Gestalt erhalten hat, die m einigen Punkten von der Stengels abwcicht, und sodann eine Reform der Brann t wein-Steuer mit einer einzigen erhöhten Verbrauchsabgabe, wobei verschiedene Uebergang.matzrcgeln vorgesehen lind. Tie Regierun-g scheint vorläufig mehr der ziveiteu Vorlage geneigt zu fnn, luetl sie diese als parlamcutarifch für leichter durchsetzbar hält als das Vrannuveinmviiopol. Eine weitere vom Scha^amt ausgearbeitelc Eceiitualvorlage ist die ReichS- vermögenSsteuer, die für den Foll ;.t Reserve halten wird, daß die vom Reiclistag bewilligten Steueru den Geldbedarf nicht decken follten.

Der englische Echatzkanzler in Verlia.

Die Ausfassung, daß dcr cngnichr Sdia^kanzler Lloyd George mit iveitgehcnder politischer Mission nach Berlin gekommen sei, wirb aus

Lloyd (George erklärte einem Mitarbeiter desB. T." vbet die Berliner Reife des Ministers: Lloyd Qfcorgc hatte in ber d^auptfache den Wunsch, in Teutfchland die Alters-, Jnvalidi» tats- und Krankenversicherungveinrichtungen kennen zu lernen. In Berlin wird er sich etwa drei Ta^c aus dem gleichen Anlässe nushaltcn. Offizielle Äcfuche bei politifchen Persönlichkeiten, abgesehen vom englischen Botschafter, fiel «ich: vorgesehen Es ift felbstverskunblich, daß feine Mifjtoii nicht ohne politische Bedeutung ist. Er ift aber nicht Premier­minister, er ist aud) nicht Beauftragter des engltsd>.-n Kab» netto für Bemühungen in dieser Richtung. So ist es auSge« schloffen, daß er nut Vorschlägen über mündliche BerHand­lungen an daS dcutfehc Kabinett herantritt: wohl aber wurde er willig und nur zu gern nut offiziellen Stellen in der­artige Unterhandlungen eintreten, wenn diese ihn hierzu anrcgtcn. Teutfchland hat eine achtmal so starke Armee wie England, da kann ob hinsichtlich der Flotte eine Kon­zession machen. Er sieht sehr wohl bic Möglichkeit einer Verständigung durch eine Konferenz beiderseitiger Staat-- delegierten mit dem ZiiZ einer Rüstungsbeschränkung. Ter te sich auch ein Weg intben. Zu Ehren der Anwesenheit des eng- lifchen ^chatzkanzlerS Mr. Lloyd OS-orgc in Berlin ha tder Staatssekretär von Bethmann-Hollivcg zu einem kleinen Tiner im Restaurant de- Zoologischen Wirtend aus Freitag abend 8 Uhr Einladungen ergehen lassen.

Dcutfcbcs Neicb.

Die Kaiserin hat iid) durch bin zuständigen Tezcr- uenten etngclKnb münblidien Bericht über bic Neuorgani­sation der höheren Mädchenfchul-Lrdnung halten lassen.

Die Betriebseinnahmen der prcuß.-hcfl- Staatseisenbahnen Haven >m Juli 1906 un Per sonenverkehr 2.3 Millionen, glcid) 4 3 v. H mehr, un Güter­verkehr 1.4 Millionen, fllcid) v. H. weniger, insgesaml cinfd)lic61id) der sonnigen Einnahmen 1.5 Millionen Marl, gleich 0.87 v. H. mehr als im Juli 1907 ergeben. Tie Zahl dcr Arbeitstage war die gleiche wie un Juli 1907.